Weltcup Herren

Der Saisonstart im polnischen Wisla steht unmittelbar vor der Tür. Es ist damit zu rechnen das die großen Namen der vergangenen Saisons wie Ryoyu Kobayashi, Stefan Kraft, Karl Geiger, Marius Lindvik und Halvor Egner Granerud auch im kommenden Winter die Pace bestimmen werden. Immer wieder schaffen es aber auch Springer in die Weltspitze oder zumindest die erweiterte Weltspitze, die zuvor kaum jemand auf der Rechnung hatte. Wir sehen uns potenzielle Kandidaten an, die in der Saison 2022/23 überraschend für Furore sorgen könnten.

Ren Nikaido


Ren Nikaido ist die Neuentdeckung im japanischen Skispringen. Bis zum Sommer 2022 hatte der 21-Jährige kaum etwas auf der Visitenkarte stehen. Lediglich ein sechster Platz bei den Junioren Weltmeisterschaften im Jahr 2021 und ein vierter Platz beim COC in Klingenthal (2021) deuteten an, dass ein starkes japanisches Talent heranwächst. In den vergangenen Monaten kam es bei Nikaido aber zu einer regelrechten Leistungsexplosion. Der Youngster machte zunächst mit zwei zweiten Plätzen beim COC in Lillehammer auf sich aufmerksam und gewann anschließend beim zugegeben eher schwach besetzten Sommer-Grand-Prix-Springen in Rasnov erstmals auf internationaler Ebene. Seine starken Leistungen konnte mit den Rängen fünf und elf auch beim Grand Prix in Hinzenbach und Klingenthal bestätigen.

Auf nationaler Ebene dominierte er das Geschehen gemeinsam mit Ryoyu Kobayashi und stellte dem Weltklasse-Springer bei so manchen Pokal-Springen ein Bein. Bei den nationalen Titelkämpfen sah all das ähnlich aus. So gewann Nikaido von der Normalschanze, wohingegen Kobayashi auf der Großschanze die Nase vorne hatte. Einen Weltcup-Punkt hat Nikaido bislang noch nicht ersprungern. Lediglich zwei Einsätze bei den Heimspringen in Saporro hat er hinter sich. In diesem Winter wird sich das aber mit Sicherheit ändern. Nikaido ist einer der spannendsten Newcomer im Feld. Keiner kann zum jetzigen Zeitpunkt sagen, wo die Reise hingeht.

Daniel Tschofenig


Daniel Tschofenig war immer der vergangenen Saison schon so etwas wie eine Neuentdeckung im ÖSV-Team. Der 20-Jährige sammelte konstant Weltcup-Punkte und erreichte viermal die Top 10. Sein bestes Ergebnis war ein fünfter Rang in Zakopane. Im polnischen Wintersport-Traditionsort feierte der Österreicher auch bei den Junioren-Weltmeisterschaft große Erfolge. Neben Gold im Einzel, gelang ihm auch mit dem Team und den Mixed-Team der Sprung aufs oberste Treppchen. Solche Erfolge sind zwar – wie die Vergangenheit zeigt – keine Garantie für die die Zukunft, jedoch scheint Tschofenig auf einem tollen Weg zu sein.

Den Sommer-Grand-Prix beendete er nach Rang 4,5,11 und 7 in den einzelnen Wettbewerben auf dem siebten Gesamtrang.Bei den österreichischen Titelkämpfen reichte es zudem zweimal für das Podium. „Ich denke, dass er der nächste Stefan Kraft werden kann. Dieser Junge hat alles, um durchzustarten – auch im Kopf ist er schon weit“, erklärte sein Ex-Trainer Thomas Thurnbichler, der nun als Cheftrainer in Polen aktiv ist, gegenüber der „Krone“. Auch der Springer selbst zeigte sich selbstbewusst.  „Die Form sollte gut sein. Früher habe ich beim Übergang ins Fliegen viel Geschwindigkeit verloren, das haben wir mittlerweile ausgemerzt“, erklärte er sein Erfolgsrezept. Eine gewisse Erwartungshaltung stellt er demnach durchaus an sich. „Ich will direkt vorne mitspringen, die Top-10 wären sicher ein Traum“, wird der Youngster von der „Krone“ zitiert. Nach den letzten Eindrücken sollte dieses Ziel auch realistisch sein.


Pawel Wasek


Es ist kein Geheimnis, dass es um den polnischen Nachwuchs nicht ganz so gut bestellt ist. Pawel Wasek jedoch ist ein echter Hoffnungsschimmer am polnischen Skisprung-Himmel. Der 23-Jährige hat in der vergangenen Saison schon sporadisch sein Können aufblitzen lassen und nach den Rängen 14 und 18 in Oslo die Raw-Air auf einem respektablen 19. Rang beendet. In diesem Sommer zeigte Wasek sehr konstante Leistungen und sprang beim Auftakt in Wisla mit den Rängen sieben und zehn gleich zweimal unter die Top 10. Einige Wochen später gelang ihm in Rasnov mit Rang zwei sogar ein Podiumsplatz. Auch gegen Ende des Sommers zeigte er in Hinzenbach einen sehr respektablen achten Rang. Lediglich in Klingenthal lief es nicht ganz so gut, wo er nach Rang 17 in Durchgang eins disqualifiziert wurde. Trotz allem beendete er den Sommer-Grand-Prix auf dem vierten Rang. Es ist eher unwahrscheinlich, dass es Wasek in der kommenden Saison in die absolute Weltspitze schafft. Um Rang 15 könnte er sich dank seiner stabilen Grundtechnik jedoch allemal bewegen.


