Olympische Spiele

DSV Olympische Spiele

Herren -Bundestrainer Stefan Horngacher sowie DSV-Teammanager Horst Hüttel finden klare Worte nach der Disqualifikation von Katharina Althaus im Mixed-Teamwettbewerb und kritisieren die Handhabung des Internationalen Skiverbandes (FIS). Neben Deutschland waren auch Japan, Österreich und Norwegen von den Disqualifikationen betroffen.

„Wir sind stocksauer. Die Mädchen sagen alle unisono, dass sie alle mit den gleichen Anzügen wie im Einzelwettbewerb gesprungen sind. Und da hat alles gepasst. Für uns ist das eine absolut unnachvollziehbare Situation“, so DSV-Teammanager Horst Hüttel im ZDF-Interview.

Die Freude über einen guten Auftakt im ersten Durchgang hielt nicht lange an. Sowohl Constantin Schmid, Katharina Althaus als auch Karl Geiger starteten mit großartigen Sprüngen in den Mixed-Wettbewerb. Einzig Startspringerin Selina Freitag musste federn lassen. Besonders Karl Geiger freute sich über seinen ersten gelungenen Sprung auf der für ihn bisher schwierigen Schanze. Wenige Sekunden nach seinem Sprung die Hiobsbotschaft: Katharina Althaus ist disqualifiziert. Durch die Punkte, die dem deutschen Team damit verloren gingen, reichte es nur für Platz neun und somit nicht für einen Einzug ins Finale – doppelt bitter. 

Top-Favoriten ausradiert: Takanashi am Boden zerstört

Vor Althaus traf es bereits die Japanerin Sara Takanashi, die am Boden zerstört aus der Materialkontrolle kam und von Teamkollegin Yuki Ito getröstet werden musste. Kurz nach ihr wurde auch Daniela Iraschko-Stolz aus dem österreichischen Team disqualifiziert. Für beide Teams reichte es zwar für das Finale, alle Chancen auf eine erhoffte Medaille waren aber schlagartig dahin. Nichtsdestotrotz mussten alle noch einmal antreten. „Das ist fast schon menschenunwürdig“, so Eurosport-Experte Werner Schuster. Besonders Sara Takanashi schien die Weite ihres zweiten Sprunges schon egal zu sein, denn kurz nach ihrem Sprung brach sie erneut in Tränen aus. 

Norwegen im Finale aus dem Rennen genommen

Mit Norwegen hat es einen weiteren Medaillen-Anwärter im Finale erwischt. Erst griff der finnische Materialkontrolleur Mika Jukkara auch bei Anna Odine Stroem durch und dann folgte Silje Opseth mit einer wieteren Disqualifkation. Fassungslosigkeit bei Athleten, Trainern, Betreuern und ZDF-Experte Toni Innauer, der die Situation ebenfalls nicht nachvollziehen konnte.

Große Kritik an Handhabung des Internationalen Skiverbandes

Schon während des gesamten Winters gab es im Herren-Weltcup immer wieder Gespräche mit Mika Jukkara, der in diesem Winter Sepp Grazer in seinem ersten Jahr ersetzt. Gehäuft kam es zu mehreren Kontrollen innerhalb eines Teams, vor allem im deutschen Team, was schon seit Wochen für Unverständnis innerhalb des Teams sorgte. Schwammig auch die Kontrollmethode im Mixed-Teamspringen: Normalerweise gibt es einen FIS-Materialkontrolleur der für die Herren (Mika Jukkara) zuständig ist und mit Aga Baczowska am heutigen Tag eine Kontrolleurin bei den Damen. Beim Mixed-Teamwettbewerb in Peking soll Jukkara plötzlich auch für die Damen zuständig gewesen sein. Komisch auch die Tatsache, dass es sich bei den Disqualifikationen nur um Damen handelte.

