Weltcup Herren

Was für ein Auftakt für die deutschen Adler. Nachdem sich das Team von Stefan Horngacher am Samstag noch den Österreichern geschlagen geben mussten, schlugen sie nun gleich doppelt zu. So wurde Markus Eisenbichler seiner Favoritenstellung gerecht und triumphierte vor Karl Geiger. Bei komplizierten Bedingungen hatten dagegen einige andere Top-Athleten noch mit der Form und dem Wind zu kämpfen.

Wenn man die Konkurrenz zum Saisonstart ordentlich schocken möchte, dann genau so. Der Siegsdorfer Markus Eisenbichler bestätigte seine glänzende Form und gewann das Springen, ohne dabei einen Telemark setzen zu müssen. Die Grundlage für den Erfolg legte der 29-Jährige bereits im ersten Durchgang. Während viele Spitzenspringer, allen voran Stefan Kraft, den Windbedingungen zum Opfer fielen, sprang Eisenbichler mit einer ordentlichen Kante von vorne auf 137,5 Meter und Rang drei. Im Finale hatte er dann zwar nicht mehr das Windglück auf seiner Seite, segelte mit seiner ganzen Klasse jedoch trotzdem auf 134 Meter und erzielte insgesamt 267,6 Punkte. „Jetzt habe ich auch mal das Gelbe Trikot im Einzel, ich freue mich wie ein Kind an Weihnachten. Das hätte ich nicht erwartet, auch wenn ich wusste, dass ich gut drauf bin. Ich bin extrem happy, dass ich hier den zweiten Weltcupsieg meiner Karriere feiern durfte“, so der freudestrahlende Eisenbichler. Der zweitplatzierte Karl Geiger (258.6 Punkte) glänzte wieder einmal mit seiner Konstanz und mit der Fähigkeit, seine besten Sprünge im Wettkampf zu zeigen. Nach Rang vier im ersten Durchgang reichten 128 Meter und eine blitzsaubere Landung, um die in Führung liegenden Lanisek und Huber noch abzufangen. „Ich wüsste nicht, dass wir schon einmal so in einen Winter gestartet sind. Das zeigt, dass wir im Sommer gut gearbeitet haben,“ zeigte sich der Oberstdorfer zufrieden. Das Podium komplettierte Daniel Huber (255,7 Punkte) mit der Tagesbestweite von 138,5 Meter und 125,5 Meter im Finale. Knapp am Podest vorbei flog hingegen der wiedererstarkte Norweger Halvor Egner Granerud (251,7) und der polnische Lokalmatador Piotr Zyla (246,5 Punkte). Direkt dahinter platzierte sich der Slowene Anze Lanisek, der völlig unerwartet nach dem ersten Sprung geführt hatte. Überraschungsmann in den Top-10 war jedoch der Kanadier Boyd-Clowes, der mit 134 Meter im Finale noch auf Platz neun nach vorne flog.

Licht und Schatten bei den übrigen DSV-Adler: Hamann sorgt für Schrecksekunde

Für die übrigen DSV-Starter war es eher ein wechselhafter Tag. Während Pius Paschke mit zwei soliden Sprüngen auf Rang 13 einkam, zündete Martin Hamann im zweiten Durchgang eine echte Rakete. Dieser sorgte mit einer gewaltigen Höhe nach dem Absprung für eine kurze Schrecksekunde und stürzte letztlich bei 138,5 Metern. Trotz der Abzüge von den Punktrichtern verbesserte sich der Sachse von Rang 20 auf Rang 18. „Der Sprung war Wahnsinn, der hat von oben bis unten geflutscht. Ich hätte ihn vielleicht etwas besser anfliegen können, so dass ich besser zur Landung komme“, zeigte sich der neue deutsche Hoffnungsträger selbstkritisch. Nach einem guten ersten Sprung, konnte Severin Freund seinen 15. Platz dagegen nicht halten und fiel im Finale um zehn Plätze zurück. Feierabend nach Durchgang 1 war dagegen für Andreas Wellinger und Constantin Schmid. Beim ersten Wettkampf nach seiner langen Pause, landete Wellinger mit 114 Metern etwas zu früh und verabschiedete sich als 39. aus Wisla. „Andi ist überhaupt nicht gefordert, er muss auch nicht liefern. Er muss einfach nach seiner einjährigen Pause wieder in den Wettkampfmodus kommen“, sagte Horngacher noch im Vorfeld des Springens. Constantin Schmid hatte schlechten Verhältnissen leider nichts entgegenzusetzen und reihte sich knapp dahinter auf Platz 40 ein. Damit befindet sich der Oberaudorfer jedoch in guter Gesellschaft. So landeten Top-Athleten wie Ryoyu Kobayashi (27.), Kamil Stoch (28.), Peter Prevc (30.), Stefan Kraft (32.) und Daniel Andre Tande (36.) ebenfalls ungewohnt weit hinten. Für ein Kuriosum sorgte der Österreicher Jan Hörl, der bei roter Ampel startete. Somit wurde der Youngstar trotz gutem Sprunges disqualifiziert.

Der Winter kann kommen: Skisprung-Tross zieht weiter nach Kuusamo

Nach einem gelungenen Auftakt in Polen geht es für den Weltcup-Tross nach Kuusamo, wo dann auch die Finnen in den Weltcup einsteigen werden. Für Markus Eisenbichler wird es darum gehen, das gelbe Trikot mit weiteren Top-Sprüngen zu verteidigen. Während die Deutschen und Österreicher auf einen traumhaften Start zurückblicken können, haben insbesondere die Slowenen noch ordentlich Nachholbedarf. Da könnte es von Vorteil sein, dass die Schanze im Norden Finnlands vor allem den Fliegertypen entgegenkommen dürfte.

Ergebnis Einzelspringen

Stand Weltcup

Stand Nationencup

Quellen: FIS, skispringen.com

Weltcup Herren

Der erste internationale Schlagabtausch liegt hinter uns. Bei der Qualifikation für das Einzelspringen am Sonntag konnte Kamil Stoch ein deutliches Zeichen setzen. Mit einem Traumsprung auf 132 Meter ließ der 33-Jährige seinen Konkurrenten keine Chance. Auf den Plätzen zwei und drei dürfen sich auch Yukia Sato und Markus Eisenbichler über einen erfolgreichen Auftakt freuen.

Die Adler fliegen wieder. Der Auftakt in die mit vielen Fragzeichen versehene Saison ist also erstmal geschafft. Den mit Abstand besten Sprung (132 Meter) im polnischen Wisla landete mit Lokalmatador Kamil Stoch (135,3 Punkte) kein Unbekannter. Etwas überraschend ist dagegen der zweite Platz des japanischen Sprung-Flohs Yukia Sato (128,6 Punkte). Mit nur zwei Zehntel weniger sorgte auch Markus Eisenbichler für einen gelungenen Auftakt des deutschen Teams. „Ich bin gut reingekommen und ganz zufrieden. So kann es mal losgehen“, zeigt sich der 29-Jährige optimistisch. Mit Karl Geiger (120,8 Punkte) auf Rang fünf schaffte noch ein weiterer DSV-Adler den Sprung nach unter Top-10. „Es waren drei schöne Sprünge, die Spaß gemacht haben. Ich weiß jetzt, dass ich gut dabei bin und das gibt ein gutes Gefühl“, so der Oberstdorfer. Das gute Mannschaftsergebnis komplettierten Pius Paschke, Constantin Schmid und Martin Hamann auf den Rängen 15, 18 und 21. „Ich habe gleich im ersten Sprung gut hereingefunden. Der Qualifikationssprung war nicht ganz so gut, aber das ist Anfang Winter auch nicht so schlimm“, erklärt Pius Paschke. Auch Youngstar Constantin Schmid zeigte sich zufrieden mit den ersten Sprüngen. „Es waren heute mal alle Sprünge besser als noch im Sommer. Ich will in den nächsten Tagen dort weiter machen, wo ich heute angefangen habe“, erklärt der 20-Jährige. Etwas schwerer taten sich dagegen Severin Freund und Andreas Wellinger. Die in den Vorjahren durch Verletzungen eingebremsten Athleten qualifizierten sich jedoch auf den Rängen 37 und 38 souverän. So kann auch DSV-Coach Stefan Horngacher mit einem guten Gefühl zurück ins Hotelzimmer gehen. „Ich bin sehr zufrieden, dass die Athleten das gezeigt haben, was sie im Training gezeigt haben. Es schaut so aus, als könnten wir vorne mitspringen. Der Markus springt sehr gut und auch Karl hat tolle Sprünge gezeigt. Es gibt noch viel Arbeit, aber jetzt kommen wir besser in den Wettkampfrhythmus rein und es ist immer wichtig, wenn man halbwegs gut beginnt“, analysiert Stefan Horngacher.

Österreicher und Polen bringen sich in Position

Geschlossen stark präsentierte sich auch das österreichische Team unter dem neuen Trainer Andreas Widhölzl. Bester ÖSV-Adler war der widererstarkte Michael Hayböck, der mit 127 Meter auf Rang vier segelte. Während auch Daniel Huber (9.), Jan Hörl (11.) und Phillip Aschenwald (12.) überzeugen konnte, schwächelte Stefan Kraft als 22. etwas. Zu viel Sorgen muss man sich um den Weltcup-Gesamtsieger des Vorjahres jedoch nicht machen, zumal dieser in der ersten Trainingsrunde als Bester bereits ein Zeichen gesetzt hat. Noch steigern muss sich dagegen Gregor Schlierenzauer (29.).

