Die ÖSV-Adler haben beim FIS-Cup in Einsiedeln (Schweiz) erneut ihre starke Sommer-Form unter Beweis gestellt. Nach dem sensationellen Comeback-Sieg von Thomas Diethart am Samstag triumphierte diesmal Teamkollege Clemens Aigner. Aus deutscher Sicht präsentierte sich Felix Hoffmann erneut stark. Bei den Damen triumphierte erneut Sina Arnet.
Clemens Aigner gelang nach Rang zwei am Vortag mit Sprüngen auf 111.5 und 116 Meter der Sieg beim zweiten Springen in Einsiedeln. Mit 281,9 Zählern setzte sich der 28-Jährige souverän vor DSV-Adler Felix Hoffmann (271,7 Punkte) durch. Der 23-Jährigr vom SWV Goldlauter konnte sich im Finale mit der Tagesbestweite noch von Rang vier auf zwei schieben. Platz drei belegte der ehemalige Tournee-Sieger Thomas Diethart, der nach 108 Metern im ersten Durchgang sechs Meter draufpackte und von Rang acht auf das Podium vorpreschte.
Lediglich vier Zehntel dahinter musste sich Teamkollege Francisco Mareth (106,5 und 113 Meter) mit Rang vier zufrieden geben. Daniel Huber landete als viertbester Österreicher auf dem fünften Platz. Überhaupt war es für den ÖSV ein hervorragendes Mannschafts-Ergebnis, zumal auch die Ränge sieben bis zehn an Rot-Weiß-Rot gingen. Nicht ganz so glücklich dürfte lediglich Julijan Smid gewesen sein. Der 18-Jährige lag nach Durchgang eins mit 114,5 Metern in Führung, fiel im Finale aber auf Rang neun zurück.
Der beste nicht deutschsprachige Athlet war der Pole Jan Habdas, der sich als Sechstplatzierter zwischen den ÖSV-Block drängen konnte. Für Lokalmatador die Lokalmatadoren Andreas Schuler (11.), Sandro Hauswirth (13.), Lars Kindlimann (20.) und Olan Lacroix (29.) wäre hingegen sicherlich ein besseres Ergebnis möglich gewesen.
DSV mit mittelmäßigem Ergebnis: Kraus kämpft um den Anschluss
Aus DSV-Sicht lief es abgesehen von Felix Hoffmann nicht mehr so rund wie am Vortag, als insgesamt drei Athleten in den Top-10 einkamen. Diesmal reichte es für den zweitbesten Deutschen nur für Rang zwölf. Für Marinus Kraus war das Ergebnis aber dennoch eine Verbesserung verglichen mit seinem 16. Platz vom Vortag. Der Weg zurück in die Weltspitze erscheint für den Team-Olympiasieger aus dem Jahr 2014 aber noch immer fast endlos weit. Luca Roth kommt ebenfalls nicht so richtig an seine hoffnungsvollen Ansätze der letzten Jahren heran und belegte nur Platz 14. Damit platzierte er sich einen Rang vor Justin Lisso, der am Samstag noch Siebter wurde. Mit Luca Geyer (18.), Ben Bayer (19.), Cedrik Weigel (25.) und Jannik Faisst (28.) sammelten immerhin vier weitere Deutsche Punkte.
FIS-Cup Damen: Arnet gewinnt erneut: Laune trotz Sturz auf dem Podium
Bei den Damen haben wir es beinahe mit dem identischen Ergebnis zu tun, wie noch am Vortag. Mit Sprüngen auf 110 und 106 Metern gewann die erst 16-jährige Schweizerin Sina Arnet (235 Punkte) wie bereits am Samstag klar vor der Österreicherin Julia Mühlbacher (214,2 Punkte). Platz drei belegte erneut Josephin Laune (205,9 Punkte). Die 19-jährige Deutsche sprang im zweiten Durchgang die Tagesbestweite von 111 Metern, konnte den Versuch aber nicht stehen. Ansonsten hätte es am heutigen Tage zu Rang zwei gereicht. Die Ränge vier und fünf belegten mit Rea Kindlimann und Emely Torazza zwei junge Eidgenossinnen. Für das schweizerische Damen-Springen ist dieses Resultat wahrlich positiv zu bewerten, wenn man bedenkt, dass in den letzten Jahren keine Athletin im Weltcup mitmischte. Zumindest das dürfte sich vielleicht schon im anstehenden Winter ändern.
Aus DSV-Sicht rundeten Michelle Göbel (6.), Pia Lilian Kübler (8.) und Lia Böhme (11.) ein ordentliches Mannschaftsergebnis ab. Gut unterwegs waren auch die Italienerinnen, die mit Camilla Comazzi (7.) und Martina Ambrosi (10.) zwei Springerinnen in die Top-10 gebracht haben. Positiv zu erwähnen ist zudem der neunte Rang der US-Amerikanerin Annika Belshaw.
Insgesamt waren aber auch nur 22 Springerinnen am Start, was vielleicht auch an der für Damen-FIS-Cup-Verhältnisse großen Anlage lag.
Die Slowenin Ursa Bogataj zeigt sich weiterhin in prächtiger Form. Beim Sommer Grand Prix in Coruchevel setzte sie sich überraschend gegen die Österreicherin Marita Kramer durch, die zuvor noch alle Trainingsrunden und die Qualifikation dominiert hatte. Rang drei geht an die Weltcup-Gesamtsiegerin des vergangenen Winters, Nika Kriznar (Slowenien).
Mit einem fulminanten Finalsatz auf 126,5 Meter konnte Ursa Bogataj das Ruder doch noch einmal herumreißen. Nachdem sie sich im ersten Durchgang einen knappen Rückstand auf Marita Kramer eingefangen hatte, überflügelte sie Österreicherin im Finale um 4,5 Meter und gewann mit 213,9 Punkten. Während Bogataj und Kramer nur 2,4 Punkte trennten, betrug der Rückstand von Nika Kriznar auf Rang drei (121,5 und 113,5 Meter) bereits 30 Punkte. Mit jeweils sehr ausgeglichenen Sprüngen dürfen sich auch die beiden Japanerinnen Kaori Iwabuchi und Nozomi Maruyana die Ränge vier und fünf freuen.
Knapp dahinter landete die beste deutsche Springerin Katharina Althaus, die mit 117,5 und 113,5 Meter Rang sechs belegte. Mit 174,6 Punkten fehlten der Oberstdorferin aber auch schon knapp 40 Punkte. Damit bewegte sich die DSV-Athletin in ähnlichen Regionen, wie im letzten Winter.