Über die Kontrolle von Katharina Althaus sagte Horst Hüttel gegenüber dem ZDF: „Sie ist komplett durchgecheckt wurden wie noch nie. Sie hatte das Gefühl, dass so lange gesucht wurde, bis etwas gefunden wurde. Sie war über 20 Minuten in der Kontrolle. Ich verstehe nicht, was das soll. Das sind drei professionelle Mädels. Da muss man sich auch als FIS einmal hinterfragen, ob da alles richtig läuft.“ Auch Herren-Bundestrainer Stefan Horngacher findet klare Worte: „Das ist echt bitter. Bei Olympia fangen sie an, anders oder mehr zu messen und kontrollieren. Für mich ist das langsam nur noch ein Kasperletheater. Wir springen die ganze Zeit mit diesen Maßen.“

Auch Althaus selbst äußerte sich im Nachhinein: „Wir haben uns so darüber gefreut, dass wir einen zweiten Wettkampf hier bei Olympia haben. Die FIS hat das mit dieser Aktion zerstört. Ich finde, die haben das Damen-Skispringen zerstört. Ich weiß nicht, was sie damit bezwecken wollen.“

Quelle: interne Informationen, ZDF, Eurosport

Olympische Spiele

Slowenien (Kriznar, Zajc, Bogataj und Prevc) gewinnt den ersten Mixed-Wettbewerb bei den Olympischen Spielen und holt sich Gold. Silber geht an das Russische Olypische Komitee (Makhinia, Sadreev, Avvakumova und Klimov). Die Bronze Medaille geht überraschend an das Team aus Kanada (Loutitt, Soukup, Strate und Boyd-Clowes).

Vierter werden die Japaner, fünfter die Österreicher. Auf Rang sechs folgt Polen vor Tschechien und Norwegen. Die Teams aus Deutschland und China haben den Einzug in den zweiten Durchgang verpasst.

Dass Slowenien Olympiasieger geworden ist, war schon fast zu erwarten. Das Team ist im Moment in einer sehr guten Form und konnte den ganzen Winter hinweg überzeugen. Das Russische Olympische Komitee auf Platz zwei ist die deutlich größere Überraschung. Für die größte Überraschung sorgte jedoch definitiv das kanadische Quartett auf Rang drei. Wer das vorhergesagt hätte, sollte vielleicht heute noch Lotto spielen, denn damit war nicht zu rechnen. Profitiert haben sie jedoch von den vielen Disqualifikationen aus den Top-Teams. Trotzdem soll dies die Leistung der drei Teams auf dem Podium nicht schmälern, denn sie haben hart gekämpft und es verdient, gewürdigt zu werden, auch wenn ihre Medaillen von den Disqualifikationen überschattet werden.

Disqualifikationen überschatten Wettbewerb

Drei Disqualifikationen im ersten Durchgang und zwei weitere im zweiten Durchgang überschatten den gesamten Wettbewerb und den verdienten Sieg der Slowenen. Im ersten Durchgang hat es Katharina Althaus (Deutschland), Daniela Iraschko-Stolz (Österreich) und Sara Takanashi (Japan) erwischt. Im zweiten waren es die beiden norwegischen Springerinnen Anna Odine Stroem und Silje Opseth. Alle wurden aufgrund desselben Problems disqualifiziert: Wegen ihres Anzuges. Dies überraschte viele in der Skisprungwelt. Fünf Disqualifikationen in einem Wettbewerb sind höchst selten und somit sehr ungewöhnlich. Gerade aufgrund er Tatsache, dass alle Disqualifizierten wahrscheinlich den selben Anzug getragen haben, wie vor zwei Tagen beim Einzelwettbewerb. „Mit Sicherheit [haben sie die gleichen Anzüge wie vor zwei Tagen verwendet]. Vor allem die erfolgreichen und erfahrenen Athletinnen wie Sara Takanashi, Katharina Althaus und Daniela Iraschko-Stolz werden sich hüten, kurzfristige Änderungen vorzunehmen. „Heute ist ein bisschen etwas eskaliert und es wird sicher vieles zum Nachbesprechen geben“, meinte ZDF-Experte Toni Innauer. Von den drei Teams, die es im ersten Durchgang erwischt hat, hat es das Team aus Deutschland dann sogar nicht unter die Top-8 geschafft und somit den zweiten Durchgang verpasst. Dementsprechend sauer und irritiert über die vielen Disqualifikationen zeigte sich der Herren-Cheftrainer Stefan Horngacher im ZDF-Interview.

