Weltcup Herren

Nach den letzten beiden Weltcupspringen in Willingen, ist der Skisprungtross nun im Vogtland zu Gast. In Klingenthal werden erneut zwei Einzelspringen stattfinden. Heute stehen zwei Trainings und der Prolog auf dem Programm. Dieser ersetzt aufgrund der geringen Starterzahl wie schon in Titisee-Neustadt die Qualifikation.

Langsam aber sicher geht es in die zweite Hälfte des Weltcupwinters 2020/21, während die Nordische Ski-WM immer näher rückt. In Klingenthal geht es aber nun erstmal vorrangig um Weltcuppunkte. In der Gesamtwertung konnte der Norweger Halvor Egner Granerud seinen Vorsprung in Willingen nochmal deutlich ausbauen, doch nun werden die Karten wieder neu gemischt. So wollen auch Markus Eisenbichler, Kamil Stoch und einige weitere Top-Springer nochmal angreifen. Am heutigen Tag steht jedoch erstmal das „Warm-Up“ für die beiden Einzelspringen am Wochenende an. Hierbei geht es darum, sich schon mal das richtige Gefühl für die in Klingenthal oftmals nicht ganz so leichten Bedingungen aufzubauen.

Tkachenko erstmals dabei, Markeng kehrt zurück

Los geht es um 15:30 Uhr mit den üblichen zwei Trainingssprüngen. Im Anschluss (17:30 Uhr) soll dann der Prolog über die Bühne gehen. Aufgrund der geringen Teilnehmerzahl von 50 Startern wird die Qualifikation hinfällig. Im Vergleich zum Willingen-Wochenende dürfen wir uns über einige neue Gesichter freuen. So wird der stärkste Kasache, Sergej Tkachenko, erstmals in diesem Winter am Start sein. Bei den Österreichern ersetzen Manuel Fettner und Thomas Lackner die beiden Youngstars Niklas Bachinger und Maximilian Steiner. Für die Polen ist Thomas Pilch neu im Team. Erfreulich ist auch, dass der Norweger Thomas Aasen Markeng nach seinen Knieproblemen ins Team zurückkehrt. Die deutsche Mannschaft geht nach wie vor mit Markus Eisenbichler, Karl Geiger, Martin Hamann, Pius Paschke, Severin Freund und Constantin Schmid an den Start.


Zeitplan:


Training: 15 Uhr (2 Durchgänge)

Prolog: 17 Uhr

Startliste

Weltcup Herren

Es war eines dieser zähen Kaugummispringen, die definitiv nicht zum genießen sind. Heftiger Wind an der Mühlenkopfschanze machten die Durchführung des zweiten Einzelspringen fast unmöglich. Bei extrem wechselnden Bedingungen gewann der Norweger Halvor Egner Granerud in nur einem Durchgang

Um bei diesem Springen vorne landen zu können, war definitiv auch ein wenig Glück gefragt. Halvor Egner Granerud zeigte sich aber abermals mit einem Sprung vom anderen Stern. 149 Meter brachten den Weltcupgesamtführenden einen haushohen Sieg vor Piotr Zyla, der ganze12 Meter kürzer sprang. Aus deutscher Sicht war vor allem der Podestplatz von Markus Eisenbichler erfreulich. Bei guten Verhältnissen segelte der Siegsdorfer mit 143 Metern auf Rang drei. „Es war sehr schwierig von den Verhältnissen. Für mich war es natürlich sehr glücklich vom Wind und ich bin froh, dass ich ein Podest feiern konnte. Die Sprünge waren jetzt noch nicht ganz die feine Klinge, aber man muss auch mal auf dem Boden der Tatsachen bleiben“, erklärte er. Knapp am Podest vorbei schrammte Klemens Muranka, der nach seinem Schanzenrekord am Freitag, nun sein bestes Karriere-Ergebnis erzielte. Als Fünftplatzierter zeigte auch Daniel Andre Tande, dass er wieder stabil in der Weltspitze mitspringen kann. Auf den Rängen sechs und sieben landeten die Österreicher Stefan Kraft und Daniel Huber.

