COC Herren Continental Cup

Bei einem turbulenten Saisonauftakt mit wechselnden Winden, konnte sich der Österreicher Stefan Rainer überraschend vor seinem Landsmann Jan Hörl durchsetzen. Auch Richard Freitag kann nach einem guten zweiten Sprung zumindest auf einen teilweise gelungenen Wettkampf zurückblicken.

Wechselnde Winde sowie gleichermaßen weite Flüge wie lange Abfahrten prägten das erste Springen der Continentalcup-Saison. Während es bei den Weltcupspringen in diesem Jahr vergleichsweise ruhig zugegangen war, zeigte sich Ruka heute wieder von der ruppigen Seite. Dies änderte jedoch nichts daran, dass es auch mal richtig weit gehen konnte, wenn ein guter Springer einen ordentlichen Luftteppich unter den Ski hatte. So gelangen Daniel Hörl im ersten Durchgang sagenhafte 150 Meter, womit er die offizielle Schanzenrekordweite um 2,5 Meter übertraf. In Führung lag jedoch sein Teamkollege Stefan Rainer, der ohne Aufwind bei 134 Metern landete. Seinen knappen Vorsprung konnte der 21-Jährige im zweiten Durchgang sogar ausbauen, indem er bei guten Bedingungen mit 138,5 Metern den weitesten Sprung im Finale landete. Demnach gewann er mit 276,9 Punkten vor Landsmann Jan Hörl, der mit 150 und 128 Metern auf 260,9 Punkte kam. Die Plätze drei belegte der Norweger Benedik Jakobsen Heggli mit Sprüngen auf 137 und 124 Meter (253,7 Punkte). Als Viertplatzierter kann auch Eetu Nousiainen (127/132,5 Meter) auf einen gelungenen Heim-COC zurückblicken. So setzte er sich mit 240,9 Punkten knapp gegen den Fünftplatzierten Clemens Leitner (239,3 Punkten) durch.

Freitag mit ordentlichem Saisonauftakt

Aus Deutscher Sicht verlief der Auftakt dagegen eher enttäuschen. Lediglich Richard Freitag dürfte mit seinem sechsten Platz (229,4 Punkte) einigermaßen zufrieden sein. Nachdem der Sachse im ersten Durchgang aufgrund von schwierigen Verhältnissen bereits bei 116,5 Metern landen musste, verbesserte er sich im Finale mit guten 131,5 Metern noch um neun Plätze. Zweitbester Deutsche war Moritz Bär, der als 15. 104 und 115,5 Meter in den Schnee setzen konnte. Seine Punktzahl von 189,9 Punkte bedeuteten jedoch ganze 87 Punkte Rückstand auf die Spitze, was beim Skispringen eine Welt ist. Ebenfalls den Sprung ins Finale schafften Kilian Märkl und Luca Roth. Nach weniger gelungenen Finalsprüngen (93 bzw. 94 Meter) reichte es jedoch lediglich zu den Rängen 25 und 26. Die beiden verbliebenen DSV-Adler Adrian Sell (31.) und Phillip Raimund (44.) verpassten hingegen das Finale.

Am Samstag und Sonntag stehen noch zwei weitere Wettbewerbe in Ruka an, wo alle Beteiligten auf gleichmäßigere Verhältnisse hoffen dürften. Für Richard Freitag geht es dann darum, den Bonus-Startplatz für die Vierschanzentournee zu sichern. So dürften nach den ersten drei Wettbewerben lediglich Springer zweier Nationen vor dem Weltklasse-Springer früherer Tage landen.

Ergebnis

Weltcup Damen

Alles ist angerichtet für den ersten Damen-Weltcup der Saison 2020/21. Wie bereits die Kombiniererinnen am Vormittag, fanden auch die Spezialspringerin beim Probedurchgang bereits beste Bedingungen vor. Als Favoritin wird nach einem erneut starken Probedurchgang die Österreicherin Marita Kramer an den Start gehen.

Vierter Sprung, zum vierten mal Platz eins. Die 19-jährige Österreicherin Marita Kramer war auch im Probedurchgang nicht zu schlagen. Die Junioren-Weltmeisterin des Vorjahres, setzte sich mit 96,5 Metern und 85,4 Punkte vor ihren Konkurrentinnen durch. Doch auch Maren Lundby kommt immer besser in Schwung und blieb mit 95 Metern und 82,8 Punkten nur knapp hinter Kramer zurück. Auf Rang drei landete Nika Krizna (93,5 Meter), die sich schon am Vortag glänzend in Form zeigte. Mit Sophie Sorschag (4.), Chiara Hölzl (6.), Lisa Eder (8.) und Daniela Iraschko-Stolz präsentierten sich die Österreicherinnen mannschaftlich sehr geschlossen.

Althaus und Seyfarth müssen noch zulegen

Nachholbedarf haben dagegen weiterhin die deutschen Springerinnen. Als 15. zeigte sich aber zumindest Katharina Althaus etwas verbessert. Mit Luisa Görlich (18.) und Anna Rupprecht (20.) schafften zwei weitere DSV-Athletinnen den Sprung unter die Top-20. Juliane Seyfarth (22.) und die am Vortag so starke Selina Freitag (31.) wollen dagegen noch zulegen.

