Weltcup Damen

Sara Takanashi knüpft beim zweiten Einzelspringen im rumänischen Rasnov an ihre hervorragende Form an und bringt sich in Hinblick auf die WM in eine Favoritenrolle. Das deutsche Team darf sich trotz der Abwesenheit von Katharina Althaus und Juliane Seyfarth über ordentliche Platzierungen freuen.

Bereits die letzten Wochen hat die Japanerin Sara Takanashi bewiesen, dass sie wieder zu den allerbesten Springerinnen gehört. Mit zwei ganz starken Sprüngen auf 92 und 99 Metern setzte sich die frühere Seriensiegerin vergleichsweise deutlich durch. So hatte die Zweitplatzierte, Silje Opseth, trotz eines ebenfalls starken Finalsprungs auf 97 Meter, mehr als sechs Punkte Rückstand. Auf Rang drei platzierte sich die Siegerin des Vortags, Nika Kriznar, die sich mit 92,5 Meter im Finale ebenfalls nach vorne schieben konnte. Somit bahnt sich bei der WM in Oberstdorf möglicherweise ein Dreikampf an, wenngleich durchaus noch andere Athletinnen eingreifen könnten. Klar ist jedenfalls, dass Sara Takanashi drauf und dran ist, endlich ihr erstes Einzelgold bei einem Großereignis zu holen.

Als Vierte verpasste dafür Teamkollegin Ema Klinec einen Podestplatz um vier Punkte. Nach einem, wie zuletzt so oft, mäßigen ersten Durchgang, arbeitete sich Maren Lundby mit 92,5 Meter auf Rang fünf vor. So ganz scheint die Form der einstigen Dominatoren jedoch noch nicht zu stimmen. Etwas unglücklich verlief der Wettkampf auch für Eva Pinkelnig. Nachdem die Österreicherin bei ihrem Comeback-Wochenende zur Halbzeit auf einem sensationellen zweiten Rang lag, verlor sie im Finale fünf Plätze. Damit lag sie am Ende knapp hinter Daniela Iraschko-Stolz, die Sechste wurde. Für eine positive Überraschung sorgte die französische Springerin, Julia Clair, die mit Rang acht ihr bestes Saisonresultat landete. Die Top-10 komplettierten Sophie Sorschag und Irena Avvakumova.

Noch zu instabil: Anna Rupprecht ärgert sich über Rang 13

Für die deutschen Athletinnen verlief das Weltcupspringen durchaus ordentlich. So blieb Anna Rupprecht als 13. im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Leider konnte sie im Finale mit 84 Meter nicht ganz an ihre Leistung aus dem ersten Durchgang (89,5 Meter) anknüpfen, was sie anschließend maßlos ärgerte. „Leider war der zweite Sprung zu spät, sonst wäre auch noch ein Top-10 Resultat drin. Leider bekomme ich keine zwei guten Sprünge hin und bin daher nicht zufrieden“, erklärte sie gegenüber dem ZDF. Keinen so guten Finalsprung erwischte auch Luisa Görlich, die nach überraschend guten 88 Meter im ersten Durchgang, 82 Meter folgen ließ. Mit Rang 18 kann diese aber dennoch sehr zufrieden sein. Selina Freitag zeigte ebenfalls ein ordentliches Springen und belegte mit 83 und 84,5 Meter den 24. Platz.

Bei der nordischen Ski-WM sind Katharina Althaus, Juliane Seyfarth, Carina Vogt und Anna Rupprecht bereits gesetzt. Wer als fünfte Athletin mitfährt wurde bis zuletzt noch offen gelassen. Mit dem 18. Rang, dürfte hierbei jedoch Luisa Görlich die besten Karten hat, wenngleich Selina Freitag auf ähnlichen Niveau springt.

