Weltcup Weltcup Herren

Mit einem beeindruckenden Vorsprung von 19,7 Punkten hat sich Ryoyu Kobayashi in Sapporo seinen ersten Saisonsieg gesichert und sich ganz vorne an der Weltspitze zurückgemeldet. Rang zwei ging an den Österreicher Jan Hörl vor dem Slowenen Domen Prevc. Weltcupleader Daniel Tschofenig reihte sich dahinter auf der vierten Position ein.

Ryoyu Kobayashi ist zurück! Gerade einmal eine Woche nach seinem Aus in der Qualifikation von Lake Placid (52.) bewies der Japaner vor heimischem Publikum auf eindrucksvolle Art und Weise, wie schnell es manchmal im Skispringen gehen kann. Bereits im ersten Durchgang zauberte er bei schwierigen Windbedingungen eine Fabelweite von 137 Metern in den Schnee und lieferte mit 136,5 Metern im Finaldurchgang noch einmal einen ähnlich starken Sprung ab. Damit setzte Kobayashi zugleich auch im Hinblick auf die bevorstehende Weltmeisterschaft in Trondheim ein dickes Ausrufzeichen an die Konkurrenz, gerade auch an die bislang so überzeugenden Österreicher.

Sapporo war genau die Schanze, die Kobayashi Mitte Januar für eine Trainingseinheit nutzte, als er die Weltcupstation in Zakopane ausließ. Seit seiner Rückkehr in den Weltcup steigerte er sich stetig in seinen Sprüngen und ließ in einzelnen Versuchen seine Klasse bereits aufblitzen. Im Interview gegenüber Skispringen-News.de kommentierte er kürzlich in Willingen seine eingelegte Trainingspause mit den Worten: „Ich habe es ruhig angehen lassen.“ Was genau er in Sapporo getestet bzw. verändert hat, ließ Kobayashi offen. Im Hinblick auf die WM gab er sich zudem kämpferisch: „Ich freue mich sehr auf die WM in Trondheim und möchte gerne die Goldmedaille holen.“ Bislang hatte man dieses Ziel nicht für realistisch gehalten, doch nach der heutigen Konkurrenz muss man ihn wohl doch auf dem Zettel haben. Man darf gespannt sein, ob er diese Leistung beim zweiten Einzelwettbewerb in Sapporo am morgigen Tag bestätigen kann und ob es ihm gelingt, in Trondheim ähnliches zu vollbringen. Der Formaufbau scheint in jedem Fall pünktlich zum Highlight in die absolut richtige Richtung zu gehen und Lake Placid offenbar nur ein einmaliger Ausrutscher gewesen zu sein.

Jan Hörl, der zuvor den Probedurchgang für sich entscheiden konnte, sorgte mit dem zweiten Platz für ein erneutes Podium der ÖSV-Adler. Kobayashi hatte diesen Probeversuch im Übrigen ausgelassen und sparte sich dementsprechend seine Kräfte für die beiden Sprünge im Wettbewerb auf. Rang drei ging an den Slowenen Domen Prevc, der im Finaldurchgang noch von Jan Hörl abgefangen wurde, sich allerdings um 0,1 Punkte vor Daniel Tschofenig halten konnte. Der Weltcupführende Österreicher musste sich dieses Mal mit Rang vier begnügen.

Nicht nur bei Kobayashi, auch beim Norweger Marius Lindvik zeigt die Formkurve deutlich nach oben. Mit dem fünften Platz holte er sich Selbstvertrauen für die bevorstehende WM im eigenen Land. Stefan Kraft (6.), Kristoffer Eriksen Sundal (7.), Manuel Fettner (8.), Ren Nikaido (9.) und Naoki Nakamura (10.) rundeten die Top-10 ab.

Johann Andre Forfang, der zuletzt in Lake Placid noch seinen ersten Saisonsieg feierte, reihte sich am Ende auf dem 14. Platz ein. Der Norweger erwischte im ersten Durchgang äußerst schlechte Bedingungen, weshalb er nicht über eine Weite von 114 Metern und Rang 27 hinauskam. Im zweiten Durchgang gelang ihm mit 131,5 Metern dann jedoch eine Aufholjagd.

Starke Ergebnisse für Aigro, Foubert und Insam

Eine überzeugende Leistung boten in Sapporo auch die kleinen Skisprungnationen. So gelangen dem Esten Artti Aigro (11.), dem Franzosen Valentin Foubert (13.) sowie dem Italiener Alex Insam (15.) jeweils Top-15 Resultate.

Gregor Deschwanden mit „Leihski“ auf Platz 17

Wie schon in der Qualifikation am Vortag mussten die Schweizer im Wettkampf auf „Leihski“ zurückgreifen, da ihre eigenen Skier noch nicht den Weg an die Schanze nach Sapporo gefunden haben und lange im europäischen Raum festhingen. Gregor Deschwanden (17.) wurde mit Material vom US-Amerikaner Kevin Bickner versorgt, Kilian Peier (35.) standen Skier vom japanischen Verband zur Verfügung. Beim morgigen Wettkampf sollen die Schweizer allerdings wieder auf ihr vertrautes Material zurückgreifen können.