Als beste Norwegerin belegte Silje Opseth den siebten Rang, knapp vor Chiara Kreuzer, die als zweitbeste Österreicherin Platz acht belegte. Mit Rang neun bescherte die Französin Julia Clair (115 und 103,5 Meter) den durchaus bemerkbaren französischen Fans viel Freude. Aus Gastgeber-Perspektive ist zudem der 13. Platz von Josephine Pagnier positiv hervorzuheben. Die Französin segelte auf 103 und 107,5 Meter.
DSV-Springerinnen mit Problemen: Schrecksekunde für Görlich
Aus deutscher Sicht verlief der Wettkampf leider eher mäßig. Immerhin steigerte sich Selina Freitag mit sehr ordentlichen 107 Metern im Finale noch auf Rang 17. Pauline Hessler konnte ihren starken 16. Platz aus dem ersten Durchgang (104 Meter) leider nicht halten und fiel mit 97,5 Meter auf Rang 22 zurück.
Anna Rupprecht hatte vor allem im zweiten Durchgang arg zu kämpfen. Nach 96 Metern im ersten Durchgang folgte ein äußerst unruhiger Final-Sprung auf 94,5 Meter, der sie von Platz 20 auf 24 zurückwarf. Für eine Schrecksekunde sorgte Luisa Görlich, die es nach dem Absprung verdrehte, worauf sie heftig korrigieren musste und und nur mit Mühe einen bösen Sturz verhindern konnte. Ebenfalls kein guter Tag war es für Juliane Seyfarth, die aufgrund eines nicht regelkonformen Anzug disqualifiziert wurde.
Klinec mit Problemen – Takanashi verzichtet auf Wettbewerb
Ziemliche Probleme offenbarte die slowenische Weltmeisterin von der Normalschanze, Ema Klinec, die mit 91 und 97 Meter in beiden Durchgängen die 100-Meter-Marke verpasst hat und nur auf Rang 26 einkam.
Nicht am Start war die japanische Top-Springerin Sara Takanashi, nachdem sie im Probedurchgang nicht über 98 Meter hinausgekommen war. Möglicherweise leidet die Weltcup-Rekordsiegerin noch an den Nachwirkungen ihres Sturzes beim Sommer-GP-Springen in Wisla.
Für die Damen ist das angebrochene Wochenende auch schon wieder zu Ende. Doch schon am nächsten Wochenende geht es in Frenstat (Tschechien) mit einem weiteren Sommer-Grand-Prix-Springen weiter.
Markus Schiffner konnte im Prolog (49 Starter) vor dem zweiten Sommer-Grand-Prix-Springen seine Ausnahme-Form bestätigen. Der ÖSV-Adler setzte sich mit einer Weite von 130,5 Metern vor seinem Teamkollegen Jan Hörl (124 Meter) durch. Auf Rang drei landete der Vortages-Sieger Jakub Wolny, der 122,5 Meter erreichte.
Vor dem Sonntags-Springen in Wisla deutet einiges auf einen rot-weißen Sieg hin. Die Springer aus der Alpenrepublik dominierten den Prolog in Person von Schiffner (1.), Hörl, (2.) und Wohlgenannt (5.) nach Belieben. Mithalten konnten lediglich die beiden Polen Jakub Wolny und Stefan Hula.
Aus deutscher Sicht lief der Testlauf wenig ereignisreich. Bester DSV-Adler war Constantin Schmid, der mit 117,5 Metern Rang zehn belegte. Severin Freund, Karl Geiger und Markus Eisenbichler belegten die Ränge 12,14 und 20. Etwas zu kämpfen hatten Stephan Leyhe und Andreas Wellinger, die lediglich 110,5 Meter erreichten und auf den Rängen 32 und 34 einkamen.
Das zweite Einzelspringen startet um 17:35 Uhr. Fehlen wird erneut Top-Star Kamil Stoch, der das Wettkampf-Wochenende bereits nach dem Freitag angeschlagen beendet hatte.
Dreieinhalb Monate ist es inzwischen her, als die Skispringer die Weltcup-Saison mit einem fulminanten und zum Teil auch dramatischen Skiflug-Wochenende in Planica beendet haben. Die Zeit der Frühjahresmüdigkeit ist bereits lange wieder vorbei, zumal sich die Athleten auf einen höhepunktreichen Winter, samt Olympischer Spiele in Peking, vorbereiten. Während die Adler der Lüfte bislang im Kreise ihrer Teams versucht haben, die ein oder andere Stellschraube im Sprung zu verbessern, rückt nun auch die erste internationale Standortbestimmung näher.
Am 17. Juli hat das Warten aller Skisprung-Fans endlich ein Ende. Traditionell startet die Sommer-Grand-Prix-Saison im polnischen Wisla. Dort werden sowohl die Herren als auch erstmals die Damen zwei Springen absolvieren. Zeitgleich beginnt auch die COC-Sommersaison mit den Springen in Kuopio.
Von Wisla bis Klingenthal: Diese Stationen umfasst der Sommer Grand Prix 2021
Es ist zu erwarten, dass wir in Polen einen Großteil der Stars sehen werden. Die meisten Top-Springer werden wohl auch in Courchevel (FRA) auftauchen, wo am 7. August ein weiteres Sommer-Grand-Prix-Springen ausgetragen wird. Zumal Hinterzarten auch in diesem Jahr nicht zum Kalender zählen kann, geht es im Anschluss wie gewohnt in Asien weiter. Anfang September werden im kasachischen Schuchinsk zwei Springen stattfinden. Am 4. September beginnt das Wochenende mit dem Springen von der Normalschanze (HS99) und endet mit dem Großschanzen-Wettbewerb (HS140). Allerdings ist zu erwarten, dass sich ein Großteil der Elite diesen Weg spart. Gleiches gilt wohl für das Springen in Chaikovsky (RUS) am 11. September und die Wettkämpfe in Rasnov (ROU) am 18. und 19. September. Die letzten beiden internationalen Härtetests stehen erneut in Hinzenbach (AUT) am 25. September und im sächsischen Klingenthal am 2. Oktober an. Hier werden die meisten Athleten mit Rang und Namen auf die Bühne zurückkehren, wodurch beide Wettbewerbe wichtige Aufschlüsse auf den Winter liefern werden.
Neben den Sommer-Grand-Prix-Wettkämpfen werden wir mutmaßlich aber auch den ein oder anderen namenhaften Springer sowie zahlreiche Top-Talente im Rahmen der COCs beobachten können. Geplant sind insgesamt zwölf Springen an sechs Standorten. Nach dem Abstecher im finnischen Kuopio, geht es nach Frenstat in Tschechien (13. und 14. August) und Rasnov (20. und 21. August) sowie in die Traditions-Orte Bischofshofen (11. und 12. September), Oslo (18. und 19. September) und Klingenthal (25. und 26. September).
