Japanischer Skiverband

Das japanische Team muss fortan ohne Cheftrainer Hideharu Miyahira auskommen. Der Erfolgstrainer verlässt das Team laut Informationen des japanischen Skiverbandes. Sein Nachfolger steht noch nicht fest, jedoch wird Olympia-Geldmedaillengewinner Masahiko Harada den Trainerposten übergangsweise übernehmen.

Schock für Ryoyu Kobayashi und Co. Team Japan muss von nun an auf die Dienste von Trainer Hideharu Miyahira verzichten. Dieser übernahm 2018 das japanische Herren-Team und führte Ryoyu Kobayashi in die Weltspitze. Der 25-Jährige konnte in der Ära Miyahira zweimal den Gesamtweltcup, zweimal die Tournee und olympisches Gold gewinnen. Der Ex-Coach hat es aber auch geschafft, mit Springern wie Yukiya Sato, Keiishi Sato und Naoiki Nakamura weitere junge Springer heranzuführen, nachdem zuvor fast ausschließlich Ü-30-Springer dem Team angehörten. Demnach war es ihm auch möglich in der Saison 2018/19 WM-Bronze im Team zu feiern und Rang drei in der Nationenwertung zu erklimmen.

Harada übernimmt übergangsweise

Noch ist nicht bekannt, wer das Zepter von Miyahira übernehmen wird. Übergangsweise soll die japanische Skisprunglegende Masahiko Harada, der 1998 in Nagano olympisches Gold holte, das Team übernehmen. Offenbar wird er den Trainerposten jedoch nicht langfristig bekleiden. Über mögliche Kandidaten gibt es derzeit keine Informationen. Man darf aber davon ausgehen, dass die Japaner in den kommenden Wochen oder Monaten einen Kandidaten bestimmen, der das Team durch den Weltcup-Winter 2022/23 führt.

Uncategorized Weltcup Damen

Trotz der ausgefallenen Springen in Asien und zum Saisonende in Russland, hatte der Skisprung-Winter der Damen einiges an Abwechslung zu bieten. Dies lag insbesondere daran, dass so viele Großschanzen-Wettbewerbe wie nie ausgetragen worden sind und zum anderen an der stetig höher werdenden Leistungsdichte der Athletinnen. Wir blicken auf die Geschehnisse der vergangenen Monate zurück und stellen fest wie nahe Glück und Leid manchmal zusammenliegen kann.

Bereits im vergangenen Winter hätte Sara Marita Kramer den Gesamt-Weltcup gewonnen, wäre da nicht ein positiver Corona-Test im rumänischen Rasnov gewesen. Eine leidvolle Erfahrung, die sie in der Saison 2021/22 endlich begleichen konnte. Von Beginn an dominierte die Österreicherin und gewann sechs der ersten zehn Einzelspringen und ließ sich den Vorsprung letztlich auch nicht mehr nehmen. Trotzdem war die 20-Jährige auch in diesem Winter wieder eher eine tragische Heldin – und erneut trug die Corona-Pandemie die Schuld dafür. Kurz vor den Olympischen Spielen wurde Kramer beim Weltcup in Willingen positiv getestet, womit die Spiele für sie gelaufen waren. Ein heftiger Nackenschlag für die Sportlerinnen und auch für das Damen-Skispringen im Allgemeinen.

Olympische Spiele: Slowenien im Goldrausch – Mixed-Springen wird zum Desaster


Im olympischen Alpensia Jumping Part dominierten demnach andere die Schlagzeilen. Beim Einzel-Wettbewerb sicherte sich die Sommer-Gesamtsiegerin Ursa Bogataj die Goldmedaille. Silber ging an die Oberstdorferin Katharina Althaus, die mit Gold im Visier im zweiten Durchgang bei schlechten Bedingungen in die Spur musste, mit dem Resultat aber dennoch zufrieden war. Das Podest komplettierte mit Nika Kriznar eine weitere Slowenin. Unglückliche Vierte wurde ausgerechnet die Japanerin Sara Takanashi, die ein weiteres Mal bei einem Großereignis knapp an einer Medaille vorbeisprang.

Für die ehemalige Seriensiegerin sollte es aber noch schlimmer kommen. Takanashi wurde beim Mixed-Springen disqualifiziert und schaffte es im zweiten Durchgang – in Tränen aufgelöst -nicht mehr, Japan doch noch auf das Podest zu führen. Bilder, die den abgelaufenen Winter leider auch geprägt haben. Team Japan sollte jedoch in guter Gesellschaft sein, da auch Deutschland, Norwegen und Österreich aufgrund von Qualifikationen nicht mehr vorne eingreifen konnten. Des einen Leid ist aber wie wir wissen des anderen Freud. Besonders groß war die Freude bei Team Kanada, dass in der Besetzung Strate, Loutitt, Boyd-Clowes und Soukup sensationell Bronze gewinnen konnte. Silber ging an das Team an die Russen. Trotz der zahlreichen Disqualifikationen, die einen dunklen Schatten über den Wettbewerb warfen, gewann mit Slowenien immerhin die Nation Gold, die den Wettbewerb ohnehin gewonnen hätte.

Dies lag insbesondere an den enorm starken Damen. Nicht nur Ursa Bogataj und Nika Kriznar (2. und 3. im Gesamt-Weltcup) sprangen eine grandiose Saison, sondern das slowenische Team im Allgemeinen. Ema Klinec, Spela Rogelj, Jerneja Brecl und Nika Prevc trugen dazu bei, dass das skisprungverrückte Land den Nationen-Cup klar vor Österreich und Japan gewann. Dementsprechend ist es auch nicht verwunderlich, dass bei der Raw Air mit Nika Kriznar und Ursa Bogataj zwei Sloweninnen vorne landeten. Marita Kramer konnte nach ihrer Corona-Erkrankung und dem psychologischen Tiefschlag leider auch nicht mehr konstant mit den beiden Himmelsstürmerinnen mithalten.

Althaus hält die deutsche Flagge hoch: Große Probleme in der Leistungsdichte

Etwas enttäuschend war hingegen der vierte Platz im Nationencup für das deutsche Team. An Katharina Althaus lag das aber gewiss nicht. Die deutsche Vorfliegerin konnte ihre kleine Formdelle aus dem vorherigen Winter vergessen machen und sprang im Weltcup achtmal auf das Podium und gewann ein Springen. Zudem war sie auch bei den olympischen Spielen mit der zweiten Einzel-Silbermedaille die gewohnt verlässliche Bank, selbst wenn mit ein wenig mehr Glück auch Gold drin gewesen wäre. Nach diesem Tag nahm die Saison für Althaus aber eine eher negative Wendung. Zuerst wurde sie im olympischen Mixed-Springen disqualifiziert, ehe sie sich mit Corona infizierte, mehrere Springen verpasste und im Gesamt-Weltcup nicht mehr vorne angreifen konnte. Rang vier insgesamt ist natürlich trotzdem ein gutes Resultat.

