Weltcup Herren

Es war eines dieser zähen Kaugummispringen, die definitiv nicht zum genießen sind. Heftiger Wind an der Mühlenkopfschanze machten die Durchführung des zweiten Einzelspringen fast unmöglich. Bei extrem wechselnden Bedingungen gewann der Norweger Halvor Egner Granerud in nur einem Durchgang

Um bei diesem Springen vorne landen zu können, war definitiv auch ein wenig Glück gefragt. Halvor Egner Granerud zeigte sich aber abermals mit einem Sprung vom anderen Stern. 149 Meter brachten den Weltcupgesamtführenden einen haushohen Sieg vor Piotr Zyla, der ganze12 Meter kürzer sprang. Aus deutscher Sicht war vor allem der Podestplatz von Markus Eisenbichler erfreulich. Bei guten Verhältnissen segelte der Siegsdorfer mit 143 Metern auf Rang drei. „Es war sehr schwierig von den Verhältnissen. Für mich war es natürlich sehr glücklich vom Wind und ich bin froh, dass ich ein Podest feiern konnte. Die Sprünge waren jetzt noch nicht ganz die feine Klinge, aber man muss auch mal auf dem Boden der Tatsachen bleiben“, erklärte er. Knapp am Podest vorbei schrammte Klemens Muranka, der nach seinem Schanzenrekord am Freitag, nun sein bestes Karriere-Ergebnis erzielte. Als Fünftplatzierter zeigte auch Daniel Andre Tande, dass er wieder stabil in der Weltspitze mitspringen kann. Auf den Rängen sechs und sieben landeten die Österreicher Stefan Kraft und Daniel Huber.

Aus der Willingen-6-Wertung wurde aufgrund der Absage der Qualifikation und des zweiten Durchgangs eine Willingen-4-Wertung. Diese gewann Halvor Egner Granerud mit 577 Punkten souverän vor Daniel Andre Tande (533 Punkte) und Markus Eisenbichler (517,4 Punkte). Pius Paschke und Karl Geiger belegten die Ränge 19 und 20.

Paschke glänzt als starker Achter

Nach seinem mäßigen Abschneiden am Vortag kämpfte sich Pius Paschke tapfer durch den Rückenwind. Ordentliche 128 Meter brachten ihm schließlich den achten Platz ein. „Es war ein bisschen turbulent draußen. Der Sii kommt mal und ist dann wieder weg und dann ist das alles schwer einzuschätzen. Mit der Platzierung bin ich im Vergleich zu gestern zufrieden“, so Paschke, der ein besonderen Dank an die mutigen Vorspringer aussprach. „Ich möchte mich bei den Vorspringern bedanken. Ohne die würde es definitiv nicht gehen und sie springen gerade dann, wenn es vom Wind noch einmal schlechter ist“, so der 30-Jährige.

Wenig Glück hatte erneut Severin Freund. Der 32-Jährige brachte dennoch einen sehr passablen Sprung runter und belegte mit 125,5 Meter einen zufriedenstellenden 17. Platz. Karl Geiger wird dagegen mit einer eher mäßigen Laune den Nachhauseweg antreten. So landete der Oberstdorfer bereits bei 123 Metern und belegte nur Rang 23. Knapp an den Punkterängen vorbei schrammte Martin Hamann, der ebenfalls mit 125,5 Metern Platz 31 belegte. Für Constantin Schmid lief es dagegen erneut nicht rund. So belegte der DSV-Youngstar lediglich den 48. Rang.

Horngacher freut sich über Steigerung seiner Athleten

Ungeachtet von dem turbulenten Wetterverhältnissen wertete Stefan Horngacher die Leistung seiner Schützlinge als sehr positiv.“Heute war das ein ganz schwerer Wettkampf mit extremen Bedingungen. Sprungtechnisch war das aber wesentlich besser als gestern, deshalb bin ich sehr zufrieden. Markus sein dritter Platz war hervorragend und der achte von Pius war auch sehr gut“, freut sich der Bundestrainer. „Severin Freund und Martin haben ebenfalls einen guten Sprung gezeigt. Der von Karl war ebenfalls ok, aber er hatte etwas Pech mit den Bedingungen“, resümiert er.

