Weltcup Herren

Setzen Halvor Egner Granerud und Markus Eisenbichler ihren Zweikampf auch nach der Skiflug-Weltmeisterschaft fort? Diese Frage wird sich unter Umständen vielleicht schon heute im Training und der Qualifikation klären lassen. In der ersten Phase des Winters gab es doch meist das norwegisch-deutsche Duell zwischen den beiden.

Da der kürzlich strahlende Skiflug-Weltmeister Karl Geiger aufgrund einer Corona-Infektion vorerst ausfällt, rückt der Kreis der Favoriten zumindest wieder etwas näher zusammen. Auch Stefan Kraft muss wegen seiner anhaltenden Rückenprobleme weiter aussetzen.
So bietet sich erneut die Chance für die derzeit besten im Gesamt-Weltcup ihren Zweikampf fortzusetzen: Halvor Egner Granerud und Markus Eisenbichler. Doch auch die ÖSV-Adler Michael Hayböck und Daniel Huber werden versuchen, an ihre zuletzt starken Leistungen anzuknüpfen.

Koudelka zurück im Weltcup

Nach einer eher unglücklichen Saisonvorbereitung und zwei Stürzen mit Verletzungsfolgen im Arm sowie Knie, die er sich seit seinem letzten Weltcup im März 2020 zugezogen hatte, kehrt Roman Koudelka nun zurück in den Weltcup. An die Gross-Titlis-Schanze-Schanze in Engelberg dürfte Koudelka gute Erinnerungen haben. Denn in der Saison 2014/15 konnte er dort sogar einen Weltcup-Sieg und einen 2. Platz feiern. Zusammen mit Cestmir Kozisek und Viktor Polasek wird er für das tschechische Team um Weltcup-Punkte kämpfen.

Timi Zajc nicht am Start

Nachdem Timi Zajc während der Skifug-Weltmeisterschaften vom slowenischen Skiverband ausgeschlossen wurde, verpasst er nun auch die Generalprobe für die Vierschanzentournee in Engelberg. Die Strafe für den Slowenen fiel letztendlich aber sehr gering aus, denn er erhielt lediglich eine Verwarnung vom Verband, ein Bußgeld oder kompletter Ausschluss vom Wettbewerbsgeschehen blieb ihm erspart. Bei der Vierschanzentournee dürfte er nach aktuellem Stand wieder an den Start gehen.
Robert Hrgota, der nach dem Rücktritt von Ex-Bundestrainer Bertoncelj kurzfristig in Planica eingesprungen war, ist nun auch neuer Cheftrainer der slowenischen Mannschaft. Zusammen mit dem Team hat man sich diese Woche in Planica von Bertoncelj offiziell verabschiedet.

Programm:
16:00 Uhr – Offizielles Training
18:00 Uhr – Qualifikation (Eurosport)

Weltcup Damen

Die Österreicherin Marita Kramer hat den Qualifikationstag in Ramsau dominiert. Nachdem die Österreicherin bereits in beiden Trainingsdurchgängen ganz vorne lag, gewann sie auch die Qualifikation souverän. Aus Deutscher Sicht offenbarten insbesondere Katharina Althaus und Juliane Seyfarth noch gewisse Schwierigkeiten.

Bereits im letzten Jahr deutete Marita Kramer mit ihrem ersten Weltcupsieg und dem Titel bei der Junioren-WM an, dass sie zu den besten Springerinnen im Feld gehört. Mit dem Sieg in der Qualifikation hat die 19-Jährige nun ein weiteres Ausrufezeichen gesetzt und sich in die Favoritenposition für das Springen am Freitag gebracht. Der Österreicherin gelang mit 93,5 Meter der weiteste Versuch und setzte sich mit 128,1 Punkten vor der Slowenin Nika Kriznar (120,8 Punkte) durch. Auf Rang drei landete die österreichische Dauerbrennerin Daniela Iraschko-Stolz (89 Meter/116,2 Punkte), die sich direkt vor der Gesamtsiegerin des Vorjahres, Maren Lundby, (89 Meter/116 Punkte) platzierte. Überraschend weit vorne platzierte sich auch die Slowenin Ursa Bogataj (5.) und die Französin Josephie Pagnier (6.). Ein solider Start gelang außerdem der einstigen Dominatoren Sara Takanashi, die mit 88 Metern Rang sieben belegte. Eher enttäuschend war dagegen die Vorstellung von Chiara Hölzl, die noch hinter ihren Teamkolleginnen Lis Eder und Sophie Sorschag Elfte wurde.