Horngacher: „Ich für mich muss mir echt mal überlegen, ob ich das Kasperletheater hier nächstes Jahr noch mitmache.“

„Es war natürlich jetzt echt bitter, das muss man schon sagen. Man muss auch mal sagen hier die Kontrollen: Sie fangen dann an, bei Olympia irgendwie anders oder mehr zu messen, ich verstehe das nicht. Ich habe jetzt grade mit Sandro [Pertile] geredet, für mich ist das ein Kasperletheater. Wir haben ja auch im Herrenbereich über den ganzen Winter schon relativ viele Probleme gehabt. Jeden Tag werden neue Regeln aufgestellt. Also aus meiner Sicht ist das nicht mehr im Sinne des Sportes. Irgendwie muss man fiebern und bibbern, dass man durch kommt. Wir versuchen alles, um die Anzüge regelgerecht zu schneidern. (…) Ich bin eigentlich sehr enttäuscht über diese Entscheidung, aber der positive Aspekt ist, dass wir heute echt tolle Sprünge gezeigt haben. Die Selina hat einen super Sprung gemacht, der Consti hat einen sehr guten Sprung gemacht, die Kathi hat einen sehr guten Sprung gemacht und auch der Karl hat jetzt die Schanze mal geknackt. Das sind die positiven Dinge die wir mitnehmen müssen. Den Rest können wir jetzt hier nicht mehr ändern, aber ich für mich muss mir echt mal überlegen jetzt in der nächsten Zeit, ob ich hier das Kasperletheater nächstes Jahr noch mit mache.“

Damen Bundestrainer Maximilian Mechler meinte: „Wir hatten dieses Jahr nicht ganz so die Probleme, es war alles in Ordnung. Wir sind nur hier her gekommen und dann waren die Männer Kontrolleure mit dabei und das hat ziemlich viel Unruhe rein gebracht, weil auf ein Mal alles anders war.“ Überraschend ist, dass die Anzüge im Einzelwettbewerb noch gesprungen wurden, da noch gepasst haben und sie jetzt plötzlich nicht mehr passen. „Wir springen eigentlich die ganze Zeit mit den gleichen Maßen. Die Anzüge kommen so mit diesen Maßen aus der Firma und werden dann noch zurecht geschneidert, sodass es auf Nummer sicher ist und letztes Mal hat es gepasst, heute nicht. Etwas seltsam“, erklärte Horngacher.

Kraft: „Gute Werbung war es keine“

Karl Geiger äußerte sich schlecht gelaunt und enttäuscht nach dem 1. Durchgang: „Ich habs eben gar nicht mitbekommen. Ich habe mich nach meinem Sprung gefreut, weil das der erste war, der mir echt mal ein bisschen gelungen ist und habe gedacht: Jawohl, jetzt kann ich dem Team helfen, aber das ist echt ne harte Nummer, wir waren gut. Ich habe bloß noch Kathas Sprung gesehen und dann bin ich raus gegangen. Der war sehr gut und ich weiß nicht, was nicht gepasst hat, aber ich finde das mega skurril, dass da drei rausgehauen werden. Verstehe ich nicht. Die werden das gleiche Material gesprungen sein, wie sonst auch. (…) Das es jetzt drei erwischt hat, irgendwas ist da komisch.“

Österreichs Stefan Kraft sagte im ZDF-Interview: „Gute Werbung war es keine. Aber natürlich, wenn der Anzug nett passt und die Kontrolleure da heute keine Verwarnungen machen, auch wenn der Anzug nur einen Zentimeter zu groß ist, dann soll man disqualifiziert werden, aber es ist halt bitter, wenn es dann die besten Nationen erwischt und es knappe Entscheidungen sind und man dann um die Medaillen keine Chance mehr hat.“ Weiter fügte er hinzu: „Ich weiß nicht, wie die Damen bis jetzt die Kontrollen gehandhabt haben. Bei uns war es heuer schon sehr viel strenger wie in den letzten Jahren, man ist im zweiten Durchgang immer noch auf Anzugröße kontrolliert worden und ich glaube bei uns Männern springt jetzt mittlerweile jeder sehr faire Anzüge und ich weiß nicht, ob die die Damen einfach heute sehr, sehr strikt auf ein Mal kontrolliert haben und davor nicht, das weiß ich jetzt nicht. Aber natürlich: Es ist kalt, wir sind auf der Höhe und ich habe jetzt auch schon ein Kilo verloren seid wir hier sind, aber ich habe halt meinen Anzug nach genäht und enger gemacht. Da muss man fast täglich drauf schauen, dass da alles passt. Sehr bitter für uns.“

„Es ist heute schlecht für den Sport. Ich glaube, dass es zukünftig für das Frauen Skispringen gut ist, dass wirklich schärfer und rechtzeitig kontrolliert wird und das hat wahrscheinlich dann eine gute Wirklung, wenn die Regeln ein Mal richtig vorgeschrieben werden und nicht so viel getrickst wird, aber da muss man es rechtzeitig machen“, sagte Toni Innauer im ZDF. „Heute trifft sie es wie der kalter Regenguss, dass sie eine nach der andern plötzlich disqaulifiziert werden. Das ist schon sehr erstaunlich.“

Nach diesem Teamwettbewerb bleiben zwei Seiten: Einerseits die hoch verdienten Sieger und glücklichen Silber- und Bronzemedaillen-Gewinner, anderseits die überraschenden Disqualifikationen, die viele Fragen aufwerfen und den Wettbewerb etwas unrealistisch wirken lassen.

