Weltmeisterschaften

Stefan Kraft steht vor seinem dritten Einzel-WM-Titel. Mit einem Sprung auf 132,5 Meter liegt der Österreicher im dichten Schneetreiben von Oberstdorf vergleichsweise klar in Führung.

Stefan Kraft hat seine starken Trainingsleistungen voll bestätigt und führt mit 137,8 Punkten den Wettbewerb an. Auf Rang zwei liegt der Norweger Robert Johansson, der auf 129,5 Meter und 132,1 Punkte kam. Den dritten Platz belegt der Österreicher Stefan Huber der sogar einen Meter weiter als Kraft sprang. Noch voll im Medaillenrennen sind auch Yukiya Satō (134 Meter) und Piotr Zyla (130,5 Meter). Für einen Schreckmoment sorgte der Japaner Ryoyu Kobayashi, der bei 117,5 Metern zu Fall kam, sich aber wohl nicht verletzte.

Karl Geiger in Lauerstellung

Bester Deutscher ist nach dem ersten Durchgang erneut Karl Geiger. Der Oberstdorfer sprang bei guten Aufwindbedingungen auf 132 Meter, hat aber als Siebtplatzierter bereits gut zehn Punkte Rückstand auf den Führenden. Überraschend stark platzierte sich auch Pius Paschke. Dieser konnte die Luft von unten gut nutzen und zeigte mit 129,5 Metern seinen besten Sprung von der Schattenbergschanze. Zur Halbzeit belegt der 30-Jährige den siebten Platz. Doch auch auf den Rängen acht bis zwölf befinden sich Topspringer, wie Dawid Kubacki, Anze Lanisek oder Marius Lindvik noch in Reichweite.

Nur Rang 16: Markus Eisenbichler enttäuscht

Enttäuschend lief der erste Sprung für Markus Eisenbichler. Der Siegsdorfer landete bereits bei 122,5 Meter und belegt nur den 16. Platz. Es war bisschen schwieriger vom Winde und auch der Sprung war etwas zu spät vom Schanzentisch“, analysierte Stefan Horngacher, der ansonsten mit den Leistungen seiner Schützlinge zufrieden war. So gelang auch Severin Freund mit 122,5 Meter ein ordentlicher Sprung und bestätigte mit Rang 20 seine stabilen Trainingseindrücke. Martin Hamann sprang einen Meter kürzer als sein Teamkollege, schaffte jedoch als 25. auch den Sprung ins Finale.

Ergebnis 1. Durchgang

Weltmeisterschaften

Mit der WM-Entscheidung der Skispringer auf der Großschanze steht am Freitagnachmittag eines der Highlights in Oberstdorf auf dem Programm. Der Probedurchgang ging bereits bei dichtem Schneefall über die Bühne. Der Qualifikationssieger Stefan Kraft setzte sich in diesem erneut gegen die Konkurrenz durch. Doch auch der Titelverteidiger hält sich in Lauerstellung.

Nach dem Fehlen von Halvor Egner Granerud kristallisiert sich nun der Vorjahres-Gesamtweltcupsieger Stefan Kraft als Favorit für den WM-Titel auf der Großschanze heraus. In allen Durchgängen präsentierte er sich bisher am stärksten und mit den stabilsten Sprüngen. Hinter ihm im Probedurchgang platzierten sich Dawid Kubacki sowie Markus Eisenbichler. Das nötige Quäntchen Glück könnte am Freitag jedoch ebenfalls eine wichtige Rolle spielen. Bereits im Probedurchgang wurde im gesamtem Feld aus fünf verschiedenen Anlaufluken angefahren.

DSV mit solider Probe: Eisenbichler und Geiger in Lauerstellung

Die beiden ins Team gerückten Severin Freund und Martin Hamann erwischten einen soliden Probesprung. Auch Pius Paschke konnte sich nach einem schwachen Start im Training am Mittwoch noch einmal steigern. Der Lokalmatador Karl Geiger landete in der Probe bei guten 129,5 Metern auf dem 7. Rang. Nachdem er zuletzt das Auftaktspringen bei der Vierschanzentournee in dieser Saison gewann, ist auch ihm auf seiner Heimschanze einiges zuzutrauen. Die größten Chancen im DSV-Team dürfte sich Markus Eisenbichler ausrechnen, der zuletzt starke Trainingssprünge zeigte und im Oktober 2020 Deutscher Meister auf der Anlage wurde. Nach eigenen Aussagen mag er die Großschanze in Oberstdorf sehr und wird versuchen, um Gold zu kämpfen und somit seinen Titel von Seefeld (Innsbruck) 2019 zu verteidigen.

