SGP Herren Sommer Grand Prix

Marius Lindvik hat den ersten Wettkampf der Herren im diesjährigem Sommer für sich entschieden. Der Norweger, der nach seiner abgesessener Sperre in Folge des Anzugskandals bei der Weltmeisterschaft zurückkehrte, segelte in Courchevel zweimal auf 126 Meter und erhielt dafür 277,7 Punkte. Auf Rang zwei reihte sich nach überzeugender Vorstellung DSV-Adler Philipp Raimund (272,3 Punkte) ein vor dem Japaner Sakutaro Kobayashi (271,4 Punkte).

Marius Lindvik hat sich nach seiner Sperre direkt mit einem Sieg zurückgemeldet. Bereits nach dem ersten Durchgang hatte der Norweger beim Sommer-Grand-Prix im französischen Courchevel mit 126 m in Führung gelegen. Diese Weite bestätigte er im zweiten Durchgang noch einmal und setzte sich schlussendlich mit 5,4 Punkten Vorsprung vor Philipp Raimund durch, der vor allem im Finale seine Klasse unter Beweis stellte. Mit starken 128,5 m gelang es dem Deutschen sich von der fünften Position (nach 121,5 m im ersten Durchgang) noch bis auf den zweiten Platz im Tagesgesamtklassement nach vorne zu schieben. Über Rang drei durfte sich Sakutaro Kobayashi (127 m/125 m) freuen.

Ein großes Ausrufzeichen setzte zum Auftakt in den Sommer-Grand-Prix der Österreicher Niklas Bachlinger (131 m/128,5 m). Nach dem Sieg in der Qualifikation zeigte der Youngster auch im Wettkampf eine glänzende Vorstellung und reihte sich am Ende auf dem vierten Platz ein. Die drei Top-Springer aus Österreich, Daniel Tschofenig, Jan Hörl und Stefan Kraft sind in Courchevel noch nicht am Start und werden erst später in das Geschehen eingreifen. Die Top-5 komplettierte der Schweizer Gregor Deschwanden (128 m/128 m), der zur Halbzeit noch hinter Lindvik an der zweiten Stelle gelegen hatte.

Top-10 Ergebnis für Felix Hoffmann

Die Entdeckung des letzten Sommers, der Franzose Valentin Foubert, konnte vor heimischer Kulisse erneut überzeugen und belegte den sechsten Platz vor dem Slowenen Lovro Kos (7.). Ein gutes Gefühl holte sich auch Felix Hoffmann, der sich nach 118 m im ersten Durchgang auf eindrucksvolle 127,5 m steigerte. Der Schützling von Stefan Horngacher reihte sich damit auf Rang acht ein, vor dem Polen Dawid Kubacki und dem Japaner Naoki Nakamura, die sich punktgleich den neunten Platz teilten.

Simon Ammann sorgt für Überraschung

Im ersten Durchgang versetzte „Altmeister“ Simon Ammann die Zuschauer ins Staunen, als er auf starke 128 m segelte und sich auf dem siebten Platz im Gesamtklassement wiederfand. Im Finale konnte der zweifache Doppelolympiasieger aus der Schweiz seine Form allerdings nicht ganz bestätigen und fiel mit 114 m noch bis auf Rang 15 zurück. Dennoch dürfte ihm dieser Wettkampf sehr viel Freude bereitet haben.

Viele Disqualifikationen – auch DSV-Adler Luca Roth betroffen

Ähnlich wie bereits zuvor bei den Damen griffen die Materialkontrolleure auch bei den Herren hart durch. Im ersten Durchgang wurde der Japaner Yukiya Sato aufgrund seines Sprunganzuges disqualifiziert. Auch beim Schweizer Yanick Wasser sowie dem Slowenen Ziga Jancar entsprach der Anzug jeweils nicht dem Regelwerk, sie teilten das gleiche Schicksal wie Sato.

Während des zweiten Durchgangs setzten sich die Disqualifikationen weiter fort. Zunächst traf es den Ukrainer Vitaliy Kalinichenko, anschließend den Slowenen Zak Mogel sowie den Deutschen Luca Roth. Roth hatte nach dem ersten Durchgang mit 123 m noch auf Platz acht gelegen, durfte aufgrund eines zu großen Sprunganzuges das Finale jedoch nicht mehr bestreiten.

Am morgigen Sonntag steht für die Herren der zweite Einzelwettkampf auf dem Programm.