Neben den Österreichern, zeigten sich auch die Polen in guter Frühform. So schafften auch Dawid Kubacki (6.) und Piotr Zyla (10.) den Sprung in die Top-10. Hoffnung machen zudem die Ränge 17, 18 und 29 von Zniszczol, Stekala und Muranka.

Norwegen und Slowenien noch etwas flügellahm

Nachholbedarf zeigten dagegen die Norweger. Bester Springer der Wikinger war überraschend Halvor Egner Granerud auf Rang sieben. Die eigentlichen norwegischen Vorflieger Tande (24.), Johansson (30.) und Lindvik (39.) erwischten hingegen nicht ihre besten Sprüngen. Ähnlich schlecht erging es den Slowenen, deren bester Adler der ehemalige Gesamtsieger Peter Prevc (16.) war. Der slowenische Meister Timi Zajc offenbarte dagegen etwas größere Startschwierigkeiten und landete punktgleich mit Lindvik auf Rang 39. Noch nicht in Topform scheint auch Ryoyu Kobayashi zu sein. Der 24-Jährige hatte bereits im Training zu kämpfen und musste sich auch in der Qualifikation, einen Platz hinter Daiki Ito, mit Rang 14 begnügen.

Erfolgserlebnis für Kanada, Debakel für Tschechen und Olympiasieger Ammann

Positiv in Erscheinung traten hingegen einige Athleten kleinerer Teams. So sprang Evgeniy Klimov achtplatzierter in die Top-10. Auch die Kanadier können mit Rang 20 von Boyd-Cowes und Rang 49 von Matthew Soukup mehr als zufrieden sein. Einen guten Tag erwischte auch der Este Artti Aigro, der als 36. die Quali locker schaffte.

Ein prominentes Opfer hat die Qualifikation ausgerechnet mit dem Schweizer Simon Ammann jedoch auch hervorgebracht. Dieser verpasste als 56. die Qualifikation und offenbarte technisch noch größere Probleme. Neben Ammann werden unter anderem auch Anze Semenic und Naoki Nakamura beim Einzelspringen fehlen. Einen rabenschwarzen Tag erlebte auch das tschechische Team, dass alle vier Springer verlor.

Das Einzelspringen wird am Sonntag um 16 Uhr über die Bühne gehen. Als Favoriten gehen Kamil Stoch und Markus Eisenbichler in den Wettkampf, doch auch mit einem Stefan Kraft muss man immer rechnen.

Ergebnis Qualifikation

Startliste Sonntag

Quelle: interne Informationen

Weltcup Herren

Nach dem Aufgalopp am Freitag wird es beim Mannschaftsspringen am Samstag zum ersten Mal richtig ernst. Ab 16 Uhr wird sich zeigen, welches Team über den Sommer besonders gut gearbeitet und schon jetzt in Topform ist. Nach den bisherigen Eindrücken habe sich drei Mannschaften herausgebildet, die vermutlich die besten Karten in der Hand haben. Doch auch dahinter lauert ein gefährlicher Außenseiter.

Deutschland, Österreich oder Polen? Der Sieg beim Teamspringen wird am Samstagnachmittag definitiv über die drei Nationen laufen. Das DSV-Team startet wenig überraschend in der Besetzung Constantin Schmid, Pius Paschke, Karl Geiger und Markus Eisenbichler. Während sich Schlussspringer Eisenbichler und Karl Geiger bereits glänzend präsentiert haben, steht hinter den beiden ersten Springern noch ein kleines Fragezeichen. Für den Platz ganz an der Spitze müsste wohl insbesondere Constantin Schmid noch ein wenig zulegen. Denn die Alpenrepublik schart schon mit den Hufen und will sich für die letztjährige knappe Niederlage im Nationencup revanchieren. Das ÖSV-Team wird mit Michael Hayböck, Phillip Aschenwald, Daniel Huber und Stefan Kraft an den Start gehen. Wie ausgeglichen das Team von Andeas Widhölzl ist, zeigt die Tatsache, dass Jan Hörl als Qualifikations-Elfter keinen Platz im Team ergattern konnte. Im Kampf um den Sieg wird Österreich jedoch auch einen starken Stefan Kraft brauchen. Mit Rang eins im ersten Training sowie Rang 22. in der Qualifikation fehlte diesem noch etwas die Konstanz. Mit auf dem Zettel muss man definitiv auch die Polen haben. Neben den überragenden Quali-Sieger Kamil Stoch, werden selbstredend auch Dawid Kubacki und Piotr Zyla im Team stehen. Doch die Polen haben in der Vergangenheit häufig erfahren müssen, dass auch der beste Wagen auf drei Rädern meist nicht als erster ins Ziel kommt. Diesmal liegt es an Klemens Muranka, die Polen unfallfrei ganz nach oben aufs Podest zu bringen. Mit den Rängen fünf und acht im Training präsentierte sich der 26-Jährige jedoch überraschend stark. Mit einem Sprung, wie in der Qualifikation, bei der Muranka 28. wurde, dürften sich die Lokalmatadoren jedoch wohl nicht erlauben. So gibt es mit Japan noch eine Art Geheimfavorit. Mit Yukia Sato hat bereits ein Springer als Quali-Zweiter bewiesen, dass er schon jetzt in Top-Form ist. Zwar präsentierte sich Kobayashi noch nicht so stark, so kann der Gesamtsieger aus der Saison 2018/19 leistungstechnisch jederzeit explodieren. Mit Daiki Ito präsentierte sich ein erfahrener Teamspringer ebenfalls sehr konstant. Das Sorgenkind der Japaner ist Junshiro Kobayashi, der bislang noch keine guten Sprünge zeigen konnte.

Norweger und Slowenien schwächeln: Wisla bislang kein gutes Pflaster für Fliegertypen

Erstmal als Außenseiter gehen die Norweger und Slowenen ins Teamspringen. Alexander Stöckl wirft die einzige positive Überraschung, Halvor Egner Granerud als Schlussspringer ins Rennen. Daniel-André Tande, Robert Johansson und Marius Lindvik werden sich im Vergleich zur Qualifikation noch steigern müssen. Dies gilt auch für alle vier Slowenen. Diese werden mit Timi Zajc, Anze Lanisek, Peter Prevc und Ziga Jelar versuchen, den schlechten ersten Eindruck geradezubiegen. Jedoch sieht es ganz danach aus, dass die Anlage in Wisla den Flieger-Nationen Norwegen und Slowenien weniger entgegenkommt.
Neben den „großen 6 Nationen“ werden am Samstag auch die Tschechen, Schweizer und Russen an den Start gehen. Vor allem die Tschechen und Schweizer haben nach einem schwachen Quali-Tag einiges gutzumachen. Fehlen werden dagegen die Finnen. Die einstige Top-Nation wird erst beim Heim-Weltcup in Ruka an den Start gehen.

Startliste Teamwettbewerb

Quelle: FIS

Skiflug-Weltmeisterschaften Slowenischer Skiverband

Nicht mal mehr ein Monat dauert das Warten, bis mit der Skiflug-WM in Planica das erste ganz große Highlight der Saison 2020/21 ansteht. Eigentlich sollten die Titelkämpfe im Tal der Schanzen ein echtes Fest mit toller Atmosphäre und Fans aus aller Welt werden. In Zeiten der Corona-Pandemie ist all das jedoch undenkbar. Wer die stimmungsvollen Bilder vor Augen hat, die das jährliche Abschlussfliegen üblicherweise hervorbringt, dürfte umso mehr mit gedämpfter Freude an die Weltmeisterschaften denken. So scheint ein leerer Auslauf am Fuße der Letalnica eigentlich unmöglich. Doch was ist im Leben schon unmöglich? So könnte es sein, dass es in Planica gar nicht so gespenstisch leer wird, wie es der ein oder andere zu denken vermag.

Auf dem ersten Blick ist es eine absolut verrückte Idee: Wo normalerweise 30.000 Menschen den besten Skifliegern der Welt zujubeln, könnten schon bald massenweise Vierräder stehen. Da die Infektionszahlen in Europa ununterbrochen hoch sind, besteht aktuell die Idee, Zuschauer von ihren Autos aus zusehen zu lassen. „Es gibt dort an der Schanze einen riesigen Parkplatz. Die Idee ist, dass Fans die Wettbewerbe verfolgen, während sie im Auto sitzen“, sagte der neue FIS-Renndirektor Sandro Pertile am Mittwoch beim ‚Forum Nordicum‘. Zwar ist unklar, ob die slowenischen Behörden den Plänen zustimmen, so wäre eine Art Autokino eine absolute Weltneuheit beim Skispringen. Noch hofft die FIS aber darauf, dass man die Pläne verschwinden lassen kann und die Zuschauer der WM auf eine üblichere Art und Weise beiwohnen können. „Wir hoffen, dass die Zahlen noch sinken, damit wir doch noch ein paar Fans ins Stadion lassen können“, verspricht Pertile. Ein Unterfangen, das jedoch durchaus schwierig werden könnte. So scheint es wahrscheinlicher zu sein, dass anstelle von leuchtenden Augen leuchtende Autolichter zur Schanze hochblicken und wildes Gehupe für eine spezielle Geräuschkulisse sorgt. Doch spätestens seit der Entwicklung der Vuvuzela sind Sportler und Fans bei so etwas ja ohnehin abgehärtet. Wenn dann am Ende auch noch ein Slowene gewinnt, könnte die Veranstaltung mit dem am schnellsten gestarteten Autokorso aller Zeiten gleich nochmal in die Geschichtsbücher eingehen. Der Traditionsort Planica ist bekanntermaßen immer für Rekorde offen. Noch lieber wäre es den meisten aber wohl, wenn dieser auf der Flugschanze passiert und man den Weltrekord endlich von Vikersund zurückerobert.