Slowenen mit starkem Probedurchgang: Peter Prevc im Aufwärtstrend

Die slowenische Mannschaft platzierte sich gleich mit drei Athleten in den Top-Rängen des Probedurchganges. Allen voran Bor Pavlovcic, der in dieser Saison bereits mehrere Male für Aufsehen sorgte und auch bei der WM ein Geheimtipp sein könnte. Dahinter reihten sich die beiden Brüder Peter sowie Cene Prevc ein. Erfreulich ist vor allem die Steigerung von Peter Prevc, der nach seiner Corona-Infektion zurück in die Weltspitze zu finden scheint. Im Probedurchgang stürzte Peter jedoch bei seinem Sprung auf 127,5 Meter. Bleibt zu hoffen, dass er sich keinerlei Verletzung zugezogen hat. Einzig Anze Lanisek ließ in der Probe ein paar Meter liegen. Auch von ihm dürfte im Wettbewerb eine Steigerung zu erwarten sein.

Resultat Probedurchgang

Weltcup Herren

Ausgerechnet Halvor Egner Granerud wird fehlen, wenn die weltbesten Skispringer am Freitag um den WM-Titel springen werden. Für den an Corona erkrankten Norweger gibt es aber zumindest ein Trostpflaster. So gewann dieser als erster Norweger seit Anders Bardal (2012) den Gesamtweltcup. Grund für die schnelle Vorentscheidung ist die Absage der Raw-Air, die wie nun bekannt ist lediglich durch ein weiteres Einzelspringen in Planica ersetzt wird. Mit 1544 Punkten liegt Granerud nämlich ganze 526 Zähler vor Markus Eisenbichler, was in drei verbleibenden Einzelspringen nicht aufholbar ist.

Es ist schon sagenhaft, wie Halvor Egner Granerud die Skisprungsaison 2020/21 dominiert hat. Im Vorjahr noch auf Rang 61 in der Gesamtwertung platziert, präsentierte er sich in diesem Winter mit elf Siegen als die klare Nummer 1 im Weltcupzirkus. Diese fuhr er dann auch noch häufig in einer Leichtigkeit ein, dass der Konkurrenz Angst und Bange werden konnte. Trotz dieses geradezu märchenhaften Aufstieg, ist die Saison für den Norweger keine ganz vollkommene. So ist eine Saison mit Springen, die allesamt unter dem Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden, sicherlich nicht der schönste Zeitpunkt für die ersten großen Triumpfe im Sportlerleben. Noch mehr dürfte den Norweger jedoch stören, dass er trotz seiner Überlegenheit einige wichtige Titel liegen ließ. Begonnen hat dies bereits Anfang Dezember, als der Senkrechtstarter bei der Skiflug-WM um 0,5 Punkte an Karl Geiger scheiterte. Zwar drehte er den Spieß im darauf folgenden Teamfliegen um, so war die Enttäuschung vom Vortag dennoch nicht ganz vergessen. Zwar war auch Einzelsilber der größte Erfolg seiner Karriere, so wusste der selbstbewusste Athlet eben auch, dass Gold möglich gewesen wäre. Umso mehr wollte er den verpassten Triumpf bei der Vierschanzentournee nachholen. Dort präsentierte sich der Norweger jedoch verkrampft und scheiterte an einem fulminanten Kamil Stoch und auch ein wenig an sich selbst. Doch der Überflieger fand sofort zurück in die Spur und brachte sich auch vor dem WM-Auftakt in Oberstdorf klar in die Favoritenrolle. Allerdings ging von der Normalschanze der erste Sprung bei ungünstigen Bedingungen schief, weshalb selbst sein fulminanter Finalsprung nur zu Blech reichte. So blieb mit der Großschanze nur noch eine letzte Chance für den ganz großen Coup. Doch diese verlor er schon im Vorfeld durch seine Corona-Infektion auf die denkbar unglücklichste Art und Weise.

