DSV Weltcup Herren

Zum ersten Mal nach fast zwei Jahren startet David Siegel am kommenden Wochenende wieder im Weltcup. Der 24-Jährige feierte beim Sommer-Grand-Prix in Wisla sein Comeback nach langer Verletzungspause und wurde nun von Bundestrainer Stefan Horngacher für den Weltcup nominiert.

Zakopane, 19. Januar 2019, Teamwettkampf: David Siegel startet als dritter Springer der deutschen Mannschaft. Im zweiten Durchgang erwischt er einen Topsprung, vielleicht den besten Sprung seiner Karriere, wie er selbst sagt. Er segelt weit ins Tal, über den K-Punkt, über Hillsize, setzt schließlich bei 142,5 Metern zur Landung an – doch die misslingt. Diagnose: Kreuzbandriss.

Nach einer langwierigen Verletzungsgeschichte – bereits zuvor hatte er wiederholt mit Problemen am Sprunggelenk zu kämpfen – kehrt er im August dieses Jahres auf die höchste Wettkampfebene zurück. Doch der Kampf um die Plätze im DSV-Team ist eng, für die erste Phase des Weltcups hat er zunächst das Nachsehen gegenüber Andreas Wellinger. Der Olympiasieger jedoch ringt, ebenfalls nach Kreuzbandriss, mit seiner Form. Für die Skiflug-Weltmeisterschaft und auch für den Weltcup in Engelberg wird er nicht nominiert, stattdessen geht es für ihn zunächst zum Training auf die Normalschanze in Ramsau am Dachstein und anschließend nach Oberstdorf.

Wie Stefan Horngacher nun bekanntgab, wird David Siegel in Engelberg den Platz von Wellinger einnehmen. Siegel konnte sich dafür bereits am vergangenen Wochenende bei zwei Sichtungswettkämpfen in Ramsau empfehlen, die er jeweils für sich entscheiden konnte. Auch im Training hinterließ er gute Eindrücke, sodass er sich nun auf sein Weltcup-Comeback freuen kann. Weiterhin gedulden muss sich Richard Freitag. Nach jetzigem Stand wird er in der nationalen Gruppe bei der Vierschanzentournee zum Einsatz kommen.

Skiflug-Weltmeisterschaften

Erneut Hochspannung in Planica: Nachdem Deutschland über weite Strecken des Wettkampfs in Führung lag, zog Norwegen am Ende doch noch vorbei und kann sich über die Goldmedaille freuen. Deutschland holt nach Gold und Bronze im Einzel nun eine Silbermedaille und sichert sich somit einen kompletten Medaillensatz. Bronze geht an Polen.

Auch am letzten WM-Tag entwickelte sich auf der hell erleuchteten „Letalnica“ wieder ein spannender und hochklassiger Wettkampf um die Medaillen. Nach der Hälfte des ersten Durchgangs lag das polnische Team noch vor Norwegen und Deutschland in Führung. Kamil Stoch und Dawid Kubacki konnten mit ihren Konkurrenten jedoch nicht ganz mithalten, sodass Deutschland die Spitzenposition übernahm. Bärenstark präsentierten schon im ersten Durchgang erneut die Topspringer des Einzelwettkampfs: Markus Eisenbichler flogt 230 Meter weit, Karl Geiger kam auf 238 Meter, Halvor Egner Granerud landete bei 235 Meter. Nach dem ersten Durchgang trennten Deutschland und Norwegen gerade einmal 11,1 Punkte, Polen lag gut 56 Punkte zurück.

Für das polnische Team schickten sich dann im zweiten Durchgang zunächst Piotr Zyla und Andrzej Stekala an, diese Lücke wieder zu verkleinern. Und dies gelang ihnen auch – mit Sprüngen auf 234 und 229 Meter kamen sie bis auf wenige Punkte auf die führenden Mannschaften heran, bei denen Constantin Schmid (207,5 Meter) und Johann Forfang (202,5 Meter) etwas Federn lassen mussten. Daniel-André Tande brachte das norwegische Team zunächst in Führung, Pius Paschke holte sie mit 223,5 Meter jedoch schnell wieder zurück.