Weltcup Damen

Die Norwegerin Silje Opseth hat die Qualifikation vor dem Freitags-Springen gewonnen. Die Norwegerin setzte sich mit 97 Meter vor der Weltcup-Rekordsiegerin Sara Takanashi durch, die bei 96,5 Meter landete.

Die Weltspitze zeigte sich wie bereits am Vortag dicht beisammen. So landete auch Nika Kriznar mit 94,5 Meter und 129,3 Punkten nur 3,5 Zähler hinter der siegreichen Norwegerin. Auf Rang vier platzierte sich Ema Klinec (89,5 Meter). Direkt dahinter folgte aber dann schon Eva Pinkelnig, die ihr starkes Comeback nach dem schweren Sturz aus dem Dezember bestätigte. Mit 96 Meter erzielte sie sogar die drittgrößte Weite und platzierte sich vor Maren Lundby, die 90 Meter erzielte. Die Ränge sieben bis zehn gingen an Irina Avakumova, Ursa Bogataj, Yuki Ito und Chiara Hölzl.

Anna Rupprecht erneut beste Deutsche

Ohne Top-Springerin Katharina Althaus, hatte das DSV-Team mit den vorderen Platzierungen wenig zu tun. Am besten machte es erneut Anna Rupprecht, die mit 86 Meter Rang 20 belegte, sich aber auch noch eine Steigerung erhofft. Selina Freitag und Luisa Görlich zeigten mit den Rängen 29 und 33, dass der Einzug in das Finale erneut eine Zitterpartie werden könnte. Agnes Reisch qualifizierte sich als 39, muss aber für Weltcuppunkte noch zulegen. Hiermit sind die DSV-Damen aber immerhin mit allen vier angereisten Springerinnen vertreten.

Marita Kramer fehlt erneut

Nach ihren unklaren Corona-Testergebnissen vom Vortag, konnte die Österreicherin Marita Kramer auch heute nicht an den Start gehen. So berichtete der ÖSV, dass die Athletin von den rumänischen Gesundheitsbehörden keine Starterlaubnis erhalten habe, wenngleich sie am Donnerstag einen negativen PCR-Test abgeben konnte. Demnach wird die junge Österreicherin Rasnov bereits heute verlassen und sich auf die WM in Oberstdorf vorbereiten. Zumindest scheint nach dem wohl falschen Testergebnis eine Teilnahme beim Saisonhöhepunkt möglich zu sein. In der Gesamtwertung hat die ehemals Weltcup-Führende jedoch fast alle Chancen verloren.

Ergebnis Qualifikation

Weltcup Herren

Nun hat der Norweger Halvor Egner Granderuf seine Problemschanze doch noch bezwungen. Beim vierten Einzelspringen auf der Großschanze von Zakopane, setzte sich der Norweger mit 132 und 133 Meter durch.

Halvor Egner Granerud ist nach seiner kleinen Leistungsdelle vom Vortag wieder in der Spur. Mit 298,1 Punkten setzte sich der Mann der Saison vor Anze Lanisek (295,2 Punkten) durch. Der Slowene wartet nach zahlreichen Podestplätzen noch immer auf seinen ersten Saisonsieg. Mit einem Sprung auf 142 Meter und einer sagenhaften Aufholjagd, sprang der Norweger von Rang 20 auf Rang drei vor. In dessen Schlepptau verbesserte sich auch Marius Lindvik (125 und 136,5 Meter) auf Rang vier. Zwei solide Sprünge setzte auch Stefan Kraft in den Schnee, der als Fünftplatzierter eindeutig wieder auf dem aufsteigenden Ast ist. Ein einigermaßen versöhnliches Ende hatte der Tag auch für Dawid Kubacki, der von Rang elf auf Rang sechs vor sprang. Nach den vierten Norweger im Bunde, Daniel Andre Tande, belegten die beiden Japaner Keichi Sato und Ryoyu Kobayashi die Plätze acht und neun. Die Top-10 komplettierte Daniel Huber, der am Vortag noch disqualifiziert wurde.