Aus der Willingen-6-Wertung wurde aufgrund der Absage der Qualifikation und des zweiten Durchgangs eine Willingen-4-Wertung. Diese gewann Halvor Egner Granerud mit 577 Punkten souverän vor Daniel Andre Tande (533 Punkte) und Markus Eisenbichler (517,4 Punkte). Pius Paschke und Karl Geiger belegten die Ränge 19 und 20.

Paschke glänzt als starker Achter

Nach seinem mäßigen Abschneiden am Vortag kämpfte sich Pius Paschke tapfer durch den Rückenwind. Ordentliche 128 Meter brachten ihm schließlich den achten Platz ein. „Es war ein bisschen turbulent draußen. Der Sii kommt mal und ist dann wieder weg und dann ist das alles schwer einzuschätzen. Mit der Platzierung bin ich im Vergleich zu gestern zufrieden“, so Paschke, der ein besonderen Dank an die mutigen Vorspringer aussprach. „Ich möchte mich bei den Vorspringern bedanken. Ohne die würde es definitiv nicht gehen und sie springen gerade dann, wenn es vom Wind noch einmal schlechter ist“, so der 30-Jährige.

Wenig Glück hatte erneut Severin Freund. Der 32-Jährige brachte dennoch einen sehr passablen Sprung runter und belegte mit 125,5 Meter einen zufriedenstellenden 17. Platz. Karl Geiger wird dagegen mit einer eher mäßigen Laune den Nachhauseweg antreten. So landete der Oberstdorfer bereits bei 123 Metern und belegte nur Rang 23. Knapp an den Punkterängen vorbei schrammte Martin Hamann, der ebenfalls mit 125,5 Metern Platz 31 belegte. Für Constantin Schmid lief es dagegen erneut nicht rund. So belegte der DSV-Youngstar lediglich den 48. Rang.

Horngacher freut sich über Steigerung seiner Athleten

Ungeachtet von dem turbulenten Wetterverhältnissen wertete Stefan Horngacher die Leistung seiner Schützlinge als sehr positiv.“Heute war das ein ganz schwerer Wettkampf mit extremen Bedingungen. Sprungtechnisch war das aber wesentlich besser als gestern, deshalb bin ich sehr zufrieden. Markus sein dritter Platz war hervorragend und der achte von Pius war auch sehr gut“, freut sich der Bundestrainer. „Severin Freund und Martin haben ebenfalls einen guten Sprung gezeigt. Der von Karl war ebenfalls ok, aber er hatte etwas Pech mit den Bedingungen“, resümiert er.

Für die DSV-Adler und den Rest des Weltcupzirkus geht es nun weiter in Klingenthal, wo am nächsten Wochenende ebenfalls zwei Einzelspringen ausgetragen werden.

Ergebnis Einzelspringen

Ergebnis Willingen-4-Wertung

Weltcup-Gesamtstand

Weltcup Damen

Es bahnt sich immer mehr eine Wachablösung in der Damen-Konkurrenz an. So war beim ersten Großschanzen-Weltcup in Titisee-Neustadt erneut Marita Kramer nicht zu stoppen. Für die DSV-Adlerinnen verlief der Wettkampf dagegen nicht so ganz nach Wunsch.

Nachdem die gestrige Qualifikation abgesagt werden musste, gab es am Samstag dann doch ein faires und gutes Springen in Titisee-Neustadt zu sehen. Den Sieg holte sich die 19-jährige Marita Kramer mit Sprüngen auf 131,5 und 135 Meter. Damit verwies die Österreicherin Silje Opseth aus Norwegen auf den zweiten Rang. Diese konnte schon in der Qualifikation mit einem neuen Damen-Schanzenrekord (138 Meter) auf sich aufmerksam machen und steigerte diesen im Finale sogar nochmal um einen halben Meter. Das Podest komplettierte die konstante Slowenin Ema Klinec, die 126 und 130 Meter sprang. Als vierte verpasste die langjährige Dominatorin, Maren Lundbay (124,5 und 129,5 Meter) das Podium knapp. Dahinter komplettierten Nika Kriznar und Eirin Maria Kvandal das hervorragende Mannschaftsergebnis der Norwegerinnen und Sloweninnen. Die beiden besten Japanerinnen, Sarah Takanashi und Yukia Ito belegten die Ränge sechs und acht.