Ernst wird es ab 15:40, wenn der erste Durchgang in der Ramsau startet.

Ergebnis Probe

Startliste

Weltcup Damen

Die Österreicherin Marita Kramer hat den Qualifikationstag in Ramsau dominiert. Nachdem die Österreicherin bereits in beiden Trainingsdurchgängen ganz vorne lag, gewann sie auch die Qualifikation souverän. Aus Deutscher Sicht offenbarten insbesondere Katharina Althaus und Juliane Seyfarth noch gewisse Schwierigkeiten.

Bereits im letzten Jahr deutete Marita Kramer mit ihrem ersten Weltcupsieg und dem Titel bei der Junioren-WM an, dass sie zu den besten Springerinnen im Feld gehört. Mit dem Sieg in der Qualifikation hat die 19-Jährige nun ein weiteres Ausrufezeichen gesetzt und sich in die Favoritenposition für das Springen am Freitag gebracht. Der Österreicherin gelang mit 93,5 Meter der weiteste Versuch und setzte sich mit 128,1 Punkten vor der Slowenin Nika Kriznar (120,8 Punkte) durch. Auf Rang drei landete die österreichische Dauerbrennerin Daniela Iraschko-Stolz (89 Meter/116,2 Punkte), die sich direkt vor der Gesamtsiegerin des Vorjahres, Maren Lundby, (89 Meter/116 Punkte) platzierte. Überraschend weit vorne platzierte sich auch die Slowenin Ursa Bogataj (5.) und die Französin Josephie Pagnier (6.). Ein solider Start gelang außerdem der einstigen Dominatoren Sara Takanashi, die mit 88 Metern Rang sieben belegte. Eher enttäuschend war dagegen die Vorstellung von Chiara Hölzl, die noch hinter ihren Teamkolleginnen Lis Eder und Sophie Sorschag Elfte wurde.

Licht und Schatten beim Deutschen Team

Für die Deutschen lief die Qualifikation nur teilweise wie erhofft ab. Zumindest konnten sich aber alle sechs Athletinnen für den Wettbewerb qualifizieren. Den besten Eindruck hinterließ wie in den beiden Trainingsdurchgägen Selina Freitag. Die jüngste DSV-Adlerin platzierte sich mit 87.5 Metern auf einen guten zwölften Rang. Mit Rang 19. kann feierte auch Anna Rupprecht nach ihren Verletzungen einen guten Start in den Winter. Sorgen bereiten dagegen ausgerechnet die beiden Vorfliegerinnen im Deutschen Team. So bestätigten Katharina Althaus und Juliane Seyfarth die mäßigen Trainingssprünge und belegten lediglich Platz 21 und 22. Von den besten Deutschen des Vorjahres wird es in den nächsten Tagen und Wochen definitiv noch eine erhebliche Leistungssteigerung benötigen. Vorerst zufrieden können Luisa Görlich und Agnes Reisch sein, die auf den Rängen 24 und 30 einkamen.

So richtig aufgedeckt werden die Karten jedoch ohnehin erst morgen, wenn das erste Einzelspringen stattfindet. Der Wettbewerb startet ab 15:40 Uhr mit den besten 40 Springerinnen aus der Qualifikation.

Ergebnis Qualifikation

Startliste Wettkampf

DSV Weltcup Damen

„Besser spät als nie“: Unter diesem Motto werden am kommenden Freitag auch die Damen in den Weltcup einsteigen. Dabei hätte alles noch schlimmer laufen können. So verhindert lediglich das kürzlich einberufene Springen in der Ramsau, dass der erste Wettbewerb noch im Jahr 2020 stattfinden kann. Wir blicken auf eine Saison voraus, die von der Corona-Pandemie gezeichnet ist und ihren klaren Höhepunkt bei der WM in Oberstdorf finden wird.

Für die Skiflug-Damen wird der Auftakt in Ramsau ein Flug ins Ungewisse. Fehlende Vergleiche und Sommerwettkämpfe sorgen dafür, dass alle Athletinnen Schwierigkeiten haben dürften, ihre aktuellen Leistungen einzuschätzen. Wie der Blick auf den Weltcup-Kalender erkennen lässt, sind die Damen noch stärker von der Pandemie betroffen als ihre männlichen Kollegen. So wird das zweite Weltcupspringen erst am 23. Januar stattfinden. Ein Zeitpunkt, der eigentlich schon mitten in der Saison liegt. „Wenn wir am 23. Januar wieder an den Start gehen, haben die Jungs 16 Wettbewerbe und eine Weltmeisterschaft im Skifliegen bestritten. Ich bin sicher, wenn jemand etwas für uns tun wollte, wäre es möglich gewesen “, ärgert sich Maren Lundby. „So ist es sehr frustrierend, seit März Tag für Tag so viel Zeit damit zu verbringen, um zu trainieren“, erklärt sie gegenüber nordicmag.info. Wenngleich es bislang auch für das ausfallende Springen in Peking noch keinen Ersatz gibt, ist der Kalender jedoch zumindest im Februar und März gut gefüllt. Hier finden auch, mit der WM in Oberstdorf und der Raw Air in Norwegen, die beiden Saison-Highlights statt. Bei der Heim-WM wird es für die Damen, mit dem Einzelspringen von der Großschanze, eine Prämiere und eine zusätzliche Medaillenchance geben. Ein anderer Traum zahlreicher Athletinnen wird jedoch vorerst nicht in Erfüllung gehen. So endet die Raw Air, wie im Vorjahr, in Trondheim. Top-Springerinnen, wie Katharina Althaus äußerten jedoch mehrmals den Wunsch, dass die besten 15-20 Athletinnen der Gesamtwertung in Vikersund zum Skifliegen dürfen. Schon länger im Gespräch ist auch die Möglichkeit, die Damen in die Vierschanzentournee zu integrieren. Angesichts der ohnehin schwierigen Corona-Lage ist dies jedoch vorerst Zukunftsmusik.

