COC Herren

Beim zweiten Continentalcup-Springen im polnischen Zakopane setzt sich der Österreicher Ulrich Wohlgenannt erneut gegen ein starkes Starterfeld durch. Überhaupt zeigt das Team aus Österreich eine starke Mannschaftsleistung. Der DSV erwischt hingegen einen gebrauchten Tag.

Zakopane, zweiter Teil. Nach dem Nachholspringen stand ab 10:30 Uhr der eigentliche Coc-Wettkampf am Sonntag an. Und auch in diesem sollten vor allem die Springer aus Österreich die Nase vorne haben. Markus Schiffner setzte sich mit der Bestweite von 143,5 Metern im ersten Durchgang an die Spitze vor seinen Mannschaftskollegen Ulrich Wohlgenannt und Maximilian Steiner. Hinter dem Österreich-Trio lauerte das Brüderpaar Cene und Peter Prevc aus Slowenien. Doch im Finale sollte Ulrich Wohlgenannt noch einmal aufholen. 137,5 Meter im zweiten Versuch und insgesamt 255,8 Punkte bedeuteten den zweiten Tagessieg. Hinter ihm landen Markus Schiffner (143,5 m / 135,5 m; 253,8 P.) und Cene Prevc (132 m / 137 m; 238,6 P.) auf den Plätzen zwei und drei.

Auch Norwegen, Polen und Slowenien in den Top 10 vertreten

Manuel Fettner rundet als Vierter einen guten Wettkampf der ÖSV-Adler ab. Peter Prevc (5.) konnte seinen Platz im Finale behaupten. Norwegen war vor allem durch Matias Braathen (7.), Benjamin Oestvold (8.) und Anders Haare (9.) in den Top 10 vertreten. Die besten Zehn werden aus Polen durch Maciej Kot (6.), und Aleksander Zniszczol (ebenfalls 9.) komplettiert.

Adrian Sell und David Siegel im Finale

Wie schon im ersten Wettbewerb blieben die deutschen Adler weit hinter den Top 10. Adrian Sell und David Siegel erreichten das Finale und belegten am Ende die Ränge 28 und 29. Für Philipp Raimund (34.), Luca Roth (44.) und Kilian Märkl (52.) war schon nach dem ersten Durchgang Schluss. Sie blieben allesamt an diesem Wochenende ohne Wertungspunkte. Gerade für Raimund, Roth und Märkl verlief die Polen-Reise damit nach zuletzt besseren Ergebnissen im FIS- und Continental-Cup ernüchternd.

Viele Weltcup-Athleten nutzen den Continentalcup

Da an diesem Wochenende kein Weltcup aufgrund der abgesagten Raw Air stattfand, nutzen viele arrivierte Athleten den Continentalcup in Zakopane, um im Wettkampf-Rhythmus zu bleiben. Und die Liste der bekannten Namen im Finale konnte sich ebenfalls sehen lassen: u.a. Stefan Hula (14.), Vladimir Zografski (16.), Anze Semenic (20.), Dominik Peter (22.) und Timi Zajc (27.) – allesamt Namen, die auch im Weltcup starten könnten.

Schiffner auf dem Weg zum Gesamtsieg

In der Gesamtwertung führt weiterhin Markus Schiffner mit 794 Punkten. Bei nur noch zwei ausstehenden Springen führt der 28-Jährige deutlich vor Ulrich Wohlgenannt (661 P.) und Cene Prevc (497 P.). In zwei Wochen (27.-28. März) findet das Continentalcup-Finale im russischen Chaikovsky statt.

Ergebnis: 2. Wettbewerb in Zakopane

Gesamtwertung im Continentalcup

COC Herren

Beim ersten Continentalcup-Springen im polnischen Zakopane siegt der Österreicher Ulrich Wohlgenannt. Die DSV-Adler haben indes nichts mit den vorderen Plätzen zu tun.