Polen holen auf, aber überholen nicht

Und Deutschland und Norwegen ließen sich auch von den näher rückenden polnischen Springern nicht beeindrucken – auf einen 224-Meter-Flug von Kamil Stoch setzte Robert Johansson nochmals ein paar Meter drauf, und konnte anschließend Markus Eisenbichler dabei zusehen, wie dieser mit 236,5 Meter antwortete und die „grüne Linie“ auf dem Hang deutlich überflog. Eisenbichler kam zwar bei der Landung ins Straucheln, konnte einen Ausrutscher aber geradeso verhindern. Knapp 15 Punkte lag Deutschland somit vor der Schlussgruppe in Führung. Pius Paschke zeigte sich im Gespräch mit dem ZDF optimistisch: „Karl ist hier eine richtige Maschine. Der wird das holen.“

Norweger ziehen im letzten Sprung an Deutschland vorbei

Nachdem Dawid Kubacki bereits bei 209 Metern landete, war klar: Nun entschiedet es sich endgültig zwischen Norwegen und Deutschland. Halvor Egner Granerud durfte vorlegen – Trainer Alexander Stöckl schickte ihn mit zwei Luken weniger Anlauf auf den Balken. Mit einem weiteren beeindruckenden Flug auf 234,5 Meter legte er die Latte für Karl Geiger hoch. Nach einer etwas undurchsichtigen Anlaufveränderung – zurück in Gate 11, dann doch wieder in Gate 10, was schließlich durch Trainer Stefan Horngacher festgelegt wurde – sprang Geiger 10 Meter kürzer als Granerud und verpasste somit die Bonuspunkte für die Anlaufverkürzung. Dennoch konnte er sich direkt im Anschluss schon wieder freuen: „Mein Sprung war gut. Das war ein cooler Wettkampf und spannend bis zum Schluss. Wir können uns echt über Silber freuen und stolz auf uns sein“.

Markus Eisenbichler zeigte sich zunächst niedergeschlagen: „Ich bin schon ein bisschen enttäuscht. Wir sind noch nie Team-Weltmeister geworden, das hätten wir uns verdient“. Trainer Stefan Horngacher relativierte im ZDF: „Wir freuen uns natürlich über die Silbermedaille. Alex Stöckl hat am Ende ziemlich gepokert mit der Verkürzung, und da blieb mir nichts anderes übrig als nachzuziehen. Sonst wäre es noch aussichtsloser gewesen“.

Slowenien beendet Heim-WM auf Rang 4

Für einen versöhnlichen Abschluss der Heim-WM sorgte die slowenische Mannschaft. Nach einem turbulenten Wochenende mit der öffentlichen Trainerkritik von Timi Zajc, dessen Suspendierung und der anschließenden Abreise von Cheftrainer Gorazd Bertoncelj konnten die Springer Platz 4 erreichen und lagen zwischenzeitlich sogar in Reichweite des Podests. Schließlich trennten sie jedoch mehr als 55 Punkte von den drittplatzierten Polen.

Auf den Plätzen fünf bis acht folgen Japan, Österreich, Russland und Finnland. Bei den Österreichern sorgte Newcomer Timon-Pascal Kahofer im ersten Durchgang für einen Rückschlag, nachdem er seinen Sprung bereits bei 129,5 Metern abbrechen musste. Mehr als Platz 5 wäre jedoch auch mit einem sehr guten Flug heute nicht möglich gewesen, dazu fehlten auch bei den Teamkollegen zu viele Meter im Vergleich zur Konkurrenz. Michael Hayböck allerdings unterstrich mit einem Flug auf 231 Meter nochmals seine überraschenden Topleistungen an diesem Wochenende kurz nach überstandener Corona-Infektion.

Am nächsten Wochenende geht es für den Weltcuptross ins schweizerische Engelberg, wo die alljährliche Generalprobe für die Vierschanzentournee auf dem Programm steht.

Offizielle Ergebnisliste

Skiflug-Weltmeisterschaften

Es bleibt spannend: Gerade einmal 11,1 Punkte trennen Deutschland und Norwegen, die nach dem ersten Durchgang im Teamwettkampf die ersten beiden Plätze belegen. Sie scheinen die Goldmedaille unter sich auszumachen – denn Polen liegt immerhin bereits 56 Punkte zurück.