Kein DSV-Adler unter den Top-20

Für die DSV-Adler geht die Formsuche derweil weiter. Mit 131,5 Metern lag Pius Paschke nach dem ersten Durchgang als Zwölfter noch in Reichweite der Top-10. Man hatte hier den Eindruck, dass sich seine Weltcuppause in Lake Placid zugunsten eines Trainings positiv bemerkbar gemacht hat. Mit 119,5 Metern im zweiten Versuch fiel er dann jedoch in das Muster der letzten Wochen zurück und rutschte noch auf den 23. Platz im Endklassement ab. Sein Teamgefährte Andreas Wellinger erwischte ebenfalls keinen guten Tag und beendete den ersten Wettkampf in Sapporo nach Weiten von 125,5 Metern und 113 Metern gerade einmal auf der 24. Position. Stephan Leyhe (118,5m/118m), der als dritter Deutsche den Finaldurchgang der besten 30 erreichte, wurde am Ende 29.

Für Adrian Tittel (37./112,5m) war trotz eines guten Probesprungs, mit dem er sich unter den Top-20 einreihen konnte, bereits nach dem ersten Durchgang Feierabend. Auch Felix Hoffmann (42./105,5m) verpasste deutlich die Weltcuppunkte.

Karl Geiger und Philipp Raimund hatten die Reise nach Japan nicht angetreten. Sie bereiten sich zu Hause auf die bevorstehende WM vor.

Weltcup Weltcup Herren

Am frühen Freitagmorgen deutscher Zeit starteten die Herren bei ihrer nächsten Weltcup-Station im japanischen Sapporo in das Training und die Qualifikation für den ersten Einzelwettbewerb am Samstag. Ganz vorne im Feld waren einmal mehr die Österreicher zu finden. Für ein Ausrufezeichen im Training sorgte aber der Norweger Robin Pedersen, der das zweite Training für sich entscheiden konnte.

Angeführt von Stefan Kraft, der mit einer Weite von 134,5 Metern und 125,9 Punkten den ersten Platz belegte, dominierte das österreichische Team die Qualifikationsrunde in Sapporo. Daniel Tschofenig und Jan Hörl folgten auf den Plätzen zwei und drei und bewiesen mit Sprüngen von jeweils 132,0 Metern ebenfalls weiterhin ihre Ansprüche auf die Podestplätze. Auch Maximilian Ortner sicherte sich mit einer Weite von 133,5 Metern einen respektablen fünften Platz, was die Dominanz der österreichischen Mannschaft weiterhin unterstreicht. Johann André Forfang aus Norwegen, der zuletzt im amerikanischen Lake Placid seinen ersten Saisonsieg feiern konnte, reihte sich als Vierter ebenfalls in Schlagdistanz ein.

Die größte Weite des Tages und ein neuer (aber nicht offizieller) Schanzenrekord gelang Robin Pedersen. Im zweiten Trainingssprung zeigte der Norweger einen Satz auf 152,5 Meter, den er überraschend sogar ohne in den Schnee greifen zu müssen, stehen konnte. Damit führte er das zweite Training deutlich an. Der Weltcup-Führende Daniel Tschofenig entschied das erste Training für sich.

Für das deutsche Team heißt es weiterhin sich von hinten nach vorne zu arbeiten. Als bester Deutscher in der Qualifikation zeigte sich Pius Paschke, der nach einer kurzen Pause in den Weltcup zurückkehrt ist. Mit einem Sprung auf 131,5 Meter belegte er den 18. Platz. Dahinter reihten sich Adrian Tittel als 20., Felix Hoffmann als 22. und Andreas Wellinger als 26. ein. Stephan Leyhe bildete das Schlusslicht der deutschen Mannschaft auf Platz 31.

Pech hatte in der Qualifikation vor allem der japanische Oldie Noriaki Kasai, der mit seinen 52 Jahren in seiner Heimat einen weiteren Weltcupstart erhalten hat. An der Qualifikation scheiterte der Zuschauerliebling jedoch als 52. des Feldes. Im Einzelwettbewerb am Samstag fehlt Kasai damit leider. Um 07:10 Uhr MEZ (15:10 Uhr LOC) geht’s weiter in Japan (live bei Eurosport).

Weltcup Weltcup Herren

Wo wird gesprungen?

Sapporo ist die Hauptstadt Hokkaidōs im Norden Japans. Mit einer Bevölkerung von etwa 1,9 Millionen ist es die größte Stadt nördlich von Tokio. Sapporo ist bekannt für sein mildes Klima und seine vielfältigen Freizeitmöglichkeiten im Sommer, aber auch von kalten Wintern mit reichlich Pulverschnee. Der Skisprung-Weltcup in Sapporo findet regelmäßig auf der Ōkurayama-Schanze statt. Die Anlage war bereits Austragungsort für die Olympischen Winterspielen 1972 und die Nordischen Skiweltmeisterschaften 2007.

Die Schanzendetails der Okurayama-Schanze im Überblick:

Hillsize:137 m
K-Punkt:123 m
Schanzenrekord:148,5 m (Kamil Stoch, 26.01.19)
letzter Umbau:2016

Programm:

Freitag, 14.02.2025
06:00 – Offizielles Training
08:00 – Qualifikation (Eurosport)

Samstag, 15.02.2025
06:00 – Probedurchgang
07:10 – Einzelwettbewerb (Eurosport)

Sonntag, 16.02.2025
01:30 – Qualifikation
03:00 – Einzelwettbewerb (Eurosport)

Weltcup Weltcup Herren

Der Sieg im heutigen Wettkampf geht an den Österreicher Daniel Tschofenig vor seinem Landsmann Jan Hörl und dem Slowenen Anze Lanisek. Doch auch im Deutschen Team geht es langsam wieder bergauf. Andreas Wellinger und Karl Geiger verpassen auf den Plätzen Elf und Zwölf nur knapp die besten Zehn.