Quelle: sport1.de

ÖSV Weltcup Herren

Als legendäre Super-Adler prägten die österreichischen Skispringer lange Zeit das Weltcup-Geschehen. Mit Gregor Schlierenzauer, Thomas Morgenstern, Andreas Kofler, Wolfgang Loitzl und Martin Koch hatte die Alpenrepublik gleich fünf Adler, die jederzeit um das Podest oder gar den Sieg springen konnten. Im Einzel brandgefährlich und als Team unbezwingbar, sprangen sie um das Jahr 2010 von Sieg zu Sieg und elektrisierten die Fans bei den heimischen Springen. Vor allem der Bergisel in Innsbruck und die Paul-Außerleitner-Schanze in Bischofshofen erwiesen sich als absolute Festungen und ermöglichten den ÖSV-Springern von 2009 bis 2015 sieben Tournee-Siege in Serie. Zwar ist der Nimbus der Unbesiegbarkeit in den letzten Jahren mehr und mehr verschwunden, so zählen die Österreicher noch immer zu den quantitativ und qualitativ besten Nationen im Skisprungzirkus.

Für den Kampf um die Podestplätze musste sich das ÖSV-Team dabei zuletzt aber meist auf Vorflieger Stefan Kraft verlassen. Mit einem Tournee-Sieg, zwei Einzel-Weltmeistertitel, zwei Weltcup-Gesamtsiegen und Bronze bei der Skiflug-WM hielt dieser eindrucksvoll die rot-weiß-rote Flagge hoch. So ist Kraft der einzige Springer im Weltcup, der seit 2014/15 immer unter den Top-10 im Weltcup zu finden war. Sein schlechtestes Abschneiden war ein sechster Gesamtrang in der Saison 2015/16. Trotz allem gibt es ein paar Sorgen um den Dominator des Vorjahrs. So haben sich auch aufgrund vieler weiter Sprünge körperliche Probleme beim 27-Jährigen herausgebildet, die ihm auch im Sommer eingebremst haben. „Ich habe sehr gut trainieren können, bis es mir ziemlich in den Rücken reingeschossen ist. Das war jetzt drei, vier Monate eine etwas schwierigere Zeit, aber es ist wieder am besser werden“, so Kraft. Dieser konnte im Sommer 200-300 Sprünge weniger als seine Kollegen absolvieren und musste das sprungspezifische Krafttraining vernachlässigen. Trotzdem geht der Österreichische optimistisch in die Saison. „Natürlich sind die Spitzenkraftwerte nicht hundertprozentig da, aber die Frage ist, ob es die unbedingt braucht. Die wenigen Sprünge, die ich gemacht habe, haben sich sehr gut angefühlt und ich habe gesehen, dass ich nichts verlernt habe“, versichert er. Im Hinblick auf die lange und kräftezehrende Saison steht der letztjährige Weltcup-Gesamtsieger dennoch vor einigen Fragezeichen. „Die Frage ist, wie sich das langfristig auswirkt, weil die Regeneration im Winter kürzer ist. Normalerweise habe ich mir über das Krafttraining ein stabiles Fundament aufgebaut, damit ich auch im Februar topfit bin. Das ist natürlich alles ein wenig ungewiss“, gibt er zu bedenken. Klar ist aber auch: Ein Stefan Kraft gibt nicht auf und wird, solange der Körper stabil bleibt, auch in der kommenden Saison zur absoluten Elite zählen.

Der lange Weg von Gregor Schlierenzauer: „Sehe mich noch immer in einem Entwicklungsjahr“

Zur absoluten Elite will bald auch wieder Gregor Schlierenzauer zählen. Nach seinem 20. Platz im letztjährigen Gesamtweltcup soll in der kommenden Saison der nächste Schritt folgen. Bei den österreichischen Meisterschaften überraschte Schlierenzauer bereits mit dem Titel von der Normalschanze, wenngleich der Weg zurück in die Weltelite dennoch ein weiter bleibt. „Ich sehe mich noch immer in einem Entwicklungsjahr. Ich habe einen guten Grundsprung, den ich konstant zeigen und daran wachsen muss, um dann auch die letzten Details herauszukratzen“, so Schlierenzauer. Diese Details liegen vor allem im Absprung-Übergang begraben, der letztlich zu großen Teilen mitentscheidet, ob ein Sprung läuft oder nicht.“ In den letzten Wochen habe ich sehr viel Augenmerk auf den Absprung gelegt und darauf, diesen mit der ersten Flugphase zu verbinden. Skispringen ist eine Präzisionsarbeit, bei der man sehr genau arbeiten muss. Mein Sprung lebt von der Verbindung und das ist ein Punkt, bei dem ich dabei bin, das besser zu machen“, erklärt er. Zu hohe Ziele möchte sich der 30-Jährige allerdings erstmal nicht setzen. „Ich erwarte mir speziell am Anfang und in Wisla, wo ich nie so zurechtgekommen bin, relativ wenig. Ich würde aber schon gerne in den Top-15 anfangen und mich dann von Sprung weiterentwickeln“, versichert er. Vor allem aber zeigt er sich glücklich, in schwierigen Zeiten wie diesen überhaupt von den Schanzen segeln zu dürfen. „Wir sind privilegiert, unseren Sport ausüben zu dürfen und ich bin dankbar, dass es Wettkämpfe gibt und wir hoffentlich schöne Momente und Emotionen erleben dürfen“, gibt er sich demütig.

Auf den Weg in Richtung Weltspitze: Aschenwald will ersten Weltcupsieg

Einen schönen Moment mit vielen Emotionen hat im Sommer auch Phillip Aschenwald erlebt. Dieser gewann nämlich den Staatsmeister-Titel in Bischofshofen und möchte auch im Winter angreifen. „Den österreichischen Meistertitel zu gewinnen, war keine ‚gmade Wiesn‘ und schon ein großes Ziel für mich“, freut sich dieser. Nachdem der 25-Jährige im letzten Jahr als Gesamt-Zehnter seine mit Abstand beste Saison sprang, soll es dieses Jahr noch höher hinausgehen. „Ich fühle mich sehr gut, habe mich über die letzten Jahren vor allem flugtechnisch entwickelt und auch jetzt im Sommer ist wieder sehr viel weitergegangen“, so Aschenwald. Dessen Hauptaugenmerk liegt nun darauf, weiter an Konstanz zu gewinnen. „Ich will, dass die guten Sprünge noch besser werden, aber auch die schlechteren Sprünge auf einem höheren Niveau stattfinden. Daran habe ich viel gearbeitet und sehe mich auf einen guten Weg“, so der letztjährige Zweitplatzierte von Ruka. Demnach soll in der kommenden Saison der nächste Schritt folgen. „Es ist schon ein Ziel Siegspringer zu werden, denn ein Weltcup-Sieg fehlt mir noch. Das ist aber ein großes Ziel, dass man auch nicht erzwingen kann. Deshalb will ich bei mir bleiben und mir keinen Druck machen“, verrät er. Sollte Kraft aufgrund seiner körperlichen Probleme schwächeln, läge es wohl an Aschenwald, die österreichische Fahne hochzuhalten. Gemäß seiner attestierten guten Trainingsleistungen, ist ihm dies aber auch absolut zuzutrauen.

Auf dem Weg zu Alter Form? Noch gibt es ein paar Fragezeichen um Michael Hayböck

Konträr zum aufstrebenden Phillip Aschenwald verliefen die letzten Jahre für Michael Hayböck alles andere als rund. Nachdem der 29-Jährige zuletzt dreimal infolge die Top-20 des Gesamtweltcups verpasst hatte, sieht er sich nun aber wieder auf dem richtigen Weg. „Ich fühle mich körperlich so, dass wieder um einiges mehr möglich ist. Auch auf der Schanze haben sich die Dinge weiterentwickelt. Es ist trotzdem noch ein Weg, dorthin zurückzukommen, wo ich schon einmal war. Das hieße Top-10 und regelmäßige Podestplätze. Ich muss geduldig weiterarbeiten und dran bleiben“, so Hayböck. Problematisch war bei diesem immer wieder die Phase nach dem Absprung. Hierbei stößt der Athlet häufig auf ein Fehlerbild, bei dem seine Ski nach der Kante einen negativen Anstellwinkel aufweisen und sozusagen Richtung Hang zeigen. „Ich bin der einzige Springer, der damit überhaupt einigermaßen runter kommt, aber mir ist klar, dass das nicht für Top-Ergebnisse oder Sieger reichen wird. Ich will meine Technik stabilisieren, damit das nicht passiert. Wenn der Ski flach rauskommt, ist das perfekt, aber sobald er negativ rauskommt, habe ich eine Pause am Vorbau und das kostet Höhe und Geschwindigkeit. Der Sprung muss bei mir so laufen, dass ich unten schnell werde, dann komme ich auf meine Meter“, erklärt der Tournee-Zweite aus dem Jahr 2015. Für den anstehenden Winter ist der gebürtige Linzer eine kleine Wundertüte. Während es im Sommer, wie zum Beispiel mit Silber bei den nationalen Meisterschaften oft sehr gut lief, so betrachtet er die letzten Wochen als eher zäh. Dieses auf- und ab wird ihn womöglich auch durch den Winter begleiten. Für punktuelle Spitzenresultate bleibt Hayböck jedoch immer ein Anwärter.