Erneuter Zweikampf zwischen Lundby und Hölzl? Das sind die Favoritinnen in der Saison 2020/21

Im Vorjahr tobte ein erbitterter Kampf um den Gesamtweltcup zwischen der Norwegerin Maren Lundby und der Österreicherin Chiara Hölzl. Diesen konnte die Olympiasiegerin, wie schon in den vergangenen zwei Jahren, für sich entscheiden. Mit lediglich 65 Punkten Unterschied fiel das Ergebnis jedoch wesentlich knapper aus als zuvor. Vieles deutet daraufhin, dass es in dieser Saison ähnlich spannend zugehen könnte. So laborierte Lundby im Sommer an einem „Springerknie“, dass durch ein Ungleichgewicht bei der Landung entstanden ist. So verpasste sie mit den norwegischen Meisterschaften einen wichtigen Test und musste im Training andere Wege gehen. Auf der Favoritenliste, ist die 26-Jährige allerdings trotzdem ganz oben.

Gute Chancen dürfte aber auch Chiara Hölzl haben. Die 23-Jährige machte im letzten Winter einen großen Schritt nach vorne und gewann sechs Weltcupspringen. Im Kampf um den Gesamtweltcup gilt es nun auf der Heimschanze in der Ramsau gleich einmal Flagge zu zeigen. „Ich bin richtig happy. Es ist ein Weltcup daheim in Österreich, das ist immer eine coole Sache und dieser Bewerb vor Weihnachten tut uns allen noch einmal sehr gut,“ freut sie sich. Optimistisch geht auch die 16-malige Weltcupsiegerin Daniela Iraschko-Stolz in die neue Saison. „Die Vorbereitung lieg super und ich möchte mich beim ÖSV bedanken, dass Ramsau für Lillehammer eingesprungen ist. Das spricht für unseren Stellenwert in Österreich und umso motivierter sind wir vorne anzugreifen, so die 37-Jährige. Klar ist, dass man auch eine top motivierte Iraschko-Stolz in der neuen Saison auf den Zettel haben muss.

Nach zwei für ihre Verhältnissen schwächeren Saisons, will jedoch auch Sara Takanashi wieder ganz vorne angreifen. Über die derzeitige Form der viermaligen Gesamtsiegerin kann jedoch nur spekuliert werden. Gespannt darf man auch darauf sein, ob die jungen Sloweninnen Nika Kriznar und Ema Klinec einen weiteren Sprung nach vorne gemacht haben. Vom Potenzial her, könnten beide in Zukunft auch ganz vorne mitmischen. Dies gilt auch für die Junioren-Weltmeisterin Marita Kramer. „Letztes Jahr ist es für mich extrem steil bergauf gegangen. Mein erster Weltcup-Sieg war ein Traum, der in Erfüllung gegangen ist. Darum sind meine Erwartungen heuer natürlich schon höher, als in der letzten Saison. Ich möchte vorne mitspringen und mich in den Top-10 etablieren“, erklärt sie. Vorerst fehlen wird dagegen die 32-jährige Eva Pinkelnig. Nach einem schweren Trainingssturz in Seefeld ist aktuell noch nicht klar, wann die Weltcupdritte des Vorjahres in den Weltcup zurückkehren kann.

Deutschland hofft auf Doppelspitze Althaus & Seyfarth

Im zuletzt so verletzungsgeplagten deutschen Team, liegen die Hoffnungen auf Katharina Althaus und Juliane Seyfarth. Vor allem die Oberstdorferin Katharina Althaus wird mit voller Motivation in eine Saison gehen, in der die WM quasi vor der eigenen Haustür stattfindet. Mit Rang fünf im Gesamtklassment 2019/20 gehört die 24-Jährige zum Favoritenkreis, wenngleich sie im Vorjahr nicht konstant an ihre besten Leistungen anknüpfen konnte. Trotz fehlender Vergleiche mit der internationalen Konkurrenz, geht Althaus zuversichtlich in die Saison. „Ich bin ganz froh mit Juliane Seyfarth jemand im Team zu haben, woran man sich orientieren kann und die in den letzten Jahren auf dem gleichen hohen Niveau gesprungen ist. Ich für mich bin auch noch einmal einen Schritt vorwärts gekommen und daher zuversichtlich, dass ich auch international gut dabei bin“, erklärt sie. Anhand der rasanten Entwicklung des Damen-Springens weiß sie jedoch auch, dass Top-Platzierungen keine Selbstverständlichkeit sind. „Das Feld ist in den letzten Jahren eng zusammengerückt. Man muss über die Wochenende konstant mega Leistungen bringen und bei kleinen Fehlern steht man sofort neben dem Podest. Das ist aber auch gut und spannend so“, erklärt die beste DSV-Adlerin der letzten Jahre. Bei den deutschen Meisterschaften in Oberstdorf, trennten Althaus und ihre Teamkollegin Juliane Seyfarth eine Winzigkeit von 0,5 Punkten. Ein Indiz, dass auch die 30-Jährige im Weltcup wieder vorne mitmischen könnte. Nach Rang drei im Gesamtweltcup 2019, reichte es im Vorjahr nur für einen elften Rang. Damit es nun wieder ganz nach vorne geht, hat sie vor allem am Absprung gearbeitet. „Ich denke auf jeden Fall, dass mein Absprung besser und stabiler geworden ist, sodass ich die Basis für gute Sprünge da ist. Eine schöner Telemark und ein guter Flug hilft nichts, wenn es beim Absprung nicht gepasst hat“, verrät sie.

