Vierschanzentournee

Bei starkem Schneefall und vor leeren Rängen ist die Vierschanzentournee in ihre 69. Ausgabe gestartet. In der Qualifikation zum Auftaktspringen in Oberstdorf untermauert insbesondere Halvor Egner Granerud seine Favoritenrolle.

Die äußeren Bedingungen haben es den Skispringern heute nicht einfach gemacht. Zu starker und böiger Rückenwind im ersten Flugdrittel sorgte dafür, dass einige Springer den Startbalken nochmals verlassen und sich in Geduld üben mussten. Weite Flüge blieben weitgehend aus, selbst Sprünge über den K-Punkt waren über weite Strecken kaum möglich und Mangelware: „Es ist schon zäh“, so Severin Freund im ZDF.

Besonders gut zurecht kam der Österreicher Philipp Aschenwald. Mit 128,5 Metern zeigte er den weitesten Sprung des Tages – zu seiner eigenen Überraschung blieb er bis zum Ende des Wettkampfs in der Leaderbox. Mit über 10 Punkten Vorsprung verwies er den Weltcupführenden Granerud auf den zweiten Platz. Dieser entschied vor allem den Vergleich mit seinem direkten Verfolger Markus Eisenbichler für sich, der nur 25. wurde und damit morgen direkt im ersten Duell gegen Domen Prevc antritt. Der 29-Jährige haderte zwar etwas mit seinem Sprung, richtete den Blick jedoch schon nach vorne: „Ich bin im Training eigentlich echt gut zurechtgekommen. Aber ich habe dann im Anlauf gemerkt, dass es stockt. Im Endeffekt ist es aber egal – Quali ist Quali, und morgen ist wieder schönes Wetter.“

Eisenbichler morgen schon im ersten Duell an der Reihe

Den dritten Platz belegte Cene Prevc (Slowenien), knapp vor Daniel Huber (Österreich) und dem Japaner Ryoyu Kobayashi, bei dem sich langsam aber sicher eine mögliche Rückkehr zu alter Stärke andeutet. Antti Aalto sorgte mit Platz 6 für ein erfreuliches Ergebnis aus finnischer Sicht. Robert Johansson (Norwegen) wurde 7., Anze Lanisek (Slowenien) belegte Rang 8. Allgemein können die Ergebnisse der Qualifikation jedoch nicht als Fingerzeig für den ersten Wettkampf oder gar die Tournee herangezogen werden – zu unterschiedlich die Bedingungen. Auch Bundestrainer Stefan Horngacher hakte die heutige Qualifikation deshalb schnell ab: „Wir werden uns eher an den Trainingssprüngen orientierten, die waren gut, und morgen werden wir wieder normal springen können. Heute war es schon am Limit.“

Geiger und Kraft wieder dabei

Nach Coronapause wieder am Start war Karl Geiger, der sich bereits im Training stark zurückmeldete. In der Qualifikation belegte er mit 114 Metern Rang 14 und zeigte sich zufrieden mit dem ersten Tourneetag: „Die Sprünge haben Spaß gemacht. Ich bin froh, dass ich wieder dabei sein darf. Der Qualisprung jetzt war super windig, aber insgesamt ist es schon okay.“ Ebenfalls zurück im Weltcupgeschehen ist Stefan Kraft, der die Skiflug-WM in Planica wegen Rückenproblemen vorzeitig verlassen musste. Nachdem er den ersten Trainingsdurchgang gewinnen konnte, reichte es in der Qualifikation für Rang 11.

Die DSV-Adler konnten sich bis auf Kilian Märkl alle für den Wettkampf qualifizieren. Mit Freund, Freitag und Schmid belegte ein deutsches Trio die Plätze 17-19, Hamann wurde 29., Wellinger 34., Siegel 38., Roth 39., Baer 44. und Paschke 45. Severin Freund und Andreas Wellinger treffen morgen in einem teamintenen KO-Duell aufeinander.

Aufgrund des coronabedingten Ausschlusses der polnischen Mannschaft mussten nur fünf Springer in der Qualifikation ausscheiden. So schaffte es Dominik Peter mit einer Weite von 99,5 Metern als Letzter in den Wettkampf und absolviert im morgigen ersten Durchgang das Abschlussduell gegen Aschenwald. Neben Märkl verpassten Casey Larson, Cestmir Kozisek, Ziga Jelar und Ilya Mankov die Qualifikation für den Wettkampf.

