Vierschanzentournee

Die Tournee geht langsam aber sicher in ihre ganze heiße Phase. Am Innsbrucker Bergisel steht heute das dritte Einzelspringen an. In der Probe setzte sich einmal mehr der Norweger Halvor Egner Granerud durch. Der Tournee-Führende sprang 128,5 Meter (74,5 Punkte). Nur ein Zehntel dahinter landete Anze Lanisek (131 Meter) auf Rang zwei. Als Drittplatzierter präsentierte sich auch Stefan Kraft als Anwärter auf einen Heimsieg. Der Österreicher landete bei 125 Metern (72,8 Punkte).

Bereits im Probedurchgang hat sich herausgestellt, dass man für de Sieg heute auch ein wenig Glück brauchen wird. So wechselte der Wind zwischen ruhigen Verhältnissen und ordentlich Aufwind. Erinnerungen an das letztjährige Innsbruck-Springen werden wach. So hatten auch heute einige Mitfavoriten noch etwas zu kämpfen. Während Kamil Stoch als Fünfter (69,3 Punkte) noch mit vorne dabei war, erreichte Dawid Kubacki lediglich den zwölften Platz (65,2 Punkte).

Rang 15 und 19 für Eisenbichler und Geiger: DSV-Adler wackeln gewaltig

Vor allem aber werden Markus Eisenbichler und Karl Geiger noch enorm zulegen müssen, wenn sie im Kreise der Tournee-Aspiranten bleiben wollen. Eisenbichler erreichte bei wenig Aufwind nur 119,5 Meter und wurde mit 63,2 Punkten 15. Karl Geiger musste sich mit 118 Meter mit Rang 19 begnügen. Hier gilt es nun zu hoffen, dass er sich wie üblich im Wettkampf steigern kann. Diese Steigerung wird heute jedoch gewaltig ausfallen müssen.

Auch die übrigen DSV-Adler offenbarten, wie bereits am Vortag, Schwierigkeiten. So konnte lediglich Martin Hamann sein „Probe-Duell“ gegen Cene Prevc für sich entscheiden. Mit 118 Meter landete der derzeit drittbeste DSV-Adler auf Rang 29. Constantin Schmid (35.), Pius Paschke (36.) und Severin Freund (44.) blieben allesamt hinter ihren Erwartungen zurück und müssen nachher vermutlich auf die Lucky-Looser hoffen.

Mannschaftlich stark präsentierten sich dagegen die ÖSV-Adler. So sprangen neben Kraft auch Hayböck (4.), Huber (6.) und Aschenwald (10.) unter die Top-10. Leider werden auch sie auf die ansonsten so begeisterten Zuschauermassen verzichten müssen.

Wirklich drauf ankommen wird es ab 13:30, wenn der Wettkampf am Bergisel ansteht.

Ergebnis Probedurchgang

Startliste 1. Durchgang

DSV Vierschanzentournee

Ehe man sich versieht, ist die Hälfte der Tournee schon wieder vorbei. Nach zwei packenden Springen in Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen führt der Norweger Halvor Egner Granerud mit 555 Punkten. Knapp dahinter folgt Karl Geiger mit 551 Zählern, vor den beiden Polen Kamil Stoch und Dawid Kubacki. Wir möchten eine kurze Zwischenbilanz ziehen.

Bereits vor der Qualifikation für Oberstdorf geriet die Skisprung-Welt völlig aus den Fugen. So wurden die Polen aufgrund eines positiven Testergebnisses von Klemens Muranka vorerst ausgeschlossen und traten nicht in der Qualifikation an. Einen Tag später folgte dann doch das große Aufatmen. Das Qualifikations-Springen wurde annulliert und die polnischen Springer mitsamt den Top-Stars Kamil Stoch und Dawid Kubacki durften mitmischen. Eine Entscheidung, die auch beim Kampf um den goldenen Adler von großer Bedeutung sein könnte.

Klar ist nach den ersten beiden Stationen schon mal, dass es nach den Grand-Slams von Kamil Stoch (2018) und Ryoyu Kobayashi (2019) keinen Vierfach-Sieger geben kann. Dies hätte man am ehesten Halvor Egner Granerud zugetraut. Bei der Tournee musste er sich jedoch mit den Plätzen vier und zwei begnügen. Aufgrund seiner Konstanz liegt er dennoch mit 555 Punkten an der Spitze.

Nur vier Punkte hinter Granerud: Karl Geiger noch voll im Rennen

Nur vier Punkte dahinter hält jedoch Karl Geiger die deutschen Tournee-Hoffnungen am Leben. Nach seinem Sieg beim Auftaktspringen verlor er seine Führung jedoch mit Rang fünf in Garmisch-Patenkirchen. Dies lag an seinem nicht ganz so gelungenen ersten Versuch. „Karl hat den ersten Sprung nicht so erwischt, er war bisschen zu spät und hat im Flug ein bisschen was verloren, der zweite fast perfekt“, analysiert Stefan Horngacher. Nun steht ausgerechnet der Bergisel an, wo der Oberstdorfer letztes Jahr bereits viel an Boden verloren hat. „Letztes Jahr war Innsbruck nicht perfekt, deswegen hat er sich auch mit mir abgesprochen, wie er die Sache angeht und hat definitiv einen Plan“, verrät der DSV-Coach.

Noch zwei Polen im Rennen: Kubacki mit fulminanter Aufholjagd

Voll im Tournee-Rennen mit dabei ist auch der zweimalige Sieger Kamil Stoch. Dieser erreichte die Plätze vier und zwei und hat mit 548,3 Punkten ebenfalls nur 6,7 Punkte Rückstand. Beinahe noch gefährlicher scheint Dawid Kubacki zu sein, der sich nach einem enttäuschenden 15. Platz in Garmisch mit einem echten Paukenschlag zurückgemeldet hat. So verringerte der Vorjahressieger seinen Rückstand auf einen Schlag von 26,8 auf 8,6 Punkte. „Den Fehler, den er zuvor gemacht hat, hat er jetzt nicht mehr gemacht“, so Horngacher auf die Frage, welches Detail Kubacki in seinem Sprung gefunden hat. Für den absprunggewaltigen Polen spricht auch, dass er in Bischofshofen traditionell vorzüglich zurechtkommt.

