Weltcup Weltcup Damen

Katharina Althaus hat mit zwei phänomenalen Sprüngen das Samstags-Springen in Lillehammer für sich entschieden. Die Deutsche zeigte in beiden Durchgängen die beste Leistung und setzte sich souverän vor Eva Pinkelnig und Marita Kramer durch.

Bereits nach dem Probedurchgang lag es in der norwegischen Luft, dass Katharina Althaus nicht zu schlagen sein wird. Die Oberstdorferin wurde ihrer Favoritenrolle gerecht und siegte mit Sprüngen auf 99 und 96,5 Metern. Mit 260,1 Punkten hatte sie stolze 9,9 Zähler Vorsprung auf Eva Pinkelnig, die auf 95 und 97 Meter sprang. Das Podium komplettierte mit Marita Kramer eine weitere Österreicherin. Die Weltcup-Gesamtsiegerin des Vortages sprang auf 93 und 97 Meter und erzielte 242,3 Punkte.

Knapp am Podium vorbei schrammte die Kanadierin Abigail Strate, die nach Sprüngen auf 96,5 und 93,5 Metern mit 239,5 Zählern auf dem vierten Platz landete. Formverbessert präsentierte sich auch Olympiasiegerin Ursa Bogataj, die im ersten Durchgang eine bessere Platzierung mit einer schlechten Landung verspielte, mit Weiten von 95,5 und 95 Metern aber einen ordentlichen fünften Platz erreichte. Damit war sie knapp besser als ihre Teamkolleginnen Nika Kriznar und Nika Prevc, die sich mit den Rängen sieben und acht begnügen mussten. Bitter war das vor allem für Prevc, die nach Durchgang eins noch auf dem zweiten Platz gelegen war.


DSV-Team mannschaftlich stark

Im DSV-Team gibt es nicht nur den Sieg von Althaus zu feiern, sondern ganz sicher auch Rang sechs von Selina Freitag. Nach dem eher mäßigen Saisonauftakt in Wisla konnte die junge Deutsche in Lillehammer ihre Sommerform zeigen und segelte auf 93 und 94,5 Meter. Auf das Podium fehlten gerade mal gut fünf Punkte. Ein echtes Lebenszeichen hat auch Anna Ruppricht hinterlassen. Die Mixed-Team-Weltmeisterin aus dem Jahre 2021 hat es nach einer schwierigen Vorsaison zurück in die Top 10 geschafft. 95 und 89 Meter brachten ihr letztlich 230,8 Punkte und Rang neun ein. Agnes Reisch zeigte ebenfalls zwei solide Sprünge auf 90 und 86 Meter und wurde 15. Pauline Hessler schied nach dem ersten Durchgang aus.

ÖSV-Team mit Luft nach oben

Die beiden Podiumsplätze für den ÖSV täuschen darüber hinweg, dass es für den Rest des Teams nicht so gut lief. Chiara Kreuzer zeigte einen mäßigen Finalsprung auf 83 Meter und fiel mit diesem auf Rang 20 zurück. Hanna Wiegele (82/77,5 Meter) konnte mit Rang 29 auch nur bedingt überzeugen.

Kvandal hält norwegische Fahne hoch

Zu den geschlagenen Athletinnen gehören die Norwegerinnen. Das einzige wirklich erfreuliche Resultat zeigte Eirin Maria Kvandal, die bei ihrem Comeback nach Kreuzbandriss direkt auf Rang zehn flog und sogar die beste Springerin der Gastgeber-Nation war. Bjoerseth (12.), Stoem (13.), Lundby (19.) und Opseth (20.) sorgten zwar dafür, dass fünf Norwegerinnen in den Top 20 waren, hatten mit dem Podium aber nichts zu tun.

Ergebnis

Weltcup Weltcup Damen

Die Skispringerinnen bestreiten vier Wochen nach dem Auftakt in Wisla ihr zweites Weltcup-Wochenende. Im norwegischen Lillehammer steht zunächst das Einzelspringen von der Normalschanze statt, ehe es am Sonntag auf die Großschanze geht. Im Probedurchgang vor dem Wettbewerb hat Katharina Althaus den besten Eindruck hinterlassen.

Katharina Althaus hat sich mit dem besten Probesprung aller Athletinnen ideal auf den Wettkampf eingeschossen. Die Oberstdorferin sprang auf 97 Meter und erzielte 73,6 Punkte. Mit Sprüngen auf 96 und 94 Metern haben sich aber auch die Sloweninnen in Person von Ursa Bogataj (69,4 P.) und Nika Prevc (66,3 P.) zurückgemeldet. Die beiden Österreicherinnen, Eva Pinkelnig (64,9 P) und Marita Kramer (64,4 P.) präsentierten sich ebenfalls auf Schlagdistanz. Aufsteigende Tendenz offenbarte auch Selina Freitag, die mit 93 Metern und 61,7 Punkten den sechstbesten Sprung zeigte.

Die weiteren deutschen Starterinnen landeten in Person von Agnes Reisch, Anna Rupprecht und Pauline Hessler auf den Rängen 12, 21 und 27. Chirara Hölzl und Jacqueline Seifriedsberger aus Österreich mussten sich mit den Rängen 22 und 26 zufrieden geben.

Ergebnis Probe

Weltcup Herren

Mit einem Doppelsieg durch Halvor Egner Granerud und Stefan Kraft hat ein tolles Ruka-Wochenende einen grandiosen Abschluss geliefert. Für einen weiteren Paukenschlag sorgte aber auch der Japaner Naoki Nakamura, der überraschend, aber verdient das Podium komplettierte. Aus deutscher Sicht wusste ein Trio zu gefallen.

Was für ein Zweikampf! Stefan Kraft (AUT) und Halvor Egner Granerud (NOR) haben sich auf einem Top-Niveau duelliert und mit jeweils 304,5 Punkten einen geteilten Sieg eingefahren. Kraft sprang auf 140 und 147 Meter, wohingegen Granerud, nach seinem Schanzenrekord in der Quali auf 139 und 145 Meter kam. Nach einem kollektiven japanischen Debakel am Vortag, konnte Naoki Nakamura ein echtes Highlight setzen und mit 294,9 Punkten sensationell auf Rang drei Springen. Der Überraschungsmann erzielte Weiten von 144 und 139,5 Metern.

Mit 0,3 Punkten hinter Nakamura, segelte Vortages-Sieger Anze Lanisek am Podium vorbei. Der Slowene konnte mit 139 Metern im Finale nicht ganz an seine 145 Meter aus Durchgang eins anschließen. Piotr Zyla erzielte mit Sprüngen auf 138 und 139 Metern den fünften Rang und bestätigte seine gute Form. Dies ist dem Sechstplatzierten, Dawid Kubacki, im Finale nicht gelungen. Der Pole fiel nach 145,5 Metern und Rang eins mit 130 Metern noch auf den sechsten Platz zurück.