Für die DSV-Adler und den Rest des Weltcupzirkus geht es nun weiter in Klingenthal, wo am nächsten Wochenende ebenfalls zwei Einzelspringen ausgetragen werden.

Ergebnis Einzelspringen

Ergebnis Willingen-4-Wertung

Weltcup-Gesamtstand

Weltcup Damen

Marita Kamer, die Frau im gelben Trikot, gewinnt nach gestern auch heute den Einzelwettbewerb der Frauen in Titisee-Neustadt (265,7 Punkte). Zweite wird die Japanerin Sara Takanashi (263,5 Punkte) vor der Norwegerin Silje Opseth (253,2 Punkte).

Die grade ein Mal 19-jährige Marita Kramer ist im Moment fast nicht zu schlagen. Nachdem sie in den vergangenen Wochen zwei Mal gewonnen und ein Mal auf Platz drei gestanden hatte, konnte sie heute erneut einen Sieg einfahren. Damit baut sie ihre komfortable Führung im Gesamtweltcup weiter aus. Mit Daniela Iraschko-Stolz (4.) und Sophie Sorschag (7.) sind zwei weitere Österreicherinnen in den Top-10 des Tages vertreten. Auch die Sloweninnen sind beim heutigen Einzelwettbewerb stark. Mit Ema Klinec (5.), Nika Kriznar (6.) und Jerneja Brecl (10.) finden sich ebenfalls drei Damen aus dem Team der Sloweninnen in den Top-10 wieder.

Deutsche Frauen schneiden schwach ab

Von den acht angereisten deutschen Damen konnten sich fünf für den heutigen Wettbewerb qualifizieren. Svenja Würth, Luisa Goerlich und Pauline Hessler scheiterten mit den Plätzen 41, 42 und 46 (knapp) an der Qualifikation. Im ersten Durchgang traf des dann Selina Freitag und Anna Rupprecht. Nach Sprüngen auf 103 und 101,5 Meter verabschiedeten sie sich auf den Plätzen 36 und 37 aus dem Einzelwettkampf. Die verbliebenen deutschen Frauen Juliane Seyfarth, Agnes Reich und Katharina Althaus erreichten zwar den zweiten Durchgang, allerdings schnitten sie im Vergleich zur Konkurrenz schwach ab. Der zwölfte Platz von Katharina Althaus ist die beste Platzierung der deutschen Damen am heutigen Tag. Mit lediglich 0,5 Punkten Rückstand auf die Zehnte, schrappte sie allerdings nur knapp an den Top-10 vorbei. Agnes Reisch wird nach Sprüngen auf 111,5 und 113 Meter 29. Einen Platz besser sortierte sich Juliane Seyfahrt ein. Sie wird 28., nachdem sie 109 und 116,5 Meter weit gesprungen ist.

Offizielle Ergebnisliste der Qualifikation

Offizielle Ergebnisliste der Einzelwettbewerbs

Quelle: FIS

Weltcup Herren

Nachdem er bereits nach dem ersten Durchgang führte, gewinnt Halvor Egner Granerud den heutigen Einzelwettbewerb in Willingen (285, 5 Punkte). Mit dem zweitplatzierten Daniel–André Tande (276,6 Punkte) sichern sich die Norweger einen Doppelsieg vor Kamil Stoch aus Polen (272,2 Punkte).

Halvor Egner Granerud dominiert im Moment den Weltcup und zeigt auch heute mit seinem Sieg, dass er in einer sehr guten Verfassung ist. Mit 147,5 Metern setzt er die Bestweite des heutigen Tages. Sein Landsmann Daniel-André Tande, welcher zu Beginn der Saison noch mit schlechten Ergebnissen zu kämpfen hatte, kann mit seinem zweiten Rang sehr zufrieden sein.