Offizielle Ergebnisliste

Startliste (KO-Duelle) für den Wettkampf

Vierschanzentournee

Stefan Kraft aus Österreich gewinnt das erste Training in Oberstdorf vor Eisenbichler, welcher das zweite Training für sich entscheiden kann.

Den Auftakt in beiden Trainingsdurchgängen machte die „nationalen Gruppe“ aus Deutschland. Luca Roth war der erste Springer der nationale Gruppe. Er sprang im ersten Durchgang auf 106,5 und im Zweiten auf 102,5 Meter, wobei er im zweiten Durchgang, wie alle anderen Springer auch, mehr Rückenwind und dafür mehr Anlauf hatte. Danach folgten Kilian Märkl, Moritz Baer und David Siegel. Märkl ist im ersten Durchgang nur auf die Weite von 98 Meter gesprungen. Im zweiten Sprung schaffte er es auf 101,5 Meter. Moritz Baer und David Siegel schafften in ihrem jeweils ersten Trainingssprung 108,5 bzw. 108 Meter. Darauf folgten im zweiten Durchgang 107,5 und 103,5 Meter. Der Olympiasieger von 2018 Andreas Wellinger kam als Nächster. Er ist immer noch auf der Suche nach seiner Form, nachdem er sich im Juni des vergangenen Jahres einen Kreuzbandriss zugezogen hatte. Seine Weiten der Trainingsdurchgänge betragen 105 und 102,5 Meter. Richard Freitag war der letzte Springer der „nationalen Gruppe“ und sprang auf 105,5 und 106 Meter in den zwei Trainingssprüngen. Die nationale Gruppe verteilte sich mit den Weiten im (hinteren) Mittelfeld zwischen Platz 25 und 50.

Als erster deutscher Springer, außerhalb der „nationalen Gruppe“, war Severin Freund dran. Er ist in seinem ersten Sprung auf 109,5 Meter gesprungen. Da aber zwischenzeitlich der Anlauf um zwei Gates verlängert wurde, war der Sprung weniger wert, als z.B. der Sprung von Andreas Wellinger auf 105 Meter. In seinem zweiten Trainingssprung schaffte er eine deutliche Verbesserung auf 117 Meter. Constantin Schmid sprang in seinem ersten Trainingssprung auf 113 Meter und reihte sich damit direkt hinter David Siegel und Moritz Baer im ersten Durchgang ein. 118 Meter waren eine Verbesserung in Durchgang Nummer zwei. Als Nächstes ging Martin Hamann vom Balken. Er schaffte 123,5 und 124,5 Meter. Dadurch schaffte er es in den vorderen Teil des Teilnehmerfeldes.
Der Drittletzter aus dem deutschen Team war Karl Geiger. Er konnte nach seiner Corona-Infektion wieder zurück ins Team kommen und zeigte mit 125,5 und 130 Metern, dass er wieder fit ist und vorne angreifen kann. Nach ihm kam Pius Paschke. Er ist bekannt für seine guten, konstanten Sprünge, welche in regelmäßig in die Top-10 führen. Heute schaffte es jedoch nicht ganz da hin und sortierte sich mit seinen Sprüngen auf 119,5 und 116 Meter im vorderen Mittelfeld um Platz 20 ein.
Der letzte aus Team Deutschland war Markus Eisenbichler, auf dem die Tournee-Hoffnungen vieler der deutscher Fans ruhen. Bereits im ersten Trainingssprung zeigte er, dass er ganz vorne angreifen kann. Im ersten Trainingssprung schaffte er es mit 135 Metern auf den zweiten Platz. Im zweiten Trainingsdurchgang konnt er sich noch weiter steigern und wurde mit 132,5 Metern Sieger des zweiten Probedurchgangs vor Granerud aus Norwegen.

Kraft gewinnt ersten Trainingsdurchgang

Das Team aus Österreich präsentiert sich in einer guten Form zum Start der Tournee. Nachdem Stefan Kraft mit einer Corona-Infektion und starken Rückenproblemen zu kämpfen hatte, standen viele Fragezeichen hinter seiner Form. Doch er zeigte beim Training in Oberstdorf einen sehr guten Sprung auf 129,5 Meter. Den ersten Trainingsdurchgang konnte er damit für sich entscheiden. Den drauf folgenden Trainingssprung ließ er ausfallen. Auch sein Landsmann Jan Hörl zeigte sein Können und lieferte zwei gute Sprünge mit 126 und 121 Meter ab. