ÖSV Weltcup Weltcup Herren

Nach über 450 Weltcup-Teilnahmen in 25 Jahren hat Manuel Fettner in Planica seine aktive Skisprungkarriere beendet. Mit einem Flug auf 230 Meter verabschiedete sich der ÖSV-Adler noch einmal in gebührender Weise vom Publikum und wurde anschließend im Auslauf von Freunden und Familie gefeiert.

„Für mich bestand in den letzten Jahren immer die Möglichkeit, dass es die letzte Saison sein könnte. Jetzt wusste ich, dass es definitiv die letzte ist, weil ich schon so lange durchgehalten habe“, sagt der 40-Jährige gegenüber Skispringen-News.de. Neben Simon Ammann und Noriaki Kasai gehörte Fettner zu den dienstältesten Skispringern im Feld. Sein Debüt hatte er am 4. Januar 2001 gegeben.

Wichtig war ihm vor allem, zu einem Zeitpunkt aufzuhören, an dem er noch zur erweiterten Weltspitze zählt. „Zum Schluss waren es noch ein paar richtig gute Jahre, und ich bin froh, dass ich das noch erlebt habe. Ich wollte abtreten, solange ich noch halbwegs gut springe – und das passt so.“

Auf seinen persönlichen Karrierehöhepunkt angesprochen, sagt Fettner: „Die Olympischen Spiele 2022 in Peking waren sicherlich das Größte für mich. Aber auch die WM in Predazzo 2013 war mit dem Titelgewinn damals etwas ganz Besonderes. Generell gab es immer wieder schöne Highlights, auch wenn es zwischendurch schnell wieder nach unten ging.“

Bei den Olympischen Spielen 2022 gewann Fettner mit dem österreichischen Team (Stefan Kraft, Daniel Huber und Jan Hörl) die Goldmedaille. Zudem holte er im Einzel auf der Normalschanze Silber.

Der WM-Titel 2013 in Predazzo zählt zugleich zu seinen kuriosesten Erlebnissen. Nach der Landung verlor er den rechten Ski und balancierte ohne Sturz sicher auf einem Ski über die Sturzlinie, ohne den Schnee zu berühren. Dadurch vermied er größere Punktabzüge, die ihn und seinem Team unter Umständen den Titel hätten kosten können.

Auch wenn Fettner die Vierschanzentournee nicht ausdrücklich erwähnte, zählt der vierte Platz in der Gesamtwertung 2010/2011 ebenfalls mit zu seinen größten Erfolgen. Ein Einzelsieg im Weltcup blieb ihm allerdings bis zum Schluss verwehrt. Fünfmal wurde er Dritter, einmal Zweiter.

Das dürfte ihm nach seinem Karriereende jedoch kaum noch wichtig sein. Entscheidend war für ihn vielmehr ein gelungener Abschluss. Gegenüber dem Fernsehsender ORF sagte er: „Der Empfang im Auslauf hat mir sehr viel Freude bereitet. Wenn man unten ankommt, alles erledigt ist und Freunde und Familie da sind, die einen empfangen, ist das einfach richtig cool. Zum Glück ist mir auch ein passender Sprung gelungen. So musste ich mich beim Ausfahren überhaupt nicht ärgern – sonst wäre es zwiespältig gewesen. Aber ich habe noch einen richtig guten Abschlusssprung geschafft und bin mega happy.“

Im Auslauf erhielt er von seiner Freundin Lisa Eder, die ihn im ersten Durchgang auf dem Trainerturm abgewinkt hatte, eigens designte Skier mit einer Dankesbotschaft überreicht. Doch auch für sie hatte Fettner eine besondere Überraschung parat: Noch an der Schanze machte er ihr einen Antrag – und sie sagte „Ja“. Für Fettner ist das ein erster Schritt in sein neues Leben. Zu seinen weiteren Plänen nach der aktiven Karriere machte er bislang keine Angaben.

DSV Weltcup Herren

Lange haben alle Beteiligten auf die Veröffentlichung des Nachfolgers von Stefan Horngacher gewartet. Nun hat der Deutsche Skiverband den personellen Wechsel im Trainerteam der Skisprung-Herren bekanntgegeben: Andreas Mitter übernimmt ab kommender Saison das Amt des Bundestrainers und folgt damit auf Horngacher, der das Team seit 2019 betreut hatte.