Offizielle Ergebnisliste

Quelle: FIS, ZDF

Olympische Spiele

Das Team aus Slowenien (506,4 Punkte) führt zur Halbzeit beim Mixed-Wettbewerb bei den Olympischen Spielen. Auf dem zweiten Platz liegt im Moment das Team aus Norwegen vor den Russen.

Disqualifikationen von Althaus, Iraschko-Stolz und Takanashi

Gleich drei Springerinnen wurden aufgrund ihres Anzuges disqualifiziert: Katharina Althaus (Deutschland), Daniela Iraschko-Stolz (Österreich) und Sara Takanashi (Japan). Dadurch sind die Podestchancen für alle drei Teams hin und das Team aus Deutschland verpasst sogar als neunter den zweiten Durchgang.

Das Team des Gastgebers China hat es als zehnter ebenfalls nicht in den zweiten Durchgang geschafft.

Quelle: FIS

Olympische Spiele

Im Probedurchgang vor dem heutigen Mixed-Wettbewerb führt Evgenii Klimov (Russland) die Wertung an (100 Meter, 97,7 P.). Stefan Kraft (Österreich) folgt auf zwei (99 Meter, 96,1 P.) und der Olympia-Sieger von gestern, Ryoyu Kobayashi (Japan), wird dritter (99,5 Meter, 95,4 P.).

Peter Prevc (Slowenien) und Danil Sadreev (Russland) folgen auf vier und fünf. Karl Geiger (Deutschland) zeigt sich heute in einer besseren Form als in den letzten Tagen und wird secher im Probedurchgang.
Bei den Damen ist Ursa Bogataj (Slowenien) die Beste mit 102 Metern und 80,9 Punkten. Hinter ihr liegen Sare Takanashi (Japan, 98 Metern und 70,8 P.) und Nika Kriznar (Slowenien, 97 Meter, 68 P.). Da die beiden slowenischen Damen und auch die beiden Herren im Training und über die Saison hinweg sehr guten Leistungen zeigen konnten, gelten sie als Favoriten für den heutigen Mixed-Wettbewerb.

Constantin Schmid wird zwölfter in der Probe mit 95,5 Metern. Seine zwei Teamkolleginnen Selina Freitag und Katharina Althaus haben den Probesprung ausgelassen. Mit einem deutlich verbesserten Karl Geiger, der Medaillengewinnerin von der Normalschanze Katharina Althaus, dem im Moment starken Schmid und Selina Freitag, die das Quartette abrundet, können sich die deutschen Springer Hoffnung auf eine Medaille machen.

Neben Stefan Kraft zeigt sich auch sein Teamkollege Manuel Fettner, der gestern überraschend Silber gewinnen konnte, in einer guten Form und wird mit einem guten Sprung auf 98 Meter siebter. Lisa Eder (23.) ist die fünft beste Frau in der Probe und damit deutlich besser als ihre Teamkollegin Daniela Iraschko-Stolz, die nur 83 Meter weit springt. Aber trotz der kleinen Schwäche von Iraschko-Stolz zählen auch die Österreicher zu den heißesten Medaillenfavoriten am heutigen Tage.

Der Mixed-Wettbewerb beginnt um 12:45 Uhr und wird vom ZDF und von Eurosport übertragen. Der gesamte Zeitplan für die Olympischen Spiele ist hier zu finden.

Offizielle Startliste

Quelle: FIS

Norwegischer Skiverband Olympische Spiele

Lange mussten Johann André Forfang und Daniel André Tande um einen Start bei Olympia bangen. Die Hoffnung, dass beide zusammen nun doch noch nach Peking reisen können, ist geplatzt. Während sich Tande bereits auf dem Weg nach Peking befindet, musste Forfang seine Hoffnungen auf eine Olympia-Teilnahme nun endgültig begraben.