Nur Althaus in den Top-10: DSV-Springerinnen lassen Luft nach oben

Aus deutscher Sicht konnte erneut einzig und alleine Katharina Althaus vorne mithalten. Nach mäßigen 115,5 Meter in Durchgang eins, steigerte sich die Oberstdorferin auf 123,5 Meter und belegte letztendlich den neunten Rang. Zweitbeste DSV-Athletin war erneut Anna Rupprecht, die mit 106 und 113 Meter jedoch noch Luft nach oben ließ. Vor allem für Juliane Seyfarth läuft es in diesem Winter aber alles andere als Rund. So belegte die ehemalige Weltcupsiegerin mit 108 und 103 Meter einen enttäuschenden 29. Platz. In den Wettbewerb haben es zusätzlich noch Svenja Würth und Agnes Reisch geschafft. Die Ränge 34 und 37 reichten letztendlich jedoch nicht für die erhofften Weltcuppunkte. Am morgigen Sonntag gibt es hierfür aber schon die nächste Gelegenheit.

Ergebnis Wettkampf

Weltcupstand

Weltcup Herren

Das erste Einzelspringen von der Mühlenkopfschanze steht unmittelbar bevor. Im Gegensatz zum Vortag, als starker Aufwind herrschte, haben wir es heute mit wechselnden Winden zu tun. Im Probedurchgang meisterte der Norweger Robert Johansson diese Aufgabe am besten.

Der Sieg in Lahti scheint dem Norweger Robert Johansson Flügel verliehen zu haben. So setzte er sich mit einer Weite von 141,5 Meter knapp vor Kamil Stoch durch, der einen halben Meter kürzer Sprang. Als Drittplatzierter meldete sich auch Daniel Huber zurück, der gut fünf Punkte hinter dem Norweger landete. Auch Bor Pavlovcic, der mit 143,5 Metern den weitesten Flug zeigte befindet sich auf dem aufsteigenden Ast und könnte für eine kleine Überraschung sorgen. Der Slowene landete nur knapp hinter Halvor Egner Granerud der bei schwierigen Verhältnissen bei 133 Meter landete. In Lauerposition befinden sich die beiden Österreicher Michael Hayböck und Stefan Kraft, die die Plätze sechs und sieben belegten.

Kein Deutscher in den Top-10: Geiger und Eisenbichler müssen zulegen

Aus deutscher Sicht gibt es dagegen noch ein wenig Nachholbedarf. Im Vergleich zum Vortag zeigte sich jedoch zumindest Karl Geiger verbessert. Mit einem Sprung auf 136 Meter Sprang er auf einen ordentlichen 12. Platz und muss jetzt zeigen, dass er ein echter Wettkampftyp ist. Markus Eisenbichler schwächelte hingegen nach seiner guten Qualifikation am Vortag und landete mit 129 Metern, eine Position hinter Pius Paschke, auf Rang 15. Martin Hamann präsentierte sich erneut auf ordentlichem Niveau und belegte mit 131,5 Meter immerhin den 19. Platz. Noch ein wenig zulegen müssen dagegen Constantin Schmid und Severin Freund. Die beiden Bayer belegten mit 124 und 127 Meter die Ränge 33 und 35. Dies wäre zu wenig um später Weltcuppunkte zu sammeln.

Wettkampf startet um 16 Uhr: Norweger in der Favoritenrolle

Ab 16 Uhr wird es dann ernst, wenn für die 50 Teilnehmer der erste Wertungsdurchgang ansteht. Nach der Qualifikation am Vortag gilt es auch erneut wieder darum, möglichst viele Punkte in der Willingen-6-Wertung zu sammeln. Aktuell führt in dieser Sonderwertung Andrzej Stekala, der in der Probe jedoch nur Rang 26 belegte. Als Favoriten gehen wohl die Norweger Halvor Egner Granerud und Robert Johansson in den Wettkampf, wobei man auch Kamil Stoch oder Markus Eisenbichler nicht abschreiben sollte.

Weltcup Herren

Trotz der angesagten kritischen Windbedingungen, ist zumindest ein vollständiger Trainingsdurchgang über die Bühne gegangen. Bei zum Teil recht starken Aufwindbedingungen wurde auch schon die 150-Meter-Marke gekratzt, wohingegen andere Athleten noch ein paar Schwierigkeiten hatten.