US Ski Team Weltcup Weltcup Herren

Kevin Bickner hat in der abgelaufenen Wintersaison sein erstes Top-10 Resultat im Weltcup erzielt. In Willingen wurde der US-Amerikaner Zehnter und erfüllte sich damit eines seiner großen Ziele, welches ihm zuvor über viele Jahre hinweg verwehrt blieb. Der 28-Jährige legte zwischenzeitlich sogar eine Skisprung-Pause ein und es herrschte Ungewissheit, ob er überhaupt noch einmal zurückkehren wird. Im Interview mit Skispringen-News.de gibt er uns Einblicke, was ihn damals zu diesem Schritt bewogen hat und wie es zu seinem Comeback kam.

Skispringen-News.de: „Kevin, Du hast in Willingen Dein erstes Top-10-Ergebnis im Weltcup erzielt. Wie war das für Dich, welche Emotionen hat es in Dir hervorgerufen?“

Kevin Bickner: „Es war unheimlich schön. Ich hatte viele Ziele für den ganzen Winter. Deshalb war ich wirklich glücklich, sie zu erreichen. Und ich kann nun auf neue Ziele und neue persönliche Bestleistungen hinarbeiten. Zudem war die Atmosphäre in Willingen großartig. Ich liebe einfach diese Energie, die die Menge hat und es ist toll zu sehen, wie viele Leute zu diesem Event kommen.“

Skispringen-News.de: „Du hast dem Skispringen zwischenzeitlich den Rücken zugekehrt. Was war der Grund hierfür und was hat Dich bewegt wieder zurückzukommen?“

Kevin Bickner: „Ich habe damals entschieden, dass es Zeit für den Rücktritt war. Ich wollte mich vom Sport verabschieden und andere Dinge tun. Es ist einfach viel, als Amerikaner ständig unterwegs und nie zu Hause zu sein. Das Reisen hat mich irgendwie ausgelaugt und es gab keine Ergebnisse. Daher war es schwer, weiterzumachen, ohne Fortschritte zu sehen. Also habe ich einfach entschieden, dass es Zeit war, mit meinem „normalen Leben“ weiterzumachen.

Aber ich habe gesehen, was die norwegische Partnerschaft mit dem US-Team gemacht hat. Von meinen alten Teamkollegen hatten Einige die beste Saison, die sie jemals hatten. Ich dachte, dass es kein Zufall war. Viele Leute haben mich dann ermutigt, zurückzukommen. Ein ganzes Jahr musste ich es mir anhören (lacht). Schließlich dachte ich dann auch, dass ich es mal versuchen sollte. Ich habe immer das Gefühl gehabt, dass meine Karriere zu kurz war und dass ich nicht erreicht habe, was ich wollte. Also habe ich beschlossen, es ein paar Jahre mit diesem neuen System zu versuchen und zu sehen, ob ich mein echtes Potenzial im Sport finden kann. Ich denke, es läuft ziemlich gut, also bin ich froh, dass ich mein Skisprung-Comeback gegeben habe.“

Skispringen-News.de: „Wie schön ist es für Euch mit Lake Placid auch einen Heimweltcup zu haben?“

Kevin Bickner: „Es ist wirklich toll, ein Weltcup-Event in unserem eigenen Land zu haben. Wir freuen uns alle immer sehr darauf. Viele unserer Freunde und Familien sind dort regelmäßig vor Ort. Dann können die anderen Teams mal reisen und wir tatsächlich einmal zu Hause sein (lacht), auch wenn es immer noch weit entfernt ist von dem, was ich als „mein Zuhause“ bezeichnen würde.“

Hinweis: Das Interview mit Kevin Bickner haben wir vor den Weltmeisterschaften in Trondheim geführt. Welche Auswirkungen der Anzugskandal der Norweger auf die künftige Zusammenarbeit mit dem US-Team haben wird, bleibt abzuwarten.

Skifliegen Weltcup Weltcup Herren

Wo wird gesprungen?

Gesprungen wird zum Weltcup-Finale traditionell auf der “Letalnica bratov Gorišek” – Schanze (kurz: Letalnica-Schanze) in Planica, ein Ortsteil des Ortes Rateče. Das gleichnamige Rateče-Tal liegt in den julischen Alpen im Nordwesten von Slowenien, unweit von Krankjska Gora, einem beliebten und bekannten Wintersportort. In diesem Winter duellieren sich die beiden Österreicher Daniel Tschofenig und sein Verfolger Jan Hoerl um die große Kristallkugel.