Licht und Schatten beim Deutschen Team

Für die Deutschen lief die Qualifikation nur teilweise wie erhofft ab. Zumindest konnten sich aber alle sechs Athletinnen für den Wettbewerb qualifizieren. Den besten Eindruck hinterließ wie in den beiden Trainingsdurchgägen Selina Freitag. Die jüngste DSV-Adlerin platzierte sich mit 87.5 Metern auf einen guten zwölften Rang. Mit Rang 19. kann feierte auch Anna Rupprecht nach ihren Verletzungen einen guten Start in den Winter. Sorgen bereiten dagegen ausgerechnet die beiden Vorfliegerinnen im Deutschen Team. So bestätigten Katharina Althaus und Juliane Seyfarth die mäßigen Trainingssprünge und belegten lediglich Platz 21 und 22. Von den besten Deutschen des Vorjahres wird es in den nächsten Tagen und Wochen definitiv noch eine erhebliche Leistungssteigerung benötigen. Vorerst zufrieden können Luisa Görlich und Agnes Reisch sein, die auf den Rängen 24 und 30 einkamen.

So richtig aufgedeckt werden die Karten jedoch ohnehin erst morgen, wenn das erste Einzelspringen stattfindet. Der Wettbewerb startet ab 15:40 Uhr mit den besten 40 Springerinnen aus der Qualifikation.

Ergebnis Qualifikation

Startliste Wettkampf

Weltcup Damen

Mit dem heutigen Training im österreischichen Ramsau starten die Damen in den Weltcup-Winter. Die Österreicherin Marita Kramer gewinnt beide Trainingsdurchgänge. Selina Freitag ist auf Platz 10 die beste aus dem deutschen Team. Katharina Althaus ist die schwächste Deutsche in beiden Durchgängen.

Im ersten Trainingsdurchgang springen fünf der sechs Deutschen auf Weiten um die 80 Meter. Genau die gleiche Weite, mit 79,5 Metern, erreichen Anna Rupprecht und Luisa Goerlich. Einen halben Meter weiter auf 80 Meter springen Agnes Reisch und Juliane Seyfarth. Auf 80,5 Meter schafft es die Schwester von Richard Freitag, Selina Freitag. Außerhalb der Gruppe der Springerinnen, die um die 80 Meter weit springen, befindet sich Katharina Althaus. Sie erreicht nicht die gleiche Weite wie ihre Koleginnen und landet deutlich früher.
Anna Rupprecht springt als erste Deutsche im zweiten Durchgang. Sie schafft eine deutliche Steigerung um sechs Meter weiter auf 85,5 Meter. Auch Agnes Reichet kann sich steigern und springt auf 86 Meter. Auch Selina Freitag und Luisa Goerlich schaffen eine Steigerung. Erstere springt auf 87 Meter und den 10. Rang, Zweitere auf 85 Meter und Platz 22. Als vorletzte Deutsche zeigt sich Juliane Seyfarth im zweiten Durchgang. Sie kommt nicht ganz an die vorangegangenen Teamkolleginnen ran, überspringt mit 83,5 Metern jedoch auf die Weite aus dem ersten Durchgang. Katharina Althaus ist erneut die Schwächste aus dem deutschen Team. Sei springt 79 Meter weit und erreicht den 32. Platz.