Bereits im Training wurde deutlich, dass wir an diesem Wochenende einige weite Sprünge zu bestaunen haben werden. Im ersten Durchgang von der größten Sprungschanze der Welt, setzte sich Robert Johannson mit 149 Meter durch und bestätigte gleich mal, dass sein Sieg in Lahti kein Zufall war. Den weitesten Sprung landete jedoch der Pole Andrzej Stekala, der sogar auf 150 Meter flog, jedoch aufgrund der größeren Abzüge auf Rang zwei geführt wird. Knapp dahinter platzierte sich Ryoyu Kobayashi, der weiterhin klar auf dem Weg zurück zu alter Stärke ist. Dass die Norweger traditionelle mit großen Schanzen und guten Bedingungen zurechtkommen, zeigte auch Anders Haare, dem bei seiner Rückkehr ins Weltcupteam 148 Meter gelangen. Doch auch Dawid Kubacki deutete mit 143,5 Meter schonmal an, dass mit ihm zu rechnen sein wird. Die DSV-Adler hatten hingegen noch mit etwas Startschwierigkeiten zu kämpfen. Positiv sind aber auf jedem Fall die 137 Meter von Sorgenkind Constantin Schmid zu bewerten. Markus Eisenbichler tat sich bei wenig Aufwind noch etwas schwer, konnte sich mit 124,5 Metern aber immerhin in den Top-10 platzieren. Martin Hamann (129,5 Meter), Pius Paschke (126 Meter) und Severin Freund (126,5 Meter) landeten dagegen im Mittelfeld. Einen sehr schleppenden Start erwischte dagegen Karl Geiger, der bereits bei 113,5 Meter zur Landung ansetzte.

Zu viel Wind: Runde zwei abgebroch – Qualifikation beginnt um 15:45

In Runde zwei war es dann der Slowene Bor Pavlovcic, der mit 149 Metern ein erster Ausrufezeichen setzte. So gewann dieser die abgebrochene Runde mit mehr als 20 Punkten Vorsprung auf Martin Hammann. Auch der junge Österreicher Bachinger konnte mit 141,5 Metern glänzen und belegte Rang drei. Constantin Schmid und Severin Freund zeigten solide Sprünge und platzierten sich auf den Rängen 13 und 14. Zwar musste der Durchgang nach Johann Andre Forfang (Startnummer 39) abgebrochen werden, so soll die Qualifikation trotz allem Planmäßig über die Bühne gehen. Diese wird auch schon zur Willingen-6-Wertung dazu zählen, die für den Gewinner ein üppiges Preisgeld beinhaltet. Bleibt zu hoffen, dass der Wind also ein Einsehen hat und die 55 Springer gut über die Mühlenkopfschanze kommen.

Ergebnis Training

Startliste Qualifikation

Weltcup

Dank einer überragenden Mannschaftsleistung konnten die Norweger das dritte Teamspringen der laufenden Saison für sich entscheiden. So triumphierten die Wikinger in der Besetzung Marius Lindvik, Daniel Andre Tande, Robert Johansson und Halvor Egner Granerud vor Polen und Deutschland.

Die kleine Siegesserie der Österreicher ist gerissen. Nachdem die Alpenrepublik die zwei ersten Teamspringen der Saison gewinnen konnten, behielt diesmal Norwegen die Oberhand. Ausschlaggebend war eine stabile Mannschaftsleistung, bei der im ersten Durchgang vor allem Halvor Egner Granerud überragte. So sprang der Weltcupführende mit 130 Metern den entscheidenden Vorsprung heraus. Diesen ließen sich die Skandinavier auch im Finale nicht nehmen. Lediglich am Ende musste das Quartett noch ein wenig zittern, als Granerud arg ins pendeln kam, den Sprung aber auf 122,5 rettern konnte. So gewannen die Norweger mit 1024,2 Punkten vor den Polen, die 1018,3 Punkte erreichten. Für das Team um Kamil Stoch soll es also einfach nicht klappen, mit dem ersten Teamerfolg in dieser Saison. Ausschlaggebend hierfür war unter anderem der erste Sprung von Dawid Kubacki. So verlor dieser im ersten Versuch mit 118 Meter, 12 Meter auf Granerud. Allerdings zeigten sich die anderen Springer (Piotr Zyla, Andrzej Stekala und Kamil Stoch) sehr konstant, was man daran erkennt, dass keiner von ihnen unter 123 Metern blieb.