Nach den ersten zwei Gruppen lag das polnische Team noch vor Norwegen und Deutschland in Führung. Mit einem Sprung auf 205,5 Metern konnte Kamil Stoch mit seinen Konkurrenten Robert Johansson (220 Meter) und Markus Eisenbichler (230 Meter) jedoch nicht ganz mithalten, sodass Deutschland die Spitzenposition übernahm. Auch in der vierten Gruppe ließ Polen mit Dawid Kubacki (211 Meter) viele Meter gegenüber den Springern der anderen Nationen liegen, die sehr weite Flüge zeigten: Karl Geiger kam auf 238 Meter, Halvor Egner Granerud segelte auf 235 Meter.

Deutlich verbessert im Vergleich zu den vergangenen Tagen präsentierte sich heute die slowenische Mannschaft, die nach dem ersten Durchgang Rang 4 belegt – mit nur gut 18 Punkten Rückstand auf das Podest. Insbesondere Anze Lanisek konnte mit 231 Metern ein Ausrufezeichen setzen.

Untröstlich war hingegen der Österreicher Timon-Pascal Kahofer: Der 21-Jährige setzte seinen Sprung am Schanzentisch zu aggressiv an und musste schon bei knapp 130 Metern zur Landung ansetzen. Österreich liegt somit hinter Japan und Russland auf Platz 7, Finnland bildet das Schlusslicht.

Offizielle Ergebnisliste

Skiflug-Weltmeisterschaften

Schon nach der Einzelentscheidung der vergangenen zwei Tage war klar, dass es die Mannschaften aus Norwegen, Deutschland und Polen sind, die heute um die Goldmedaille springen.

Auch im Probedurchgang, der soeben zu Ende gegangen ist, hat sich dies nun bestätigt – allerdings mit einer Favoritenrolle für die Norweger. Halvor Egner Granerud, der den WM-Titel gestern um nur 0,5 Punkte verpasste, segelte weit hinab ins Tal auf 244,5 Meter und unterstreicht damit seine Ambitionen, dann eben am heutigen Tag den Sieg zu holen.

Markus Eisenbichler gelang der zweitweiteste Flug auf 230 Meter, Kamil Stoch belegte mit 223,5 Metern Rang 3. Eine vierte Nation ist für den Kampf um die Podestplätze auch nach dem Probedurchgang nicht in Sicht.

Ergebnis Probedurchgang
  1. Norwegen (631,7 Punkte)
  2. Polen (611,3)
  3. Deutschland (607,4)
  4. Slowenien (573,6)
  5. Russland (522,8)
  6. Japan (517,8)
  7. Österreich (509,0)
  8. Finnland (445,7)

Offizielle Ergebnisliste

Skiflug-Weltmeisterschaften

Bei der Skiflug-WM in Planica steht heute der krönende Abschluss bevor. Nach dem Probedurchgang um 15 Uhr, werden die stärksten Skisprung-Nationen der Welt um den Mannschaftstitel kämpfen.

Wie lässt sich so ein ereignisreicher Tag, wie der gestrige überhaupt verkraften? Sei es Karl Geiger, der seinen größten Karriereerfolg feierte oder Halvor Egner Granerud, der um 0,5 Punkte den ganz großen Triumph verpasste: Heute gilt es für alle noch einmal Flagge zu bekennen. So wartet der möglicherweise spannendste Teamwettkampf bei einer Flug-WM seit vielen Jahren auf die Athleten.

Ausgang offen: Es deutet sich ein Dreikampf an

An der Spitze erwartet uns ein packender Dreikampf. So treffen die mannschaftlich starken Polen auf die norwegischen Flugkünstler und die gestern so erfolgreichen Deutschen. Die ersatzgeschwächten Österreicher werden dagegen genauso wenig um den Kampf um Gold eingreifen können, wie die Slowenien, für die es lediglich um Schadensbegrenzung geht.

Wer am Ende das Rennen macht, deutet sich möglicherweise bereits beim Probedurchgang ab 15 Uhr ab. Hier gilt es, sich für den Wettbewerb um 16 Uhr warmzufliegen. Wie bereits an den Vortagen, werden ruhige Bedingungen vorhergesagt. Einem fulminanten Abschluss steht also nichts im Wege.