DSV-Team mit Licht und Schatten

Das deutsche Team zeigte sich erstmals in dieser Saison mit drei Mann in den Top 10. Mit einem grandiosen Final-Sprung auf 143 Meter verbesserte sich Andreas Wellinger von Rang 17 auf den siebten Platz und zeigte sich demnach erstmals so stark wie im Sommer. “Es war definitiv eine deutliche Steigerung. Ich habe in der Quali mit einer ziemlichen Gurke angefangen, im ersten Durchgang war es ok und im Finale war es der erste richtige Skisprung. Da war ordentlich Druck auf der Kante und dann fliegt es sich natürlich leichter“, zeigte sich Wellinger erleichtert.
Nur 1,6 Punkte hinter dem besten Deutschen des Tages, reihte sich Pius Paschke (132,5/139,5 Meter/276,2 P.) auf dem achten Platz ein. Markus Eisenbichler zeigte zwei konstante Sprünge auf 137,5 und 136 Meter und wurde mit 275 Punkten Zehnter. Constantin Schmid zeigte sich im Vergleich zum Vortag verbessern, wenngleich er nach guten 133,5 Meter nur 124,5 Meter im Finale folgen ließ. Mit 246,1 Punkten landete das Geburtstagskind auf Rang 21. Stephan Leyhe hatte Pech mit dem Wind, sprang nur auf 123,5 Meter und schied auf Rang 32 liegend nach Runde eins aus. Gleiches Schicksal erlitt völlig überraschend auch Karl Geiger, der nach einem furiosen Quali-Sprung deutlich zu spät absprang und bereits bei 122,5 Metern landete. Rang 33 war die bittere Konsequenz für den Oberstdorfer.
Demnach fiel auch das Fazit der Trainers gemischt aus.
“Wir haben uns deutlich steigern können. Es sind nicht alle Dinge nach Plan gelaufen, aber wir haben einen super Sprung gesehen von Karl Geiger in der Qualifikation. Leyhe hat es auch gut gemacht in der Quali, leider haben beide ihre Sprünge nicht wiederholen können“, erklärte Bundestrainer Horngacher gegenüber dem DSV. Im Finale haben wir von Andi Wellinger einen Top-Sprung gesehen und hatten drei unter den Top 10. Wir können zufrieden sein, haben aber noch einiges zum arbeiten“, fügte er hinzu.


Österreicher mannschaftlich geschlossen

Die Österreicher kamen zwar abgesehen von Stefan Kraft nicht ganz an die Weltspitze heran, zeigten jedoch ein starkes Mannschaftsergebnis. Hervorzuheben ist dabei einmal mehr Youngster Daniel Tschofenig, der nach Sprüngen auf 138,5 und 134 Meter punktgleich mit Paschke Achter wurde. Manuel Fettner, Jan Hörl und Michael Hayböck kamen geschlossen auf den Positionen 11,12 und 13 ein. Philipp Aschenwald erzielte als 27. Punkte, wohingegen Francisco Mörth nach einem Sturz in der Qualifikation scheiterte.

Ergebnis 2. Einzelspringen

Weltcup Weltcup Herren

Anze Lanisek hat nach der Qualifikation auch das erste Einzelspringen von Ruka gewonnen. Der Slowene setzte sich in einem packenden Springen vor Stefan Kraft und Piotr Zyla durch. Karl Geiger zeigte sich im hohen Norden formverbessert.

Mit einem Schanzenrekord-Sprung auf 149 Meter und einer perfekten Landung hat Anze Lanisek bereits im ersten Durchgang eins, eine mächtige Ansage hinterlassen. Seinen Vorsprung rettete der Slowene mit 141,5 Meter nervenstark und gewann mit 312,8 Punkten. Rang zwei belegte der Österreicher Stefan Kraft, der insbesondere im Finale mit 144 Metern nochmal kräftig aufkam, am Ende jedoch 1,3 Zähler hinter Lanisek blieb. Das Podium komplettierte der Pole Piotr Zyla mit Sprüngen auf 143 und 142 Meter und 300,7 Punkten. Wisla-Dominator Dawid Kubacki (296,5 P.) hatte eine Ecke im ersten Sprung drin, arbeitete sich im Finale aber auch Rang vier noch vorne. Der Pole überflügelte dabei unter anderem Halvor Egner Granerud (294,5 P.) und Manuel Fettner (294,5 P.) die sich den fünften Rang teilten. Für einen deutschen Hoffnungsschimmer sorgte Karl Geiger, der mit zwei Sprüngen auf 139,5 Metern 288,7 Punkte erzielte und Platz sechs belegte. „Ich bin sehr froh, dass wir hier noch starten können und dürfen. Wir haben uns noch gut einfinden können und ich für meinen Teil habe auch meine besten Sprünge seit längerem machen können. Der Trend geht in die richtige Richtung und ich bin sehr happy mit dem Wettkampf“, so das Fazit von Geiger. Marius Lindvik, Daniel André Tande und Michael Hayböck komplettierten die Top 10.

DSV-Adler präsentieren sich leicht verbessert

Andreas Wellinger zeigte zwei solide Sprünge auf 137,5 und 137 Meter und belegte Rang 14. Knapp dahinter reihte sich Markus Eisenbichler auf Rang 16 ein. Der Siegsdorfer deutete sein Potenzial mit 142,5 Metern im ersten Durchgang an, verwackelte aber die Landung und ließ im Finale einen technischen Fehler folgen. Zwei Ränge dahinter reihte sich Pius Paschke (136,5/132 Meter) auf dem 18. Platz ein. Stephan Leyhe konnte nach einem bärenstarken ersten Sprung auf 141 Meter im Finale nicht an diesen anschließen und fiel auf Rang 21 zurück. Constantin Schmid überzeugte nicht wirklich und wurde mit Sprüngen auf 130 und 124,5 Meter 28.

Offizielles Resultat
Gesamtstand Weltcup Herren

Weltcup Weltcup Herren

Für die Skispringer war heute Morgen frühes Aufstehen angesagt. Es galt schließlich noch vor dem Wettkampf um neun Uhr angesetzte Qualifikation zu überstehen. Diese war am Vortag aufgrund des Fehlen des deutschen Gepäcks verschoben worden. Den besten Eindruck hinterließ der Slowene Anze Lanisek, der sich vor Dawid Kubacki und Halvor Egner Granerud durchsetzen konnte.

Anze Lanisek hat seine gute Performance aus dem gestrigen Training bestätigt und die Qualifikation mit einem Sprung auf 142,5 Metern und 162,8 Punkten gewonnen. Zwar flogen Dawid Kubacki und Halvor Egner Granerud einen halben Meter weiter, blieben mit 160,3 und 159,3 Punkten aber hinter dem slowenischen Vorflieger zurück. Nicht allzu weit weg von der Spitze war auch wieder der Österreicher Stefan Kraft, der mit einem Satz auf 141 Meter (156,8 P.) auf dem vierten Platz landete. Für die einzige wirkliche Überraschung im Vorderfeld sorgte Naoki Nakamura, der 142,5 Meter in den Schnee zauberte und guter Fünfter wurde. Die Top 10 komplettierten mit Piotr Zyla, Marius Lindvik, Timi Zajc, Johan Andre Forfang und Robert Johansson weitere große Namen und begnadete Flieger.