Nur Markus Eisenbichler in den Top-15: DSV-Team enttäuscht erneut

Die DSV-Adler erlebten abermals einen schwarzen Tag. Am besten präsentierte sich einmal mehr Markus Eisenbichler. Sprünge 130,5 und 133 Meter reichten aber letztendlich nur zu einem maximal passablen 12. Rang. Karl Geiger verbesserte sich zwar in Durchgang zwei um einige Plätze und erreichte Rang 22, kann mit seinen 127 und 129 Metern aber nicht zufrieden sein. „Es ist extrem bitter, wenn sich die Sprünge gar nicht so schlecht anfühlen, man aber nicht gescheit fliegt. Die Richtung stimmt glaube ich schon, aber es müsste mal ein Knoten platzen. Ich gebe nicht auf, aber es gibt natürlich noch etwas zu tun“, so der Oberstorfer. Martin Hamann konnte seine hervorragende Ausgangsposition leider nicht halten und fiel mit 124,5 Meter auf Rang 24 zurück.

Einen schwachen Finalsprung erwischte auch Pius Paschke, der bis auf Rang 30 zurückfiel. „Ich habe eigentlich alles weniger gut gemacht als gestern. Ich bin schlechter angefahren, nicht so gut durch dem Radius durchgekommen und dann war ich auch noch zu spät“, so der enttäuschte DSV-Adler.

Stefan Horngacher blickt nach vorne: „Wir sind auf Fehlersuche“

Die Sorgen vor der Heim-WM in Oberstdorf waren auch Stefan Horngacher deutlich anzusehen. „Karl Geiger hat entschlossen gehandelt vom Absprung her, kam aber nicht in den Flug rein. Auch Martin Hamann ist entschlossen gesprungen. Der Rest kam leider nicht so in den Flug rein. Wir müssen gemeinsam versuchen, wieder bessere Sprünge zu machen. Die Leistungen sind nicht so, wie wir es gewohnt sind, aber die Jungs ziehen gut mit. Wir sind auf Fehlersuche und schauen auch, ob es im Materialbereich das ein oder andere Detail gibt. Wir werden jetzt versuchen uns auf das nächste Wochenende vorzubereiten. Die kleine Schanze von Rasnov sollte uns liegen. Beim Skispringen kann es auch schnell gehen und man ist wieder vorne dabei“, resümiert der Bundestrainer.

Neben einem Einzelspringen, wird in Rasnov auch das erste Mixed-Springen der Saison auf dem Programm stehen.

Ergebnis

Weltcup Herren

Bei enormen Rückenwind im polnischen Zakopane machte der Norweger Halvor Egner Granerud die beste Figur. Mit 132 Metern und 150,5 Punkten steht der Weltcup-Gesamtführende wie gewohnt ganz oben im Klassement.

Während einige Favoriten beim enorm schwierigen ersten Durchgang, am zunehmenden Rückenwind scheiterten, zeigte sich Halvor Egner Granerud unbeeindruckt. So führt dieser vor Keichi Sato (147,9 Punkte) und Anze Lanisek (146,9 Punkte). Auf den Rängen vier bis sechs liegend, sind aber auch Daniel Andre Tande, Bor Pavlovcic und Stefan Kraft voll im Geschäft. Vortagessieger Reyoyu Kobayash befindet sich nach 129,5 Metern und Rang acht zumindest in den Top-10. Denkbar unglücklich lief der erste Versuch für das polnische Team. So wurde Andrzej Stekala nach einem starken Sprung disqualifiziert. Dawid Kubacki, Kamil Stoch und Piotr Zyla kamen nicht über die Ränge 11,22 und 33 heraus. Zu kämpfen hatten auch die norwegischen Mitfavoriten Marius Lindvik und Robert Johansson, die zur Halbzeit die Ränge 16 und 20 belegen.