Eisenbichler zu unkonstant: Goldener Adler schon in weiter Ferne

Nur noch absolute Außenseiterchancen hat Markus Eisenbichler. Zwar setzte er mit 142 Metern im zweiten Durchgang von Oberstdorf eine echte Rakete in den Schnee, so fehlte bisweilen die Konstanz. Vor allem der siebte Platz in Garmisch-Patenkirchen schmälerten seine Erfolgsaussichten erheblich. „Der erste Sprung war eigentlich sehr gelungen. Beim zweiten kam er aber mit der Hüfte nicht ganz drüber und musste gegen den Ski arbeiten. Das war nicht ganz ideal“, bedauert Horngacher. Mit 23,5 Punkten Rückstand hat dieser nun jedoch auch nichts mehr zu verlieren.

Schlechteste Bilanz der letzten zehn Jahre: DSV-Team schwächelt in der Breite

Probleme hatte das deutsche Team bei den ersten beiden Stationen, was die mannschaftliche Geschlossenheit angeht. Während in den letzten zehn Jahren im Schnitt 6,45 Deutsche bei den ersten beiden Tournee-Stationen ins Finale sprangen, waren es in diesem Jahr lediglich drei in Oberstdorf und fünf in Garmisch-Patenkirchen. Zumindest spricht aber die Tendenz für das DSV-Team. „Martin Hamann ist in Garmisch sehr gut gesprungen und hätte sich sogar einen besseren Platz verdient gehabt. Puis Paschke ist auch wieder viel besser gesprungen und hat nur ein bisschen zu viel gegen den Ski gearbeitet. Ich bin zufrieden, dass beide nach der Oberstdorf-Niederlage wieder Richtung Weltspitze zurückgekehrt sind“, so der Bundestrainer. Abgesehen davon schafften jedoch nur Severin Freund (25. in Oberstdorf) und Richard Freitag (27. in Garmisch) Weltcuppunkte.

Trainerteam hat entschieden: Mit Schmid und ohne Freitag nach Innsbruck

Zumindest für Freitag ein Hoffnungsschimmer, nachdem er im Jahr 2020 keinen einzigen Weltcuppunkt holen konnte. „Das war definitiv positiv und ein Lebenszeichen. Die Sprünge waren nichts Außergewöhnliches aber durchaus ok“, so Horngacher zufrieden. Weniger zufrieden konnte er dagegen mit Constantin Schmid sein, der zweimal das Finale verpasste und nur mit Mühe den Sprung nach Innsbruck schaffte. „Wir haben zwischen Schmid und Freitag überlegt. Schmid hat aber schon Silber geholt bei der Skiflug-WM, einen 7. und 15. Platz im Weltcup und auch bei den internen Qualifikationen war er immer besser. Deswegen haben wir entschieden, dass er weiter fährt. Er ist ein junger und wichtiger Springer für die Zukunft. Von Richard müsste noch ein wenig mehr kommen, als dass man einen Wechsel in Erwägung zieht“, stellt Horngacher klar. Mehr kommen muss auch vom gesamten B-Team. So schafften es weder die Rückkehrer Andreas Wellinger und David Siegel, noch die junge Garde um Moritz Bär, in die Reichweite von Weltcuppunkte zu kommen.

Stefan Horngacher mit erster Tournee-Hälfte zufrieden: „Sind voll im Rennen“

Alles in allen zeigt sich aber Stefan Horngacher zufrieden mit der ersten Tournee-Hälfte. „Wir haben in Oberstdorf den Sieger gestellt und in Garmisch den fünften und siebten Rang gemacht. Wir sind voll im Rennen drin und in der Show dabei. Garmisch war schwieriger von den Bedingungen, damit haben wir alle gekämpft. Ich glaube, es ist wichtig zu zeigen, dass wir auch vorne mitspringen können“, erklärt er. Zu viel Druck will er sich und seinen Springern jedoch nicht machen. „Es ist natürlich auch ein Ziel, die Tournee zu gewinnen, doch wenn wir das nicht schaffen, können wir auch erhobenen Hauptes rausgehen“, erklärt er. Wichtig ist nun, einen Mix aus Lockerheit und Konzentration zu finden und die Team-Chemie oben zu halten. „Die Stimmung ist nach wie vor richtig gut. Wenn man in der Lage ist, vorne mitzuspringen, dann ist man entspannt und dann kann man außergewöhnliche Leistung bringen. Wir brauchen die Lockerheit, aber auch die Konzentration auf das Wesentliche“, stellt der DSV-Coach klar.

Dann könnte es vielleicht etwas werden mit dem großen Triumph, doch die Konkurrenz ist mit Granerud, Kubacki und Stoch groß. „Es sind einige Leute dabei, die ein hohes Niveau haben. Das sind schon noch ein paar im Rennen. Die Hälfte ist vorbei, jetzt kommen nochmal andere Schanzen und dann werden wir sehen, wo die Reise hingeht“, so Horngacher abschließend.

Quelle: DSV-Pressenkonferenz mit Stefan Horngacher

Vierschanzentournee

Was für eine Ansage von Dawid Kubacki. Der Tourneesieger des Vorjahrs gewann das Neujahrsspringen mit 139 Meter und einem neuen Schanzenrekord von 144 Meter im Finale. Mit 282,1 Punkte setzte er sich gegen Halvor Egner Granerud (274,9 Punkte) durch, der 137 und 136 Meter erreichte und die Führung in der Tournee-Wertung übernahm. Das Podest komplettierte der Pole Piotr Zyla, der mit 260,4 Punkten knapp vor seinem Landsmann Kamil Stoch (260,0) blieb.