Kasper Juroszek


Kasper Juroszek gehört wie Wasek zu den jungen Polen, die die Lücke zu Kubacki, Stoch und Zyla schließen wollen. Zum ersten Mal wirklich auffällig wurde er beim COC in Brotterode, wo er die Ränge eins und zwei belegte. Im Gegensatz zu Wasek hat Juroszek im Weltcup allerdings noch wenig vorzuweisen. Erste Ende Februar 2022 gab der 21-Jährige in Lahti sein Weltcup-Debüt, verpasste das Finale als 32 aber knapp. Auch bei seinen drei weiteren Einsätzen landete er zwar unter den Top 40, nicht aber in den Punkterängen. Immerhin zeigten die Ergebnisse, das der Weg für den polnischen Hoffnungsträger gar nicht mehr so weit ist. Unmittelbar vor dem Saisonstart in Wisla scheint er für seine ersten Punkte mehr als nur bereit zu sein. Die Ränge 9 und 13 bei den jüngsten Grand-Prix-Springen in Hinzenbach und Klingenthal unterstreichen das. Juroszek ist ein starker Abspringer, der nach und nach auch seine Defizite in der Luft abstellen kann. Auf eine ähnliche Art und Weise haben einst auch Malysz, Zyla und Kubacki den Sprung in die Weltspitze geschafft. In den Top 10 ist Juroszek im kommenden Winter höchstens punktuell zu erwarten, eine große Verstärkung für das polnische Team kann er aber allemal sein.

Philipp Raimund


In den vergangenen Jahren gab es im DSV-Team kaum Bewegung. Dies war lediglich der Fall, wenn sich Springer verletzten oder von ihrer Pause wieder zurückkehrten. Im Sommer hat jedoch der 22-jährige Philipp Raimund die deutsche Hierarchie durcheinander gewirbelt. Der Oberstdorfer präsentierte sich so stark, dass er Stephan Leyhe aus dem Aufgebot für Wisla verdrängen konnte. Raimund machte bereits im August mit einem siebten Platz in Courchevel auf sich aufmerksam und bestätigte diese Leistung mit Rang zwölf beim stark besetzten Grand-Prix-Abschluss in Klingenthal. Mit Rang fünf bei den nationalen Titelkämpfen bestätigte er zudem, dass er aktuell ins deutsche Team gehört. Überraschend kommt diese Entwicklung allerdings nicht. Bereits im vergangenen Winter war Raimund der stärkste deutsche COC-Springer und erzielte auch beim Weltcup in Titisee-Neustadt zweimal Punkte. ARD-Experte Sven Hannerwald setzt große Hoffnungen in den jungen Springer. „Mit Andreas Wellinger und Philipp Raimund, der im Sommer groß auf sich aufmerksam machte, gibt es zwei weitere Namen, die das DSV-Team auch in der Spitze verstärken könnten“, prophezeite er. „Er bringt viel Energie aus den Beinen mit und könnte bei einer weiteren Stabilisierung im Winter eine positive Überraschung werden“, legte sich Hannerwald fest. Zu viel sollte man sich von Raimund noch nicht erwarten, jedoch scheint Potenzial zur Genüge vorhanden zu sein. Zum Saisonstart lautet die Devise fürs Erste konstant zu punkten. Mal sehen, was dann noch in Richtung Top 20 oder Top 15 möglich ist.

Giovanni Bresadola


Dreimal erreichte der Italiener Giovanni Bresadola im vergangenen Winter die Weltcup-Punkte, erzielte aber lediglich die Ränge 28, 29 und 30. Etwas besser lief es da schon bei der Skiflug-WM, die er auf einem beachtlichen 21. Rang abschloss. Im Sommer-Grand-Prix erreichte der 21-Jährige mit den Rängen 8 in Courchevel und 12 in Rasnov achtbare Resultate, jedoch sei dabei angemerkt, dass beide Springen nicht sonderlich gut besetzt waren. Vor versammelter Elite in Klingenthal reichte es dann nur für Rang 48. Alles beim Alten, könnte man also meinen. Dem ist aber wahrscheinlich nicht so. Bresadola vermasselte zwar den Wettkampfsprung, brillierte zuvor jedoch mit Rang zwei in der Quali, nur 0,6 Punkte hinter dem Slowenen Lanisek. Beim Mixed-Team-Springen war er ebenfalls immerhin der siebtbeste Springer aller Teilnehmer. Eine Prognose in Bezug auf den Winter zu wagen, ist extrem schwierig. Klar ist jedoch, dass der Springer ein gutes Fluggefühl besitzt und der größte italienische Hoffnungsträger seit Jahren ist. Überraschungs-Potenzial ist sicherlich vorhanden, wenngleich es mit Top-10-Plätzen natürlich schwierig wird.

Kristoffer Eriksen Sundal


Der Name Kristoffer Eriksen dürfte noch nicht sonderlich geläufig sein. Der 21-Jährige tauchte erst im Sommer 2021 erstmals im COC auf und erzielte zunächst keine bedeutungsvollen Ergebnisse. Das änderte sich jedoch in diesem Sommer. Der Norweger sprang auf COC-Ebene viermal aufs Podium und landete bei drei weiteren Springen unter den Top 6. Stark präsentierte er sich zudem bei den norwegischen Meisterschaften, bei denen er sich nur Daniel André Tande und Marius Lindvik geschlagen geben musste. Halvor-Egner Granerud ließ er hingegen hinter sich. Dank seiner starken Leistungen im Sommer darf Sundal in Wisla den Startplatz nutzen, den er sich selbst im COC ersprungen hat. Sundal wäre nicht der erste Norweger, der praktisch von 0 auf 100 in die Weltspitze schießt. So etwas zu erwarten, wäre vielleicht vermessen, jedoch ist der junge Norweger definitiv einer der Kandidaten, die uns im Winter überraschen könnten.