Carina Vogt und Ramona Straub vor Rückkehr: Was ist von den restlichen deutschen Starterinnen zu erwarten.

Wie Bundestrainer Andreas Bauer auf der Pressekonferenz bestätigte, werden neben den beiden Vorfliegerinnen vorerst Agnes Reisch, Selina Freitag, Anna Rupprecht und Luisa Görlich zum Aufgebot zählen. Zu große Erwartungen will der DSV-Trainer dem Quartett jedoch nicht aussetzen. „Anna Rupprecht hat sich nach einem Kreuzbandriss und einen Knorpelschaden ins Weltcup Team zurück gekämpft. Für sie war es ein harter und steiniger Weg, aber sie macht mir einen gefestigten Eindruck und kann in die Punkteränge springen“, so Bauer. „Luisa Görlich hat nach ihrer ersten Weltcupsaison ebenfalls gute Möglichkeiten Weltcuppunkte zu sammeln. Das gilt auch für Agnes Reisch, die mit Platz drei bei den deutschen Meisterschaften auf sich aufmerksam machen konnte und einen starken Absprung besitzt“, führt er fort. Auf dem richtigen Weg sieht er auch, die mit 19 Jahren jüngste deutsche Athletin, Selina Freitag. „Sie macht mir einen gefestigteren Eindruck als im letzten Eindruck als im Vorjahr, wo im Weltcup viele neue Eindrücke auf sie eingeprasselt sind“, so der Damen-Coach. Für Spitzenplätze werden jedoch nur zwei deutsche Springerinnen in Frage kommen. „Es ist schon so, dass unsere Leaderinnen Katharina Althaus und Juliane Seyfarth vorne wegspringen“, bestätigt er. Um diese Lücke zu schließen, hofft Bauer auch auf die zuletzt Langzeitverletzten Ramona Straub und Carina Vogt. “ Sie befinden sich auf dem Wege der Besserung. Aktuell hat Carina Vogt die erste Trainingseinheit auf Schnee nach einem Jahr und neun Monate gemacht. Sie war extrem motiviert und hat sich sehr gefreut, nach vielen Monaten in der Reha und Kraftkammer wieder springen zu können. Zum Glück ist alles gut gegangen und das Knie hat keine Beschwerden gemacht“, so Bauer. Die Rückkehr in den Weltcup könnte dem DSV-Trainer zufolge bereits Ende Januar stattfinden. Ramona Straub erwartet Bauer auch noch vor Weihnachten auf der Schanze. Hier müsse aber noch abgewartet werden, ob das Knie der Belastung stand hält. Nicht mehr zurückkehren wird dagegen Gianina Ernst, die ihre Karriere nach mehreren schweren Knieverletzungen beendet hat. Ein Hintertürchen gibt es dagegen bei Svenja Würth, die vor einem Jahr zu den Kombiniererinnen gewechselt ist. Dort wird sie auch im kommenden Winter an den Start gehen, könnte sie bei der WM in Oberstdorf für das deutsche Team im Mannschaftsspringen infrage kommen.

Bauer schlägt Alarm: „Müssen uns schnell Konzepte überlegen“

Während der Bundestrainer prinzipiell positiv in die Saison schaut, bereitet ihm die Zukunft jedoch langfristig gesehen sorgen. „Im Nachwuchs haben wir schon unsere Probleme und müssen uns schnellstmöglich Konzepte überlegen. Ein Problem sind die schneearmen Winter, die es nicht leicht machen. Die Kinder, die an die Schanzen kommen wollen natürlich Skispringen und das Erlebnis haben. Dafür brauchen wir aber natürlich präparierte Schanzen. Zum anderen ist da noch Corona, wodurch der Vereinssport brach liegt. Das sind Dinge, die uns weh tun und da müssen wir schnellstmöglich die Köpfe zusammenstecken und Konzepte entwickeln, damit wir für die Zukunft kein zu großes Loch auftut“, warnt der DSV-Trainer. Wichtig wären insbesondere auch Top-Leistungen von Katharina Althaus und Juliane Seyfarth, die den potenziellen Nachwuchs vor den Bildschirmen begeistern und motivieren.