DSV-Adler bestätigen Wisla-Eindruck

Die DSV-Adler konnten zwar nach dem noch vor der Qualifikation trainieren, so ganz ging der Knopf aber nach den Gepäck-Strapazen nicht auf. Abgesehen vom im Vergleich zu Wisla leicht verbesserten Karl Geiger, landeten die Schützlinge von Stefan Horngacher geschlossen im Mittelfeld. Der Oberstdorfer zeigte immerhin gute 140,5 Meter, die ihm den elften Rang mit Anschluss an die erweiterte Weltspitze einbrachten. Pius Paschke (135,5 Meter), Andreas Wellinger (135 Meter), Stephan Leyhe (139 Meter) und Markus Eisenbichler (134 Meter) blieben eher zahnlos und bestätigten mit den Rängen 22, 23, 24 und 24 im Großen und Ganzen die Eindrücke von Wisla. Constantin Schmid erwischte einen deutlich zu späten Absprung und rettete sich auf Rang 34. Bleibt zu hoffen, dass der Gesamt-Auftritt dem Pech mit dem Gepäck geschuldet war. Die Weltspitze macht aber schlichtweg auch einen deutlich stärkeren Auftritt.

Österreicher noch mit vereinzelten Problemen

Nach dem bärenstarken Mannschafts-Auftritt in Wisla, zeigten sich die Österreicher in Kuusamo noch nicht so geschlossen. Stefan Kraft ist bei den Leuten dabei und auch Manuel Fettner, der mit einem verweigerten Telemark auf Rang 14 landete, scheint Chancen auf eine Top-6-Platzierung zu haben. Jan Hörl, Daniel Tschofenig und Michael Hayböck fanden sich aber mit den Rängen 21, 24 und 27 eher im Dunstkreis der Deutschen ein. Philipp Aschenwald beendete die Qualifikation glanzlos auf Rang 37. Der neu ins Team gerückte Francisco Moreth verpasste die Qualifikation mit Rang 56.

Finnen mit mäßigen Auftritt: Nur Kytosaho überzeugt

Aus finnischer Sicht ist der 16. Platz von Niko Kytosaho hervorzuheben, der auf 140 Meter flog. Return Nousiainen und Anti Aalto haben die Qualifikation mit den Rängen 43 und 45 auch gepackt, werden sich aber noch steigern müssen.

Weltcup Damen

Frida Westman kann nach ihrer in Wisla erlittenen Knieverletzung zumindest ein wenig aufatmen. Wie umfangreiche Untersuchungen ergeben haben, hat sich die schwedische Springerin keinen Kreuzbandriss zugezogen. Eine Meniskusverletzung wird die 21-Jährige dennoch fürs Erste außer Gefecht setzen.

Die Freude über die Ränge vier und drei beim Weltcup-Auftakt in Wisla, fiel bei Frida Westman eher gedämpft aus. Die Schwedin verletzte sich am Knie und musste daraufhin mehrmals untersucht werden. Das Worst-Case-Szenario “Kreuzbandriss“ ist jedoch glücklicherweise aus geblieben. Es wurde hingegen eine Meniskusverletzung diagnostiziert, die lediglich eine Pause von sechs bis sieben Wochen mit sich bringen soll. Die Springerin selbst zeigte sich nach der Diagnose positiv gestimmt. “Es fühlt sich an, als wäre eine Last von den Schultern genommen worden. Natürlich bin ich nicht glücklich über die Verletzung, aber ich hatte schon zwei Kreuzbandverletzungen und weiß, welche Arbeit ich damals leisten musste, um zurückzukommen“, erklärte die Springerin gegenüber dem schwedischen Skiverband. Die Senkrechtstarterin zog sich bereits im Oktober 2017 einen Kreuzbandriss zu und erlitt gut ein Jahr später bei ihrem Comeback selbige Verletzung am anderen Knie. Der Aufstieg der von Roar Ljøkelsøy trainierten Athletin verzögerte sich dadurch um mehrere Jahre, ehe sie bei der Nordischen Ski-WM in Oberstdorf ihr Comeback gab. “Ein Kreuzbandriss wäre furchtbar gewesen, vor allem jetzt, wo ich endlich einen Beweis für meine Fähigkeiten habe“, erklärte Westman erleichtert.

Westman verpasst Silvester-Tournee: WM-Medaille bleibt das Ziel


Läuft alles nach Plan, könnte die Schwedin bereits im Januar wieder in den Weltcup einsteigen. Der Skisprung-Tross wird dann nach Japan ziehen, wo ab dem 8. Januar die Weltcup-Springen von Saporro und Zao anstehen. Dies bedeutet zwar, dass ein Comeback zur Silvester-Tour zwar eher ausgeschlossen ist, jedoch noch genug Zeit bis zur WM in Planica bleibt. Bei den Titelkämpfen im slowenischen Wintersport-Mekka möchte Westman mehr als nur mit dabei sein. “Ich möchte eine WM-Medaille erreichen“, zeigte sie sich selbstbewusst. Kraft schöpft die Athletin aus dem Wissen, wie man mit Rückschlägen umgehen muss. “Ich weiß, dass meine Trainer und ich das auf eine gute Art und Weise durchstehen werden. Wir haben bereits die Erfahrung aus der Vergangenheit. Und nach dem Podium habe ich das Gefühl, dass alles möglich ist“, zeigte sie sich optimistisch. Bleibt zu hoffen, dass sich ihr Kampfgeist und ihre positive Einstellung auszahlen werden. Eine Springerin wie Frida Westman bereichert die Wettbewerbe schlichtweg enorm.

Weltcup Weltcup Damen

Ema Klinec aus Slowenien hat die erste Qualifikation des Weltcup-Winters 2022/23 gewonnen. Die 24-Jährige setzte sich vor Silje Opseth aus Norwegen und Nika Kriznar aus Slowenien durch. Hoffnung auf einen tollen Saisonstart machten jedoch auch die Leistungen von Katharina Althaus, die beide Trainingsdurchgänge dominierte.