Gute Ergebnisse zeigen die Damen aus Österreich. Marita Kramer springt die Top-Weite des 1. Trainings mit 92,5 Metern. Und auch im zweiten Durchgang zeigt sie mit 87 Metern einen Top-Sprung von der Schanze. Sie gewinnt beide Male den Trainingsdurchgang. Die zweitbeste Österreicherin ist Sophie Sorschag. Sie springt auf 85,5 und 87 Meter. Auch Lisa Eder schafft es mit knapp 90 Metern, sich auf den vorderen Plätzen des zweiten Durchgangs zu platzieren.

Ergebnisliste Training
Startliste Qualifikation

Quelle: FIS

DSV Weltcup Herren

Mehrere Teams waren in der ersten Phase des Weltcup-Winters bereits von Corona-Infektionen geplagt und mussten einige Ausfälle hinnehmen, nicht zuletzt das ÖSV-Team. Wie sich bereits am Mittwochabend herausstellte, ist nun erstmalig auch das deutsche Team betroffen.

Wie heute bekannt wurde, ist Karl Geiger nach einem COVID-19-Test am Dienstag positiv getestet wurden. Nachdem er am vergangenen Wochenende noch in Planica Weltmeister im Skifliegen wurde, mit der Mannschaft Silber gewonnen hatte und am Montage erstmals Vater wurde, muss der deutsche Top-Springer nun erst einmal pausieren und seine Quarantäne absitzen. Symptome hat Geiger jedoch keine: „Mir geht es gut, ich habe keine Symptome. Ich befinde mich jetzt in Quarantäne und werde regelmäßige Tests absolvieren.“ Das positive Ergebnis kam für den Oberstdorfer deshalb ziemlich überrschaschend: „Bei einem routinemäßigen Coronatest wurde ich positiv auf den Virus getestet. Für mich völlig überraschend, da ich keinerlei Symptome zeige und stets die nötigen Vorsichtsmaßnahmen ergriffen habe.“

Den anstehenden Weltcup am kommenden Wochenende wird der Weltmeister auf jeden Fall verpassen. Ob er bei der Vierschanzentournee zum Jahreswechsel starten kann, ist noch unklar.

Das DSV-Team für den anstehenden Weltcup in Engelberg sieht daher wie folgt aus: Markus Eisenbichler, Severin Freund, Martin Hamann, Pius Paschke, Constantin Schmid und David Siegel.

Quelle: interne Informationen; Karl Geiger Instagram

ÖSV Weltcup Herren

Die einen kehren nach einer fast zweiwöchigen Pause zurück, die anderen müssen zwangsweise weiter oder wieder pausieren. Das ÖSV-Team ist zwar wieder gestärkt, dennoch fehlt der Gesamt-Weltcupsieger letzten Jahres im Team.

Zurück im österreichischen Weltcup-Team sind Daniel Huber, Manuel Fettner und Thomas Lackner, die ihre Quarantäne nach den positiven Corona-Tests im russischen Nizhny Tagil beendet und ihre Infektionen überwunden haben. Für den Weltcup in Engelberg gehen für Österreich demnach außer den bereits genannten, auch Philipp Aschenwald, Michael Hayböck und Gregor Schlierenzauer an den Start. Besonders Hayböck glänzte zuletzt mit starken Sprüngen auf der Skiflugschanze in Planica.

Kraft verpasst Vierschanzentournee-Generalprobe

Das österreichische Team muss weiterhin auf den Besten des letzten Winters verzichten. Nach seinen akuten Rückenproblemen in Planica kann Stefan Kraft weiterhin nicht im Weltcup teilnehmen und muss weiter pausieren. Ob er bis zur Vierschanzentournee wieder teilnahmefähig sein wird, ist noch unklar.