Quellen: DSV-Pressekonferenz, ÖSV

Das können wir von den Deutschen erwarten

Skiflug-Weltmeisterschaften

Bei der Skiflug-WM in Planica steht heute der krönende Abschluss bevor. Nach dem Probedurchgang um 15 Uhr, werden die stärksten Skisprung-Nationen der Welt um den Mannschaftstitel kämpfen.

Wie lässt sich so ein ereignisreicher Tag, wie der gestrige überhaupt verkraften? Sei es Karl Geiger, der seinen größten Karriereerfolg feierte oder Halvor Egner Granerud, der um 0,5 Punkte den ganz großen Triumph verpasste: Heute gilt es für alle noch einmal Flagge zu bekennen. So wartet der möglicherweise spannendste Teamwettkampf bei einer Flug-WM seit vielen Jahren auf die Athleten.

Ausgang offen: Es deutet sich ein Dreikampf an

An der Spitze erwartet uns ein packender Dreikampf. So treffen die mannschaftlich starken Polen auf die norwegischen Flugkünstler und die gestern so erfolgreichen Deutschen. Die ersatzgeschwächten Österreicher werden dagegen genauso wenig um den Kampf um Gold eingreifen können, wie die Slowenien, für die es lediglich um Schadensbegrenzung geht.

Wer am Ende das Rennen macht, deutet sich möglicherweise bereits beim Probedurchgang ab 15 Uhr ab. Hier gilt es, sich für den Wettbewerb um 16 Uhr warmzufliegen. Wie bereits an den Vortagen, werden ruhige Bedingungen vorhergesagt. Einem fulminanten Abschluss steht also nichts im Wege.

Zeitplan:

15 Uhr; Probedurchgang

16 Uhr: Teamfliegen

Startliste

Skiflug-Weltmeisterschaften

Er hat es tatsächlich gepackt. Mit einem Finalflug auf 231,5 Meter verteidigte der Oberstdorfer seinen Vorsprung gegenüber den Norweger Halvor Egner Granerud. Der Norweger legte Geiger mit 243 Metern eine extrem hohe Messlatte auf. Doch Geiger behielt die Nerven und machte mit 0,5 Punkten Vorsprung den WM-Titel klar. Nach Silber bei der WM in Seefeld und Platz drei bei der letztjährigen Tournee schaffte er damit erstmals bei einem großen Wettbewerb den Sprung nach ganz oben.

Was ein dramatisches Finale bei der Skiflug-WM in Planica. Mit einem gewaltigen Satz auf 243 Meter griff der Norweger Halvor Egner Granerud noch einmal nach Gold. Allerdings konnte er dabei keinen Telemark setzen, was der DSV-Adler für sich nutzen konnte. So wurde sein blitzsauberer Flug auf 231,5 Meter diesmal auch mit guten Noten honoriert. Dadurch konnte der überglückliche Oberstdorfer 0,5 Punkte Vorsprung vor Granerud retten, bei dem erst einmal die Enttäuschung überwog. Der bescheidene Bayer zeigte sich dagegen im Interview mit dem ZDF überglücklich. „Das ist unbeschreiblich. Vor dem Wochenende hätte ich das nicht gedacht. Ich wusste zwar, dass ich die Schanze mag und ich hier gut fliegen kann. Aber dass es hier so läuft, ist unglaublich. Ich bin baff“, jubelte Geiger im Anschluss. Zuvor holte sich der werdende Vater auch die Glückwünsche von Teamkollege Andreas Wellinger ab, der den Oberstdorfer unmittelbar nach dem Wettkampf anrief. Auch Bundestrainer Stefan Horngacher freute sich über seinen ersten ganz großen Sieg als DSV-Trainer. „Es war ein spannender, nervenaufreibener Wettkampf. Karl hat erst seinen Vorsprung ausgebaut, sein zweiter Sprung war auch ordentlich. Granerud hat eine echte Rakete gezündet, aber für Karl hat es zum Glück gereicht. Wir freuen uns sehr, dass wir die ersten zwei Medaillen geholt haben“, erklärte Bundestrainer Stefan Horngacher gegenüber dem ZDF.

Eisenbichler behält Rang drei in einem hochklassigen Finale

Wie bereits bei der WM in Seefeld, schaffte es neben Geiger auch Eisenbichler aufs Podest. Diesmal musste der Siegsdorfer jedoch seinen Teamkollegen den Vortritt lassen. Mit 230 Meter im Finaldurchgang setzte er sich beim Duell um Bronze deutlich gegen Michael Hayböck durch, der mit 220,5 Meter keinen so guten vierten Sprung schaffte. Wenngleich Eisenbichler für viele als Goldfavorit gesehen wurde, zeigte er sich auch mit Bronze mehr als zufrieden. So erklärte Geiger im Interview mit dem ZDF, den Jubelschrei des 29-Jährigen sogar von oben gehört zu haben. Der Österreicher wird dagegen mit einem lachenden und einen weinenden Auge auf die Einzelentscheidung zurückblicken. So wurde er für sein sensationelles Comeback nach der Corona-Erkrankung letztlich nicht belohnt.