Norwegischer Skiverband Uncategorized

Eine Woche vor dem mit Spannung erwarteten Saisonstart in Wisla, haben auch die norwegischen Skispringer ihre Meisterschaften ausgetragen. Die nationalen Titel konnten sich Daniel-André Tande und Minyan Bjoerseth sichern. Die Wettbewerbe der Damen und Herren fanden am Midtstubakken bei Oslo statt.

Daniel-André Tande ist einfach nicht kleinzukriegen. Der wohl widerstandsfähigste Springer im Weltcup-Zirkus hat sich den norwegischen Meistertitel von der Normalschanze gesichert. Der Skiflug-Weltmeister von 2018 hatte in den letzten Jahren mit schweren Rückschlägen zu kämpfen und lag nach einem fatalen Sturz in Planica 2021 zwischenzeitlich sogar im Koma. Bereits in der vergangenen Saison hat Tande jedoch angedeutet, dass in ihm noch immer ein potenzieller Weltklasse-Springer steckt. Dies scheint er nun auch wieder regelmäßig zeigen zu können. Beim Meisterschaftsspringen erreichte der Weiten von 101,5 und 102 Metern und setzte sich mit 289,5 Punkten knapp vor Marius Lindvik (286,6 P.) durch. Der amtierende Skiflug-Weltmeister und Olympiasieger von der Großschanze segelte in Durchgang eins auf die Tages-bestweite von 105 Metern und erreichte in Runde zwei 99,5 Meter. Das Podium komlettierte Kristoffer Eriksen Sundal, der auch beim Weltcup-Auftakt in Wisla dabei sein wird. Sein Rückstand auf die Spitze war nach Sprüngen auf 97 und 99,5 Meter sowie 268,9 Punkten schon recht groß.

Knapp am Podium vorbei segelte Halvor-Egner Granerud. Der Dominator der vorletzten Saison erzielte 96 und 97 Meter und kam damit auf 264,7 Zähler. Nach dem Springen zeigte sich Granerud durchaus unzufrieden. „Ich hatte das Gefühl, dass ich vieles richtig gemacht habe. Wenn man dann deutlich kürzer springt als erhofft, wird man ein bisschen unsicher“, wird der 26-Jährige von der Zeitung „Dagbladet“ zitiert. Erst im Video habe er anschließend gesehen, dass er ein wenig zu aggressiv für die Gegebenheiten der Normalschanze agiert hat. Die Plätze fünf und sechs belegten mit Fredrik Villumstad und Benedik Jakobsen Heggli zwei junge Springer, die bereits in der vergangenen Saison Weltcup-Luft schnuppern durften. Routinier und Flug-Spezialist Anders Fannemel erreichte einen ordentlichen siebten Rang. Insgesamt nahmen 60 Springer am Wettbewerb teil. Unter diesen befanden sich allerdings mit Johann André Forfang und Robert Johansson zwei norwegische Dauerbrenner nicht. Die beiden Olympia-Medaillengewinner von der Normalschanze 2018 haben jedoch im Sommer-Grand-Prix bewiesen, dass sie einigermaßen in Form sind.

Bjoerseth sichert sich Meistertitel: Lundby und Kvandal geben Comeback


Bei den Damen waren die Blicke insbesondere auf Maren Lundby gerichtet. Die Weltklasse-Springerin gab nach einer 20-monatigen Wettkampfpause ihr Comeback und zeigte bereits wieder eine beachtliche Leistung. Das Podium verpasste die Rückkehrerin mit Sprüngen auf 94,5 und 95,5 Meter zwar knapp, Rang vier lässt sich fürs Erste allerdings auch sehen. Den Meistertitel sicherte sich allerdings die erst 19-Jährige Minyan Bjoerseth, die mit 94 und 96,5 Metern zwar nicht die größten Weiten erzielte, mit 292,5 Zählern jedoch die größte Punktzahl erreichte. Die weitesten Sprünge gelangen Anna Odin Stroem (96,5 und 98,5 Meter), jedoch fehlten der Silber-Gewinnerin am Ende drei Punkte zu Gold. Das Podium komplettierte Silje Opseth, die mit 288,3 Punkten ebenfalls nur knapp am obersten Posiumsplatz vorbei gerauscht ist. Gyda Westvold Hansen erreichte mit einem doch schon etwas größeren Rückstand Rang fünf. Erfreulich war neben dem Comeback von Lundby auch die Rückkehr von Eirin Maria Kvandal. Die 21-Jährige, die sich im vorletzten Winter eine komplexe Knieverletzung samt Kreuzbandriss zugezogen hatte, wurde nach Sprüngen auf 88,5 und 89,5 Meter mit Rang sechs belohnt

National Swiss Ski

Zwei Wochen vor dem Saisonstart, hat auch die Schweiz ihre nationalen Titelkämpfe ausgetragen. Bei den Wettbewerben in Kandersteg waren Gregor Deschwanden und Sina Arnet nicht zu schlagen. Simon Ammann, der kürzlich ankündigte, seine Ski noch nicht an den Nagel zu hängen, konnte noch keine Top-Sprünge abliefern.

Gregor Deschwanden ist gut gerüstet für die Weltcup-Saison 2022/23. Der konstanteste Schweizer der letzten Jahre hat die nationalen Titelkämpfe souverän gewonnen. Mit Sprüngen auf 101 und 102 Meter erreichte er 255 Punkte und enteilte seinen Konkurrenten deutlich. Silber sicherte sich Dominik Peter, der auf 96 und 96,5 Meter sprang und 227 Punkte ersprang. Das Podium komplettierte der international noch unbekannte 19-jährige Leon Niederberger (94 und 95 Meter, 219,5 P.). Knapp dahinter reihten sich die ebenfalls eher unbekannten Springer Remo Imhof (216,5 P.), Lars Kindlimann und Sandro Hauswirth (beide 214 P.) ein.