Mit 127,0 Metern im ersten Durchgang lag Daniel Tschofenig zunächst zwei Plätze hinter Hörl auf dem dritten Zwischenrang. Mit einem Satz auf 132,5 Meter zeigte er jedoch den weitesten Sprung im heutigen Wettkampf und schob sich am Ende mit 275,1 Punkten noch an seinem Landsmann vorbei bis nach ganz oben. Jan Hörl landete mit Weiten von 128,0 und 131,0 Metern und 269,1 Punkten auf Rang zwei. Der dritte Platz ging an den Slowenen Anze Lanisek. Lanisek lag nach einem schwächeren ersten Sprung auf 1225, Meter zwar zunächst noch auf dem vierten Zwischenrang, 126,5 Meter im zweiten Durchgang reichten am Ende jedoch für 262,3 Punkte und den dritten Platz.

Auf Rang vier landete heute der Sieger des gestrigen Einzelbewerbs, Johann Andre Forfang. Hinter ihm landete der Japaner Ryoyu Kobayashi, der den ersten Wettkampf nur als Zuschauer verfolgen konnte, da er die Qualifikation für diesen als 52. verpasste. Daher dürfte er mit diesem Ergebnis, auch wenn er nach dem ersten Durchgang als Zweiter noch Aussicht auf einen Podestplatz hatte, durchaus zufrieden sein.

Das Norwegische Team zeigte sich kurz vor der Heim-WM insgesamt stark. Mit Kristoffer Eriksen Sundal (6.) und Halvor Egner Granerud (6.) landeten zwei weitere Athleten aus Norwegen unter den besten Zehn. Domen Prevc wurde Achter. Bester Pole wurde erneut Pawel Wasek auf Rang neun, vor Ren Nikaido aus Japan, der die Top Ten als Zehnter komplettierte.

Wellinger und Geiger verpassen Top Ten nur knapp

Den Aufschwung des Siegs im gestrigen Mixed Teams konnten nicht alle deutschen Adler mit in den heutigen Einzelwettkampf nehmen. Dennoch konnten sich zumindest Andreas Wellinger (11.) und Karl Geiger (12.) deutlich verbessern. Andreas Wellinger zeigt sich nach dem zweiten Durchgang durchaus zufrieden: „Ich bin mit den Sprüngen zufrieden, es waren definitiv beide Wettkampfsprünge der richtige Weg.“

Stephan Leyhe wurde, wie schon im ersten Einzelbewerb 26.. Besonders Philipp Raimund (28.) haderte mit seiner Leistung und überlegt sogar, in Sapporo eine Pause einzulegen, um sich vor den anstehenden Weltmeisterschaften im Training noch einmal zu sammeln. Felix Hoffmann verpasst den zweiten Durchgang als 32. um nur 0,3 Punkte erneut denkbar knapp.

Offizielles Ergebnis

Für die Athleten geht es nun weiter nach Japan, bevor es anschließend zur WM nach Trondheim geht.

Weltcup Weltcup Herren

Am kommenden Wochenende geht es für die Skispringer in Lake Placid (USA) weiter. Eine Schanze, an die vor allem Philipp Raimund sehr positive Erinnerungen hat. In der Vorsaison sprang der 24-Jährige hier zum ersten Mal in seiner Karriere auf das Weltcuppodium. Bis heute schaut er gerne auf diesen Moment zurück.

„Mit dem Wettbewerb in Lake Placid verbinde ich Rückenmuskelkater vom Jubeln, eine sehr heisere Stimme, die erste Runde Bier, die ich für alle zahlen musste und geile Emotionen“, strahlt Raimund beim Blick zurück. 2024 hatte er sich zum Auftakt des Weltcup Wochenendes in Lake Placid im „Super-Team Wettbewerb“ zusammen mit Andreas Wellinger einen starken zweiten Platz gesichert. Gerade einmal 0,2 Punkte trennten sie damals zur siegreichen österreichischen Mannschaft. Hätte man an diesem Tag einen Einzelwettkampf ausgerichtet, wäre Raimund nach Punkten bereits der zweitbeste Springer im gesamten Feld gewesen.

Was sich in diesem Wettbewerb bereits angedeutet hatte, wurde am Folgetag dann Realität. Mit einem Sprung auf 127 Meter lag Raimund nach dem ersten Durchgang zunächst noch auf der vierten Position. Im zweiten Durchgang zog er dann alle Register und schob sich mit einem fantastischen Flug auf 135 Meter, bei dem er einen unglaublich hohen Luftstand hatte, noch bis auf den zweiten Platz nach vorne, punktgleich mit dem Slowenen Lovro Kos. Einzig Stefan Kraft konnte dem jungen Deutschen an diesem Tage Paroli bieten und feierte schlussendlich mit 3,2 Punkten Vorsprung den Sieg. Für Raimund war dieser zweite Platz jedoch bis heute sein bestes Karriereergebnis.

Und wer weiß: vielleicht kann die Anlage, die sich im Bundesstaat New York befindet, ihn erneut zu einem starken Ergebnis führen? Denn trotz der aktuellen Formkrise der DSV-Adler stellt Raimund in vereinzelten Sprüngen immer wieder seine Klasse unter Beweis, zuletzt in der Qualifikation am Sonntag in Willingen, die er auf dem dritten Rang beendete. Vielleicht kommt die Schanze in Lake Placid nun gerade recht, damit der Knoten endgültig platzt, denn die emotionalen Erinnerungen an die Vorsaison werden ihn sicherlich beflügeln.