Weniger gut verlief der Winter hingegen für einen Großteil der anderen DSV-Adlerinnen. Erst auf dem 25., 26. und 28. Rang folgten mit Pauline Hessler, Juliane Seyfarth und Selina Freitag drei weitere Springerinnen. Luisa Görlich (33.) und Anna Rupprecht (36.) verpassten die Top 30 hingegen. Insbesondere für Rupprecht war es eine Saison zum Vergessen, nachdem sie im Vorjahr noch Gold beim WM-Mixed-Team-Springen gewinnen konnte und eine konstante Saison ablieferte.
Der Status Quo im deutschen Damen-Skispringen ist eher durchwachsen, wofür der neue Bundestrainer Maximilian Mechler aber auch auf Anhieb eine Erklärung liefern kann.

„Wir haben im Moment eine nicht ganz so große Leistungsdichte. Zum einen hat ein Generationen-Wechsel stattgefunden, wo viele verdiente Springerinnen aufgehört haben und zum anderen war unten drin mal ein kleiner Bruch da. Das hat auch damit zu tun, dass sich einige für die Kombination entschieden haben. Deswegen ist die Leistungsdichte im Mittelbau nicht ganz so groß“, analysierte der Coach gegenüber dem DSV“.

Kleine Nationen feiern Achtungserfolge: Stagnation in Polen

Während sich die kleinen Nationen im Herren-Bereich auch in diesem Jahr wieder schwer getan haben, durften wir uns beim Verfolgen der Damen-Wettkämpfe über einige positive Überraschungen freuen. In erster Linie wäre hierbei Frida Westholm zu nennen, die dem bereits todgeglaubten schwedischen Skispringen neues Leben einhauchte. Die in Norwegen trainierende Springerin sprang in Hinzenbach zweimal auf den vierten Platz und belegte Rang 13 im Gesamt-Weltcup. Noch mal zwei Plätze in der Endabrechnung platzierte sich Josephine Pagnier. Die 19-Jährige sprang auf der anspruchsvollen Großschanze von Willingen auf Platz vier und sicherte sich mit Rang drei in Hinzenbach ihren ersten Podiumsplatz. Nicht zu vergessen ist auch die Kanadierin Abigal Strate, die nicht nur das Mixed-Team zu Olympia-Bronze führte, sondern auch im Einzel Top-10-Plätze einfahren konnte. Beim abschließenden Weltcup in Oberhof tauchte mit der erst 16-jährigen Sina Arnet erstmals seit langer Zeit wieder eine Schweizerin im Weltcup auf und landete in beiden Springen in den Punkterängen. Wir dürfen uns in den nächsten Jahren also auf ein buntes Feld freuen. Schade nur, dass im eigentlich so skisprungverrückten Polen nichts weitergeht. Kinga Rajda erreichte als beste Polin Rang 42 im Weltcup.

Weltcup Herren

Mit gigantischen Flügen und einer grandiosen Atmosphäre ist die über vier Monate lange Saison 2021/22 in Planica zu Ende gegangen. Mit Tournee, Olympische Spiele, Raw Air und Skiflug-WM jagte auch in diesem Winter wieder ein Highlight das andere. Zeit also, um auf eine ereignisreiche Zeit zurückzublicken.

Nizhny Tagil – Engelbeg: Kobayashi und Geiger dominieren zum Auftakt

Zum ersten Mal in der Geschichte des Weltcups fand der Auftakt im russischen Niznhny Tagil statt. Das deutsche Team feierte einen Auftakt nach Maß. Karl Geiger bestätigte mit Rang eins seine tolle Form aus dem Herbst und verwies Ryoyu Kobayashi und Halvor-Egner Granerud auf die Ränge zwei und drei. Ein Ergebnis, mit dem man bei keiner Sportwette reich geworden wäre. Beim zweiten Springen musste Ryoyu Kobayashi aufgrund einer Disqualifikation zusehen, wie Granerud und Geiger mit den Rängen eins und zwei im Gesamt-Weltcup zunächst die Führung übernahmen. Doch nicht nur für die beiden Top-Adler von Nizny Tagil lief der Auftakt gut. Sehr erfreulich war auch die Rückkehr von Stefan Leyhe und Kilian Peier, die beim zweiten Wettbewerb unter die Top-10 springen können, während auch Andreas Wellinger nach langer Leidenszeit ebenfalls erstmals wieder punkten konnte. Zur besonderen Freude aller Skisprung-Fans tauchte auch Daniel-André Tande nach seinem Horror-Sturz aus dem Vorjahr wieder auf und sprang an beiden Tagen in die Punkte.

Der Skisprung-Tross blieb erstmal im Norden, wo es im finnischen Ruka weiterging. Die Tage im dunklen Finnland wurden insbesondere für Ryoyu Kobayashi zur Achterbahn der Gefühle. Der Japaner gewann das erste Springen souverän und bewies endgültig, dass er wieder zu den absolut besten Springern gehört, ehe er aufgrund einer Corona-Infektion das zweite Springen und auch das Wisla-Wochenende verpasste. Profit konnten daraus insbesondere Anze Lanisek erzielen, der das Sonntags-Springen vor Karl Geiger und Markus Eisenbichler gewann.

In Wisla wurde zum ersten Mal im Team gesprungen. Österreich gewann in der Besetzung Fettner/Hörl/Kraft/Huber. Gerade Erstgenannter sollte im Verlaufe der Saison trotz seiner 36 Jahre noch für Furore sorgen. Zunächst musste er aber die Bühne seinem jungen Kollegen Jan Hörl überlassen, der am Tag darauf sein erstes Weltcup-Springen gewann. Ein Startschuss für eine tolle Weltcup-Saison des Österreichers.

Team Österreich blieb auch in Klingenthal erfolgreich. Diesmal sicherte sich Stefan Kraft den Sieg. Das deutsche Team mischte beim Heimspiel ebenfalls gut mit und belegte mit Geiger, Eisenbichler und Wellinger die Ränge vier, vier und sechs. Insbesondere letzterer begeisterte mit seinem zweiten Sprung, der der beste im Wettbewerb war. Leider sollte er an diese Form nicht anknüpfen können. Dafür meldete sich ein anderer Pechvogel der letzten Jahre am Tag darauf zurück. Die Rede ist von Daniel-André Tande, der in einem denkwürdigen Springen ein Norwegen-Quintett anführen konnte. Nur Ryoyu Kobayashi spielte den Party-Crasher und verhinderte mit seinem Sieg den norwegischen Fünffach-Erfolg. Der Japaner behielt seine Form und ersprang in Engelberg die Ränge eins und zwei – genauso wie Karl Geiger. Spätestens hier schien festzustehen, welche beiden Springer die Tournee unter sich ausmachen sollten..