Am 21. Januar wurde Johann André Forfang positiv auf das Coronavirus getestet. Wie er nun selbst über seine Social Media Kanäle mitteilte, wird er einen Start bei den Olympischen Winterspielen verpassen. Den notwenigen CT-Wert von 35 habe er nicht rechtzeitig erreicht, um in den Flieger nach Peking einsteigen zu können.

„Die letzten Wochen waren hart. Ich war psychisch in keinem guten Zustand. Das fühlt sich überhaupt nicht fair an. Ich lebe seit zwei Wochen ein normales Leben und trainiere wie gewohnt, aber ich bin immer noch nicht «gesund» genug, um nach China einzureisen“, so der 26-Jährige.

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Tande verstärkt norwegisches Team auf der Großschanze

Noch vor wenigen Tagen hatte man die Hoffnung, entweder beide, oder zumindest Forfang nach Peking reisen lassen zu können. Doch dann kam die plötzliche positive Wende beim Skiflug-Weltmeister von 2018. Daniel-André Tande ist nun der „Glückliche“, der es mit einer Reihe von negativen Testergebnissen und dem entsprechenden CT-Wert doch noch nach Peking schafft und seine Teamkollegen zumindest auf der Großschanze verstärken wird. Wichtig ist die Anreise des 28-Jährigen nicht nur für den Einzelwettbewerb am kommenden Samstag, sondern vor allem für das Teamspringen, welches ohne ihn für die Skisprung-Nation Norwegen ausfallen müsste.

Quelle: Instagram/johannforfang, Instagram/daniel_a24

Olympische Spiele

Was nach dem ersten Durchgang bereits sicher schien, bestätigt Ryoyu Kobayashi mit Nervenstärke auch im Finale. Der Japaner holt Gold von der Normalschanze in Peking und krönt sich erstmals zum Olympiasieger. Silber und Bronze gehen an Manuel Fettner und Dawid Kubacki.

Ryoyu Kobayashi macht es spannend im Finale und überfliegt die grüne Linien nur knapp. Aber es reicht für den Japaner, der sich mit 4,2 Punkten Vorsprung den Olympiatitel holt. Manuel Fettner holt die Eisen für das österreichische Team aus dem Feuer. Mit einem starken Sprung auf 104 Meter sorgt er für die erhoffte Medaille der Alpenrepublik und holt Silber. Bronze geht an Polen, jedoch nicht an Kamil Stoch, sondern an Dawid Kubacki, der mit 103 Metern den Sprung in die Medaillenränge schafft.

Peter Prevc und Kamil Stoch geben ihre Medaille im Finale nur knapp ab. Prevc wird mit hauchdünnen 0,5 Pünktchen unglücklicher Vierter. Stoch wird Sechster hinter dem Russen Evgeniy Klimov. Teamkollege Danil Sadreev liefert ebenfalls einen starken Wettbewerb ab und reiht sich als Achter ebenfalls in den Top-Ten ein. Für den Finnen Antti Aalto hat es zwar nicht für eine Top-Platzierung gereicht, mit Platz 12 dürfte er aber noch zufrieden sein.

Favoriten erleben Enttäuschung – Granerud disqualifiziert

Für Halvor Egner Granerud endet sein erster Wettbewerb bei Olympischen Spielen nicht wie erhofft. Als einer der Favoriten ins Rennen gegangen, wird er nach einem unglücklichen ersten Sprung im Finale disqualifiziert. Grund war ein nicht regelkonformer Anzug des Norwegers. Top-Favorit Marius Lindvik erwischt im Finale erneut einen Hauch von hinten und betreibt mit 102 Meter zumindest Schadensbegrenzung. Er schafft es zwar noch in die Top-Ten (7.), dürfte aber ebenso wie seine Teamkollegen enttäuscht sein. Denn auch für Landsmann Robert Johansson genau wie für den Österreicher Stefan Kraft sieht es im Finale nicht gut aus. Mit rund 5 Pluspunkten aufgrund der Rückenwind-Verhältnisse zeigt Kraft noch einen guten Sprung, während Johansson zurückfällt.