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Da der Coc-Wettkampf am Samstag aufgrund der Windverhältnisse nicht stattfinden konnte, ging es am Folgetag schon um 8 Uhr an der Wielka Krokiew los. Und dabei bewies vor allem Ulrich Wohlgenannt Frühaufsteher-Qualitäten. Mit 138 Metern setzte sich der 26-Jährige an die Spitze nach dem ersten Durchgang. Knapp dahinter platzierten sich Peter Prevc aus Slowenien sowie gleich drei weitere ÖSV-Springer – mit Markus Schiffner, Daniel Tschofenig und Manuel Fettner. Doch Wohlgenannt gab sich im Finale keine Blöße. 133,5 Meter und insgesamt 266,1 Punkte bedeuteten den Sieg vor seinem Mannschaftskollegen Manuel Fettner (136,5 m / 131,5 m; 265,7 P.) und dem Slowenen Cene Prevc (134,5 m / 134 m; 265,3 P.).

Österreich, Slowenien und Polen bestimmen die Top 10

Generell machten drei Teams die Top 10 aus: Österreich, Slowenien und Polen. Für den ÖSV markierten Daniel Tschofenig (4.), Markus Schiffner´(5.) und Maximilian Steiner (10.) ein starkes Mannschaftsergebnis. Slowenien war neben Cene Prevc auch mit Peter Prevc (7.) und Anze Semenic (9.) vertreten. Komplettiert werden die besten Zehn durch die beiden Polen Stefan Hula (6.) und Klemens Muranka (8.).

Nur David Siegel im Finale

Einen eher gebrauchten Wettkampf erwischten die deutschen Adler. Einzig David Siegel schaffte mit Mühe den Sprung in das Finale und belegte am Ende Rang 25 als bester Deutscher. Philipp Raimund (35.), Adrian Sell (36.), Luca Roth (46.) und Kilian Märkl (49.) verpassten allesamt den zweiten Durchgang.

Bereits um 10:30 Uhr steht schon der nächste Wettbewerb in Zakopane an.

Ergebnis: 1. Wettbewerb in Zakopane

Alpencup

Sowohl am Freitag als auch am Samstag dominiert der ÖSV-Nachwuchs beim Alpencup-Springen im französischen Prémanon: Markus Müller holt sich den ersten Erfolg, Julijan Smid den zweiten. Bei den Mädels überzeugt vor allem Nika Prevc.

Bereits am Freitag sollte eines wieder klar werden: Der ÖSV-Kinderriegel ist weiterhin in bestechender Form und bestätigt die starken Leistungen auf Nachwuchsebene. Schon am Freitag führte kein Weg an Rot-Weiß-Rot auf dem Podest vorbei: Markus Müller (208,2 Punkte) gewinnt überzeugend vor seinen Team-Kollegen Jonas Schuster (199,2 P.) und Marco Wörgötter (197,6 P.). Auf den Folgerängen machen Julijan Smid (4.) und Junioren-Weltmeister Niklas Bachlinger (5.) den österreichischen Fünffach-Sieg am Freitag perfekt. Auch am Samstag gingen die ersten vier Ränge nach Österreich. Dieses Mal aber sicherte sich Julijan Smid den Spitzenplatz (221,4 P.) vor Markus Müller (213,7 P.) und Niklas Bachlinger (213,1 P.). Komplettiert wird der Vierfach-Erfolg von Marco Wörgötter.

Claudio Haas und Simon Spiewok überzeugen beim DSV

Für die jungen Adler aus dem deutschen Herren-Team gibt es hingegen noch etwas Luft nach oben. Bester DSV-Springer in beiden Wettbewerben war Claudio Haas. Am Freitag sicherte sich der Schonacher Rang neun, zum 20. Geburtstag am Samstag gab es Platz acht. Auch Simon Spiewok hat in Frankreich gute Sprünge gezeigt und erreichte die Platzierungen zehn und elf. An beiden Tagen konnten auch Adrian Titel (24./29.), Quirin Modricker (25./25.) und Finn Braun (30./22.) Alpencup-Wertungspunkte sammeln. Luca Geyer (15.) und Tim Hettich (29.) schafften dies zumindest am Freitag. Phillipp Fries und Eric Hoyer verpassten in beiden Wettbewerben das Finale. Paul Justus Grundmann ging nicht an den Start.