Mit positiver Körpersprache in Richtung Top-15? Huber will aus seinen Fehlern lernen

Auf ähnlichem Level wie Hayböck, war in den letzten Jahren auch Daniel Huber unterwegs, wenngleich er im Gegensatz zu seinem prominenteren Kollegen zuletzt unter den besten 20 im Gesamtweltcup stand. Ein stabiles Fundament, dass sich der 27-Jährige zu Nutzen machen möchte, um oben anzugreifen. „Mir geht es sehr gut, bin körperlich top vorbereitet und habe ein gutes Gefühl. Jetzt möchte ich einen weiteren Schritt machen und auch an der Konstanz und Stabilität arbeiten. Mein erster Weltcupsieg ist natürlich ein großes Ziel. Das ist zwar ein großer, aber möglicher Schritt. Im Gesamtweltcup will ich die Top-15 anpeilen, auch wenn die Luft da oben in der Spitze natürlich dünner wird“, erklärt er. In den letzten Jahren hatte der Österreicher immer wieder Probleme damit, zu viel zu wollen und dabei zu verkrampfen. „Ich wollte es oft im zweiten Durchgang erzwingen und dann von Platz sieben acht noch hoch aufs Stockerl springen. Nun möchte ich geduldig sein und bei den technischen Aspekten bleiben. Für mich geht es auch sehr um eine positive Körpersprache“, so Huber. Dieser spricht dem mentalen Bereich im Bezug auf die Leistung eine Bedeutung von 40 % zu, während der körperliche und technische Aspekt nur bei je 30 % liegen. Dies sei, wie Huber erklärt, jedoch bei jedem Springer unterschiedlich.

„Eine Saison ist kein Sprint, sondern ein Marathon“: Hörl gesteht Probleme nach seinem ersten Podestplatz in Engelberg

Für Jan Hörl, dem Youngstar im ÖSV-Team, wurden im letzten Jahr genau diese 40 % zum Verhängnis. So erlebte dieser im letzten Winter einen tollen Saisonstart, baute nach einem überraschenden Podestplatz in Engelberg jedoch deutlich ab. „Es war ein sehr guter Start und das Stockerl in Engelberg war überragend. Von da an habe gewusst, wo die Reise hingehen kann. Manchmal ist es aber besser, die Ziele Schritt für Schritt zu erreichen. Eine Saison ist kein Sprint, sondern ein Marathon und ich wollte danach alles auf einmal zerreißen und da ist es nicht leicht, wieder rauszukommen. Das war eine schwere Zeit, aber dadurch bin ich eine Erfahrung reifer“, so der 22-Jährige. Wenngleich er im Vorjahr ein Stück weit an seiner hohen Erwartungshaltung gescheitert sei, so hegt er dennoch große Ambitionen im Hinblick auf den kommenden Winter. „Ich bin körperlich in Topform. Wenn ich dabei bin, möchte ich schon Gas geben, das ist mein Naturell. Deshalb würde ich schon gerne ein Stockerlplatz machen“, zeigt er sich ehrgeizig. Dabei verlief die Vorbereitung anfangs alles andere als rund. „Es war kein einfacher Sommer und ich hatte zum ersten Mal das Gefühl, dass ich richtig kämpfen musste. Es war schwer, ein Set-Up zu finden, das für mich passt. Zum Glück ist mir ein Geistesblitz eingefallen, der mir dann sehr geholfen hat“, verrät er.

Mit breiter Mannschaft und neuem Trainer zurück zu alter Stärke? : „Nationencup ist natürlich ein Ziel“

Inwiefern sich dieser Gedankenblitz von Hörl auf gute Resultate im Winter auswirkt, muss man jedoch abwarten. Zwar ist dieser derzeit wohl das größte österreichische Talent, so scharren auch in der zweiten Reihe einige ambitionierte Springer mit den Hufen. „Der Junioren Weltmeister Peter Resinger und auch David Haag und sind junge Springer, die schon ganz gut sind und ihren Weg mit Sicherheit machen werden. Markus Schiffner ist im Sommer sehr gut gesprungen und auch Clemens Leitner war zuletzt gut unterwegs“, verrät ÖSV-Trainer Andreas Widhölzl. Dieser hatte im Frühjahr ein wenig überraschend das Zepter von Andreas Felder übernommen und blickt zufrieden auf seine ersten Monate als Cheftrainer zurück. „Die Entwicklung ist sehr positiv. Die Vorbereitung war anderes, aber anders ist ja nicht unbedingt schlecht. Die Springer haben die erste Phase individuell gestalten und dann unsere Kurse ganz normal machen können. Wir hatten die Möglichkeit, Trainingsstätte zu nutzen, konnten zuletzt Trainingssprünge auf der Eisspur von Innsbruck machen, freuen uns jetzt auf den Start“, zeigt er sich zuversichtlich. Nachdem die Österreicher den Kampf um den Nationencup im Vorjahr noch knapp gegen die Deutschen verloren hatte, so möchte Widhölzl das Blatt nun wenden. „Der Nationencup ist auch ein großes Ziel, da er die Dichte der Mannschaft widerspiegelt, aber bis dahin ist ein langer Weg. Da müssen wir bis zum Schluss die Leistung bringen“, erklärt er. Dies möchte Widhölzl möglich machen, indem vor allem die Stärken der Springer gefördert werden. Zudem soll eine gute Team-Chemie und ein ehrlicher und konsequenter Austausch auf Augenhöhe Problemen vorbeugen. „Ich möchte, dass jeder Springer weiß, dass er jederzeit zum Trainerteam kommen und Probleme ansprechen kann und diese nicht ins Hotel mitgenommen werden“, erklärt der ÖSV-Coach. Wie erfolgreich die Zusammenarbeit zwischen Widhölzl und den Springern zukünftig sein wird, bleibt abzuwarten. Rufen die Springer jedoch ihr Potenzial ab, so ist vieles möglich. Unter anderem auch der 19. Nationencup-Titel für das erfolgreichste Land der Skisprung-Geschichte.

Quelle: ÖSV-Pressekonferenz vom 16. November, 2020

Sonstiges Weltcup

Lange wurden die Skisprungfans auf die Folter gespannt, doch jetzt ist die Katze aus dem Sack. Fernsehsender Eurosport sorgt mit dem neuen Skisprung-Experten im Team für einen echten Paukenschlag. So wird kein geringerer als der ehemalige deutsche Bundestrainer Werner Schuster die Springen als Co-Kommentator begleiten. Damit tritt der Österreicher die Nachfolge von Sven Hannerwald an, der künftig für die ARD tätig sein wird.

Bereits in Wisla dürfen sich die Zuschauer des sogenannten „Skisprungsender Nummer eins“ auf messerscharfe Analysen von Schuster freuen. Dieser wird mit seinem umfangreichen Sachwissen Kommentator Matze Bielek zur Seite stehen. Das neue Duo an der Spitze von Eurosport wird allerdings nicht bei allen Wettkämpfen mit von der Partie sein. So soll Schuster Saison-Highlights, wie die Vierschanzentournee, die nordische Ski-WM und ausgewählte Weltcupspringen kommentieren. Dies ist der Tatsache geschuldet, dass der ehemalige Deutschland-Trainer als Familienvater, Jugendtrainer im Internat von Stams und als Privat-Coach von Gregor Schlierenzauer ohnehin einiges zu tun hat. Nicht groß anders sieht es bei Matze Bielek aus. So übernahm der Sportkommentator im Sommer, mit dem Bürgermeisterposten in Dettelbach, eine Vollzeitstätigkeit. Die kommende Saison sieht der frischgebackene Familienvater als Testlauf. Wie regelmäßig er im Winter dabei sein wird, steht noch nicht fest. Klar ist jedenfalls, dass er beim Saisonauftakt in Wisla gemeinsam mit Schuster kommentieren wird. Wer die beiden im Abwesenheitsfall ersetzen wird, ist noch unklar. Allerdings wird Martin Schmitt der Eurosport-Skisprungfamilie erhalten bleiben und wurde von Bielek zuletzt als möglicher Kandidat gehandelt.