Stefan Horngacher kann auf eine erfolgreiche Amtszeit als Bundestrainer der deutschen Skispringer zurückblicken. Unter seiner Führung gewann das Team unter anderem den Nationen‑Weltcup, stellte einen Skiflug‑Weltmeister und feierte bei der Heim-WM 2021 in Oberstdorf drei Goldmedaillen. Ein besonderer Höhepunkt war zudem der Olympiasieg von Philipp Raimund auf der Normalschanze in Predazzo in diesem Winter, ergänzt durch weitere Podestplätze wie die Bronzemedaille von Karl Geiger. Trotz dieser starken Bilanz blieb ein großer Traum unerfüllt: ein deutscher Gesamtsieg bei der Vierschanzentournee.

Andreas Mitter, der bereits international umfangreiche Erfahrung als Chef- und Nachwuchstrainer gesammelt hat, soll neue Impulse setzen und die Entwicklung der deutschen Mannschaft weiter vorantreiben. Unterstützt wird er dabei unter anderem von Jens Deimel sowie Tino Haase, die künftig erneut als Co‑Trainer ins Weltcupteam zurückkehren werden. Beide waren bereits in der Ära Werner Schuster in der Verantwortung und betreuten zuletzt Athleten im B- bzw. C-Kader des DSV.

„Ich freue mich sehr auf meine neue Aufgabe im Deutschen Skiverband und möchte mein Kow-how und meine Erfahrung als langjähriger Trainer einbringen“, sagt Andreas Mitter. „Zusammen mit meinen Trainerkollegen wollen wir neue Impulse in der Trainingsarbeit setzen, um das Potenzial der Mannschaft bestmöglich zu entwickeln. Darüber hinaus gilt es, mit den Trainern aller Lehrgangsgruppen im DSV inhaltliche Schwerpunkte für eine langfristige und positive Entwicklung für den Skisprung in Deutschland zu setzen.“

Skifliegen Weltcup Herren

Was für ein Finale beim Skifliegen in Planica: Marius Lindvik sichert sich mit insgesamt 459,5 Punkten den Sieg und setzt sich knapp gegen Domen Preve 453,9 Punkten durch. Beide zeigen mit Flügen jenseits der 230 Meter absolutes Topniveau, am Ende jedoch hat Lindvik die Nase vorn.

Rang drei geht an Johann Andre Forfang mit 441,3 Punkten, gefolgt von Daniel Tschofenig auf Platz vier mit 438,4 Punkten. Auch dahinter bleibt es hochklassig: Valentin Foubert wird Fünfter mit 425,4 Punkten vor Stefan Kraft mit 422,6 Punkten und Naoki Nakamura mit 422,1 Punkten.

Bester Deutscher wird Karl Geiger auf Rang acht mit 419,7 Punkten, der mit Sprüngen auf 233m und 227,5 m seine Klasse zeigt. Dahinter folgen Manuel Fettner, in seinem letzten Wettkampf den 9. Platz mit 419,6 Punkte erreicht, und Jonas Schuster auf dem 10. Platz mit 415,1 Punkten. Andreas Wellinger landet mit 414,8 Punkten auf Rang elf und erwischte im ersten Durchgang einen Traumflug mit 238,5m und perfekter Landung.

Im weiteren Feld folgen unter anderem Tomofumi Naito, Anze Lanisek und Antti Aalto. Philipp Raimund wird 28. mit 357,5 Punkten, während Kamil Stoch den Wettkampf auf Rang 30 mit 303,7 Punkten beendet.

Für besonders emotionale Momente sorgt das Karriereende zweier großer Namen: Kamil Stoch und Manuel Fettner bestreiten in Planica ihre letzten Wettkampfsprünge. Während Fettner noch einmal mit einem starken neunten Platz überzeugt, verabschiedet sich Stoch unter großem Applaus ebenso von der internationalen Bühne.

Das Skifliegen in Planica bietet damit nicht nur sportlich hochklassige Leistungen, sondern auch einen würdigen Rahmen für zwei herausragende Karrieren die mit dem heutigen Tage zu Ende gehen.

Domen Prevc krönt damit eine überragende Saison und sicherte sich mit großem Vorsprung den Gesamtweltcupsieg im Skispringen, während Ryoyu Kobayashi und Daniel Tschofenig die Plätze zwei und drei belegten. Bester Deutscher wurde Philipp Raimund auf Rang sieben, zudem platzierte sich mit Felix Hoffmann mit Platz 9 ebenso in den Top Ten des Gesamtweltcups. Insgesamt dominierte Prevc den Winter klar. Deutschland landete im Nationencup auf Platz vier und damit hinter Österreich, Slowenien und Japan zurückblieb.

Skifliegen Weltcup Herren

Bei traumhaftem Wetter, einer beeindruckenden Kulisse und besten Aufwindverhältnissen erlebten die Zuschauer beim Teamspringen im slowenischen Planica einen hochklassigen Wettkampf mit weiten Flügen und spannenden Verschiebungen im Klassement. Am Ende setzte sich Österreich durch, während die deutsche Mannschaft das Podest deutlich verpasste.