Nika Prevc zeigt sich in starker Form

In Prémamon standen auch zwei Alpencup-Springen der Damen auf dem Plan. Am Freitag sicherte sich Joséphine Pagnier (187,6 P.) den Tagessieg vor der Slowenin Nika Prevc (183,3 P.) und der Österreicherin Vanessa Moharitsch (160.3 P.). Am Samstag sollte dann die jüngste Schwester der Prevc-Brüder, Nika Prevc, auftrumpfen und sich den Tageserfolg (197,3 P.) sichern. Die Ränge zwei und drei gingen an die österreichischen Starterinnen, Vanessa Moharitsch (174 P.) und Julia Mühlbacher (163,5 P.).

Michelle Göbel zweimal in den Top 10

Beste DSV-Athletin an diesem Wochenende war Michelle Göbel. Die 17-Jährige vom SC Willingen sicherte sich am Freitag Rang sieben und am Folgetag Platz sechs. Mit Pia Lilian Kübler (12./15.), Lia Böhme (15./16.), Sina Kiechle (18./21.), Christina Feicht (23./26.), Amelie Thannheimer (27./22.), Josephin Laue (29./25.) und Ronja Drax (30./23.) landeten insgesamt sieben Springerinnen des DSV an beiden Tagen in den Punkte-Rängen.

Gesamtwertung geht an Prevc und Müller

Da das Wochenende im französischen Prémanon auch gleichzeitig der Abschluss der diesjährigen Alpencup-Saison war, stehen die Gewinner der Gesamtwertung fest. Bei den Damen heißt die Siegerin Nika Prevc (597 P.), bei den Männern sichert sich Markus Müller (521 P.) diese Auszeichnung.

Damen-Ergebnisse:

Freitag

Samstag

Gesamtwertung

Herren-Ergebnisse:

Freitag

Samstag

Gesamtwertung

DSV

Ein Jahr lang konnte Stephan Leyhe aufgrund eines Kreuzbandrisses nicht mehr Skispringen. Doch jetzt meldet sich der 29-Jährige wieder zurück.

„Nun ist es 365 Tage her seit meinem Kreuzbandriss, ein Jahr anders trainieren als man es kennt. Immer das Ziel vor Augen, wieder zu springen. Und das habe ich diese Woche geschafft. Habe meine ersten Sprünge gemacht, jetzt geht der Weg des Comebacks in eine neue Phase“, erklärte der Springer vom SC Willingen am Donnerstag auf seiner Instagram-Seite. Die Erleichterung war dem Wahl-Schwarzwälder definitiv anzumerken, dass die ersten Sprünge auf der Schanzenanlage in Hinterzarten geglückt waren. Bereits Mitte Februar hat Stephan Leyhe schon erste Sprungversuche aus Hinterzarten in den sozialen Netzwerken geteilt und damit angedeutet, dass bald wieder mit dem Flieger aus dem hessischen Schwalefeld zu rechnen sei. Nun hat er die Rückkehr auf den Bakken nach seiner Verletzungspause geschafft und möchte sich in der Sommervorbereitung wieder an das Weltcup-Team herankämpfen.

Schwerer Sturz bei der Raw Air hat ihn zu einer langen Pause gezwungen

Rückblick, 12. März 2020: Bei einem Lande-Sturz im letzten Springen der Raw-Air-Serie in Trondheim zog sich Leyhe einen Abriss des vorderen Kreuzbandes sowie einen Einriss der beiden Menisken im linken Knie zu. Der Springer aus dem Upland musste operiert werden und fiel in der Folge schon frühzeitig für die komplette Saison 2020/2021 aus. Mit einem langen Aufbau-Plan und speziellen Trainingseinheiten wurde der 29-Jährige behutsam wieder an das eigentliche Sprungtraining herangeführt. Wann Stephan Leyhe ins Wettkampfgeschehen eingreifen wird, steht zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest.

DSV

Lange Zeit hat er um den Anschluss im DSV-Team gekämpft. Nun hat Sebastian Rombach sein Karriereende als aktiver Skispringer bekannt gegeben.