In Willingen verpasste Raimund am Samstag zuletzt knapp den Finaldurchgang, rehabilitierte sich jedoch mit dem 15. Platz am Sonntag. „Meine Sprünge waren auch am Samstag schon in Ordnung. Es ist halt leider sehr windig gewesen, eben typisch für Willingen. Noch dazu war die Luke relativ kurz gewählt für diejenigen, die aktuell nicht in der Überform sind, weshalb wir dann alle einfach bei 125-130 Meter gelandet sind. Es war einfach schwierig und ich habe ein bisschen Pech gehabt“, so Raimund, der in Willingen auf einen neuen Ski gesetzt hatte.

„Ich bin mit dem neuen Ski eigentlich schon sehr zufrieden. Es ist ein Ski, der ein bisschen weniger Druck generiert, was bei Rückenwind nicht so das ganz Glückliche ist. In Willingen geht’s dafür aber normalerweise auf, da man hier eher immer 4m/s Aufwind hat. Es war insgesamt ganz ok und ich freue mich auch schon auf die künftigen Ski, damit es immer besser wird“, so Raimund weiter.

Neben ihm konnte in der Vergangenheit aus der deutschen Mannschaft auch Andreas Wellinger auf der US-Schanze überzeugen. 2023, beim ersten Springen in Lake Placid seit 1990, feierte er hier mit Weiten von zweimal 129,0 Metern seinen ersten Podestplatz seit November 2018 sowie den ersten Sieg seit Dezember 2017. Wir sind gespannt, ob Wellinger und Raimund den Negativtrend der Deutschen Adler stoppen und Akzente setzen können, die auch ihre Teamkollegen „mitreißen“. Bundestrainer Stefan Horngacher nominierte neben den beiden genannten Athleten auch Karl Geiger, Felix Hoffmann und Stephan Leyhe. Letzterer ersetzt den Weltcupvierten Pius Paschke, der die US-Reise nicht mit bestreitet. Bei den DSV-Damen vertraut Heinz Kuttin auf Katharina Schmid, Selina Freitag, Juliane Seyfarth und Agnes Reisch.

Weltcup Weltcup Damen Weltcup Herren

Wo wird gesprungen?

Lake Placid, im US-Bundesstaat New York, ist ein bekannter Wintersportort, der die Olympischen Winterspiele 1932 und 1980 ausrichtete. Die Stadt beherbergt das Lake Placid Olympic Jumping Complex, das Sprünge auf der Normal- und Großschanze bietet. Vom 6. bis 9. Februar 2025 findet hier der FIS Skisprung-Weltcup statt, bei dem in diesem Jahr zum ersten Mal wieder Damen und Herren am Start sein werden.

Die Schanzendetails des Olympic Jumping Complex:

Hillsize:128 m
K-Punkt:115 m
Schanzenrekord:136,0 m (Ryoyu Kobayashi, 11.02.23)
letzter Umbau:2021
Zuschauerkapazität:10.000-20.000

Programm:

Donnerstag, 06.02.2025
22:00 – Offizielles Training Damen
23:30 – Qualifikation Damen

Freitag, 07.02.2025
14:20 – Probedurchgang Damen
15:20 – Einzelwettbewerb Damen (Eurosport 2)

21:00 – Offizielles Training Herren
23:00 – Qualifikation Herren (Eurosport)

Samstag, 08.02.2025
14:20 – Probedurchgang
16:00 – Einzelwettbewerb Herren (ARD / Eurosport)

19:15 – Qualifikation Damen
20:30 – Einzelwettbewerb Damen (Eurosport)
23:00 – Mixed-Teamwettbewerb (Eurosport)

Sonntag, 09.02.2025
14:30 – Qualifikation Herren
16:00 – Einzelwettbewerb Herren (ARD / Eurosport)

Alle Zeiten MEZ (Lake Placid, -6 Stunden).

ÖSV Weltcup Weltcup Herren

Am Dienstag verkündete der österreichische Skispringer Michael Hayböck bei einer Pressekonferenz in Salzburg, dass die aktuelle Weltcup-Saison seine letzte sein wird.

„Die Entscheidung, einen Schlussstrich zu ziehen ist natürlich keine, die man von heute auf morgen treffen kann. Über die letzten Monate stellte sich mehr und mehr das Bauchgefühl ein, dass nach dieser Saison der perfekte Moment ist, um frohen Mutes die Karriere zu beenden, Zeit für die Familie zu haben und mich auf Neues zu freuen“, verkündete Hayböck.

Der 33-Jährige hat in seiner Karriere neun Medaillen bei großen Ereignissen gewonnen, darunter Team-Silber bei den Olympischen Spielen in Sotschi 2014. Seine größten Erfolge feierte Hayböck unter anderem mit seinem ersten Weltcup-Sieg 2015 bei der Vierschanzentournee in Bischofshofen. Insgesamt stand er bei 26 Weltcup-Einzelentscheidungen auf dem Podest, fünf Mal davon als Sieger. In dieser Saison erzielte er bereits drei Podestplätze in Deutschland.

Hayböck plant, die laufende Saison noch vollständig zu Ende zu bringen und sich danach neuen Herausforderungen sowie seiner Familie zu widmen, da er im Oktober erstmals Vater wurde. Hayböck wird von seinen Kollegen als herausragender Sportler und Mensch geschätzt und erhält von seinem Verband die besten Wünsche für seine Zukunft.

Weltcup Weltcup Herren

Sieg Nummer zwei für Daniel Tschofenig auf der Mühlenkopfschanze. Auch am dritten Wettkampftag in Willingen hatten die Athleten mit wechselhaften Bedingungen zu kämpfen. Während in der Qualifikation am frühen Nachmittag noch Aufwindverhältnisse herrschten, stellte sich im Verlauf des Wettbewerbes zunehmend Rückenwind ein. Zum Ende des Finales drehte der Wind dann einmal mehr und sorgte für eine enorme Weitenjagd.

