DSV Weltcup Weltcup Herren

Nach den schwachen Leistungen von Karl Geiger und Andreas Wellinger hatte Bundestrainer Stefan Horngacher bereits am Sonntag mögliche Konsequenzen angekündigt. Nun rückt die erste Hoffnung aus dem B-Kader nach.

Karl Geiger scheiterte sowohl am vergangenen Freitag als auch am Sonntag bereits an der Qualifikation in Wisla und musste somit seinen Teamkollegen zuschauen. Frust gab es auch bei Andreas Wellinger, der in beiden Einzelwettbewerben den Finaldurchgang verpasste. Seit dem Weltcup-Auftakt in Lillehammer hat sich die Situation für die beiden nicht wirklich verbessert, sondern eher zugespitzt.

Schon am Montag folgten deshalb Gespräche zwischen Trainer und Athleten. Dabei wurde entschieden, dass Geiger vorerst mit Maxi Mechler trainieren und den kommenden Heimweltcup auslassen wird. Wellinger bleibt hingegen vorerst im Team. Neu in die Mannschaft rückt dafür der B-Kader-Springer Luca Roth. Das starke Trio der ersten Weltcup-Stationen um Philipp Raimund, Felix Hoffmann und Pius Paschke bleibt selbstverständlich unverändert.

Bei de Damen steht für den Heimweltcup in Klingenthal am kommenden Wochenende ein fünfköpfiges Damen-Team – nur Alvine Holz fällt wieder aus dem Team. Mit von der Partie werden demnach sein: Selina Freitag, Anna Hollandt, Agnes Reisch, Katharina Schmid und Juliane Seyfarth.

Weltcup Weltcup Herren

Beim heutigen Weltcup-Einzel auf der Adam-Małysz-Schanze im polnischen Wisła feierte der Slowene Domen Prevc (282,3 Punkte) seinen zweiten Sieg in Folge. Mit zwei Top-Sprüngen auf 137,0 m und 132 m setzte er sich am Ende aufgrund einiger eingebüßter Haltnungsnoten nur knapp gegen die Konkurrenz durch. Mit seinem heutigen Weltcup-Erfolg übernahm er zudem die Weltcup-Gesamtführung und verdrängte damit seinen Teamkollegen Anze Lanisek.

Hinter Prevc landete der Japaner Ryoyu Kobayashi (281,4 Punkte), dessen Finalweite ihm letztendlich mit engen 0,9 Punkten Rückstand „nur“ Platz zwei einbrachte. Auf Rang drei sprang Philipp Raimund (276,8 Punkte), der mit seinen Flügen auf 131,5 m und 129 m damit das Wisla-Wochenende ebenfalls mit einem weiteren Podestplatz als bester DSV-Adler abschließen konnte. „Ich bin auch am zweiten Tag sehr zufrieden. Auch mit einem Gate down habe ich es trotzdem geschafft locker zu bleiben. Auch im zweiten Sprung bin ich entspannt geblieben und das ist für mich aktuell das Wichtigste. Auch wenn der Druck da ist, noch oben unter den letzten zwei oder drei zu sein, es trotzdem so hinzubekommen“, fasste Raimund die heutige Leistung zusammen.

Auch direkt hinter dem Podium bot der Wettkampf höchste Spannung. Ren Nikaido (Japan) sprang auf einen starken 4. Platz und etabliert sich damit weiterhin in der Weltspitze. Ein besonderes Ausrufezeichen setzte der junge Pole Kacper Tomasiak, der vor heimischem Publikum als Fünfter seine bisher beste Weltcup-Platzierung erreichen konnte. Ebenfalls top vertreten war Vladimir Zografski (Bulgarien), der als Sechster das enge Spitzenfeld ergänzte.

DSV-Trio überzeugt – Geiger und Wellinger straucheln erneut

Einmal mehr zeigte das deutsche Trio um Raimund, Hoffmann sowie Paschke ein geschlossenes Teamergebnis. Neben dem drittplatzierten Raimund bestätigte auch Felix Hoffmann seine gute Form und landete als 8. punktgleich mit Lanisek erneut in den Top Ten. Beide erhielten im ersten Durchgang das Vertrauen des Bundestrainers und starteten auf Trainerwunsch hin ein Gate tiefer – beide erreichten die zu erbringenden 127 m (95% des Hillsize) und erhielten damit die Punktegutschrift. Auch Pius Paschke präsentierte sich stabil und belegte vor allem nach einem guten Finalsprung den zwölften Platz.

Weniger erfreulich verlief der Tag für die beiden Routiniers Wellinger und Geiger. Karl Geiger scheiterte nach einem schwachen Auftritt als 54. erneut bereits in der Qualifikation, während Andreas Wellinger nur durch den Nicht-Start aufgrund technischer Schwierigkeiten an der Bindung von Kristoffer Eriksen Sundal (Norwegen) überhaupt in die Top 50 hineinrutschte. Im Wettkampf kam er jedoch lediglich auf 115 m, was ihn schließlich auf den 47. Platz zurückwarf – damit erneut keine Punkte und ein sichtlich rätselndes Gesicht bei Wellinger.