DSV-Adler melden sich zurück: Überragender Geiger sichert Rang drei

Die Deutschen präsentierten sich insgesamt deutlich verbessert im Vergleich zu den letzten Wochen. Nachdem die DSV-Adler in Zakopane noch recht deutlich am Podest vorbei segelten, sicherte diesmal ein ganz starker Karl Geiger den Platz auf dem Siegerpodest. So fing er mit 129 Metern im letzten Moment die Österreicher ab, bei denen Daniel Huber als direkter Konkurrent klar das Nachsehen hatte. „Das war ein richtig schöner Wettkampf. Die Schanze mag ich total gerne. Wir haben von Anfang an Gas gegeben und es ging gleich mal viel besser los als in Zakopane. Deshalb freut es mich extrem, dass wir geschlossen auf dem Podest stehen konnten“, so der Oberstdorfer gegenüber dem ZDF. Neben Geiger zeigten auch Pius Paschke (125 und 122,5 Meter) und Markus Eisenbichler (126,5 und 125,5 Meter) sehr ordentliche Sprünge. „Ich habe immer noch ein kleines Problem am Tisch, aber heute war ich mal stabil und ich bin eigentlich ganz zufrieden. Ich bin ganz gut reingestartet und freue mich, dass wir wieder auf dem Podest sind“, so Eisenbichler. Lediglich Martin Hamann ließ im zweiten Durchgang mit 116 Metern etwas federn. So landeten die Deutschen mit 1014,4 knappe 3,9 Punkte hinter den Polen auf dem dritten Rang.

Trotz Rückkehr von Kraft: Österreich verpasst das Podest

Dass die Österreicher mit Stefan Kraft am Podest vorbeischrammten, nachdem sie ohne ihm in Zakopane noch gewinnen konnten, lag definitiv nicht am Gesamtsieger des Vorjahres. So zeigte dieser mit 130 und 126,5 Meter tolle Flüge, wohingegen ausgerechnet Daniel Huber (115,5 und 123 Meter) etwas schwächelte. „Es waren zwei coole Sprünge. Der vierte Platz tut natürlich schon etwas weh, aber der Karl hat wohl den besten Sprung heute runtergebracht. Das muss man auch anerkennen“, zeigt er sich sportlich fair.

Beim Kampf um Platz fünf setzte sich Japan gegen Slowenien durch. So sorgte wieder einmal Yukia Sato für Aufsehen, der im zweiten Durchgang mit 131,5 Meter den weitesten Sprung landen konnte. Im ersten Durchgang konnte dagegen noch Peter Prevc mit einem Satz auf 130,5 Meter ein Ausrufezeichen setzen. 106 Meter im Finale von Ziga Jelar verpassten den Slowenen jedoch dann den entscheidenden Dämpfer. Auf den hinteren Rängen setzte sich die Schweiz dank eines tollen Finalsprungs von Gregor Deschwanden gegen die Finnen durch. Die USA schied als Neuntplatzierter nach Durchgang 1 aus.

Geiger und Eisenbichler wollen auch im Einzel angreifen

Bevor der Weltcuptross weiter nach Willingen zieht, steht morgen noch das Einzelspringen auf dem Programm. Neben Graerud, Stoch und Kraft, gehören hierbei auch wieder Karl Geiger und Markus Eisenbichler zum Favoritenkreis. „Morgen möchte ich noch besser Skispringen, noch ein bisschen besser die Kante treffen, dann kann ich die Schanze auch ganz gut. Ich will einfach Spaß haben“, freut sich der Siegsdorfer auf das morgige Springen.

Ergebnis

Weltcup Damen

Nach der langen Pause geht es für die Damen nun endlich weiter mit dem Weltcup. Im slowenischen Ljubno steht ein Einzel- und ein Teamspringen auf dem Programm.