Vierschanzentournee: Kobayashi gewinnt zum zweiten Mal souverän

20 Jahre nach dem Grand-Slam von Sven Hannawald sollte endlich wieder ein deutscher Sieg her. Die Augen waren dabei insbesondere auf Karl Geiger gerichtet. Beim Heimspiel in Oberstdorf musste der DSV-Adler jedoch eine erste kleine Niederlage einstecken. Ryoyu Kobayashi gewann und verdrängte Granerud, Johannson und Lindvik auf die Ränge zwei bis vier. Geiger musste sich – immerhin mit nur knappen Punktabstand – mit Rang fünf begnügen. Die Bühne gehörte an diesem Tag aber auch einen anderen. Die Rede ist von Fatih Arda Ipcioglu, der zum ersten Mal in der Geschichte Punkte für die Türkei holen konnte. Einen gebrauchten Tag erwischte Severin Freund, der bei seinem ersten Weltcup-Einsatz 2021/22 disqualifiziert wurde. Das Pech sollte ihm fürs Erste treu bleiben.

Das neue Skisprung Jahr begann – genauso wie das alte Jahr aufgehört hatte – mit einem Sieg von Kobayashi. Der Japaner setzte sich wie so oft hauchdünn vor einen phänomenal springenden Markus Eisenbichler durch. Karl Geiger hingegen verlor 36 Punkte auf Kobayashi und musste seinen Tournee-Traum begraben. Der Tross zog weiter nach Innsbruck, blieb dort jedoch nur einen Tag. Der Föhn machte dem Bergisel-Springen einen Strich durch die Rechnung.

Zwei Springen in Bischofshofen sollten die Entscheidung bringen. Einen ließ all das unbeeindruckt. Die Rede ist natürlich von Ryoyu Kobayashi, der das dritte Tournee-Springen gewann und seinen zweiten Grand-Slam vor Augen hatte. Apropo Grand Slam: Was war eigentlich mit Kamil Stoch und den Polen? Gegen die Tradition waren alle polnischen Springer zur überhaupt nicht in Form und sprangen der Musik gnadenlos hinterher. Die Österreicher, die ebenfalls nichts mit dem Gesamtsieg zu tun hatten, kknnten immerhin zum Abschluss über den Tagessieg von Daniel Huber jubeln, der vor Granerud und Geiger gewann. Für Kobayashi hatte sich der Grand-Slam damit zwar erledigt, jedoch fuhr er seinen zweiten Tournee-Sieg mit spielerischer Leichtigkeit ein.

Bischofshofen – Willingen: Kampf um den Gesamt-Weltcup nimmt Fahrt auf – Freund und Wellinger verpassen Olympia-Ticket

Die Kalender-Planer kannten kein Erbarmen. Nur zwei Tage nach der Tournee fanden in Bischofshofen noch zwei Weltcupspringen statt. Besonders aufgeweckt zeigten sich die Norweger, die dank Lindvik und Granerud einen Doppelsieg einfahren konnten, im Teamwettbewerb jedoch gegen Österreich das Nachsehen hatten. Die Alpenrepublik, die schon beim Teamspringen in Wisla vorne lag, legte unter anderen an diesem Tag den Grundstein für den Sieg beim Nationen-Cup. Beim Teamspringen in Zakopane reichte es für das ÖSV-Quartett dann aber nur für Rang vier. Siegreich waren diesmal die Slowenen, die von Woche zu Woche besser in Schuss kamen. Beim Einzel-Springen war mit Marius Lindvik dann aber mal wieder ein Norweger vorne und verdrängte Karl Geiger auf Rang zwei.

Der Oberstdorfer ließ das jedoch nicht auf sich sitzen und schlug ausgerechnet auf der ungeliebten Schanze von Titisee Neustadt doppelt zurück. Das Ergebnis an beiden Tagen: 1. Geiger, 2. Lanisek, 3. Eisenbichler. Das Neustadt-Wochenende sollte zudem die Entscheidung bringen, wer das deutsche Team bei den olympischen Spielen vertreten sollte. Neben Geiger, EIsenbichler, Leyhe und Schmid bekam Paschke trotz einer langen Formkrise das letzte Ticket. Severin Freund, der die Olympia-Norm aufgrund einer Pleiten-Pech-und-Pannen-Serie einen Tag zu spät lieferte, verpasste die Spiele. Gleiches galt für Andreas Wellinger, der sich zum unglücklichsten Zeitpunkt mit Corona infizierte.

Severin Freund zeigte sich aber nur kurz enttäuscht und ersprang in Willingen Rang vier. So gut konnte sich der Routinier seit 2017 nicht mehr platzieren. An der Spitze thronte jedoch mal wieder Ryoyu Kobayashi, der im ständigem Kampf um das Gelbe Trikot einen Punktsieg gegen Geiger landete. Geiger schnappte sich das Trikot mit Rang zwei beim letzten Springen vor Olympia zurück – musste sich aber gegen den immer stärker werdenden Lindvik geschlagen geben. Die Favoriten für die Spiele schienen klar: Karl Geiger, Ryoyu Kobaysashi, Marius Lindvik und Halvor-Egner Granerud.

Olympische Spiele: Gold für Kobayashi, Lindvik und Österreich – DSV-Adler kommen mit blauem Auge davon

Beim Normalschanzen-Wettbewerb konnte nur einer der genannten Favoriten seiner Rolle gerecht werden. Ryoyu Kobayashi zeigte schon im ersten Durchgang, das er die Konkurrenz an diesem Tag im Griff hat und sicherte sich ungefährdet die Goldmedaille. Die eigentlichen Sensationen folgten aber auf dem Silber- und Bronze-Rang. Tatsächlich gewann Manuel Fettner, der knapp zwei Jahrzehnte eher ein Schattendasein im österreichischen Team durchlebte die Silbermedaille und feierte mit 36 Jahren den größten Triumph seiner Karriere. Bronze für Dawid Kubacki klingt zunächst mal nicht überraschend, angesichts der schwachen Saison der Polen und der fast schon erschreckenden Leistungen von Kubacki zuvor, war diese Medaille fast die noch größere Sensation. Schwer geschlagen war an diesem Tag das deutsche Team. Karl Geiger und Co kamen von Sprung eins an nicht mit der Schanze zurecht. Constantin Schmid wurde als bester Deutscher Elfter. Für das DSV-Team sollte es jedoch noch übler kommen, wenngleich man dabei immerhin in guter Gesellschaft war.

Das olympische Mixed-Springen entwickelte sich zum diskussionswürdigsten Springen seit Jahren. Das slowenische Team gewann mit gut 100 Punkten Vorsprung vor Russland und Kanada. Ja, richtig gehört: Kanada! Die vielleicht größte Sensation der olympischen Skisprunggeschichte hatte aber so seine Gründe. Die FIS kontrollierte ausgerechnet beim wichtigsten Wettkampf der Saison anders, strenger und umfassender als sonst und zog Springerinnen aus Deutschland, Japan, Norwegen und Österreich aus dem Verkehr. Ein denkwürdiger Tag, der einige Wunden hinterlassen hatte.