Schon im ersten Durchgang deutete sich ein enger Kampf um die Spitzenplätze an. Norwegen lag zur Halbzeit noch in Führung, doch im Finale drehten die Österreicher auf und sicherten sich mit insgesamt 1493,5 Punkten den Sieg. Daniel Tschofenig legte mit starken 234 Metern den Grundstein, Markus Müller steuerte 201,5 Meter bei, während Stefan Kraft mit 217,5 Metern und Stephan Embacher mit 221 Metern den Erfolg souverän absicherten.

Hinter Österreich belegte Japan Rang zwei. Vor allem Naoki Nakamura überzeugte im zweiten Durchgang mit einem Flug auf 235,5 Meter, auch Tomofumi Naito zeigte mit 228 Metern eine starke Leistung. Ryoyu Kobayashi konnte mit 197,5 Metern diesmal nicht ganz mithalten, während Ren Nikaido auf 213,5 Meter kam. Mit 1425,6 Punkten behauptete Japan dennoch den zweiten Platz.

Norwegen, nach dem ersten Durchgang noch in Führung, musste sich am Ende mit Rang drei begnügen. Zwar setzte Marius Lindvik mit einem starken Flug auf 235,5 Meter ein Ausrufezeichen, doch Johann André Forfang kam im Finale nicht über 202,5 Meter hinaus. Mit insgesamt 1418 Punkten reichte es somit nur zu Platz 3.

Die deutsche Mannschaft zeigte vor allem im zweiten Durchgang eine deutliche Steigerung und arbeitete sich auf Rang vier vor. Andreas Wellinger bestätigte seine starke Form mit einem Sprung auf 226,5 Meter, auch Philipp Raimund überzeugte mit 218 Metern. Karl Geiger sprang im ersten Durchgang noch mit 238,5 Meter und im zweiten dann 215 Meter. Mit Pius Paschke der 212,5 Meter erreichte , komplettierten sie eine geschlossene Teamleistung. Mit 1374,7 Punkten fehlte am Ende dennoch ein Stück auf die Podestplätze.

Hinter den Top-Nationen musste sich Slowenien vor heimischem Publikum mit Rang fünf zufriedengeben. Nach einem soliden ersten Durchgang fehlte im Finale die Konstanz, um noch einmal in den Kampf um die Medaillen einzugreifen.

Insgesamt bot das Teamspringen von Planica bei perfekten äußeren Bedingungen ein Fliegen auf höchstem Niveau. Der morgige letzte Einzelwettkampf der Saison verspricht somit also noch viel Spannung, in dem die Springer nochmal um wichtige Punkte kämpfen werden.

Weltcup Weltcup Herren

Nach einer bislang eher schwierigen Saison scheint Daniel Tschofenig (299,4 Punkte) in der Schlussphase noch einmal richtig in Schwung zu kommen. Nachdem sich der Österreicher am gestrigen Tage noch um 0,7 Punkte Philipp Raimund geschlagen geben musste, behielt er dieses Mal in Lahti knapp die Oberhand. Rang zwei ging an Domen Prevc (298,8 Punkte), der sich unbeeindruckt von seiner gestrigen Disqualifikation heute erneut stark präsentierte. Ryoyu Kobayashi (296,2 Punkte) komplettierte als Dritter das Podium.

Nach dem ersten Durchgang hatte Daniel Tschofenig (130,5 m) noch auf dem dritten Rang hinter Spitzenreiter Ryoyu Kobayashi (128,5 m) und Domen Prevc (130 m) gelegen. Im zweiten Durchgang konterte der Österreicher jedoch noch einmal und zog mit einem starken Sprung auf 129,5 m noch an seinen beiden Kontrahenten vorbei. Seriensieger Domen Prevc (130 m) musste sich am Ende um 0,6 Punkte gegenüber Tschofenig geschlagen geben. Für Ryoyu Kobayashi (126 m) blieb trotz Halbzeitführung am Ende „nur“ der dritte Rang. Allerdings hatte der Japaner im Finaldurchgang vergleichsweise auch die schwierigsten Windbedingungen. Philipp Raimund verpasste nach seinem gestrigen Weltcupsieg heute als Vierter ganz knapp das Podium, zeigte aber dennoch zwei starke Sprünge (128 m/129 m; 291,8 Punkte).

Rang fünf ging an den Norweger Marius Lindvik vor dem Österreicher Jan Hörl (6.) und Isak Andreas Langmo (7.), einem weiteren Norweger, der sein bisher bestes Weltcupresultat erzielte. Auch allgemein zeigten sich die Norweger äußerst stark, denn mit Johann Andre Forfang (9.) brachten sie noch einen dritten Springer in die Top-10. Dazwischen reihte sich der finnische Lokalmatador Niko Kytosaho (8.) ein. Der Pole Kacper Tomasiak (10.) vervollständigte die Top-10.