Wieder kein DSV-Adler in den Top-10: Freund und Schmid scheitern am Cut

Aus deutscher Sicht verlief der erste Durchgang einmal mehr enttäuschend. Zumindest Martin Hamann schaffte im Vergleich zum Vortag die erhoffte Steigerung und liegt nach Durchgang eins mit 129,5 Metern auf einem ordentlichen zwölften Platz. Direkt dahinter platzierte sich Markus Eisenbichler, der seine eigentlich recht guten Verhältnisse nicht nutzen könnte. Auch Pius Paschke dürfte mit seinen 126 Metern und Rang 25 nicht zufrieden sein. Dies gilt selbstverständlich auch für Karl Geiger, der nach 127 Metern nur auf dem 27. Rang liegt.

Nachdem Severin Freund am Vortag gerade noch den Sprung ins Finale geschafft hat, verpasste er den Cut heute als 31. denkbar knapp. Noch schlechter verlief der Sonntag für Constantin Schmid, der nicht an seine positive Tendenz aus Klingenthal anschließen konnte und auf Rang 38 einkam.

Weltcup Herren

Zum zweiten Mal gastiert der Weltcup-Tross in dieser Saison in Zakopane. So ersetzt der polnische Veranstalter die ausgefallenen Wettkämpfe von Peking. Am heutigen Freitag stehen für die 55 Teilnehmer zwei Trainingsrunden und die Qualifikation auf dem Programm.

In den letzten Wochen schien der Norweger Halvor Egner Granerud seinen Nimbus der Unbesiegbarkeit gefestigt zu haben. So gewann dieser die Weltcupspringen von Willingen und Klingenthal und wurde auch in Lahti nur durch einen Sturz gestoppt. An diesem Wochenende könnte jedoch wieder mehr Spannung im Kampf um den Sieg entstehen. So kam der Weltcupführende noch im Januar überhaupt nicht mit der Schanze in Zakopane zurecht und landete nur im Mittelfeld. Den Sieg sicherte sich dagegen Teamkollege Marius Lindvik, der sich in einem spektakulären Finaldurchgang vor Anze Lanisek und Robert Johansson durchsetzte. Das Teamspringen gewannen überraschend die Österreicher, in Abwesenheit von Topstar Stefan Kraft.

Ausgang scheint offen: Zahlreiche Kandidaten kämpfen in Zakopane um den Sieg

An diesem Wochenende werden die Karten jedoch wieder neu gemischt. So ist definitiv nicht auszuschließen, dass sich Granerud doch noch mit der Schanze anfreundet und um den Sieg springt. Auf der Rechnung muss man jedoch natürlich auch wieder die Top-3 des letzten Zakopane-Springens haben. Zudem ist damit zu rechnen, dass auch die Polen um Kamil Stoch und Dawid Kubacki die kleine Pleite aus dem Januar-Springen ausmerzen wollen. Als Geheimtipp ist auch Bor Pavlovcic zu nennen, der in den letzten Wochen eine unglaubliche Entwicklung hingelegt hat. Bei den DSV-Adlern liegt der Fokus klar auf Markus Eisenbichler, der nach seinem Podestplatz in Klingenthal weiter vorne angreifen möchte.

Alles Stars am Start: Was zeigt uns Ulrich Wohlgenannt?

Bei der ersten Qualifikation am heutigen Freitag werden insgesamt 55 an den Start gehen. Neu mit dabei ist Ulrich Wohlgenannt, der zuletzt in Willingen vier COC auf spektakuläre Art und Weise gewinnen konnte. Zudem werden wir mit Vitaly Kalinichenko und Yevhen Marusiak auch zwei ukrainische Springer sehen. Ansonsten befindet sich die komplette Weltelite und auch die sechs DSV-Adler (Markus Eisenbichler, Karl Geiger, Pius Paschke, Martin Hamann, Severin Freund und Constantin Schmid) auf der Startliste.