Die Schanzendetails der Letalnica-Schanze im Überblick:

Hillsize:240 m
K-Punkt:200 m
Schanzenrekord:252 m (Ryoyu Kobayashi, 24.03.2019)
letzter Umbau:2013-2015

Programm:

Donnerstag, 27.03.25
08:00 Uhr – Training
10:00 Uhr – Qualifikation (Eurosport)

Freitag, 28.03.25
14:00 Uhr – Probedurchgang
15:00 Uhr – Einzelwettbewerb (ARD/Eurosport)

Samstag, 29.03.25
08:00 Uhr – Probedurchgang
09:30 Uhr – Teamwettbewerb (ARD/Eurosport)

Sonntag, 30.03.25
08:30 Uhr – Probedurchgang
09:30 Uhr – Einzelwettbewerb (ARD/Eurosport)

Weltcup Weltcup Herren

Mit dem letzten Super Team Bewerb der Saison wurde das Wochenende in Lahti heute beendet. Am Ende siegte Slowenien vor den Teams aus Österreich und Japan. Das deutsche Duo musste sich mit Platz vier zufrieden geben. 

Das slowenische Duo bestehend aus Lovro Kos und Anze Lanisek, der im gestrigen Einzelbewerb bereits ganz oben stand, sicherte sich mit 813,4 Punkten den Sieg im heutigen Bewerb. Damit lagen die beiden am Ende 4,1 Punkte vor dem Team aus Österreich.

Stefan Kraft und Manuel Fettner landeten mit 809,3 Punkten auf dem zweiten Rang. Mit 802,5 Punkten sicherten sich Ren Nikaido und Ryoyu Kobayashi Platz drei für Japan. Kobayashi zeigte dabei mit 130,5 Meter in der letzten Runde den weitesten Sprung am heutigen Tag. 

Team Deutschland deutlich abgeschlagen auf Rang vier 

Für den DSV bestritten Philipp Raimund und Andreas Wellinger den Super Team-Bewerb. Raimund schaffte es in seinen drei Sprüngen lediglich auf 121,0, 120,0 und 118,5 Meter, Wellinger landete auf 123,0, 126,5 und 126,0 Meter. Mit 762,1 Punkten fehlten dem deutschen Duo bereits knapp über 40 Punkte auf Rang drei. 

Noch weiter abgeschlagen landete mit 699,9 Punkten das Duo aus Polen um Dawid Kubacki und Pawel Wasek auf Rang fünf. Kasperi Valto und Antti Aalto (681,3 Pkt.) landeten für Finnland auf Platz sechs, während Killian Peier und Gregor Deschwanden (667,2 Pkt.) für die Schweiz auf Platz sieben landeten. Komplettiert wurde das finale Ergebnis auf Rang acht von Jason Colby und Tate Frantz (601,6 Pkt.) für die USA. 

Nicht in den Finaldurchgang schafften es die Teams aus Norwegen (Fredrik Villumstad/Soelve Jokerud Strand), Italien (Francesco Cecon/Alex Insam), Estland (Kaimar Vagul/Artti Aigro) und Frankreich (Enzo Milesi/Valentin Foubert). Die Duos aus China (Weijie Zhen/Qiwu Song), Kasachstan (Ilya Mizernykh/Danil Vassilyev) und der Türkei (Muhammed Ali Bedir/Fatih Aida Ipcioglu) scheiterten bereits nach dem ersten Durchgang. 

Offizielles Ergebnis

Am kommenden Wochenende steht das Weltcupfinale beim Skifliegen in Blanca an. Hier stehen noch einmal zwei Einzel- sowie ein Teambewerb auf dem Plan. 

DSV Weltcup Weltcup Herren

Wie Stephan Leyhe am Donnerstagmorgen mitteilte, wird auch er seine aktive Karriere als Skispringer beenden. Nach Markus Eisenbichler ist der Hesse damit bereits der zweite langjährige DSV-Adler aus dem Weltcup, der nun seine Ski an den Nagel hängt.

Heute morgen teilte Stephan Leyhe ein Video mit seinen Followern in den Sozialen Median und gab sein Karriereende bekannt. Darin bedankte er sich bei seinem Team, seinen Fans und Sponsoren, Trainern, seiner Familie und allen Wegbegleitern im Laufe seiner Karriere. Seit gut 11 Jahren ist der 33-Jährige im Weltcup dabei. Sein Weltcup-Debüt gab er am 20. Dezember 2014 im schweizerischen Engelberg. Zu den größten Erfolgen des Athleten vom SC Willingen zählen die Silbermedaille im Mannschaftswettbewerb bei den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang und die Bronzemedaille bei den Spielen 2022 in Peking. Bei den Nordischen Ski-Weltmeisterschaften 2019 in Seefeld gewann er Gold mit dem deutschen Team. Zudem sicherte er sich bei den Skiflug-Weltmeisterschaften 2016 in Kulm Silber und 2024 Bronze im Teamspringen.