Ren Nikaido, der über mehrere Tage unplanmäßig in Dubai gestrandet war und durch den Krieg von dort aus auf direktem Flugweg nicht weiterkam, schaffte es rechtzeitig zur Qualifikation für den zweiten Einzelwettkampf nach Lahti. Nach dem ersten Durchgang hatte er noch auf einem starken fünften Rang gelegen, fiel allerdings im Finale noch bis auf den 14. Platz zurück.

Felix Hoffmann zeigte sich am zweiten Wettkampftag in Lahti formverbessert und belegte den 21. Rang. Pius Paschke (29.) sammelte ebenfalls Weltcuppunkte, blieb aber nach einem starken Quali-Sprung im Wettbewerb deutlich hinter seinen eigenen Erwartungen zurück.

Kampf um den dritten Platz im Gesamtweltcup ist entbrannt

Während Domen Prevc (1894 Punkte) seit dem gestrigen Tage bereits als Gesamtweltcupsieger feststeht und sich Ryoyu Kobayashi (1153 Punkte) dahinter auch seinen zweiten Platz zu festigen scheint, ist um den dritten Rang noch ein enger Dreikampf in vollem Gange. Daniel Tschofenig (999 Punkte), Philipp Raimund (948 Punkte) und Ren Nikaido (939 Punkte) rechnen sich hier noch allesamt Chancen aus. Am nächsten Wochenende wird dieser packende Kampf in Oslo fortgesetzt.

Wellinger und Geiger verpassen Finaldurchgang

Nach zuletzt deutlich aufsteigender Form ging es für Andreas Wellinger (33.) und Karl Geiger (42.) dieses Mal wieder einen Schritt zurück. Die beiden deutschen Erfolgsgaranten der letzten Jahre konnten sich nicht für den zweiten Durchgang qualifizieren. Damit werden sie auch in den Überlegungen von Stefan Horngacher für den morgigen Super-Team-Wettkampf wohl keine entscheidende Rolle spielen. Neben Philipp Raimund wird der deutsche Bundestrainer mit großer Wahrscheinlichkeit entweder auf Felix Hoffmann oder Pius Paschke für das deutsche Aufgebot zurückgreifen.

Quali-Aus für Kraft, Zajc und Roth

In der zuvor ausgetragenen Qualifikation, die der Japaner Ryoyu Kobayashi für sich entscheiden konnte, strandeten mit Stefan Kraft (55.) und Timi Zajc (56.) bereits zwei ganz prominente Namen. Auch Luca Roth (51.) verpasste knapp den Einzug in den Wettbewerb der besten 50 Athleten.

>>> Ergebnis Wettkampf

Weltcup Weltcup Herren

Nach seinem Olympiatriumph auf der Normalschanze darf sich Philipp Raimund (129,3 Punkte) nun auch über seinen ersten Weltcupsieg freuen. Mit einem Sprung auf 122,5 m sicherte er sich in Lahti knapp vor dem Österreicher Daniel Tschofenig (128,6 Punkte) den Sieg. Rang drei ging an den Bulgaren Vladimir Zografski (127,2 Punkte). Domen Prevc, der zunächst wie der sichere Sieger aussah, wurde nach der Materialkontrolle disqualifiziert, holt sich aber dennoch vorzeitig den Sieg im Gesamtweltcup.

Mit einem famosen Sprung auf 129 m schien Domen Prevc auch in Lahti unbezwingbar zu sein. Doch kurz nach dem Einzelwettbewerb wurde der Slowene wegen der Länge seines Skis disqualifiziert. Dadurch rückte Philipp Raimund auf den ersten Platz nach vorne und durfte sich über den ersten Weltcupsieg seiner Karriere freuen. Bei schwierigen Rückenwindbedingungen reichte sein Sprung auf 122,5 m, um den Österreicher Daniel Tschofenig, der seinerseits auf 124,5 m segelte, knapp in Schach zu halten. 0,7 Punkte trennten die beiden am Ende voneinander. Groß war der Jubel dahinter auch bei Vladimir Zografski, der erstmals in seiner Karriere einen Platz auf dem Podium erzielte.