Emotionaler Moment: Kamil Stochs letzter Weltcup auf der Adam-Małysz-Schanze

Ein besonderes Augenmerk lag am Sonntag für die polnischen Fans auf Kamil Stoch, der zum letzten Mal in seiner Karriere einen Weltcup auf der Adam-Małysz-Schanze bestritt. Der polnische Superstar zeigte eine solide Leistung und verabschiedete sich würdig von seinem Heimpublikum, nachdem er am Vortag bereits in der Qualifikation scheiterte.

Ausblick: Heim-Weltcup in Klingenthal steht bevor

Am kommenden Wochenende macht der Weltcup-Tross in Klingenthal Station. Für die deutschen Springer wird der Heim-Weltcup zu einem wichtigen Gradmesser. Es bleibt spannend, ob sowohl Karl Geiger als auch Andreas Wellinger dort an den Start gehen werden. Dies wird laut Cheftrainer Stefan Horngacher Anfang der kommenden Woche in Absprache mit den Athleten entschieden.

Die Form von Raimund, Hoffmann und Paschke lässt jedoch auf ein starkes deutsches Mannschaftsergebnis hoffen – und der VSC Klingenthal bietet traditionell beste Bedingungen für spektakuläre Wettkämpfe.

Weltcup Weltcup Herren

Domen Prevc hat beim ersten Einzelwettbewerb der Herren in Wisla Nervenstärke bewiesen und den Angriff von Philipp Raimund im zweiten Durchgang erfolgreich abgewehrt. Der Skiflug-Weltrekordler aus Slowenien, der in dieser Saison für seine Verhältnisse ungewohnt feinfühlig agiert, behielt bei zunehmendem Rückenwind am Ende um 6,8 Punkte die Oberhand gegenüber Raimund, der sich nach seinem dritten Platz in Falun über ein weiteres Podiumsergebnis freuen durfte. Rang drei ging an den Japaner Ryoyu Kobayashi.

„Ich bin natürlich sehr, sehr zufrieden mit dem zweiten Platz, auch wenn ich sogar gehofft habe, dass Philipp heute gewinnt, wenn ich ehrlich bin. Er hat speziell im zweiten Durchgang einen tollen Sprung gezeigt. Leider Domen aber auch, obwohl er vom Schanzentisch her nicht so gut war, ist er trotzdem sehr weit geflogen – das muss man so akzeptieren. Wir sind dennoch sehr zufrieden“, äußerte sich Bundestrainer Stefan Horngacher nach dem Wettkampf im ZDF-Interview.

Raimund wiederholte damit sein bestes Karriereergebnis, das zuvor aus dem Februar 2024 stammte, als er in Lake Placid punktgleich mit Lovro Kos Zweiter hinter Stefan Kraft wurde. Sein erster Sieg scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein.

In der Mixed-Zone sagte Raimund: „Ich muss ehrlich sagen, dass ich nach dem zweiten Durchgang kurz gedacht habe, dass es sich mit dem Sieg ausgehen könnte, aber Domen hat das Ding super heruntergezogen. Ich bin mit allen Sprüngen bisher hier sehr zufrieden und kann mit einem sehr guten Gefühl auf den zweiten Wettkampf morgen schauen.“

Prevc (136m/130m; 286,2 Punkte) und Raimund (129m/130,5m; 279,4 Punkte) präsentierten sich bei zunehmend schwierigeren Rückenwindbedingungen im zweiten Durchgang deutlich am stärksten. Dem drittplatzierten Ryoyu Kobayashi (130,5m/123m; 267,2 Punkte) fehlten bereits 19 Punkte nach ganz vorne. Mit Rang vier verteidigte Anze Lanisek (129,5m/123m; 265,8 Punkte) erfolgreich sein Gelbes Trikot. Der Slowene war in der Endabrechnung lediglich 0,1 Zähler besser als Felix Hoffmann (125,5m/126,5m; 265,7 Punkte), der sich mit dem fünften Platz ebenfalls erneut stark präsentierte.

„Es war heute eine deutliche Steigerung im Vergleich zu gestern. Der Probedurchgang ist sehr cool gewesen, der erste Durchgang im Wettkampf auch ordentlich. Ich bin gut geflogen, nicht ganz so schön gelandet. Und jetzt im zweiten Durchgang mit ein bisschen weniger Unterstützung trotzdem gut zurechtgekommen, ordentlich gelandet und bin jetzt glücklich mit Platz fünf hier in Wisla“, führte Hoffmann im Anschluss aus.

Daniel Tschofenig wurde nach einem schwächeren zweiten Sprung als bester Österreicher Sechster. Nach dem ersten Durchgang hatte der amtierende Weltcupgesamtsieger noch hinter Prevc und Raimund auf Platz drei gelegen. Kobayashi, Lanisek und Hoffmann zogen im zweiten Versuch jedoch allesamt an ihm vorbei, da Tschofenig nicht über eine Weite von 121,5m hinauskam.

Kristoffer Eriksen Sundal unterstrich mit Rang sieben seine aufsteigende Form, während seine norwegischen Teamkollegen weiter auf der Suche nach Stabilität sind. Vor allem im zweiten Durchgang verloren Marius Lindvik (18.), Halvor Egner Granerud (21.) und Johann Andre Forfang (23.) deutlich an Boden.