Karl Geiger (259,9) gelang mit starken 138 Meter im Finale immerhin der Sprung auf Rang fünf. Damit hielt der Oberstdorfer auch den Anschluss in der Gesamtwertung, nachdem er im ersten Sprung (131,5 Meter) ordentlich an Boden verlor. „Der erste Sprung war ein bisschen spät, aber unter dem Strich bin ich mit dem Wettkampf zufrieden. Ich hätte nicht gedacht, dass es noch so weit nach vorne geht“, erklärte er im Interview. Mit 551 Punkten liegt er aktuell lediglich vier Punkte hinter Halvor Egner Granerud. Gemeinsam mit Kamil Stoch (548,3) und Dawid Kubacki (546,4) dürften beide in Österreich um den Tournee-Erfolg kämpfen.

Für Markus Eisenbichler könnte es mit dem goldenen Adler dagegen bereits vorbei sein. So reichte es für den Siegsdorfer nach 137,5 und 134 Meter nur für Rang sieben. „Im zweiten Durchgang hat es mich in der Luft nicht so richtig getragen, aber es war ein ordentlicher Wettbewerb“, befand der 29-Jährige. Punktgleich mit Eisenbichler bestätigte auch Ryoyu Kobayashi seine aufsteigende Tendenz. Noch etwas besser machte es der sechstplatzierte Phillip Aschenwald. Auch Johan Andre Forfang (9.) und Andrzej Stekala (10.) erreichten ein sehr zufiedenstellendes Ergebnis. Verabschiedet aus dem Kampf um die Tournee-Wertung hat sich Stefan Kraft, der mit 124 Metern im Finale auf Rang 28 durchgereicht wurde. Auch Pechvogel Anze Lanisek kann nach seinem Sturz und Rang zwölf wohl nicht mehr vorne angreifen.

Im Gegensatz zum Tournee-Auftakt präsentierten sich die DSV-Adler breiter aufgestellt. So gelang Martin Hamann sein bestes Tournee-Resultat. Mit 128,5 und 135,5 Metern landete der Sachse auf einen starken elften Rang. „Ich bin mit der Leistung sehr zufrieden. Der I-Punkt auf dem I hat jedoch gefehlt. Ich gehe aber mit einem positiven Gefühl nach Innsbruck“, so der 23-Jährige. Pius Paschke fiel im Finale mit 127 Meter noch auf Rang 16 zurück, rehabilitierte sich jedoch zumindest etwas im Vergleich zu Oberstdorf.

Freitag sammelt Weltcuppunkte – Frühes aus für Severin Freund

Richard Freitag sammelte als 27. zum ersten Mal nach über einen Jahr wieder Weltcuppunkte. „Ich muss wieder Druck in den Sprung reinkriegen. Ich muss über den Radius Druck zum Tisch aufbauen und das mit dem Flug verbinden. Jetzt heißt es dran bleiben und weiter zu arbeiten“, erklärt er. Sein Finalsprung auf 126 Meter könnte jedoch zu wenig sein, um weiter nach Innsbruck zu dürfen. Bundestrainer Stefan Horngacher wollte sich nach dem Springen jedoch noch nicht festlegen

Überraschend Schluss war bereits nach Durchgang 1 für Severin Freund. Der 32-Jährige konnte sich bei starken Seitenwind nicht gegen Nazharov durchsetzen und schied mit 123 Metern auf Platz 39 liegend aus. Auch Moritz Bär (43.), David Siegel (45.) und Constantin Schmid (47.) verpassten das Finale deutlich.

Horngacher mit dem Neujahres-Auftakt zufrieden

Obwohl heute mal die anderen jubelten, zeigte sich Stefan Horngacher im Interview mit der ARD nicht unzufrieden. „Wir sind weiter im Rennen und können zufrieden sein. Markus hat seine Sprünge nicht ganz getroffen, aber wir sind dafür mannschaftlich wieder deutlich besser aufgetreten. Martin Hamann hat zwei tolle Sprünge abgeliefert und Pius Paschke sich deutlich verbessert“, so der Bundestrainer. Dass Eisenbichler nicht ganz an seinen Traumsprung von Oberstdorf anknüpfen konnte, ist für den DSV-Coach keine so große Überraschung. Das in Oberstdorf war eine Granate, aber Markus kann auch keine Granaten produzieren, sondern muss gute Sprünge machen. Dann kommt der richtig gute von selber. Leider ist ihm das nicht ganz gelungen“, bewertet er die Leistung des Siegsdorfer.

Nun gilt es in Innsbruck wieder voll anzugreifen. Vor allem Karl Geiger dürfte darauf brennen, nach seinem Pech im Vorjahr, Frieden mit dem Bergisel zu schließen. Mit dem Norweger Halvor Egner Granerud und den beiden Polen Kubacki und Stoch als Gegner, wird er jedoch starke Sprünge und auch das nötige Quäntchen Glück benötigen.

Offizielles Resultat
Zwischenstand Tournee-Gesamtwertung
Gesamt-Weltcup

Vierschanzentournee

Der erste Durchgang von Oberstdorf wurde von einem extrem zähen Rückenwind beherrscht. Während zahlreiche Favoriten straucheln, ließ Lokalmatador Karl Geiger nichts anbrennen. So liegt der Oberstdorfer mit 127 Metern in Führung.