Quelle: ÖSV

DSV Weltcup Damen

„Besser spät als nie“: Unter diesem Motto werden am kommenden Freitag auch die Damen in den Weltcup einsteigen. Dabei hätte alles noch schlimmer laufen können. So verhindert lediglich das kürzlich einberufene Springen in der Ramsau, dass der erste Wettbewerb noch im Jahr 2020 stattfinden kann. Wir blicken auf eine Saison voraus, die von der Corona-Pandemie gezeichnet ist und ihren klaren Höhepunkt bei der WM in Oberstdorf finden wird.

Für die Skiflug-Damen wird der Auftakt in Ramsau ein Flug ins Ungewisse. Fehlende Vergleiche und Sommerwettkämpfe sorgen dafür, dass alle Athletinnen Schwierigkeiten haben dürften, ihre aktuellen Leistungen einzuschätzen. Wie der Blick auf den Weltcup-Kalender erkennen lässt, sind die Damen noch stärker von der Pandemie betroffen als ihre männlichen Kollegen. So wird das zweite Weltcupspringen erst am 23. Januar stattfinden. Ein Zeitpunkt, der eigentlich schon mitten in der Saison liegt. „Wenn wir am 23. Januar wieder an den Start gehen, haben die Jungs 16 Wettbewerbe und eine Weltmeisterschaft im Skifliegen bestritten. Ich bin sicher, wenn jemand etwas für uns tun wollte, wäre es möglich gewesen “, ärgert sich Maren Lundby. „So ist es sehr frustrierend, seit März Tag für Tag so viel Zeit damit zu verbringen, um zu trainieren“, erklärt sie gegenüber nordicmag.info. Wenngleich es bislang auch für das ausfallende Springen in Peking noch keinen Ersatz gibt, ist der Kalender jedoch zumindest im Februar und März gut gefüllt. Hier finden auch, mit der WM in Oberstdorf und der Raw Air in Norwegen, die beiden Saison-Highlights statt. Bei der Heim-WM wird es für die Damen, mit dem Einzelspringen von der Großschanze, eine Prämiere und eine zusätzliche Medaillenchance geben. Ein anderer Traum zahlreicher Athletinnen wird jedoch vorerst nicht in Erfüllung gehen. So endet die Raw Air, wie im Vorjahr, in Trondheim. Top-Springerinnen, wie Katharina Althaus äußerten jedoch mehrmals den Wunsch, dass die besten 15-20 Athletinnen der Gesamtwertung in Vikersund zum Skifliegen dürfen. Schon länger im Gespräch ist auch die Möglichkeit, die Damen in die Vierschanzentournee zu integrieren. Angesichts der ohnehin schwierigen Corona-Lage ist dies jedoch vorerst Zukunftsmusik.

Erneuter Zweikampf zwischen Lundby und Hölzl? Das sind die Favoritinnen in der Saison 2020/21

Im Vorjahr tobte ein erbitterter Kampf um den Gesamtweltcup zwischen der Norwegerin Maren Lundby und der Österreicherin Chiara Hölzl. Diesen konnte die Olympiasiegerin, wie schon in den vergangenen zwei Jahren, für sich entscheiden. Mit lediglich 65 Punkten Unterschied fiel das Ergebnis jedoch wesentlich knapper aus als zuvor. Vieles deutet daraufhin, dass es in dieser Saison ähnlich spannend zugehen könnte. So laborierte Lundby im Sommer an einem „Springerknie“, dass durch ein Ungleichgewicht bei der Landung entstanden ist. So verpasste sie mit den norwegischen Meisterschaften einen wichtigen Test und musste im Training andere Wege gehen. Auf der Favoritenliste, ist die 26-Jährige allerdings trotzdem ganz oben.

Gute Chancen dürfte aber auch Chiara Hölzl haben. Die 23-Jährige machte im letzten Winter einen großen Schritt nach vorne und gewann sechs Weltcupspringen. Im Kampf um den Gesamtweltcup gilt es nun auf der Heimschanze in der Ramsau gleich einmal Flagge zu zeigen. „Ich bin richtig happy. Es ist ein Weltcup daheim in Österreich, das ist immer eine coole Sache und dieser Bewerb vor Weihnachten tut uns allen noch einmal sehr gut,“ freut sie sich. Optimistisch geht auch die 16-malige Weltcupsiegerin Daniela Iraschko-Stolz in die neue Saison. „Die Vorbereitung lieg super und ich möchte mich beim ÖSV bedanken, dass Ramsau für Lillehammer eingesprungen ist. Das spricht für unseren Stellenwert in Österreich und umso motivierter sind wir vorne anzugreifen, so die 37-Jährige. Klar ist, dass man auch eine top motivierte Iraschko-Stolz in der neuen Saison auf den Zettel haben muss.

Nach zwei für ihre Verhältnissen schwächeren Saisons, will jedoch auch Sara Takanashi wieder ganz vorne angreifen. Über die derzeitige Form der viermaligen Gesamtsiegerin kann jedoch nur spekuliert werden. Gespannt darf man auch darauf sein, ob die jungen Sloweninnen Nika Kriznar und Ema Klinec einen weiteren Sprung nach vorne gemacht haben. Vom Potenzial her, könnten beide in Zukunft auch ganz vorne mitmischen. Dies gilt auch für die Junioren-Weltmeisterin Marita Kramer. „Letztes Jahr ist es für mich extrem steil bergauf gegangen. Mein erster Weltcup-Sieg war ein Traum, der in Erfüllung gegangen ist. Darum sind meine Erwartungen heuer natürlich schon höher, als in der letzten Saison. Ich möchte vorne mitspringen und mich in den Top-10 etablieren“, erklärt sie. Vorerst fehlen wird dagegen die 32-jährige Eva Pinkelnig. Nach einem schweren Trainingssturz in Seefeld ist aktuell noch nicht klar, wann die Weltcupdritte des Vorjahres in den Weltcup zurückkehren kann.

Deutschland hofft auf Doppelspitze Althaus & Seyfarth

Im zuletzt so verletzungsgeplagten deutschen Team, liegen die Hoffnungen auf Katharina Althaus und Juliane Seyfarth. Vor allem die Oberstdorferin Katharina Althaus wird mit voller Motivation in eine Saison gehen, in der die WM quasi vor der eigenen Haustür stattfindet. Mit Rang fünf im Gesamtklassment 2019/20 gehört die 24-Jährige zum Favoritenkreis, wenngleich sie im Vorjahr nicht konstant an ihre besten Leistungen anknüpfen konnte. Trotz fehlender Vergleiche mit der internationalen Konkurrenz, geht Althaus zuversichtlich in die Saison. „Ich bin ganz froh mit Juliane Seyfarth jemand im Team zu haben, woran man sich orientieren kann und die in den letzten Jahren auf dem gleichen hohen Niveau gesprungen ist. Ich für mich bin auch noch einmal einen Schritt vorwärts gekommen und daher zuversichtlich, dass ich auch international gut dabei bin“, erklärt sie. Anhand der rasanten Entwicklung des Damen-Springens weiß sie jedoch auch, dass Top-Platzierungen keine Selbstverständlichkeit sind. „Das Feld ist in den letzten Jahren eng zusammengerückt. Man muss über die Wochenende konstant mega Leistungen bringen und bei kleinen Fehlern steht man sofort neben dem Podest. Das ist aber auch gut und spannend so“, erklärt die beste DSV-Adlerin der letzten Jahre. Bei den deutschen Meisterschaften in Oberstdorf, trennten Althaus und ihre Teamkollegin Juliane Seyfarth eine Winzigkeit von 0,5 Punkten. Ein Indiz, dass auch die 30-Jährige im Weltcup wieder vorne mitmischen könnte. Nach Rang drei im Gesamtweltcup 2019, reichte es im Vorjahr nur für einen elften Rang. Damit es nun wieder ganz nach vorne geht, hat sie vor allem am Absprung gearbeitet. „Ich denke auf jeden Fall, dass mein Absprung besser und stabiler geworden ist, sodass ich die Basis für gute Sprünge da ist. Eine schöner Telemark und ein guter Flug hilft nichts, wenn es beim Absprung nicht gepasst hat“, verrät sie.