Viel zufriedener waren Junioren-Weltmeister Stephan Embacher aus Österreich (8.), Naoki Nakamura aus Japan (9.) und der Franzose Valentin Foubert (10.), die die Top Ten komplettierten. Pius Paschke erreichte nach einer soliden Leistung Rang 17.

Hörl, Fettner und Ortner schwächeln – Schuster macht auf sich aufmerksam

Nach einem fulminanten Saisonstart lassen die Österreicher inzwischen wieder etwas Federn. Mit Ausnahme von Tschofenig und Embacher blieben Jan Hörl (16.), Manuel Fettner (24.) und Maximilian Ortner (31.) deutlich hinter den eigenen Erwartungen zurück. Auf sich aufmerksam machte dafür Jonas Schuster (22.), der zwar nicht an seine Top-Platzierung aus der gestrigen Qualifikation herankam, jedoch seine ersten Weltcuppunkte dieser Saison sammelte. Derzeit vertritt er zwar lediglich Stefan Kraft, könnte sich bei weiteren überzeugenden Leistungen jedoch Hoffnungen auf einen festen Platz im Weltcupteam machen – vor allem, wenn sich Ortner nicht steigert.

Wellinger und Deschwanden scheiden nach dem ersten Durchgang aus

Nach dem siebten Platz in Ruka hatten die deutschen Fans gehofft, dass bei Andi Wellinger der Knoten geplatzt sein könnte. Doch in Wisla folgte Ernüchterung: Platz 39 und damit erneut das Aus nach dem ersten Durchgang.

Neben Wellinger erwischte es dieses Mal auch den Schweizer Gregor Deschwanden (45.). Beide haben am morgigen Sonntag die Möglichkeit zur Rehabilitierung, wenn in Wisla der zweite Einzelwettkampf auf dem Programm steht. Gleiches gilt auch für Karl Geiger, der bereits am Freitag in der Qualifikation für den ersten Wettbewerb scheiterte.

Ergebnis Wettkampf

Weltcup Weltcup Herren

Nachdem die Damen ihre Wettkämpfe in Wisla bereits beendet haben, starteten die Herren heute Abend in ihre nächste Weltcup-Station auf der Adam-Malysz-Schanze. Die Qualifikation für den morgigen Einzelwettbewerb brachte einige spannende Ergebnisse und auch Überraschungen mit sich.

Ryoyu Kobayashi zeigte sich in bestechender Form und setzte mit 133 Metern die Bestweite, womit er die Qualifikation klar für sich entschied. Hinter ihm reihten sich Daniel Tschofenig aus Österreich und ein wenig überraschend der Franzose Valentin Foubert ein, der mit starken 130 Metern positiv auffiel.

Eine andere Art von Überraschung lieferte der Slowene Domen Prevc. Nachdem er im Training noch die Konkurrenz dominierte, stürzte er in der Qualifikation regelrecht ab und verpasste die vorderen Plätze mit Rang 33 deutlich. Sein Teamkollege und Mann im gelben Trikot, Anze Lanisek (17.) konnte diesmal ebenfalls nicht vorne mitmischen.

Positiv zeigte sich jedoch einmal mehr Vladimir Zografski aus Bulgaren, der es auf einen starken Platz 4 schaffte. Er beweist damit, dass er sich mittlerweile regelmäßig in den Top Ten etablieren kann. So langsam scheint sich die Zusammenarbeit mit dem Deutschen Skiverband für den Einzelkämpfer bezahlt zu machen. Die beiden Norweger Johann André Forfang (6.) und Marius Lindvik (8.) kommen ebenfalls zunehmend besser zurecht und steigern sich von Sprung zu Sprung.

Jonas Schuster, der nach Abwesenheit von Stefan Kraft ins ÖSV-Team gerutscht ist, durfte heute lange in der Leadersbox Platz nehmen und sich am Ende über Platz fünf freuen. Ein schöner Moment für die Skisprungfamilie, dass sein Vater, der ehemalige Bundestrainer Werner Schuster, die Qualifikation live bei Eurosport kommentieren durfte.

Weiterhin Licht und Schatten im deutschen Team

Im deutschen Lager gibt es weiterhin Grund zur Freude, aber auch fragende und ratlose Gesichter. Philipp Raimund brachte einen guten Sprung, doch die Landung misslang – damit ein dennoch guter achter Rang. Bereits im Training zeigte er mit dem Sieg eines Trainingsdurchgangs, dass er sich mit der Schanze gut anfreunden kann. Die Rolle des besten Deutschen übernahm diesmal jedoch Pius Paschke, der mit 127 Metern ein solides Ergebnis erzielte (7.), auch wenn sein Sprung nach dem Tisch noch etwas unruhig wirkt. Felix Hoffmann (11.) platzierte sich ebenfalls im vorderen Feld und bestätigte seine gute Form.