Geiger mit Schadensbegrenzung – Schmid bester Deutscher

Ein zufriedenstellender Sprung zum Abschluss: Die Erleichterung ist Karl Geiger (15.) nach seinem 99-Meter-Sprung anzumerken. Die erhoffte Steigerung im Wettbewerb hat sich für das deutsche Team jedoch nicht erfüllt. Stephan Leyhe kann den 13. Platz nach seinem zweiten schwächeren Sprung nicht halten und fällt zurück auf Rang 24. Die erhoffte Top-Ten-Platzierung wird es für Constantin Schmid nicht, dafür wird er als 11. jedoch bester Deutscher.

Offizielles Resultat

Olympische Spiele

Spannung pur in Peking: Ryoyu Kobayashi führt nach dem ersten Durchgang auf der Schanze von Zhangjiakou. Im Kampf um die Medaillen scheint die Goldmedaille fast entschieden. Auf den Fersen sind dem Japaner Peter Prevc und Kamil Stoch. Das deutsche Team erlebt mit ihren beiden Top-Springern eine herbe Enttäuschung.

Die einen profitieren von einem langen Anlauf und Aufwind, die anderen fallen mit kürzerem Anlauf und Rückenwind weit zurück. Von Top-Athleten trotzt einzig Ryoyu Kobayashi den widrigen Bedingungen und setzte sich bereits mit deutlichem Abstand an die Spitze. Mit knapp sechs Punkten Rückstand folgt Peter Prevc, der jedoch noch als Wackelkandidat für den Finaldurchgang gilt. Auch Kamil Stoch zeichnet sich in letzter Zeit nicht durch seine Konstanz aus und hat die Medaille noch nicht sicher. Denn auch der absprungstarke Manuel Fettner wahrt sich mit Platz fünf und einem engen Punktabstand noch Chancen auf die Medaillenränge.

Top-Favoriten lassen federn

Der Wind spielt erneut eine Rolle und leider in einigen Fälle eine sehr bedeutende. Sowohl Piotr Zyla, Robert Johansson als auch Killian Peier, die durchaus Kandidaten auf eine Top-Platzierung waren, müssen sich den ungünstigen Windbedingungen ergeben und büßen bereits nach ihrem ersten Sprung alle Chancen ein. Auch die beiden Österreicher Daniel Huber und Stefan Kraft sind Opfer des zunehmenden Rückenwindes.

Enttäuschung im deutschen Team: Eisenbichler scheidet als 31. aus

Nach einem schwierigen Einstand der deutschen Mannschaft und vielen Sorgenfalten im Gesicht der Trainer zeigt zumindest Constantin Schmid mit 102 Metern seinen bisher besten Sprung im Wettbewerb und startet als 6. ins Finale. Weniger glücklich läuft es im ersten Durchgang für Stephan Leyhe, der einen Hauch zu viel von hinten erwischt und damit zu früh landet (13.). Karl Geiger und Markus Eisenbichler kommen nach wie vor nicht zurecht mit der Anlage. Eisenbichler erwischt den Absprung zu spät und landet deutlich zu früh – als 31. verpasst er den Finaldurchgang. Enttäuschend auch die Leistung von Karl Geiger, der die richtigen Knöpfe auch im Wettkampf nicht gefunden hat. Als 21. sind auch für ihn alle Chancen auf eine Medaille dahin.

Klimov und Sadreev mit starkem ersten Sprung

Profitieren können im ersten Durchgang die beiden Russen Evgeniy Klimov und Danil Sadreev. Die beiden bestätigen ihre Leistungen aus dem Training und nutzen die kritisch gewählte Anlauflänge der Jury zu ihrem Vorteil. Klimov gelingt ein Sprung auf 104 Meter, mit dem er sogar auf Rang vier liegt und die Möglichkeit auf eine russische Medaille wahrt. Die Bestweite des ersten Durchgang setzt Danil Sadreev mit 107,5 Meter in den Schnee. Damit liegt er zur Halbzeit auf einem für ihn starken siebten Rang.

Resultat 1. Durchgang

Olympische Spiele

Im Probedurchgang zum ersten Wettkampf der Skisprung-Herren präsentiert sich Evegnii Klimov in starker Form. Dahinter landen Marius Lindvik (Norwegen) und Piotr Zyla (Polen).

Heute wird es auch endlich für die Skispringer in Peking ernst. Doch bevor es in den ersten Wettbewerb von der Normalschanze geht, galt es für die Athleten noch einmal sich ein gutes Fluggefühl zu holen.