Zeitplan:

15 Uhr; Probedurchgang

16 Uhr: Teamfliegen

Startliste

Skiflug-Weltmeisterschaften

Nachdem Karl Geiger und Markus Eisenbichler gleich zwei Medaillen für das deutsche Team im Einzelwettbewerb abgeräumt haben, zählen die DSV-Adler definitiv zu den Top-Favoriten im Kampf um Team-Gold. Doch die Konkurrenz, besonders aus Polen und Norwegen, schläft nicht.

Neben Karl Geiger und Markus Eisenbichler, die nach spannenden vier Durchgängen der Einzelentscheidung mit Gold und Bronze glänzten, werden erneut Pius Paschke sowie Constantin Schmid für das deutsche Team an den Start gehen. Nachdem besonders Paschke bereits mit einigen Top-Sprüngen in diesem Winter überzeugen und sich als Drittbester im starken DSV-Team etablieren konnte, ist auch Schmid nach seinem 14. Rang im Einzel absolut gerechtfertigt für den Startplatz. Für welchen Platz es am Ende für die deutschen Adler reicht, bleibt abzuwarten. Eins steht dennoch fest: Es wird definitiv einen heißen Kampf um die Medaillenränge geben!

Polen und Norwegen als stärkste Konkurrenten?

Neben dem deutschen Team rund um den frischgebackenen Skiflug-Weltmeister Karl Geiger, sind vor allem das polnische sowie norwegische Team als stärkste Konkurrenten einzuschätzen. Das Team aus Polen stellt mit den Routiniers Kamil Stoch, Dawid Kubacki und Piotr Zyla drei erfahrene Springer, aber mit Andrzej Stekala auch einen aktuell gleich-starken vierten Mann.

Das norwegische Team beinhaltet nicht nur den aktuellen Vize-Weltmeister Halvor Egner Granerud, sondern auch den Skiflug-Weltmeister von 2018, Daniel-André Tande sowie Robert Johansson, der ebenfalls ein exzellenter Flieger ist. Der vierte Mann im starken Flieger-Team, Johann André Forfang, hatte bisher noch einige Schwierigkeiten. Im norwegischen Team hat dies für ein Team-Event allerdings nur geringe Aussagekraft. Denn bei den Norwegern sind nicht nur die fliegerischen Talente jedes Einzelnen zu beachten. Besonders im Team sind die Norweger meist besonders stark und immer wieder für eine Überraschung gut.

Slowenien erhält grünes Licht

Nachdem Timi Zajc vom slowenischen Team suspendiert wurde, war ungewiss, ob man am Teamwettbewerb am Sonntag teilnehmen könne. Sowohl Peter Prevc als auch Ziga Jelar waren gestern als Vorspringer im Einsatz, was für sie aufgrund der vorgeschriebenen Corona-Maßnahmen eigentlich einen Ausschluss vom Mannschaftsspringen zur Folge hätte. Bei der FIS wurde aufgrund der Umstände allerdings um eine Ausnahme gebeten, die inzwischen auch genehmigt wurde. Peter Prevc wird demnach den Startplatz von Timi Zajc am Sonntag erhalten. Nach den Leistungen im Einzelwettbewerb wird es im Kampf um einen Podestplatz für das Team aus Slowenien allerdings mehr als schwierig.

Österreicher ohne Kraft

Die ÖSV-Adler müssen im Team-Fliegen erneut ohne ihren Frontmann Stefan Kraft auskommen. Wie Kraft am Samstagnachmittag mitteilte, wird er nicht zurück nach Planica reisen. Seine Rückenprobleme seine nach wie vor problematisch und machen eine Teilnahme nicht möglich. Neben dem unglücklichen Viertplatzierten der Einzelentscheidung stehen also noch Philipp Aschenwald, Gregor Schlierenzauer sowie Ersatzmann Timon-Pascal Kahofer im österreichischen Team. Durch den Ausfall von Stefan Kraft sowie den Corona-infizierten Daniel Huber & Co. ist das Team also durchaus geschwächt.