Schuster freut sich auf neue Aufgabe: „Möchte meine Sichtweisen aus der Trainerperspektive einbringen“

Für Schuster wartet mit dem Co-Kommentator-Posten eine ganz neue Herausforderung, auf die er mit viel Vorfreude blickt. „Ich freue mich sehr, dass ich für die Eurosport-Zuschauer in Deutschland, Österreich und der Schweiz zahlreiche Wettbewerbe als Experte analysieren darf. Der Sender steht mit seiner Berichterstattung für höchste Fachkompetenz und große Leidenschaft. Die Rolle als Co-Kommentator mit der Live-Analyse der Sprünge wird für mich sicherlich eine neue Erfahrung sein“, erklärt er. Für den Zuschauer werden die Kommentare von Schuster besonders spannend, da die Perspektive eines renommierten Trainers am Mikrofon bislang eher selten war. So übernehmen meist ehemalige Sportler einen Expertenposten. „Ich möchte meine Beobachtungen und Sichtweisen aus der Trainerperspektive einbringen, die Leistungen der Springer fair bewerten und den Zuschauern die Details des Sports erläutern“, nimmt sich der Österreicher vor. Gernot Bauer, Head of Sports bei Eurosport, ist optimistisch, dass der charismatische 51-Jährige gut in die Rolle hineinpasst. „Als Bundestrainer haben wir Schuster als Perfektionisten und leidenschaftlichen Skisprung-Enthusiasten kennen gelernt, mit dem man sich stundenlang über den Sport austauschen konnte. All seine Kenntnisse und Begeisterung sowie seine große Erfahrung als Trainer wird er in seiner neuen Rolle als Experte und Co-Kommentator einbringen und damit eine Bereicherung für unsere Übertragungen sein“, freut er sich. Selbst wenn es bei Eurosport zwischen den Springen zu mehreren Wechseln in der Sprecherkabine kommen könnte, kann man sich über die Kompetenz von Schuster bereits jetzt freuen.

Quelle: skispringen.com

COC Herren

Trotz der Corona-Pandemie präsentiert sich der Herren-Weltcup stand heute noch immer picke packe voll und von wenig Änderungen gezeichnet. Doch fernab des Scheinwerferlichtes werden die Auswirkungen der Pandemie immer deutlicher. So erreichen uns regelmäßig Absagen von Damen-Springen und COC-Wettkämpfen.

Wer sich dieser Tage nicht für das Weltcup-Team qualifizieren konnte, hat es derzeit wahrhaft nicht leicht. Machen es die besonderen Umstände ohnehin schon schwierig das Training planmäßig über die Bühne zu bringen, brechen Wettkämpfe nach und nach Weg. So mussten die Springer, die im Continental-Cup aktiv sind, planmäßig ohnehin schon bis Mitte Dezember warten, bis die „Zweite Liga“ des Skispringens endlich startet. Nun benötigen sie jedoch einen noch längeren Geduldsfaden, zumal das Auftakt-Wochenende in Lillehammer soeben abgesagt wurde bzw. erst zu einen späteren Zeitpunkt stattfinden wird. Demnach kann die Wettkampfserie frühestens am 18. Dezember in Ruka starten.

Willingen übernimmt COC von Garmisch-Partenkirchen

Auch die für den 23. und 24. Januar 2021 angesetzten Wettbewerbe in Garmisch-Patenkirchen wurden abgesagt, haben jedoch bereits Ersatz gefunden. Willingen wird die Wettbewerbe übernehmen, jedoch nicht im Januar, sondern von 05.-07. Februar 2021.

Ebenfalls in der Schwebe liegen die Springen von Peking und Sapporo. Eine Austragung kann auch hier als unwahrscheinlich betrachtet werden, zumal in Sapporo ja bereits die Weltcupspringen der Damen und Herren abgesagt wurden. Dem COC droht nun also ein echter Domino-Effekt, bei den sich nach und nach immer mehr Veranstalter zurückziehen. Für die betreffenden Athleten ein riesiges Problem, da diese so kaum Preisgelder verdienen können und wenige Chancen haben dürften, sich über Wettkämpfe für den Weltcup zu empfehlen.

Quelle: SC Willingen

Slowenischer Skiverband Weltcup Herren

Bis zu 250 Meter kann man auf der legendären Skiflug-Schanze in Planica springen. Den Wahnsinn des Skifliegens kann man eigentlich erst ansatzweise begreifen, wenn man selbst einmal von der Letalnica ins Tal geblickt hat. Doch gerade dann, wenn es darum geht, sich mit voller Aggressivität von den größten Schanzen der Welt zu stürzen, sind die Slowenen voll in ihrem Element. Gerade einmal gut zwei Millionen Einwohner fasst das skisprungverrückte Land südlich von Österreich. Wenn es aber darum geht junge und talentierte Springer herauszubringen, können sie sich seit Jahren mit den stärksten Nationen messen.

Egal ob der Kamikaze-Sprungstil von Domen Prevc, die Siegesserien von Peter Prevc oder das jährliche Saisonfinale in Planica: Wenn es darum geht, Spektakel zu erzeugen, sind die Slowenen immer ganz vorne dabei. Unvergessen das Saisonfinale 2015: Mit 94 Punkten Rückstand auf Severin Freund, machte sich Peter Prevc vor heimischen Publikum zum Angriff auf den Gesamtweltcup-Sieg bereit. Mit absoluten Traum-Flügen gewann der Slowene das erste Springen und stand auch beim entscheidenden letzten Springen als letzter auf dem Balken. Doch dann passierte das unglaubliche: Ausgerechnet Landsmann Tepes, konnte Prevc mit einem sagenhaften Flug auf 244 Meter überbieten. Slowenischer Doppelsieg und doch eine große Enttäuschung. So verlor Peter Prevc den Kampf um den Gesamtsieg gegen den punktgleichen Severin Freund. Ein Rückschlag von dem sich dieser jedoch schnell erholen sollte. So gewann der heute 28-Jährige in der Saison darauf die Tournee, die Skiflug-Weltmeisterschaft und den Gesamt-Weltcup. Zwar bremsten den Seriensieger in den letzten Jahren immer wieder Verletzungen aus, so hat er in der letzten Saison gezeigt, dass wieder mit ihm zu rechnen ist. So war der Slowene mit seinem Sieg in Lillehammer der letzte Gewinner in der Saison 2019/20. In der kommenden Saison soll es nun wieder dauerhaft nach ganz oben gehen. Der Sommer lief jedoch mit Platz 11 und 16 beim Sommer-Grand-Prix in Wisla eher durchwachsen. Selbst bei den nationalen Titelkämpfen reichte es nur für Rang acht. „Um die Wahrheit zu sagen, bin ich nicht besonders zufrieden. Meine Form ist in den letzten Wochen etwas gestiegen. Es besteht aber dennoch eine gewisse Unsicherheit“, zeigt sich der Star der Slowenen im Interview mit siol.net skeptisch. Viel Zeit bleibt ihm allerdings nicht mehr, da für die Slowenen mit der Skiflug-WM in Planica bereits Anfang Dezember ein echtes Highlight ansteht. „Es wird wirklich sehr schnell gehen. Ich muss den Motor so schnell wie möglich warmlaufen lassen und mein Bestes geben. Es gilt nicht viel zu überlegen, sondern schnell in Form zu kommen. In einigen Saisons war ich am ersten Wochenende nicht so erfolgreich, aber das hat sich in den Wochen darauf auch mal schnell geändert“, erinnert er sich.

Das zweite Ass im Ärmel: Schlägt Timi Zajc bei der Skiflug-WM zu?

Bei den Fragzeichen um Peter Prevc, ist es von Vorteil, dass die Slowenen mit Youngstar Timi Zajc einen weiteren heißen Pfeil im Köcher haben. Der 20-Jährige ist ein echter Spezialist für Flugschanzen und zeigte mit einem vierten Platz in Wisla und Rang eins bei den slowenischen Meisterschaften bereits eine gute Sommerform. Für die WM in Planica ist der unbekümmerte Slowene ein echter Geheimtipp. So gewann er bereits im Jahr 2019 ein Skifliegen in Oberstdorf und legte 2020 mit zwei Podestplätzen am Kulm noch einmal nach. Im Vergleich zur vorletzten Saison fehlte Zajc im letzten Winter zwar auf den Großschanzen ein wenig die Konstanz, so muss man ihm in der kommenden Saison dennoch auf jeder Schanze auf den Zettel haben. Grenzen gibt es für das Top-Talent im Team keine. Kann er im Winter seine Top-Leistungen abrufen, gehört er zu den stärksten Springern im Feld.

Was kommt nach der slowenischen Doppelspitze? Lanisek und Jelar wollen sich in den Top-15 etablieren

Während man mit Peter Prevc und Timi Zajc durchaus von einer slowenischen Doppelspitze sprechen kann, ist dahinter vieles offen. Mit Rang 15 im Gesamtweltcup, konnte sich Anze Lanisek in der Vorsaison endlich im Vorderfeld des Weltcups stabilisieren und in Wisla und Ruka sogar auf das Podium springen. Zuvor war der 24-Jährige damit aufgefallen, Spitzenresultate aus dem Sommer nicht in den Winter zu transportieren. Klingt also ganz nach dem jungen Dawid Kubacki. Ob Lanizek nun auch im Winter so zulegen kann, wie der Pole in den vergangenen Jahren, bleibt abzuwarten. Eine Platzierung zwischen 10 und 15 im Gesamtweltcup ist ihm aber definitiv zuzutrauen. Gleiches gilt auch für Ziga Jelar. Der 23-Jährige trumpfte in der zweiten Saisonhälfte des letzten Winters mächtig auf und schaffte zum Abschluss in Lillehammer mit Rang zwei sein erstes Podium. Im Sommer zeigte er jedoch mit den Rängen 24 und 25 in Wisla noch leichte Schwächen. Bei den Meisterschaften verpasste er das Podest mit Rang vier dagegen nur knapp. Im Winter wird es nun darum gehen, die guten Ansätze in einer stabilen Form zu festigen. Dann kann auch Jelar in der erweiterten Weltspitze ein Wörtchen mitreden.