Weniger erfreulich verlief der Abend für Karl Geiger. Er verpasste die Qualifikation, nachdem er schon im Training nur zwischen den Plätzen 40 und 50 rangierte. Bei ihm geht es derzeit nicht wirklich vorwärts – eher nach dem Motto „ein Schritt vor, zwei zurück“. Andreas Wellinger war im Training sogar noch weiter zurück, schaffte aber immerhin als 43. den Sprung in den morgigen Wettbewerb. Von Zufriedenheit ist man jedoch auch hier weit entfernt – es heißt weiterhin kleine Brötchen backen.

Weltcup Weltcup Herren

Zum zweiten Mal in Folge heißt der Sieger bei den Herren Anze Lanisek, der damit seine starke Frühform ein weiteres Mal unter Beweis stellen konnte. Auch die schwierig wechselhaften Windbedingungen brachten den Träger des gelben Trikots beim Weltcup im finnischen Ruka nicht aus der Ruhe. Mit einem Satz auf 142 Meter setzte er sich nach nur einem Sprung vor dem Japaner Ren Nikaido und seinem slowenischen Landsmann Domen Prevc durch. Der zweite Durchgang musste nach acht Athleten aufgrund der Spur- und Windverhältnisse abgebrochen werden.

„Es war noch mehr Schneefall gemeldet, und dann wird die Spur erfahrungsgemäß sehr, sehr langsam, wenn es so feucht ist. Die Geschwindigkeit ist bei den ersten Athleten schon weit zurückgegangen und dann hat es der Wind zusätzlich noch einmal schwieriger gemacht, was lange Wartezeiten ausgelöst hat. Dementsprechend war es, glaube ich, für heute genug“, äußerte sich DSV-Coach Stefan Horngacher im ARD-Interview zum vorzeitigen Abbruch durch die Jury.

Bis zu diesem Zeitpunkt waren im zweiten Durchgang acht Athleten vom Balken gegangen. Es führte der Finne Antti Aalto vor Karl Geiger, die noch einigermaßen schnell im Anlauf unterwegs waren. Die nachfolgenden Springer, darunter der Österreicher Stephan Embacher oder der Slowene Timi Zajc, fuhren über 1 km/h langsamer an und landeten chancenlos bei Weiten unter 100 Metern. Dadurch wurde schließlich vor dem Norweger Marius Lindvik, der nach dem ersten Durchgang den 22. Rang belegte, ein Schlussstrich gezogen.

Raimund scheidet nach dem ersten Durchgang aus – Wellinger bester Deutscher

Wenn man vor dem Wettkampf darauf gewettet hätte, dass Andreas Wellinger bester Deutscher wird, hätte man vermutlich einen hohen Gewinn erzielt. Nachdem es in dieser Saison bislang gar nicht für den Mann aus Ruhpolding lief, sicherte er sich mit einem Sprung auf 127,5 Meter deutlich sein bisher bestes Saisonergebnis und wurde Siebter.

Zwischen Wellinger und den drei Männern auf dem Podium (Lanisek, Nikaido und Prevc) reihten sich der Bulgare Vladimir Zografski (4.) sowie der Japaner Ryoyu Kobayashi und der Franzose Valentin Foubert ein, die sich punktgleich den fünften Platz teilten.

Hinter Andreas Wellinger durfte sich Niko Kytösaho bei seinem Heimspiel über einen starken achten Rang freuen. Die Top 10 komplettierten Pius Paschke und der Schweizer Gregor Deschwanden. Paschke erreichte damit – genauso wie Wellinger – sein bislang bestes Resultat in der aktuellen Winterperiode. Felix Hoffmann durfte sich als Elfter über weitere Weltcuppunkte freuen, genauso wie Karl Geiger, der mit dem 27. Rang zumindest einen leichten Aufwärtstrend zeigte.

Einziger Wermutstropfen aus deutscher Sicht war Philipp Raimund, der mit einem Sprung auf 120 Meter heute nicht über den 32. Platz hinauskam. Angesichts des schnell wechselnden Windes sollte man diesen Ausrutscher allerdings nicht zu hoch bewerten. Am morgigen Tag hat er beim zweiten Einzelwettbewerb in Ruka die Möglichkeit, sich direkt wieder zu rehabilitieren.

Österreicher mit „menschlichen Zügen“ – kein Athlet in den Top 10

Auch die zuletzt so starken Österreicher hatten bei diesen schwierigen Windbedingungen deutlich zu kämpfen. Schon vor dem Wettkampf erwischte es Maximilian Ortner, der bereits in der Qualifikation ausschied. Und auch Jan Hörl kam weder im Training noch in der Qualifikation mit der Schanze und ihren Tücken zurecht. Im Wettkampfsprung steigerte er sich zwar deutlich auf 124 Meter, allerdings stand für ihn am Ende dennoch nicht mehr als der 35. Platz zu Buche.

Zudem verpassten auch Qualisieger Daniel Tschofenig (12.), Manuel Fettner (13.) und Stephan Embacher (25.) die Top 10. Stefan Kraft war nicht mit nach Ruka gereist, da er bei der Geburt seines ersten Kindes anwesend sein wollte. Er wurde durch Jonas Schuster ersetzt, der allerdings ebenfalls nicht über den 39. Rang hinauskam.