Rang vier ging an den Schweizer Gregor Deschwanden (124 m) vor Lokalmatador Antti Aalto (5./123 m) und dem Japaner Ryoyu Kobayashi (6./122 m), der vor dem Wettkampf als einziger Athlet im Feld noch den Gesamtweltcupsieg von Domen Prevc hätte verhindern können. Doch trotz des „Nullers“ von Domen Prevc brachte der sechste Rang zu wenige Zähler ein, weshalb auch er den „Dominator“ des Winters in den verbleibenden Wettbewerben nicht mehr einholen kann. Für Prevc ist es nach dem Gewinn der Vierschanzentournee, der Skiflug-WM und der Goldmedaille bei Olympia der nächste große Einzeltriumph in dieser Saison. Eines bleibt dem Slowenen allerdings trotzdem verwehrt: Durch seine Disqualifikation verpasste Prevc den siebten Sieg in Serie, mit dem er in dieser Statistik der alleinige Rekordhalter gewesen wäre.

Maximilian Ortner, der mit einer Weite von 120 m als einziger Österreicher in die Top-10 springen konnte, wurde am Ende Siebter. Valentin Foubert (8./120m), Niko Kytosaho (9./120m) und Kamil Stoch (10./117,5 m) rundeten die Top 10 ab.

Gelungener Auftritt von Paschke – Wellinger und Hoffmann enttäuschen

Neben dem Sieg von Philipp Raimund zeigte sich Pius Paschke (12./120 m) gegenüber den letzten Wettkämpfen wieder verbessert. Luft nach oben ließen hingegen die übrigen deutschen Springer: Karl Geiger (23./115 m), Andreas Wellinger (38./109 m), Luca Roth (41./109,5 m) und Felix Hoffmann (44./106,5 m).

Auch die Österreicher blieben hinter den Erwartungen zurück. Jan Hörl wurde nach überstandenen Rückenproblemen mit 117 m gerade einmal 19., Stefan Kraft (115m) kam nicht über den 21. Rang hinaus, und Stephan Embacher (112 m), der kurzfristig von den Junioren-Weltmeisterschaften aus Lillehammer angereist war, erreichte nur Platz 27.

Die Einzelkonkurrenz fand als Ersatzspringen für den ausgefallenen Wettkampf in Ruka statt. Es gab keine Qualifikation, weshalb im ersten Durchgang alle 68 Springer antraten. Ein zweiter Durchgang wurde von vornherein nicht angesetzt, da hierfür wegen der parallel in Lahti stattfindenden Wettbewerbe in der Nordischen Kombination sowie im Skilanglauf die Zeit fehlte.

>>> Ergebnis Wettkampf

DSV Weltcup Weltcup Herren

Im Skisprung-Weltcup ist Vladimir Zografski bereits seit 2008 aktiv. Seit zwei Jahren trainiert der Bulgare mit dem deutschen Team – und hat im Vergleich zu seinen früheren Jahren als Einzelkämpfer einen deutlichen Leistungssprung gemacht.

„Die Saison war von einem Auf und Ab geprägt. Im Moment läuft es aber ziemlich gut, würde ich sagen – ich bin recht zufrieden“, erklärte Zografski gegenüber Skispringen-News.de. Und das aus gutem Grund: Aktuell erlebt er seine bisher stärkste Weltcup-Saison. Auf Rang neun in Falun Ende November 2025 folgte in Ruka mit Platz vier sein bislang bestes Weltcup-Ergebnis. In Wisła bestätigte er seine Form mit Rang sechs, in Willingen wurde er Achter. Vier Top-10-Platzierungen in einer Saison – zum Vergleich: Seit seinem Debüt 2008 hatte er zuvor insgesamt nur sechs Ergebnisse unter den besten Zehn erreicht. Diese Entwicklung unterstreicht eindrucksvoll, wie sehr er sein Niveau gesteigert hat. Auch bei den Olympischen Winterspielen in Predazzo überzeugte er mit Platz zehn im Einzel auf der Großschanze.

Ein wesentlicher Faktor für diesen Aufwärtstrend ist die Zusammenarbeit mit dem deutschen Team. Zografski fühlt sich längst als fester Bestandteil der Mannschaft. Das zeigt sich nicht nur daran, dass er sich im Auslauf gemeinsam mit den DSV-Adlern positioniert und sich über gute Resultate deutscher Athleten mitfreut. Auch bei Siegerehrungen ist er regelmäßig dabei, wenn ein deutscher Springer auf dem Podest steht – gelebter Teamgeist.