In einem hochklassigen Durchgang sorgten auch Robert Johansson (5.) Yukia Sato (6.) und Piotr Zyla (7.) sehenswerte Finalsprünge. Dahinter platzierte sich Kamil Stoch auf Rang acht, vor den beiden Überraschungsspringer Klimov und Stekala, die ebenfalls in die Top-10 flogen.

Gutes Mannschaftsergebnis für den DSV: Paschke und Schmid in den Top 15

Auch die zwei verbliebenen DSV-Adler sorgten für achtbare Ergebnisse. Pius Paschke verpasste mit einem Satz von 213,5 Meter den Sprung in die Top-10. als elfter denkbar knapp. Dennoch kann der 30 Jährige auf einen sehr gelungenen Auftritt bei seiner ersten Skiflug-WM zurückschauen. Auch der erst 21-Jährige Constantin Schmid vollendete mit einer Weite von 213,5 Meter einen ordentlichen Wettkampf. So musste er lediglich Anze Lanisek passieren lassen, der auf 228 Meter kam. Allerdings verteidigte er seinen 14. Platz, da Dawid Kubacki nach einem verpatzten Flug zurückfiel. Somit sind die DSV-Adler gemeinsam mit den Norwegern der große Favorit beim Teamfliegen am Sonntag.

Debakel für Slowenien: Nur Lanisek überzeugt am zweiten Tag

Wenig zu lachen gab es auch heute für die slowenischen Flieger. Nachdem Timi Zajc nach seiner öffentlichen Kritik an den Trainerstab ausgeschlossen wurde und Chef-Trainer Bertoncelj zurücktrat, sorgte lediglich Anze Lanisek für kurzen Jubel. Mit starken 228 Metern schob sich der beste Slowene noch auf Platz 12 nach vorne. Bor Pavlovcic und Domen Prevc platzierten sich dagegen lediglich auf den Rängen 20 und 21. Immerhin haben die Slowenen morgen im Teamfliegen noch die Chance auf Wiedergutmachung. So erlaubt die FIS, trotz Corona-Beschränkungen, Peter Prevc oder Ziga Jelar ins Team zurückzuholen, nachdem diese am Vortag als Vorspringer im Einsatz waren.

Ergebnis

Skiflug-Weltmeisterschaften

Karl Geiger liegt bei der Skiflug-WM in Planica auf Goldkurs. Mit 240,5 Meter landete der Oberstdorfer auch im dritten Durchgang den weitesten Sprung. Dank einer starken Landung führt er mit 7,7 Punkten vor Halvor Egner Granerud, dem 239 Meter gelangen.

Vor dem entscheidenden Finaldurchgang läuft alles auf einem Zweikampf zwischen Karl Geiger und Halvor Egner Granerud raus. Im Kampf um das Podest muss sich Markus Eisenbichler im Finale gegen Michael Hayböck behaupten. So verlor er in der dritten Runde mit 234,5 Metern ein wenig an Boden gegen den Österreicher, der dank 237,5 Meter nur noch drei Punkte Rückstand hat. mit 16 bzw. 17 Punkten Rückstand auf Geiger dürfte es mit einem Sieg jedoch für beide schwer werden.

Auf den weitern Plätzen befinden Robert Johansson und Yukia Stao, gefolgt von den drei Polen Zyla, Stoch und Kubacki. Mit ordentlichen Sprüngen auf 217 und 209 Meter konnten auch Pius Paschke (11.) und Constantin Schmid (14.) ihre guten Platzierungen halten.

Zwischenstand nach drei Durchgängen

Skiflug-Weltmeisterschaften Slowenischer Skiverband

Ausgerechnet bei der Heim-WM spielt sich im slowenischen Team ein echtes Drama ab. So ist Anze Lanisek als Bestplatzierter gerade mal 17. Noch schlechter lief es für den eigentlichen Top-Flieger Timi Zajc, der lediglich 27. ist. Am Freitag Abend lies der junge Slowene seinen Ärger freien Lauf und kritisierte die slowenischen Trainer via Instagram. Demnach wurde der 20-Jährige am Samstagmorgen vorerst aus dem Team ausgeschlossen. Wenig später verkündete Trainer Gorazd Bertoncelj seinen Rücktritt.

Eine Heim-WM, keine Zuschauer und sportlich unzufriedenstellende Leistungen: Eine Kombination, die das Frustpotenzial in einem Athleten schon einmal enorm ansteigen lassen kann und Explosionsgefahr mit sich bringt. Die Wut, die sich in Timi Zajc wohl schon länger angestaut hat, konnte er nach dem verpatzten ersten Tag nicht länger zurückhalten. „Leider ist heute alles schief gegangen. Ich habe den ganzen Sommer trainiert, um heute ganz nach unten zu springen. Ich denke, Trainer müssen hier viel Verantwortung übernehmen. Leider muss man so arbeiten, wie sie sagen, sonst wird man aus der Nationalmannschaft ausgeschlossen. Deshalb möchte ich, dass der Cheftrainer die Verantwortung für die schlechten Leistungen aller slowenischen Skispringer übernimmt. Wir alle wollen Medaillen. Aber wie sich in den letzten zwei Jahren herausstellte, fallen meine Ergebnisse. Ich kann mich nur sehr bedanken und auf Wiedersehen sagen“, wütete Zajc über Twitter.