Mit einem Sprung auf 128,5 Metern konnte sich Ema Klinec in der Qualifikation knapp durchsetzen. Die Slowenin blieb mit 126,6 Zählern um 1,1 Punkte vor Silje Opseth, die sogar auf 129,5 Meter segelte. In guter Form präsentierte sich auch Nika Kriznar, die 127 Meter und 122,4 Punkte erzielte. Positiv ist jedoch auch das Abschneiden der Gesamtweltcup-Vorjahressiegerin, Marita Kramer, zu bewerten. Die Österreicherin zeigte sich nach ihren enttäuschenden Leistungen im Herbst gut erholt und erreichte mit einem Sprung auf 121,5 Metern (114,9 P.) den vierten Platz. Nur ganz knapp dahinter landete mit Katharina Althaus (122 Meter/113,4 P.) die beste deutsche Springerin. Überraschend den weitesten Satz landete die Schwedin Frida Westmann. Nach 130,5 Metern glückte dieser jedoch die Landung nicht mehr so gut, weshalb letztlich mit 111,9 Punkten Rang sechs steht. Den siebten Platz belegte Eva Pinkelnig, die ihre starke Sommerform unterstrich, sich jedoch mit 123 Metern noch ein wenig Luft nach oben ließ. Eine kleine negative Überraschung brachte die Qualifikation hingegen für Ursache Bogataj, die mit 118,5 Metern nur den achten Platz belegte, nachdem sie im Vorfeld der Saison den stärksten Eindruck hinterließ. Die Top 10 erreichten außerdem Josephine Pagnier (FRA) und Sabigail Strate (CAN). Positiv ist dabei zu bewerten, dass sich in der Quali sieben verschiedene Nationen in den Top 10 wiederfinden.
Sara Takanashi (13.) und Maren Lundby (14.) konnten mit 120 bzw. 121 Metern noch nicht ganz vorne eingreifen.

Alle DSV-Adlerinnen qualifiziert – ÖSV-Damen mannschaftlich stark

Neben Katharina Althaus haben sich auch Selina Freitag (15.), Agnes Reisch (22.), Luisa Görlich (25.), Anna Rupprecht (28.) und Pauline Hessler (31.) qualifiziert. Insbesondere bei Selina Freitag schien nach Rang drei beim Sommer Grand Prix in Klingenthal mehr möglich zu sein, jedoch waren ihre 118,.5 Meter zumindest mal ein solider Start. Ansonsten sieht es so aus, als hätte sich im Mannschaftsgefüge wenig getan. Katharina Althaus kämpft noch immer in der Weltspitze mit, jedoch fehlt es im Bereich 10 bis 20 an Breite.

Etwas besser sah es da bei den Österreicherinnen aus. Neben Kramer und Pinkelnig, schafften es auch Chiara Kreuzer (16.) und Hannah Wiegele (20.) unter die besten 20. Jacqueline Seifriedsberger belegte Rang 23.

Althaus dominiert Trainingsdurchgänge

Eigentlich hatte man das Gefühl, dass Katharina Althaus noch nicht in Topform nach Wisla reißt. Dieses Gefühl hat sie jedoch in den Trainingsdurchgängen deutlich widerlegt. Die Oberstdorferin sprang auf 136 und 132,5 Meter und stellte damit die gesamte Weltelite recht deutlich in den Schatten. “Sie war schon im Vorfeld gut drauf, hat sehr gute Trainingssprünge gemacht. Der Quali-Sprung war nicht ganz so gut, aber ok. Dann kann es auch für ganz vorne reichen“, erklärte Bundestrainer Maximilian Mecheler.

Stark präsentierte auch im Training jedoch auch schon Ema Klinec, die punktetechnisch auf Platz zwei und drei landete. Die Österreicherin Marita Kramer (4. und 2.) hinterließ ebenso wie Silje Opsetz 3. und 5.) einen starken Eindruck. Selina Freitag zeigte zwei beständige Sprünge, die für die Positionen 13 und 14 reichten.

Ergebnis Training

Ergebnis Qualifikation

Weltcup Weltcup Damen

Mit jedem Jahr wird die Weltspitze beim Skispringen der Damen stärker und größer. Inzwischen gibt es nicht nur vier, fünf Springerinnen, die die Podiumsplätze unter sich ausmachen, sondern locker doppelt so viele. Mit Maren Lundby kehrt zudem eine Weltklasse-Springerin der letzten Jahre zurück. Wir werfen einen Blick auf die Favoritinnen im anstehenden Winter.

Ursa Bogataj

Die Olympiasiegerin und Gesamtweltcup-Dritte des Vorjahres geht als Favoritin in die anstehende Saison. Bogataj dominierte den Sommer-Grand-Prix mit drei Siegen und zwei zweiten Plätzen bei fünf Teilnahmen. Die 27-jährige Slowenin ist die wohl absprungstärkste Athletin im Weltcup, was ihr insbesondere auf kleineren Anlagen entgegen kommt. Inzwischen verfügt sie jedoch auch über die Flugfertigkeiten und das nötige Selbstvertrauen, um auf den großen Anlagen mithalten oder sogar dominieren zu können. Bogataj hat im Sommer den mit Abstand besten Eindruck der Top-Springerinnen hinterlassen. Der Kampf um den Gesamt-Weltcup kann nur über sie gehen.

Nika Kriznar

Kriznar lieferte sich in der vergangenen Saison einen engen Fight mit Bogataj und schloss die Gesamtwertung knapp vor ihrer Landsfrau auf dem zweiten Platz ab. Die Olympia-Bronze-Gewinnerin startete mit den Rängen 1,2 und 3 gut in die Sommer-Saison. Im Training vor dem SGP-Springen in Rasnov verletzte sich die 22-Jährige jedoch am Fuß und musste einige Wochen pausieren. Demnach ist nicht ganz klar, wie gut die Form von Kriznar wirklich schon wieder ist. Die junge Slowenin besitzt wohl den aggressivsten und furchtlosesten Sprungstil der Konkurrenz und ist damit insbesondere auf großen Anlagen kaum zu bezwingen. Auf Normalschanzen fehlt ihr im Vergleich zu Boagataj oft ein wenig die nötige Höhe. Trotz der Verletzungspause im Herbst, zählt Kriznar zu den Top-Favoritinnen.

Ema Klinec

Die Weltmeisterin von Oberstdorf (NH) ist seit einigen Jahren ein fester Bestandteil der Weltspitze. Klinec ist fast immer in den Top 6 zu finden und ist stets für einen Podiumsplatz gut. Im Sommer zeigte sie sich nur in Klingenthal, sprang dabei jedoch auf den dritten Rang. In der slowenischen Hierarchie ist die 24-Jährige sicherlich knapp hinter Bogataj und Kriznar zu sehen, jedoch lässt sich diese ja auch auf den Kopf stellen. Klinec gehört auch in der anstehenden Saison zum Kreise der Athletinnen, die um Siege und Podestplätze mitspringen können, selbst wenn 2-3 andere Springerinnen einen Ticken stärker einzuschätzen sind.