Dass er mit 127 Metern nach Durchgang eins in Führung liegt, hat Karl Geiger wohl selbst nicht geglaubt. Bei schwierigen Bedingungen konnte jedoch kein Springer seine 139,8 Punkte toppen. Auf Platz zwei liegt überraschend der Tournee-Zweite des Vorjahres, Marius Lindvik, mit 138,5 Punkten. Nur ein Zehntel dahinter platzierte sich der „Quali-Gewinner“ vom Vortag, Phlipp Aschenwald. Mit seinen 130 Metern landete er gleichzeitig den weitesten Sprung. Auf den Rängen vier und fünf befinden sich Kamil Stoch und Stefan Kraft, die 125 und 126,5 Meter erreichten. Leidlich auf Platz neun liegt der große Dominator der Saison, Halvor Egner Granerud. Bei ebenfalls schlechten Bedingungen landete er bereits bei 122 Meter. Damit erging es ihn jedoch noch besser als anderen Mitfavoriten. So belegten David Kubacki und Daniel Huber die Plätze 12 und 14, während Piotr Zyla und Markus Eisenbichler auf Rang 26 und 27 abstürzen

Mannschaftliches Debakel für deutsches Team

Abgesehen von Karl Geiger gibt es vom deutschen Team wenig Gutes zu berichten. So schaffte es neben Geiger und Eisenbichler nur Severin Freund in den 2. Durchgang. Mit 123,5 Metern belegt der Bayer Platz 24. Das Finale verpassten überraschend Pius Paschke (33.), Constantin Schmid (36.) und Martin Hamann (43.). Auch das B-Team schied geschlossen aus. Die besten waren noch David SIegel (38.) und Richard Freitag (41.).

Ergebnis 1. Durchgang
Startliste Finale

Vierschanzentournee

Nicht mit 50, sondern mit allen 62 Springern ist der Probedurchgang zum Tournee-Auftaktspringen zu Ende gegangen. So waren sowohl die Polen mit dabei, die noch am Vormittag grünes Licht bekommen hatten, als auch die fünf ausgeschiedenen Springer des Vortages. Bester Springer war, zur Freude der deutschen Fans, der Siegsdorfer Markus Eisenbichler.

Die kleine Delle von der letztendlich wertlosen Qualifikation des Vortages konnte Markus Eisenbichler gleich einmal beheben. Mit 133,5 Punkten setzte er den weitesten Sprung in den Schnee und gewann die Testrunde mit 82,4 Punkten. Nur knapp dahinter platzierte sich der slowenische Geheimfavorit Anze Lanisek. Dieser sprang 132,5 Meter und erreichte 81 Punkte. Auch Kamil Stoch hat sich mit einen starken Versuch in der Favoritengruppe platziert. Der zweimalige Tournee-Sieger belegte mit 133 Meter (80,3 Punkte) Rang drei. Nach seiner Verletzungspause hat sich auch Stefan Kraft in guter Verfassung zurück gemeldet und belegte mit 78,9 Punkten den vierten Rang. Direkt dahinter platzierte sich Halvor Egner Granerud (77,9 Punkte), der in Oberstdorf die Konkurrenz bislang noch nicht deklassieren konnte. Zwischen den beiden Polen Dawid Kubacki und Andrzej Stekala, kam Karl Geiger auf einen ordentlichen siebten Platz. Der Lokalmatador sprang 129,5 Meter und ließ sich damit wie immer noch ein wenig Luft nach oben für den Wettkampf. Die Top-10 komplettierten Ryoyu Kobayashi und Michael Hayböck

Luft nach oben bei den übrigen DSV-Adler

Trotz der starken Leistung in der Spitze, ist beim DSV noch nicht alles Gold was glänzt. Mit 124 Metern und Platz 17 liegt Martin Hamann jedoch voll im Soll. Weniger optimistisch stimmen dagegen die Leistungen von Pius Paschke (25.) und Constantin Schmid (27.). Auch Severin Freund wird nachher noch zulegen müssen, wenn es für Weltcuppunkte reichen soll. So belegte er mit 53,1 Punkte lediglich Rang 39. Luft nach oben hat vor allem auch die Nationale Gruppe. So landeten David Siegel und Richard Freitag als beste des B-Teams nur auf Rang 42 und 43. Noch schlechter lief es für Olympiasieger Andreas Wellinger der bereits bei 104 Meter landete.

Das Springen soll planmäßig um 16:30 über die Bühne gehen. Dabei sind wesentlich bessere Bedingungen als am Vortag zu erwarten. So herrschte in der Proberunde fast durchgängig leichter Rückenwind. Für einen fairen und spannenden Auftakt ist also alles angerichtet.

Ergebnis Probedurchgang

Startliste 1. Durchgang

DSV

Bereits vor dem Auftakt in Oberstdorf überschlagen sich die Meldungen und Diskussionen. Nachdem das polnische Team für das Springen an der Schattenbergschanze, in Folge des positiven Corona-Falles von Klemens Muranka, vom Wettbewerb ausgeschlossen wurde, gibt es nun auch für das Deutsche Team schlechte Neuigkeiten.

Wie die ARD berichtet, gibt es auch im deutschen Lager einen positiven Corona-Test zu verzeichnen. Dabei handelt es sich um einen Physio-Therapeuten, der für den deutschen B-Kader zuständig ist. Im Gegensatz zu Kamil Stoch und Co kommen die DSV-Adler jedoch mit dem Schrecken davon. So betrifft der Fall weder die Deutschen Springer noch Bundestrainer Stefan Horngacher. Der betroffene Betreuer hatte nämlich noch keinen Kontakt zum Team. Einer Teilnahme am Tournee-Auftakt steht somit nichts im Wege. Der Betreuer ist hingegen vorzeitig aus Oberstdorf abgereist. „Gemäß den Regularien des Veranstalters, des zuständigen Gesundheitsamtes und dem medizinischen Stab des Deutschen Skiverbandes wurden sofort alle notwendigen Schutz-Maßnahmen ergriffen“, informierte der DSV.

Schon seit dem Saisonstart herrschen beim DSV strikte Bestimmungen, die über jene der FIS hinausgehen. So sind die DSV-Adler in Einzelzimmer untergebracht, halten Team-Meetings über Skype und tragen FFP2-Masken. So versucht das Team um Stefan Horngacher der pandemiebedingten Gefahr vorzubeugen.