Im Weltcup erreichte Leyhe insgesamt sechs Podestplätze in Einzelwettbewerben, darunter seinen einzigen Sieg am 8. Februar 2020 bei seinem Heim-Weltcup in Willingen – sein wohl größtes persönliches Highlight. Mit dem Team war er viermal erfolgreich und sammelte zahlreiche weitere Podiumsplatzierungen. Besonders hervorzuheben ist sein dritter Platz in der Gesamtwertung der Vierschanzentournee 2018/19 sowie Platz sechs im Gesamtweltcup 2019/20. Leyhe beendet seine Karriere nach dem Weltcup in Lahti am kommenden Wochenende, wo er seinen 240. Weltcupstart absolvieren wird.

Raw Air Weltcup

Ryoyu Kobayashi setzt beim ersten Wettkampf nach dem Anzugs-Skandal ein gewaltiges Ausrufezeichen. Doch auch das deutsche Team meldete sich in Abwesenheit der besten Norweger mit drei Top-Platzierungen eindrucksvoll zurück.

Der Auftakt in die RAW Air ist geschafft! Während das norwegische Team nicht nur auf Marius Lindvik und Johann André Forfang, sondern auch auf die ebenfalls gesperrten Sundal, Pedersen und Johansson verzichten mussten, zeigten die anderen Adler am Holmenkollen großartigen Sport.

Am besten machte es der Japaner Ryoyu Kobayashi, der ähnlich furios wie in Sapporo sprang und mit Sprüngen auf 129,5 und 127 Meter einen letztlich ungefährdeten Sieg einfahren konnte. Während der Japaner mit 10,8 Punkten Vorsprung triumphierte, wurde es auf den weiteren Plätzen verdammt eng. Lediglich 4,1 Punkte trennten Rang zwei und acht, wobei Jan Hörl bei den österreichisch-deutsch-slowenischen Positionskämpfen das beste Ende für sich verzeichnen konnte.

Geiger folgt Hörl aufs Podium: Bitterer Ausgang für Wellinger

Hörl schob sich nach 126 Metern in Durchgang eins mit starken 129 Metern im Finale noch auf den zweiten Platz nach vorne. Nur neun Zehntel dahinter sicherte sich Karl Geiger überraschend den dritten Podiumsplatz. Der Oberstdorfer kam am Holmenkollen auf Anhieb gut klar, gewann die Qualifikation und zeigte auch im Wettkampf starke Sprünge auf 126 und 128 Meter. Geiger behauptete sich wiederum nur mit vier Zehntel Punkten vor Anze Lanisek (123,5 und 129,5 Meter).

Noch enger ging es zwischen Weltmeister Domen Prevc (125 und 127,5 Meter) und DSV-Adler Philipp (129,5 und 129 Meter) Raimund zu. Die beiden sicherten sich mit 250,3 Zählern gemeinsam den fünften Platz. Ziemlich bitter endete der Wettkampf hingegen für Andreas Wellinger. Nach Rang zwei in der Quali und im ersten Durchgang, machte der 29-Jährige einen entscheidenden Fehler im zweiten Sprung und erreichte nach 125,5 und 125 Meter den etwas undankbaren siebten Rang. Auf das Podium fehlten Wellinger lediglich 2,3 Punkte. Mit 3,2 Punkten Abstand auf das Podest, war auch Manuel Fettner am Ende ganz nahe dran. Der Österreicher kam in Durchgang eins nur auf 121,5 Meter, zeigte dann aber den weitesten Finalsprung auf 130 Meter und schob sich auf Platz acht nach vorne.

Bestes Saison-Resultat für Embacher: Kraft & Tschofenig schwächeln

Die ÖSV-Adler zeigten sich in der Spitze nicht ganz so dominant wie vor der WM, jedoch waren auch nach Hörl und Fettner noch vereinzelt erfreuliche Leistungen dabei. Dies gilt nicht unbedingt für Daniel Tschofenig und Stefan Kraft, die mit den Rängen neun und zehn nicht ganz zufrieden sein konnten, sondern vielmehr für Stephan Embacher, der sich direkt dahinter auf Platz elf einsortierte. Michael Hayböck blieb als 24. blass, während Maximian Ortner überraschend in der Quali gescheitert war.

Paschke und Eisenbichler ohne Punkte – Norwegisches “B-Team“ enttäuscht

Beim deutschen Team ging abgesehen von den drei Top-Platzierungen für Geiger, Raimund und Wellinger nicht ganz so viel. Pius Paschke verpasste als 35. mit 116 Metern das Finale und auch Markus Eisenbichler konnte seine starken COC-Ergebnisse nicht in den Weltcup transportieren. Der Routinier, der am Ende der Saison die Ski an den Nagel hängt, kam nur auf 111,5 Meter und Platz 42.