Die Polen erschienen gestern in der Qualifikation noch sehr dominant, als sie mit vier Springern in den Top-8 vertreten waren. Diese Dominanz konnten sie heute jedoch nicht 1:1 auf den Wettbewerb übertragen. Mit drei Springern in den Top-10 und Kamil Stoch auf Rang drei können die Polen jedoch durchaus glücklich sein.

Die Ränge vier, fünf und sechs konnten sich Bor Pavlovcic, Dawid Kubacki und Marius Lindvik sichern. Auf dem siebten Platz liegt Ryoyu Kobayashi, welcher immer besser in Fahrt kommt. Am Anfang der Saison war der Japaner noch auf der Suche nach seiner alten Stärke, doch mit jedem Tag kommt er besser in Form. Die Sprünge auf 138 und 134,5 Meter zeigen, dass der Vierschanzentourneesieger von 2018/19 wieder auf dem Weg zurück an die Weltspitze ist. Zwei Punkte hinter ihm liegt Markus Eisenbichler als bester Deutscher. Nach dem ersten Durchgang lag er noch auf Rang fünf. Trotz seines sehr guten Sprungs auf 139,5 Meter im zweiten Durchgang konnte er den Platz nicht halten. Markus Eisenbichler bezeichnete seinen Wettkampf selbst als „akzeptabel“. „Es waren jetzt nicht die besten Sprünge. Es ist eine stabile Form zur Zeit. Ich kann mich auch nicht beschweren. Wieder Top-10. Ich bin wieder achter geworden, das ist nicht schlecht. Aber wenn ich einfach sehe, wie weit die anderen weg sind, muss ich einfach mal ein bisschen nachschauen, an was es liegt. Aber grundsätzlich sind meine Sprünge solide. Ich bin erstmal zufrieden.“

DSV-Adler mit enttäuschenden Ergebnissen und Windpech

Bereits nach dem ersten Durchgang mussten sich drei deutsche Springer aus dem Wettbewerb verabschieden. Constantin Schmid, Martin Hamann und Severin Freund zeigten keine guten Sprünge und vor allem Severin Freund hatte mit schwierigen Windverhältnissen zu kämpfen. Mit den Plätzen 31, 33 und 37 können sie am Samstag keine Punkte sammeln. Pius Paschke lag nach dem ersten Durchgang auf Rang 23, konnte diesen Platz allerdings nicht halten. In der Endabrechnung rutscht er einen Rang nach hinten und fasste wie folgt zusammen: „Es haben ein paar Sachen heute nicht so zusammen gepasst. Im Anlauf würfelt es mich, durch den Radius, ein bisschen durcheinander. Da komme ich nicht so zur Kante hin, wie ich es gerne hätte. Die Geschwindigkeit leidet dann darunter.“ Karl Geiger verbesserte sich nach seinem schwachen ersten Durchgang auf 125,5 Meter, in dem auch er einen unglücklichen Wind-Moment erwischte, deutlich. Er zeigte im zweiten Durchgang einen starken Sprung auf 142 Meter. Durch diesen verbesserte er sich von einem 20. Platz im ersten Durchgang auf Platz elf im End-Klassement. Karl Geiger sagte später zu seinem Wettkampf: „Zwei Durchgänge wie der zweite Sprung, das wär schon ziemlich gut. Ansonsten habe ich mir auf der Schanze ziemlich schwer getan. Ich bin trotzdem echt zufrieden, dass mir der zweite Sprung so gelungen ist und ich hoffe, dass ich da morgen anknüfen kann.“
Der Bundestrainer Stefan Horngacher bezeichnet den Wettkampf als „schwierig“: „Unserer erste Runde war leider nicht gut genug gesprungen. Es waren einige technische Fehler dabei. Wir haben aber dann im zweiten Sprung recht gut reagiert. Die Jungs haben es deutlich besser gemacht. Speziell der Karl. Der zweite Sprung war schon gut. Beim Markus Eisenbichler war der zweite Sprung auch ziemlich gut. Auch der Pius Paschke hat sich deutlich verbessert. Wir haben für morgen den richtigen Ansatz. Wir versuchen morgen von Anfang an solche Sprünge zu produzieren.“