Offizielles Ergebnis

Vierschanzentournee Weltcup Weltcup Damen Weltcup Herren

Große Freude bei den Partnervereinen und dem Organisationskomitee der Vierschanzentournee: Nach der Einigung zwischen dem Österreichischen Skiverband (ÖSV) und dem Land Tirol über die Finanzierung einer Flutlichtanlage im Bergisel-Stadion in Innsbruck steht fest, dass ab der Saison 2026/27 auch die weltbesten Skispringerinnen Teil des prestigeträchtigen Wettbewerbs sein werden.

Tourneepräsident Manfred Schützenhofer (Skiclub Bischofshofen) sprach von einem historischen Schritt:

„Das sind fantastische Neuigkeiten und genau das Signal, auf das wir so lange gewartet haben.  Damit wird die 75. Vierschanzentournee 2026/27 in die Geschichte eingehen. Toll, dass nun auch dieses letzte Fragezeichen eliminiert wurde. Vielen Dank an alle, die das ermöglicht haben.“

Alle vier Schanzen mit Flutlicht

Mit der neuen Anlage in Innsbruck verfügen künftig alle vier Tournee-Schanzen über Flutlicht. Damit haben FIS-Renndirektor Sandro Pertile und die lokalen Organisationskomitees die nötige Flexibilität, um Frauenwettkämpfe fest in das Programm zu integrieren.

Geplant ist, dass die Frauenbewerbe an allen Tourneeorten am Qualifikationstag der Männer stattfinden – ein Modell, das sich in Garmisch-Partenkirchen bereits bewährt hat. Dort treten auch in diesem Winter die Skispringerinnen am 31. Dezember um 13 Uhr im Rahmen der Two-Nights-Tour an, bevor die Männer um 16 Uhr ihre Qualifikation bestreiten.

Gemeinsame Tournee ab 2026/27

Schon im vergangenen Jahr hatte Pertile angekündigt, dass ab der Saison 2026/27 die Weltcups der Frauen und Männer parallel an denselben Orten ausgetragen werden sollen. Michael Maurer, Vorsitzender des Skiclubs Partenkirchen, zeigt sich erleichtert: „Es ist hervorragend, dass wir diese Vorgaben nun auch erfüllen können.“

Damit springen Frauen und Männer künftig in der bekannten Reihenfolge: Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen, Innsbruck und Bischofshofen – ein Meilenstein für den Skisprung und die Vierschanzentournee.

Weltcup Herren

Falun – Im heutigen Skisprung-Weltcup der Herren in Falun, wohlgemerkt der erste Weltcup auf der Großschanze in Falun seit der Ski-WM 2015, sicherte sich der Slowene Anze Lanisek den Sieg. Mit Sprüngen auf 129 m und 128,5 m sammelte er insgesamt 262,9 Punkte und ließ die Konkurrenz hinter sich. Mit seinem Sieg übernahm er zudem die Führung im Gesamtweltcup.

Am Mittwochnachmittag kam es zu einer kuriosen Panne: Nachdem Stefan Embacher seinen Sprung nach unten gebracht hatte, wartete dieser im Auslauf auf sein Ergebnis – doch das kam auch nach minutenlangem Warten nicht. Die Verwirrung war nicht nur bei Embacher, sondern bei allen Beteiligten groß. Nachdem 2 weitere Springer gesprungen waren, legte man eine kurze Pause ein, um das technische Problem zu lösen und Embacher manuell in das System einzutragen.

Dieser konnte sich dann am Ende über einen starken 2. Platz (mit 128,5 m und 129 m sowie 259,9 Punkten) und damit seinem ersten Weltcup-Podium der Karriere freuen. „Es hat gereicht und ich bin sehr froh. Das erste Podium ist immer etwas Besonderes, von daher war es ein mega Tag“, freute sich der 19-Jährige im Anschluss. Auf Rang drei landet Domen Prevc aus Slowenien, der beide Durchgänge mit 129 m absolvierte und insgesamt 258,7 Punkte erreichte. Dahinter folgten mit Daniel Tschofenig sowie Jan Hörl einmal mehr gleich zwei der starken Österreicher.

Stefan Kraft, Führender nach dem ersten Durchgang mit 133 m, hatte im zweiten Sprung schwierige Bedingungen und landete nur bei 119 m. Damit rutschte er auf den 9. Platz zurück und verpasste das Podium trotz starker Ausgangslage. Er wird nun nach Hause fliegen und das kommende Wochenende im finnischen Ruka auslassen, da seine Frau Maris und das erste Kind erwarten.

Deutsche Springer mit gemischten Leistungen

Die deutschen Athleten reihten sich heute überwiegend im vorderen Mittelfeld ein: Philipp Raimund war bester Deutscher und landete mit Sprüngen auf 125,5 m in beiden Durchgängen und 239 Punkten auf Platz 11, aber er zeigte sich grundsätzlich damit zufrieden, konnte nur im Wettkampf nicht mehr alles abrufen, wie er im Nachgang in einem Interview erklärte. Felix Hoffmann, welcher vor allem mit seiner eigenen Landung unzufrieden war, sprang auf 128,5 m und 121 m, sammelte 237,7 Punkte und wurde 12. Pius Paschke zeigt sich weiter mit einer Aufwärtstendenz: Mit Sprüngen auf 121 m und 123 m erreichte er 234,5 Punkte und Platz 14.