Wenig zu lachen hatte das norwegische Team. Zunächst wurden auch noch Kristoffer Erik Sundal, Robert Johansson und Robin Pedersen nach dem ersten Trainingssprung wegen Auffälligkeiten am Anzug ausgeschlossen, dann sprang das B-Team vor spärlicher Kulisse hinterher. Fredrik Villumstadt konnte als einziger Norweger als 27. Punkte sammeln.

RAW Air: Deutsches Duo macht Jagd auf Kobayashi

Nach seinem Sieg im Einzelspringen ist es nicht überraschend, dass Ryoyu Kobayashi (382,6 Punkte) die RAW-Air-Wertung anführt. Der Japaner wird allerdings von Karl Geiger (372,5 Punkte) und Andreas Wellinger (370,1 Punkte) gejagt, die auf den Rängen zwei und drei liegen. Knapp dahinter folgt Anze Lanisek auf Platz vier. Noch ist in der Wertung aber rein gar nichts entschieden zumal die fetten Punkte ohnehin erst auf dem Riesen-Bakken von Vikersund vergeben werden. Dieser dürfte insbesondere Domen Prevc (355,9 P.) besonders liegen, der knapp hinter Tschofenig, Fettner und Hörl und unmittelbar vor Philipp Raimund (352,2 P.) auf dem achten Platz liegt.

In der Weltcup-Gesamtwertung verteidigte Daniel Tschofenig seine Führung, hat aber nur noch 132 Punkte Vorsprung auf Jan Hörl. Noch ist der Kampf um die Große Kristallkugel voll im Gange.

Ergebnis Einzelspringen Oslo

RAW Air Wertung

Weltcup Gesamtstand

DSV Weltcup Weltcup Herren

Was viele schon länger vermutet haben, ist nun Realität – Markus Eisenbichler beendet nach dieser Saison seine aktive Skisprungkarriere. Damit verabschiedet sich ein Zuschauerliebling des deutschen Skispringens aus dem internationalen Skisprunggeschehen. Beim Skifliegen in Planica absolviert der deutsche Skispringer damit seinen letzten Sprung.

Seit seinem achten Lebensjahr widmete sich der inzwischen 33-Jährige dem Skispringen und hat sich im Laufe der Jahre zu einem der erfolgreichsten deutschen Skispringer entwickelt. Markus Eisenbichler, der für den TSV Siegsdorf antrat, gab sein Weltcup-Debüt am 30. Dezember 2011. Seitdem hat er sich kontinuierlich als einer der besten Skispringer im Weltcup etabliert und war aus der deutschen Mannschaft jahrelang nicht wegzudenken. Seinen ersten Einzel-Weltcupsieg feierte er am 22. März 2019 beim Skifliegen in Planica – danach konnte er noch zwei weitere Weltcup-Siege im Einzel und sechs weitere im Team auf sein Konto verbuchen.

Eisenbichler hat sich während seiner Laufbahn besonders bei Nordischen Ski-Weltmeisterschaften hervorgehoben, bei welchen er insgesamt sechs Goldmedaillen gewinnen konnte. Diese umfassen fünf Goldmedaillen in Teamwettbewerben sowie den für ihn wahrscheinlich größten Erfolg: eine Goldmedaille im Einzel von der Großschanze, die er 2019 in Seefeld vor seinem Teamkollegen Karl Geiger holte. Darüber hinaus konnte er bei den Olympischen Winterspielen 2022 in Peking eine Bronzemedaille mit dem Team gewinnen. Er gewann außerdem Bronze bei den Skiflug-Weltmeisterschaften 2020 in Planica im Einzelwettbewerb. Zwei weitere Silbermedaillen holte er mit den Teams bei den Skiflug-Weltmeisterschaften 2020 in Planica und 2022 in Vikersund. Zu seinen weiteren Karriere-Highlights zählen der zweite Platz bei der Vierschanzentournee 2018/19 sowie der zweite Platz im Gesamtweltcup 2020/21.

Zuletzt war der Oberbayer weniger im Weltcup zu sehen, trumpfte zum Schluss dafür aber noch einmal im Continental Cup aus. Alleine in vier Tagen beim COC in Iron Mountain (USA) konnte Eisenbichler einmal gewinnen und stand drei weitere Male auf dem Podium.

Für seinen Abschluss hatte er sich gewünscht, seinen letzten Sprung (bzw. Flug) von der Skiflugschanze in Planica zu absolvieren. Mit dem Saison-Finale schließt Eisenbichler also sein aktives Skisprung-Kapitel.

Wir wünschen Markus alles Gute für die Zukunft und freuen uns, ihn voraussichtlich als Trainer an den Schanzen wiederzusehen!