Der einzige Springer im Weltcup aus Bulgarien, Vladimir Zografski, lag nach dem ersten Durchgang auf einem starken elften Platz. Mit dem zweiten Sprung konnte er diese Platzierung jedoch mit schwachen 117 Metern nicht halten. Er fiel auf den 25. Platz zurück.

Offizielle Ergebnisliste

Quelle: FIS, DSV

Weltcup Damen

Es bahnt sich immer mehr eine Wachablösung in der Damen-Konkurrenz an. So war beim ersten Großschanzen-Weltcup in Titisee-Neustadt erneut Marita Kramer nicht zu stoppen. Für die DSV-Adlerinnen verlief der Wettkampf dagegen nicht so ganz nach Wunsch.

Nachdem die gestrige Qualifikation abgesagt werden musste, gab es am Samstag dann doch ein faires und gutes Springen in Titisee-Neustadt zu sehen. Den Sieg holte sich die 19-jährige Marita Kramer mit Sprüngen auf 131,5 und 135 Meter. Damit verwies die Österreicherin Silje Opseth aus Norwegen auf den zweiten Rang. Diese konnte schon in der Qualifikation mit einem neuen Damen-Schanzenrekord (138 Meter) auf sich aufmerksam machen und steigerte diesen im Finale sogar nochmal um einen halben Meter. Das Podest komplettierte die konstante Slowenin Ema Klinec, die 126 und 130 Meter sprang. Als vierte verpasste die langjährige Dominatorin, Maren Lundbay (124,5 und 129,5 Meter) das Podium knapp. Dahinter komplettierten Nika Kriznar und Eirin Maria Kvandal das hervorragende Mannschaftsergebnis der Norwegerinnen und Sloweninnen. Die beiden besten Japanerinnen, Sarah Takanashi und Yukia Ito belegten die Ränge sechs und acht.

Nur Althaus in den Top-10: DSV-Springerinnen lassen Luft nach oben

Aus deutscher Sicht konnte erneut einzig und alleine Katharina Althaus vorne mithalten. Nach mäßigen 115,5 Meter in Durchgang eins, steigerte sich die Oberstdorferin auf 123,5 Meter und belegte letztendlich den neunten Rang. Zweitbeste DSV-Athletin war erneut Anna Rupprecht, die mit 106 und 113 Meter jedoch noch Luft nach oben ließ. Vor allem für Juliane Seyfarth läuft es in diesem Winter aber alles andere als Rund. So belegte die ehemalige Weltcupsiegerin mit 108 und 103 Meter einen enttäuschenden 29. Platz. In den Wettbewerb haben es zusätzlich noch Svenja Würth und Agnes Reisch geschafft. Die Ränge 34 und 37 reichten letztendlich jedoch nicht für die erhofften Weltcuppunkte. Am morgigen Sonntag gibt es hierfür aber schon die nächste Gelegenheit.

Ergebnis Wettkampf

Weltcupstand

Weltcup Herren

Auch in Willingen stellt Halvor Egner Granerud unter Beweis, warum er das gelbe Trikot trägt. Er führt nach einem Sprung auf 147,5 Meter mit 144,8 Punkten vor seinem Landsmann Tande (145 Meter; 144,4 Punkte). Auf Rang drei folgt Bor Pavlovcic aus Slowenien (144,5 Meter; 140,2 Punkte).