Nach dem Saisonauftakt im Dezember geht die Damen-Saison eigentlich erst an diesem Wochenende so richtig los. So wird sich auf der „Logarska Dolina-Schanze“ vermutlich eher ein Bild abzeichnen, mit welchen Springerinnen in diesem Jahr besonders zu rechnen ist. Beim Auftakt in der Ramsau zeigte sich die Österreicherin Sarah Marita Kramer am besten in Form. So gewann die junge Österreicherin das Springen vor Nika Kriznar und Sara Takanashi. So stellt sich nun die spannende Frage, ob sich das Kräfteverhältnis im Damen-Springen wirklich verändert hat oder ob die Dominatorinnen des Vorjahres, Maren Lundby und Chiara Hölzl zurückschlagen können.

Carina Vogt kehrt nach langer Pause zurück

Für die besten DSV-Springerinnen gilt es Wiedergutmachung für den schleppenden Saisonauftakt zu betreiben. So belegte zwar Anna Rupprecht einen starken achten Platz, jedoch mussten sich Juliane Seyfarth und Katharina Althaus mit den Rängen zwölf und 13 begnügen. Eine positive Nachricht gibt es jedoch schon vorneweg. So wird Carina Vogt in Ljubno ihr langersehntes Comeback nach ihrer Kreuzbandverletzung geben. Spitzenresultate sind von der Olympiasiegerin jedoch vermutlich noch nicht zu erwarten.

Los geht es heute mit zwei Trainingssprüngen (ab 12 Uhr) und der Qualifikation am 14 Uhr. Schon da gilt es für die Athletinnen voll da zu sein, damit das Wochenende nicht unverhofft ein frühes Ende findet. Die beiden Springen am Wochenende beginnen um 14 Uhr.

Startliste Training & Qualifikation

Programm:

Freitag, 22.01.21:
12.00 Uhr – Offizielles Training
14.00 Uhr – Qualifikation

Samstag, 23.01.21:
12.45 Uhr – Probedurchgang
14.00 Uhr – 1. Durchgang Team

Sonntag, 24.01.21:
12.45 Uhr – Probedurchgang
14.00 Uhr – 1. Durchgang Einzel

FIS Cup

Mit einem namenhaften Aufgebot reiste das deutsche Team zum FIS-Cup im polnischen Szczyrk. So galt es nicht nur für Richard Freitag, Andreas Wellinger und David Siegel Selbstvertrauen und Wettkampfpraxis zu sammeln, sondern auch für den Rest des zuletzt schwächelnden COC-Teams. Ein Plan, der zumindest teilweise recht gut aufgegangen ist. So gewann nach dem Sieg von Richard Freitag am Vortag, Phillip Raimund das zweite Springen.

Phillip Raimund ist derzeit einer der Lichtblicke, was den DSV-Nachwuchs angeht. Nach seinem starken 4. Platz beim COC in Innsbruck, landete der 20-jährige Oberstdorfer beim FIS-Cup auf Rang eins. Bei einem Springen, das von extrem wechselnden Wind geprägt war, landete Raimund bei 103 und 97 Meter und setzte sich mit 255,1 Punkten vor Timon-Pascal Kahofer durch, der im ersten Versuch mit 106,5 Meter den weitesten Versuch des Tages in den Schnee setzte. Verbessert zeigte sich auch David Siegel, der mit 102 und 92 Metern und 247,2 Punkten Platz drei belegte. Mit ein wenig Abstand zu den Top-3 kann sich Adrian Sell vom SV Messstetten über einen guten vierten Platz freuen. Damit setzte er sich nämlich knapp vor Vortagessieger Richard Freitag durch, der mit seinen Sprüngen auf 98 und 95 Meter nicht ganz zufrieden sein kann.

Andreas Wellinger erlebt erneute Enttäuschung

Die Top-10 war an diesem Tage eine Angelegenheit zwischen den Deutschen und Österreichern. So belegten Clemens Aigner, Mika Schwamm und Janni Reisenauer die Ränge sechs bis acht. Auf Rang neun folgte Moritz Bär, der mit Windzuschlägen von +22,3 und +14,7 wahrlich nicht auf der glücklichen Seite war. Nach Francisco Mörth auf Rang zehn, landete der beste Pole, Jan Habdas, auf dem elften Rang. Mit Luca Roth (17.), Justin Lisso (19.) und Felix Hoffmann (21.) schafften noch drei weitere DSV-Adler den Sprung in die Punkteränge. Neben viel Licht, gab es auch deutscher Sicht jedoch erneut ein wenig Schatten. So musste Andreas Wellinger eine weitere herbe Enttäuschung hinnehmen. Der 25-Jährige landete bei schlechten Windverhältnissen bei 76,5 Metern und schied als 45. in Durchgang eins aus. Auch Tim Fuchs verpasste das Finale als 57. deutlich.