Halvor Egner Granerud beschreibt Wechselbad der Gefühle: „War ein sehr emotionaler Tag für mich“

So kann man schon sagen, dass dieser Halvor Egner Granerud so etwas wie der tragische Held der Weltcupsaison 2020/21 war. Nichts desto trotz sammelte er mit Einzel-Silber und Team-Gold bei der Skiflug-WM und Mixed-Team-Bronze bei der Nordischen Ski-WM tolle Erfolge, auf die er sehr stolz sein kann. Noch mehr kann er dies jedoch mit Sicherheit auf den Gesamtweltcup, der von vielen als wichtigste Trophäe angesehen wird. „Ich glaube, im Leben geht es einfach auf und ab. Das ist wieder ein sehr emotionaler Tag für mich, auch wenn es bereits sehr wahrscheinlich gewesen ist“, erklärte der 26-Jährige bei Instagram. Ein Leben zwischen Leid, Freud, Triumpf und Corona. Eine Kombination, die irgendwie sinnbildlich für den Weltcupwinter ist und die er unter anderem mit Karl Geiger teilt. Im Vergleich zu Geiger, bei dem ein falsches Testergebnis vermutet wird, hat es Granerud jedoch etwas schwerer. „Er hat leichtes Fieber und Magenschmerzen, ein Unwohlgefühl. Er ist ziemlich niedergeschlagen, also körperlich merkt er es schon, dass er wirklich sehr schlecht beieinander ist. Heute war es schon wieder etwas besser, wir müssen einfach die nächsten Tage abwarten und hoffen, dass die Symptome bald weg sind“, berichtete Stöckl gegenüber dem ORF. Noch sind glücklicherweise drei Wochen Zeit, ehe das Weltcupfinale in Planica stattfindet und alle Skisprungfans hoffen natürlich, dass er hier einen gebührenden Abschluss seiner sagenhaften Saison feiern kann.

Granerud auf den Spuren von Freund und Prevc: Wird der Norweger nach den verpassten Triumpfen noch stärker?

Vielleicht hat es für den Norwegern sogar Vorteile, dass er in diesem Winter noch nicht alle Titel abgeräumt hat. So kann zu großer Erfolg eben auch zu schnell kommen und die Vergangenheit hat gezeigt, dass so mancher Springer nach knapp verpassten Triumpfen umso stärker wird. Also Vorbilder können hierbei unter anderem Peter Prevc oder Severin Freund dienen. Allerdings kann es gut sein, dass es mit Seriensiegen im nächsten Winter schwieriger wird. So gelang es in diesem Winter auch keinen anderen Star der Szene konstant seine Leistung zu zeigen. Dies gilt für sogar für Markus Eisenbichler und Kamil Stoch, die trotz Rang zwei und drei in der Gesamtwertung häufig Wellentäler durchliefen. Zudem wird auch mit Stefan Kraft wieder zu rechnen sein, sollte dieser seine körperlichen Probleme in den Griff bekommen. Darüber hinaus wären dann noch Springer wie Marius Lindvik, Ryoyu Kobayashi und Karl Geiger, die sich auch dazu aufmachen werden, Konstanz in ihre Leistungen zu bekommen und im nächsten Jahr die Jagd auf Granerud starten dürften. Trotz allem ist all diesen Athleten bewusst, dass Granerud derzeit das Nonplusultra ist und es eben diesen zu schlagen gilt.

Weltmeisterschaften

Stefan Kraft hat bei der Qualifikation in Oberstdorf eine eindrucksvolle Visitenkarte abgegeben. Bei schweren Verhältnissen gelangen dem Österreicher 127 Meter. Nach Rang eins in der Probe und dem Qualifikationserfolg, ist der Weltcup-Gesamtsieger des Vorjahres einer der großen Favoriten für die WM-Entscheidung.