Für die Damen gab es am Sonntag keinen Wettbewerb mehr. Doch die Herren sorgten für einige Highlights, aber auch weiteren Enttäuschungen – vor allem aus deutscher Sicht. Die Top-Weite im ersten Durchgang erzielte der Weltcup-Führende Daniel Tschofenig mit beeindruckenden 150 Metern, womit er dem Norweger Johann André Forfang, der 147 Meter sprang, kontern konnte. Auch Stefan Kraft, der zuletzt ebenfalls haderte, zeigte sich zurück im Spitzenfeld.

Einen heißen Kampf gab es dann nochmals unter den letzten Springern im Finale. Der Cheftrainer Sloweniens, Robert Hrgota, entschied sich im Finale für den Sieger der heutigen Qualifikation Anze Lanisek ein Gate zu verkürzen. Dieser erreichte jedoch nicht die erforderliche Weite und verhinderte damit ein mögliches slowenisches Podest. Stefan Kraft konnte an seinem Teamkollegen Jan Hörl im Finale nicht vorbeiziehen. Dafür setzte aber Johann André Forfang mit einem beeindruckenden Sprung von 152 Metern ein Ausrufezeichen. Dieser verhinderte damit einen Mehrfachsieg für Österreich.

Für den bis dato Führenden Daniel Tschofenig verkürzte die Jury nach diesem Satz ein weiteres Gate. Der aktuell beste ÖSV-Adler ließ sich davon jedoch nicht beeindrucken. Er rutsche bereits mit einem selbstsicheren Lächeln auf den Startbalken, sprang 148 Meter, erhielt bessere Noten und sicherte sich somit den nächsten Sieg. Forfang und Hörl landeten schließlich auf den Plätzen zwei und drei. Dahinter reihten sich Stefan Kraft und Maximilian Ortner auf vier und fünf ein und sorgten einmal mehr für ein bärenstarkes österreichisches Teamergebnis.

Einen super Tag erwischte zudem der US-Amerikaner Tate Frantz. Nach seinem Finalsprung auf 142 Meter konnte er noch einige Plätze gutmachen und als Zehnter erneut viele Punkte auf seinem Weltcup-Konto sammeln. Neben ihm landete auch US-Teamkollege Erik Belshaw (21.) in den Punkterängen. Ihr Mannschaftskollege Kevin Bickner, der am Vortag als starker Zehnter aufzeigte, verpasste am Sonntag den Sprung ins Finale.

Lichtblick bei Raimund und Wellinger – Geiger und Paschke erneut ohne Punkte

Für einen kleinen Lichtblick für das deutsche Team sorgte Philipp Raimund mit Platz drei in der Qualifikation. Auch im Wettbewerb gelang ihm endlich wieder ein guter Sprung. Andreas Wellinger konnte ähnlich wie Raimund einen besseren Sprung mit 142 Metern in den Wettbewerb bringen und die Bedingungen nutzen. Zur Halbzeit reihten sich die beiden damit zumindest in den Top-12 ein. Bei wieder etwas stärker werdendem Rückwind im Finale konnte „Hille“, wie Raimund genannt wird, seinen Platz jedoch nicht ganz halten. „Die Quali war genial, die beiden Wettkampfsprünge waren eigentlich auch solide. Ich habe leider zweimal ein bisschen ins Klo gegriffen. Nichts desto trotz bin ich zufrieden, denn die Sprünge sind stabiler geworden“, ordnete Raimund seinen letzten Tag in Willingen ein. Der beste Deutsche wurde schließlich Andreas Wellinger, der sich als 12. einreihte, Raimund folgte auf dem 15. Platz. „Es war ein sehr mühsames Wochenende“ dürfte das Wochenende in wenigen Worten treffend zusammenfassen, dennoch war das Ende immerhin ein wenig positiver, wie Wellinger im Anschluss zusammenfasste.

Für Felix Hoffmann, der nach seinem guten 15. Platz am Samstag den Vorzug im Team gegenüber Stephan Leyhe, Markus Eisenbichler und Co. bekam, reichte es am Sonntag nicht für den Finaldurchgang. Auch Adrian Tittel blieb ohne Finalteilnahme.

Wieder keine Punkte gab es ebenfalls für Karl Geiger und Pius Paschke. Obwohl Pius Paschke sogar bei deutlich besseren Windbedingungen an der Reihe war, kam er bereits bei 130,5 Metern zur Landung. Sowohl Geiger als auch Paschke fehlt weiterhin sowohl die generelle Lockerheit als auch Leichtigkeit in den Sprüngen. Pius Paschke verliert damit in der Weltcup-Gesamtwertung einen weiteren Platz und rutscht hinter den ÖSV-Adler Stefan Kraft auf Platz vier zurück. Mit zwei deutschen Adlern im Finaldurchgang erneut ein schwaches Ergebnis für die deutsche Mannschaft. Wie Pius Paschke im Anschluss selbst bekanntgegeben hat, wird er nach diesem Wochenende vorerst eine kleine Weltcup-Pause einlegen. An seiner Stelle wird Stephan Leyhe die Reise in die USA antreten.

Kommt die Wende auf einem anderen Kontinent?

Weiter geht es für die Herren in den kommenden zwei Wochen in Lake Placid (USA) und Sapporo (JPN). Vor allem Andreas Wellinger und Philipp Raimund dürften ganz besondere Erinnerungen an den Weltcup-Ort in Amerika haben. Wellinger feierte im Februar 2023 nach langer Durststrecke seinen ersten Weltcupsieg nach seinem Kreuzbandriss – Philipp Raimund gelang im vergangenen Jahr sein erstes Einzelpodium auf gleicher Schanze. Trotz der langen Reise besteht damit also Hoffnung auf die ersehnte Positiv-Wende im deutschen Team.