Festzuhalten bleibt, dass sich Phillip Raimund und Richard Freitag an diesen beiden Tagen durchaus gezeigt haben, dass sie zu höheren Aufgaben berufen sind. Ob wir einen der beiden demnächst beim Weltcup sehen werden, bleibt jedoch auch abzuwarten. Positiv ist auch das zumindest kleine Erfolgserlebnis von David Siegel.

Ergebnis

DSV Weltmeisterschaften

Eigentlich war es nur eine Frage der Zeit bis vermeldet wird, dass die Nordische Ski-WM ohne Zuschauer stattfindet. Am Dienstag hat dies nun auch der Veranstalter offiziell bekannt gegeben.

Einige werden die tollen Bilder der WM von 2005 oder der Skiflug-WM 2018 noch genauestens im Kopf haben. In diesem Jahr werden wir darauf jedoch wenig überraschend verzichten werden. So teilte der Aufsichtsrat der Nordischen Ski WM GmbH mit, dass die Veranstaltung in Absprache mit dem Bayerischen Innenminsterium, dem Internationalen Skiverband (FIS) und dem Deutschen Skiverband (DSV) aus Sicherheitsgründen vor leeren Rängen durchgeführt werden muss. Die Enttäuschung ist natürlich nicht nur bei den Fans, sondern auch bei den Oberstdorfern und dem DSV groß. „Natürlich hätten wir uns alle eine andere Entscheidung gewünscht. Allerdings haben sich bereits seit einiger Zeit die Zeichen aus der Politik verdichtet, dass uns am Ende wohl keine andere Wahl bleiben würde“, so DSV-Präsident Franz Steinle. Trotz der ungünstigen Umständen hofft dieser dennoch auf tolles Event am Schattenberg. „Die vergangenen Wochen haben gezeigt, dass der Skisport faszinierende Wettkämpfe auch ohne Zuschauer liefern kann,“ erklärt er.

Ausfallversicherung verhindert größeren finanziellen Schaden

Bis zuletzt hatte der Veranstalter gehofft, doch noch einen kleinen Teil der Tribünen füllen zu können. So planten sie an den beiden Wettkampfstätten, Audi-Arena und Langlaufstadion Ried, 2500 bzw. 2000 Fans zuzulassen. Trotz der Pandemielage sollen laut Allgäuer Zeitung insgesamt 55.000 Tickets verkauft worden sein. Doch daraus wird nun leider nichts. „Nach Monaten der Unsicherheit haben wir jetzt zumindest Klarheit und können uns darauf konzentrieren, eine gute und vor allem auch sichere Veranstaltung für Athleten, Trainer und Betreuer durchzuführen“, gibt WM-Geschäftsführer Florian Stern als Zielvorgabe aus. Finanziellen Schaden haben die Ticket-Inhaber nicht zu befürchtet. So bekommen alle den vollen Preis zurückerstattet. Auch für den Veranstalter bleibt der Verlust im Rahmen. So hatte sich der DSV noch rechtzeitig eine Ausfallsversicherung sichern können, die auch für fehlende Ticket-Einnahmen aufkommt. Alles in allem ist dies natürlich trotzdem nur ein schwacher Trost.

Quelle: skispringen.com

Weltcup Herren

Lange deutete alles auf einen deutlichen polnischen Start-Ziel-Sieg ein. Doch dann ließ ausgerechnet der zuletzt so starke Andrzej Stekala federn. Diesen kleinen Aussetzer nutzten die Österreicher, die nach dem Teamspringen in Wisla zum zweiten Mal triumphierten.