Pünktlich zum Großschanzenspringen der WM, scheint Stefan Kraft wieder in Topform zu sein. Mit 127 Metern und 143,2 Punkten setzte er sich gegen den Norweger Johann André Forfang durch, der überraschend zweiter wurde. Dieser war jedoch auch einer der ganz wenigen Springer mit Aufwind, was seine 133,5 Meter mit Sicherheit etwas begünstigt hat. Nach Rang 38 in der Probe, hat sich auch Markus Eisenbichler eindrucksvoll zurück gemeldet. So landete der 29-Jährige mit 127,5 Metern lediglich 2,7 Punkt hinter Kraft. „War ein ordentlicher Sprung jetzt. Der Sprung war noch nicht perfekt, aber so kann ich arbeiten und komme ins gleiten. In der Probe war ich noch viel zu passiv. Ich bin eigentlich ganz zufrieden mit dem Tag. „, so der Weltmeister von 2019. Im Medaillenkampf dabei sein, wird auch wieder Piotr Zyla, der lediglich eine Zehntel hinter dem Siegsdorfer landete. Rang fünf gang überraschend an den Japaner Keiichi Sato (139,5 Punkte), der sich drei Plätze vor Ryoyu Kobayashi platzierte. Das japanische Duo wurde lediglich vom widererstarkten Peter Prevc und Daniel Huber getrennt. Die Top-10 komplettierten Philipp Aschenwald und Dawid Kubacki, die lediglich 8,2 bzw. 8,5 Punkte Rückstand auf den Sieger hatten. Somit deutet sich schon jetzt an, dass es den klaren Favoriten morgen nicht gibt. So kommen locker 10-15 Springer für eine Medaille infrage.

DSV-Adler halten sich schadlos: Karl Geiger in Lauerstellung

Ein Springer, den man immer auf den Zettel haben muss, ist Karl Geiger (12.). Der Lokalmatador offenbarte mit 125 sein Potenzial noch nicht vollständig, deutete aber zumindest an, das bei der Entscheidung morgen mit ihm zu rechnen ist. Teamkollege Severin Freund bestätigte seine starke Leistung aus dem Training und belegte mit einem Sprung auf 122,5 Meter trotz ordentlich Rückenwind einen zufriedenstellenden 19. Platz. Der Sprung war leider etwas zu spät, das merkt man dann schon ziemlich krass. Ich glaube die Bewegung hat gepasst, aber da ist schon noch was drinnen. Mit den Bedingungen heute war das ohnehin schwierig abzuschätzen“, so der DSV-Adler. „Morgen muss ich schauen, dass es von Tisch her stimmt und ich im Flug leicht werde“, nimmt er sich vor. Somit wird er zum ersten Mal nach seinem Weltmeistertitel von Falun 2015 wieder in einem WM-Springen mit dabei sein. Überraschend hinter Freund platzierte sich Pius Paschke (22.), der sich mit 120,5 Metern jedoch nicht mit der Schattenbergschanze anfreunden konnte. Ebenfalls dabei ist auch Martin Hamann. Mit einem deutlich zu späten Absprung und mäßigen 119,5 Meter belegte er den 27. Platz. Demnach werden also alle fünf deutschen Springer bei der morgigen Entscheidung dabei sein. Neben den DSV-Adler hielten sich jedoch auch die anderen Topspringer schadlos, weshalb außer Pechvogel Granerud keiner der Favoriten fehlen wird.

Einzelspringen startet am Freitag um 17 Uhr: Ausgangsposition ist völlig offen

Ernst wird es morgen um 17 Uhr (Zeitplan & Überblick Nordische Ski-WM Oberstdorf), wenn es für Markus Eisenbichler um die Titelverteidigung geht. Trotz der Abwesenheit von Halvor Egner Granerud wird die Konkurrenz jedoch nur schwer zu schlagen sein. So muss man in erster Linie Stefan Kraft und Piotr Zyla auf der Rechnung haben. Doch auch Robert Johansson, Kamil Stoch, Dawid Kubacki und Anze Lanisek lauern auf ihre Chance. Allerdings wird es morgen auch ein wenig auf das Glück ankommen, zumal der Wind, wie auch heute, entscheidenden Einfluss nehmen könnte.

Ergebnis Qualifikation

Weltmeisterschaften

Nach seinen starken Trainingseindrücken, konnte Titelverteidiger Markus Eisenbichler zumindest im Probedurchgang seine Ambitionen nicht unterstreichen. Während der Siegsdorfer nur auf Rang 38 landete, setzte sich Stefan Kraft an die Spitze des Tableaus.