Norwegen wieder komplett: Fannemel und Tande vor Comeback
In diesem Sommer lohnt es sich besonders hinzuschauen. Mit großer Spannung dürfen wir die Auftritte der Norweger erwarten. Nach seiner schweren Kreuzbandverletzung wagt Anders Fannemel sein Comeback. Nachdem er kurzzeitig mit einem Karriereende geliebäugelt hat, absolvierte der ehemalige Weltrekordhalter bereits im Winter wieder Trainingssprünge. Möglicherweise sehen wir das Comeback des 30-Jährigen bereits Mitte Juli im Rahmen der Wettbewerbe in Wisla oder Kuopio.
Nach seinem Horror-Sturz in Planica will auch Daniel-André Tande wieder angreifen. Wenngleich der Skiflug-Weltmeister von 2018 kurzzeitig sogar in Lebensgefahr schwebte, fühlt er sich wieder bereit, sich mit voller Kraft seinem Sport zu widmen. Möglicherweise ist es ein Vorteil, dass sich der Weitenjäger nicht an seinen Crash erinnern kann. Wer nach einem solch traumatischen Erlebnis wieder zurückkommt, muss schon aus besonderem Holz geschnitzt werden. Eine Rückkehr von Tande wäre wohl eines der spektakulärsten Comebacks in der Skisprung-Geschichte. Ob es bereits im Sommer soweit ist, wird sich zeigen. Die Wahrscheinlichkeit ist aber durchaus gegeben.
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Interessant wird es aus Sicht der Wikinger aber auch, ob Halvor Egner Granerud die grandiose Form der Vorsaison in den Sommer mitnehmen kann. Der vergangene Winter endete mit einer Corona-Infektion und einem wackligen Skifliegen in Planica eher semi-optimal. Den Faden wieder aufzunehmen wird demnach vielleicht kein so leichtes Unterfangen. Gespannt darf man auch auch Robert Johansson sein, der sich im Frühjahr für eine Rücken-Operation entschieden hat. Mehr zu seiner aktuellen Situation gibt’s in der brandneuen 18. Folge unseres Podcasts „LHW to go“.
ÖSV-Adler mit Verletzungsschwierigkeiten: Diethart kündigt Comeback an
Verletzungsprobleme und eine spektakuläre Comeback-Ankündigung sorgten zuletzt in Österreich für Schlagzeilen. Ausgerechnet die beiden Vorflieger Stefan Kraft und Michael Hayböck hat es erwischt. Während sich der Weltmeister von Oberstdorf, Stefan Kraft, im Mai eine Kapselverletzung im rechten großen Zeh zuzog und bereits wieder zurück auf der Schanze ist, erlitt Hayböck ein Knochenmarksödem am Rist und einen Einriss des vorderen Syndesmosebandes und fällt sechs Wochen aus. Demnach werden wir letzteren wohl erst in Hinzenbach wieder auf Wettkampfebene erleben.
Für ordentlich Aufsehen sorgte zudem der Tournee-Sieger von 2013/14, Thomas Diethart, mit der Ankündigung eines Comebacks. Der Senkrechtstarter musste nach zahlreichen Stürzen und daraus resultierenden mentalen Blockaden seine Karriere zunächst beenden. Allerdings sei diese Angst „im wahrsten Sinne des Wortes verflogen“, wie er gegenüber laola1.at verlauten ließ. „Die Athleten haben mich immer wieder genervt, dass ich endlich einmal mit ihnen springen soll. Ich habe mich irgendwann überwunden. Es hat mir irrsinnig Spaß gemacht, ich habe richtig befreit springen können. Es ist richtig gut gegangen. Gleich vom ersten Sprung weg, als wäre nie etwas passiert,“ zeigt er sich euphorisch.
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Nicht ganz so euphorisch ist die Lage hingegen bei Gregor Schlierenzauer. Der Rekord-Weltcupsieger zog sich Ende des Winters einen Kreuzbandanriss zu. Wenngleich er nach der Verletzung bekannt gab „die Ärmel hochkrempeln“ zu wollen, deutet derzeit viel auf ein Karriereende hin. In den Sozialen Medien macht sich der Springer seit Monaten mehr oder weniger rar. TVP Sport zufolge weiß der Tiroler derzeit noch nicht, ob er seine Karriere fortsetzen wird. Vieles hängt mutmaßlich von seinem Genesungsprozess ab, von dem es jedoch keine Informationen gibt. Erschwerend hinzu kommt für Schlierenzauer, dass er nicht in den österreichischen Kader berufen wurde.
Was passiert hinter Eisenbichler und Geiger: Kommen Wellinger und Freitag wieder in Fahrt?
Nach der erfolgreichen Vorsaison warten wir natürlich auch gespannt darauf, was die beiden Vorflieger Markus Eisenbichler und Karl Geiger wenige Monate vor Olympia leisten können. Während wir uns bei den beiden Top-Athleten eigentlich keine größeren Sorgen machen müssen, hinterließen andere Springer zuletzt größere Fragezeichen.
Für Andreas Wellinger lief die Comeback-Saison nach seinem Kreuzbandriss alles andere als rund. Der Olympiasieger von 2018 holte keinen einzigen Weltcup-Punkt und sprang letztlich sogar im FIS-Cup hinterher. Nachdem der 25-Jährige vorzeitig aus dem Wettkampfgeschehen hinausgenommen worden war, hoffen wir nun auf einen neuen Andreas Wellinger, der wieder mehr den früheren Weitenjäger erinnert. Womöglich ist es ein Vorteil, dass Wellinger dank seiner Goldmedaille von 2018 zumindest von der Normalschanze als Titelverteidiger gesetzt ist. Der Kampf um die Positionen wird im deutschem Team jedenfalls kein leichter.
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Nach dem verpatzten letzten Winter, hoffen wir schließlich auch, dass Richard Freitag zurück in die Spur findet. Nach seiner langen Verletzungspause will auch David Siegel weiter Fortschritte machen. Zudem möchte auch Stephan Leyhe wieder zu Höhenflüge ansetzen, nachdem er den letzten Winter aufgrund eines Kreuzbandrisses verpasst hat. Aus deutscher Sicht wird es auch spannend zu sehen, ob der zuletzt schwächelnde Nachwuchs einen Schritt nach vorne gemacht hat. Von Springern, wie Luca Roth, Philipp Raimund oder Kilian Märkl erhofft sich der DSV, dass sie sich im Weltcup etablieren können.