Letztlich musste es aber weitergehen, denn die Großschanzen-Bewerbe standen erst noch an. Beim zweiten Einzel landeten dann auch die Dominatoren der Saison vorne. Gold ging an Marius Lindvik, der Ryoyu Kobayashi mit einem furiosen Finalsprung überflügelte. Die größten Felsklötze fielen an diesem Tag aber Karl Geiger vom Herzen, der nach den vielleicht schwierigsten Tagen seiner Karriere Bronze gewann. Kurz darauf durfte der deutsche Vorflieger gleich noch mal jubeln. Im letzten Sprung überholte der 29-Jährige Marius Lindvik und Team Norwegen und sicherte sich gemeinsam mit Markus Eisenbichler, Constantin Schmid und Stephan Leyhe Bronze. Gold und Silber gingen verdientermaßen an Österreich und Slowenien, die mannschaftlich den ganzen Winter über den besten Eindruck hinterließen.

Lahti – Lillehammer: Stefan Kraft gewinnt die Raw Air

Obwohl die Olympischen Spiele Geschichte waren, sollte die Saison 2021/22 noch mehr Spannung mitbringen. Zunächst gastierte der Tross im finnischen Lathi, wo der Kampf um den Gesamt-Weltcup für Karl Geiger und Ryoyu Kobayshi in die nächste Runde gehen sollte. Während die beiden Top-Springer des Jahres auf den Rängen fünf und sieben landeten, sprang Stefan Kraft mit einem überlegenen Sieg ins Rampenlicht und war auf einem Schlag der Favorit für die Raw Air.

Dieser Rolle wurde der Österreicher in Lillehammer gerecht, wo er sich den Sieg vor Kobayashi und Geiger sicherte, die im Gesamt-Weltcup auf Augenhöhe blieben. Kraft konnte die – aufgrund der Skiflug WM – verkürzte Raw Air für sich entscheiden, doch der Holmenkollen blieb in norwegischer Hand. Nach dem Sieg von Marius Lindvik am Samstag, feierte Daniel-André Tande knapp ein Jahr nach seinem Horror-Sturz den wohl emotionalsten Sieg der Saison.

Skiflug WM: Gold für Lindvik und Slowenien

Für Karl Geiger war die Möglichkeit gekommen, seinen Skiflug-WM-Titel aus dem Vorjahr zu verteidigen. Der Oberstdorfer erlebte jedoch ähnlich wie bei den Olympischen Spielen einen Horror-Start und verabschiedete sich schon an Tag eins von all den Medaillenträumen. Gleiches galt auch für Markus Eisenbichler, der sogar noch weiter zurücklag. Um den Skiflug-Weltmeistertitel kämpften demnach Marius Lindvik, Timi Zajc und Stefan Kraft. Während der Slowene die spektakulärsten Flüge zeigte und dreimal die größte Weite erzielte, überzeugte der Norweger mit Konstanz und guten Landungen. Demnach konnte sich der Olympiasieger von der Großschanze am Ende knapp vor Zajc und Kraft durchsetzen. Mit Peter Prevc, Anze Lanisek und Domen Prevc folgten drei Slowenen auf den Rängen vier bis sechs. Karl Geiger belegte als bester Deutscher Rang acht. Hoffnung machte aber zumindest die aufsteigende Form von Freund und Wellinger, die auf Platz 12 und 14 flogen.

Die Hoffnungen sollten sich als gerechtfertigt zeigen. Hinter den absolut überragenden Slowenen sicherte sich das DSV-Quartett die Silber-Medaille und verdrängte Norwegen überraschend auf Platz drei. Ende gut, alles gut – zumindest aus DSV-Sicht.

Oberstdorf – Planica: Slowenien dominiert beim Fliegen – Kobayashi sichert sich Gesamt-Weltcup

Der Kampf um den Gesamt-Weltcup zwischen Ryoyu Kobayashi und Karl Geiger musste bei den beiden abschließenden Weltcup-Wochenenden in Oberstdorf und Planica fallen. Weder Kobayashi noch Geiger konnten bei den Fliegen wirklich auftrumpfen. Letztlich landete der Japaner aber bei jedem Fliegen vor dem Deutschen und baute seine Führung immer weiter aus, bis verdientermaßen der Gesamtsieg feststand.

Die Pace an der Spitze bestimmten in den letzten Wochen aber ganz klar die Slowenen. Während Stefan Kraft das von Ziga Jelar angeführte slowenische Trio beim ersten Springen Fliegen in Oberstdorf noch in die Schranken weisen konnte, schlugen Zajc und Jelar einen Tag später per Doppelsieg zurück. Schon hier war also abzusehen, dass die Slowenen in Planica noch mal ein echtes Feuerwerk abfackeln werden. Mit einem Vierfach-Sieg der Gastgeber hätte dann aber wahrscheinlich trotzdem niemand gerechnet. Hierbei feierte Ziga Jelar seinen ersten Weltcup-Sieg, nachdem er weite Strecken der Saison aufgrund von Corona-Nachwirkungen verpasst hatte.

Nachdem die Slowenen auch das Teamfliegen am Samstag für sich entscheiden konnten schnupperten sie sogar noch am Nationenkampf. Die Super-Flieger gaben am Sonntag noch mal alles, konnten aber „nur“ die Ränge drei bis sieben belegen. Die dicken Punkte schnappten ihnen Marius Lindvik und Yukiya Sato weg, die beim letzten Saisonspringen vorne lagen.

Die Saison endete mit den besten drei Springern der Saison, Ryoyu Kobayashi, Karl Geiger und Marius Lindvik auf dem Gesamt-Weltcup-Podest, während sich Ziga Jelar die Skiflug-Wertung und Österreich den Nationencup sichern konnten. Bei all der Freude nach dieser abwechslungsreichen und hochklassigen Saison, die in Planica auch stimmungstechnisch noch ihren Höhepunkt fand, bleibt am Ende aber auch viel Wehmut zurück.
Die deutschen Fans werden Severin Freund und RIchard Freitag vermissen, die das deutsche Skispringen aus einer langen Talsohle befreit haben und zurück zur Weltspitze führen konnten. Beide Springer beendeten ihre Karrieren genauso wie der Japaner Daiki Ito, der Slowene Anze Semenic, der Tscheche VIktor Polasek und einige weitere Athleten.

Weltcup Herren

Das slowenische Quartett war beim Teamfliegen in Planica erwartungsgemäß nicht zu schlagen. Ziga Jelar, Peter Prevc, Timi Zajc und Anze Lanisek konnten sich souverän gegen die Teams aus Norwegen und Österreich durchsetzen. Das DSV-Quartett enttäuschte hingegen.