Nach dem Aus von Halvor Egner Granerud, kristallisiert sich in Oberstdorf bislang noch kein Favorit heraus. Im Probedurchgang vor der Qualifikation hinterließ Stefan Kraft den stärksten Eindruck. Der Österreicher setzte sich mit 128,5 und 82,4 Punkte durch. Überraschend auf Rang zwei landete Cene Prevc (78 Punkte), der um zwei Meter weiter Sprang. Dritter wurde der zuletzt wechselhaft springende Yukia Sato (71,8 Punkte). Auch auf den folgenden Rängen, gab es mit Jan Hörl, Peter Prevc und Simon Amann Überraschungen. Ein konstant starkes Niveau bestätigte zudem Robert Johansson auf Rang sieben und Anze Lanisek auf Rang acht.

Polnisches Team noch auf Formsuche

Das polnische Team offenbarte dagegen noch ein paar Probleme auf der Schattenbergschanze. Am besten machte es Weltmeister Piotr Zyla (61,8 Punkte), der als Elfter die Top-10 knapp verpasste. Die Mitfavoriten Dawid Kubacki und Kamil Stoch landeten auf den Plätzen 20 und 26. Nichts desto trotz wird morgen sicher wieder mit den drei Top-Athleten zu rechnen sein.

Deutsches Team mit Licht und Schatten: Eisenbichler nur 38.

Nach den grandiosen Erfolgen der ersten WM-Woche, hielt der Durchgang auch für das deutsche Team Licht und Schatten bereit. Positiv zu erwähnen ist sicherlich der starke Sprung von Severin Freund, der mit 123 Metern den neunten Platz belegte. Pius Paschke (11.) und Karl Geiger (13.) landeten ebenfalls in den Top-15. Etwas steigern muss sich noch Martin Hamann, der auf Rang 25 landete. Überraschend schwach präsentierte der bisherige Trainigsdominator auf der Großschanze, Markus Eisenbichler. So landete der Titelverteidiger auf Rang 38 und sorgte in Hinblick auf morgen noch für ein paar Unsicherheiten bei den Fans und vielleicht auch ihm selber.

Deutschland mit fünf Athleten am Start

Aufgrund der des persönlichen Startrechts von Titelverteidiger Markus Eisenbichler, dürfen die DSV-Athleten mit fünf Springer in die Qualifikation gehen. Zuschauen muss lediglich Constantin Schmid, der sich in der internen Ausscheidung Severin Freund und Martin Hamann geschlagen geben musste.

Weiter geht es nun mit der Qualifikation, die um 17:30 Uhr starten wird. Hier werden wir vielleicht schon mehr Ansatzpunkte finden, wer sich anschickt, den amtierenden Titelverteidiger, Markus Eisenbichler zu entthronen.

Ergebnis Probe

DSV

Wie der Deutsche Skiverband (DSV) am Donnerstag mitteilt, wird Bundestrainer Andreas Bauer zum Saisonende seinen Trainerposten bei den Damen verlassen. Während der laufenden WM hat der Oberstdorfer bekannt gegeben, dass er zukünftig kürzer treten möchte, um sich auf private Projekte zu konzentrieren.

Während seiner zehnjährigen Tätigkeit konnte Bauer viele Erfolge mit dem Damen-Team feiern: „Die Arbeit mit diesem Team hat mir über all die Jahre sehr viel Freude bereitet“. Der 57-Jährige erklärte weiter: „Auch wenn mir diese Entscheidung sehr schwergefallen ist, ist es an der Zeit, zusammen mit meiner Familie ein privates Projekt umzusetzen. Meine neuen Herausforderungen lassen sich mit dem zeitlich hohen Aufwand eines Bundestrainers leider nicht vereinbaren. Ich werde jedoch dem Skisport und dem Deutschen Skiverband weiterhin verbunden bleiben. Dem DSV bin ich sehr dankbar für die vertrauensvolle Zusammenarbeit über all die Jahre während meiner Tätigkeit in verschiedenen Funktionen. Ebenso dankbar bin ich meinem Co-Trainer Christian Bruder, welcher die gesamte Zeit an meiner Seite war, meinen tollen Athletinnen und Athleten sowie natürlich meiner Frau und Familie.“

Rückblick auf erfolgreiche Trainerkarriere

Auch DSV-Teammanger Skisprung und Nordische Kombination, Horst Hüttel, bedauert die Entscheidung sehr: „Andi Bauer war nach seiner aktiven Karriere als Skispringer im Deutschen Skiverband als Trainer in den Bereichen Skisprung Herren, Nordische Kombination und Skisprung Damen tätig. Er war dabei an 51 Medaillen bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften, darunter drei Olympiasiege und 18 Weltmeistertitel, beteiligt.“ Insgesamt konnte Bauer in allen drei Disziplinen 108 Weltcup-Siege, sechs Gesamt-Weltcupsiege und einen Sieg im Nationencup feiern. Im Jahr 2019 wurde er vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) zum Trainer des Jahres gewählt.