Weltcup Weltcup Herren

Nachdem er beim Skifliegen in Oberstdorf zuletzt zweimal knapp das Podium verpasste, hat sich Weltcupleader Daniel Tschofenig bei der ersten Einzelkonkurrenz in Willingen an der Spitze des Gesamtklassements zurückgemeldet. Mit Sprüngen auf 135,5 Meter und 142 Meter siegte er vor dem Slowenen Anze Lanisek sowie seinem Mannschaftskameraden Maximilian Ortner. Die deutschen Adler erlebten einen gebrauchten Tag und blieben vor ausverkauftem Haus an der Mühlenkopfschanze weit hinter den Erwartungen zurück.

„Seitdem ich im Weltcup mit dabei bin, hatten wir glaube ich in Willingen noch nie so gute Wetterbedingungen wie in diesem Jahr, vor allem ohne einen Regentropfen. Von den Windbedingungen her war es heute sehr wechselhaft, aber ich fand die Jury hat es insgesamt gut gelöst. Meine Sprünge waren cool und ich habe genau dort weitergemacht, wo ich in Zakopane aufgehört habe. Oberstdorf klammere ich hier mal aus, weil das Skifliegen immer etwas eigenes ist. Morgen geht’s weiter“, strahlte Tschofenig, der damit seine Führung im Gesamtweltcup weiter ausbaute.

Vor dem Finaldurchgang der Top-30 hatte Tschofenig mit einem Rückstand von 0,6 Punkten auf den Slowenen Anze Lanisek noch auf dem zweiten Platz gelegen. Doch mit seinem starken Finalsprung auf 142 Meter wendete der amtierende Vierschanzentourneesieger das Blatt noch einmal zu seinen Gunsten. Hinter Lanisek, der inzwischen beständig seine Top-Sprünge abrufen kann, reihte sich Maximilian Ortner auf Rang drei ein. Mit einem Satz auf 140,5 Meter zog er von der fünften Position aus im Finaldurchgang noch an den beiden Norwegern Halvor Egner Granerud und Benjamin Oestvold vorbei, die im ersten Durchgang gute Windbedingungen erwischten, im Finale allerdings zurückfielen.

„Es war mein zweites Podium in der laufenden Saison und daher ein ganz besonderer Tag für mich. Mein zweiter Sprung war richtig gut und sehr aggressiv, aber so muss man auch springen. Ich freue mich schon auf morgen“, so Ortner im Anschluss des Wettkampfs.

Johann Andre Forfang, der nach den bisherigen Eindrücken in Willingen von vielen als Top-Favorit angesehen wurde, musste sich mit Rang vier begnügen. Die Top-5 rundete der bereits angesprochene Benjamin Oestvold ab. Eine kleine Aufholjagd lieferte der Sechstplatzierte Österreicher Jan Hörl ab, der nach dem ersten Durchgang noch auf Rang 16 gelegen hatte. Den siebten Platz teilten sich der Norweger Kristoffer Eriksen Sundal und der Japaner Ryoyu Kobayashi. Der Slowene Lovro Kos und der US-Amerikaner Kevin Bickner rundeten die Top-10 des Gesamtklassements ab.

DSV-Adler im Formtief

Alles andere als rund lief der Wettbewerb für die deutsche Mannschaft. Einzig Felix Hoffmann erreichte mit dem 15. Platz ein gutes Ergebnis. Für ihn war es sein zweitbestes Karriereresultat überhaupt im Weltcup. Neben ihm schafften mit Andreas Wellinger (Platz 17) und Pius Paschke (Platz 27) nur zwei weitere Athleten aus dem Team von Bundestrainer Stefan Horngacher den Sprung in die Top-30. Philipp Raimund (34.), Stephan Leyhe (38.), Constantin Schmid (42.), Karl Geiger (44.) und Markus Eisenbichler (48.) schieden allesamt bereits nach dem ersten Durchgang aus. Luca Roth (54.) scheiterte zuvor bereits an der Qualifikation zum Wettbewerb, genauso wie Adrian Tittel, der wegen eines irregulären Sprunganzugs disqualifiziert wurde.

Dementsprechend deutlich äußerte sich auch DSV-Sportdirektor Horst Hüttel bei uns am Mikrofon zum derzeitigen Formtief der DSV-Adler: „Es hat sich in den letzten Wochen schon so hingezogen. Ich sehe durchaus eine extrem konstruktiv agierende Mannschaft, wo an vielen Stellschrauben gedreht wird, aber man muss auch feststellen, dass der Output, den man sich erhofft, einfach nicht da ist. Das ist einfach leider so. Wir haben nach der Quali bei dem ein oder anderen Athleten noch etwas gefunden, aber es kommt nicht so zum Tragen und wir rutschen immer weiter ab. Das muss man so kritisch sehen.“ Im Hinblick auf die bevorstehende WM führt Hüttel aus: „Wir werden uns nach dem Wochenende mit allen Athleten zusammensetzen und versuchen, individuell die besten Lösungen zu finden.“ Dabei schloss der DSV-Sportdirektor auch eine Wettkampfpause zugunsten von Trainingseinheiten bei einzelnen DSV-Adlern nicht aus.