Bereits vor dem Springen stellte sich eigentlich nur die Frage, mit welchem Abstand die slowenischen Super-Adler gewinnen. Schließlich feierten die Gastgeber gestern einen furiosen Vierfach-Sieg. Zunächst schockte jedoch Marius Lindvik die Konkurrenz und brachte die Norweger mit 240 Metern deutlich an die Spitze. Doch schon in der zweiten Gruppe konnte Peter Prevc die Favoriten mit 226 Metern knapp in Front fliegen, ehe Timi Zajc mit einem 240.5-Meter-Satz die Weichen vorerst in Richtung Slowenien stellte. Halvor Egner Granerud brachte die Norweger jedoch mit einem Traumflug auf 244 Meter wieder heran, ehe Marius Lindvik mit seinem Sprung auf 241,5 Meter die Wickinger sogar zurück in Führung bringen konnte.

Peter Prevc zündete im zweiten Durchgang mit 236 Metern aber ebenfalls eine Rakete und distanzierte den Norweger Jakobsen Heggli (208 Meter) entscheidend. Timi Zajc (241 Meter) und Anze Lanisek (237,5 Meter) blieben cool und flogen den Sieg locker nach Hause. Johan Andre Forfang (231,5 Meter) und Halvor-Egner Granerud (242 Meter) boten aber dennoch eine tolle Show. Letztlich fehlten den Wickingern (1576,9 P.) nur gut 24 Punkte auf Slowenien (1601,1 P.)

Österreich sichert sich Rang drei im Wettstreit gegen Polen

Der Kampf um den verbliebenen Platz auf dem Podium entbrannte zwischen Polen und Österreich. Stefan Kraft konnte als Schlussspringer bereits im ersten Durchgang eine Kampfansage von Jakub Wolny (233,5 Meter) mit einem Satz auf 237 Meter kontern. Im zweiten Durchgang behielten Michael Hayböck (231,5 Meter), Manuel Fettner (224,5 Meter) und Daniel Tschofenig (220,5 Meter) die Nase vor Dawid Kubacki (218,5 Meter), Jakub Wolny (221,5 Meter) und Piotr Zyla (232,5 Meter) und gaben Schlussspringer Stefan Kraft acht Punkte Vorsprung auf den Weg. Stefan Kraft ließ sich nicht zweimal bitten und überbot Kamil Stoch (229 Meter) mit 241 Metern noch mal deutlich. Österreich erzielte in der Endabrechnung 1544,2 Punkte, Polen hingegen 1522,2 Punkte.

Wellinger und Geiger tragen DSV-Team immerhin auf Rang fünf

Das deutsche Team hatte bereits nach den ersten beiden Sprüngen von Markus Eisenbichler (196 Meter) und Constantin Schmid (186 Meter) keine Chance mehr auf eine Top-Platzierung. Andreas Wellinger (220,5 Meter) und Karl Geiger (229 Meter) kamen immerhin deutlich besser ins Fliegen. Während sich Eisenbichler immerhin auf 218,5 Meter steigern konnte, verpasste Schmid mit 199,5 Meter zum zweiten Mal die 200-Meter-Marke. Andreas Wellinger erzielte im zweiten Flug allerdings mit 228 Metern die gleiche Weite wie Ryoyu Kobayashi und stellte damit die Weichen für Rang fünf. Karl Geiger ließ sich den Vorsprung natürlich nicht nehmen und schoss sich mit 231 Metern auf den morgigen Tag ein. Mit 1425,8 Zählern war der Rückstand auf die davor liegenden Polen mit knapp 100 Punkten jedoch erschreckend groß.

Zumindest Andreas Wellinger zeigte sich mit seinen Flügen auch zufrieden. „Der Consti und der Eisei haben sich heute einfach schwer getan. Das ist halt mal so“, gab er zu bedenken. „Der Karl und ich haben beide glaube ich eine ganz brauchbare Leistung gezeigt. Speziell mit dem zweiten Durchgang bin ich ziemlich zufrieden“, bewertete er den heutigen Tag.

Japan, Finnland und Schweiz belegen die Ränge sechs bis acht

Aus japanischer Sicht sorgten Yukiya Sato mit 237,5 Metern (2. Durchgang) und Ryoyu Kobayashi mit 234 Metern (1. Durchgang) für die Glanzpunkte und sicherten sich gemeinsam mit Keeichi Sato und Daiki Ito Rang sechs. Zweiterer feierte heute seinen Abschied nach rund 20 Jahren im Weltcup, verpasste dabei die 200-Meter-Marke mit 192,5 und 197,5 Metern jedoch knapp.

Im Kampf um Rang sieben behielten die Finnen die Überhand gegen das Team aus der Schweiz. Insbesondere im zweiten Durchgang glänzten Anti Aalto (214,5 Meter), Eetu Nousiainen (221 Meter) und Niko Kytosaho (223 Meter) dann auch mit schönen Flügen. Die Schweizer zeigten sich nicht mehr ganz so gut in Form, wenngleich immerhin Simon Amann mit Flügen auf 217 und 217,5 Metern eine gute Figur abgab.

Im Kampf um den Nationen-Cup hat das DSV-Team heute den erwarteten Dämpfer hinnehmen müssen und Rang zwei an Slowenien verloren. Österreich hat auf dem ersten Blick mit 5694 Punkten einen komfortablen Vorsprung auf Slowenien (5500 Punkte). Wiederholt das Gastgeber-Team jedoch die Performance vom Freitag, könnte es durchaus noch mal knapp werden. Das DSV-Team (5339 Punkte) muss in den Rückspiegel blicken. Norwegen hat nur noch 117 Punkte Rückstand und Marius Lindvik hat heute die beste Einzelleistung aller Springer erbracht, was aus Norge-Sicht auf morgen hoffen lässt.

Der Gesamt-Weltcup wird ebenfalls morgen entschieden werden. Karl Geiger muss jedoch das Fliegen gewinnen, während Ryoyu Kobayashi bestenfalls 20. werden darf. Zumindest die Vorentscheidung für den Japaner ist bereits am Freitag gefallen.

Ergebnis Teamfliegen

Stand Nationen-Cup

COC Herren Continental Cup

Parallel zur Skiflug-WM wurden im polnische Zakopane drei COC-Springen ausgetragen. Mit Ziga Jelar (Slowenien), Thomas Lackner (Österreich) und Andrzej Stekala (Polen) waren die Sieger keine Unbekannten aus DSV-Sicht konnte sich vor allem Philipp Raimund gut in Szene setzen.

Ziga Jelar konnte in Zakopane an seine gute Weltcup-Form anschließen und sich beim ersten Wettbewerb den Frust über seine Nichtberücksichtigung bei der Skiflug-WM von der Seele springen. Mit Weiten von 137,5 und 131,5 Meter setzte sich der Slowene mit 283,6 Punkten deutlich durch. Rang zwei ging an den Österreicher Thomas Lackner (132,5 und 130,5 Meter), der mit 265,2 Punkten aber schon deutlich hinter dem Sieger zurück blieb. Knapp dahinter konnte sich Bor Pavlovcic mit Sprüngen auf 136 und 126 Meter Rang drei sichern. Der im Vorjahr so furiose Slowene setzte damit erstmals in dieser Saison ein echtes Lebenszeichen. Philipp Raimund (Deutschland), David Haagen (Österreich) und Macej Kot (Polen) belegten die Ränge vier, fünf und sechs.