Das beste Fluggefühl holte sich in der Probe der russische Springer Evgenii Klimov. Ein Sprung auf 96 Meter bedeuten für ihn die Spitze des Feldes. Direkt dahinter platziert sich der Norweger Marius Lindvik, der 102 Meter in den Schnee von China setzt. Dritter in der Probe wird Piotr Zyla aus Polen, der 95 Meter weit springt. Anze Lanisek aus Slowenien rangiert sich auf Rang vier ein. Manuel Fettner, der bisher in allen vorherigen Trainingsdurchgängen überzeugt hatte, springt auf 93,5 Meter und wird damit Fünfter.

Deutsche Mannschaft springt weiter hinterher

Für das TeamD läuft es auch immer noch nicht rund. Bester Deutscher im Probedurchagng wird Markus Eisenbichler auf Rang 20. Stephan Leyhe bringt einen Sprung auf 89 Meter herunter und platziert sich damit direkt hinter Eisenbichler. Karl Geiger wird 22. Constantin Schmid springt auf 87,5 Meter und wird 26.

Stefan Kraft landet hinter seinem Teamkollegen Manuel Fettner auf Rang Sechs. Jan Hörl wird 19., Daniel Huber 36.

Um 12Uhr geht es los mit dem Wettbewerb von der Normalschanze. Live zu sehen auf ZDF und Eurosport.

Resultat Probedurchgang

Quelle: FIS

Olympische Spiele

Die Österreicherin Sophie Sorschag und die Kanadierin präsentieren sich im heutigen Training stark. Die Österreicherin und die Kanadierin können jeweils einen Trainingsdurchgang für sich entscheiden. Im dritten Trainingssprung setzt sich die Japanerin Sara Takanashi durch.

Nach der gestrigen spannenden Entscheidung der Skisprung-Damen standen heute erneut drei Trainingsdurchgänge auf dem Programm. Für einige Frauen geht es noch darum, sich für einen Starplatz im Team für den morgigen Mixed-Wettkampf zu empfehlen.  

Vor allem eine, die im Wettkampf gestern noch unglücklich disqualifiziert wurde, machte auf sich aufmerksam: Sophie Sorschag. Die Österreicherin war für die positiv auf Covid-19 getestete Jacqueline Seifriedsberger nachnominiert worden und konnte erst kurzfristig nach Peking reisen. Lediglich einen Probesprung absolvierte die Athletin des SV Villach, bevor es für sie in den Wettkampf von der Normalschanze ging. Dort wurde sie dann disqualifiziert. Da bei olympischen Wettbewerben keine Sponsoren auf dem Anzug erlaubt sind, hatte die 23-jährige Diese kurzerhand abgeklebt. Da durch das Abkleben die Luftdurchlässigkeit an allen Stellen des Anzugs nicht mehr gewährleistet war, erfolgte die Disqualifikation.

Sorschag und Strate überzeugen

Nun ließ Sorschag im ersten Trainingsdurchgang aufhorchen. Ein Sprung auf 106 Meter bedeuten für die Österreicherin Rang eins. Die Rekord-Weltcup-Siegerin Sara Takanashi belegt mit einer Weite von 99,5 Metern Rang zwei. Sorschags Teamkollegin Lisa Eder, die für die ebenfalls positiv auf Covid-19 getestete Sara Marita Kramer nachnominiert wurde, landete punktgleich mit der Kanadierin Abigail Strate auf Rang drei.  Daniela Iraschko-Stolz – ebenfalls Österreicherin – landet auf Rang fünf.

Auch im zweiten Trainingsdurchgang zeigte Sorschag eine überzeugende Leistung. Mit einem Sprung auf 97 Meter belegt sie hinter der Kanadierin Abigail Strate, die eine Weite von 99 Metern in den Schnee setzt, Rang zwei. Auf dem dritten Platz landet erneut Sara Takanashi mit einem Sprung auf 95 Metern. Ihre Teamkollegin Yuki Ito platziert sich mit einem Sprung auf 94,5 Metern knapp dahinter auf Rang vier. Lisa Eder (Österreich) wird Fünfte. Daniela Iraschko-Stolz wird 12.

Takanashi im dritten Trainingsdurchgang vorne

Im dritten Trainingsdurchgang setzte sich dann Sara Takanashi mit einer Weite von 99 Metern durch. Direkt dahinter landet mit Lisa Eder eine Österreicherin. Ein Sprung auf 93,5 Meter bedeuten für die 20-jährige Rang zwei. Auf Rang drei  platziert sich die Kanadierin Abigail Strate mit einem Sprung auf 87 Meter. Die Auf dem vierten Rang rangiert sich mit Anna Odine Stroem eine Norwegerin ein. Die Chinesin Bing Dong landet auf Rang fünf. Nicht ganz konnte Sophie Sorschag an die Leistungen aus den beiden vorherigen Durchgängen anknüpfen. Ein Sprung auf 82,5 Meter bedeuten für die Österreicherin Rang Zehn.