Marita Kramer

Bis zu ihrer Corona-Erkrankung und der verpassten Olympia-Teilnahme war Marita Kramer klar die beste Springerin im Feld. Aus diesem Grund hat die Österreicherin den Gesamt-Weltcup auch gewonnen, obwohl sie nach dem Olympia-Drama nicht mehr ganz an ihre Top-Leistungen anknüpfen konnte. Im Sommer sprang Kramer beim GP-Auftakt auf die Ränge zwei und fünf, ehe sie erst wieder in Klingenthal aufkreuzte. Dort erlebte die 21-Jährige ein echtes Horror-Wochenende mit zwei missratenen Sprüngen im Mixed-Wettbewerb und einer Disqualifikation in der Qualifikation. Kurz darauf blieb sie auch bei den österreichischen Meisterschaften zweimal chancenlos gegen Eva Pinkelnig. Kramer hatte mit größeren technischen Problemen zu kämpfen und gab selbst zu, dass die Form erst in den letzten Tagen besser wurde. Die Österreicherin ist potenziell noch immer die stärkste Springerin im Feld, jedoch scheint ihr das Dilemma vor Peking nachhaltig zugesetzt zu haben. Demnach ist Kramer eine kleine Wundertüte.

Eva Pinkelnig

Die 34-jährige Österreicherin gehört zwar zu den ältesten Springerinnen im Feld, ist aber offenbar auch eine derjenigen, die im Sommer die größten Fortschritte gemacht haben. In der Vergangenheit wurde die Spätstarterin immer wieder von Stürzen und Verletzungen zurückgeworfen. Pinkelnig ist jedoch nicht kleinzukriegen und scheint nun das nötige Vertrauen in ihre Sprünge gefunden haben, um ganz vorne mitzumischen. Nach einer durchwachsenen letzten Saison, stieg die Österreicherin erst in Rasnov in den SGP ein und gewann diesen überraschend vor Ursa Bogataj. Bei den nationalen Titelkämpfen unterstrich sie ihre Top-Form erneut und flog Marita Krama und Chiara Hölzl auf der Normal- und der Großschanze klar in den Schatten. Pinkelnig ist derzeit die stärkste Österreicherin und absolut eine Podiumskandidaten. Bleibt jedoch abzuwarten, ob sie ihre tolle Form über die ganze Saison aufrecht erhalten kann.

Katharina Althaus

Katharina Althaus verpasste bei den olympischen Spielen Gold nur knapp und musste aufgrund ihrer Corona-Erkrankung im Nachgang den Kampf um den Gesamtweltcup aufgeben. Beim Saisonfinale zeigte die Oberstdorferin dann auch nicht mehr ganz ihr stärkstes Niveau. Dies trifft leider auch auf ihre Sommer-Sprünge zu. Althaus erzielte zunächst die Ränge 5, 6 und 13 beim SGP und tauchte dann bei einigen COC-Springen auf, die sie jedoch allesamt nicht gewinnen konnte. In Klingenthal reichte es zu einem soliden fünften Platz, jedoch fehlten dort einige Top-Springerinnen. Jedoch musste sie sich unter anderem ihrer Teamkollegin Selina Freitag geschlagen geben. Derzeit ist nicht ganz klar, ob Althaus die stärkste Deutsche ist. Diese Frage musste man sich in den letzten Jahren sonst gar nicht stellen. Die nationalen Meisterschaften verpasste die Oberstdorferin aus privaten Gründen. Die meisten Stimmen deuten darauf hin, dass Althaus derzeit noch nicht die Form besitzt, um eine Siegspringerin zu sein. Die Saison ist jedoch lang und prinzipiell gehört die 26-Jährige natürlich zu den Top-Athletinnen.

Sara Takanashi

Takanashi nicht mehr ganz so stark wie in ihren absoluten Top-Jahren 2012 bis 2017. Das ist jedoch schon Meckern auf hohem Niveau. Immerhin kam sie auch in den vergangenen Jahren in der Gesamtwertung stets unter die Top 5. Verpasste Medaillen bei Großereignissen und insbesondere die Disqualifikation beim olympischen Mixed-Springern haben jedoch Spuren hinterlassen. Beim Sommer-GP tauchte sie nur in Klingenthal auf und wurde dort erneut disqualifiziert. In den Trainings zuvor konnte sie nicht ganz mit der Spitze mithalten. Es wird schwierig für Takanashi, das nötige Mind-Set zu finden, um wieder völlig befreit um Siege springen zu können. Das Potenzial dazu ist weiterhin da, jedoch geht die Japanerin diesmal eher als leichte Außenseiterin in die Saison. Vielleicht ist gerade das aber gar nicht so schlecht.

Maren Lundby

Die Dominatorin der Jahre 2018, 2019 und 2020 ist nach ihrer einjährigen Pause zurück. Die Vorsaison ließ die Norwegerin aus, weil sie nicht bereit dazu war, ihrem Körper eine radikale Diät zuzumuten, die nötig gewesen wäre, um vorne mitzumischen. Zuvor griff Lundby bei der WM in Oberstdorf zu eher fragwürdigen Abnehm-Methoden und musste nach ihrem WM-Titel die Notbremse ziehen. Nun ist Lundby zurück und voller Tatendrang. Bei den norwegischen Meisterschaften gab sie ihr Wettkampf-Comeback und belegte Rang vier. Es ist nicht so ganz klar, was die 28-Jährige leisten kann. Aktuell scheint sie eher um die Ränge 10 bis 15 springen zu können. Die einstige Weltklasse-Springerin ist jedoch gerade erst zurückgekehrt und wird sich im Laufe der Saison noch steigern können. Ob es dann wirklich für die Kategorie Bogataj oder Kriznar reicht, bleibt abzuwarten. Das Damen-Springen hat sich weiterentwickelt und bei Lundby muss sich erst zeigen, dass sie an ihre alte Klasse herankommt.

Weltcup Weltcup Herren

Der Saisonstart steht vor der Tür und schon bald werden wir sehen, wer die Dominatoren der Saison 2022/23 werden können. Gelingt es einem Springer, Ryoyu Kobayshi vom Thron zu stoßen oder gelingt es erstmals seit Janne Ahonen 2004/05 wieder einem Springer, den Gesamt-Weltcup zu verteidigen. Der Fokus der Top-Springer wird sicherlich aber auch speziell auf der Tournee und der WM in Planica liegen. Wir stellen die Athleten im Schnelldurchlauf vor, die als Favoriten in die Saison gegen.

Ryoyu Kobayashi

Als amtierender Weltcup-Gesamtsieger, Tourneesieger und Olympia-Goldgewinner zählt Ryoyu Kobayashi natürlich auch in der kommenden Saison zu den absoluten Top-Favoriten. Der 25-jährige Japaner war in den letzten drei, vier Jahren sicherlich der in Summe stärkste Springer. Wenig deutet darauf hin, dass sich das in der kommenden Saison ändern könnte. Kobayashi wurde beim abschließenden Sommer-Grand-Prix in Klingenthal lediglich von Dawid Kubacki geschlagen, der sich im Sommer jedoch auch in einer Überform präsentierte. Der zweimalige Gesamt- und Tourneesieger beherrscht alle Schanzen, alle Bedingungen und agiert konstant auf Weltklasse-Niveau. Keiner ist nach dem Absprung so schnell in der passenden Flugposition wie der Japaner. Trotz der starken Kubacki-Leistungen im Sommer ist Kobayashi der Mann, den es zu schlagen gilt. Dieser wird insbesondere auf die WM in Planica heiß sein. Trotz all seiner großen Siege, hat der Dominator der letzten Jahre noch keine WM-Medaille gewinnen können.