Lackner und Haagen feiern ÖSV-Doppelsieg

Beim zweiten Wettbewerb ging es für Thomas Lackner noch eine Stufe weiter hinauf auf dem Treppchen. Der Österreicher triumphierte mit Sprüngen auf 136 und 133 Metern souverän vor seinem Landsmann David Haagen, der 134,5 und 131 Meter erreichte. Philipp Raimund erreichte nach 136,5 und 130,5 den dritten Rang, nachdem er am Vortag nur knapp am Podium vorbei geschlittert war. Der undankbare vierte Platz ging diesmal an Ziga Jelar. Bjoereng (Norwegen), Bombek (Slowenien) und Kot (Polen) belegten die weiteren Plätze.

Stekala landet Heimsieg

Beim letzten Springen am Sonntag konnte der Pole Andrzej Stekala einen furiosen Heimsieg erzielen. Damit setzte der Springer ein tolles Zeichen, nachdem er die Skiflug-WM bereits nach dem Freitag verlassen musste. Stekala landete bei 133,5 und 140,5 Meter und konnte damit die beiden Slowenen Jan Bombek und Ziga Jelar hinter sich halten. Joacim Bjoereng, Bor Pavlovcic und Philipp Raimund ersprangen die Plätze vier bis sechs. Der Deutsche verlor im Finale trotz der Tagesbestweite von 143 Metern einen Podiumsplatz, weil ihm die Noten und die Windpunkte einen Strich durch die Rechnung machten.

DSV-Team abgesehen von Raimund enttäuschend

Aus deutscher Sicht konnte abgesehen von Philipp Raimund lediglich Adrian Sell einen Top-10-Platz erzielen, der beim zweiten Wettbewerb Rang zehn erzielte. Darüber hinaus belegte er die Ränge 16 und 23. Nicht wirklich Akzente konnte David Siegel setzen der weiterhin stagniert und nur auf den Rängen 16, 24 und 25 landete. Auch Kilian Märkl konnte nach seinen zuletzt guten Leistungen nicht wirklich glänzen und landete auf den Plätzen 21, 18 und 29. Ansonsten konnten nur Claudio Haas (27.) und Moritz Bär (30.) beim zweiten Springen Punkte erzieln.

ÖSV-Team geschlossen stark

Die Österreicher haben es hingegen mannschaftlich besser gemacht und bei jedem Springen mehrere Leute unter die Top-15 gebracht. Beim ersten Wettbewerb waren es mit Thomas Lackner (2.), David Haagen (5.), Hannes Landerer (8.), Markus Müller (9.) und Francisco Moerth (15.) gleich fünf Springer. Beim zweiten Springen konnten hingegen nur Lackner (1.) und Haagen (2.) unter die besten 15 Springen. Beim abschließenden Springen waren es mit Hannes Landerer (7.), Thomas Lackner (8.), Markus Müller (13.) und Francisco Moerth (14.) dann wieder vier Springer, wenngleich der absolute Top-Platz diesmal ausblieb.

Skiflug-Weltmeisterschaften

Das slowenische Team hat das WM-Fliegen mit haushohem Vorsprung gewonnen. In einem spannenden Wettbewerb sicherten sich die Flugkünstler den Sieg vor den Teams aus Deutschland und Norwegen durch. Das ÖSV-Quartett musste sich mit dem vierten Rang begnügen.

Mit einem furiosen Start-Ziel-Sieg konnte sich das Quartett Domen Prevc / Peter Prevc / Timi Zajc / Anze Lanisek den ersten slowenischen Skiflug-Weltmeistertitel in der Geschichte sichern. Beeindruckend war insbesondere der Vorsprung von 128 Punkten. Das DSV-Team zeigte jedoch ebenfalls eine tolle Team-Leistung und sicherte sich nach einem tollen Finalsprung von Karl Geiger Rang zwei. Der dritte Platz ging an die Gastgeber aus Norwegen, nachdem Marius Lindvik seinen Konkurrenten Stefan Kraft im letzten Sprung überholen konnte.

Von Beginn an deutete sich an, dass gegen das slowenische Team kein Kraut gewachsen ist. Ein überragender Timi Zajc, der am heutigen Tage mit Flügen auf 229,5 und 228,5 Meter die höchste Einzelwertung gewonnen hätte sowie ein Peter Prevc und Anze Lanisek, die über 230 Meter segeln konnte ließen keinen Zweifel offen.

DSV-Team sichert sich Silber

Das DSV-Team erwischte durch Severin Freund einen guten Start, ehe Andreas Wellinger mit 226,5 Meter das Team zunächst deutlich auf Platz zwei befördern konnte. Im zweiten Durchgang war insbesondere eine Leistungssteigerung von Markus Eisenbichler und ein grandioser Finalsprung von Karl Geiger auf 238 Meter waren ausschlaggebend dafür, dass die deutschen Adler den Silber-Rang nicht mehr hergaben. „Die Silbermedaille haben wir uns verdient“, befand Trainer Horngacher und lobte vor allem die Leistung von Karl Geiger. „Für Karl ist es super, wenn er hier so aufhört“, freute er sich im ARD-Interview. Der Schlussspringer zeigte sich nach seinem finalen Satz ebenfalls erleichtert. „Ich wusste, dass alles relativ eng ist“, erinnerte sich und erläuterte, „alles auf eine Karte“ gesetzt zu haben. „Es ist ein extrem geiles Gefühl, auf dem Silberrang rauszukommen“, freute sich auch Andreas Wellinger, der am heutigen Tage einen seiner besten Wettkämpfe in diesem Winter absolvierte. Markus Eisenbichler, der das ganze Wochenende über Probleme hatte zeigte sich dankbar dafür, die Chance im Team bekommen zu haben. Der Siegsdorfer war froh, „seine Leistung abrufen zu können“ und richtete auch einen Respekt an Teamkollegen Constantin Schmid aus, der das Team trotz seiner Ersatzrolle „hervorragend unterstützt habe. Zudem freute sich Eisenbichler besonders über die gemeinsame Medaille mit Severin Freund, der von ihn immer noch als „Vorbild“ angesehen wird.

Norwegen schnappt Österreich Bronze weg

Das Team aus Norwegen musste ohne den verletzten Robert Johansson auskommen, hatte jedoch Glück, dass Halvor-Egner Granerud (219 und 222 Meter) seine Form wiederfand. Ein starker Lindvik, ein solider Forfang und ein schwächelnder Tande schafften es letztlich auf Platz drei. Den Podiumsplatz sicherte man sich jedoch erst im finalen Durchgang, in dem Marius Lindvik mit 228 Meter Stefan Kraft um acht Meter distanzierte. Aus österreichischer Sicht verlor jedoch auch Ulrich Wohlgenannt ein paar Zähler zu viel. Demnach mussten sich die Rot-Weiß-Roten den Norwegern um 6,9 Punkte geschlagen geben.