Der legendäre Simon Ammann tat sich noch schwer, was allerdings nicht weiter verwunderlich ist. Der vierfache Olympiasieger hatte sich im Sommer auf berufliche Angelegenheiten konzentriert und erst kürzlich wieder mit dem Sprungtraining begonnen. Amann erreicht mit Sprüngen auf 91,5 und 93,5 Meter (209,5 P.) den siebten Rang von insgesamt 14 Startern. Der WM-Bronze-Gewinner von Innsbruck, Kilian Peier, konnte aufgrund einer Reizung im Knie nicht mitmischen.

Bei den Titelkämpfen der Damen nahmen lediglich fünf Springerinnen teil. Erwartungsgemäß gewann die 17-jährige Sina Arnet, die im vergangenen Winter als erste Schweizerin seit langer Zeit im Weltcup auftauchte und in Oberhof zweimal punkten konnte. Arnet sprang auf 68 und 69 Meter und erzielte 230,7 Punkte. Emely Torazza konnte mit Sprüngen auf 66,5 und 67,5 Meter einigermaßen mithalten und blieb mit 220,5 Zählern rund zehn Punkte hinter der Siegerin. Rang drei belegte Rea Kindlimann, die nach Sprüngen auf 62,5 und 62 Meter und 193,7 Punkten jedoch schon einen größeren Rückstand aufwies.

Ergebnis Schweizer Meisterschaften

National Polnischer Skiverband

Die polnischen Skispringer möchten nach der eher durchwachsenen Vorsaison in diesem Winter wieder vorne angreifen. Bei den Sommer-Grand-Prix-Springen kündigte insbesondere Dawid Kubacki an, dass er in der kommenden Saison zu den ganz heißen Eisen zählte. Der Normalschanzen-Weltmeister von 2019 und Tournee-Sieger von 2020 bewies auch im Rahmen der polnischen Meisterschaften seine grandiose Form. Kamil Stoch offenbarte hingegen noch ein paar Probleme.

Dawid Kubacki hat die polnischen Meisterschaften von der Normalschanze von Zakopane souverän für sich entschieden. Den Grundstein legte der Olympia-Bronze-Gewinner von Peking mit 105,5 Metern im ersten Durchgang. Als Halbzeitführender ließ er im Finale einen weiteren Kracher folgen und stellte mit 108,5 Metern einen neuen Schanzenrekord auf. Trotz nicht ganz so guter Halbzeitnoten konnte er sich mit 309,3 Punkten deutlich vor Silber-Gewinner Piotr Zyla (295,2 P.) behaupten, der zweimal auf 99,5 Meter sprang. Zyla fing im Finale Stefan Hula ab, der nach 105,5 Meter im ersten Sprung noch auf Rang zwei lag und sich nach 102 Metern im Finale und 294,9 Punkten Bronze sicherte. Damit hat der Routinier angekündigt, dass er den Sprung zurück ins Weltcup-Team schaffen könnte.

Polen-Youngsters überzeugen: Probleme bei Kamil Stoch


Kacper Juroszek belegte als bester U-30-Springer mit 101,5 und 99,5 Metern den vierten Platz. Der 21-Jährige hat seine gute Sommer-Form bestätigt und mit 292 Punkten nur um eineinhalb Meter das Podium verpasst. Eine etwas größere Lücke klaffte dann zu Pawel Wasek (284,5 P.), der nach guten 101 Meter in Runde eins, nur noch 94 Meter folgen ließ. Für ein Ausrufezeichen konnte auch der 18-jährige Jan Habdas sorgen, der mit 101,5 und 100,5 Metern Rang sechs belegte und keinen geringeren als Kamil Stoch (279,2 P.) hinter sich ließ. Der polnische Superstar hatte in beiden Sprüngen noch ein paar Probleme und erreichte mit 96,5 und 95 Meter lediglich den siebten Rang. Rang acht belegte Klemens Muranka, unmittelbar vor Vladimir Zografski, der als Gast-Starter aus Bulgarien an den Meisterschaften teilnah. Die Top 10 komplettierte Tomasz Pilch, der im ersten Durchgang auf die Bestweite von 106 Meter flog, mit 98,5 Metern im Finale jedoch ein ordentliches Stück zurückfiel. Weitere prominente Namen wie Maciej Kot, Jakub Wolny und Andrzej Stekala konnten mit den Rängen 12, 14 und 20 nicht überzeugen.

Konderla sichert sich Meistertitel mit Mega-Vorsprung

Am gleichen Tag haben auch die bekanntlich nicht ganz so starken polnischen Damen ihre nationalen Titelkämpfe ausgetragen. Dabei zeigte sich Nicole Konderla in starker Form und konnte den Wettbewerb mit 90,5 und 102 Metern für sich entscheiden. Die 20-Jährige bestätigte ihre tolle Leistung von Klingenthal, als sie mit Rang 15 ihr bestes Sommer-GP-Resultat aufstellen konnte. Mit einer Punktzahl von 242,2 Meter ließ sie ihre Verfolgerinnen mehr als 40 Punkte hinter sich, was natürlich die Hoffnung bestätigt, dass zumindest eine Polin auch im Weltcup gut mitmischen kann. Auf Rang zwei landete Tamara Mesikova mit Sprüngen auf 82,5 und 90,5 Metern. Die erst 16-jährige Springerin erreichte 197,3 Punkte und untermalte damit ihre Ambitionen für die Zukunft. Das Podium komplettierte Natalia Slowik (76,5 und 87 Meter / 179,2 P.). Aus dem Weltcup bekannte Springerinnen wie Kamila Karpiel und Kinga Rajda enttäuschten und belegten lediglich die Ränge sieben und zwölf.