Weltcup Weltcup Damen Weltcup Herren

Thea Minyan Bjoerseth, Kristoffer Eriksen Sundal, Eirin Maria Kvandal und Johann Andre Forfang (1070,8 Punkte) haben dem norwegischen Team in Willingen mit einer überzeugenden Leistung den Sieg im Mixed-Team Wettbewerb gesichert. Rang zwei ging an die österreichische Mannschaft (1031,4 Punkte) vor dem deutschen Team (988,8 Punkte), das sich somit ebenfalls über ein Podiumsergebnis freuen durfte.

Nachdem in Lillehammer, beim ersten Mixed-Wettbewerb in der laufenden Weltcupsaison, noch die deutsche Mannschaft die Nase vorne hatte, waren es dieses Mal die Norweger, die nicht zu schlagen waren. Vor 7.650 Zuschauern an der Mühlenkopfschanze sorgte bereits Startspringerin Thea Minyan Bjoerseth für klare Verhältnisse und sprang direkt die Bestweite von 145 Metern. Auch ihre Landsfrau Eirin Maria Kvandal erwischte einen perfekten Tag und konnte in beiden Durchgängen der dritten Gruppe jeweils die höchste Punktzahl erzielen. Die norwegischen Männer standen den beiden Damen zudem um nichts nach. Neben zwei konstant guten Sprüngen von Kristoffer Eriksen Sundal präsentierte sich Johann Andre Forfang einmal mehr äußerst stark. Nach zuletzt zwei zweiten Plätzen in den Einzelwettbewerben beim Skifliegen kam er auch auf der Schanzenanlage in Willingen wieder auf Anhieb glänzend zurecht, gewann beide Probedurchgänge und segelte anschließend im zweiten Wettbewerbs-Flug auf starke 143 Meter. Damit waren die Norweger in Summe für die Konkurrenz nicht zu bezwingen und siegten mit einem deutlichen Vorsprung von knapp 40 Punkten vor den Österreichern, die im Mixed-Wettbewerb auf Lisa Eder, Jan Hörl, Jacqueline Seifriedsberger und Vierschanzentournee-Sieger Daniel Tschofenig setzten.

„Stockerl ist immer cool, vor allem mit der Mannschaft. Ich habe heute leider nicht meine besten Sprünge zeigen können und einiges an Weite liegen gelassen, aber meine Teamkollegen haben es rausgerissen. Der zweite Platz ist cool und ich freue mich schon auf morgen“, äußerte sich Jacqueline Seifriedsberger im Anschluss selbstkritisch.

Die deutschen Mannschaft, bestehend aus Katharina Schmid, Philipp Raimund, Selina Freitag und Andreas Wellinger lieferte acht solide Sprünge ab, jedoch ohne Ausreißer nach oben. Am Ende reihten sie sich auf der dritten Position ein, ohne Chance gegen die starken Norweger und die Österreicher.

„Mit dem dritten Platz hier vor heimischem Publikum können wir zufrieden sein. Meine Sprünge sind tatsächlich auch immer besser geworden, was mir im Hinblick auf den morgigen Tag sehr viel Zuversicht gibt. Was uns heute noch gefehlt hat, waren die Top-Sprünge und auch die Leichtigkeit. Dadurch haben wir alle etwas liegen gelassen, was in Summe zu viel war, um die Norweger und Österreicher ernsthaft angreifen zu können“, bilanzierte Katharina Schmid im Anschluss.

Ihre Teamkollegin Selina Freitag führt aus: „Heute hat es schon sehr viel Spaß gemacht. Es waren leider nicht die besten Sprünge aber immerhin ein stabiler dritter Platz, daher ein guter Auftakt hier in Willingen!“ Ihre eigenen Sprünge analysierte sie wie folgt: „Ich habe direkt gemerkt, im zweiten Versuch noch mehr als im Ersten, dass ich am Schanzentisch ziemlich spät dran war. Vom Ansatz her waren die Sprünge jedoch besser wie im Training, als wir noch mehr Aufwind hatten. Ich mache mir keine großen Gedanken, da es für morgen änderbar ist.“

„Für mich war es ziemlich cool, dass ich hier in Willingen überhaupt im Mixed-Team dabei sein durfte. Das sagt ja schonmal etwas aus und ich gehe mit einem guten Gefühl heute hier raus“, schilderte Philipp Raimund, der von Beginn an gut mit der Mühlenkopfschanze zurecht kam. „Ich habe in meinem ersten Sprung einen neuen Ski ausprobiert, mit dem es direkt gut funktioniert hat. Daher bin ich auch insgesamt sehr zufrieden. Vielleicht habe ich ja mit dem Ski einen guten Griff gemacht und es läuft morgen noch etwas besser.“

Platz vier ging an die japanische Mannschaft (Yuki Ito, Ryoyu Kobayashi, Sara Takanashi und Ren Nikaido; 962,0 Punkte) vor Slowenien (Ema Klinec, Timi Zajc, Nika Prevc und Anze Lanisek; 908,8 Punkte), die sich trotz einer Disqualifikation von Zajc auf Rang fünf einreihten. Bei Zajc war die Schrittlänge des Sprunganzugs während des ersten Durchgangs zu groß, weshalb dieser Sprung nicht gewertet wurde.

Ebenfalls in die Punkte schafften es die Italiener (Annika Sieff, Francesco Cecon, Lara Malsiner und Alex Insam; 800,3 Punkte) mit Platz sechs, die US-Amerikaner (Josie Johnson, Kevin Bickner, Annika Belshaw und Tate Frantz; 765,0 Punkte) mit Position sieben sowie die Franzosen (Emma Chervet, Enzo Milesi, Josephine Pagnier und Valentin Foubert; 737,9 Punkte) auf Rang acht.