So ein wenig plätscherte der Teamwettbewerb da hin, doch dann kam doch noch die überraschende Wende. Nachdem die Polen nach Durchgang eins klar führten, gelang Piotr Zyla auch in Durchgang zwei mit 137 Meter einen guten Start. Dann überschlugen sich jedoch die Ereignisse. So musste Kamil Stoch bei zum Teil heftigen Schneeverwehungen warten. Zwar meisterte er die Aufgabe mit 126,5 Meter noch ordentlich, so holte Jan Hörl mit 133 Meter überraschend auf. Den noch immer recht klaren Vorsprung verspielte dann Andrzej Stekala, der schon bei 115,5 Meter zur Landung ansetzte. Phillip Aschenwald legte dagegen einen souveränen Sprung auf 133 Meter hin. So kam es, dass die Österreicher auf einmal knapp in Führung lagen. Nun kam alles auf das Duell zwischen Daniel Huber und Dawid Kubacki an. Dieses entschied Ersterer mit 135,5 Meter für sich. „Ich war überrascht, dass wir auf einmal vorne sind und habe sogar Kubacki nochmal gefragt, wer wirklich in Führung ist. Da bin ich nochmal richtig nervös geworden. Jetzt bin ich aber glücklich, dass wir das so gut runtergebracht haben.“, berichtet er gegenüber dem ÖSV. So gewann die Alpenrepublik ohne Superstar Stefan Kraft mit 991,2 Punkten vor den Polen (982,3 Punkte). „Es war nicht einfach von den Verhältnissen, aber sie sind cool geblieben und gut gesprungen. Die Athleten werden immer selbstbewusster und stehen gut als Mannschaft zusammen“, freut sich ÖSV-Trainer Andreas Widhölzl.

Überragender Lindvik führt Norwegen auf Rang drei

Rang drei sicherten sich die Norweger, die nach einem enttäuschenden ersten Durchgang eine klare Leistungssteigerung hinlegten. Für den größten Paukenschlag des Tages sorgte Marius Lindvik, der mit 144,5 Meter sogar nahe an den Schanzenrekord herankam. Auch Robert Johansson bewies wieder mal seine Stärke bei Aufwindbedingungen und segelte auf 140 Meter. Eher unauffällig verlief der Wettkampf der Slowenen. Jedoch erlaubte sich das Team um Anze Lanizek keinen Ausrutscher und erzielte mit vier ausgeglichenen Springern einen ordentlichen vierten Platz. So blieben sie vor den Japanern, bei denen Licht und Schatten wechselte. So war es ausgerechnet Yukia Sato, der lediglich auf 122 und 118,5 Meter kam. Am Vortag konnte dieser noch alle drei Sprünge (Training und Qualifikation) für sich entscheiden. So nutzten am Ende auch furiose 138 Meter von Keichi Sato nichts.

Gebrauchter Tag für deutsche Skispringer

Für die deutsche Mannschaft lief der Wettbewerb mit Platz sechs alles andere als gut. Nachdem Severin Freund mit 129,5 Meter noch für einen gelungenen Start sorgte, ließen Pius Paschke, Karl Geiger und Markus Eisenbichler schon in Runde eins federn. Im zweiten Durchgang konnte dann auch der 32-Jährige nicht an seinen guten ersten Versuch anknüpfen. Viel Pech hatte Pius Paschke, der bei starken Rückenwind bereits bei 109 Meter landete. „Ich bin einfach nicht gut zurecht gekommen wie gestern. Beide Sprünge waren nicht gut,“ erklärte dieser im interview mit der ARD. Beim Wind wollte er die Probleme jedenfalls nicht suchen „Ich habe gemerkt, dass es technisch nicht ganz sauber war“, stellt er klar. Für ein erstes kleines Ausrufezeichen aus deutscher Sicht sorgte Karl Geiger, der in seinem Finalsprung immerhin 135,5 Meter erreichte. Eisenbichler gelang mit 127 Metern bei Rückenwind ein solider Abschluss eines enttäuschenden Wettbewerbs. „Das Ergebnis ist relativ bescheiden ausgefallen. Es waren zu viele individuelle Fehler dabei. Ein paar Lichtblicke waren dabei mit Karl Geigers zweiten Versuch. Es ist eine schwierige Situation für uns, aber wir werden das jetzt nüchtern analysieren und morgen wieder aufs Gaspedal drücken“, erklärt DSV-Coach Stefan Horngacher.

Ergebnis Teamspringen