Quelle: ARD

Vierschanzentournee

Die 69. Auflage der Vierschanzentournee steht uns unmittelbar bevor. Zwar wird die Tournee ohne die Stimmung der begeisterten Zuschauermassen auskommen müssen, so sind die Athleten nichtsdestotrotz heiß auf den Sieg. Wie die Vergangenheit gezeigt hat, ist es nicht gerade leicht, die heißesten Anwärter auf den Gesamtsieg auszumachen. So gab es klassische Favoritensiege wie Peter Prevc (2016) und Kamil Stoch (2017/2018), junge überraschende Himmelstürmer wie Thomas Diethart (2014) oder jene, die immer vorne dabei waren, auf ihr Meisterstück jedoch lange warten mussten. Hierzu zählen Wolfgang Loitzl (2009) oder auch Vorjahressieger Dawid Kubacki. Am Ende gewinnt meistens derjenige, der sich gewissermaßen in einen Rausch springt und bei den acht Sprüngen am wenigsten Fehler macht. Wir möchten einen Blick auf diejenigen werfen, die hierzu am meisten prädestiniert sind.

Halvor Egner Granerud (Norwegen)

So lief seine Saison: Halvor Egner Granerud ist die Neuentdeckung der Saison. Zwar gelang ihm in der Saison 2018/19 bereits ein 15. Rang im Gesamtweltcup, so stürzte er im Vorjahr auf Rang 61 ab. In diesem Jahr ist der 25-Jährige jedoch kaum zu stoppen. So sprang er zum Auftakt der Saison zweimal auf Platz vier und ließ dann fünf Weltcupsiege in Serie folgen. Auch bei der Skiflug-WM sprang er zu Silber und sicherte dem norwegischen Team mit einem spektakulären Finalsprung den Sieg.

Das spricht für ihn: Für den jungen Norweger spricht in erster Linie seine ausgezeichnete Form. Er dominierte zuletzt nicht nur die Wettkämpfe, sondern entschied auch beinahe jeden Trainingsdurchgang und jede Qualifikation für sich. Auf seinem Weltklasse-Niveau ist er zudem wahnsinnig konstant. Einen schwächeren Sprung sucht man in dieser Saison vergeblich. Granerud beherrscht alle Teilbereiche von der Anfahrt bis zur Landung und ist extrem selbstbewusst. Seine lockere Art hilft ihm zudem dabei nicht zu verkrampfen.

Das spricht gegen ihn: Nicht selten verschiebt sich das Kräfteverhältnis im Skispringen nach der Weihnachtspause ein wenig. So fand beispielsweise Richard Freitag 2018 in Kamil Stoch seinen Meister. Nicht, weil der Deutsche schlechter sprang als zuvor, sondern weil der Pole noch einmal ein Pfund zulegte. Genau das könnte Granerud in diesem Jahr auch passieren. Dieser ist zudem als Weltcupführender ein Stück weit der Gejagte. Eine noch ungewohnte Situation für den Norweger, an der zuletzt Domen Prevc im Jahr 2016/17 gescheitert war. Bislang präsentierte sich Granerud, dessen bester Gesamtplatz ein 24. war, nicht als Tournee-Spezialist. Dies muss jedoch nichts heißen, wie zuletzt Ryoyu Kobayashi 2018/19 bewiesen hat.

Prognose: Granerud tritt in die Fußstapfen von Kobayashi und bringt seine tolle Form auch bei der Tournee auf die Schanze. Ob es am Ende auch zum Sieg reicht, bleibt abzuwarten. Von allen Teilnehmern hat er jedoch die besten Chancen.

Markus Eisenbichler (Deutschland)

So lief seine Saison: Mit zwei überlegenen Siegen startete der Deutsche überragend in die Saison. Dann schlichen sich jedoch die ersten kleineren und größere Dellen ein. Besonders unglücklich natürlich sein 28. Platz von Nizhny-Tagil, als ihn eine Böe von Rang eins nach hinten wehte. Seitdem konnte der Siegsdorfer zwar nicht gewinnen, war aber stets bei den Besten dabei. So gewann er auch beim ersten Großereignis, der Skiflug-WM, eine Medaille.

Das spricht für ihn: Markus Eisenbichler präsentiert sich schon seit der Sommer-Vorbereitung in glänzender Form. Ruft er seine besten Sprünge ab, so können nur ganz wenige Springer mit dem 29-Jährigen Schritt halten. Dieser ist auch durchaus ein Tournee-Spezialist und verfügt über Erfahrung im Kampf um den Sieg. Auch die Schanzen sollten dem Siegsdorfer mehr entgegenkommen als Engelberg, wo er trotzdem noch Zweiter und Vierter wurde. Vor allem bei den deutschen Stationen brachte Eisenbichler in den letzten Jahren Top-Leistungen, selbst wenn es im Vorfeld noch nicht so lief.

Das spricht gegen ihn: Nach der Böe in Nizhny Tagil ist die Dominanz und Selbstverständlichkeit ein wenig verloren gegangen. Der Deutsche scheint ein wenig anfälliger und unkonstanter zu sein als sein norwegischer Konkurrent. So ist er auch bekannt dafür, in der ersten Phase des Fluges öfter mal eingreifen zu müssen. Ein Fehler und der Traum vom Sieg könnte passé sein. Ein kleines Problem ist bei Eisenbichler auch immer ein wenig die wacklige Landung. Ein zusätzlicher Knackpunkt könnte Innsbruck sein, wo er zwar Weltmeister 2019 wurde, bei der Tournee jedoch nie vorne hineinsprang.

Prognose: Markus Eisenbichler ist der gefährlichste Gegner für Granerud. Allerdings muss er acht Top-Sprünge runter bringen, um dem Wikinger gefährlich zu werden.

Karl Geiger (Deutschland)

So lief seine Saison: Nach eher durchwachsener Vorbereitung stieg Karl Geiger mit einem zweiten Platz sehr gut in den Weltcup ein. Im Gesamtweltcup ist der 27-Jährige allerdings nur elfter, zumal er in Nizhny Tagil und Engelberg nicht am Start war. Bei der SKiflug-WM in Planica gelang ihm mit Platz eins jedoch der ganz große Wurf.