Am Freitag geht es nun erstmal darum, sich für das Wochenende warmzufliegen. So stehen zwei Trainingsdurchgänge (ab 13:30) und die Qualifikation (ab 16 Uhr) auf dem Programm, bevor es am Samstag und Sonntag mit den Einzelspringen weitergeht.

Startliste Offizielles Training & Qualifikation

Weltcup Damen

Die Japanerin Sara Takanashi erinnert immer mehr an frühere Glanzleistungen. Beim Weltcup in Hinzenbach gewann die Japanerin erneut. Ihr Sieg wurde jedoch von einem schweren Sturz der Norwegerin Eirin Maria Kvandal überschattet.

Wie bereits am Vortag, zauberte Sara Takanashi zwei blitzsaubere Sprünge in den Schnee. Die erfolgreichste Athletin in der Geschichte des Damenspringens sprang auf 89 und 92,5 Meter und setzte sich mit 234,1 Punkten durch. Erneut konnte nur die Slowenin Nika Kriznar mit Takanashi mithalten. Die Slowenin erzielte 87 und 90 Meter und belegte mit 231 Punkten erneut den zweiten Rang. Auch der Norwegerin SIlje Opseth gelang erneut der Sprung aufs Podest (223,5 Punkte). Nach einem eher gebrauchten Wochenende steigerte sich auch Marita Kramer und verpasste mit 223,2 Punkten nur hauchdünn das Podest. Den fünften Rang teilen sich Irina Avakunova und Maren Lundby (219,7 Punkte).

In der Gesamtwertung rückt mit diesem Ergebnis alles eng zusammen. Zwar führt Marita Kramer noch immer mit 460 Punkten, so sind ihr Kriznar (451) und Takanashi (426) dicht auf den Fersen.

Horror Sturz von Kvandal sorgt für Schockstarre

Der Wettbewerb wurde leider von einem schweren Sturz der Norwegerin Eirin Maria Kvandal überschattet. Bei einem Sprung von 88 Metern offenbarte die Norwegerin wieder einmal Probleme bei der Landung. So knickte ihr rechtes Knie böse weg, wonach sie unsanft zu Fall kam und mit der Trage abtransportiert werden musste. Ein Sturz der ganz übel aussah und mutmaßlich eine lange Ausfallzeit für die Senkrechtarterin zur Folge hat. So kann man der jungen Nachwuchshoffnung der Norweger nur die besten Wünsche hinterherschicken.

Althaus erneut in den Top-10

Bei Katahrina Althaus bleibt vorerst alles beim Alten. Zwar ist Rang sieben wieder einmal eine Bestätigung ihrer Stabilität in den Top-10, so reichten vor allem die 81 Meter in Runde zwei nicht, um ganz vorne mitzumischen. So hatte die Oberstdorferin 28 Punkte Rückstand auf die Siegerin Sara Takanashi. Anna Rupprecht (14.) und Carina Vogt (16.) zeigten erneut ansprechende Leistungen und festigen sich in den Top-20. Ordentlich war auch der 23. Rang von Agnes Reisch. Juliane Seyfarth steckt dagegen weiterhin in einem Formtief und konnte sich erneut nicht für den Wettbewerb qualifizieren.

Ergebnis

Weltcup Gesamtwertung

Weltcup Herren

Es ist gewissermaßen fast schon erleichternd, dass Halvor Egner Granerud mal in einem Durchgang nicht ganz vorne steht. So entschied sein Teamkollege Robert Johansson den Prolog für sich und heimste das Preisgeld, dass sonst für die Qualifikation ausgeschrieben wird, ein.