„Die Basis für diese überaus erfolgreiche Epoche war die extrem engagierte und hochprofessionelle Arbeit von Andreas Bauer. Daher bedauere ich die Entscheidung sehr, respektiere sie aber gleichermaßen. Wir werden jetzt Gespräche mit potentiellen Nachfolgern führen, da wir für unsere Athletinnen eine optimale Olympiavorbereitung gewährleisten wollen“, so Hüttel weiter.

Quelle: DSV

Slowenischer Skiverband Weltcup Herren

Seit der Absage der norwegischen Raw-Air-Tour wurde über ein Ersatzwochenende auf der Großschanze in Planica diskutiert. Wie der Veranstalter sowie der Internationale Skiverband (FIS) am Donnerstag nun bestätigen, wird es lediglich wie gewohnt das Skiflug-Wochenende zum Saisonabschluss Ende März geben. Allerdings ist ein zusätzlicher Wettbewerb geplant.

Wie nun klar ist, wird es für die Skispringer in der Saison 2020/21 nur noch ein Wettbewerbs-Wochenende nach den Weltmeisterschaften geben. Dieses wird wie ursprünglich geplant von 25.-28. März auf der Letalnica-Skiflugschanze stattfinden, allerdings mit einem zusätzlichen Einzelwettbewerb am Donnerstag, 25. März. Somit wird es nach der WM noch einmal drei Einzel- und einen Teamwettbewerb auf der Skiflugschanze geben.

Der ursprüngliche Plan von Sandro Pertile war, noch weitere Einzelwettbewerbe auf der Großschanze stattfinden zu lassen – eine Woche vor Saisonfinale. Aufgrund finanzieller Schwierigkeiten, mit denen der Veranstalter in Planica seit der Absage der Skiflug-WM im März 2020 zu kämpfen hat, wurde sich gegen diese Idee entschieden.

Granerud sichert sich Gesamt-Weltcup 2020/21

Mit dieser Entscheidung steht zudem fest, dass sich Halvor Egner Granerud nun endgültig die Kristallkugel 2020/21 gesichert hat. Der 24-Jährige holt damit zum ersten Mal dem Gesamt-Weltcup für Norwegen seit Anders Bardal 2011/12.

Quelle: Planica, interne Informationen

Weltmeisterschaften

Nach dem letzten WM-Wettbewerb der Damen geht es auch für die Herren auf der Großschanze in Oberstdorf in die letzte Runde. Am Mittwochabend wurde das erste Training mit drei Durchgängen absolviert, die vor allem von Österreich dominiert wurden. Doch auch der Titelverteidiger von der Großschanze hatte ein Wörtchen mitzureden.

Markus Eisenbichler konnte das erste Training vor gleich drei Österreichern mit Kraft, Huber und Hayböck für sich entscheiden. Im zweiten Durchgang drehte Stefan Kraft den Spieß um und setzte sich vor Eisenbichler und Tande an die Spitze. Während Markus Eisenbichler und Robert Johansson den dritten Trainingsgdurchgang ausließen, gewann diesen mit Philipp Aschenwald ein weiterer Österreicher. Yukiya Sato und Manuel Fettner reihten sich hinter Aschenwald ein.

Nicht am Start war hingegen Norwegens Top-Skispringer, Halvor Egner Granerud, der am Mittwochmorgen ein positives Corona-Testergebnis erhielt. Für ihn ist die Weltmeisterschaft vorzeitig beendet und er verpasst damit zwei weitere Chancen auf den Weltmeistertitel.