Das spricht für ihn: Karl Geiger ist ein sehr routinierter Athlet, den nichts so schnell aus der Ruhe bringt. Der 27-Jährige ist bekannt dafür, immer dann zu liefern, wenn es gerade am wichtigsten ist. So auch bei der Skiflug-WM in Planica. Dabei bewies er auch, dass er in einer tollen Form ist und jederzeit um Siege mitkämpfen kann. Der Oberstdorfer verfügt über ein sehr stabiles System, mit dem er in der Regel Wind und Wetter trotzen kann. Dass er auch die Tournee beherrscht, hat er mit Rang drei im Vorjahr bewiesen.

Das spricht gegen ihn: Noch hat Karl Geiger keine sichere Starterlaubnis für den Auftakt in Oberstdorf. Nach einem positiven Corona-Test kurz nach der Skiflug-WM, ist der frischgebackene Vater zur Isolation verdonnert. Da er keinerlei Symptome zeigt, ist er zumindest körperlich weiterhin topfit. Allerdings konnte Geiger in dieser Saison nie wirklich einen Rhythmus aufbauen und hat deutlich weniger Sprünge absolviert als seine Konkurrenten.

Prognose: Sollte es für den Tournee-Auftakt reichen, muss man Geiger definitiv auf der Rechnung haben. Neben Granerud und Eisenbichler gehört er zu den heißesten Siegesanwärtern.

Piotr Zyla (Polen)

So lief seine Saison: Bis auf einen 23. Platz in Ruka springt der 33-Jährige eine unglaublich starke und konstante Saison. Obwohl er wie alle A-Polen Nizhny-Tagil ausließ, liegt er auf dem vierten Platz in der Gesamtwertung. Seine Topform bestätigte er mit den Rängen drei und fünf in Engelberg.

Das spricht für ihn: Piotr Zyla springt schon seit Jahren auf konstant hohem Niveau und wurde im Jahr 2016/17 schon mal Gesamtzweiter bei der Tournee. Auch in diesem Jahr ist er unglaublich stabil vorne dabei. Mit seinem kräftigen Absprung kann er auch schlechteren Verhältnissen trotzen. Damit bringt er alles mit, um endlich den ganz großen Sprung zu schaffen. Konstant, absprungstark, erfahren und immer ein wenig im Schatten der Teamkollegen: Eine Kombination, die einst Wolfgang Loitzl den Sieg brachte.

Das spricht gegen ihn: Zwar ist Zyla meist vorne mit dabei, so konnte er bislang nicht zeigen, dass er in Einzelsprüngen seinen Konkurrenten auch mal Meter abnehmen kann. Oft braucht es aber genau diese Kampfansagen, mit denen man die Konkurrenz ordentlich schocken kann. Gerade bei Aufwind gibt es Springer, die einfach noch ein paar Meter weiter Springen können als der Pole.

Prognose: Mit einem Gesamtsieg dürfte es aufgrund der starken Konkurrenz schwierig werden. Trotzdem ist es den Polen zuzutrauen, viermal unter die Top-6 zu springen. Und wer weiß: Sollten die führenden Patzen, ist Zyla vielleicht der lachende Vierte.

Daniel Huber (Österreich)

So lief die Saison: Oft war Daniel Huber aufgrund seiner Corona-Erkrankung nicht am Start. Wenn er aber dabei war, gab er ordentlich Gas. So landete er sowohl beim Auftakt in Wisla als auch in Nizhny Tagil auf dem Podest. Zuletzt in Engelberg reichte es dagegen nur zu den Rängen 12 und 13.

Das spricht für ihn: Daniel Huber hat in dieser Saison noch einmal einen enormen Sprung nach vorne gemacht und konnte sich aus dem Schatten seiner Teamkollegen lösen. Der Österreicher springt unglaublich aggressiv und ist gerade bei Aufwind einer der stärksten Athleten im Feld. Sollte der 27-Jährige ein wenig Glück haben und sich in einen Rausch springen, ist mit ihm durchaus zu rechnen, zumal er die Tourneeschanzen allesamt bestens kennt.

Das spricht gegen ihn: Aufgrund seiner Corona-Erkrankung hat Huber den Wettkampfrhythmus ein wenig verloren. So trat in Engelberg sein altes Problem wieder hervor. Will der Salzburger zu viel, so kann das schnell nach hinten losgehen. So gelang ihn zuletzt jeweils nur ein guter Wettkampfsprung. Nicht genug, um bei der Tournee ganz vorne mitspielen zu können.

Prognose: In den Einzelspringen ist Huber ein heißer Anwärter auf das Podest. Der Gesamtsieg scheint jedoch ein schwieriges Unterfangen zu sein. Allerdings wäre er nicht der erste Österreicher, der zur Tournee noch einmal zusätzliche Flügel bekommt und unverhofft zum Gesamtsieg segelt.

Marius Lindvik (Norwegen)

So lief seine Saison: So richtig rund lief es für Marius Lindvik bislang nicht. Nach schleppenden Auftakt sprang er in Nizhny Tagil zwar auf das Podium, verzichtete jedoch auf die Skiflug-WM. Zuletzt in Engelberg präsentierte er sich deutlich stabiler und belegte die Ränge 10 und 14.

Das spricht für ihn: Ruft er seine Top-Sprünge ab, so gibt es oft kein Halten mehr. So schockte er die Konkurrenz im Vorjahr mit seinen Siegen in Garmisch-Patenkirchen und Innsbruck. Der Norweger reiste bereits im vergangenen Jahr als Außenseiter an, um dass bei der Tournee aufzutrumpfen. Zwar sprechen die bisherigen Platzierungen nicht für den 22-Jährigen, so kann es bei diesem aber sehr schnell gehen. Knackpunkt ist bei ihm der Absprung-Übergang. Schafft er es hier den Sprung so zu drehen, dass er ausreichend Geschwindigkeit mitnimmt, kann es für ihn jederzeit ganz nach weit unten gehen. Im Schatten von Granerud hat Lindvik zudem kaum Druck, was ihm einen zusätzlichen Vorteil verschaffen könnte.