„The End. Nach 20 Jahren Skispringen endet für mich dieses Kapitel heute. Es war ein langer Weg mit vielen Höhen, aber auch Tiefen. Ich bin dankbar für das, was ich erleben und sehen durfte. Skispringen wird immer ein Teil meines Lebens bleiben. Ich durfte die Welt bereisen und das machen, was mich Jahre lang glücklich gemacht hat. Mit Stolz kann ich auf die vergangene Zeit zurückblicken. Jetzt freue ich mich auf die Zukunft und auf das, was vor mir liegt“, schrieb der 24-Jährige am Dienstag auf seiner Instagram-Seite. Zuletzt war der Springer vom SC Hinterzarten beim FIS-Cup in Oberhof Ende Februar zu sehen. Doch seit geraumer Zeit lief es sportlich nicht mehr rund bei Sebastian Rombach. Zudem haben ihn Verletzungen in der Vergangenheit immer wieder zurückgeworfen. „Ich habe gemerkt, dass ich nicht mehr zu 100 Prozent für den Sport brenne. Es gab mir nicht mehr das zurück, was ich dem Sport entgegen gebracht habe. Ich werde für mich meine Auszeit nehmen und alles reflektieren“, erklärte der Schwarzwälder auf Nachfrage von skispringen-news.de. Beruflich geht es weiter bei der Polizei, denn dort hat Sebastian Rombach eine Ausbildung begonnen, die er fortführen möchte.

Einsätze im FIS-Cup und COC

Die ersten internationalen FIS-Wettkämpfe bestritt der Springer vom SC Hinterzarten bereits 2012. In den Folgejahren war Sebastian Rombach vor allem im FIS-, Alpen- und Continentalcup sowie im Deutschlandpokal unterwegs. Sein bestes FIS-Cup-Ergebnis erzielte er 2019 mit Rang zwei in Rastbüchl. Das stärkste Ergebnis im Continentalcup verzeichnete der passionierte Anhänger des 1. FC Kaiserslautern im Jahr 2017 – Platz 19 in Iron Mountain (USA). Für einen Einsatz im Weltcup hat es nicht gereicht.

Internationaler Skiverband

Nach der vergangenen Saison war bereits sein langjähriger Begleiter und ehemaliger Rennleiter Walter Hofer zurückgetreten. Nun zieht auch der Controller der Ausrüstung im Skisprung-Weltcup nach. Mit dem Saison-Finale in Planica beendet Gratzer seine Laufbahn als wichtiger Bestandteil im Weltcup.

Seit fast 30 Jahren hat Josef „Sepp“ Gratzer einen wesentlichen Teil zu jeder Weltcup-Entscheidung beigetragen. Erst nach der Überprüfung der Ausrüstung der Top-10-Athleten wird ein Ergebnis eines Wettbewerbes überhaupt offiziell. Damit hat Sepp Gratzer in den vergangenen Jahren wesentlich zu allen Endergebnissen sowie deren Preisverleihungen beigetragen. Denn zu seinen Aufgaben gehörte nicht nur die Überprüfung und damit die Einhaltung der Regeln sowie die Gewährung der Chancengleichheit für alle Athleten. Auch die Definition und Anpassung der Vorschriften fiel in seinen Aufgabenbereich. „Ein wichtiger Faktor jeder Regel und Vorschrift ist die Überprüfbarkeit. Die Regeln müssen so formuliert sein, dass die Ausrüstung innerhalb kurzer Zeit kontrolliert werden kann und eine Entscheidung nachvollziehbar ist. Dies ist wichtig, damit gegebenenfalls eine mögliche Disqualifikation auch verständlich und vom betroffenen Athleten akzeptiert wird. Es ist sehr wichtig, dass der betroffene Athlet und der Controller auch nach einer Disqualifikation noch Respekt voreinander haben“, so Gratzer.