Weltcup Weltcup Herren Weltmeisterschaften

Nach dem Teamwettbewerb der Damen haben nun auch die Herren ins WM-Geschehen eingegriffen. Mit der Qualifikation für den morgigen Einzelwettbewerben zeigten sich die ersten Favoriten für den Titel von der Normalschanze – einige Überraschungen gab es bei wechselnden Verhältnissen auch.

Wie im Training so auch in der Qualifikation – Johann André Forfang bestätigte seine starken Trainingsleistungen (2., 3.) und sicherte sich mit der Tagesbestweite von 106,5 Metern den Sieg in der Qualifikation. Nicht ganz nach Plan verlief der Qualifikationssprung für den Slowenen Anze Lanisek (12.), der im Training ebenfalls einen bärenstarken Eindruck hinterließ.

Der Weltcup-Gesamtführende aus Österreich Daniel Tschofenig, der sich im Training ausnahmsweise nicht ganz vorne einordnete, landete in der Qualifikation auf Rang drei. Überraschend auch die Platzierungen von Killian Peier (Schweiz) und Valentin Foubert (Frankreich), die sich als 4. und 6. ebenfalls in die Reihen der Besten schieben konnten. Den 100%igen Aufschluss gab die Qualifikation jedoch noch nicht. Denn die Bedingungen waren wechselhaft, besonders zum Ende hin des Durchgangs – zu viele Gatewechsel waren die Folge.

Wellinger überrascht nach ersten Eindrücken

Nach dem Training musste sich DSV-Bundestrainer Stefan Horngacher von einem der fünf deutschen Herren für den Einzelwettbewerb von der Normalschanze verabschieden. Für Stephan Leyhe heißt es damit vorerst nur zuschauen und seinen Teamkollegen die Daumen drücken.

Eine kleine Überraschung zeichnete sich bereits im Training am Freitagabend ab: Andreas Wellinger führte das deutsche Team an – er belegte in den drei Trainingsdurchgängen zweimal Rang zwei und einmal Rang vier und war damit bei den Besten dabei. Diesen Eindruck bestätigte er nun auch in der Qualifikation, indem er sich direkt hinter Forfang mit der zweitbesten Weite von 105,5 Metern platzierte. Ein positiver Trend zeigte sich auf der Normalschanze von Trondheim bisher auch bei Philipp Raimund, der als zweitbester Deutscher im Training dreimal in den Top Ten landete. In der Qualifikation reihte er sich mit guten 100 Metern erneut auf Rang zehn ein.

Anders sah es bisher bei Pius Paschke und Karl Geiger aus. Im Training fanden sie noch nicht den Schlüssel zur Schanze. In der Qualifikation gelang dem Kleinschanzen-Spezialisten Geiger dann die deutliche Steigerung. Mit 101,5 Metern wurde es ein starker Platz fünf für den Oberstdorfer. Pius Paschke sucht weiter nach seiner optimalen Position in der Anfahrt und im Flug – er belegte nur Rang 30.

Weiter geht’s am Sonntag mit der ersten Einzelentscheidung der Herren um 17 Uhr, live beim ZDF und bei Eurosport.

DSV Weltcup Weltcup Herren Weltmeisterschaften

Die Nordische Ski-Weltmeisterschaft im norwegischen Trondheim wurde gestern Abend feierlich eröffnet. Trotz der turbulenten Saison und der zuletzt schwachen Weltcup-Ergebnisse machen sich die deutschen Skispringer um Pius Paschke Hoffnungen auf Medaillen in den kommenden Tagen. Im Wintersport Podcast der ARD Sportschau sprach Pius über die WM und die bisherige Saison.

Bei der Nordischen Ski-WM gibt es für die Herren wie Damen jeweils zwei Einzelentscheidungen – eine auf der Normalschanze sowie eine auf der Großschanze des Granåsen Skisenter. Für beide Geschlechter gibt es außerdem einen Team- und einen gemeinsamen Mixed-Teamwettbewerb.

Nachdem bei der Raw Air 2024 bereits zum ersten Mal ein Weltcup auf der neu umgebauten Schanzenanlage stattfand, absolvierte die deutsche Mannschaft um Bundestrainer Stefan Horngacher im vergangenen Sommer einen Lehrgang in Trondheim, um die Schanze optimal kennenzulernen. Pius Paschke zeigte sich gegenüber der Podcast-Hosterin Julia Kleine im Wintersport Podcast der Sportschau angetan von der WM-Anlage: „Es ist eine moderne Schanze, aber cool vom Profil her. Die Flugkurve ist etwas flacher und man kommt wirklich schön ins Fliegen. […] Ich würde schon sagen, dass sie [die Schanze] meinem Sprungstil entgegenkommt.“

Pius Paschke legte mit insgesamt sechs Einzelsiegen und zwei weiteren Podestplätzen einen phänomenalen Start in die Wintersaison hin und führte bis zur Vierschanzentournee den Gesamtweltcup der Herren an. „Dass ich so starte, hätte ich mir nicht gedacht. Das hätte ich mir erträumt, aber dass es dann so aufgeht, hätte ich nicht gedacht“, so der 34-Jährige über seinen Saison-Auftakt. Bereits bei der Tournee-Generalprobe in Engelberg (Schweiz) machte sich jedoch eine leichte Formschwäche bemerkbar. Im Laufe der Tournee nahmen die Zweifel dann zu und es folgte ein regelrechter Formabfall – und das nicht nur bei Pius Paschke, sondern im gesamten DSV-Team.