Das spricht gegen ihn: Trotz des dritten Platzes in Russland hat sich Lindvik noch nicht in einer Form gezeigt, die ihn zum Mitfavoriten macht. Acht gute Sprünge auf vier verschiedenen Schanzen scheinen für den Vorjahres-Zweiten eine zu große Herausforderung zu sein. So benötigt dieser eigentlich eine absolute Top-Form um konstant vorne landen zu können.

Prognose: Bei Marius Lindvik benötigt es schon ein kleines Weihnachtswunder, damit er für den Sieg infrage kommt. Findet er jedoch die richtigen Knöpfe, könnte er schnell ein ganz heißer Anwärter werden.

Die Außenseiter auf den Tournee-Triumph

Kamil Stoch: Natürlich darf man auch den zweimaligen Tourneesieger nicht von der Rechnung streichen. Bisher lief beim Polen eigentlich alles wie immer. So folgte auf einen traditionell wackligen Start ein starkes Engelberg Wochenende. Wie es dann bei der Tournee läuft, ist hingegen Jahr für Jahr schwer vorherzusagen. Für den Tourneesieg scheint der 33-Jährige derzeit allerdings entschieden zu instabil zu sein. Seine allerbesten Jahre sind wohl vorbei. So konnte er bereits in den letzten Jahren nicht um den goldenen Adler mitspringen.

Dawid Kubacki: Auch für Kubacki lief es in diesem Jahr ähnlich wie zur selben Zeit im Vorjahr. Dort gelang ihm nach einem fast schon unterirdischen Engelberg-Wochenende überraschend der Tournee-Erfolg. Dazu wird es in dieser Saison jedoch vermutlich nicht kommen. So klagte der Pole bereits in der Vorbereitung über eine wechselhafte Form, die sich nun auch durch die Saison zieht. Trotz allem ist Kubacki ein traditionell guter Tournee-Springer und könnte durchaus ein Wörtchen mitreden.

Stefan Kraft: Er ist das größte Fragezeichen im Skisprungzirkus. So reist der Dominator ohne Weltcuppunkt nach Oberstdorf. Eine Corona-Erkrankung sowie Rückenproblemen machten seine Saison bisher zu einem Horror-Trip. Allerdings zeigte er in den wenigen Trainingsdurchgängen, dass er durchaus in der Lage ist, Top-Sprünge abzuliefern. Den Österreicher darf man aufgrund seiner Klasse und Tournee-Erfahrung nie abschreiben. Ein Sieg wäre trotzdem eine Sensation, zumal die kräftezehrende Woche Gift für den Rücken des 27-Jährigen sein dürfte.

Robert Johansson: Als Weltcup-Dritter ist der Norweger natürlich auch zu nennen. Allerdings konnte dieser einen Großteil seiner Punkte in Nizhn Tagil sichern. So ist der Wikinger ein echter Spezialist: Wehr der Wind auf der richtigen Schanze von vorne, ist Johansson kaum zu stoppen. Bei Rückenwind kann er jedoch selten ganz vorne mithalten. Um die Tournee gewinnen zu wollen, muss man jedoch alle Bedingungen gut beherrschen. Von daher ist Johansson trotz seines dritten Platzes im Gesamtweltcup lediglich ein Außenseiter.

Anze Lanisek: Er ist die Hoffnung der gebeutelten Slowenen. Der Weltcup-Gesamtfünfte springt die beste Saison seines Lebens und hat deutlich an Konstanz dazu gewonnen. Mit den Rängen drei und vier präsentierte er sich auch in Engelberg ganz stark. Für den ganz großen Wurf fehlt dem 24-Jährigen aber wohl noch die Erfahrung auf Top-Niveau und das Winner-Gen. Für eine Überraschung ist er aber allemal gut.

Yukiya Sato: Nicht Kobayashi, sondern Yukiya Sato ist derzeit der aussichtsreiche Japaner. Mit seinem aggressiven Sprungstil aus einer ganz tiefen Hocke ist der 1,61 große Japaner eine echte Wundertüte. Punktuell sind ihm durchaus Überraschungen zuzutrauen, wohingegen ihm für den Gesamtsieg die Stabilität fehlt.

Pius Paschke: Der 30-Jährige befindet sich in der Form seines Lebens. Zuletzt verpasste er in Engelberg mit den Rängen vier und fünf nur ganz knapp das Podium. Wie die letzten Jahren gezeigt haben, kann sich der Routinier zur Tournee traditionell noch einmal steigern. Selbstverständlich bleibt er für den Tournee-Erfolg aber eher ein Außenseiter.

National Slowenischer Skiverband

Favoritensieg bei den slowenischen Meisterschaften. Bei den Titelkämpfen in Planica setzte sich Anze Lanisek vor Peter Prevc und Domen Prevc durch. Letzterer sicherte sich damit auch das letzte verbliebene Ticket für die Vierschanzentournee.

Wenn es derzeit etwas positives aus Slowenien zu berichten gibt, dann hat dies meist mit Anze Lanisek zu tun. So gewann der aktuell Weltcup-Gesamtfünfte die slowenischen Meisterschaften mit deutlichem Vorsprung. Mit zwei Sprüngen auf 136,5 Meter erzielte er in beiden Durchgängen die größte Weite und gewann souverän mit 285,2 Punkten. Auf Rang zwei platzierte sich der ehemalige Weltcup-Dominator Peter Prevc (267,5 Punkte), der bei 130 und 132,5 Metern landete. Für den ältesten Prevc-Bruder ein gutes Ergebnis, zumal er in den letzten Wochen nur vereinzelt Ansätze von Normalform zeigen konnte. Gleiches gilt auch für Domen Prevc, der erst bei der Skiflug-WM in die Saison gestartet war. Mit zwei Sprüngen auf 130,5 Metern und 262,4 Punkte gelang dem 21-Jährigen der Sprung aufs Podest. Die weiteren Plätze belegten Routinier Jernej Damjan (258 Punkte), Tilen Bartol (257,5) und Cene Prevc (256,3). Mit 136 Metern im Finale war der mittlere Prevc-Bruder jedoch der einzige Springer, der zumindest in einem Durchgang mit dem Gewinner mithalten konnte. Für den zweitbesten Slowenen im Weltcup, Bor Pavlovcic, reichte es mit Sprüngen auf 127,5 und 128,5 Metern überraschenderweise nur für Platz acht. Für Timi Zajc ist es weiterhin eine Saison zum vergessen. So schaffte es das vielleicht größte Slowenische Talent mit Sprüngen auf 123,5 und 126,5 lediglich auf Rang zehn.