Semenic, Bartol und Pavlovcic ergänzen Aufgebot für Wisla

Neben den vier genannten werden in Wisla Anze Semenic, Tilen Bartol und Bor Pavlovcic zum Aufgebot zählen. Die beiden erstgenannten erlebten jedoch zuletzt einen rabenschwarzen Winter. Während Semenic im Gesamtweltcup Rang 37 belegte, sammelte Bartol lediglich einen Weltcuppunkt. Für beide spricht jedoch, dass sie in einer passablen Form zu den richtig guten Fliegern zählen. Die Nominierung könnte also durchaus auch darauf beruhen, dass sich die Slowenen von beiden etwas bei der Skiflug-WM erhoffen. Inwieweit Bartol und Semenic den Slowenen jedoch im Laufe der Saison wirklich helfen können bleibt abzuwarten. So belegten beide bei den nationalen Titelkämpfen auch nur die Plätze 10 und 13. Bor Pavlovic ist dagegen ein Springer, der bisher schlichtweg noch nicht den Sprung vom Youngstar zum etablierten Weltcupspringer geschafft hat. So kam der 22-Jährige trotz immenser Anlagen im Weltcup nicht über einen 16. Rang hinaus. Hierbei zeigt sich aber auch das generelle Problem der Slowenen. So hat man immer wieder hoffnungsvolle Nachwuchskräfte, die den letzten Schritt zum erfolgreichen Weltcup-Springer nicht schaffen. Selbst wenn dieser gelingt, präsentieren sich viele Athleten aufgrund ihres erbarmungslos aggressiven Sprungstils oft als „Wundertüten“.

Der Joker im Team: Wie steht es um Domen Prevc?

Paradebeispiel eines slowenischen Springers ist wohl Domen Prevc. Im Alter von 16 Jahren mischte dieser ähnlich wie Schlierenzauer seiner Zeit den Weltcup auf. Mit seiner unglaublichen Vorlage verängstigte er sowohl die anderen Nationen als auch die eigenen Trainer, worauf Sätze wie „Meine größte Angst ist, dass er keine Angst hat“ fielen. In den letzten Jahren ist es aber zunehmend ruhiger um den 21-Jährigen geworden, der meist nur noch auf Flugschanzen überzeugen konnte. Beim Saisonauftakt wird er vorerst fehlen. Grund ist auch eine Armverletzung, die Domen im Sommer eingebremst hat. „Als er einen verletzten Arm hatte, hat er viel im Fitness-Bereich trainiert. Da ihm Sprünge fehlten, trainiert er jetzt zu Hause auf einer 100-Meter-Schanze und hat wirklich viele Sprünge gemacht. Der Effekt ist sichtbar und er ist viel besser in Form als im Sommer. Es klappt immer noch nicht alles, aber es gibt positive Anzeichen „, so Trainer Bertoncelj gegenüber deol.si. Viel Zeit bleibt nicht mehr, um den „Kamikaze-Pilot“ für die Skiflug-WM in Form zu bringen, doch eines bleibt klar: Bei Domen Prevc kann im negativen wie im positiven Sinne alles ganz schnell gehen. So ist dieser in gewisser Weise ein Joker für die Slowenen im Hinblick auf dem kommenden Winter. Während Springer wie Rok Justin, Cene Prevc oder Jernej Damjan in der zweiten Reihe auf eine Chance warten, müssen wir von nun an auf zwei bekannte Gesichter verzichten. So haben nach der letzten Saison Jurij Tepes und Jaka Hvala ihre Karrieren beendet.

Trainer Gorazd Bertoncelj zeigt sich zufrieden mit der Vorbereitung

Nichts desto trotz blickt der slowenische Nationaltrainer optimistisch in Richtung Winter. Zuletzt konnte sich das Team sowohl im Kraftbereich, als auch auf der Schanze intensiv vorbereiten. „Wie immer war die Atmosphäre bei den Vorbereitungen großartig. Wir nutzten die Hilfe des örtlichen Fußballclubs, der uns eine Mini-Halle anbot. Ich muss sagen, dass wir wirklich hervorragende Bedingungen für das Training und auch für die Regeneration hatten“, freut er sich. Nach Fitnessvorbereitungen kehrte die Nationalmannschaft zurück auf die Schanze. Zuerst ging es nach Kranj und anschließend auf die Eisspur von Planica: „Wir hatten von Montag bis Freitag ein Trainingslager. Die Schanze war für uns sehr gut vorbereitet. Am Montag und Dienstag hat uns das Wetter ein wenig gestört, aber am Mittwoch hatten wir wirklich gute Trainingsbedingungen,“ verkündet er. „Wir konzentrieren uns hauptsächlich auf Sprungtechnik, Leistung und Ausrüstungstests. Ich denke, dass jeder technisch angemessen vorbereitet ist und das richtige technische Set-Up beisammen hat“, gibt er sich optimistisch. Im letzten Jahr landeten die Slowenen im Nationencup auf Rang fünf. In der kommenden Saison soll es noch um ein paar Plätze nach oben gehen. Das Potenzial dazu ist durchaus gegeben.

Quellen: berkutschi.com, delo.si, siol.net

Finnischer Skiverband

Gute Nachrichten inmitten des immer tiefer werdenden Corona-Sumpfes zu finden ist wahrlich nicht einfach. Fast täglich erreichen uns Berichte zum Ausschluss von Zuschauern sowie Verschiebungen oder gar Absagen von Veranstaltungen. Da ist es doch umso schöner, wenn es auch mal positive Nachrichten gibt. Nachdem die Junioren-WM in Zakopane bereits im Sommer vorzeitig abgesagt wurde, hat sich nun ein neuer Ausrichter gefunden. Wie skispringen.com berichtete, werden die größten Talente des Skisprungsports im finnischen Lahti auf Medaillenjagd gehen.

Lange Zeit schien es so, als würden die Junioren-Weltmeisterschaften in diesem Jahr ins Wasser fallen. Nachdem sich Zakopane als Ausrichter zurückgezogen hatte, begab sich die FIS auf eine scheinbar aussichtslose Suche. Doch unverhofft kommt oft, so wurde man jetzt also doch noch fündig. Demnach werden die Titelkämpfe der Skispringer wie bereits vor zwei Jahre in Lahti stattfinden, während die Langläufer in Vuokatti an den Start gehen werden. „Es ist eine Herausforderung in der aktuellen globalen Situation Wettkämpfe zu organisieren, aber gemeinsam mit zwei starken Veranstaltungsorten haben wir nun ein Ergebnis, was unserem Sport und auch den Athleten dient“, zeigt sich der Geschäftsführer des finnischen Skiverbands, Ismo Hämälainen, zuversichtlich. „Es gibt viele Komponenten in dieser Gleichung, die das Ganze beeinflussen. Wir werden keineswegs die Gesundheit aller außer Acht lassen, wollen aber ebenso die bestmögliche Nachwuchsentwicklung im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten sicherstellen“, versichert er.

Volles Programm im finnischen Wintersport-Mekka

Im Rahmen der Corona-Krise beweist der finnische Traditionsort, dass er sich von Schwierigkeiten nicht einschüchtern lassen möchte. So wird neben der Junioren-WM auch noch ein Weltcup und FIS-Cup an der alt-ehrwürdigen Schanzenanlage stattfinden. „Der FIS-Cup im Vorlauf gibt uns die Möglichkeit, eine tolle Wettkampfwoche zu organisieren. Natürlich wird es ein großer Aufwand für unsere freiwilligen Organisatoren, zumal es nur zwei Wochen zuvor die Salpausselä-Wettkämpfe im Rahmen des Weltcups geben wird, aber wir glauben fest in unsere fachkundige und engagierte Gemeinschaft“, gibt sich Juha Kolu, Präsident der Lahti Ski Association, optimistisch. Aufgrund des FIS-Cups werden die Titelkämpfe jedoch nicht, wie erst angedacht, vom 31. Januar bis 7. Februar stattfinden, sondern eine Woche später vom 8. bis zum 14. Januar.

Für die Deutschen Adler hat sich Lahti schon vor zwei Jahren als gutes Pflaster erwiesen. So sicherte sich das Herren-Team die Gold-Medaille, während das Damen-Team und Luca Roth im Einzel weitere Silber-Medaillen ersprangen. Bei den anstehenden Titelkämpfen dürfte Claudio Haas der aussichtsreichste Deutsche Vertreter sein. Bei den Deutschen-Meisterschaften war dieser als zwölftplatzierter bester Deutscher Junior und ließ Eric Fuchs (22.) und Quirin Modricker (23.) mehr als 40 Punkte hinter sich und konnte auch beim Teamspringen mit einem Satz auf 132 Meter für aufsehen sorgen.

Quelle: skispringen.com

Finnischer Skiverband

Betrachtet man die letzten zehn Jahre, so kann man die Entwicklung im Team Finnland nur als dramatisch beschreiben. Mit Springern wie Matti Nykänen, Toni Nieminen und Janne Ahonen können die Nordeuropäer auf eine Tradition zurückblicken, wie sie kaum ein anderes Land vorzuweisen hat. Doch längst ist er verblasst, der Glanz vergangener glorreicher Tagen. So geht es heute nicht mehr um Siege oder Podestplätze, sondern darum, junge und ambitionierte Springer indie Top-30 des Weltcups zu führen.