Die Polen und Finnen verpassten hingegen den zweiten Durchgang. Dementsprechend ernüchternd fiel auch das Fazit von Polens-Herren Bundestrainer Thomas Thurnbichler aus: „Wir haben heute wirklich Probleme gehabt uns auf die Schanze einzustellen. Hinzu kommt, dass wir aktuell wissen, dass es für uns schwierig ist in der Besetzung um Top-Platzierungen mitzukämpfen oder sogar unmöglich, wenn man realistisch ist. Und deshalb haben wir es auch mehr als eine Art Trainingstag angesehen. Dieser hat ganz klar ergeben, dass wir für morgen eine Hausaufgabe haben.“ Bei den Finnen war das frühzeitige Aus u.a. bedingt durch die Disqualifikation von Paavo Romppainen wegen eines zu großen Sprunganzuges.

Starker Trainingssprung von Stephan Leyhe – bei den anderen DSV-Adlern ist noch Luft nach oben

Einen perfekten Auftakt auf seiner Heimatschanze erwischte Stephan Leyhe, der derzeit innerhalb des DSV-Kaders „nur“ der nationalen Gruppe anstelle des Weltcup-Teams angehört. Mit einem Satz auf 141 Meter wurde er im ersten Probedurchgang Zehnter und präsentierte sich nach zuletzt guten Ergebnissen COC deutlich verbessert. Im zweiten Probesprung konnte er mit 131 Metern und Platz 21 dann nicht ganz das Niveau halten. „Das Training war ganz gut. Ich konnte da weiter arbeiten, wo ich im COC aufgehört habe. Auf die Schanze hier in Willingen freue ich mich immer sehr, da ich sie vom Profil und der Flugkurve her sehr mag – deswegen: es wird ein cooles Wochenende!“

Markus Eisenbichler begann im ersten Probesprung mit 127,5 Metern und Rang 36. Auch der zweite Versuch auf 122 Meter und Rang 41 stimmte ihn nicht sonderlich zufrieden. „Es ist nicht optimal, ich treffe die Kante noch nicht ganz und komme noch nicht sauber rüber in die erste Flugphase. Morgen gilt es sich wieder zu fokussieren und zu schauen, dass es besser wird. Ich kann einfach nicht mehr tun, als weiterhin alles zu versuchen. Auf den heiligen Gral braucht man nicht hoffen, daher werde ich versuchen, es mit Arbeit weiter zu verbessern. Das Wichtigste ist, dass ich gesund bin und mir nicht weh tue“, so Eisei.

Schwierig sah es auch noch bei Felix Hoffmann aus, der mit Sprüngen auf 116 Metern und 115,5 Metern im Training noch nicht über die Ränge 50 bzw. 48 hinauskam. „Es war noch viel Hang übrig zum runterfahren, da wäre ich noch lieber in der Luft gewesen. Heute Abend und morgen werde ich mit den Trainern genauer auf die Sprünge schauen und Pläne für morgen schmieden, um noch länger in der Luft zu bleiben.“ Seine erste, eigene Fehleranalyse umfasste folgendes: „Die Geschwindigkeit ist hier dieses Mal nicht das Problem wie in den letzten Wochen. Aber im Sprung fehlt mir dennoch so ein wenig die Energie und die Höhe, dass ich im Hang richtig wegfliegen kann.“

Auch bei Constantin Schmid ist der Knoten am ersten Tag in Willingen mit Weiten von 123,5 Metern (Platz 46) und 120 Metern (Platz 49) noch nicht geplatzt: „Die Schanze ist gut hergerichtet, was angesichts des Wetters zuletzt sicherlich nicht einfach war. Bei mir persönlich ist noch Luft nach oben, aber ich bin schonmal halbwegs reingekommen und hoffe, dass ich mich an den verbleibenden beiden Tagen noch steigern kann.“

Gleiches dürfte sich auch Adrian Tittel denken, für den es allerdings seine ersten Sprünge überhaupt auf der Anlage in Willingen waren. 119,5 Meter/Platz 45 sowie 114,5 Meter/Platz 50 sind hier und heute das Maximum gewesen.

Luca Roth (116,5 Meter/Platz 55 sowie 118 Meter/Platz 52) hat derweil noch mit Umstiegsproblemen zu kämpfen. „Mir ist heute alles noch ein bisschen schwer gefallen. Ich komme jetzt von Sapporo, da ist das Schanzenprofil schon deutlich anders. Beim ersten Sprung habe ich mich im Anlauf noch etwas schwer getan. Im zweiten Versuch war es schon deutlich besser, wenngleich ich da im Flug ein wenig Probleme hatte. Morgen will ich dann beides miteinander verbinden, sodass ich kein Problem mehr habe und dann klappt das!“

Karl Geiger (126 Meter/29. Platz und 129 Meter/32. Platz), der zuletzt konstant im Bereich der Top-10 unterwegs war, gelang es im Training noch nicht in diese Dimensionen vorzustoßen. Doch in der Vergangenheit hat der Oberstdorfer immer wieder gezeigt, dass er sich im Wettkampf deutlich steigern kann.

Pius Paschke startete mit 138 Metern und Rang 13 ganz passabel in den heutigen Tag. 126 Meter und Platz 24 im zweiten Versuch bedeuten allerdings wieder einen Rückschritt.

Am morgigen Tag stehen in Willingen sowohl für die Herren als auch für die Damen Einzelkonkurrenzen an. Der Prolog der Frauen startet um 11 Uhr, ehe der erste Wertungsdurchgang um 12 Uhr beginnt. Der Wettkampf der Herren startet um 16 Uhr, zuvor findet ab 14:30 Uhr die Qualifikation statt.