Teamspringen: TS WISŁA ZAKOPANE I gewinnt

Ein Tag später fand traditionsgemäß auch das Mannschaftsspringen statt. Hierbei konnte sich der TS WISŁA ZAKOPANE I in der Besetzung Lukaszczyk/Niznik/Muranka/Kubacki mit 947,1 Punkten die Oberhand behalten. Auf Rang zwei landete der AZS ZAKOPANE I (Zniszczol/Pilch/Wasek/Zyla). Überzeugen konnte insbesondere Aleksander Zniszczol, der mit Sprüngen auf 105 und 109 Metern nicht nur die beste Punktzahl aller Athleten erzielen konnte, sondern auch den Schanzenrekord von Dawid Kubacki übertraf. Der Elftplatzierte des Vortages schaffte es jedoch nicht ganz, die schwachen Sprünge von Pilch (79,5 Meter in Durchgang eins) und Pawel Wasek (83,5 Meter in Durchgang zwei) zu kompensieren. Den dritten Rang belegte das Team AZS ZAKOPANE I in der Besetzung Tymoteusz/Stekala/Wrobel/Kot).

Ergebnisse polnische Meisterschaften

ÖSV

Einen Tag nach den österreichischen Meisterschaft von der Normalschanze, fanden am Sonntag die Wettbewerbe der Damen und Herren von der Großschanze statt. Bei den Meisterschaftsspringen in Bischofshofen triumphierten Manuel Fettner und Eva Pinkelnig.

Manuel Fettner ist der lebende Beweis dafür, dass Alter nicht vor Leistung schützt. Der Olympia-Silber-Gewinner von der Normalschanze 2022 bewies in Bischofshofen seine Flugkünste und gewann denn Wettbewerb. Der Routinier sicherte sich mit seinem überragenden ersten Sprung auf 145,5 Meter die Pole Position ins Finale und gab diese mit 134,5 Metern auch nicht mehr ab. “Der erste Sprung war schon richtig lässig, hat mit schon sehr getaugt. Es war ein cooler Tag“, freute sich Fettner im Gespräch mit dem ÖSV. “Das wichtige ist, dass die Form im Winter stimmt. Das stimmt mich jedoch schon sehr zuversichtlich“, erklärte er nach seinem Sieg.

Mit 5,4 Punkten Rückstand auf Fettner sicherte sich Daniel Tschofenig den zweiten Rang. Der Youngster sprang auf 141,5 und 137 Meter und erzielte 263,8 Zähler. Das Podium komplettierte Michael Hayböck, der auf seiner Lieblingsschanze 141 und 135,5 Meter erreichte und 260,2 Punkte einfahren konnte. Knapp am Podest vorbei segelte überraschend der Normalschanzen-Meister Stefan Kraft. Nach Sprüngen auf 137,5 und 134 Metern fehlte dem besten Österreicher der letzten Jahre ein Zehntel auf das Podium. Jan Hörl erreichte mit 137,5 und 138 Metern den fünften Platz und konnte mit 256,3 Punkten noch einigermaßen Schritt halten. Danach klaffte eine etwas größere Lücke. Die Top 10 komplettierten Markus Müller, Philipp Aschenwald, Niklas Bachlinger, Marco Wörgötter und Janni Reisenauer. Insgesamt waren 41 Springer am Start.

Pinkelnig erneut nicht zu schlagen: Kramer mit Problemen


Bei den Damen war wie am Vortag Eva Pinkelnig nicht zu schlagen. Die erfahrene Österreicherin bestätigte ihre guten Eindrücke aus dem Sommer-GP und dem Samstatgs-Springen und segelte auch in Bischofshofen der Konkurrenz davon. Pinkelnig erreichte 117 und 130 Meter, womit sie in beiden Durchgängen die Beste war und 214,5 Punkte erzielte. „Das ist eine super Bestätigung, dass wir gut gearbeitet haben im Sommer. Ich Vertrauen gefunden in das Team und in mich selbst und so lässt es sich einfach gut Skispringen“, zeigte sich die Doppel-Staatsmeisterin sehr zufrieden. “Das war jetzt ein perfekter Abschluss für den Sommer und jetzt freuen ich mich auf den Winter“, kündigte sie an.

Rang zwei belegte Chiara Kreuzer, nach Flügen auf 116 und 121 Meter. Nur für Rang drei reichte es bei der Weltcup-Gesamtsiegerin Marita Kramer (108,5 und 125 Meter), die mit 177,2 Punkten auch einen erschreckend großen Rückstand auf Pinkelnig offenbarte. Bereits beim Sommer-Grand-Prix in Klingenthal konnte man jedoch erkennen, dass die 21-Jährige aktuell noch ein paar Probleme hat. Auf den weiteren Rängen landeten Jacqueline Seifriedsberger, Hanna Wiegele, Sophie Kothbauer und Vanessa Moharitsch. Mehr Athletinnen waren nicht am Start.


Ergebnis Österreichische Meisterschaften

COC Damen COC Herren Continental Cup

Im US-amerikanischen Lake Placid finden an diesem Wochenende je drei COC-Springen der Damen und Herren statt. An Tag eins behielten der Österreicher Michael Hayböck und zweimal die Kanadierin Abigail Strate erwartungsgemäß die Oberhand.