Wie konnte es passieren, dass eine der großen Skisprung-Nationen innerhalb von wenigen Jahren derart den Anschluss verliert? Hierfür gibt es mehrere Gründe. Darum blicken wir erst einmal genau zehn Jahre zurück in die Saison 2010/2011, einer Schicksals-Saison, in der sich für die Finnen einiges zum Negativen gewandt hat. Wir schreiben den 1. Dezember 2010: Im heimischen Kuopio gelang denFinnen mit dem hochtalentierten Ville Larinto und dem Routinier Matti Hautamäki ein spektakulärer Doppelsieg. Bis zur Tournee deckten die beiden Vorflieger mit regelmäßigen Top-Platzierungen die Lücke zu, die sich bereits jetzt dahinter auftat. Doch kein Problem, schließlich hatte man mit Janne Ahonen, der noch nicht in Form war und Janne Happonen, der an einer Verletzung laborierte, noch weitere Asse in der Hinterhand. Am Neujahrestag in Garmisch-Partenkirchen folgte jedoch der erste Schock. Nach einem Sprung von 140,5 Meter zog sich Ville Larinto einen Kreuzbandriss zu. Für den hochveranlagten Finnen das Anfang vom Ende, zumal sich dieser, in den Anschlussjahren, weitere schwere Verletzungen zuzog und nie wieder zu seiner alten Klasse fand. Wenige Monate später tauchte jedoch Janne Happonen wieder im Weltcup auf und zeigte auf Anhieb starke Leistungen. Doch ihm sollte in Vikersund das gleiche Schicksal ereilen, wie seinem Teamkollegen. Nach einem 240-Meter-Satz in Vikersund zog er sich ebenfalls einen Kreuzbandriss zu und konnte sich nie von seinen zahlreichen Verletzungen erholen. So blieben also lediglich die „alten Haudegen“ Ahonen und Hautamäki übrig. Während der fünfmalige Tourneesieger die ganze Saison nicht in Fahrt kam, gelangen auch Hautamäki nur noch sporadisch Top-Sprünge. Da diese ein Jahr später noch seltener wurden, beendete er seine Karriere 2012. Ahonen erklärte hingegen bereits ein Jahr zuvor sein Karrierenende. Um seinen Traum einer olympischen Einzelmedaille zu erfüllen und dem finnischen Skispringen ein Gesicht zu verleihen, kam er jedoch zur Saison 13/14 zurück. Aufgrund seines fortgeschrittenen Alters und einigen kleineren Verletzungen, blieb sein Comeback jedoch glanzlos. So war es Anssi Koivuranta, der im Jahr 2014 mit Platz eins beim Bergiselspringen das letzte große finnische Ausrufezeichen setzte. Doch wie es das Schicksal so will, hatte auch dieser mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen und beendete seine Laufbahn 2015. So könnte man jetzt argumentieren, dass viele Jahre später längst neue Star-Springer hätten heranreifenkönnen, so ist es eben nicht ganz einfach aus einem Negativstrudel herauszukommen, in dem man einmal hineingeraten war.

Weltmeisterschaft in Lahti verkommt zum Desaster und schädigt finnisches Skispringen nachhaltig

Um weiter auf Ursachenforschung zu gehen, muss man weitere zehn Jahre zurück blicken. Bei der heimischen Ski-WM in Lahti 2001 kam es zu einem folgenreichen Doping-Skandal, in dem zahlreiche finnische Langläufer verwickelt waren. Ein Desaster für die ganze finnische Sportwelt. So sprangen Sponsoren ab und auch der Staat stellte seine Fördermittel ein. Demnach wurde auch das finnische Skispringen mit in den Abgrund gerissen. Die Jugendförderung litt im Zuge dessen enorm, was sich konsequenterweise vor allem im letzten Jahrzehnt bemerkbar machte. Die daraus resultierten schwachen Ergebnisse ließen auch das Interesse der Bevölkerung zunehmend verschwinden, was die finanziellen Probleme weiter verschärfte. So liegt es jetzt an wenigen einzelnen Athleten, das ehemalige Spitzenteam wieder aus der Versenkung zu holen.

Ein finnischer Hoffnungsschimmer: Kann Anti Aalto vorne mitmischen?

Wenn es einen Springer gibt, der den Finnen in den letzten Jahren Hoffnung machen konnte, so war dies Antti Aalto. In den letzten beiden Saisons belegte der 25-Jährige in der Gesamtwertung die Plätze 25 und 32. Zwar ließ er dabei die Konstanz noch etwas vermissen, so bewies er immerhin, dass er an guten Tagen auch ganz vorne angreifen kann. So geschehen beim Skifliegen am Kulm, als Aalto als Sechster nur knapp das Podium verpasste. Insgesamt sprang er bereits fünfmal unter die Top-10 des Weltcups. Bei den finnischen Meisterschaften im Sommer verpasste er zwar hauchdünn den Sieg, distanzierte jedoch den Drittplatzierten um ganze 60 Punkte. „Antti ist den ganzen Sommer über stabil gesprungen. Er hat die Fähigkeiten und Fertigkeiten der Vergangenheit, und auf der mentalen Ebene macht sich internationale Erfahrung bemerkbar“, erklärt der neue Cheftrainer Janne Väätäinen gegenüber iltalehti.fi. Während sich Aalto im Vorjahr unmittelbar vor Saisonstart eine Knöchelverletzung beim Volleyballspielen zugezogen hatte, kam er diesmal unbeschadet durch die Vorbereitung. „Zu Beginn der letzten Saison habe ich meinem Knöchel nicht ganz vertraut. Nach dem Jahreswechsel wurde das besser. Schade, dass die Saison unterbrochen wurde. Jetzt ist der Knöchel ganz normal, genau wie vor der Verletzung“, sagt Aalto. Insgesamt 400 Sprünge konnte der Finne im Sommer absolvieren. So viele wie im Vorjahr, wenngleich diesmal der Fokus weniger auf Kraft und mehr auf Technik lag. „Meine große Stärker ist meine Beweglichkeit, aber ich kann mich sprungtechnisch noch immer verbessern“, verrät er. Gelingt dies, sind die Voraussetzungen für eine stabile Saison unter den Top-20 mit punktuellen Erfolgen absolut gegeben.

Niko Kytosaho als zweites Ass im Ärmel: Findet das Top-Talent nach langer Zeit den Weg nach oben?

Der zweite Hoffnungsträger in Reihen der Finnen ist der 20-Jährige Niko Kytösaho. Bei der finnischen Meisterschaften konnte dieser Aalto sogar knapp bezwingen. Im letzten Winter holte das Nachwuchs-Talent als 21. in Ruka zum ersten Mal Weltcup-Punkte. Kytösaho scheint seinen Weg gefunden zu haben, nachdem seine Welt als Springer und Privatperson im Jahr 2015 ordentlich durcheinandergeraten war. So diagnostizierten Ärzte vor fünf Jahren eine Diabetes-Erkrankung. Zwarist der Finne nicht der einzige Spitzensportler mit dieser Krankheit, so kann diese vor allem für einen Skispringer problematisch sein. So bereitete die Abstimmung mit Training und Ernährung einige Probleme, wodurch er erst spät wieder sein Idealgewicht als Springer erreichen konnte. Im Herbst 2020 schlug das Pech dann erneut zu. So wurde der Springer nach einem Trainingscamp positiv auf Covid-19 getestet. „Es ist seltsam, weil ich mich an diesem Tag zum ersten Mal seit mehreren Tagen wieder vollkommen gesund fühlte und die Grippesymptome abgeklungen sind“, erklärte er gegenüber Skijumping.pl. An einem erfolgreichen Winter sollte ihm die Erkrankung jedoch nicht hindern. „Niko hat im Sommer große Schritte gemacht und ist athletisch sehr stark“, lobt Väätäinen seinen zweiten Eckpfeiler. Die Top-30 im Gesamtweltcup sollten für den aufstrebenden Youngstar also durchaus machbar sein.

Rückkehrer Väätäinen wünscht sich drei Finnen in den Top-30

Zieht man die nationalen Titelkämpfe zurate, muss sich Väätäinen auf seine zwei besten Springer verlassen. So hatten Eetu Nousiainen, Andreas Alamommo, Jarkko Määttä und Arttu Pohjola mehr als 65 Punkte Rückstand auf den Sieger. Über die größte Weltcup-Erfahrung der genannten verfügt Jarkko Määttä. So konnte der 25-Jährige bereits zwei Top-10-Plätze erzielen und erreichte in der Saison 2014/15 Rang 32 in der Gesamtwertung. Obwohl der Springer gerade erst ins beste Alter kommt, konnte er an diese Erfolge zuletzt nicht mehr anknüpfen. Stabile Top-30-Plätze wären wie bei seinen Teamkollegen eher eine Überraschung. Langfristig könnte dies jedoch Arttu Pohjala gelingen. Der erst 19-Jährige sprang bei den Junioren-Weltmeisterschaften in Oberwiesenthal immerhin auf Rang 13. Mit Mico Ahonen gibt es noch einen prominenten Namen im Team der Finnen. Der 18-Jährige ließ jedoch bislang noch nicht das Talent seines Vaters Janne offenbaren und sammelte lediglich zwei Continental-Cup-Punkte in seiner jungen Laufbahn.