Über die Kooperation sagt er: „Es ist einfach unglaublich. Für mich ist es das zweite Jahr der Zusammenarbeit mit dem deutschen Team. Man sieht, dass meine Sprünge immer besser werden – und die Ergebnisse ebenfalls. Es war eine großartige Gelegenheit für mich. Ich möchte mich beim Deutschen Skiverband bedanken, dass ich Teil des Teams sein darf. Alle sind supernett, der Trainer ist klasse, die Athleten auch – es ist wirklich toll.“

Das Lächeln steht ihm dabei ins Gesicht geschrieben – und man gönnt es ihm. Über Jahre hinweg blieb Zografski beharrlich, trotz zahlreicher Rückschläge. Am 17. Dezember 2010 sammelte er in Engelberg mit Rang 28 erstmals Weltcup-Punkte. Am 3. Dezember 2011 gelang ihm in Lillehammer als Achter die erste Top-10-Platzierung. 2013 stellte er in Planica mit 213,5 Metern einen neuen bulgarischen Rekord auf. Allerdings konnte er diese Leistungen lange Zeit nicht konstant bestätigen: Von der Saison 2013/14 bis 2016/17 erreichte er lediglich dreimal den zweiten Durchgang.

Neuen Schwung erhielt seine Karriere bei den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang, wo er im Einzel auf der Normalschanze überraschend Platz 14 belegte. Ein weiterer Höhepunkt folgte 2023 mit dem Gesamtsieg im Sommer-Grand-Prix – inklusive drei Einzelerfolgen. In der Saison 2024/25 verbesserte er beim Skifliegen in Oberstdorf den bulgarischen Rekord auf 215 Meter und sprang bei den Nordischen Ski-Weltmeisterschaften 2025 auf der Normalschanze in Trondheim auf einen starken neunten Platz.

Es bleibt spannend, welche Impulse die enge Zusammenarbeit mit dem deutschen Team noch bringen wird. Aktuell liegt Zografski auf Rang 13 im Gesamtweltcup.

Skifliegen Weltcup Weltcup Herren

Kulm (AUT) – Beim Skifliegen am Kulm lieferten sich die Athleten einen hochklassigen Wettkampf mit beeindruckenden Weiten und einem dramatischen Finale. Am Ende sicherte sich Domen Prevc mit einem Monsterflug auf 228,5 Meter den Sieg und setzte sich mit 433,0 Punkten knapp durch.

Dabei hatte zunächst ein Österreicher geführt: Stephan Embacher lag nach dem ersten Durchgang mit 223,0 Metern an der Spitze und träumte vom Heimerfolg. Auch im Finale zeigte er mit 219,5 Metern einen starken Flug, musste sich am Ende jedoch um 1,1 Punkte geschlagen geben. Mit 431,9 Punkten blieb ihm Rang zwei – ein herausragendes Ergebnis, aber auch eine denkbar knappe Niederlage.

Für Jubel im österreichischen Team sorgte zudem Jonas Schuster. Der 22-Jährige flog im zweiten Durchgang auf 204,5 Meter und sicherte sich mit 401,1 Punkten Rang drei – sein erstes Weltcup-Podest überhaupt.

Starke ÖSV-Mannschaft – Tschofenig und Ortner in den Top Fünf

Auch hinter dem Podium präsentierte sich das österreichische Team geschlossen stark. Daniel Tschofenig zeigte im Finale mit 212,5 Metern einen seiner stärksten Flüge des Winters und belegte mit 392,7 Punkten Rang vier.

Direkt dahinter folgte Maximilian Ortner mit 386,5 Punkten auf Platz fünf. Damit standen gleich vier Österreicher in den Top Fünf – ein beeindruckender Mannschaftsauftritt auf der Heimschanze.

Rang sieben ging an Gregor Deschwanden mit 382,2 Punkten, während Ryoyu Kobayashi nach einem 202-Meter-Flug im Finale Achter wurde.

Raimund bester Deutscher – Wellinger in den Top Ten

Aus deutscher Sicht überzeugte vor allem Philipp Raimund. Mit starken 209,5 Metern im zweiten Durchgang arbeitete er sich auf Rang sechs nach vorne und erzielte insgesamt 384,8 Punkte.

Auch Andreas Wellinger zeigte mit 197 Metern im Finale eine solide Leistung und belegte mit 378,1 Punkten Platz neun.

Für Karl Geiger reichte es nach 200,5 Metern im zweiten Durchgang zu Rang 20 (358,2 Punkte). Felix Hoffmann, Luca Roth sowie Pius Paschke hatten den Finaldurchgang nicht erreicht.

Bereits morgen steht am Kulm der nächste Einzelwettkampf auf dem Programm. Nach diesem engen Duell zwischen Prevc und Embacher dürfte die Spannung kaum größer sein. Kann Embacher vor heimischem Publikum zurückschlagen? Bestätigt Prevc seine beeindruckende Flugform? Und gelingt einem der Deutschen der Sprung noch weiter nach vorne?

Die traditionsreiche Flugschanze am Kulm hat einmal mehr gezeigt, warum sie zu den spektakulärsten Stationen im Weltcup-Kalender zählt – und verspricht auch für morgen große Weiten und Hochspannung.