Andreas Wellinger und Karl Geiger hingegen zeigten beide wieder eine schwache Leistung. Karl Geiger kam auf 115 m, sammelte 100,3 Punkte und belegte Rang 41, während Andreas Wellinger mit 115,5 m und 100,6 Punkten nur einen Platz vor seinem Teamkollege einkam.

Es war ein spannender Wettkampf in Falun auf den Schanzen der FIS Nordischen Ski-WM 2027. Für die Damen geht es am Freitag weiter auf den Lugnet-Schanzen, während die Männer weiter ins finnische Lappland nach Ruka reisen. Dort stehen ab Freitag die nächsten Weltcup-Sprünge an.

ÖSV Weltcup Weltcup Herren

Beim Saisonauftakt in Lillehammer nominierte ÖSV-Cheftrainer Andreas Widhölzl neben den drei überragenden Athleten des letzten Winters – Daniel Tschofenig, Jan Hörl und Stefan Kraft – auch Maximilian Ortner und Manuel Fettner. Zudem hatte Stephan Embacher als Goldmedaillengewinner der Junioren-WM ebenfalls seinen Startplatz sicher. Heißt: Jonas Schuster und Niklas Bachlinger, die über den Sommer hinweg starke Leistungen zeigten, mussten sich zunächst hinten einreihen. Wir haben mit beiden ÖSV-Springern über das „Luxusproblem“ im österreichischen Team gesprochen.

Bereits lange vor Bekanntgabe der Nominierungen für den Saisonstart war klar, dass es im österreichischen Team zu einer Veränderung kommen würde. Denn nach dem Rücktritt von Michael Hayböck, der mittlerweile als TV-Experte für den ORF fungiert, wurde zumindest ein Startplatz im ÖSV-Team wieder frei. Andreas Widhölzl entschied sich hier für die geballte Erfahrung und gab Manuel Fettner den Vorzug. Fettner hatte im Sommer bereits angekündigt, dass er vor seiner letzten Wintersaison steht, ehe auch er vom aktiven Springen zurücktreten wird.

Während sich andere Nationen einen Kopf machen müssen, um solche Lücken zu füllen, ist es im Männerteam der Österreicher seit vielen Jahren anders: Immer wieder kommt top ausgebildeter Nachwuchs nach und nutzt die sich bietenden Gelegenheiten. In der letzten Wintersaison 2024/25 waren es beispielsweise Maximilian Ortner und Markus Müller, die auf sich aufmerksam machen konnten. Vor allem Ortner war im letzten Winter der „Durchstarter“ schlechthin, beeindruckte mit zwei Podiumsplätzen sowie vielen Top-10-Ergebnissen im Weltcup und war auch bei der WM in Trondheim als Silbermedaillengewinner im Teamwettbewerb ein wichtiger Teil der Mannschaft.

Angesichts dieser Leistungsdichte eine glückliche Lage für Andreas Widhölzl – oder etwa doch nicht? Immer wieder steht der ÖSV-Coach vor schwierigen Entscheidungen und kann trotz starker Leistungen einem Teil seiner Athleten keinen Weltcupeinsatz bieten, obwohl sie in vielen anderen Nationen sicher im Weltcupteam gesetzt wären. Für diese Springer bleibt dann nur der Weg über den Continental Cup, um sich dort wieder einen Startplatz zu erarbeiten. Kurz davor stand im Sommer vor allem Jonas Schuster, der es beim abschließenden Wettbewerb in Klingenthal in der eigenen Hand hatte, jedoch um gerade einmal einen Punkt den Quotenplatz für die erste Weltcupperiode im Winter verpasste.

Jonas Schuster: „Irgendwann bekommt man seine Chance, und die möchte ich nutzen“

Doch trotz dieser Umstände ließ er sich nicht entmutigen und zeigte sich in der Mixed-Zone zufrieden: „Es war ein erfolgreicher Sommer, in dem ich sehr gut trainieren konnte, auch wenn ich zu diesem Zeitpunkt vielleicht noch nicht das Optimum vom Sprung her erreicht hatte. Im Herbst hat es sich dann immer weiter gesteigert in Richtung der Wettkämpfe – also der Conti-Cups, der österreichischen Meisterschaft und zum Abschluss beim Sommer-Grand-Prix. Es ist immer besser geworden, und ich bin mega zufrieden mit der Entwicklung, die ich jetzt in den Winter mitnehme“, so Schuster gegenüber Skispringen-News.de.