Seit 1991 beim Internationalen Skiverband

Der Österreicher, der in den 1980er und 1990er Jahren selbst noch als Training beim Österreichischen Skiverband angestellt war, ist seit 1991 für die FIS tätig. Er stammt aus der Nähe von Villach und wurde im letzten Jahr 65 Jahre alt. Wie Gratzer gegenüber der FIS erzählte, gab es während seiner gesamten Laufbahn etwa 2.000 Disqualifikationen. Protest gegen eine seiner Entscheidungen wurde jedoch nie eingelegt.

Einen Nachfolger für Gratzer gibt es laut FIS-Renndirektor Sandro Pertile bisher nicht. „Es gibt einige Leute, die bereits gesagt haben, dass sie an dieser Position interessiert wären, und ich bin sicher, dass es noch mehr geben wird. Wir freuen uns über jede Bewerbung“, so Pertile.

Quelle: FIS

COC Damen Weltmeisterschaften

Was für ein hochdramatisches Finale beim Teamfliegen in Oberstdorf. Bei einer ganz knappen Entscheidung gewann Deutschland dank eines überragenden Schlusssprung von Karl Geiger etwas überraschend Gold. Damit verteidigte das DSV-Quartett die Goldmedaille aus Innsbruck. Silber und Bronze sicherten die Teams aus Österreich und Polen.

Pius Paschke brachte die Deutschen in einem atemberaubenden Wettbewerb mit 136 Meter gleich in eine gute Position. Im Anschluss machten auch Severin Freund (127,5), Markus Eisenbichler (135) und Karl Geiger (133,5) alles richtig. Auch im zweiten Durchgang zeigte Paschke gute Nerven und setzte 132 Meter in den Schnee. „Es war von mir alles in allem ein guter Wettkampf. Im zweiten Versuch habe ich etwas liegen gelassen, aber das passt schon“, so Paschke. Severin Freund hielt das Team bei schwierigen Verhältnissen mit 123 einigermaßen auf Kurs. Es war ein extrem enger Wettkampf und es ging hin und her. Mir hat der zweite Sprung etwas Leid getan, aber zum Glück hat der Markus den wieder ausgeglichen“, so Freund. Damit meinte der Routinier die klasse 138,5 Meter von Markus Eisenbichler, der Schlussspringer Karl Geiger in eine klasse Position brachte. Dieser ließ sich nicht zweimal bitten und legte bei leichten Rückenwind überragende 136 Meter in den Schnee. Damit überflügelte er sowohl Stefan Kraft (133 Meter) und machte auch den Punkt Rückstand auf Polen und Dawid Kubacki (127,5 Meter) locker gut. „Irre, einfach nur irre. Ich wusste, dass wir Chancen haben, bei den Wettkämpfen mitzumischen. Dass es bei jedem Wettkampf bei mir so aufgeht, war nicht abzusehen. Es freut mich einfach so, dass es mir daheim gelungen ist“, so ein überglücklicher Geiger nach seiner erfolgreichen WM.

„Ich habe noch nie ein Teamspringen gesehen, mit so einem hohen Niveau. Es war schwierig hier überhaupt eine Medaille zu gewinnen. Dass es für uns die Goldene wird, ist natürlich Wahnsinn. Nachdem wir in Planica so knapp an Gold vorbei geschrammt sind, war es schon ein internes Ziel, hier Gold zu gewinnen. Es war heute echt schwer und ich bin wahnsinnig stolz auf die Jungs. Was sie heute geleistet haben, war wirklich sensationell. Danke an das gesamte Team. Ohne diesen guten Teamgeist den wir haben, wäre das nie möglich gewesen“, so das Fazit von Bundestrainer Stefan Horngacher.

Österreich und Polen nach spannenden Fight auf dem Podest

11,1 Punkte hinter dem DSV-Quartett sicherte sich Österreich Silber. Bei den ÖSV-Adlern überzeugte vor allem Phillip Aschenwald (138,5 und 136 Meter), doch auch Jan Hörl sorgte mit 136 Meter in Durchgang 1 für die zwischenzeitliche Führung. Allerdings überzeugte dann Daniel Huber nicht so ganz und auch Stefan Kraft (130 Meter) konnte im ersten Durchgang nicht seinen besten Sprung abliefern. 133 Meter im Finale waren zwar stark, aber nicht genug für Karl Geiger. Nach eher schwachen Trainingseindrücken, zeigten sich die Polen rechtzeitig zurück in Topform und holten Bronze. So überzeugte erneut Piotr Zyla mit zwei Sprüngen auf 139 Meter. Entscheidend für die Medaille war jedoch auch, dass sich Kamil Stoch eindrucksvoll zurückmeldete. Lediglich Schlussspringer Dawid Kubacki gelang jedoch nicht, Gold oder Silber zu sichern. Mit Bronze konnten jedoch auch die Polen am Ende sehr gut leben.