Carina Vogt und Ramona Straub vor Rückkehr: Was ist von den restlichen deutschen Starterinnen zu erwarten.

Wie Bundestrainer Andreas Bauer auf der Pressekonferenz bestätigte, werden neben den beiden Vorfliegerinnen vorerst Agnes Reisch, Selina Freitag, Anna Rupprecht und Luisa Görlich zum Aufgebot zählen. Zu große Erwartungen will der DSV-Trainer dem Quartett jedoch nicht aussetzen. „Anna Rupprecht hat sich nach einem Kreuzbandriss und einen Knorpelschaden ins Weltcup Team zurück gekämpft. Für sie war es ein harter und steiniger Weg, aber sie macht mir einen gefestigten Eindruck und kann in die Punkteränge springen“, so Bauer. „Luisa Görlich hat nach ihrer ersten Weltcupsaison ebenfalls gute Möglichkeiten Weltcuppunkte zu sammeln. Das gilt auch für Agnes Reisch, die mit Platz drei bei den deutschen Meisterschaften auf sich aufmerksam machen konnte und einen starken Absprung besitzt“, führt er fort. Auf dem richtigen Weg sieht er auch, die mit 19 Jahren jüngste deutsche Athletin, Selina Freitag. „Sie macht mir einen gefestigteren Eindruck als im letzten Eindruck als im Vorjahr, wo im Weltcup viele neue Eindrücke auf sie eingeprasselt sind“, so der Damen-Coach. Für Spitzenplätze werden jedoch nur zwei deutsche Springerinnen in Frage kommen. „Es ist schon so, dass unsere Leaderinnen Katharina Althaus und Juliane Seyfarth vorne wegspringen“, bestätigt er. Um diese Lücke zu schließen, hofft Bauer auch auf die zuletzt Langzeitverletzten Ramona Straub und Carina Vogt. “ Sie befinden sich auf dem Wege der Besserung. Aktuell hat Carina Vogt die erste Trainingseinheit auf Schnee nach einem Jahr und neun Monate gemacht. Sie war extrem motiviert und hat sich sehr gefreut, nach vielen Monaten in der Reha und Kraftkammer wieder springen zu können. Zum Glück ist alles gut gegangen und das Knie hat keine Beschwerden gemacht“, so Bauer. Die Rückkehr in den Weltcup könnte dem DSV-Trainer zufolge bereits Ende Januar stattfinden. Ramona Straub erwartet Bauer auch noch vor Weihnachten auf der Schanze. Hier müsse aber noch abgewartet werden, ob das Knie der Belastung stand hält. Nicht mehr zurückkehren wird dagegen Gianina Ernst, die ihre Karriere nach mehreren schweren Knieverletzungen beendet hat. Ein Hintertürchen gibt es dagegen bei Svenja Würth, die vor einem Jahr zu den Kombiniererinnen gewechselt ist. Dort wird sie auch im kommenden Winter an den Start gehen, könnte sie bei der WM in Oberstdorf für das deutsche Team im Mannschaftsspringen infrage kommen.