Michael Hayböck konnte auch auf der Normalschanze von Lake Placid beweisen, dass mit ihm im kommenden Winter zu rechnen sein wird. Nach zwei ersten und zwei zweiten Plätzen bei den COC-Springen von Stams und Klingenthal, stand der erfahrene Österreicher am Samstag ganz oben auf dem Treppchen. Nach 87,5 Metern im ersten Durchgang, steigerte sich Hayböck auf 99,5 Meter im Finale und schob sich noch von Rang fünf auf eins nach vorne. Mit 257 Punkten gewann er letztlich souverän vor dem Polen Tomasz Pilch (249,3 P.), der mit einem Sprung auf 94 Meter als Führender ins Finale ging, den Spitzenplatz mit 93 Metern jedoch nicht halten konnte. Landsmann Aleksander Zniszczoł (245,2 P.) belegte mit 90,5 und 96 Metern den dritten Platz. Nur einen Punkt dahinter sortierte sich mit Jan Habdas ein weiterer Pole ein. Auf Rang fünf landete der Norweger Kristoffer Eriksen Sundal, der im zweiten Durchgang mit 101 Meter die Tagesbestweite aufstellte. Unmittelbar dahinter erreichte Landsmann Anders Haare den sechsten Platz. Die Top 10 komplettierten die beiden Slowenen Zak Mogel, Maksim Bartolj sowie Maciej Kot aus Polen und Marco Wörgötter aus Österreich.

Für die nordamerikanischen Athleten lief es beim Heimspiel nicht ganz nach Wunsch. Bei 29 Athleten kam der beste US-Amerikaner, Casey Larson, auf Platz 16 ein. Andrew Urlaub und Decker Dean belegten die Plätze 18 und 21. Auch der Kanadier Mackenzie Boyd-Clowes wird mit dem 20. Platz nicht zufrieden sein. Deutsche Skispringer sind an diesem Wochenende leider keine am Start.

Zwei kanadische Doppelsiege bei den Damen: Strate behält die Überhand gegen Eilers


Bei den Damen fiel das Teilnehmerinnen-Feld mit 15 Athletinnen leider eher bescheiden aus. Dies nutzte die Kanadierin Abigail Strate (260,7 P.), die mit Sprüngen auf 96,5 und 96 Metern erwartungsgemäß souverän gewann. Landsfrau Natalie Eilers (244,3 P.) machte mit Weiten von 93,5 und 95 Metern den kanadischen Doppelsieg perfekt. Nora Midtsundstat komplettierte das Podium mit 243,4 Zählern. Taja Bodaj erreichte mit 234,6 Punkten den vierten Rang. Dahinter platzierten sich mit Annika Belshaw, Anna Hoffmann, Samantha Macuga und Josie Johnson für US-Amerikanerinnen. Springerinnen aus Deutschland und Österreich waren nicht vertreten.

Beim zweiten Wettbewerb der Damen feierten Strate (102,5 und 97 Meter) und Eilers (103 und 103 Meter) erneut einen Doppelsieg. Strate profitierte von Gate-Punkten und der Tatsache, dass ihre Landsfrau drei Meter über dem Hillsize nicht mehr im Telemark landen konnte. Nora Midtsundstat bestätigte ihren dritten Rang mit 98,5 und 92 Metern. Annika Belshaw (USA) verbesserte sich auf den vierten Rang, wohingegen sich Taja Bodaj (SLO) mit Rang fünf begnügen musste.

Ergebnis Herren

Ergebnis Damen (1. Springen)

Ergebnis Damen (2. Springen)

SGP Herren Sommer Grand Prix

Dawid Kubacki hat beim Sommer-Grand-Prix in Hinzenbach ein Ausrufezeichen gesetzt. Der Weltmeister aus dem Jahr 2019 konnte sich in der Qualifikation souverän gegen seine Konkurrenten behaupten und geht als Favorit ins morgige Springen. Auf den Rängen zwei und drei landeten der Österreicher Daniel Tschofenig und der Slowene Anze Lanisek.

Nach einer – abgesehen von Olympia-Bronze – enttäuschenden Saison von Dawid Kubacki, macht sich der polnische Top-Springer auf, im kommenden Weltcup-Winter wieder regelmäßig um den Sieg mitkämpfen zu können. Kubacki sprang auf die Tages-Bestweite von 92 Metern und distanzierte die restliche Weltelite mit 137,2 Punkten erstaunlich deutlich. Daniel Tschofenig fehlten auf den Überflieger des Tages mit einem Sprung auf 89 Meter acht Punkte auf Rang eins. Anze Lanisek erreichte mit der identischen Weite 128,2 Zähler und wurde dritter. Nur ganz knapp am Podest vorbei schrammte Andreas Wellinger. Der 27-Jährige legte einen starken Satz auf 91 Meter hin und verpasste aufgrund etwas schwächerer Noten die Top 3 um zwei Zehntel. Bereits im Training konnte der Deutsche mit den Rängen vier und sieben zeigen, dass er mit seinen neuen Ski von Deer-Red Bull Sports gut zurechtkommt. Rang fünf belegte der Österreicher Jan Hörl (88,5 Meter/126,8 P.).

Das DSV-Team zeigte in Summe eine starke Mannschaftsleistung. Vor allem Constantin Schmid steigerte sich nach noch eher verhaltenen Trainingssprüngen auf 89,5 Meter, was Rang sieben bedeutete. Karl Geiger wurde mit 87,5 Metern elfter. Der Oberstdorfer zeigte jedoch mit Rang zwei im ersten Training, dass er um die Podiumsplätze mitspringen kann. Einen ordentlichen Tag durchlebte Pius Paschke, der nach ordentlichen Sprüngen im Training, mit 87,5 Metern und Rang 17 dieses Niveau bestätigte. Stephan Leyhe ließ sich mit Rang 21 noch Luft nach oben, muss aber mit seinen 85,5 Metern auch nicht unzufrieden sein. Der erst 19-Jährige Emanuel Schmid schaffte bei seinem Sommer-Grand-Prix-Debüt als 48. den Sprung in den Wettkampf.