Startliste 1. Durchgang Teamwettbewerb

Skiflug-Weltmeisterschaften

Er hat es tatsächlich gepackt. Mit einem Finalflug auf 231,5 Meter verteidigte der Oberstdorfer seinen Vorsprung gegenüber den Norweger Halvor Egner Granerud. Der Norweger legte Geiger mit 243 Metern eine extrem hohe Messlatte auf. Doch Geiger behielt die Nerven und machte mit 0,5 Punkten Vorsprung den WM-Titel klar. Nach Silber bei der WM in Seefeld und Platz drei bei der letztjährigen Tournee schaffte er damit erstmals bei einem großen Wettbewerb den Sprung nach ganz oben.

Was ein dramatisches Finale bei der Skiflug-WM in Planica. Mit einem gewaltigen Satz auf 243 Meter griff der Norweger Halvor Egner Granerud noch einmal nach Gold. Allerdings konnte er dabei keinen Telemark setzen, was der DSV-Adler für sich nutzen konnte. So wurde sein blitzsauberer Flug auf 231,5 Meter diesmal auch mit guten Noten honoriert. Dadurch konnte der überglückliche Oberstdorfer 0,5 Punkte Vorsprung vor Granerud retten, bei dem erst einmal die Enttäuschung überwog. Der bescheidene Bayer zeigte sich dagegen im Interview mit dem ZDF überglücklich. „Das ist unbeschreiblich. Vor dem Wochenende hätte ich das nicht gedacht. Ich wusste zwar, dass ich die Schanze mag und ich hier gut fliegen kann. Aber dass es hier so läuft, ist unglaublich. Ich bin baff“, jubelte Geiger im Anschluss. Zuvor holte sich der werdende Vater auch die Glückwünsche von Teamkollege Andreas Wellinger ab, der den Oberstdorfer unmittelbar nach dem Wettkampf anrief. Auch Bundestrainer Stefan Horngacher freute sich über seinen ersten ganz großen Sieg als DSV-Trainer. „Es war ein spannender, nervenaufreibener Wettkampf. Karl hat erst seinen Vorsprung ausgebaut, sein zweiter Sprung war auch ordentlich. Granerud hat eine echte Rakete gezündet, aber für Karl hat es zum Glück gereicht. Wir freuen uns sehr, dass wir die ersten zwei Medaillen geholt haben“, erklärte Bundestrainer Stefan Horngacher gegenüber dem ZDF.

Eisenbichler behält Rang drei in einem hochklassigen Finale

Wie bereits bei der WM in Seefeld, schaffte es neben Geiger auch Eisenbichler aufs Podest. Diesmal musste der Siegsdorfer jedoch seinen Teamkollegen den Vortritt lassen. Mit 230 Meter im Finaldurchgang setzte er sich beim Duell um Bronze deutlich gegen Michael Hayböck durch, der mit 220,5 Meter keinen so guten vierten Sprung schaffte. Wenngleich Eisenbichler für viele als Goldfavorit gesehen wurde, zeigte er sich auch mit Bronze mehr als zufrieden. So erklärte Geiger im Interview mit dem ZDF, den Jubelschrei des 29-Jährigen sogar von oben gehört zu haben. Der Österreicher wird dagegen mit einem lachenden und einen weinenden Auge auf die Einzelentscheidung zurückblicken. So wurde er für sein sensationelles Comeback nach der Corona-Erkrankung letztlich nicht belohnt.

In einem hochklassigen Durchgang sorgten auch Robert Johansson (5.) Yukia Sato (6.) und Piotr Zyla (7.) sehenswerte Finalsprünge. Dahinter platzierte sich Kamil Stoch auf Rang acht, vor den beiden Überraschungsspringer Klimov und Stekala, die ebenfalls in die Top-10 flogen.

Gutes Mannschaftsergebnis für den DSV: Paschke und Schmid in den Top 15

Auch die zwei verbliebenen DSV-Adler sorgten für achtbare Ergebnisse. Pius Paschke verpasste mit einem Satz von 213,5 Meter den Sprung in die Top-10. als elfter denkbar knapp. Dennoch kann der 30 Jährige auf einen sehr gelungenen Auftritt bei seiner ersten Skiflug-WM zurückschauen. Auch der erst 21-Jährige Constantin Schmid vollendete mit einer Weite von 213,5 Meter einen ordentlichen Wettkampf. So musste er lediglich Anze Lanisek passieren lassen, der auf 228 Meter kam. Allerdings verteidigte er seinen 14. Platz, da Dawid Kubacki nach einem verpatzten Flug zurückfiel. Somit sind die DSV-Adler gemeinsam mit den Norwegern der große Favorit beim Teamfliegen am Sonntag.