Timi Zajc von der WM ausgeschlossen: Können die Slowenen ein Team stellen?

Der slowenische Verband ließ sich die Kritik auf einer derart ungewöhnlichen Art und Weise nicht länger bieten und schloss den Athleten kurzerhand für den Rest der WM aus. Demnach wird Zajc nicht nur in den beiden verbliebenen Einzel-Durchgängen fehlen, sondern auch beim Teamfliegen am Sonntag. Dies könnte für die Slowenen jedoch noch zu einem größeren Problem werden. So wurden die potenziellen Ersatz-Springer Peter Prevc und Ziga Jelar als Vorspringer eingesetzt. Die Corona-Bestimmungen besagen jedoch, dass Vorspringer nicht mehr eingesetzt werden dürfen, da diese die Wettkampf-Blase verlassen haben. Allerdings hoffen die Slowenen hier noch auf eine Ausnahmeregelung.

Bertoncelj erklärt Rücktritt: Slowenen stehen bei Heim-WM ohne Trainer da

Kurze Zeit nach dem Ausschluss von Timi Zajc folgte dann der nächste Paukenschlag. So trat Slowenen-Coach Bertoncelj mit sofortiger Wirkung zurück und soll das Quartier bereits verlassen haben. Klar ist aber auch, dass es nach der WM ohnehin mächtig gebrodelt hätte. So werfen die Ergebnisse zahlreicher ehemaligen Top-Springer wie Peter und Domen Prevc oder eben Timi Zajc ein schlechtes Bild auf das Trainerteam. Den Anschluss an die Top-Nationen hat man in der bisherigen Saison jedenfalls verloren. Da stellt sich natürlich bei all der fehlenden Selbstkritik auch die Frage, ob Timi Zajc mit seiner Kritik möglicherweise nicht unrecht hat. Denn eine reine Kurzschlussreaktion aus Frust wird der Post des begnadeten Skifliegers auch nicht gewesen sein. So ist es ebenfalls möglich, dass der slowenische Youngstar trotz der unkonventionellen Art und Weise seiner Kritik, intern auf Fürsprecher gestoßen ist.

ÖSV Skiflug-Weltmeisterschaften

Aufatmen im österreichischen Lager. Nachdem sich in den letzten Wochen fast alle Top-Athleten der Alpenrepublik mit dem Coronavirus infiziert hatten, kann Trainer Andreas Widhölzl bei der Skiflug-WM auf ein starkes Team zurückgreifen. Mit dabei wird auch Skiflug Weltrekordler Stefan Kraft sein. Inwieweit die Strapazen der letzten Wochen jedoch Einfluss auf die Leistungsfähigkeit genommen haben, wird sich jedoch erst in den nächsten Tagen zeigen.

Mit einem Sextett haben sich die österreichischen Skispringen auf den Weg nach Planica gemacht. So werden die zuletzt erkrankten Stefan Kraft, Michael Hayböck, Philipp Aschenwald und Gregor Schlierenzauer allesamt zum Team zählen. Mit dabei sind auch die jungen Springer Timon-Pascal Kahofer und Clemens Leitner, die sich über die Trainingsdurchgänge für einen der vier Startplätze empfehlen wollen. Wie der österreichische Skiverband bestätigte, wurden alle Athleten negativ getestet und erhielten grünes Licht für die WM. „Wir haben entschieden, sechs Athleten mit nach Planica zu nehmen. Der Grund ist, dass wir bis zuletzt nicht gewusst haben, welche Springer aus der ersten Trainingsgruppe dabei sein können. Nach den beiden Trainingssprüngen am Donnerstag werden wir entscheiden, welche vier Athleten noch am selben Tag in der Qualifikation für den WM-Bewerb an den Start gehen und welcher Athlet unsere Reserve ist“, so der ebenfalls wiedergenesene Trainer Andreas Widhölzl.

Verzichten müssen die „Rot-Weiß-Roten“ jedoch auf Daniel Huber, dem bislang stärksten ÖSV-Adler der abgelaufenen Saison. Der 27-Jährige hatte sich wie Jan Hörl, Thomas Lackner und Manuel Fettner in Russland mit dem Virus infiziert.

Kraft brennt auf Rückkehr: Möchte die WM nicht im Fernseher anschauen“

Doch auch bei den angereisten Springern bleibt erstmal abzuwarten, wie gut sie die Erkrankung überstanden haben, zumal Skifliegen nochmals eine stärkere Belastung ist als das Springen. So hatte insbesondere Stefan Kraft in den letzten Tagen noch arg mit der Erkrankung zu kämpfen. Nachdem es jedoch zuletzt wieder aufwärts ging, möchte der beste Springer des Vorjahres jedoch seinen Konkurrenten nicht von der Couch aus zusehen. „Ich bin froh, dass ich wieder fit bin. Ich habe heute noch eine sportärztliche Untersuchung absolviert und die ist positiv verlaufen. Die Vorbereitung ist sicher nicht ideal, aber noch eine Woche warten, das hat auch keinen Sinn. Ich möchte nicht noch länger zuhause sitzen und mir die WM im Fernsehen anschauen, mit dem Wissen, dass ich eigentlich dabei sein könnte. Dafür brenne ich zu sehr für meinen Sport und das Skifliegen ganz besonders“, erklärt er. Zwar ist er sich im Klaren, dass eine Woche im Bett zu liegen für einen Leistungssportler eine lange Zeit ist, so war er dennoch in der Lage, einen Test im Kraftraum zu absolvieren. Zwar gesteht er, einen leichten Muskelkater zu verspüren, dieser sollte ihn ab Donnerstag jedoch nicht von weiten Flügen abhalten.