Seine persönlichen Ziele für die Wintersaison beschreibt er wie folgt: „Ich muss Wettkampf für Wettkampf sehen. Mein nächster Einsatz wird wahrscheinlich der Continental Cup im Dezember sein, und ich werde dort wieder probieren, den Schritt in den Weltcup zu schaffen. Dann schauen wir weiter. Wenn ich so springe wie zuletzt, glaube ich, dass ich ein gutes Niveau habe und wirklich gut mitspringen kann. Dann werden wir sehen, wofür es reicht.“

Auf die Stärke des österreichischen Teams angesprochen, erklärt Schuster: „Ja, es ist sehr schwer, in die Mannschaft hineinzurücken, das auf jeden Fall! Andererseits pusht es natürlich extrem, weil man erst einmal ein Level erreichen muss, dass man überhaupt die Chance hat, ins Team zu kommen. Da muss man halt die richtige Balance finden. Man weiß zwar um die Schwierigkeit, aber trotzdem ist es wichtig, gelassen zu bleiben und einfach zu arbeiten. Irgendwann bekommt man seine Chance, und die möchte ich nutzen. Ich probiere einfach, da zu sein.“

Welche Rolle bei seiner Entwicklung sein Vater, Ex-DSV-Bundestrainer Werner Schuster, spielt, erklärt Jonas Schuster so: „Wenn ich etwas wissen will, kann ich ihn immer fragen. Er ist eine wichtige Figur generell für mich. Ansonsten mache ich das Wesentliche mit meinen Trainern auf der Schanze. Aber wenn ich etwas brauche, ist er immer für mich da“, so der Gesamtzweite des Sommer-Continental Cups 2025.

Niklas Bachlinger: „Wir jungen Athleten versuchen schon, den Älteren Druck zu machen“

Mit dem dritten Platz in der Gesamtwertung des Sommer-Grand-Prix konnte auch Niklas Bachlinger auf sich aufmerksam machen. Entsprechend zufrieden zeigte sich der 23-Jährige gegenüber Skispringen-News.de: „Wenn man mich am Anfang des Sommers gefragt hätte, was ich mir erwarte, stünde das definitiv nicht auf der Liste. Im Conti Cup hat es nicht so gut funktioniert wie im Sommer-Grand-Prix. Daher muss ich wohl schauen, dass ich schnellstmöglich in den Weltcup komme, wenn ich dort leichter zurechtkomme“, schmunzelt Bachlinger.

Auf die Frage, ob man sich ein Beispiel an Maximilian Ortner nehmen kann, der letztes Jahr im ÖSV-Team durchgestartet ist, sagt Bachlinger: „Ja, ich meine, wir machen in Österreich einen guten Job mit den Trainern und den Athleten selbst. Wir sind da richtig stark aufgestellt, und wir jungen Athleten versuchen schon, den Älteren Druck zu machen. Maxi hat letztes Jahr gezeigt, dass wir jungen Athleten vorne mitmischen können, und das ist sicher ein Ansporn, weil wir wissen, dass wir es auch können. Wir warten nur auf den Moment, dass es dann zu 100 Prozent funktioniert.“

Zur Schwierigkeit, sich einen Weltcupplatz im ÖSV-Team zu erkämpfen, erklärt Bachlinger: „Ja, es ist definitiv nicht leicht. Aber ich glaube, dass ein starkes Team einen pusht. Man weiß, dass man mit dem Material gut aufgestellt ist, dass man gut Skispringen kann und dass wir gute Trainer haben. Wenn man dann an sich selbst arbeitet und das Gesamtpaket zusammenpasst, kann das richtig gut aussehen.“

Zu seinen Zielen für die neue Wintersaison und dem Traum von einer möglichen Teilnahme bei den Olympischen Spielen sagt Bachlinger: „Ja, es ist definitiv ein Ziel. Es ist jetzt nicht Priorität Nummer 1 in dieser Saison. Aber die Probe auf der Schanze in Predazzo hat schon gut funktioniert. Schauen wir, was der Anfang vom Winter bringt, und dann lassen wir uns überraschen.“

Clemens Aigner, Daniel Huber und Markus Müller auch noch in der Hinterhand

Die Breite des ÖSV-Kaders ist in jedem Fall weiterhin beeindruckend. Neben den beiden Talenten Jonas Schuster und Niklas Bachlinger werden unter anderem auch Clemens Aigner, der im Sommer den dritten Gesamtrang im Continental Cup erzielte, und Daniel Huber, der die letzte Saison aufgrund einer Verletzung verpasste, um ein Ticket im Weltcup kämpfen. Zudem rechnet sich auch Markus Müller, der letztes Jahr einige Einsätze erhielt, Chancen aus.

Ob Philipp Aschenwald, der seit seinem Trainingssturz im Juli 2023 auf sein Comeback hinarbeitet, ebenfalls zum direkten Anwärterkreis zählen wird, wird sich zeigen. Fest steht in jedem Falle, dass es mehr denn je auf den Continental Cup ankommen wird und auf die Möglichkeit, dort einen zusätzlichen Startplatz für die nächsten Weltcupperioden herauszuspringen. Zuletzt haben die Österreicher dem Springer, dem dieses Unterfangen gelingt, dann auch diesen Startplatz zugesprochen. Ähnliches dürfte auch für die Zukunft zu erwarten sein.

Weltcup Weltcup Damen Weltcup Herren

Am kommenden Wochenende beginnt für die deutschen Skispringerinnen und Skispringer die Olympia-Saison mit dem Weltcup-Auftakt im norwegischen Lillehammer. Von Freitag bis Sonntag stehen zunächst ein Mixed-Team-Wettbewerb sowie jeweils zwei Einzelspringen für Frauen und Männer auf dem Programm.