Bauer schlägt Alarm: „Müssen uns schnell Konzepte überlegen“

Während der Bundestrainer prinzipiell positiv in die Saison schaut, bereitet ihm die Zukunft jedoch langfristig gesehen sorgen. „Im Nachwuchs haben wir schon unsere Probleme und müssen uns schnellstmöglich Konzepte überlegen. Ein Problem sind die schneearmen Winter, die es nicht leicht machen. Die Kinder, die an die Schanzen kommen wollen natürlich Skispringen und das Erlebnis haben. Dafür brauchen wir aber natürlich präparierte Schanzen. Zum anderen ist da noch Corona, wodurch der Vereinssport brach liegt. Das sind Dinge, die uns weh tun und da müssen wir schnellstmöglich die Köpfe zusammenstecken und Konzepte entwickeln, damit wir für die Zukunft kein zu großes Loch auftut“, warnt der DSV-Trainer. Wichtig wären insbesondere auch Top-Leistungen von Katharina Althaus und Juliane Seyfarth, die den potenziellen Nachwuchs vor den Bildschirmen begeistern und motivieren.

Quellen: DSV-Pressekonferenz, ÖSV

Das können wir von den Deutschen erwarten

Weltcup Herren
Wo wird gesprungen?

Gesprungen wird auf der sogenannten Gross-Titlis-Schanze-Schanze in der Schweizer Gemeinde Engelberg. Die Schanze trägt ihren Namen nach dem Hausberg von Engelberg, dem ‚Titlis‘. Engelberg liegt im Kanton Obwalden in der Zentralschweiz. Der Weltcup in Engelberg ist traditionell der letzte Weltcup vor der Weihnachtspause und der Vierschanzentournee.

Die Schanzendetails der Gross-Titlis-Schanze-Schanze im Überblick:
Hillsize:140 m
K-Punkt:125 m
Schanzenrekord:144 m (Domen Prevc, 18.12.16; Ryoyu Kobayashi 16.12.18)
Baujahr:1971 (letzter Umbau: 2016)
Zuschauerkapazität:20.000

Programm:

Freitag,18.12.20
16:00 Uhr – Offizielles Training
18:00 Uhr – Qualifikation (Eurosport)

Samstag, 19.12.20
15:00 Uhr – Probedurchgang
16:00 Uhr – Einzelwettbewerb (ARD, Eurosport)

Sonntag, 20.12.20
14:30 Uhr – Qualifikation
16:00 Uhr – Einzelwettbewerb (ARD, Eurosport)

Weltcup Damen
Wo wird gesprungen?

Der erste Damen-Weltcup der Saison 2020/21 wird auf der W90-Schanzenanlage in Ramsau am Dachstein stattfinden. Ramsau liegt auf ca. 1.135 Metern Höhe im österreichischen Bundesland Steiermark. Es ist eine beliebte Tourismus- und Wintersportgemeinde am Fuße des knapp 3.000 Meter hohen Dachsteins.

Die Schanzendetails der W90-Schanze in Ramsau im Überblick:
Hillsize:98 m
K-Punkt:90 m
Schanzenrekord:96 m (Marita Kramer, 18.12.20)
Baujahr:1995
Zuschauerkapazität:

Programm:

Donnerstag, 17.12.20
15:00 Uhr – Offizielles Training
17:00 Uhr – Qualifikation

Freitag, 18.12.20
14:45 Uhr – Probedurchgang
15:40 Uhr – Einzelwettbewerb

FIS Cup

Im Schatten der Skiflug-WM ist am vergangenen Wochenende auch die „dritte Liga“ des Skispringens in ihre Saison gestartet. Im schweizerischen Kandersteg nahmen 22 Damen und 51 Herren an den Wettkämpfen auf der Normalschanze teil. Die Siege gingen nach Frankreich und Österreich.

Gleich doppelten Grund zur Freude hatte Niklas Bachlinger. Der 18-Jährige Österreicher, der bereits im September beim Alpencup in Berchtesgaden ganz oben auf dem Podest stand, konnte beide Wettbewerbe für sich entscheiden. Und auch der Rest des „Stockerls“ war fest in österreichischer Hand: Stefan Rainer erreichte an beiden Tagen den zweiten Rang, der dritte Platz ging am Samstag an Maximilian Ortner und am Sonntag an Daniel Tschofenig.