Rang fünf belegte das polnische Quartett. Für das Highlight im Team sorgte Schlussspringer Jakub Wolny, der im Finalsprung 231 Meter in den Schnee setze. Somit konnte man Japan auf Distanz halten, zumal lediglich Ryoyu Kobayashi und Yukiya Sato starke Flüge zeigen konnten.

Das finnische Team belegte Rang sieben. Für den einzigen lauten Jubelschrei sorgte Eetu Nousiainen mit seinen Flug auf 222 Meter.


Ergebnis

Raw Air Weltcup Weltcup Damen

Die Österreicherin Sara Marita Kramer hat sich nach ihrer Corona-Erkrankung und dem Olympia-Aus endgültig zurückgemeldet und das zweite Springen von Lillehammer gewonnen. Die Ränge zwei und drei belegten die beiden Sloweninnen Nika Kriznar und Ursa Bogataj.

Nach zuletzt wechselhaften Sprüngen, hat Sara Marita Kramer am Donnerstagabend endlich wieder zwei Top-Sprünge auf 136 und 125,5 Meter ausgepackt und den Wettbewerb mit 299,9 Punkten hauchdünn gewonnen. Lediglich einen Punkt dahinter landete Nika Kriznar, die bereits nach ihrem ersten Sprung auf 134,5 Meter genau den einen Punkt Rückstand aufwies und im Finale mit 126,5 Metern genauso viele Punkte erzielte, wie die Österreicherin. Ein wenig im Pech war Ursa Bogataj, die im ersten Durchgang mit einem Satz auf 132 Metern knapp an der 95-Prozent-Regelung scheiterte und keine Punktgutschrift für die Trainer-Verkürzung erhielt. Im Finale präsentierte sie sich auf einem Niveau mit den beiden vor ihr platzierten Springerinnen und erzielte letztlich 291 Punkte.

Sara Takanashi (279,0 P.) konnte an ihren Sieg vom Vortag nicht anknüpfen und hatte nach 132 Metern in Sprung eins, im Finale doch ein wenig mehr Mühe mit dem zunehmenden Rückenwind, der sie bei 117 Meter zur Landung zwang. Unmittelbar hinter der einstigen Dominatorin, landete Landsfrau Yuki Ito (258,4 P.) auf Platz fünf. Bjoerseth (258,4 P.) und Pagnier (255,2 P.) kamen auf Rang sechs und sieben ein.

DSV-Team um Althaus rutscht im Finale ab

Katharina Althaus kehrte nach ihrer Corona-Infektion zurück, musste jedoch einsehen, dass der schnelle Weg vom Flugzeug zur Schanze doch ein wenig Kraft gekostet hatte. Nach guten 127,5 Metern im ersten Sprung fiel sie mit einem 107-Meter-Sprung im Finale auf Rang zehn zurück. Beinahe das gleiche geschah mit Luisa Görlich, die nach tollen 127 Metern im Finale schon bei 105 Metern zur Landung ansetzen musste und 19. wurde. Selina Freitag steigerte sich leicht im Vergleich zum Vortag rutschte nach 118,5 Metern im ersten Versuch aber ebenfalls mit einem zu kurzen Sprung auf 100 Meter auf Platz 23 ab. Juliane Seyfarth kehrte ebenfalls ins Team zurück, wurde jedoch nach einem Sprung auf 125,5 Meter disqualifiziert.

Österreicherinnen mit fünf Athletinnen in den Top 15

Aus österreichischer Sicht hatte nicht nur Marita Kramer etwas zu feiern. Auch Chiara Kreuzer findet zunehmend zurück zur alten Stärke und erzielte nach Sprüngen auf 122 und 123 Meter einen guten achten Platz. Knapp dahinter kamen Jacqueline Seifriedsberger, Lisa Eder und Eva Pinkelnig auf den Rängen 11,12 und 13 ein.

Kriznar baut Raw-Air-Führung aus

Nach Rang zwei in der Tageswertung konnte Nika Kriznar ihren Vorsprung in der Raw-Air-Wertung deutlich ausbauen, zumal ihre schärfsten Verfolgerinnen Ursa Bogataj und Sara Takanashi doch ein paar Punkte liegen ließen. Mit 853,9 Punkten führt sie knapp 20 Punkte vor ihrer Landsfau Ursa Bogataj (834,1 P.) und gut 30 Punkte vor Sara Takanashi (823,8 P.). Marita Kramer ist mit 822,9 Punkten ebenfalls noch im Rennen. Alle anderen Springerinnen weisen schon mehr als 100 Zähler Rückstand auf.

Ergebnis

Gesamtstand Raw Air

Weltcup Weltcup Damen

Die Raw Air steht in den Startlöchern. Die Damen sind bereits dreimal von der Großschanze von Lillehammer gesegelt und haben dabei zwei Trainingssprünge und einen Prolog absolviert. Den besten Eindruck vor dem Wettbewerb heute Abend hinterließ die Österreicherin Sara Marita Kramer.

Nach der etwas holprigen Rückkehr in den Weltcup in Hinzenbach, hat sich Sara Marita Kramer zu Beginn der Raw Air wieder von ihrer besten Seite präsentiert. Die Weltcup-Führende konnte in beiden Trainingssprüngen relativ deutlich die beste Punktzahl erzielen. Die Österreicherin erzielte Weiten von 134,5 und 129,5 Punkten und erzielte 90,6 bzw. 71,9 Punkte. Nach dem Drama bei den Olympischen Spielen hat auch die Japanerin mit Sprüngen auf 134,5 (76,1 P.) und 126,5 (60,9 P.) ein Ausrufezeichen gesetzt und die Trainings-Ränge zwei und vier belegt. Stark präsentierten sich wie gewohnt auch die Sloweninnen Nika Kriznar (2. und 3.) und Ursa Bogataj (3. und 4.). Die Norwegerin Silje Opseth wurde in beiden Durchgängen Fünfte.

DSV-Team ersatzgeschwächt am Start

Das DSV-Team, dass ohne Katharina Althaus und Juliane Seyfarth den Raw-Air-Auftakt meistern muss, konnte mit den Stars der Szene nicht ganz mithalten. Luisa Görlich konnte jedoch im zweiten Sprung mit einem Satz auf 115 Meter immerhin mit Rang zehn überzeugen. Selina Freitag erreichte in beiden Durchgängen den 20. Platz. Für die dritte im Bunde, Josephin Laue, reichte es zu den Rängen 29 und 30.

Kriznar gewinnt den Prolog

Im Prolog konnte Nika Kriznar ihre österreichische Rivalin dann allerdings in Schach halten. Die Slowenin zeigte mit 128,5 Metern und 133,1 Punkten klar den besten Sprung. Sara Marita Kramer positionierte sich mit 126 Metern und 124,2 Punkten auf Rang zwei und hielt damit die Norwegerin Silje Opseth knapp in Schach, die 123,5 Meter und ebenso viele Punkte erzielte. Den weitesten Sprung des Prologes landete Sara Takanashi, die 132 Meter erreichte, jedoch zwei Gates mehr Anlauf vorfand. Platz fünf ging an die Olympia-Siegerin Ursa Bogataj, die hier noch nicht so dominant wie in Hinzenbach auftritt. Als Sechtplatzierte untermauerte die Französin Josephine Pagnier mit einem Sprung auf 128,5 Meter ihre tolle Form.