Japan mit guten vierten Platz: Norwegen enttäuscht

Angeführt von einem überragenden Startspringer, Yukiya Sato (141 und 137 Meter), lieferten die Japaner einen starken Wettkampf. Nach einem sehr guten ersten Sprung (135,5 Meter) konnte Ryoyu Kobayashi letztlich aber nicht mehr den entscheidenden Sahnesprung setzen. Rang vier ist jedoch dennoch ein gutes Ergebnis, selbst wenn der Platz neben dem Podium immer ein wenig unglücklich ist. Die Slowenen gingen mit allen drei Prevc-Brüdern und Anze Lanisek an den Start. Ein zu großes Auf- und Ab sorgte jedoch dafür, dass auch der starke Anze Lanisek (134 und 133,5 Meter) die Medaillen nicht angreifen konnte.

Einen gebrauchten Wettkampf erlebten die Norweger. Bei ungünstigen Windbedingungen verlor bereits Startspringer Marius Lindvik (117 Meter) den Anschluss an die Podestplätze. Zwar kämpften die Wickinger wacker, konnten den Rückstand auf die Podestränge, auch aufgrund eines enttäuschenden Tande, jedoch nicht mehr attackieren.

Den Sprung ins Finale, gelang wie erwartet auch den Schweizern und den Russen, die die Plätze sieben und acht belegten. Finnland, USA, Kanada, Kasachstan, Ukraine und Rumänien schied zwar im ersten Durchgang aus, trugen aber dazu bei, dass immerhin 14 Teams am Start waren.

Deutsches Team setzt finalen Glanzpunkt nach einer tollen WM

Mit dem Gold im Teamweltcup gelang den DSV-Adlern der Glanzpunkt nach einer ganz starken WM. „Das war ein großes Ziel von uns, bei der Heim-WM diesen Titel im Team zu feiern“, freut sich Bundestrainer Stefan Horngacher. Hiermit war im vorhinein nicht unbedingt zu rechnen, zumal das Team in den letzten Wochen eher ein Wechselbad der Gefühle durchlief. Hier hat der Aufbau auf jeden Fall gestimmt, was für den ein oder anderen nicht so gelungenen Auftritt im Weltcup entschädigt. „Mein Puls ist hoch. Das war ein Wahnsinnsfinale. Ich bin echt stolz auf meine Jungs. Sie haben alles richtig gemacht gemacht“, setzte Bundestrainer der DSV-Coach das passende Schlusswort.

Ergebnis Teamspringen WM

Quelle: FIS, DSV

Weltmeisterschaften

Die DSV-Adler führen zur Halbzeit des Teamwettbewerbs auf der Großschanze in Oberstdorf (505 Punkte). Auf dem zweiten Rang folgen die Österreicher mit 501,3 Punkten. Polen liegt im Moment auf dem dritten Platz (493,9 P.).

Knapp hinter den Polen liegen im Moment die Springer aus Japan. Die Slowenen mit den drei Prevc-Brüdern belegen den fünften Rang. Überraschend weit hinten finden sich die Norweger auf dem sechsten Rang.

DSV-Quartett steigert sich von Gruppe zu Gruppe

Pius Paschke zeigt als erster DSV-Adler einen guten Sprung auf 136,5 Meter und springt das deutsche Team auf den vierten Platz nach der ersten Gruppe. Als Nächstes ist Severin Freund dran. Mit einem Sprung auf 127,5 Meter kann er sein Team auf den dritten Platz nach vorne bringen, auch wenn der Abstand zu dem führenden Team Österreich nach seinem Sprung größer geworden ist. Markus Eisenbichler kann zwar nicht an seine 143 Meter vom Probedurchgang anknüpfen, springt das DSV-Team aber auf den zweiten Platz nach vorne. Karl Geiger bringt das DSV-Quartett mit 133,5 Metern in Führung.