Marius Lindvik

Marius Lindvik ist aus der Weltspitze nicht mehr wegzudenken und hat seine Qualitäten in der vergangenen Saison insbesondere in den entscheidenden Momenten auf die Schanze gebracht. Mit dem Olympiasieg von der Großchance und dem WM-Titel im Skifliegen konnte der Norweger gleich zwei gewaltige Erfolge binnen kurzer Zeit erzielen. Bekommt Lindvik seine Technik auf die Schanze, ist er selbst für Kobayashi in Top-Form schwer zu bezwingen. Das beste Beispiel dafür ist sein Olympiasieg von der Großschanze, bei dem er den Japaner mit einem grandiosen zweiten Sprung noch überflügelte. Der Weltcup-Dritte der vergangenen Saison ist aber auch ein Athlet, der seine Form über Nacht verlieren oder finden kann. Demnach muss man ein Fragezeichen daran setzen, ob er sein Niveau über den ganzen Winter abrufen kann. Insbesondere vom Saisonbeginn bis zum Tournee-Start lief es für den Norweger in den vergangenen Jahren oft nicht ganz so gut. Hierbei gehen schnell wertvolle Punkte für die Gesamtwertung verloren. Nach Rang neun in Klingenthal und Silber bei den Meisterschaften, scheint seine Form in Ordnung zu sein. Trotzdem ist Lindvik eher ein Kandidat für die Tournee oder die WM, als für den Gesamt-Weltcup.

Halvor-Egner Granerud

Ähnlich wie Lindvik ist auch Granerud nur schwer zu bezwingen, wenn er seine Sachen beisammen hat. Die Saison 2020/21 hat der Norweger auf beeindruckende Art und Weise dominiert. In der vergangenen Saison reichte es dann “nur“ für den vierten Gesamtrang, was jedoch beachtlich ist, wenn man bedenkt, dass Granerud beinahe die ganze Saison mit einem klaren technischen Fehler zu kämpfen hatte. Der Norweger sprang enorm einseitig ab und flog dadurch oft gefährlich weit auf die rechte Seite. Sollte er diesen Fehler beheben können, ist Granerud alles zuzutrauen. Danach sieht es aktuell aber noch nicht so ganz aus. Rang acht beim SGP in Klingenthal war zwar solide, bei den Norwegischen Meisterschaften blieb er jedoch klar hinter Tande und Lindvik zurück. Es wäre eher eine Überraschung, wenn Granderud von Beginn an regelmäßig auf das Podium springt, auf dem Zettel muss man ihn aber natürlich immer haben.

Daniel André Tande

Nach seinem schweren Sturz in Planica hat Daniel André Tande die Saison 2021/22 dazu benutzt, wieder Vertrauen zu fassen. Dies gelang ihm punktuell auch schon ganz gut, wie sein Sieg in Oslo beweist. Nun schickt sich der Norweger jedoch dazu an, wieder dauerhaft in der Weltspitze mit zu springen. Dies war ihm streng genommen zum letzten Mal in der Saison 2017/18 gelungen, in der er auch Skiflug-Weltmeister wurde. Vieles deutet darauf hin, dass Tande in der kommenden Saison wieder weit springen und fliegen kann. Mit Rang drei in Klingenthal und dem norwegischen Meistertitel hat sich der 28-Jährige in einer glänzenden Herbstform präsentiert. Für die ersten Springen ist Tande wohl sogar die größte norwegische Trumpfkarte. Ob Tande dann wirklich über die ganze Saison hinweg zur Weltspitze zählen kann, wird sich jedoch zeigen müssen. Insbesondere beim Skifliegen steht nach seinem Planica-Sturz noch ein kleines Fragezeichen. Tande ist jedoch mental stark genug, um auch von den ganz großen Bakken wieder Erfolge feiern zu können.

Stefan Kraft

Seit der Saison 2014/15 war Kraft in jeder Saison in der Weltspitze zu finden. Selbst in seiner schwächsten Saison 2020/21, in der der Österreicher mit Verletzungen zu kämpfen hatte und das einzige Mal die Top 10 in der Gesamtwertung verpasste, sprang er in Oberstdorf zu WM-Gold. Dies sagt schon einiges über die gewaltigen Qualitäten von Stefan Kraft aus. Der 29-Jährige verfügt über einen äußerst aggressiven Sprungstil und kann seine Leistungen in Topform wie ein Uhrwerk abrufen. Kraft kam gut durch die Vorbereitung und sicherte sich den österreichischen Meistertitel von der Normalschanze. Bei den Sommer-Grand-Prix-Springen in Hinzenbach und Klingentahl reichte es jedoch nur für die Ränge 12 und 19. Sonderlich aussagekräftig ist das jedoch nicht. Kraft wird auch im kommenden Winter vorne zu finden sein, darauf kann man Brief und Siegel geben.

Anze Lanisek

In einer teilweise überragenden, oft aber auch etwas wankelmütigen slowenischen Mannschaft, ist Anze Lanisek seit ein paar Jahren die größte Konstante. Der 26-Jährige wird Jahr für Jahr etwas stärker und konnte sich im vergangenen Jahr den siebten Gesamtrang sichern. Bitter lief es für Lanisek in Peking, wo er aufgrund der Teamstärke nur einen Einsatz erhielt. Dafür durfte er bei der Skiflug-WM mitmischen und seinen Teil zur Team-Goldmedaille beitragen. Im Sommer überzeugte der Slowene mit Rang zwei in Hinzenbach, wurde dafür in Klingenthal nur 31, nachdem er die Quali gewonnen hatte. Die Form sollte in Summe aber stimmen und Lanisek ist es definitiv zuzutrauen, einen konstant starken Winter abzuliefern. Läuft alles rund, ist auch Top 5 im Gesamtweltcup möglich. Auch bei der Heim-WM in Planica gehört er zu den Medaillenkandidaten.

Timi Zajc

Timi Zajc landete im vergangenen Winter im Gesamtweltcup als Achter knapp hinter Lanisek, ist jedoch sogar noch einen Ticken stärker einzuschätzen. Der Slowene hat sich in der Weltspitze etabliert und ist vor allem beim Skifliegen unfassbar stark. In Vikersund reichte es zu Silber, jedoch war klar zu erkennen, dass potenziell sogar Gold möglich gewesen wäre. Zajc verfügt über einen aggressiven Flugstil und über ein grandioses Fluggefühl. Kleinere Anlagen liegen ihm nicht so gut, wie auch Rang 23 in Hinzenbach erkennen ließ. In Klingenthal zeigte er dann aber wieder spektakuläre Flüge und landete auf dem vierten Platz. Zajc ist eine kleine Wundertüte, da sein Sprungstil nicht zu jeder Anlage passt. Auf den großen Anlagen gehört der 22-Jährige zu den Favoriten, fraglich wird aber, wie er mit den kleineren Großschanzen zurecht kommt. Davon hängt dann auch ab, ob Zajc nur punktuelle Erfolge feiern kann oder auch im Gesamt-Weltcup ganz vorne mitmischt.

Dawid Kubacki

Der “Sommer-König“ hat wieder mal bewiesen, dass er in den warmen Monaten besonders stark springt. Seine Auftritte bei den Grand-Prix-Springen waren schon beeindruckend. Bei seinen vier Teilnahmen erzielte er drei Siege und einen zweiten Platz. Seine Siege in Hinzenbach und Klingenthal waren dabei auch noch so überlegen, dass der Konkurrenz Angst und Bange werden kann. Bei den polnischen Meisterschaften sicherte er sich den nächsten Erfolg und geht nun mit massiv Rückenwind in den Winter. Wie wir alle wissen, ist Kubacki deutlich mehr, als ein überragender Sommerspringer. Nicht umsonst war er bereits Weltmeister und Tournee-Sieger. In der kommenden Saison wird er nach dem ernüchternden 27. Weltcup-Platz vom Vorjahr mit ziemlicher Sicherheit wieder vorne mitmischen. Kubacki geht als Favorit in die ersten Saison-Springen und kann im Gesamtweltcup ein Wörtchen mitreden. Dem 32-Jährigen könnte nur zum Verhängnis werden, dass Kobayashi, Lindvik oder Kraft die deutlich besseren Flieger sind und auf diesen Anlagen mehr Punkte holen dürften.

Kamil Stoch

Konträr zu Kubacki hat Kamil Stoch einen durchwachsenen Sommer hinter sich. Zwar sprang er zu Beginn des Sommers in Wisla auf Rang eins und zwei, jedoch reichte es in Hinzenbach nur zu Rang 29. Nachdem er in Klingenthal nicht am Start war, erzielte er bei den polnischen Meisterschaften einen eher bedenklichen siebten Platz. Bereits in der letzten Saison konnte Stoch die Pace mit der Weltspitze über weite Teile nicht mitgehen. Nur punktuell sprang er vorne mit und wurde im Gesamt-Weltcup lediglich 19. Für einen 35-Jährigen ist ein solcher Abwärtstrend vielleicht auch normal. Man darf jetzt aber nicht den Fehler machen, Stoch vorschnell in Rente zu schicken. Manuel Fettner, der sogar noch älter ist, befindet sich beispielsweise in der Form seines Lebens. Den Gesamtweltcup wird der Routinier wohl nicht mehr gewinnen, jedoch sollten punktuelle Erfolge noch immer möglich sein. Dann geht es auch in der Gesamtwertung schnell wieder unter die Top 10 oder sogar noch weiter nach vorne.

Karl Geiger

Karl Geiger ist seit Jahren gemeinsam mit Markus Eisenbichler das Flagschiff des deutschen Skispringens und dabei noch eine Spur verlässlicher als sein Kollege. In den vergangenen Jahren sicherte sich Geiger den Skiflug-Weltmeistertitel, zwei WM-Einzelmedaillen und Olympia-Brone. Zudem wurde er im Gesamtweltcup zweimal zweiter. Kurz ab: Geiger ist aus der Weltspitze eigentlich gar nicht weg zu denken. Ein paar Sorgen machen lediglich seine Leistungen im Herbst. Nach einem ordentlichen siebten Platz in Hinzenbach, reichte es in Klingenthal nur zu Rang 21. Bei den deutschen Meisterschaften konnte er zudem auch nicht ganz mit dem Niveau von Wellinger und Eisenbichler mithalten. „Es fehlt noch was, damit es richtig rascheln kann“, erklärte er kürzlich im Interview mit Eurosport. Geiger ist jedoch routiniert genug, sich davon nicht aus der Ruhe bringen zu lassen. Der Oberstdorf wird mit ziemlicher Sicherheit wieder zu den Top-8-Springern gehören und gehört bei den Großereignissen zum Favoritenkreis.

Markus Eisenbichler

Markus Eisenbichler war in den letzten Monaten das Fragezeichen im DSV-Team. Der Siegsdorfer absolvierte kein einziges Grand-Prix-Springen, was unter anderem an kleineren Verletzungen lag. Mehr Probleme hatte Super-Flieger jedoch im mentalen Bereich. „Ich habe gemerkt, dass mir irgendwie die Motivation für die kommende Saison fehlt. So kann ich nicht mehr weitermachen. Mir hat es nicht mehr so viel Spaß gemacht wie früher“, erklärte er gegenüber der ARD. Daher hat sich Eisenbichler professionelle Hilfe gesucht und zeigte sich nun froh darüber, diesen Schritt gegangen zu sein. Seine Leistungen bei der DM sorgen definitiv für Zuversicht. Es war nach dem turbulenten Sommer nicht damit zu rechnen, dass er auf einer eher kleineren Schanze – wie jener in Hinterzarten – die Silbermedaille gewinnt. Der 31-Jährige konnte sich im Herbst stabilisieren und springt wieder auf einem guten Niveau. Demnach sollte er auch im Winter zum erweiterten Favoritenkreis gehören.

Andreas Wellinger

Seit seinem Olympiasieg 2018 hat man Andreas Wellinger kaum noch in der Weltspitze erlebt. Der 27-Jährige hatte insbesondere mit seiner schweren Knieverletzung zu kämpfen und kam in der Saison 2020/21 überhaupt nicht klar. Ein wenig besser lief es dann schon im letzten Winter, in dem es zwar erneut viele Rückschläge, aber auch den ein oder anderen Lichtblick gab. Als die Saison nach der verpassten Olympia-Teilnahme völlig in die falsche Richtung zu kippen schien, berappelte sich Wellinger und war entscheidend an Team-Silber bei der Skiflug-WM beteiligt. Diesen Schwung konnte der einstige Spitzenspringer mitnehmen und in den Sommer transportieren. Mit zwei vierten und einem fünften Platz bei den SGP-Springen zeigte Wellinger, dass er wieder vorne mitmischen kann. Beeindruckend war zudem sein souveräner deutscher Meistertitel in Hinterzarten. Horngacher bescheinigte dem Athleten, gemeinsam mit Geiger und Eisenbichler „die Pace im Team vorzugeben“ und nannte ihn sogar neben den beiden deutschen Vorfliegern der letzten Jahre als Kandidat für den Tournee-Sieg. Alles was man von und über Wellinger hört, stimmt absolut zuversichtlich für die kommende Saison. Ob er dann mit seinem neuen “van-Deer-Ski“ wieder um Podiumsplätze und Siege mitspringen kann, bleibt jedoch abzuwarten. Nach den schwierigen letzten Jahren sollte die Erwartungshaltung nicht zu hoch sein.