„Als große Favoriten fahren wir nicht hin“

Die Probleme in der deutschen Mannschaft zogen sich seit der Vierschanzentournee durch die letzten Wochen. Beim Weltcup in Sapporo erreichte man das schlechteste Ergebnis im Weltcup seit Februar 2011 – kein DSV-Adler in den Top 20. Pius Paschke belegte dort als bester Deutscher nur Platz 23 und schaffte es an Tag zwei als 31. nicht einmal ins Finale. Zuvor gönnte sich der Kiefersfeldener eine kurze Pause vom Weltcupgeschehen und ließ das Wochenende im amerikanischen Lake Placid aus.

Demzufolge steht auch für Paschke eins fest: „Als große Favoriten fahren wir nicht hin. Das ist klar. […] Es geht am Schluss um eine Medaille. Von daher können wir relativ frei drauf losspringen, wenn man jetzt nicht gerade Medaillen-Favorit ist.” In wie weit die deutschen Skispringer „das Feld von hinten aufrollen“ und einen Weg aus ihrem Formtief finden können, bleibt abzuwarten. „Die Aufgabe ist immer, dass man da wieder rauskommt und nicht hofft, dass der eine Moment kommt, wo es dann Klick macht. Das ist so ein bisschen Wunschdenken. […] Es ist ein stetiges Arbeiten. Es ist mühsam, es ist anstrengend, sich wieder nach oben zu arbeiten. Den Fokus richtig zu legen, das ist meine Challenge. Für die WM habe ich da einen klaren Plan. Ob das gelingt, wird man sehen“, erklärt der aktuell Fünftplatzierte des Gesamtweltcups.

Sein aktuell größtes Problem sei nach eigenen Angaben die Anlauf-Hocke. Aus diesem Problem entwickelten sich laut Paschke dann weitere kleinere Probleme, die immer größer wurden. Nun ginge es für ihn darum, „den Fokus wie Anfang des Winters wieder richtig zu legen“. Bleibt zu hoffen, dass dies auf der für ihn ansprechenden Schanze bestmöglich gelingt. Bisher konnte Pius Paschke einmal Gold mit dem Team bei der Nordischen Ski-WM in Oberstdorf 2021 gewinnen. Silber und Bronze holte er außerdem mit dem Team bei den Skiflug-Weltmeisterschaften in Planica 2020 und Bad Mitterndorf 2024. Eine Einzelmedaille steht für den Ältesten im DSV-Team noch aus.

Zur Trainerdiskussion um Horngacher: „Aktuell stellt sich für uns die Frage nicht“

Zuletzt wurden zudem immer wieder Stimmen laut, ob nicht ein Trainerwechsel im Deutschen Skiverband angebracht wäre. Nach den schwachen Ergebnissen wurde Bundestrainer Stefan Horngacher vor allem bei den deutschen Fans immer wieder kritisiert. Die Athleten wie auch DSV-Sportdirektor Horst Hüttel stehen aktuell aber weiter hinter Horngacher, der das Team bereits seit April 2019 anführt.

Zur aktuellen Krise sagte Paschke: „Uns fehlen im Team immer noch ein paar Sachen, damit wir den Winter komplett durchziehen. Da muss man sich schon hinsetzen und genau analysieren, woran es liegt. Da müssen sich die Sportler, einschließlich mir, an die eigene Nase packen und erstmal schauen: Was kann ich wirklich besser machen? Erst dann kann man irgendwie eine andere Diskussion führen. Aber wie gesagt, aktuell stellt sich für uns die Frage nicht. Wir sind mitten im Winter und wir wollen jetzt einen erfolgreichen Winterschluss hinlegen.“

Norwegischer Skiverband Weltcup Weltcup Damen Weltcup Herren Weltmeisterschaften

Das norwegische Skisprung-Team scheint aktuell vom Pech verfolgt. Erst ein Sturz von Thea Minyan Bjoerseth beim Weltcup in Ljubno (Slowenien) am vergangenen Wochenende und nun ein weiterer von Halvor Egner Granerud. Beide fallen für die FIS Nordischen Ski-Weltmeisterschaften in der norwegischen Heimat Trondheim aus.