Debakel für Slowenien: Nur Lanisek überzeugt am zweiten Tag

Wenig zu lachen gab es auch heute für die slowenischen Flieger. Nachdem Timi Zajc nach seiner öffentlichen Kritik an den Trainerstab ausgeschlossen wurde und Chef-Trainer Bertoncelj zurücktrat, sorgte lediglich Anze Lanisek für kurzen Jubel. Mit starken 228 Metern schob sich der beste Slowene noch auf Platz 12 nach vorne. Bor Pavlovcic und Domen Prevc platzierten sich dagegen lediglich auf den Rängen 20 und 21. Immerhin haben die Slowenen morgen im Teamfliegen noch die Chance auf Wiedergutmachung. So erlaubt die FIS, trotz Corona-Beschränkungen, Peter Prevc oder Ziga Jelar ins Team zurückzuholen, nachdem diese am Vortag als Vorspringer im Einsatz waren.

Ergebnis

Skiflug-Weltmeisterschaften

Karl Geiger liegt bei der Skiflug-WM in Planica auf Goldkurs. Mit 240,5 Meter landete der Oberstdorfer auch im dritten Durchgang den weitesten Sprung. Dank einer starken Landung führt er mit 7,7 Punkten vor Halvor Egner Granerud, dem 239 Meter gelangen.

Vor dem entscheidenden Finaldurchgang läuft alles auf einem Zweikampf zwischen Karl Geiger und Halvor Egner Granerud raus. Im Kampf um das Podest muss sich Markus Eisenbichler im Finale gegen Michael Hayböck behaupten. So verlor er in der dritten Runde mit 234,5 Metern ein wenig an Boden gegen den Österreicher, der dank 237,5 Meter nur noch drei Punkte Rückstand hat. mit 16 bzw. 17 Punkten Rückstand auf Geiger dürfte es mit einem Sieg jedoch für beide schwer werden.

Auf den weitern Plätzen befinden Robert Johansson und Yukia Stao, gefolgt von den drei Polen Zyla, Stoch und Kubacki. Mit ordentlichen Sprüngen auf 217 und 209 Meter konnten auch Pius Paschke (11.) und Constantin Schmid (14.) ihre guten Platzierungen halten.

Zwischenstand nach drei Durchgängen

Skiflug-Weltmeisterschaften

Der zweite Tag um die Entscheidung des Weltmeister-Titels auf der Letalnica-Skiflugschanze in Planica steht auf dem Programm. Der Probedurchgang im Tal der Schanzen geht erneut an den Norweger Granerud, der mit 240,5 Metern erneut seine aktuelle Weltklasse unter Beweis stellt. Dahinter reihten sich Anze Lanisek und Michael Hayböck mit Sprüngen auf 231,5 und 229 Metern ein.

Der Halbzeit-Führende Karl Geiger landete mit 227 Metern auf Rang 5. Pius Paschke (12.) und Constantin Schmid (19.) rangierten sich im Probedurchgang im Mittelfeld ein. Beide ließen sich mit Sprüngen auf 204,5 sowie 213 Metern noch etwas Luft nach oben für die zweite Hälfte der Einzelentscheidung. Der bisherige Dritte, Markus Eisenbichler, patzt in der Probe und landet nur auf 189 Metern (28.).

Polen erneut stark

Der Debütant im polnischen Nationalteam, Andrzej Stekala, konnte mit seinen 226,5 Metern in der Probe sogar als bester in seinem Team glänzen. Auch Doppel-Olympiasieger Kamil Stoch und Piotr Zyla schafften den Sprung in die Top-10. Und auch Dawid Kubacki fand sich als „schlechtester“ im polnischen Team auf Platz 17 wieder. Ein Team, welches für das morgige Teamfliegen mit Sicherheit stark einzuschätzen ist.

Slowenen ohne Zajc

Der Slowene Timi Zajc ist am zweiten Tag der Einzelentscheidung nicht am Start. Nachdem er Kritik am slowenischen Trainer Bertoncelj übte, wurde er für den Rest der Skiflug-Weltmeisterschaften vom Team ausgeschlossen. Den besten slowenischen Eindruck im Probedurchgang machte mit Abstand Anze Lanisek auf Rang drei.