Das deutsche Aufgebot umfasst bei den Frauen Selina Freitag, Anna Hollandt, Agnes Reisch, Katharina Schmid, Juliane Seyfarth und Emely Torazza. Das gab der Deutsche Skiverband (DSV) am Mittwoch bekannt. Für die Männer gehen Karl Geiger, Felix Hoffmann, Pius Paschke, Philipp Raimund und Andreas Wellinger an den Start.

Die Vorfreude im Team ist kurz vor Saisonstart groß. Selina Freitag betonte vor der Abreise: „Ich bin auf jeden Fall bereit und freue mich, dass es jetzt losgeht. Die Taschen sind bereits auf dem Weg nach Norwegen, wir sind am Dienstag geflogen. Leider ist noch nicht so ganz Winter-Wonderland – die Schanze ist trotzdem eine meiner Lieblingsschanzen. Deshalb freue ich mich da richtig drauf. Schauen wir mal, dass wir richtig gut in die Weltcup-Saison einsteigen – am besten mal direkt mit vorne reinspringen, das wäre richtig cool!“

Auch der diesjährige Sommer-Grand-Prix-Gesamtsieger, Philipp Raimund, blickt optimistisch auf den Auftakt: „Aus den letzten Lehrgängen habe ich ein gutes Gefühl mitgenommen und bin jetzt auch froh, dass es schon bald losgeht. Am Ende kommt der Auftakt dann doch gefühlt schneller als man denkt. Aber auf der anderen Seite kann man es auch kaum erwarten. Deswegen freue ich mich schon echt drauf und bin bereit für den Saisonstart. Ich bin gespannt, wie ich letztendlich performen, was ich von meinen Trainingsleistungen abrufen kann.“

Mit dieser positiven Stimmung und dem klaren Ziel, gleich zu Beginn vorne mitzumischen, will das deutsche Team in Lillehammer ein starkes Zeichen setzen und die Olympia-Saison mit Selbstvertrauen eröffnen.

Markus Eisenbichler feiert sein Debüt als TV-Kommentator

Erst im Frühjahr hat er seine aktive Karriere beendet, nun bleibt er dem Skispringen in neuer Rolle erhalten: Als Experte verstärkt der sechsmalige Weltmeister ab sofort das Eurosport-Team rund um Werner Schuster und Martin Schmitt.

Eisenbichler bringt dabei seine eigenen und dazu noch frischen Erfahrungen aus dem Leistungssport ein und möchte den Zuschauern die Emotionen und Gedanken der Athleten authentisch näherbringen. Seine Premiere gibt er direkt beim Mixed-Team-Bewerb in Lillehammer, zudem wird er auch bei ausgewählten Weltcups und den Olympischen Spielen in Mailand-Cortina 2026 im Einsatz sein.

SGP Herren Sommer Grand Prix

Niklas Bachlinger hat auch den zweiten Wettbewerb der Herren im neuen „High-Five“-Modus gewonnen. Nach seinem Sieg bei der Premiere des neuen Veranstaltungsformats in Courchevel am vergangenen Wochenende behielt der 23-jährige Österreicher dank eines Sprungs auf 136 Meter (129,5 Punkte) auch in Wisla die Nase vorne. Dahinter teilten sich der Bulgare Vladimir Zografski und der Kasache Danil Vassilyev punktgleich (119,3 Pts.) den zweiten Platz.

Bachlinger baute durch diesen Erfolg auch seine Führung im Gesamtklassement des Sommer-Grand-Prix weiter aus. Mit 330 Punkten liegt dort nun unangefochten an der Spitze, vor DSV-Adler Philipp Raimund (160 Punkte), der das Wettkampfwochenende in Wisla komplett ausgelassen hatte. Hinter Bachlinger reihten sich mit Vladimir Zografski und Danil Vassilyev zwei Athleten ein, die man vor dem Wettkampf dort nicht hätte erwarten können. Vor allem der 21-jährige Kasache Vassilyev sorgte mit seinem ersten Podiumsplatz überhaupt für eine faustdicke Überraschung.

Aus deutscher Sicht verlief der Wettkampf nicht wie erhofft. Luca Roth, der beim zweiten Einzelwettbewerb in Courchevel noch auf das Podium gesprungen war, kam dieses Mal nicht über den 15. Platz hinaus. Felix Hoffmann reihte sich dahinter auf dem 20. Rang ein. Adrian Tittel (31.), Max Unglaube (34.) und Jannik Faißt (40.) waren allesamt in der Gruppenphase des ersten Durchgangs gescheitert. Für Martin Hamann war nach dem 55. Platz in der Qualifikation bereits Schluss.

Die nächsten beiden Einzelwettbewerbe des Sommer-Grand-Prix finden am 13./14. September 2025 im rumänischen Rasnov statt. Eine Woche später folgt dann bereits die Olympia-Generalprobe im italienischen Predazzo. Spätestens dort können wir nationenübergreifend wohl von einem deutlichen Zuwachs an Top-Athleten ausgehen.