Auf den Rängen vier und fünf folgen Kamil Stoch und Markus Eisenbichler. Die Top-6 werden von Ryoyu Kobayashi komplettiert.
Auch heute bestimmt der Wind das Geschehen auf der Schanze in Willingen und entscheidet teilweise über das Weiterkommen oder Ausscheiden eines Springers.
Der Sieger der Probedurchgangs Johansson stürzt bei der Ausfahrt leicht, verletzt sich allerdings nicht. Da er hinter der Sturzlinie gestürzt ist, wurden ihm keine Haltungspunkte dafür abgezogen. Nach einer Weite von 132 Meter liegt er auf dem 17. Platz.

DSV-Adler nur zu dritt im 2.Durchgang

Severin Freund fiel dem Rückenwind des ersten Durchgangs zum Opfer und konnte sich mit seinem schwachen Sprung auf 118 Meter nicht für den zweiten Durchgang qualifizieren. Constantin Schmid und Martin Hamann hatten beide besseren Wind, aber auch für sie reichte es nicht für den zweiten Durchgang. Mit Platz 31 und 33 verabschieden sie sich aus dem Wettbewerb, wobei Schmid nur 0,3 Punkte für den zweiten Durchgang gefehlt haben. Etwas besser macht es Pius Paschke, welcher mit 125,5 Meter nach dem ersten Durchgang auf Rang 23 liegt. Karl Geiger springt ebenfalls nur auf 125,5 Meter und liegt damit aktuell auf dem 20. Platz.

Ergebnisliste des ersten Durchgangs

Quelle: FIS

Weltcup Herren

Das erste Einzelspringen von der Mühlenkopfschanze steht unmittelbar bevor. Im Gegensatz zum Vortag, als starker Aufwind herrschte, haben wir es heute mit wechselnden Winden zu tun. Im Probedurchgang meisterte der Norweger Robert Johansson diese Aufgabe am besten.

Der Sieg in Lahti scheint dem Norweger Robert Johansson Flügel verliehen zu haben. So setzte er sich mit einer Weite von 141,5 Meter knapp vor Kamil Stoch durch, der einen halben Meter kürzer Sprang. Als Drittplatzierter meldete sich auch Daniel Huber zurück, der gut fünf Punkte hinter dem Norweger landete. Auch Bor Pavlovcic, der mit 143,5 Metern den weitesten Flug zeigte befindet sich auf dem aufsteigenden Ast und könnte für eine kleine Überraschung sorgen. Der Slowene landete nur knapp hinter Halvor Egner Granerud der bei schwierigen Verhältnissen bei 133 Meter landete. In Lauerposition befinden sich die beiden Österreicher Michael Hayböck und Stefan Kraft, die die Plätze sechs und sieben belegten.

Kein Deutscher in den Top-10: Geiger und Eisenbichler müssen zulegen

Aus deutscher Sicht gibt es dagegen noch ein wenig Nachholbedarf. Im Vergleich zum Vortag zeigte sich jedoch zumindest Karl Geiger verbessert. Mit einem Sprung auf 136 Meter Sprang er auf einen ordentlichen 12. Platz und muss jetzt zeigen, dass er ein echter Wettkampftyp ist. Markus Eisenbichler schwächelte hingegen nach seiner guten Qualifikation am Vortag und landete mit 129 Metern, eine Position hinter Pius Paschke, auf Rang 15. Martin Hamann präsentierte sich erneut auf ordentlichem Niveau und belegte mit 131,5 Meter immerhin den 19. Platz. Noch ein wenig zulegen müssen dagegen Constantin Schmid und Severin Freund. Die beiden Bayer belegten mit 124 und 127 Meter die Ränge 33 und 35. Dies wäre zu wenig um später Weltcuppunkte zu sammeln.

Wettkampf startet um 16 Uhr: Norweger in der Favoritenrolle

Ab 16 Uhr wird es dann ernst, wenn für die 50 Teilnehmer der erste Wertungsdurchgang ansteht. Nach der Qualifikation am Vortag gilt es auch erneut wieder darum, möglichst viele Punkte in der Willingen-6-Wertung zu sammeln. Aktuell führt in dieser Sonderwertung Andrzej Stekala, der in der Probe jedoch nur Rang 26 belegte. Als Favoriten gehen wohl die Norweger Halvor Egner Granerud und Robert Johansson in den Wettkampf, wobei man auch Kamil Stoch oder Markus Eisenbichler nicht abschreiben sollte.