Robert Johansson hat sich einmal mehr als König der Lüfte bewiesen. Bei schönen Aufwindbedingungen packte der Norweger seine ganzen Flugfertigkeiten aus und erzielte 139,5 Meter. Damit setzte er sich knapp vor dem Slowenen Anze Lanisek durch, der einen Meter kürzer Sprang. Mit einem Punkt Rückstand auf Rang eins, platzierte sich Granerud auf dem dritten Rang. Bei etwas schlechteren Wind erzielte dieser 135 Meter. Überraschend stark zeigte sich Michael Hayböck, dem 138,5 Meter Rang vier erbrachten. Im Kreis der Besten war auch wieder Bor Pavlovcic dabei, der 140 Meter sprang, jedoch Punkte bei der Landung verlor. Seine starke Leistung von gestern bestätigte auch Pius Paschke, der mit 133,5 Meter als Sechstplatierter erneut bester DSV-Adler war. Die Top-10 kompetierten Andrzej Stekala, Marius Lindvik, Dawid Kubacki und Ziga Jelar.

Karl Geiger zeigt sich leicht verbessert

Nach seinem vorzeitigen Aus am Vortag, zeigte sich Karl Geiger deutlich verbessert. So reichten 131 Meter zu Rang elf. Markus Eisenbichler sprang auf den 13. Rang und offenbarte weiterhin Luft nach oben. Allerdings war der 29-Jährige auch einer der wenigen Athleten mit leichten Rückenwind. Ordentliche Leistungen zeigten auch Severin Freund und Constantin Schmid, die die Ränge 17 und 18 belegten. Platzierungen, die Hoffnung auf ein gutes mannschaftliches Abschneiden machen. Steigern muss sich dagegen noch Martin Hamann, der bereits bei 112, 5 Meter landete.

Das Einzelspringen startet um 14:30. An der Spitze ist ein Zweikampf zwischen den Norwegern und Slowenen zu erwarten. Doch auch das DSV-Team hat mehrere Athleten in den eigenen Reihen, die für eine Überraschung sorgen könnten.

Ergebnis Prolog

Weltcup Damen

Bereits in den Trainingsdurchgängen wurde klar, dass der Sieg in Hinzenbach nur über Sara Takanashi führt. Nachdem die Japanerin am Freitag noch von einer Disqualifikation am Erfolg gehindert wurde, antwortete die am Samstag mit ihren ersten Saisonsieg.

Am Ende ist es für die Weltcup-Rekordgewinnerin doch nochmal knapp geworden. Mit zwei Sprüngen auf 90 Meter setzte sie sich gerade einmal mit vier Zehnteln gegen die Siegerin des Vortags, Nika Kriznar, durch. Die Slowenin sprang 90,5 und 90 Meter, landete jedoch aufgrund höherer Windabzüge hinter Takanashi. Rang drei erzielte Silje Opseth, die nach dem Ski-Chaos am Freitag nun wieder mit ihren eigenen Material springen durfte. Welch großen Unterschied dies macht, bestätigte sie mit Sprüngen auf 88 und 90 Meter. Etwa sieben Punkte dahinter folgte die Österreicherin Daniala Iraschko-Stolz (85,5 und 87 Meter). Nachdem Maren Lundby am Vortag noch aufgrund ihrer fehlenden Ausrüstung passen musste, kehrte sie nun in den Kreis der Besten zurück. Nach mäßigen 82,5 Metern in Durchgang eins, sprang sie mit der Tagesbestweite von 91 Metern von Rang zwölf auf fünf. Überraschend starke zeigte sich die Japanerin Nazomi Maruyana, die mit 86,5 und 85 Metern den sechsten Platz vor Irona Avakumova belegte.