Lediglich Andreas Schuler (Schweiz) mit einem 4. und 7. Platz sowie Claudio Haas (Deutschland) mit einem 7. Platz konnten die Phalanx der Österreicher ein wenig durchbrechen. Diese feierten am Sonntag gar einen Sechsfacherfolg, da Maximilian Ortner, Stefan Huber und David Haagen die Plätze vier bis sechs belegten. Aus dem deutschen Team landeten am Samstag noch Felix Hoffmann (11.), Simon Spiewok (13.) und Luca Geyer (15.) unter den ersten 15, am Sonntag gelang dies nur Claudio Haas (12.).

Frankreich und Italien belegen Podestplätze bei den Damen

Bei den Damen schickten Frankreich und Italien auch Springerinnen aus der ersten Mannschaft nach Kandersteg, damit diese vor dem Weltcupauftakt am nächsten Wochenende schon einmal Wettkampfluft schnuppern konnten. So waren es dann auch wenig überraschend diese Nationen, die sich mit deutlichen Abständen die vorderen Platzierungen sicherten. Während am Freitag Julia Clair (Frankreich) den Wettkampf für sich entscheiden konnte, wurde sie am Samstag von ihrer Teamkollegin Josephin Pagnier auf Platz zwei verwiesen. Am Vortag war Pagnier bereits Dritte geworden. Lara Malsiner aus Italien komplettierte jeweils das Podest mit einem zweiten Rang am Freitag und einem dritten Rang am Samstag.

Aus deutscher Sicht konnte sich Lilly Kübler mit einem 9. Platz einmal unter den Top Ten platzieren, am zweiten Tag wurde sie 18. Michelle Göbel musste sich mit einem 20. und einem 17. Platz begnügen. „Ich kam mit der Schanze leider nicht ganz zurecht, die Sprünge sind noch ausbaufähig“, so die 16-Jährige. Dennoch überwiegt die Freude darüber, dass überhaupt ein Saisonstart möglich war, und das deutsche Team blickt den nächsten Wochenenden zuversichtlich entgegen.

Nächste Station Zakopane – allerdings nur für die Herren

Um Kontakte zu minimieren, hatte man das Programm so gestaltet, dass die Wettkämpfe der Damen und Herren zeitlich getrennt voneinander stattfanden. Natürlich wurden diese auch unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgetragen. Der nächste FIS Cup ist für den 9. & 10. Januar in Polen geplant. In Zakopane werden allerdings nur die Männer an den Start gehen – für die Damen steht der nächste Termin erst in zwei Monaten in Villach auf dem Programm.

Ergebnislisten Herren: Samstag | Sonntag

Ergebnislisten Damen: Freitag | Samstag

DSV

Es sind emotionale Tage für den frischgebackenen Skiflug-Weltmeister aus Oberstdorf. Nicht nur aus sportlicher Sicht gibt es für Karl Geiger nun Riesengrund zur Freude, sondern seit Montag besonders auch aus privater Sicht.

Am vergangenen Wochenende krönt sich Karl Geiger noch zum Skiflug-Weltmeister in Planica und räumt danach mit seinen Teamkollegen die Silbermedaille im Tal der Schanzen ab. Doch dieses hat er noch am Sonntagabend recht fluchtartig verlassen. Denn daheim standen alle Zeichen auf „go“ bei seiner Frau Franziska, die bereits hochschwanger zu Hause saß. Das Timing für den Oberstdorfer hätte besser nicht sein können.

Internen Informationen zufolge kam das Kind am Montagvormittag zur Welt. Für Karl Geiger und seine Familie Weltmeister- und Vater-Freuden zugleich, wobei die Freude über das erste Kind – Tochter Luisa, aktuell wohl durch nichts zu überbieten sein dürfte. Wir wünschen der jungen Familie alles Gute für die Zukunft und vor allem viel Gesundheit! Vielleicht beflügelt das neu gewonnene Glück noch einmal zusätzlich.

Quelle: interne Informationen