Dreimal Prevc aber kein Timi Zajc: Das slowenische Tournee-Team steht

Nach den slowenischen Meisterschaften wurde auch das Tournee-Team endgültig benannt. An der Spitze steht Anze Lanisek, der um Weltcup und bei den Meisterschaften bewies, dass er ein Geheimtipp für ganz vorne sein könnte. Dazu gesellt sich Ziga Jelar, der bei den nationalen Titelkämpfen nicht am Start war und zum anderen alle drei Prevc-Brüder. Während die übrigen fünf Springer gesetzt waren, löste Domen Prevc bei den Meisterschaften das letzte Ticket. Für Timi Zajc folgte nach der Suspendierung bei der Skiflug-WM somit gleich der nächste bittere Tiefschlag.

Favoritensieg für Nika Kriznar

An gleicher Ort und Stelle trugen auch die Damen ihre Meisterschaften aus. Hier gewann ebenfalls erwartungsgemäß Nika Kriznar mit 227.4 Punkten (115 m und 125.5 m) vor Ursa Bogataj (118.5 m und 122 m; 217.9 Punkte) und Jerneja Brecl (109.5 m und 117 m; 199.1 Punkte). Die beiden Bestplatzierten konnten bereits beim Saisonauftakt in Ramsau mit Rang zwei und vier ihre hervorragende Form unter Beweis stellen. Auf Platz vier folgte, die zuletzt im Alpencup erfolgreiche, Nika Prevc, die 110 und 105 Meter sprang. Sechste wurde die erfahrene Weltcup-Springerin Spela Rogej.

Ergebnis Herren
Ergebnis Damen

Weltcup Herren

Es war bislang ein Wochenende mit Licht und Schatten für die deutschen Skispringer. Während Markus Eisenbichler, Pius Paschke und Martin Hamann gute Platzierungen erzielen konnten, klaffte danach doch eine größere Lücke. Heute wollen die DSV-Adler mit kompletter Mannschaftsstärke angreifen.

Es war schon ein ungewohntes Bild gestern. Nachdem Andreas Wellinger und Severin Freund am Freitag bereits schon in der Quali gescheitert waren, durften nur fünf Springer beim Einzelwettbewerb mitmischen. Mit David Siegel hat es dann einen einen Springer, aufgrund eines nicht regelkonformen Anzug, bereits vor seinem Start erwischt. Eine mehr als bittere Disqualifikation für den jungen Deutschen, der nach knapp zwei Jahren erstmals wieder ins Wettkampfgeschehen eingreifen wollte. Für das Team um Bundestrainer Stafan Horngacher war an den letzten beiden Tagen also vor allem Aufbauarbeit von Nöten. Doch neuer Tag, neues Glück: So haben die drei Unglücks-Adler heute die Chance auf Wiedergutmachung.

Nach Sieg am Vortag: Granerud auch heute Favorit

Nach dem erneuten Sieg am Samstag, geht der Norweger Halvor Egner Granerud als Favorit in den zweiten Wettkampftag. Doch auch Kalmil Stoch hat bewiesen, dass er in Engelberg, wie so oft, gut zurechtkommt. Mit dem Messer zwischen den Zehnen wird auch Markus Eisenbichler auf eine Revanche brennen. Bei starken Rückenwindverhältnissen schaffte es der Siegsdorfer gestern mit zwei überzeugenden Sprüngen auf Rang vier. Mit auf der Rechnung muss man auch Anze Lanisek und die Polen David Kubacki und Piotr Zyla haben.

Zunächst geht es aber erst einmal darum, die Qualifikation zu überstehen. Ab 14:30 werden 58 Springer versuchen, den Sprung unter die besten 50 zu schaffen. Das anschließende Wettkampfspringen startet um 16 Uhr. Dabei werden alle Beteiligten auf etwas weniger Rückenwind als am Vortag hoffen.

Startliste Qualifikation

Weltcup Herren

Der Norweger Halvor Egner Granerud hat einmal mehr den Probedurchgang gewonnen. Auf der Großschanze von Engelberg setzte er sich vor Pius Paschke und Anze Lanisek durch.

Die Springer müssen sich beim heutigen Springen, wie so oft in Engelberg, gegen heftigen Rückenwind bewähren. Am besten gelang dies Halvor Egner Granerud, der 135,5 Meter (109,8 Punkte) erreichte). Lediglich einen halben Meter dahinter zeigte aber auch Pius Paschke (108,9 Punkte), dass mit ihm zu rechnen sein wird. Auf Rang drei landete der derzeit beste Slowene Anze Lanisek (104,1 Punkte). Knapp dahinter zeigten sich auch David Kubacki, Michael Hayböck und Yukia Sato in guter Form. Auf Platz sieben gelang Markus Eisenbichler mit 99,1 Punkten ein solider Probesprung.

DSV-Adler noch mit Problemen

Hinter Paschke und Eisenbichler tut sich aus deutscher Sicht leider noch ein Vakuum auf. Während Andreas Wellinger und Severin Freund bereits in der Qualifikation gescheitert waren, kommen auch David Siegel, Constantin Schmid und Martin Hamann noch nicht so gut zurecht. Sie belegten die Plätze 36, 38 und 44 und müssen sich für Weltcuppunkte noch steigern.

Los geht es um 16 Uhr mit den besten 50 Athleten, ehe im Anschluss das Finale stattfindet.

Ergebnis Probedurchgang
Startliste Wettkampf

Quelle: FIS