DSV Plauderecke

Am 22. März 2025 beendete Stephan Leyhe in Lahti nach 240 Einsätzen im Weltcup seine aktive Skisprungkarriere. In Willingen kehrte der 34-Jährige erstmals seit seinem Rücktritt wieder an eine Schanze zurück. Skispringen-News.de hat sich mit dem zweifachen Team-Olympiamedaillengewinner und Ex-Teamweltmeister über sein Leben nach dem Leistungssport sowie über den Zeitpunkt seines Karriereendes unterhalten.

Skispringen-News.de: „Stephan, der Weltcup in Willingen ist sicherlich immer etwas ganz Besonderes für dich, gerade weil es deine Heimat ist. Dieses Mal erlebst du das Skispringen nach vielen Jahren als aktiver Springer jedoch von einer anderen Seite. Wie gefällt es dir und wie sieht deine Aufgabe für das Wochenende aus?“

Stephan Leyhe: „Ja, es ist ganz cool, den Weltcup mal von einer ganz anderen Seite zu sehen, nicht als Aktiver, sondern so als ‚Free Willi‘. Die Sache ist: Ich habe nicht so eine richtige Aufgabe, aber dadurch habe ich ganz viele Aufgaben, weil dann immer die Frage kommt: „Hast du gerade was zu tun?“ Und wenn du nein sagst, wirst du halt sofort eingespannt und musst irgendwas machen (schmunzelt). Aber es macht auch echt Spaß im Moment, muss ich sagen.“

Skispringen-News.de: „Wie sieht denn jetzt so das Leben nach deiner aktiven Karriere aus?“

Stephan Leyhe: „Ich bin Vollzeitstudent in Kassel im Bereich Architektur, das ist meine Hauptaufgabe im Moment. Und neben dem Studium habe ich ansonsten nicht ganz so viel Zeit für andere Dinge.“

Skispringen-News.de: „Wenn du so an der Schanze bist, gibt es auch mal Momente, in denen du das Springen ein bisschen vermisst?“

Stephan Leyhe: „Ich war seit meinem Rücktritt bis jetzt noch nicht an der Schanze, also ist der Weltcup hier in Willingen tatsächlich der erste, den ich wieder live sehe. Aber natürlich habe ich auf der Couch dann schon immer mal zugeschaut, was die Jungs so machen. Ich vermisse auch eher die Jungs bzw. das Team als das Skispringen an sich, weil ich mit diesem Kapitel wirklich komplett abgeschlossen habe und damit fertig bin.“

Skispringen-News.de: „Warum war es Ende der letzten Saison der richtige Zeitpunkt aufzuhören?“

Stephan Leyhe: „Na ja, ich konnte selbst sagen: „Ich höre jetzt auf.“ Also ich bin nicht irgendwo in der zweiten oder dritten Reihe gelandet, sondern konnte im Weltcup oben aufhören. Ich bin, glaube ich, 15 Jahre international herumgereist und hatte halt auch einfach keine Lust mehr, jedes Wochenende die Tasche zu packen, dann wieder hierhin und dorthin – ich war einfach bereit, etwas Neues zu machen.“

Skispringen-News.de: „Was war rückblickend betrachtet für dich dein persönliches Karrierehighlight? Wir können uns z. B. noch an einen sehr erfolgreichen Auftritt hier in Willingen erinnern, als du einen Weltcupsieg feiern durftest. War es dieser Tag?“

Stephan Leyhe: „Ja, definitiv der 8. Februar 2020 hier in Willingen, aber auch die ganzen Medaillen, die ich mit dem Team gesammelt habe, oder auch der dritte Platz in der Gesamtwertung der Vierschanzentournee 2018/2019 – das war schon ganz gut.“

Skispringen-News.de: „Wir wünschen dir auf jeden Fall weiterhin viel Erfolg bei deinem Architekturstudium und möchten zum Abschluss noch gerne wissen: Wenn du ein ‚All-Star-Team‘ für einen Vierer-Wettkampf aufstellen würdest – wer wäre für dich neben dir in der Mannschaft?“

Stephan Leyhe: „Puh, na ja, da kommt es jetzt darauf an, ob wir auf einer kleinen Schanze, einer Großschanze oder einer Flugschanze springen. Aber ich würde auf jeden Fall Andreas Wellinger als Allrounder nehmen. Zudem hätte mich Sven Hannawald zu seiner aktiven Zeit interessiert – und Janne Ahonen. Ja, ich glaube, das wäre ein cooles Team.“

Weltcup Damen Weltcup Herren

Der Super-Team-Wettbewerb feierte seine olympische Premiere und löste dort den „klassischen“ Vierer-Team-Wettbewerb ab. FIS-Renndirektor Sandro Pertile erklärte im Rahmen des kürzlich stattgefundenen Weltcup-Wochenendes in Willingen gegenüber Skispringen-News.de, dass die Idee sei, ab der nächsten Saison jedoch wieder mehr auf Vierer-Team-Wettbewerbe zu setzen.