Die Entscheidung mit den Durchgängen 3 und 4 startet um 16 Uhr – wir dürfen gespannt sein.


Startliste 3. Durchgang

Quelle: FIS

Skiflug-Weltmeisterschaften Slowenischer Skiverband

Ausgerechnet bei der Heim-WM spielt sich im slowenischen Team ein echtes Drama ab. So ist Anze Lanisek als Bestplatzierter gerade mal 17. Noch schlechter lief es für den eigentlichen Top-Flieger Timi Zajc, der lediglich 27. ist. Am Freitag Abend lies der junge Slowene seinen Ärger freien Lauf und kritisierte die slowenischen Trainer via Instagram. Demnach wurde der 20-Jährige am Samstagmorgen vorerst aus dem Team ausgeschlossen. Wenig später verkündete Trainer Gorazd Bertoncelj seinen Rücktritt.

Eine Heim-WM, keine Zuschauer und sportlich unzufriedenstellende Leistungen: Eine Kombination, die das Frustpotenzial in einem Athleten schon einmal enorm ansteigen lassen kann und Explosionsgefahr mit sich bringt. Die Wut, die sich in Timi Zajc wohl schon länger angestaut hat, konnte er nach dem verpatzten ersten Tag nicht länger zurückhalten. „Leider ist heute alles schief gegangen. Ich habe den ganzen Sommer trainiert, um heute ganz nach unten zu springen. Ich denke, Trainer müssen hier viel Verantwortung übernehmen. Leider muss man so arbeiten, wie sie sagen, sonst wird man aus der Nationalmannschaft ausgeschlossen. Deshalb möchte ich, dass der Cheftrainer die Verantwortung für die schlechten Leistungen aller slowenischen Skispringer übernimmt. Wir alle wollen Medaillen. Aber wie sich in den letzten zwei Jahren herausstellte, fallen meine Ergebnisse. Ich kann mich nur sehr bedanken und auf Wiedersehen sagen“, wütete Zajc über Twitter.

Timi Zajc von der WM ausgeschlossen: Können die Slowenen ein Team stellen?

Der slowenische Verband ließ sich die Kritik auf einer derart ungewöhnlichen Art und Weise nicht länger bieten und schloss den Athleten kurzerhand für den Rest der WM aus. Demnach wird Zajc nicht nur in den beiden verbliebenen Einzel-Durchgängen fehlen, sondern auch beim Teamfliegen am Sonntag. Dies könnte für die Slowenen jedoch noch zu einem größeren Problem werden. So wurden die potenziellen Ersatz-Springer Peter Prevc und Ziga Jelar als Vorspringer eingesetzt. Die Corona-Bestimmungen besagen jedoch, dass Vorspringer nicht mehr eingesetzt werden dürfen, da diese die Wettkampf-Blase verlassen haben. Allerdings hoffen die Slowenen hier noch auf eine Ausnahmeregelung.

Bertoncelj erklärt Rücktritt: Slowenen stehen bei Heim-WM ohne Trainer da

Kurze Zeit nach dem Ausschluss von Timi Zajc folgte dann der nächste Paukenschlag. So trat Slowenen-Coach Bertoncelj mit sofortiger Wirkung zurück und soll das Quartier bereits verlassen haben. Klar ist aber auch, dass es nach der WM ohnehin mächtig gebrodelt hätte. So werfen die Ergebnisse zahlreicher ehemaligen Top-Springer wie Peter und Domen Prevc oder eben Timi Zajc ein schlechtes Bild auf das Trainerteam. Den Anschluss an die Top-Nationen hat man in der bisherigen Saison jedenfalls verloren. Da stellt sich natürlich bei all der fehlenden Selbstkritik auch die Frage, ob Timi Zajc mit seiner Kritik möglicherweise nicht unrecht hat. Denn eine reine Kurzschlussreaktion aus Frust wird der Post des begnadeten Skifliegers auch nicht gewesen sein. So ist es ebenfalls möglich, dass der slowenische Youngstar trotz der unkonventionellen Art und Weise seiner Kritik, intern auf Fürsprecher gestoßen ist.