Kopf-an-Kopf-Rennen im österreichischen Lager

Für Österreich’s Bundestrainer Andreas Widhölzl dürfte die Entscheidung über die vier Startplätze in seinem Team nicht leicht fallen. Nach hervorragenden Trainingsleistungen platzierten sich gleich fünf ÖSV-Adler eng beieinander und in den Top-10, in allen drei Durchgängen. Die Chancen für eine Einzelmedaille für das österreichische Team dürften danach nicht schlecht stehen. Wie der ÖSV nach dem Training bekannt gegeben hat, werden Aschenwald, Huber, Hörl und Kraft in der Qualifikation am Donnerstag antreten.

Fünf Startplätze für den DSV: Schmid muss zuschauen

Ähnlich wie bei dem Einzelbewerb auf der Normalschanze zuvor, mussten die restlichen Startplätze im deutschen Team in den drei Trainingsdurchgängen ausgesprungen werden. Der einzige Unterschied: Auf der Großschanze hat das DSV-Team fünf Startplätze, da Markus Eisenbichler als Titelverteidiger von Seefeld 2019 das persönliche Startrecht hat.
Nachdem Constantin Schmid auf der Normalschanze den Vorzug gegenüber Freund und Hamann aufgrund seiner guten Trainingsleistungen erhielt, muss dieser nun zurückstecken. In zwei von drei Durchgängen landeten sowohl Severin Freund als auch Martin Hamann vor Schmid, demzufolge erhielten sie ihren Startplatz von Bundestrainer Stefan Horngacher. Karl Geiger startete mit leichten Schwierigkeiten zu Trainingsbeginn, konnte sich bis hin zum dritten Durchgang jedoch steigern. Zu kämpfen hatte vor allem Pius Paschke, der sich am schwächsten im DSV-Sextett präsentierte. Erst im letzten Trainingsdurchgang konnte sich dieser etwas weiter vorne platzieren.

Gleich mehrere Top-Athleten lassen aus

Der viermalige Olympiasieger aus der Schweiz, Simon Ammann, hat das gesamte Training wie schon auf der Normalschanze ausgelassen. Ebenso wie der derzeit drittplatzierte im Gesamt-Weltcup, Kamil Stoch, aus Polen. Auch dessen Mannschaftskollegen Dawid Kubacki und der Weltmeister von der Normalschanze, Piotr Zyla, gingen am Mittwochabend nicht an den Start. Auch Anze Lanisek aus Slowenien hat sich seine Kräfte aufgespart.

Resultat Offizielles Training

Quelle: FIS, ÖSV, interne Informationen

Weltmeisterschaften

Wieder einmal wurde Geschichte geschrieben: Maren Lundby krönt sich souverän zur Siegerin des ersten WM-Großschanzenwettbewerb der Damen. Sara Takanashi und Nika Kriznar sichern sich die weiteren Medaillen.

Dabei ging es in höchstem Maße spannend zu: Mit Maren Lundby, Nika Kriznar, Marita Kramer, Sara Takanashi und Silje Opseth lagen nach dem ersten Durchgang fünf Springerinnen in aussichtsreicher Position.

Im Finaldurchgang setzte dann zunächst Ema Klinec, die Weltmeisterin auf der Normalschanze, ein großes Ausrufezeichen: Bei nachlassendem Rückenwind sprang sie 139,5 Meter weit und damit 2,5 Meter über Hillsize. Die Jury musste reagieren – es gab zwei Gates weniger Anlauf für die letzten Fünf. Doch davon ließ sich Silje Opseth nicht beeindrucken: Auch sie zog ihren Sprung weit entlang des Aufsprungs der Schattenbergschanze hinunter und landete erst bei 138 Metern. Damit wäre sie mit großem Abstand in Führung gegangen und hätte wohl auch eine Medaille geholt – wäre sie nicht bei der Ausfahrt nach rechts weggekippt, wodurch sie wertvolle Punkte einbüßte.

Kramer wird erneut Vierte

Somit war der Weg frei, bei erneut verkürztem Anlauf, für die noch verbliebenen Athletinnen. Marita Kramer jedoch erwischte heute nicht ihren besten Tag. Mit 126,5 und 127,5 Metern belegte sie am Ende Rang 4 – und verpasste damit die Medaillenränge wie schon auf der Normalschanze denkbar knapp. Anders Nika Kriznar: Die Slowenin, die sich in den vergangenen Tagen noch etwas schwertat, überzeugte mit Sprüngen auf 126 und 129 Meter und sicherte sich die Bronzemedaille.

Sara Takanashi muss weiter auf ihren ersten WM-Titel warten. Mit einem Sprung auf 134 Meter im zweiten Durchgang konnte sie sich jedoch noch von Platz 4 auf Platz 2 nach vorne arbeiten und sich über Silber freuen. Maren Lundby hingegen war heute einfach nicht zu schlagen: Mit dem jeweils besten Sprung in beiden Durchgängen sprang sie souverän zum ersten Großschanzen-Titel der Geschichte – und das, obwohl ihre Saison bislang nicht überragend verlief.

Juliane Seyfarth beste Deutsche

„Es war ein besonderer Tag“, so Lundby im ZDF angesichts des positiven Coronatests von Halvor Egner Granerud: „Wir konnten nicht unsere normale Vorbereitung machen, sondern waren mit Coronatests beschäftigt. Ich bin sehr glücklich, dass ich mitspringen konnte. Im Moment kann ich es noch gar nicht realisieren, dass ich einen historischen Sieg geholt habe, das kommt bestimmt erst später.“

Aus deutscher Sicht gab es ein durchaus überzeugendes Mannschaftsergebnis. Juliane Seyfarth wurde auf Platz 10 beste DSV-Springerin: „Es war mein bester Wettkampf in diesem Winter. Ich muss noch etwas an der Pünktlichkeit arbeiten, dann geht es auch noch weiter“, so ihre Einschätzung nach dem Wettbewerb. Katharina Althaus, die Zwölfte wurde, war mit ihren Sprüngen unzufrieden: „Ich konnte heute leider keine guten Sprünge zeigen, ich war zweimal zu spät. Ich glaube aber trotzdem, dass das ein ganz wichtiger Wettkampf für das Damenskispringen war und ein sehr spannender.“

Natürlich hatte sie mit dem vierten Platz in der Qualifikation gestern die Erwartungen hoch geschraubt, angesichts des Saisonverlaufs waren diese aber vielleicht auch etwas zu hoch. Bundestrainer Andreas Bauer: „Katharina Althaus hat sich natürlich nach der gestrigen Qualifikation mehr erwartet. Wir haben aber heute das Timing nicht in den Griff bekommen.“ Als Gesamtfazit befand er, dass „zweimal Platz 10 für unser Team eigentlich zu wenig ist – wir müssen die Saison jetzt analysieren und für das nächste Jahr daran arbeiten“. Anna Rupprecht und Luisa Görlich zeigten einen guten Wettkampf und landeten auf dem 15. bzw. 19. Platz.

Offizielle Ergebnisliste

Weltmeisterschaften

Nach dem ersten Durchgang beim WM-Großschanzenwettbewerb der Damen liegt die Norwegerin Maren Lundby in Führung – doch die Konkurrenz ist ihr dicht auf den Fersen.

Lundby sprang 128 Meter weit und erreichte damit 139,8 Punkte. Nur 3,6 Punkte hinter ihr liegt etwas überraschend Nika Kriznar aus Slowenien (126 Meter), die bislang noch etwas Schwierigkeiten hatte, sich mit den Oberstdorfer Schanzen anzufreunden. Marita Kramer, nach ihrem Topsprung in der Qualifikation schon als Topfavoritin gehandelt, ist derzeit Dritte. Nach einem Sprung auf 126,5 Meter beträgt ihr Rückstand auf die Goldmedaille aber auch gerade einmal 4,6 Punkte.

Ebenfalls noch im Medaillenrennen sind Sara Takanashi (4.) und Silje Opseth (5.), Irina Avvakumova und Ema Klinec haben allenfalls noch Außenseiterchancen.

Katharina Althaus, die den Probedurchgang ausgelassen hatte, sprang 113,5 Meter und liegt damit auf Rang 12. „Leider hat sie etwas liegenlassen“, so Bundestrainer Andreas Bauer. „Sie hat am Schanzentisch etwas mit dem Oberkörper angezogen und war dann etwas zu spät. Sie hatte auch relativ viel Rückenwind.“ Beste Deutsche ist derzeit Juliane Seyfarth auf Rang 11, Anna Rupprecht ist Zwölfte, Luisa Görlich liegt auf Platz 19.

Ergebnis 1. Durchgang