Leider werden einige bekannte Namen nicht mehr auf internationaler Bühne auftreten. Mit Jernej Damjan, Dimitri Vassiliev und Vojtech Stursa haben drei bekannte oder zumindest geläufige Namen kürzlich ihre Skier an den Nagel gehängt.
Skispringerinnen erstmals in Wisla am Start: Sechs Grand-Springen und sechs COCs stehen an
Nicht ohne Verluste geht es auch für die Damen in die vor-olympische Sommer-Saison. Nicht mehr mit dabei ist die ehemalige Vorfliegerin Sarah Hendrickson, Manuela Malsiner und Ramona Straub. Alle drei hatten in der Vergangenheit mit erheblichen Verletzungsproblemen zu kämpfen. Zudem hat auch die erst 21-jährige Französin Lucile Morat ihre Laufbahn beendet.
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Für die anderen Springerinnen geht es am 17. und 18. August mit zwei Springen in Wisla los. Ein Tag vor dem Männer-Wettbewerb, werden auch die Damen ein Springen in Couchevel (6. August) bestreiten. Im Anschluss warten noch je ein Wettkampf in Frenstat (15. August), Chaikovsky (11. September) und Klingenthal (2. Oktober). Die ein oder andere bekannte Vertreterin wird mutmaßlich aber auch im COC zu sehen sein. Die Damen werden parallel zu ihren männlichen Kollegen je zwei Springen in Kuopio (17. und 18. August), Rasnov (21. und 22. August) und Oslo (18. und 19. September) bestreiten.
Dichte im Springerinnenfeld steigt: Kann Maximilian Mechler die DSV-Damen zurück an die Spitze führen?
Bereits das dramatische Weltcup-Finale im vergangenen Winter, bei dem sich Nika Kriznar hauchdünn vor Sara Takanashi und Marita Kramer durchsetzen konnte, hat uns einen Vorgeschmack darauf gegeben, wie eng die Spitze derzeit aneinander ist. Dies verdeutlicht auch, dass mit Maren Lundby und Ema Klinec zwei Athletinnen in Oberstdorf Gold geholt haben, die nicht im Kampf um die große Kristallkugel mitmischen konnten. Aus Sicht der DSV-Damen war lediglich ein Tag in der vergangenen Saison wirklich goldig. Im richtigen Moment zeigten Katharina Althaus und Anna Rupprecht im WM-Mixed-Springen tolle Leistungen, was ihnen gemeinsam mit Karl Geiger und Markus Eisenbichler WM-Gold einbrachte. Ansonsten waren die DSV-Damen jedoch ein Stück weit von der Weltspitze entfernt.
Diese Lücke soll nun mit dem neuen Bundestrainer, Maximilian Mechler, geschlossen werden. Am stärksten ist zweifellos Katharina Althaus einzuschätzen, die möglicherweise schon im Sommer wieder Podiumsplätze angreifen kann. Ein Fragezeichen steht hingegen hinter Carina Vogt, die nach ihrem Kreuzbandriss immer wieder Probleme offenbarte. Zurück in die Spur möchte auch Juliane Seyfarth, die eine enttäuschende Saison hinter sich hat. Olympia in Peking sollte jedenfalls Anreiz genug sein, um sich mit voller Motivation in Richtung Weltspitze zu kämpfen. Der Sommer wird hierzu schon einige spannende Aufschlüsse liefern.
Der Österreicher Mika Schwann hat auch das zweite FIS-Cup-Springen in Otepää gewonnen. Der 21-jährige Österreicher gewann den Wettbewerb am Sonntag vor den beiden DSV-Adlern Justin Lisso und Luca Roth.
Mika Schwann darf sich über einen perfekten Start in die Sommer-Saison 2021 freuen. Die österreichische Nachwuchs-Hoffnung gewann das Springen mit 95 und 89 Metern sowie 201,3 Punkten. Doch auch die beiden deutschen Starter, Justin Lisso und Luca Roth, bestätigten ihre gute Frühform und belegten die Ränge zwei und drei. Nach 91 Metern und Rang vier im ersten Durchgang gelangen dem 21-Jährigen im Finale 92 Meter, womit er sich noch auf den zweiten Platz (199,6 Punkte) verbesserte. Damit bewies er erneut, dass er nach seinem Kreuzbandriss immer besser in Form kommt. Teamkollege Luca Roth konnte seine Halbzeitführung nicht halten und belegte mit 95 und 85,5 Meter den dritten Platz (198 Punkte).
Aigro verpasst Podest knapp: Chinesen gut dabei
Knapp am Podest vorbei segelte erneut Artti Aigro. Der beste Este belegte mit Sprüngen auf 91,5 und 84 Meter den vierten Rang. Auf den weiteren Plätzen folgte ein österreichisches Trio, bestehend aus Markus Rupitsch, Markus Müller und Stefan Rainer. Dahinter folgten mit Mateusz Gruszka und Adam Niznik zwei polnische Vertreter. Mit Martti Nomme (10.) und Kevin Maltsev (12.)schafften es zwei weitere Esten ins Vorderfeld. Ordentlich war auch die Leistung der beiden chinesischen Athleten, Xiaoyang Zhou und Weijie Zhen, die es als 13. und 14. unter die Top-15 schafften. Unter den 45 gemeldeten Athleten, waren keine weiteren DSV-Starter vertreten.
Iakovkeva triumphiert erneut
Im zuvor ausgetragenen Damen-Wettbewerb setzte sich wie schon am Vortag Mariia Iakovleva aus Russland durch. Mit 94,5 Metern und 111,7 Punkten dominierte sie das Geschehen in wetterbedingt nur einem Durchgang klar. Rang zwei belegte die Chinesin Bing Dong (84 Meter) vor Jenny Autionaho (79,5 Meter). Beim nur 20 Teilnehmerinnen umfassenden Wettbewerb war keine DSV-Athletin am Start.
Das norwegische Team wurde in den letzten Jahren nicht gerade von Verletzungspech verschont. Zuletzt erreichten uns aber positive Nachrichten, zumal Anders Fannemel nach seinem Kreuzbandriss und Daniel-André Tande nach seinem Horror-Crash zum Kader gehören und voller Tatendrang dem nächsten Winter entgegenfiebern. Teamkollege Robert Johansson wird dagegen nach einer Rücken-OP etwas kürzer treten müssen.
Der Mann mit dem Schnauzer plagt sich schon seit einiger Zeit mit Rückenschmerzen herum, die ihn mal mehr und mal weniger behindern. Sportlich gelang es dem norwegischen Flugkünstler dennoch meist konstant starke Leistungen zu zeigen. Zuletzt feierte der 31-Jährige mit seiner WM-Silbermedaille von der Schattenberg-Schanze einen großen Erfolg. Trotz allem hat sich Johansson nun dafür entschieden, die langjährige Rücken-Problematik endgültig zu bekämpfen.