Die ÖSV-Adler waren auch abgesehen von Tschofenig und Hörl gut vertreten. Manuel Fettner und Stefan Kraft sprangen auf die Ränge 12 und 14, ließen sich allerdings noch Luft nach oben. Positiv war das Abschneiden einiger jungen Springer. Mit Markus Rupitsch (20.), Janni Reisenauer (25.), Jonas Schuster (27.) und Niklas Bachlinger (29.) schafften gleich vier weitere Österreicher den Sprung unter die besten 30. Beim morgigen Springen werden alle zwölf Teilnehmer aus der Alpenrepublik vertreten sein.

Neben Dawid Kubacki, der schon im zweiten Training der Konkurrenz auf und davon flog, präsentierten sich auch die anderen Polen stark. Beachtlich sind insbesondere Rang sechs von Pavel Wasek und Rang acht von Kacpar Juroszek. Die Routiniers Kamil Stoch und Piotr Zyla blieben mit den Plätzen acht und neun auf Schlagdistanz.

Für Ryoyu Kobayashi lief der Qualifikationstag mehr als nur ärgerlich. Der Japaner wurde wegen eines nicht regelkonformen Anzugs disqualifiziert. Immerhin konnte er bei den beiden Trainingsdurchgängen erkennen, dass er in guter Form ist. In diesen Sprang der Gesamtweltcup-Gewinner des Vorjahres schließlich auf die Ränge eins und fünf. Das Wettkampf-Springen am Sonntag wird trotzdem ohne dem Star der Szene stattfinden.

Ergebnis Training
Ergebnis Qualifikation

Weltcup Weltcup Herren

Gute Nachrichten für das amerikanische Skispringen. Trotz der Absage von Iron Mountain, das eigentlich im Weltcup-Kalender in der Saison 2022/23 vorgesehen war, stationiert der Weltcup im Februar in den USA. Laut Informationen der FIS und der USANS (USA Norcic Sport) springt Lake Placid für das nur zwei Autostunden entfernt liegende Iron Mountain ein.

In den vergangenen Jahren glich der Kalender der Skispringer – auch Corona-bedingt – eher einem Europa-Cup, als einem Weltcup. Das sieht der kommenden Saison glücklicherweise wieder ein wenig anders aus. Für die Adler der Lüfte geht es nach zweijähriger Pause nicht nur zurück nach Sapporo (20.-22. Januar), sondern auch in die USA, wo am 11. und am 12. Februar zwei Einzelspringen stattfinden werden. Der letzte Weltcup in den USA fand im Jahr 2004 in Park City statt. In Lake Placid, einem beliebten Wintersportort im Bundesstaat New York, wurde zuletzt im Jahr 1990 gesprungen. Höchste Zeit also, dass das Warten nach 33 Jahren endlich ein Ende hat.

Lanke Placid hofft auf nachhaltige Wirkung: “Bietet unseren Sport eine Wachstums-Plattform“


“Dies ist ein entscheidender Schritt für unsere Organisation“, erklärte Adam Provost, der CEO von USA Nordic. Selbstredend hofft Provost darauf, dass die Austragung eines Weltcups nachhaltig Wirkung auf das Skispringen in den USA: hinterlässt. „Die Möglichkeit, die besten Skispringer der Welt nach Lake Placid zu holen, wird unserem Sport eine Wachstumsplattform bieten, die wir seit fast 20 Jahren nicht mehr hatten. Die Möglichkeit, ein FIS-Vorzeigeereignis zu veranstalten und Weltklasse-Athleten in den Vereinigten Staaten zu beherbergen, wird dem Sport mehr Aufmerksamkeit und Bekanntheit verschaffen und die nächste Generation von Skispringern inspirieren“, zitierte “berkutschi.com“ den CEO.

Das Schanzen-Areal in Lake Placid besteht aus eine HS100- und einer HS128-Anlage. Die Schanzen wurden erst kürzlich modernisiert und stellen für die einheimischen Sportler eine hervorragende Trainingsstätte dar, was für das US-amerikanische Skispringen wohl noch wichtiger ist, als die Austragung eines Weltcups. „In den vergangenen vier Jahren hat die ORDA Dutzende von Projekten durchgeführt, um die Anlage auf den aktuellen Weltklasse-Standard zu bringen. Das Skispringen ist seit Jahrzehnten ein Teil des Erbes von Lake Placid, und wir freuen uns darauf, die Weltelite des Skispringens wieder in Lake Placid zu sehen“, erklärte Präsident und CEO der ORDA, Michael Prat. Der detaillierte Zeitplan für das Weltcup-Wochenende steht noch nicht fest, wird jedoch “in den kommenden Tagen und Wochen gemeinsam mit dem Organisationskomitee und allen beteiligten Partnern ausgearbeitet“.

Bleibt zu hoffen, dass bei der Organisation alles glatt läuft und das Skispringen eine erfolgreiche Rückkehr in die USA feiert. Zu große Sorgen sollte man sich trotz der Absage von Iron Mountain, die aufgrund von finanziellen Problemen das Event abgeben mussten, nicht machen. Lake Placid scheint gut vorbereitet und wird vom 7. bis 10. Oktober jeweils drei COC-Springen der Damen und Herren veranstalten. Somit kann der Standort schon mal für den Ernstfall proben.