Erst am Donnerstag gab Thea Minyan Bjoerseth, die in dieser Saison endlich so richtig durchstartete, ihre Diagnose nach ihrem Sturz am letzten Sonntag auf ihrem Instagram-Profil bekannt: „Während meines Sturzes in Ljubno habe ich mir das Kreuzband, das hintere Kreuzband und das Innenband gerissen. Mein Arm hat den Sturz abgefangen, dabei habe ich mir den Ellbogen ausgerenkt. Es wurden auch weitere Verletzungen am Arm festgestellt.“

Für die aktuell Sechstplatzierte im Gesamtweltcup ein besonders herber Rückschlag: „Ich habe es geschafft, eine Position zu erreichen, die mir die Möglichkeit bot, das zu erreichen, wofür ich lange gearbeitet habe. Ich bin stolz und dankbar für alles, was ich gelernt habe, und für die Menschen, die mir auf dem Weg geholfen haben. Ich weiß, dass sie immer an meiner Seite sein werden, besonders um mir zu helfen, das zu überwinden, was ich jetzt zu bewältigen habe.“

Mit ihrem Sturz am letzten Sonntag belegte die 21-Jährige überraschend sogar noch den dritten Platz, nachdem Bjoerseth nach dem ersten Durchgang in Führung lag. Auch in den vorherigen Weltcups stand sie in diesem Winter bereits sechs Mal auf dem Podium und schrammte mehrfach nur knapp an ihrem ersten Einzel-Weltcupsieg vorbei. Die Chancen auf eine WM-Medaille in der Heimat wären demzufolge ebenfalls hoch gewesen – umso tragischer der Ausfall: „Das ist eine bittere Pille, besonders mit den bevorstehenden Weltmeisterschaften im eigenen Land, an denen ich nicht teilnehmen kann.“ Die Nordischen Ski-Weltmeisterschaften in Trondheim starten in der kommenden Woche und finden von 26. Februar bis 09. März statt.

Halvor Egner Granerud fällt nach Sturz in Lillehammer aus

Auch bei den norwegischen Herren gibt es einen Ausfall zu vermelden. Am Freitagmorgen gab der Norwegische Skiverband bekannt, dass sich Halvor Egner Granerud im Training zur WM-Vorbereitung verletzt hat. Wie „Hopplandslaget“ bei Instagram mitteilte, stürzte der zweifache Gesamtweltcupsieger am Mittwoch in Lillehammer und zog sich dabei eine Knieverletzung zu.

„Der Sport gibt und der Sport nimmt. Es ist sehr schmerzhaft, die Gelegenheit zu verpassen, auf heimischem Boden an einer Weltmeisterschaft teilzunehmen. Das ist etwas, worauf ich mich gefreut habe, seit die Weltmeisterschaft an Trondheim vergeben wurde, und etwas, an das ich jeden Tag seit mehreren Jahren gedacht habe. Der Sturz war ungeschickt und ich hatte leider nicht das Talent, ihn zu retten. Darüber hinaus freue ich mich darauf, meine Teamkollegen sowie die anderen norwegischen Athleten bei den Weltmeisterschaften zu verfolgen“, sagte Granerud.

Zum Ausmaß seiner Verletzung teilte Mannschaftsarzt Guri Ekaas gegenüber der norwegischen Tageszeitung VG folgendes mit: „Halvors Verletzung und Symptome, Stabilitätstests des Knies und bildgebende Diagnostik sind mit einer Art von Verletzung des inneren Kniebandes vereinbar. Das Band hat sich von seiner Befestigung am Schienbein gelöst und sollte chirurgisch befestigt werden, um optimal zu heilen. Es ist daher nicht möglich, jetzt Ski zu springen, da die Verletzung die Knie-Stabilität und die Fähigkeit des Körpers, einer eventuellen neuen Verletzung zu widerstehen, beeinträchtigt.“

Für Granerud lief die Saison bisher zwar nicht nach Plan, zuletzt befand sich der 28-Jährige jedoch im Aufschwung – pünktlich zur WM in seinem aktuellen Wohnort. Freudige Neuigkeiten aus dem Hause Granerud gab es in dieser Woche aber dennoch: Denn wie Granerud am Mittwoch zusammen mit seiner Freundin Karoline Nilsen bekannt gab, erwarten die beiden ein Kind. Dazu gratulieren wir ganz herzlich!

Wir wünschen sowohl Thea Minyan Bjoerseth als auch Halvor Egner Granerud viel Kraft auf ihrem Weg zurück und eine gute & schnelle Genesung!