Althaus erneut in den Top-10: Der ganz große Sprung bleibt jedoch aus

Für das deutsche Team lief der Wettkampf eher durchschnittlich. So ist auch in etwa der achte Rang von Katharina Althaus zu betrachten, die zwar weiterhin sehr konstant springt, mit den besten jedoch derzeit nicht mithalten kann. Dies zeigten auch ihre Weiten von 85 und 84 Meter. Wieder aufwärts geht es für Anna Rupprecht, die mit 83,5 und 84,5 Meter einen zufriedenstellenden 13. Rang belegte. Nicht ganz so gut lief wie am Vortag lief es für Carina Vogt. Für die langzeitverletzte Olympiasiegerin geht es jedoch auch erstmal darum, weiter Wettkampfpraxis zu sammeln. Demnach ist ihr 20. Platz durchaus als ordentliches Ergebnis zu werten. Während Luisa Görlich als 26. Weltcuppunkte sammelte, verpasste Juliana Seyfarth erneut den Sprung unter die besten 40.

Das dritte und letzte Einzelspringen in Hinzenbach startet am Sonntag um 12:15.

Ergebnis

Weltcup Herren

Halvor Egner Granerud scheint derzeit einfach nicht zu bezwingen zu sein. Nach seinen klaren Siegen in Willingen, war gegen den Wikinger auch beim ersten Einzelspringen in Klingenthal kein Kraut gewachsen.

Gewohnt sicher und elegant setzte der Norweger Halvor Egner Granerud zur Landung an, nachdem er im Finale 141,5 Meter in den Schnee zauberte. Mit 284,2 Punkten setzte er sich souverän gegen den Polen Kamil Stoch durch. Der Tourneesieger landete bei 138,5 und 134 Meter und erzielte 271,6 Punkte. Nur acht Zehntel dahinter gelang Bor Pavlovcic sein erster Podestplatz der Karriere. Mit ganz starken 142,5 Meter bei etwas mehr Anlauf, sprang der Slowene von Rang sechs aufs Podest vor. Auf den Plätzen vier bis sechs landeten dagegen mit Piotr Zyla (262,9 Punkte), Anze Lanisek (261 Punkte) und Dawid Kubacki (259,7 Punkte) die üblichen Verdächtigen. Während der Weltcup weiterhin von den Polen und Norwegern dominiert wird, hatten neben den Deutschen vor allem die Österreicher Probleme. So erreichte der beste ÖSV-Adler, Phillip Aschenwald, einen mäßigen 16. Rang. Stefan Kraft landete nur auf Rang 19, während Daniel Huber, wie der Norweger Marius Lindvik, überraschend in Runde eins scheiterte.

Pius Paschke bestätigt Aufwärtstrend – Eisenbichler sauer

Aus deutscher Sicht sorgte Pius Paschke mit einem tollen Finalsprung für ein Ausrufezeichen. Starke 137,5 Meter brachten dem Routinier am Ende den siebten Platz ein. „Pius hat seinen Aufwärtstrend bestätigt. Er weiß was er zu machen hat und wird vor allem in der Luft immer besser. Er ist wieder auf der Welle drauf und macht das sehr gut“, lobt Bundestrainer Stefan Horngacher. Mehr hätte sich dagegen der derzeit stärkste DSV-Adler, Markus Eisenbichler, erwartet, der zwei unruhige Flüge auf 135 und 134,5 setzte. „Von zufrieden bin ich ganz weit weg. Ich komme einfach nicht ins fliegen und das kotzt mich gerade richtig an. Skispringen ist eine schwierige Sportart. Wenn ich selber merke, dass ich soweit weg von meinem Gefühl bin, macht das keinen Spaß. Ich will jetzt einfach wieder eine Gaudi haben und nicht so viel nachdenken“, so der Neuntplatzierte sichtlich bedient.

Hamann und Schmid fallen im Finale zurück – Geiger scheitert vorzeitig

Auch die anderen vier DSV-Adler können mit dem Springen nicht so ganz zufrieden sein. Nach einem guten ersten Durchgang, konnte Constantin Schmid nicht an seine 128,5 Meter anschließen. So fiel der DSV-Youngstar mit 122 Metern von Rang 15 auf den 25 Platz zurück. Das gleiche Schicksal ereilte kurz zuvor schon Martin Hamann. Dieser ließ ordentlichen 128 Metern im Finale nur 123 Meter folgen und fiel bis auf Rang 28 zurück.