Die Österreicher sind nach dem ersten Sprung von Philipp Aschenwald bereits in Führung und auch Jan Hörl kann die Führung verteidigen. Daniel Huber hält die Österreicher mit seinem Sprung auf 129 Meter auf dem ersten Platz. Stefan Kraft springt als Letztes. Mit 130 Metern springt er allerdings 3,5 Meter kürzer als Karl Geiger und muss den Deutschen vorbei ziehen lassen.

Norwegen schon füh in Rückstand

Der erste Springer aus Norwegen, Marius Lindvik, springt nur auf 117 Meter. Nach der ersten Gruppe liegen die Norweger deshalb auf einem enttäuschenden siebten Rang mit über 35 Punkten Rückstand auf die Führenden. Auch Daniel-Andrè Tande ist nicht in Top-Form. Sein Sprung auf 119,5 Meter kann die Norweger nur um einen Platz nach vorne bringen. Johann André Forfang hält die Norweger auf dem sechsten Rang. Der letzte Springer, Robert Johansson, kann die Norweger auch nicht weiter nach vorne bringen.

Die Teams aus Finnland, den USA, Tschechien, Rumänien, der Ukraine und Kasachstand schaffen es nicht in den zweiten Durchgang.

Offizielle Ergebnisliste 1. Durchgang

Offizielle Startliste 2. Durchgang

Quelle: FIS

Weltmeisterschaften

Markus Eisenbichler kann den Probedurchgang mit einem Vorsprung von fast 10 Punkten für sich entscheiden, nachdem er auf 143 Meter gesprungen ist (96,5 Punkte). Zweiter wird Robert Johansson aus Norwegen (134,5 Meter; 89,9 P.) vor Stefan Kraft (134 Meter; 86,8 P.).

Der vierte Platz geht an Anze Lanisek aus Slowenien. Ryoyu Kobayashi kann sich über den fünften Rang freuen und Kamil Stoch wird sechster.

Paschke, Freund, Eisenbichler und Geiger bilden DSV-Quartette

Pius Paschke ist der erste DSV-Adler im Probedurchgang. Mit 122,5 Metern ist er der schwächste Deutsche des Probedurchgangs (23.). Ein paar Plätze besser kann sich der zweite Deutsche, Severin Freund, platzieren, nachdem er 127 Meter weit gesprungen ist. Als drittes folgt Markus Eisenbichler, welcher mit 143 Metern der beste Springer des Probedurchgangs wird. Karl Geiger kann nicht ganz mit seinem Teamkollegen Eisenbichler mithalten und wird achter des Probedurchgangs.

Am stärkten präsentierte sich das Team aus Slowenien im Probedurchgang. Das Team besteht aus den drei Prevc-Brüdern Domen, Cene und Peter und Anze Lanisek. Alle vier Springer haben es in die Top-20 des Probedurchgangs geschafft (4., 13., 15. und 16.). Dies gelang sonst nur dem Team aus Österreich (3., 9., 11. und 18.).

Offizielle Ergbenisliste Probedurchgang

Offizielle Startliste 1.Durchgang

Quelle: FIS

Weltmeisterschaften

Stefan Kraft hat beim WM-Springen in Oberstdorf seinen dritten WM-Titel bei einer Einzelentscheidung geholt. Mit zwei traumhaften Sprüngen auf 132,5 und 134 Meter, sicherte er sich den Titel vor Robert Johansson und Karl Geiger.