Weltcup Damen

Auch im Schwarzwald hatten die Skispringerinnen am Freitag mit Windturbulenzen zu kämpfen. Es konnte nur ein Trainingsdurchgang durchgeführt werden. Nachdem das zweite Training abgebrochen werden musste, wurde auch die Qualifikation abgesagt.

Bei der Weltcup-Premiere der Damen auf der Hochfirstschanze in Titisee-Neustadt haben sich die schlechten Windvorhersagen am Freitag leider bestätigt. Marita Kramer gewann den ersten Trainingsdurchgang vor Nika Kriznar und Sara Takanashi, der zweite Trainingsdurchgang musste nach 47 von 55 Springerinnen abgebrochen werden. Die Bestweite des Tages setzte die Slowenin Kriznar auf 143,5 Meter, die dabei zwar zu Fall kam, sich aber schnell wieder aufrichten konnte. Als beste Deutsche beendete Katharina Althaus das Training auf Rang acht.

Neuer Zeitplan am Samstag

Wie die Jury am Freitag mitteilte, wird der geplante Probedurchgang am Samstag durch die Qualifikation ersetzt und beginnt damit um 12:15 Uhr. Mit den üblichen 40 Athletinnen im Damen-Weltcup soll dann um 13:45 Uhr der erste Durchgang gestartet werden.

Im Vorfeld wurde zudem bekannt, dass Carina Vogt, die gerade erst in den Weltcup zurückgekehrt war, am Freitag aufgrund einer Reizung im Knie nicht teilnehmen konnte. Ob sie am Sonntag wieder am Start sein kann, ist noch ungewiss.

Resultat Offizielles Training

Quelle: FIS

Weltcup Herren

Polens Andrzej Stekala (135,9 Punkte; 152 Meter) gewinnt die Qualifikation in Willingen vor Halvor Egner Granerud aus Norwegen (134,2 Punkte; 139,5 Meter). Markus Eisenbichler kann sich über Rang drei freuen (131,7 Punkte; 142 Meter).

Den ganzen Tag gab es in Willingen starken Wind und der zweite Probedurchgang musste abgebrochen werden. Doch zur Qualifikation hin wurde der Wind wieder etwas ruhiger, auch wenn er teilweise immer noch starken Aufwind gab. Der Pole Klemens Muranka konnte den sehr guten Aufwind für sich nutzen und ist prompt einen Meter über den Schanzenrekord von Janne Ahonen und Jurij Tepes gesprungen. Mit 153 Metern ist er nun der neue Schanzenrekordhalter auf der Mühlenkopfschanze. Für den Sieg reichte diese Weite jedoch nicht, da ihm für den guten Wind viele Punkte abgezogen wurden und er außerdem, im Vergleich zu andern Springern, mehr Anlauf hatte.

Vier Polen in den Top-8

Nur einen Meter unter den neuen Schanzenrekord und somit auf die Weite des alten Schanzenrekords springt ein anderer Pole: Andrzej Stekala. Mit dieser Weite sicherte er sich in Sieg in der Qualifikation. Mit nur 1,7 Punkten Abstand wird Halvor Egner Granerud zweiter. Markus Eisenbichler zeigte in Willingen einen guten Sprung, mit dem er sich den dritten Platz vor Norwegens Tande sichern kann. Auf dem fünften Platz folgt der neue Schanzenrekordhalter aus Polen. Und auch auf den Plätzen sechs und sieben liegen wieder polnische Springer. Zyla und Kubacki runden nach Sprüngen auf 148 und 136,5 Meter eine sehr gute polnische Leistung ab.