Die deutsche Mannschaft hatte – ähnlich wie das slowenische Team und etliche andere Starterinnen – auf das Training verzichtet.

Resultat Offizielles Training

Quelle: FIS

Olympische Spiele

Bei den Olympischen Winterspielen in Peking/Zhangjiakou holt sich Ursa Bogataj die Goldmedaille für Slowenien. Silber und Bronze von der Normalschanze gehen an Katharina Althaus (Deutschland) und Nika Kriznar (Slowenien).

Skispringen bei den Olympischen Winterspielen – das ist Spannung pur und ein Wettbewerb mit besonderen Geschichten. Bei wechselnden Winden sollte der Wettkampf von Beginn an zur Nervenschlacht werden. Doch gerade die Top-Springerinnen zeigten in dieser Extreme ihre Weltklasse. So zum Beispiel die Sloweninnen: Nika Kriznar sorgte mit 103 Metern (113,9 P.) für den ersten Wow-Moment – und Platz drei zur Halbzeit. Landsfrau Ursa Bogataj zauberte noch einen besseren Sprung aus dem Hut. 108 Meter und 118 Punkte reichten aber bis dato nur zu Platz zwei, weil – wie bei Kriznar – auch die Landung von Bogataj nicht optimal war. Hier sollte Katharina Althaus ansetzen: 105,5 Meter und 121,1 Punkte bedeuteten die Führung vor dem Finale.

Showdown im Finale

Im Finale war die Spannung von Zhangjiakou bis nach Deutschland zu spüren. Ging es doch für Katharina Althaus mit umgerechnet rund 1,5 Meter Vorsprung in die Entscheidung. Doch die Konkurrenz legte zunächst vor. Sara Takanashi machte mit 100 Metern den Anfang und landete mit insgesamt 224,1 Punkten auf dem vierten Platz. Ema Klinec patzte mit 90,5 Metern (215,4 P.) und wird am Ende Fünfte. Nika Kriznar lieferte mit 99,5 Metern und holte sich die Bronzemedaille (232 P.). Dann das große Finale: Ursa Bogataj zauberte 100 Meter auf die Schanze und sicherte sich mit 239 Punkten die Goldmedaille, weil Katharina Althaus bei schlechteren Windbedingungen nicht mehr kontern konnte – 94 Meter (236,8 P.) reichten am Ende zu Silber. Die 25-Jährige zeigte sich bei Eurosport aber nicht unglücklich: „Ich freue mich mega, dass ich hier eine Medaille gewonnen habe. Das war nicht der einfachste Wettkampf, aber ich glaube, dass ich zwei wirklich gute Sprünge gemacht habe.“

DSV mit solidem Mannschaftsergebnis

Neben Althaus haben auch die weiteren Starterinnen aus Deutschland geliefert und alle das Finale erreicht. Für Juliane Seyfarth und Selina Freitag gab es im zweiten Durchgang eine Verbesserung und die Plätze 19 und 22. „Also für mich war es ganz positiv. Es fühlt sich an, als komme ich von Sprung zu Sprung besser zurecht“, erklärte Juliane Seyfarth im ZDF. Die 31-Jährige kann sich Hoffnungen auf einen Start in der Mixed-Formation machen. Pauline Heßler verlor indes im Finale an Boden und wird am Ende 24.

Enttäuschender Tag für Österreich

Anders vorgestellt, haben sich das bestimmt die Verantwortlichen aus Österreich. Ohne die coronabedingten Ausfälle von Sara Marita Kramer und Jacqueline Seifriedsberger konnte die Mannschaft nicht an die Leistungen aus den Vorwochen anknüpfen. Beste ÖSV-Springerin wird am Ende Lisa Eder als Achte. Daniela Iraschko-Stolz und Eva Pinkelnig landeten nur auf den Plätzen 12 und 20. Sophie Sorschag wurde nach ihrem Versuch im ersten Durchgang wegen eines nicht regelkonformen Anzuges disqualifiziert.

Offizielles Ergebnis