Denkbar unglücklich verlief der Tag für Severin Freund und Karl Geiger. Freund schied nach einem ganz starken Probesprung denkbar knapp als 31. aus. Einen Platz hinter seinem Teamkollegen landete der Tournee-Dritte Karl Geiger, der weiterhin auf der Suche nach seiner Form ist. „Karl hat ziemlich Probleme mit der Anlaufposition und schafft es daher nicht, Druck auf die Kante zu bringen“, erklärt der Bundestrainer das enttäuschende Abschneiden des Skiflug-Weltmeisters.

Eine neue Chance gibt es bereits morgen. So steht am Sonntag das zweite Einzelspringen (ab 14:30) auf dem Programm.

Ergebnis Einzelspringen

Weltcupstand

Weltcup Herren

An Halvor Egner Granerud führt weiterhin kein Weg vorbei. Nach vorübergehenden Schwächen bei der Tournee und in Zakopane, ist der Norweger derzeit wieder in einer eigenen Liga. Trotz Anlaufverkürzung segelte der Weltcupführende auf die Bestweite von 141 Metern und gewann den Prolog. Dieser ersetzte die Qualifikation, da nur 50 Athleten am Start waren.

Fest steht schon jetzt, dass der Sieg in Klingenthal nur über Halvor Egner Granerud gehen wird. Einer seiner ersten Herausforderer könnte überraschenderweise Bor Pavlovcic sein. Der Slowene bestätigte seine klasse Form schon im Training und ließ im darauffolgenden Prolog 140,5 Meter folgen. Mit 145,4 Punkten setzte er sich 7,9 Punkte hinter Granerud auf Platz zwei. Lediglich zwei Zehntel dahinter folgte Dawid Kubacki, der 138 Meter erreichte. Bester Deutscher war einmal mehr Markus Eisenbichler. Der Siegsdorfer kam auf gute 136 Meter, ließ jedoch bei der Landung erneut Punkte liegen. 139,3 Zähler bedeuteten dennoch Rang vier. „Er ist schwierig gestartet, hat aber jetzt einen besseren Sprung gezeigt und noch einige Reserven“, so Bundestrainer Stefan Horngacher. Auf den Rängen fünf und sechs bestätigten auch Anze Lanisek (134,5 Meter) und Robert Johansson (133,5 Meter) ihre Herausragende Form in diesem Winter. Die Top-8 komplettierten Andrzej Stekala (135 Meter) und Ryoyu Kobayashi (134,5 Meter).

Schmid und Paschke überzeugen – Geiger mit Problemen

Aus deutscher Sicht scheint auch Pius Paschke weiterhin auf dem Weg nach oben zu sein. So reichten seine 133,5 Meter zu einem guten neunten Platz. Positives gibt es auch endlich wieder von Constantin Schmid zu berichten. Das Sorgenkind im DSV-Team absolvierte ein gutes Training und sprang im Prolog mit 131,5 Meter auf den 14. Rang. „Das war positiv. Er ist einen guten Prolog gesprungen“, ist auch der Bundestrainer zufrieden. Die restlichen DSV-Adler werden sich dagegen noch ein wenig steigern müssen. Während Severin Freund und Martin Hamann auf den Rängen 28 und 29 noch einigermaßen im Soll liegen, offenbarte Karl Geiger erneut Probleme. Dürftige 122,5 Meter reichten am Ende lediglich zu Rang 33. „Er hat seine Anfahrtsposition nicht so gefunden, wie er es braucht, aber er wird morgen ganz anders springen“, macht Horngacher Hoffnung auf Besserung.

Das morgige Einzelspringen mit allen 50 Teilnehmern und den sechs DSV-Adler startet um 14:30. Bereits um 13:15 steht der Probedurchgang auf dem Programm.

Ergebnis

Startliste Einzelspringen