DSV-Adler mit Steigerungspotenzial

Severin Freund und Constantin Schmid haben beide etwas schwächeren Wind, als zum Beispiel der neue Schanzenrekordhalter. Sie springen auf 137,5 und 135 Meter, zeigen eine ordentliche Leistung, lassen aber auch noch Luft nach oben für die kommenden Tage. Am Ende des Tages laden die beiden DSV-Adler auf den Rängen 16 und 24. Auf den zwei Plätzen hinter Schmid sortieren sich Martin Hamann (134 Meter) und Pius Paschke (127 Meter) ein. Der Skiflugweltmeister aus Planica Karl Geiger erwischt nicht den besten Wind, hat im Vergleich zum Wind zu wenig Anlauf und wird nur 42. der Qualifikation.

Offizielle Ergebnisliste der Qualifikation

Quelle: FIS
Weltcup Herren

Trotz der angesagten kritischen Windbedingungen, ist zumindest ein vollständiger Trainingsdurchgang über die Bühne gegangen. Bei zum Teil recht starken Aufwindbedingungen wurde auch schon die 150-Meter-Marke gekratzt, wohingegen andere Athleten noch ein paar Schwierigkeiten hatten.

Bereits im Training wurde deutlich, dass wir an diesem Wochenende einige weite Sprünge zu bestaunen haben werden. Im ersten Durchgang von der größten Sprungschanze der Welt, setzte sich Robert Johannson mit 149 Meter durch und bestätigte gleich mal, dass sein Sieg in Lahti kein Zufall war. Den weitesten Sprung landete jedoch der Pole Andrzej Stekala, der sogar auf 150 Meter flog, jedoch aufgrund der größeren Abzüge auf Rang zwei geführt wird. Knapp dahinter platzierte sich Ryoyu Kobayashi, der weiterhin klar auf dem Weg zurück zu alter Stärke ist. Dass die Norweger traditionelle mit großen Schanzen und guten Bedingungen zurechtkommen, zeigte auch Anders Haare, dem bei seiner Rückkehr ins Weltcupteam 148 Meter gelangen. Doch auch Dawid Kubacki deutete mit 143,5 Meter schonmal an, dass mit ihm zu rechnen sein wird. Die DSV-Adler hatten hingegen noch mit etwas Startschwierigkeiten zu kämpfen. Positiv sind aber auf jedem Fall die 137 Meter von Sorgenkind Constantin Schmid zu bewerten. Markus Eisenbichler tat sich bei wenig Aufwind noch etwas schwer, konnte sich mit 124,5 Metern aber immerhin in den Top-10 platzieren. Martin Hamann (129,5 Meter), Pius Paschke (126 Meter) und Severin Freund (126,5 Meter) landeten dagegen im Mittelfeld. Einen sehr schleppenden Start erwischte dagegen Karl Geiger, der bereits bei 113,5 Meter zur Landung ansetzte.

Zu viel Wind: Runde zwei abgebroch – Qualifikation beginnt um 15:45

In Runde zwei war es dann der Slowene Bor Pavlovcic, der mit 149 Metern ein erster Ausrufezeichen setzte. So gewann dieser die abgebrochene Runde mit mehr als 20 Punkten Vorsprung auf Martin Hammann. Auch der junge Österreicher Bachinger konnte mit 141,5 Metern glänzen und belegte Rang drei. Constantin Schmid und Severin Freund zeigten solide Sprünge und platzierten sich auf den Rängen 13 und 14. Zwar musste der Durchgang nach Johann Andre Forfang (Startnummer 39) abgebrochen werden, so soll die Qualifikation trotz allem Planmäßig über die Bühne gehen. Diese wird auch schon zur Willingen-6-Wertung dazu zählen, die für den Gewinner ein üppiges Preisgeld beinhaltet. Bleibt zu hoffen, dass der Wind also ein Einsehen hat und die 55 Springer gut über die Mühlenkopfschanze kommen.

Ergebnis Training

Startliste Qualifikation