Demnach wurde der Flug-Spezialist laut Informationen von nordicmag.info Dienstag am Rücken operiert. Der Athlet erhofft sich dadurch, die Rückenprobleme, die ihn mittlerweile seit zwei Jahren beeinträchtigen, loszuwerden. Sonderlich schwer war der Eingriff aber nicht, zumal sich Johansson sofort via Instagram bei seinen Fans meldete. „Es geht mir gut und ich konnte noch am selben Tag nach Hause gehen“, erklärte er.
„Diese Probleme haben mich bereits in den letzten beiden Saisonen negativ beeinflusst. Nach einer MRT Untersuchung und einem Gespräch mit den Ärzten, Physiotherapeuten und anderen Spezialisten haben wir uns nun für eine Operation entschieden. Es war eine endoskopische Bandscheiben-Operation. Sie ist gut verlaufen und ich spüre bereits eine Verbesserung“, wird der Norweger von berkutschi.com zitiert.
Inwiefern die Saisonvorbereitung durch die OP beeinflusst wird, ist nicht bekannt. Wir hoffen aber natürlich, dass Johansson schnell auf die Schanze zurückkehren und in der Olympia-Saison schmerzlos fliegen kann. Die Aussagen des Springers stimmen schon mal sehr zuversichtlich.
Zehntel-Entscheidungen bei den Weltmeisterschaften, eine Tournee, die bereits vor dem ersten Springen für mehr Schlagzeilen sorgte, als manch andere und ein norwegischer Himmelsstürmer, der von Sieg zu Sieg sprang – die Saison 2020/21 hatte außer Zuschauer vor Ort, wirklich alles zu bieten.
Es war ein ungewohntes Bild, dass wir da bereits zum Saisonauftakt in Wisla erblicken mussten. Anstelle von frenetischen polnischen Fans ist Stille eingekehrt. Lediglich gestört durch einige Schaulustigen, die ihre Springer von den naheliegenden Hängen zujubelten. Der Auftakt lief vor allem für die DSV-Adler mit einem Doppelsieg von Markus Eisenbichler und Karl Geiger hervorragend. Am darauffolgenden Wochenende ging es für den Siegsdorfer gleich mit dem zweiten Saisonsieg weiter. Im Anschluss folgte jedoch der rasante Aufstieg von Halvor Egner Granerud. Der Norweger feierte drei Erfolge hintereinander und reiste als Favorit zur Skiflug-WM. Im Vorfeld trieb jedoch auch schon das Corona-Virus sein Unwesen und legte fast die komplette österreichische Mannschaft lahm. Dies hatte den bitteren Beigeschmack, dass die Alpenrepublik schwer angenockt zur Skiflug-WM fahren musste.
Vom Kleinschanzen-Karle zum Überflieger: Karl Geiger triumphiert in Planica
Beim ersten Saison-Highlight des Jahres entwickelte sich ein packender Zweikampf zwischen dem Norweger Granerud und Karl Geiger. Am Ende entschied die Winzigkeit von 0,5 Punkten für den Oberstdorfer. Markus Eisenbichler rundete das glänzende Resultat aus DSV-Sicht ab. Beim Teamwettkampf drehten die Norweger den Spieß dank eines überragenden Fluges von Halvor Egner Granerud. Für die Schlagzeilen abseits der Schanze sorgten die Slowenen, in Person von Timi Zajc. Der junge Springer machte in den Sozialen Netzwerken den Trainer für die schlechte Verfassung des Teams verantwortlich und wurde für einige Wochen suspendiert. Jedoch bewirkte seine Aktion auch, dass Trainer Gorazd Bertoncelj als slowenischer Cheftrainer zurücktrat. Die eigentliche Flieger-Nation hätte bei der Heim-WM sicherlich lieber von der Schanze geglänzt.
Granerud bringt sich vor der Tournee in Stellung: Die Schlagzeilen gehörten jedoch erstmal den Polen
Vor allem für Karl Geiger ging es jedoch auch unmittelbar nach den Titelkämpfen rasant weiter. Erst durfte sich der frisch gekürte Weltmeister über die Geburt seiner Tochter freuen, ehe er wenige Tage später positiv auf das Corona-Virus getestet wurde. Geiger entwickelte jedoch keine Symptome und meldete sich zur Erleichterung aller rechtzeitig fit für den Tournee-Auftakt in Oberstdorf. Zuvor konnte der norwegische Senkrechtstarter in Engelberg seine Favoritenstellung deutlich unterstreichen. Vor dem Springen in Oberstdorf bestimmte jedoch erneut Corona die Schlagzeilen. Nach einem „leicht positiven“ Testergebnis von Klemens Muranka wurde das gesamte polnische Team vorzeitig aus dem Verkehr gezogen. Nach heftigen Protesten, in die sich sogar die polnische Staatsregierung einschaltete, kam es zu einem echten Novum in der Skisprung-Geschichte. Obwohl die Qualifikation bereits absolviert wurde, durften die Polen doch noch beim Tournee-Auftakt teilnehmen.
Geiger gewinnt den Auftakt, doch das Phänomen Kamil Stoch schlägt zurück
Einer zeigte sich dabei wie immer ruhig, unbeeindruckt und auf dem Punkt zur Stelle. So gewann Karl Geiger von seiner Heimschanze in Oberstdorf. Doch es sollte nicht die Tournee der Deutschen werden und erst recht nicht die des Favoriten aus Norwegen, sondern die der Polen. Während beim Neujahrsspringen noch Dawid Kubacki die Bühne gehörte, dominierte Kamil Stoch die Springen in Österreich. Der dreimalige Olympiasieger zeigte dabei wieder einmal, dass man ihn nie von der Rechnung streichen sollte. Zwar verlief die Saison für den 33-Jährigen eher wechselhaft, so funktionierte er bei den acht Sprüngen wie eine Maschine. Für den Routinier war es nach 2017 und 2018 der dritte Triumph bei der Vierschanzentournee. Ganz zum Ärger von Halvor Egner Granerud, der in einem Interview sein Missfallen ausgedrückt hat. Nachdem der Norweger bei der Vierschanzentournee etwas den Faden verloren hatte, schaffte er es jedoch schon bald, sich wieder auf das Wesentliche zu konzentrieren. Der 25-Jährige sprang nach der Tournee weitere fünf Einzelsiege ein und sicherte sich vorzeitig den Gesamtweltcup. Markus Eisenbichler fehlte letztlich gerade zur Saisonmitte die Konstanz, um mit Granerud mithalten zu können. Ähnliches gilt auch für Kamil Stoch, Ryoyu Kobasyashi oder Karl Geiger, die allesamt hervorragende Phasen hatten, das Niveau jedoch nicht über die ganze Saison halten konnten.
