Neujahrsspringen: Kubacki gewinnt in Garmisch-Partenkirchen – Geiger verliert Tournee-Führung

Dawid Kubacki, Foto: Konstanze Schneider
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Was für eine Ansage von Dawid Kubacki. Der Tourneesieger des Vorjahrs gewann das Neujahrsspringen mit 139 Meter und einem neuen Schanzenrekord von 144 Meter im Finale. Mit 282,1 Punkte setzte er sich gegen Halvor Egner Granerud (274,9 Punkte) durch, der 137 und 136 Meter erreichte und die Führung in der Tournee-Wertung übernahm. Das Podest komplettierte der Pole Piotr Zyla, der mit 260,4 Punkten knapp vor seinem Landsmann Kamil Stoch (260,0) blieb.

Karl Geiger (259,9) gelang mit starken 138 Meter im Finale immerhin der Sprung auf Rang fünf. Damit hielt der Oberstdorfer auch den Anschluss in der Gesamtwertung, nachdem er im ersten Sprung (131,5 Meter) ordentlich an Boden verlor. „Der erste Sprung war ein bisschen spät, aber unter dem Strich bin ich mit dem Wettkampf zufrieden. Ich hätte nicht gedacht, dass es noch so weit nach vorne geht“, erklärte er im Interview. Mit 551 Punkten liegt er aktuell lediglich vier Punkte hinter Halvor Egner Granerud. Gemeinsam mit Kamil Stoch (548,3) und Dawid Kubacki (546,4) dürften beide in Österreich um den Tournee-Erfolg kämpfen.

Für Markus Eisenbichler könnte es mit dem goldenen Adler dagegen bereits vorbei sein. So reichte es für den Siegsdorfer nach 137,5 und 134 Meter nur für Rang sieben. “Im zweiten Durchgang hat es mich in der Luft nicht so richtig getragen, aber es war ein ordentlicher Wettbewerb”, befand der 29-Jährige. Punktgleich mit Eisenbichler bestätigte auch Ryoyu Kobayashi seine aufsteigende Tendenz. Noch etwas besser machte es der sechstplatzierte Phillip Aschenwald. Auch Johan Andre Forfang (9.) und Andrzej Stekala (10.) erreichten ein sehr zufiedenstellendes Ergebnis. Verabschiedet aus dem Kampf um die Tournee-Wertung hat sich Stefan Kraft, der mit 124 Metern im Finale auf Rang 28 durchgereicht wurde. Auch Pechvogel Anze Lanisek kann nach seinem Sturz und Rang zwölf wohl nicht mehr vorne angreifen.

Im Gegensatz zum Tournee-Auftakt präsentierten sich die DSV-Adler breiter aufgestellt. So gelang Martin Hamann sein bestes Tournee-Resultat. Mit 128,5 und 135,5 Metern landete der Sachse auf einen starken elften Rang. “Ich bin mit der Leistung sehr zufrieden. Der I-Punkt auf dem I hat jedoch gefehlt. Ich gehe aber mit einem positiven Gefühl nach Innsbruck”, so der 23-Jährige. Pius Paschke fiel im Finale mit 127 Meter noch auf Rang 16 zurück, rehabilitierte sich jedoch zumindest etwas im Vergleich zu Oberstdorf.

Freitag sammelt Weltcuppunkte – Frühes aus für Severin Freund

Richard Freitag sammelte als 27. zum ersten Mal nach über einen Jahr wieder Weltcuppunkte. “Ich muss wieder Druck in den Sprung reinkriegen. Ich muss über den Radius Druck zum Tisch aufbauen und das mit dem Flug verbinden. Jetzt heißt es dran bleiben und weiter zu arbeiten”, erklärt er. Sein Finalsprung auf 126 Meter könnte jedoch zu wenig sein, um weiter nach Innsbruck zu dürfen. Bundestrainer Stefan Horngacher wollte sich nach dem Springen jedoch noch nicht festlegen

Überraschend Schluss war bereits nach Durchgang 1 für Severin Freund. Der 32-Jährige konnte sich bei starken Seitenwind nicht gegen Nazharov durchsetzen und schied mit 123 Metern auf Platz 39 liegend aus. Auch Moritz Bär (43.), David Siegel (45.) und Constantin Schmid (47.) verpassten das Finale deutlich.

Horngacher mit dem Neujahres-Auftakt zufrieden

Obwohl heute mal die anderen jubelten, zeigte sich Stefan Horngacher im Interview mit der ARD nicht unzufrieden. “Wir sind weiter im Rennen und können zufrieden sein. Markus hat seine Sprünge nicht ganz getroffen, aber wir sind dafür mannschaftlich wieder deutlich besser aufgetreten. Martin Hamann hat zwei tolle Sprünge abgeliefert und Pius Paschke sich deutlich verbessert”, so der Bundestrainer. Dass Eisenbichler nicht ganz an seinen Traumsprung von Oberstdorf anknüpfen konnte, ist für den DSV-Coach keine so große Überraschung. Das in Oberstdorf war eine Granate, aber Markus kann auch keine Granaten produzieren, sondern muss gute Sprünge machen. Dann kommt der richtig gute von selber. Leider ist ihm das nicht ganz gelungen”, bewertet er die Leistung des Siegsdorfer.

Nun gilt es in Innsbruck wieder voll anzugreifen. Vor allem Karl Geiger dürfte darauf brennen, nach seinem Pech im Vorjahr, Frieden mit dem Bergisel zu schließen. Mit dem Norweger Halvor Egner Granerud und den beiden Polen Kubacki und Stoch als Gegner, wird er jedoch starke Sprünge und auch das nötige Quäntchen Glück benötigen.

Offizielles Resultat
Zwischenstand Tournee-Gesamtwertung
Gesamt-Weltcup

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