„Aus dem Bett auf die größte Schanze der Welt“: Schlierenzauer vor großer Herausforderung

Mit 253,5 Meter hat auch Gregor Schlierenzauer die Rekordmarke seine Teamkollegen bereits erreicht, wenngleich der Tiroler dabei in den Schnee greifen musste. Nach dem missglückten Auftakt in Wisla und einer nicht ganz so harmlos verlaufenden Corona-Erkrankung werden die Tage in Planica aber vor allem auch eine große Herausforderung für den Rekord-Weltcupsieger. „Es stehen ein paar spannende Tage vor mir und vor dem gesamten Team. Es fühlt sich gut an, wieder an der Schanze zu sein und wieder in den Rhythmus zu finden. Ich möchte von Sprung zu Sprung besser werden. Es geht jetzt mehr oder weniger vom Bett direkt auf eine der größten Schanzen der Welt,“ so der 30-Jährige. Im Gegensatz zu Kraft, konnte dieser aber zumindest auf der Normalschanze in Seefeld erste Sprünge absolvieren.

Erkrankung gut überstanden: Aschenwald und Hayböck mit Vorfreude zur WM

Nicht ganz so heftig wie seine Teamkollegen hat die Erkrankung Philipp Aschenwald getroffen. Dementsprechend zuversichtlich zeigt sich der 25-Jährige auch im Vorfeld auf die WM. Ich habe am Donnerstag meine ersten Sprünge auf der 100-Meter-Schanze in Seefeld gemacht und es hat sich schon wieder richtig cool und lässig angefühlt. Ich freue mich sehr auf die WM. Wir sind selten mit so wenigen Erwartungen zur WM und vielleicht bringt gerade das die nötige Lockerheit, dass er richtig gut funktioniert“, wünscht er sich.

Ebenso positiv blickt Michael Hayböck auf den ersten Saisonhöhepunkt. „Mir ist es nie so richtig schlecht gegangen und hatte kaum Symptome. Ich konnte Ende letzter Woche mit dem Training angefangen und möchte jetzt daran anknüpfen, wo ich in Wisla aufgehört habe. Große Erwartungen habe ich jetzt nicht, dafür aber extreme Vorfreude auf weite Flüge“, verrät der 29-Jährige.

Klar ist, dass das österreichische Team angesichts der Umstände als krasse Außenseiter zur WM fahren. So zählt aktuell kein ÖSV-Adler zum absoluten Favoritenkreis. Doch die geringe Erwartungshaltung kann auch schnell zum Vorteil werden. Einen Stefan Kraft sollte man jedenfalls nicht unterschätzen, denn wenn der beste Adler des Vorjahres oben am Balken sitzt, dann ist er auch stets dazu bereit zuzuschlagen.

Quelle: ÖSV

Skiflug-Weltmeisterschaften Swiss Ski

Ein Großereignis ohne Simon Ammann klingt eigentlich undenkbar. In den letzten 20 Jahren war der „Harry Potter“ des Skispringens bei jedem Großereignis mit dabei und nicht ganz selten ganz vorne zu finden. So erinnern sich zumindest langjährige Zuschauer noch gut an die beiden doppelten Olympia-Siege in den Jahren 2002 und 2010. Auch bei der Skiflug WM 2010 in Planica war der Schweizer nicht zu schlagen. Knapp zehn Jahre später wird der 39-Jährige genau an diesem Ort fehlen.

Eine Skisprungweisheit besagt „Wer nicht in Form ist, der sollte nicht zum Skifliegen fahren“. Genau an dieser mangelt es bei Simon Ammann jedoch an allen Ecken und Enden. So gelangen den ehemals so erfolgreichen Springer in der jungen Saison 2020/21 noch keine Weltcuppunkte. Demnach entschied sich Ammann dafür, die Titelkämpfe ausfallen zu lassen und sich dem Training zu widmen. So bietet die Saison mit der Tournee und der Nordischen Ski WM, wenn alles glatt läuft, noch weitere Highlights. Es wäre nicht das erste Mal, dass sich der Schweizer mit Anpassungen an der Technik und im Material wieder nach oben tüftelt.

Nur Peter und Deschwanden dabei: Schweizer fehlen beim Team-Fliegen

In Planica werden die Eidgenossen jedoch auf ihren jahrelangen Vorflieger verzichten müssen, wie auch Swiss Ski bestätigte. Da auch Kilian Peier nach seiner Kreuzbandverletzung ausfällt, werden für die Schweiz lediglich Gregor Deschwanden und Dominik Peter vertreten sein. Somit wird es beim Mannschaftswettbewerb leider kein Schweizer Team geben. Beim Einzelwettbewerb kann man beide Athleten in den Top-30 erwarten. Für den Weltcup-13. Deschwanden könnte sogar noch mehr möglich sein.

Quelle: swiss-ski.ch