Görlich erneut beste Deutsche: ÖSV-Team stark

Das deutsche Rumpfteam konnte lediglich in Person von Luisa Görlich überzeugen, die mit 114,5 Metern einen respektablen 15 Rang erreichte. Selina Freitag und Josephin Laue mussten sich mit den Plätzen 28 und 31 zufrieden geben.

Bei den Österreicherinnen lief es mannschaftlich gesehen da schon deutlich besser. Mit Jacqueline Seifriedsberger (7.), Lisa Eder (10.) und Chiara Kreuzer (12.) konnten sich neben Kramer drei weitere Athletinnen unter den Top-15 platzieren.

Der Wettbewerb heute Abend beginnt um 19 Uhr.

Ergebnis Training

Weltcup Herren

Was für ein Finale in Lahti. Ryoyu Kobayashi konnte sich im zweiten Durchgang mit einem Satz auf 130,5 Meter nach vorne katapultieren und sichert sich gemeinsam mit Halvor Egner Granerud den Weltcupsieg. Rang drei geht an den Österreicher Stefan Kraft. In der Gesamtwertung konnte Kobayashi die Führung von Karl Geiger übernehmen und startet mit dem Gelben Trikot in die Raw Air.

Knapper geht es nicht mehr. Der Japaner Ryoyu Kobasyshi hat im zweiten Durchgang mit 130,5 Metern einen Mega-Sprung vorgelegt, den auch Karl Geiger nicht toppen konnte. Lediglich Halvor Egner Granerud konnte mit 128,5 Metern mithalten und wie der Japaner 278 Punkte einfahren.

„Es ist ein richtig, richtig gutes Gefühl. Endlich mal wieder zu gewinnen, ist großartig. Und das auf dieser Schanze ist etwas ganz besonderes. Ebenso, dass ich diesen Sieg mit Ryoyu teilen kann, wir sind auch abseits der Schanze gute Freunde“, freute sich der Norweger im Interview mit der ARD.

Stefan Kraft erreichte nach mäßigen 124 Meter in Durchgang eins 128 Meter im Finale und komplettierte als Dritter mit 271,3 Punkte das Podium. Karl Geiger konnte nach 125,5 Meter im Finale nicht zulegen und musste sich mit einem Sprung 123,5 Meter mit Rang fünf begnügen. „Im zweiten war ich wohl etwas knapp dran. Ganz so schlecht war er vom Gefühl her nicht, aber die letzte Drehung hat etwas gefehlt“, monierte der nicht ganz zufriedene Geiger. Der Oberstdorfer wird von den Österreichern Ulrich Wohlgenannt und Manuel Fettner flankiert, die die Ränge vier und sechs einfahren konnten. Dawid Kubacki untermauerte als Siebter seine aufsteigende Tendenz, während sich Markus Eisenbichler mit einem starken Finalsprung auf 127 Meter immerhin von Platz 13 auf acht verbessern konnte.

DSV-Adler mit fünf Mann im Finale

Stephan Leyhe zeigte sich im Vergleich zum Freitag stark verbessert und belegte mit Sprüngen auf 121,5 und 123 Meter Platz 17. Constantin Schmid konnte sich wie im Teamwettbewerb im zweiten Durchgang klar steigern und verbesserte sich mit einem Finalsprung auf 125,5 Meter von Rang 25 auf 19. Severin Freund zeigte zwei stabile Sprünge auf 120 Meter, musste sich aber mit Rang 23 begnügen. Pius Paschke schied mit einem Sprung auf 113,5 Meter bereits im ersten Durchgang aus und wird vermutlich aus dem Weltcup-Team ausscheiden.

Österreicher mannschaftlich stark

Aus österreichischer Sicht ist das Mannschaftsergebnis einmal mehr beachtlich. Neben der drei Top-6-Plätze durch Kraft, Wohlgenannt und Fettner, sammelten auch Aigner, Tschofenig, Huber und Hörl erneut Weltcup-Punkte. Aigner und Tschofenig dürften mit den Rängen 15 und 17 zufrieden sein, wohingegen sich Huber und Hörl sicherlich ein wenig mehr vorgenommen hatten, als die Plätze 18 und 26.

Slowenien enttäuschend

Zu den Verlieren zählte heute das ansonsten so starke slowenische Team. Ziga Jelar und Cene Prevc konnten sich zwar mit den Rängen neun und zehn ordentlich platzieren, ihre gute Ausgangsposition aber nicht ganz halten. Für Timi Zajc (24.) und Peter Prevc (25.) kamen auch nur wenige Weltcup-Punkte heraus.

Ergebnis

Weltcup Damen

Die olympische Silbermedaille scheint Katharina Althaus bislang nur wenig Glück gebracht zu haben. Zunächst wurde sie im Mixed-Teamspringen disqualifiziert, ehe sie auf der Rückreise ihren Flug aufgrund eines Sicherheitscheck verpasste und auch noch die Medaillenbox kaputt ging. Nun hat es die deutsche Vorzeigespringerin auch noch mit dem Corona-Virus erwischt.

„Besser nach den Olympischen Spielen, als vor oder während den Spielen“, ist man geneigt zu sagen. Einen wirklich tollen Zeitpunkt hat Katharina Althaus bei ihrer Corona-Erkrankung aber auch nicht erwischt. Für die Damen stehen immerhin drei Wettbewerbe in Hinzenbach an, während auch die Raw Air immer näher rückt. „Leider hat es mich auch erwischt und ich wurde Anfang der Woche positiv getestet“, erklärte die 25-Jährige via Instagram.

Auf ein baldiges Comeback darf die Springerin allerdings hoffen, zumal sie keine schwereren Symptome begleiten. „Mir geht es soweit gut und ich werde das Beste aus der Situation machen“, verspricht Althaus.

https://www.instagram.com/p/CaUqXuWqpLA/


Leider sind für die Weltcup-Zweite damit mehr oder weniger alle Chancen dahin, noch mal Jagd auf die Weltcup-Führende Marita Kramer zu machen, die nach ihrer COVID-Erkrankung zurückkehrt. Zwar bleibt abzuwarten, ob die Österreicherin den Schock vor den Olympischen Spielen gut verkraftet hat, jedoch muss Althaus nun erst mal in den Rückspiegel schauen. Immerhin haben die Sloweninnen Ursa Bogataj, Ema Klinec und Nika Kriznar allesamt die Möglichkeit, an der Deutschen vorbeizuziehen.

Das wichtigste ist aber zunächst, dass Katharina Althaus die Infektion weiterhin so gut übersteht und Anfang März in Lillehammer wieder mitmischen kann.