DSV-Team rockt die Heim-WM in Oberstdorf
Bei den Weltmeisterschaften in Oberstdorf sollten sich alle Vorleistungen jedoch wieder einmal als nutzlos erweisen. So kam es erneut darauf an, am Tag X die perfekte Leistung abzurufen. Wie bereits bei der Skiflug-WM und bei der Tournee konnte Seriensieger Halvor Egner Granerud seine Favoritenstellung wieder nicht in eine Goldmedaille ummünzen. Stattdessen schlug auf der Normalschanze die Stunde von Piotr Zyla. Mit seiner Goldmedaille schaffte es der polnische Spaßvogel aus dem Schatten von Stoch und Kubacki mitten ins Rampenlicht. Ein Teil des Rampenlichts gehörte auch Karl Geiger, der sich nach einer Formdelle mit Silber furios zurückmeldete. Mit Rang drei feierte außerdem Anze Lanisek den einzigen zählbaren Erfolg für das slowenische Team. Beim anschließenden Mixed-Springen verteidigte das DSV-Team völlig überraschend den Titel. So präsentierten sich Karl Geiger und Markus Eisenbichler in Topform, während Katharina Althaus und Anna Rupprecht genau zum entscheidenden Moment ihre beste Saisonleistung abriefen.
Corona-Schock für Halvor Egner Granerud: Der Saison-Dominator bleibt ungekrönt
Die gute Stimmung verflog jedoch schon schnell wieder. Grund dafür war der positive Coronatest des norwegischen Überfliegers Granerud, der die ganze Skisprunggemeinde schockte. Demnach blieb die hervorragende Saison des Norwegers bei der WM leider ungekrönt. Stattdessen feierte Stefan Kraft auf der Großschanze eine kleine Auferstehung. Obwohl der Österreicher die ganze Saison an Rückenproblemen litt, gelang ihm von der Schattenbergschanze der eine magische Moment. Allen Widerständen zum Trotz sicherte sich der 28-Jährige die Goldmedaille. Mit Silber sprang der Norweger Robert Johansson eindrucksvoll für den erkrankten Granerud in die Presche, während es für den drittplatzierten Karl Geiger schon wieder für eine Medaille reichte. Markus Eisenbichler legte bei diesen Springen mit einem verpatzten ersten Sprung und einen Sturz im Finale eine echte Bauchlandung hin. Der Siegsdorfer sollte jedoch schon am nächsten Tag wieder im Zentrum stehen. Diesmal hatte das jedoch positive Gründe. Den DSV-Adlern (Pius Paschke, Severin Freund, Markus Eisenbichler, Karl Geiger) gelang es nämlich in einem hauchdünnen Finale, den Titel von 2019 zu verteidigen. Dieser Titelgewinn dürfte vor allem für Severin Freund etwas ganz Besonderes sein, der für seinen langen Leidensweg endlich den Lohn erntete. Damit endete die WM mit vier DSV-Medaillen, womit im Vorfeld niemand gerechnet hätte. Der Lokalmatador Geiger ging damit mit vier Medaillen als erfolgreichster Skispringer aus Oberstdorf hervor. In weiten Teilen der Saison, zeigten die DSV-Adler mannschaftlich keine so gute Leistung, wie in den letzten Jahren.
Saisonabschluss in Planica: Karl Geiger räumt erneut ab
Zum Saisonabschluss präsentierten sich DSV-Adler jedoch noch mal in bester Verfassung. Beim Kampf um die kleine Kristallgugel für den besten Skiflieger setzte sich Karl Geiger von seiner Lieblingsflugschanze in Planica erneut durch. Der 28-Jährige lieferte sich einen packenden Fight mit Ryoyu Kobayashi, der zu Saisonende nochmal so richtig in Schwung kam. Am Ende erzielten beide Springer 260 Punkte in der Skisprungwertung. Da der Deutsche jedoch zwei Springen gewinnen konnte, gehörte die kleine Kugel letztlich ihm. Ein Ergebnis, dass Erinnerungen an den Gesamtweltcupsieg von Severin Freund hervorruft. Der 32-Jährige konnte sich im Jahr 2015 ebenfalls aufgrund seiner Einzelerfolge gegen den punktgleichen Peter Prevc durchsetzen. All die sportlichen Wettstreite rückten in Planica jedoch schnell in den Hintergrund. In einer Proberunde kam nämlich der Norweger Daniel-André Tande böse zu Fall. Der Skiflug-Weltmeister lag mehrere Tage im künstlichen Koma und ließ die Mitstreiter und Fans bangen und zittern. Mittlerweile geht es dem 27-Jährigen zum Glück wieder besser und er ist wieder in seiner Heimat angekommen. Bei all den vielen Schlagzeilen der Saison, war diese mit Sicherheit die Wichtigste. Ereignisse wie diese kommen im Skispringen zum Glück nur selten vor, machen aber demütig und zeigen uns, in welchen Grenzbereichen sich die Springer bewegen. Für Daniel-André Tande scheint alles nochmal gut gegangen zu sein. Dieser kündigte schon einmal an, dass ihn die Skisprungszene so schnell nicht loswird.
Das Warten auf die neue Saison beginnt: Stephan Leyhe vor Comeback
In der Saison 2020/21 war also trotz der Corona-Pandemie einiges geboten, was vor allem den tollen Vorstellungen der Athleten zu verdanken war. Für viele war es aber sicherlich auch eine kräftezehrende Saison mit Höhen und Tiefen. Insbesondere die Teams aus Übersee, die durchgängig in Europa geblieben sind, werden sich nun erstmal auf die Heimat freuen. Wir freuen uns schon darauf, die Adler der Lüfte im Rahmen des Sommer Grand-Prix und der nächsten Weltcup-Saison zu sehen. Dabei hoffen wir natürlich auch auf ein Comeback von Stephan Leyhe, Anders Fannemel und Kilian Peier, die nach ihren schweren Knieverletzungen zurückkehren dürften und auf einen vollständig widergenesenen Daniel-André Tande.
Es war ein spektakulärer Abschluss nach einer Saison mit Höhen und Tiefen. Beim letzten Wettbewerb der Saison sorgten die Athleten noch einmal für eine großartige Flugshow. Ein krönender Abschluss war es vor allem für Karl Geiger, der das letzte Springen und die kleine Kristallkugel gewann.