Nachdem Finnland im letzten Jahr lediglich Rang zehn im Nationencup belegen konnte, soll die Rückkehr von Trainer Janne Väätäinen den Athleten wieder Flügel machen. „Ich habe mir keine Ziele gesetzt. Ich gehe davon aus, dass wir drei Spieler haben werden, die unter die Top 30 kommen und unser stärkster Athlet in die Top-10 springt. Das ist Realismus“, so der 45-Jährige. Damit dies auch gelingt, will der Coach verstärkt auf die individuellen Eigenschaften der Athleten eingehen, was in einer sensiblen Sportart von großer Bedeutung ist. Väätäinen, der die Finnen bereits 2008-2010 trainiert hatte, sieht die Rahmenbedingungen sogar besser als vor zehn Jahren, wo der Tiefflug der Finnen begann. Wir können jetzt wieder normal arbeiten, in Trainingslager gehen und uns in Punkto Ausrüstung entwickeln. Vor zehn Jahren befanden wir uns in düsteren Gewässern“, erinnert sich der Coach. Damit stehen zumindest grundlegende die Voraussetzungen für eine positive Entwicklung im nächsten Jahrzehnt. Mit Aalto und Kytösaho sollte er auch zwei Athleten im Team haben, die eine Trendwende herbeiführen können. Doch auch hierbei wird Geduld und kontinuierliches Arbeiten unerlässlich sein.Springer gerade erst ins beste Alter kommt, konnte er an diese Erfolge zuletzt nicht mehr anknüpfen. Stabile Top-30-Plätze wären wie bei seinen Teamkollegen eher eine Überraschung. Mit Mico Ahonen gibt es noch einen prominenten Namen im Team der Finnen. Der 18-Jährige ließ jedoch bislang noch nicht das Talent seines Vaters Janne offenbaren und sammelte lediglich zwei Continental-Cup-Punktein seiner jungen Laufbahn.Nachdem Finnland im letzten Jahr lediglich Rang zehn im Nationencup belegen konnte, soll die Rückkehr von Trainer Janne Väätäinen den Athleten wieder Flügel machen. „Ich habe mir keine Ziele gesetzt.Ich gehe davon aus, dass wir drei Spieler haben werden, die unter die Top 30 kommen und unser stärkster Athlet in die Top-10 springt. Das ist Realismus“, so der 45-Jährige. Damit dies auch gelingt, will der Coach verstärkt auf die individuellen Eigenschaften der Athleten eingehen, was in einer sensiblen Sportart von großer Bedeutung ist. Väätäinen, der die Finnen bereits 2008-2010 trainiert hatte, sieht die Rahmenbedingungen sogar besser als vor zehn Jahren, wo der Tiefflug der Finnen begann. Wir können jetzt wieder normal arbeiten, in Trainingslager gehen und uns in Punkto Ausrüstung entwickeln.Vor zehn Jahren befanden wir uns in düsteren Gewässern“, erinnert sich der Coach. Damit stehen zumindest grundlegende die Voraussetzungen für eine positive Entwicklung im nächsten Jahrzehnt. Mit Aalto und Kytösaho sollte er auch zwei Athleten im Team haben, die eine Trendwende herbeiführen können. Doch auch hierbei wird Geduld und kontinuierliches Arbeiten unerlässlich sein.

Ein finnischer Hoffnungsschimmer: Kann Anti Aalto vorne mitmischen?Wenn es einen Springer gibt, der den Finnen in den letzten Jahren Hoffnung machen konnte, so war dies Antti Aalto. In den letzten beiden Saisons belegte der 25-Jährige in der Gesamtwertung die Plätze 25 und 32. Zwar ließ er dabei die Konstanz noch etwas vermissen, so bewies er immerhin, dasser an guten Tagen auch ganz vorne angreifen kann. So geschehen beim Skifliegen am Kulm, als Aalto als Sechster nur knapp das Podium verpasste. Insgesamt sprang er bereits fünfmal unter die Top-10 des Weltcups. Bei den finnischen Meisterschaften im Sommer verpasste er zwar hauchdünn den Sieg,distanzierte jedoch den Drittplatzierten um ganze 60 Punkte. „Antti ist den ganzen Sommer über stabil gesprungen.Er hat die Fähigkeiten und Fertigkeiten der Vergangenheit, und auf der mentalen Ebene macht sich internationale Erfahrung bemerkbar“, erklärt der neue Cheftrainer Janne Väätäinengegenüber iltalehti.fi. Während sich Aalto im Vorjahr unmittelbar vor Saisonstart eine Knöchelverletzung beim Volleyballspielen zugezogen hatte, kam er diesmal unbeschadet durch die Vorbereitung. „Zu Beginn der letzten Saison habe ich meinem Knöchel nicht ganz vertraut.Nach dem Jahreswechsel wurde das besser.Schade, dass die Saison unterbrochen wurde.Jetzt ist der Knöchel ganz normal, genau wie vor der Verletzung“, sagt Aalto. Insgesamt 400 Sprünge konnte der Finne im Sommer absolvieren. So viele wie im Vorjahr, wenngleich diesmal der Fokus weniger auf Kraft und mehr auf Technik lag. „Meine große Stärker ist meine Beweglichkeit, aber ich kann mich sprungtechnisch noch immer verbessern“, verrät er. Gelingt dies, sind die Voraussetzungen für eine stabile Saison unter den Top-20 mit punktuellen Erfolgen absolut gegeben.Niko Kytosaho als zweites Ass im Ärmel: Findet das Top-Talent nach langer Zeit den Weg nach oben?Der zweite Hoffnungsträger in Reihen der Finnen ist der 20-Jährige Niko Kytösaho. Bei der finnischen Meisterschaften konnte dieser Aalto sogar knapp bezwingen. Im letzten Winter holte das Nachwuchs-Talent als 21. in Ruka zum ersten Mal Weltcup-Punkte. Kytösaho scheint seinen Weg gefunden zu haben, nachdem seine Welt als Springer und Privatperson im Jahr 2015 ordentlich durcheinandergeraten war. So diagnostizierten Ärzte vor fünf Jahren eine Diabetes-Erkrankung. Zwarist der Finne nicht der einzige Spitzensportler mit dieser Krankheit, so kann diese vor allem für einen Skispringer problematisch sein. So bereitete die Abstimmung mit Training und Ernährung einige Probleme, wodurch er erst spät wieder sein Idealgewicht als Springer erreichen konnte. Im Herbst 2020 schlug das Pech dann erneut zu. So wurde der Springer nach einem Trainingscamp positiv auf Covid-19 getestet. „Es ist seltsam, weil ich mich an diesem Tag zum ersten Mal seit mehreren Tagen wieder vollkommen gesund fühlte und die Grippesymptome abgeklungen sind“, erklärte er gegenüber Skijumping.pl. An einem erfolgreichen Winter sollte ihm die Erkrankung jedoch nicht hindern. „Niko hat im Sommer große Schritte gemacht und ist athletisch sehr stark“, lobt Väätäinen seinen zweiten Eckpfeiler. Die Top-30 im Gesamtweltcup sollten für den aufstrebenden Youngstar also durchaus machbar sein.Rückkehrer Väätäinen wünscht sich drei Finnen in den Top-30Zieht man die nationalen Titelkämpfe zurate, muss sich Väätäinen auf seine zwei besten Springer verlassen. So hatten Eetu Nousiainen, Andreas Alamommo, Jarkko Määttä und Co. mehr als 65 Punkte Rückstand auf den Sieger. Vom Potenzial wäre es noch am ehesten noch Määttä zuzutrauen, im Weltcup eine ordentliche Rolle zu spielen. So konnte der 25-Jährige bereits zwei Top-10-Plätze im Weltcup erzielen und erreichte in der Saison 2014/15 Rang 32 in der Gesamtwertung. Obwohl der Springer gerade erst ins beste Alter kommt, konnte er an diese Erfolge zuletzt nicht mehr anknüpfen. Stabile Top-30-Plätze wären wie bei seinen Teamkollegen eher eine Überraschung. Mit Mico Ahonen gibt es noch einen prominenten Namen im Team der Finnen. Der 18-Jährige ließ jedoch bislang noch nicht das Talent seines Vaters Janne offenbaren und sammelte lediglich zwei Continental-Cup-Punktein seiner jungen Laufbahn.Nachdem Finnland im letzten Jahr lediglich Rang zehn im Nationencup belegen konnte, soll die Rückkehr von Trainer Janne Väätäinen den Athleten wieder Flügel machen. „Ich habe mir keine Ziele gesetzt.Ich gehe davon aus, dass wir drei Spieler haben werden, die unter die Top 30 kommen und unser stärkster Athlet in die Top-10 springt. Das ist Realismus“, so der 45-Jährige. Damit dies auch gelingt, will der Coach verstärkt auf die individuellen Eigenschaften der Athleten eingehen, was in einer sensiblen Sportart von großer Bedeutung ist. Väätäinen, der die Finnen bereits 2008-2010 trainiert hatte, sieht die Rahmenbedingungen sogar besser als vor zehn Jahren, wo der Tiefflug der Finnen begann. Wir können jetzt wieder normal arbeiten, in Trainingslager gehen und uns in Punkto Ausrüstung entwickeln.Vor zehn Jahren befanden wir uns in düsteren Gewässern“, erinnert sich der Coach. Damit stehen zumindest grundlegende die Voraussetzungen für eine positive Entwicklung im nächsten Jahrzehnt. Mit Aalto und Kytösaho sollte er auch zwei Athleten im Team haben, die eine Trendwende herbeiführen können. Doch auch hierbei wird Geduld und kontinuierliches Arbeiten unerlässlich sein.

Quellen: skijumping.pl, iltalehti.fi, berkutschi.com