In Predazzo sorgte der Super-Team-Wettbewerb bis zum Schluss für große Spannung und vor allem für ein großes Teilnehmerfeld, denn insgesamt 17 Nationen gingen an den Start. Doch bei vielen Athletinnen und Athleten ist der Wettbewerb nach wie vor nicht sonderlich beliebt. Der Hauptgrund hierfür: Viele Springerinnen und Springer kommen bei diesem Format nicht zum Einsatz und müssen während der drei Durchgänge mit der Zuschauerrolle vorliebnehmen. FIS-Renndirektor Sandro Pertile verriet uns im Rahmen eines Interviews vor den Olympischen Spielen in Willingen, dass die Planungen für die nächsten Weltcupjahre nun wieder mehr in Richtung der Vierer-Team-Wettkämpfe gehen – sicherlich zur Freude einiger Nationen oder zumindest der größeren Nationen.

Im Anschluss an den Mixed-Wettbewerb in Willingen schilderte Pertile gegenüber Skispringen-News.de offen: „Ich glaube, das Format (hier in Bezug auf Mixed-Wettkämpfe, wie in Willingen) ist attraktiv. Es gibt nur einen Nachteil, dass wie beim Superteam nur zwei Athleten am Start sind und alle anderen zuschauen.“ Auf Nachfrage, wie es in den nächsten Jahren weitergeht und ob nun auch wieder mehr Vierer-Team-Wettkämpfe anstelle des Super-Teams stattfinden, sagte Pertile: „Ja, das ist die Idee. Wir möchten in den nächsten Jahren bis zu den Olympischen Spielen wieder mehr Teamwettbewerbe mit vier Athletinnen bzw. vier Athleten machen.“

Zu den Hintergründen der zuvor vorgenommenen Umstellung erklärte Pertile: „Wir mussten in den letzten paar Jahren Richtung Superteam arbeiten, weil es ein Format für die Olympischen Spiele ist. Das resultiert aus der Entscheidung des IOC vor vier Jahren, und eine Reduktion der Zahl an Athleten war für uns der einzige Weg, viele Nationen bei den Olympischen Spielen am Start zu haben. Ich bin auch froh, dass wir 17 Teams in Milano Cortina dabeihaben. Das ist ein riesengroßer Erfolg, weil wir unser internationales Profil haben müssen.“

Die ersten Reaktionen aus dem Springerlager zur Planung von mehr Vierer-Team-Wettkämpfen fallen wie folgt aus:

Selina Freitag (Deutschland): „Das wäre richtig, richtig schön. Ich denke, dass die Teamspringen noch mal ein bisschen interessanter sind. Meine ehrliche Meinung zum Superteam ist, dass es total stressig ist für uns Athleten, vor allem, wenn man dann nicht so schnell oben sein kann, aber direkt wieder hoch muss. Deswegen finde ich, dass es auch zum Anschauen nicht so schön ist, aber ich würde mich auf jeden Fall freuen, wenn wir wieder Vierer-Team-Wettbewerbe bekommen. Und ich glaube, die Jungs würde das auch freuen. Und ja, dann sitzt auch nicht der Großteil des Teams zu Hause und schaut zu.“

Julia Mühlbacher (Österreich): „Also, wenn ihr mich letztes Jahr gefragt hättet, hätte ich mich sehr gefreut, weil wir da doch noch ein paar mehr Mädels im Team waren. Jetzt sind wir natürlich geschrumpft, aber ich würde schon sagen, dass das Vierer-Team um einiges spannender ist als das Superteam, weil es vier verschiedene Leute sind und es das ausmacht, finde ich. Also auch wenn wir jetzt rein mannschaftlich von der Stärke her nicht mehr da sind, wo wir letzte Saison gestanden sind. Es ist sicher voll interessant und spannend, gerade auch bei den Herren, weil dort die Dichte noch einmal ganz anders ist als bei den Damen. Man wird sehen, was entschieden wird. Aber es würde sicherlich nicht schaden, wieder einen etwas anderen Wettkampfmodus einzubringen.“

Ob die kürzlich gewonnenen Eindrücke der Olympischen Spiele die Sichtweise des FIS-Renndirektors im Hinblick auf die Kalenderplanung noch verändert haben, bleibt abzuwarten.