SGP Damen Sommer Grand Prix Uncategorized

Die Österreicherin Eva Pinkelnig hat ein wenig überraschend das Einzelspringen beim Sommer Grand Prix in Rasnov für sich entscheiden können. Die 34-Jährige bestätigte ihre guten Trainingsleistungen vom Vortag und gewann vor Ursa Bogataj und Nika Prevc.

Eva Pinkelnig ist einfach nicht klein zu kriegen. Die erfahrene Österreicherin, die schon den ein oder anderen Rückschlag in ihrer Laufbahn erlitten hat, konnte sich auf der Normalschanze von Rasnov souverän durchsetzen. Die Grundlage legte sie bereits mit 92,5 Metern im ersten Versuch, ehe sie mit 88,5 Metern im Finale alles klar machte und mit 233,5 Zählern siegte. Ein wenig überraschend konnte die favorisierte Ursa Bogataj da nicht mithalten. Die Slowenin sprang zweimal auf 85 Meter und belegte mit 217 Punkten Rang zwei. Gute sieben Zähler dahinter reihte sich ihre Landsfrau Nika Prevc (81 und 92 Meter) auf Rang drei ein. Ein noch besseres Mannschaftsergebnis für Slowenien verhinderte nur die Verletzung von Nika Kriznar, die sich beim Training abseits der Schanze eine Verletzung am Fuß zuzog und ihre Teilnahme an den Rasnov-Springen absagte.

Nur knapp am Podium vorbei sprang Julia Clair, die überraschenderweise ihre Teamkollegin Josephine Pagnier in Schach halten konnte. Die beiden Französinnen erreichten die Plätze vier und acht. Die Ränge fünf bis sieben gingen an die Japanerin Nakayama, die Norwegerin Opseth und die Slowenin Vitic.

Seyfarth verpasst Top 10 deutlich: Vier DSV-Damen in den Punkten


Für das deutsche Team lief es in Abwesenheit der Top-Springerinnen Althaus, Freitag und Görlich nicht ganz so erfolgreich. Insbesondere der 18. Platz von Juliane Seyfarth ist nach guten Trainingsleistungen dann doch eine Enttäuschung. Für die einstige Weltklasse-Athletin ging es “nur“ auf 74,5 und 78,5 Meter. Mit 70,5 und 83,5 Metern erreichte Sina Kiechle hingegen einen für sie guten 19. Platz. Michelle Göbel und Pia Kübler erzielten als 23. und 28. immerhin Punkte.

Aus ÖSV-Sicht stand natürlich der Triumph von Eva Pinkelnig im Vordergrund. Erfreulich ist jedoch auch der neunte Platz von Julia Mühlbacher (80 und 85,5 Meter) und der 16. Rang von Hannah Wiegele (79,5 und 80,5 Meter). Sara Marita Kramer und Chiara Kreuzer traten die Reise nach Rumänien nicht mit an.

Ergebnis Einzelspringen

SGP Herren

Der Sommer-Grand-Prix gastiert an diesem Wochenende im rumänischen Rasnov, wo jeweils ein Einzel-Wettbewerb der Damen und der Herren (Samstag) sowie ein Mixed- und ein Super-Team-Wettbewerb (Sonntag) stattfinden wird. Den Auftakt haben die Skispringerinnen gemacht, die drei Trainingsdurchgänge von der Normalschanze absolviert haben. Die Qualifikation fiel der zu geringen Teilnehmer-Anzahl zum Opfer.

Ursa Bogataj befindet sich nach ihrem Olympia-Triumph auch im Sommer in herausragender Form. Die Slowenin konnte die ersten beiden Trainingsrunden mit 96,5 und 97,5 Metern klar für sich entscheiden und ließ anschließend den dritten Sprung aus. Dies eröffnete der Österreicherin Eva Pinkelnig die Möglichkeit, im letzten Durchgang mit 96 Metern die Bestweite zu markieren. Zuvor reichte es für die 34-Jährige für die Ränge 4 und 7. Sehr konstant zeigte sich auch die Olympia-Bronze-Gewinnerin Nika Kriznar, die mit 89,5, 93,5 und 85,5 Metern alle drei Runden auf Rang 2 abschloss, nach vorne jedoch stets eine große Lücke aufließ. So landete Pinkelnig in Runde drei ganze 16 Punkte vor Kriznar. Aus slowenischer Sicht überzeugte dafür Nika Prevc mit den Rängen 3, 5 und 6.

Sehr gut lief der Trainingstag auch für die Norwegerin Thea Minyan Bjørseth, die sich auf den Plätzen 4, 3, und 3 einsortierte, wohingegen die höher eingeschätzte Silje Opseth überraschenderweise dreimal die Top 10 verpasste. Die zuletzt so starke Französin, Josephine Pagnier, platzierte sich mit den Rängen 5, 7 und 9 hingegen dreimal in den Top 10.

Seyfarth überzeugt in Runde zwei und drei


Das deutsche Team konnte ohne Katharina Althaus und Selina Freitag nicht ganz vorne eingreifen. Immerhin zeigte Juliane Seyfarth eine klar aufsteigende Tendenz und sprang nach Rang 13 im ersten Training, auf 84 und 83,5 Meter, was ihr einen sechsten und einen siebten Platz einbrachte. Michelle Göbel verkaufte sich ordentlich und sprang in allen drei Sprüngen (11., 19., 17.) in die Top 20. Für Pia Lilian Kübler sprang im dritten Trainingssprung ein achtbarer 20. Platz heraus.

Mühlbacher im dritten Training stark


Aus österreichischer Sicht überzeugte neben Pinkelnig auch Julia Mühlbacher, die nach einem schwachen ersten Trainingssprung die Ränge 8 und 3 belegen konnte. Hannah Wiegele belegte im ersten Trainingssprung Rang 8.

Ergebnis Training