Im letzten Durchgang drehte Karl Geiger den Spieß dann doch noch um. Mit Sprüngen auf 231 und 232,5 gewann der Skiflug-Weltmeister den abschließenden Wettbewerb. Dabei fing er den Japaner Ryoyu Kobayashi ab, der nach 242 Meter im Finale nur 217 Meter folgen ließ. Damit gewann der Oberstdorfer auch die kleine Kristallkugel. Ausschlaggebend waren seine zwei Siege gegenüber den einen von Kobayashi, der mit 260 Punkten in dieser Wertung punktgleich einkam. Ein Ergebnis, dass an den Gesamtweltcupsieg von Severin Freund 2015 erinnert. Nach seinem großartigen Finalsprung sicherte sich Geiger auch den Sieg bei der Planica-7-Wertung. Mit Rang drei feierte auch der angeschlagene Markus Eisenbichler einen tollen Abschluss. So knackte er mit 230 Meter im Finale auch die 95%-Marke, was ihm im ersten Sprung noch verwehrt blieb. „Dieses Mal ist es perfekt aufgegangen und ich habe einen tollen Sprung gemacht. Ich bin sehr glücklich mit der Saison. War eine bärenstarke Saison mit dem zweiten Platz in der Gesamtwertung und vier Medaillen. Ich bin rundum zufrieden und habe mir jetzt eine kleine Pause verdient“, so Eisenbichler. Anerkennung bekam der nach einem Sturz in Oberstdorf angeschlagene Adler, auch von Karl Geiger, „Hut ab vorm Eisei, dass er sich trotz Schmerzen zusammengerissen hat und nach Planica gefahren ist. Es war von uns beiden eine sehr gute Saison und ich bin überglücklich“, freut er sich.
Pavlovcic fällt nach Mega-Sprung zurück
Knapp am Podest vorbei schrammte Domen Prevc, der mit zwei Sprüngen auf 233 Meter erneut vierter wurde. Rang fünf belegte der Österreicher Daniel Huber mit 237 und 226 Meter vor Yukiya Sato (233 und 229 Meter). Bor Pavlovcic fiel dagegen nach seinen grandiosen 249,5 Meter im Finale auf Rang sieben zurück. Die Top-10 komplettierten die Norweger Forfang und Johansson sowie Michael Hayböck aus Österreich. Gesamtsieger Halvor Egner Granerud sorgte mit einem holprigen Sprung noch für eine kleinere Schrecksekunde. Rang 16 tut seiner grandiosen Saison jedoch keinen Abbruch. Auch Dawid Kubacki (18.) und Kamil Stoch (20.) hätten sich den Saisonabschluss sicherlich schöner vorgestellt.
Pius Paschke mit gutem Saisonabschluss
Aus DSV-Sicht war auch heute wieder Pius Paschke die dritte Kraft. Dieser kam zum Abschluss nochmal richtig gut ins fliegen. Nach einer neuen PB von 230 Metern legte er starke 225,5 Meter nach und belegte Rang elf. Severin Freund verabschiedete sich ebenfalls ordentlich aus einer Saison, die mit dem WM-Titel im Team ihren Höhepunkt fand. Mit zwei Flügen auf 213 Meter belegte der 32-Jährige den 25. Platz. „Der Sprung hat sich wirklich deutlich besser angefühlt. Es hat mich gefreut noch einmal so einen Sprung zu machen, weil ich auf der Schanze nicht so das Gefühl habe. Die Saison hat mir viel gegeben und ich weiß jetzt auch besser woran ich noch zu arbeiten habe,“ resümierte er. Knapp dahinter platzierten sich Constantin Schmid und Martin Hamann, die mit 209 und 200 Meter im Finale leider nicht mehr zulegen konnten und belegten die Ränge 27 und 28.
Stefan Horngacher und Horst Hüttel ziehen positives Schlussfazit
Stefan Horngacher zeigte sich nach einer lebhaften Saison im Großen und Ganzen glücklich. „Wir hatten im gesamten Winter Höhen und Tiefen, ich glaube aber mehr Höhen. Der Tag heute ist noch einmal grandios verlaufen für den Karl. Er hat jetzt in Planica alles gewonnen, was man gewinnen kann beim Skifliegen. Jetzt ist er endgültig raus aus seiner Kleinschanzen-Skispringerei. Das ist eine tolle Sache“, so der Bundestrainer gegenüber dem ZDF.
Auch Teammanager Horst Hüttel zieht ein positives Fazit nach einer Saison, die vor allem bei den Großereignissen überaus erfolgreich war. „Planica war schon zu Beginn bei der Weltmeisterschaft und auch jetzt am Ende ein ganz tolles Pflaster. Wir haben hier ganz tolle Sprünge gesehen, sind aber auch froh jetzt nach vier Monaten ein wenig regenerieren zu können. Wir sind sehr glücklich und dankbar diese Saison so erleben zu dürfen“, so Hüttel, der Stefan Horngacher und dem gesamten Trainerteam Respekt zollte. „Es ist toll zu sehen wie hier gearbeitet wird und das überträgt sich auch auf die Athleten, die das mit Dank und Wertschätzung zurückgeben“, erklärte er. Lange dürfen die DSV-Adler jedoch nicht die Füße hochlegen. „Die Jungs sind alle noch fit und in sieben Tagen geht es weiter. Von nichts kommt nichts“; erklärte der DSV-Coach mit einem süffisanten Grinsen.
Gute Nachrichten gibt es zum Glück auch von Daniel-André Tande, der aus dem künstlichen Koma geholt wird und sich von seinem Sturz wohl wieder zumindest körperlich vollständig erholt. Wir hoffen alle, dass er sich schon bald mit den restlichen Norwegern über den Sieg im Nationencup freuen darf.
Es war ein Durchgang der für vieles an diesem Wochenende entschädigt hat. Nach einer Weitenjagd im ersten Durchgang führt erneut der Japaner Ryoyu Kobayashi. Karl Geiger befindet sich direkt dahinter in Lauerstellung.
Beim letzten Saisonspringen gab es fast schon im Minutentakt echte Kracher zu sehen. Für den Höhepunkt sorgte der Slowene Bor Pavlovcic, der auf 249,5 Meter segelte. Direkt im Anschluss folgte Markus Eisenbichler, der allerdings mit vier Gates weniger an den Start ging. Da er mit 221 Meter jedoch die 95%-Marke verpasste, liegt der Siegsdorfer nur auf Rang sechs. Angesichts der Knieprobleme war die Entscheidung dennoch richtig. Mit wieder einem Gate mehr sprang Karl Geiger dann mit 231 Meter in Führung. Den starken Sprung des Oberstdorfer pulverisierte Ryoyu Kobayashi allerdings mit 242 Meter deutlich. Nach dem ersten Durchgang führt demnach Kobayashi (249 Punkte), vor Geiger (238,8 Punkte) und Pavlovic (230,1 Punkt). Vorne mit dabei sind auch Daniel Huber und Halvor Egner Granerud, die 237 und 239 Meter erreichten. Markus Eisenbichler hat als Sechstplatzierter knapp zehn Punkte Rückstand auf das Podest. Für eine spektakuläre Show sorgte auch Michael Hayböck, der mit 245 Meter unglaublicherweise nur auf Platz sieben liegt.