Weltcup Damen

Der Weltcup-Winter der Damen verspricht so spannend wie noch nie zu werden. Die Skispringerinnen werden zum ersten Mal bei auch beim Skifliegen vertreten sein, was bereits im Vorfeld für mächtig Brisanz sorgt. Zudem kehrt mit Maren Lundby ein Zugpferd des Damen-Springens zurück. Die Norwegerin wird versuchen, zurück zur Welt-Elite zu stoßen. DIese bildeten zuletzt insbesondere Marita Krama, Ursache Bogataj, Nika Kriznar, Ema Klinec, Sara Takanashi und Katharina Althaus. Im kommenden Winter könnte sich aber noch die ein oder andere Überraschungskandidatin hinzugesellen.

Selina Freitag


In den vergangenen Jahren war es meist nur Katharina Althaus, die aus DSV-Sicht vorne mitmischen konnte. Im Sommer hat sich jedoch abgezeichnet, dass die deutsche Vorfliegerin Team-Intern eine Konkurrentin hinzubekommen hat. Selina Freitag hat im Vergleich zum vergangenen Winter einen gewaltigen Sprung gemacht, was sich auch in den Ergebnislisten widerspiegelt. Nachdem ihr bestes Resultat im vergangenen Winter Rang 15 war, zeigte sich die 21-Jährige bereits beim Auftakt in Wisla stark verbessert. Mit den Plätzen 4 und 7 konnte segelte die Schwester von Richard Freitag erstmals in die Weltspitze. Beim abschließenden Sommer-Grand-Prix reichte es für die DSV-Hoffnung mit Rang 3 sogar für das Treppchen. Kurz darauf sprang sie in Hinterzarten in Abwesenheit von Althaus souverän zum nationalen Meistertitel. Die Hoffnung ist demnach groß, dass sich Freitag im Winter unter den Top 10 stabilisieren kann. “Der Grundsprung ist besser geworden. „Ich springe besser und habe viel trainiert. Ich habe viel am Absprung und am Telemark gearbeitet“, erklärte Selina Freitag gegenüber LHW to go. Besonders auffällig ist an ihren Sprüngen, dass es ihr besser gelingt, den Sprung in die richtige Richtung zu drehen und mehr Geschwindigkeit in den Hang mitnimmt. Als Ziel hat sich die 21-Jährige gesetzt, “zur WM mitzufahren und zum Skifliegen zu dürfen“. Letzteres ist den Top 15 vorenthalten. In diesem elitären Kreise ist Freitag aktuell durchaus zu sehen.

Abigail Strate

Bei der völlig überraschenden Bronze-Medaille im Mixed-Springen bei den olympischen Spielen für Kanada, war gewiss sehr viel Glück dabei. Auf Glück ist Abigail Strate inzwischen aber nicht mehr angewiesen. Die 21-Jährige hat bereits in der vergangenen Winter-Saison in Hinzenbach zweimal die Top 10 erreicht und einen klasse Sommer hinter sich. In Courchevel glänzte sie mit derart weiten Sprüngen, dass es trotz eines Sturzes zu Rang sieben reichte. Im Anschluss folgten fünf Siege bei fünf COC-Springen. Mit einem siebten Platz in Klingenthal zeigte sie zudem auch auf Grand-Prix-Ebene, dass sie inzwischen zur erweiterten Weltspitze gehört. Es wäre definitiv keine Überraschung, Strate im kommenden Winter regelmäßig in den Top 10 vorzufinden. Wenn alles zusammenpasst, ist vielleicht sogar mal ein Podiumsplatz möglich.

Ringo Miyajima

Die 19-jährige Ringo Miyajima schickt sich an, dass ohnehin schon stark besetzte japanische Team zu verstärken. Die Springerin tauchte erstmals bei den Junioren-Weltmeisterschaften 2021 und 2022 auf, bei denen sie Rang 14 und 16 belegte. Nicht schlecht, aber auch nicht außergewöhnlich gut. Die junge Japanerin, die noch keinen einzigen Weltcup-Start zu verbuchen hat, zeigte im Sommer jedoch beeindruckende Leistungen und war dabei insbesondere sehr stabil. Bei ihren fünf Einsätzen kam sie immer unter die Top 15 und offenbarte dabei eine steigende Tendenz. So konnte sie zum Abschluss mit Rang acht beim gut besetzten Grand-Prix in Klingenthal ein Ausrufezeichen setzen. Bei dieser stabilen Grundform sollten auch im Winter Platzierungen unter den Top 10 oder Top 15 möglich sein.

Yuka Kobayashi


Ryoyou Kobayashi und Junhiro Kobayashi sind der Skisprung-Welt bereits ein Begriff. Schwester Yuka Kobayashi konnte bislang jedoch noch keine größere Erfolge erzielen. Der 28-Jährigen gelangen im Weltcup erst vier Top-30-Platzierungen, wovon ein 23. Rang das beste Resultat war. In Japan ticken die Uhren aber ja bekanntlich anders und im Land der aufgehenden Sonne erscheint es nicht unwahrscheinlich, dass eine Springerin erst mit Ende 20 den Durchbruch schafft. Im Sommer-Grand-Prix glänzte Kobayashi mit konstanten Leistungen. Zwei achte Plätze in Wisla und Courchevel deuten an, dass die Springerin auch im Winter in der erweiterten Weltspitze mitmischen kann. Alleine der Name Kobayashi verpflichtet ja fast schon dazu.

Nika Prevc

Nika Prevc schickt sich ähnlich wie Yuka Kobayashi und Selina Freitag dazu an, aus dem Schatten ihrer Brüder zu treten. Bei gleich drei erfolgreichen Geschwistern ist ein solches Unterfangen natürlich besonders schwer. Die erst 17-jährige Slowenin springt in klassischer Slowenen- und Prevc-Marnier sehr aggressiv, wenngleich sie technisch noch nicht ganz makellos agiert. Ein gewaltiges Potenzial ist allerdings nicht zu übersehen. Im letzten Winter erzielte sie mit Rang sieben in Ljubno ihr erstes Top-10-Resultat im Weltcup und erreichte in vier Springen Rang elf. Zudem sicherte sie sich in Zakopane Gold bei den Junioren-Weltmeisterschaften. Im Sommer konnte sie mit den Rängen drei und vier in Rasnov und Courchevel ganz vorne mitmischen, wenngleich zum Abschluss in Klingenthal nur Platz 21 heraussprang. Prevc ist jedoch definitiv eine Athletin, die den Sprung in die Weltspitze schaffen sollte. Ob dies schon in der anstehenden Saison der Fall sein kann, werden die kommenden Monate zeigen. Möglich wäre es allemal.