Was für ein Triumpf für Stefan Kraft, nach der vielleicht schwierigsten Saison seiner Karriere. Nach seiner Corona-Erkrankung und seinen Rückenproblemen, zeigte sich der Österreicher pünktlich bei der WM wieder in Topform. Am Ende reichten den Gesamtweltcupsieger des Vorjahres 276,5 Punkte zum Sieg. Rang zwei sicherte sich der Norweger Robert Johansson, der wie Kraft im Finale 134 Meter sprang. Somit bewiesen die Norweger wieder mal ihre Stärke, nachdem Vorflieger Granerud krankheitsbedingt passen musste. Mit einem sensationellen Finalsprung sicherte sich Karl Geiger die Bronzemedaille. Trotz schlechter Bedingungen segelte der Oberstdorfer auf 132 Meter und setzte sich damit knapp gegen Piotr Zyla (4.) und Anze Lanisek (5.) durch. „Der Karl hat alles auf eine Karte gesetzt und einen richtig tollen Finalsprung gemacht. Wir sind jetzt natürlich sehr glücklich“, so Stefan Horngacher. „Ich habe noch nie einen Athleten trainieren können der so wettkampfstark und und immer voll auf dem Punkt da ist“, lobt der DSV-Coach seinen Schützling. Ebenso erfreut zeugte sich der Athlet nach seiner starken Aufholjagd. „Der erste hat mich ein bisschen geärgert, da hatte ich eigentlich Windglück. Der zweite hat dann super funktioniert und ich bin mit Bronze natürlich überglücklich“, so der Medaillengewinner.

Bei einer spannenden Entscheidung sicherten sich auch Marius Lindvik,Yukiya Satō und Daniel Huber Plätze in den Top-8. Überraschend unter den besten zehn landeten Jan Hörl und Cene Prevc. Enttäuschend verlief der Wettbewerb für Dawid Kubacki und Kamil Stoch, die lediglich die Ränge 15 und 19 belegten.

Markus Eisenbichler bleibt bei Bauchlandung unverletzt

Für Markus Eisenbichler war der Wettbewerb im wahrsten Sinne des Wortes eine „Bauchlandung“. So stürzte er nach einem starken Finalsprung auf 134 Meter, verletzte sich aber zum Glück nicht. „Ich habe ihn extra drauf hingewiesen, dass er aufpassen soll bei der Landung. Da hat er wohl nicht zugehört, aber dann noch sensationell reagiert“, so Horngacher. Auch der Siegsdorfer gestand im Interview den Wettkampf erstmal „verdauen zu müssen“, zeigte sich für das morgige Teamspringen aber wieder bereit. Die Endplatzierung (17.) war somit eher nebensächlich, selbst wenn er mit einer sauberen Landung durchaus noch viele Plätze aufgeholt hätte. Pius Paschke hatte im Finale Windpech und fiel nach einem ganz starken ersten Durchgang bis auf Rang 18 zurück.

Severin Freund knapp vor Martin Hamann

Das teaminterne Duell zwischen Severin Freund und Martin Hamann, konnte Ersterer knapp für sich entschieden. Zwar landete der Weltmeister im Finale bereits bei 118,5 Metern, profitierte jedoch von seinem Vorsprung und geringeren Punktabzügen. Am Ende belegten die beiden DSV-Adler die Ränge 22 und 24. „Der zweite Sprung hat sich eigentlich besser angefühlt, aber im Flug ging dann gar nichts. Kann schon sein, dass da der Wind ein wenig an der falschen Stelle geblasen hat, aber so ist das halt“, resümierte Freund. Für Hamann wird der Einzelwettkampf von der Großschanze somit der einzige WM-Wettkampf bleiben. „Ich habe im Wettkampf die besten beiden Sprüngen gemacht, daher bin ich recht glücklich., so Martin Hamann. Bundestrainer Stefan Horngacher legte sich nämlich nach dem Springen auf das Quartett Pius Paschke, Severin Freund, Markus Eisenbichler und Karl Geiger fest.

Morgen wird es für die Springer in Oberstdorf zum letzten Mal ernst, wenn die Entscheidung im Teamspringen (ab 17 Uhr) ansteht. Als Favoriten gehen die Österreicher ins Rennen, doch auch das deutsche Team ist bereit, nach dem Mixed-Springen, eine weitere Überraschung zu landen.

Ergebnis WM Großschanze