230 Meter: Paschke springt Bestweite
Auch der drittbeste Deutsche der Saison, Pius Paschke, nutzt die guten Voraussetzung und flog mit 230 Meter zu einer neuen persönlichen Bestleistung. Mit Rang zwölf hat er eine gute Ausgangsposition in Hinblick auf das Finale inne. Martin Hamann zeigte immerhin seinen besten Sprung der letzten Tage und liegt mit 216,5 Meter auf Rang 24. Direkt dahinter platzierte sich Teamkollege Severin Freund, der 213 Meter sprang. Constantin Schmid wird mit seinen 210,5 Meter nicht ganz zufrieden sein.
Im Finaldurchgang wird sowohl die Skiflug-Gesamtwertung als auch die Planica-7-Wertung entschieden. In beiden Wertungen führt Kobayashi. Um die Skiflug-Kristallkugel zu gewinnen, müsste Geiger Kobayashi noch abfangen. In der Planica-7-Wertung muss er 9,5 Punkte auf den Japaner gutmachen.
Nach dem Kaugummi-Durchgang vom Vortag hatten die Skiflieger auch beim Teamwettbewerb mit dem Wind zu kämpfen. Nach über eineinhalb Stunden Wartespiel hatte die Jury endlich ein Einsehen und brach den Wettbewerb ab.
Das letzte Teamspringen der Saison ist dem Wind zum Opfer gefallen. Nachdem es in der ersten Gruppe noch schöne Flüge, unter anderem von Daniel Huber, zu bestaunen gab, wurde die Angelegenheit zunehmend zäher. Zu kämpfen hatte bis zum Abbruch auch das deutsche Team. So folg der Routinier Pius Paschke bei schwierigen Bedingungen auf 204 Meter. Constantin Schmid landete bei 191 Meter. Dies war jedoch letztlich zweitrangig, zumal der Wettbewerb ohnehin vor dem Aus stand. Nachdem Marius Lindvik nach einem Wackler nach dem Absprung für eine Schrecksekunde sorgte, entschieden sich die Trainer Stefan Horngacher und Alexander Stöckl dazu, ihre Mannschaft vorzeitig zurückzuziehen. „Die Entscheidung für Deutschland ist eigentlich gefallen, dass wir nicht mehr springen bei diesem Wind. Ich habe eine Entscheidung getroffen, zu der stehe ich auch. Und wir ziehen das so durch,“ erklärte der DSV-Coach gegenüber dem ZDF. Karl Geiger lobt Horngacher für seine Entscheidung, der Jury mit seinem Rückzug zuvor zu kommen. „Es war eine gute Entscheidung. Das zeigt auch das Vertrauen, das wir in ihn haben. Wenn er sagt es geht nicht, wissen wir, dass es auch wirklich nicht geht. Es war sicher richtig heute abzubrechen“, so der Oberstdorfer. Nachdem die Jury vorerst kein Einsehen hatte und weiter versuchte die letzten beiden Gruppen herunterzubringen, musste sie sich letztlich auch dem Wind geschlagen geben. Somit haben wir nun auch schon einen Sieger im Nationencup. Den angeschlagenen Norwegern ist dieser nämlich jetzt auch rechnerisch nicht mehr zu nehmen. Ein kleines Trostpflaster nach einem bislang völlig verkorksten Wochenende.
Jury nach verspäteter Absage in der Kritik
Die Jury musste für ihr Vorgehen einiges an Kritik einstecken. „Ich bin irritiert über die heutige Leistung der Jury“, erklärte Alexander Stöckel, der bereits den heftigen Sturz von Tande zu verarbeiten hat. Das Verhalten der Jury gegenüber seinen Springer Marius Lindvik, der gefühlt 15 mal vom Balken musste bemängelt er auch. So habe man die Jury erfolglos nach einer Pause gebeten, damit sich der Springer neu präparieren hätte können. DSV-Teammanager Horst Hüttel bewertet die Situation ähnlich. „Wir hatten hier vor zwei Tagen einen fürchterlichen Sturz und heute ist es eine unberechenbare Situation“, erklärt er. Stefan Horngacher erklärte ebenfalls, dass der Sturz des Norwegers allen noch in den Knochen stecke.
Rok Justin feiert Abschied
Nach dem Springen waren die Augen aber auch auf den Slowenen Rok Justin gerichtet. So wurde der 27-Jährige von seinen Teamkollegen gebührend in den Ruhestand verabschiedet. Justin feierte im Jahr 2009 Gold beim Europäischen Olympischen Jugendfestivel im Team und gewann elf COC-Springen. Lediglich im Weltcup glückte ihm der Durchbruch nicht so ganz. Sein bestes Resultat war ein 16. Rang in Engelberg und ein 40. Platz im Gesamtweltcup.
Spannung im Skiflug-Weltcup
Eine positive Nachricht gibt es zudem auch noch. So sind die Prognosen für das morgige Abschlussspringen (ab 10 Uhr) wieder besser. Damit könnten wir noch einmal einen würdigen Saisonabschluss sehen. Während im Gesamtweltcup alles entschieden ist und auch der Nationencup fixiert ist, geht es noch um die Kristallkugel beim Skifliegen und um die Planica-7-Wertung. Dabei deutet sich ein spannender Zweikampf zwischen Karl Geiger und Ryoyu Kobayashi an. „Ich bin heiß und mag die Schanze sehr gerne. Siege kann man natürlich nicht im vorhinein einplanen, aber ich werde nochmal alles reinlegen“, zeigt sich Karl Geiger kämpferisch. Wir hoffen, dass dieser Wettstreit bei möglichst guten und fairen Bedingungen über die Bühne gehen kann. Um einen Sieger bei der Planica-7-Wertung krönen zu können, ist allerdings Voraussetzung, dass der letzte Wettbewerb am Sonntag mit zwei Wertungsdurchgängen über die Bühne geht. Denn bisher besteht der Gesamtstand von Planica 7 lediglich aus zwei Durchgängen und vier sind die Mindestanforderung.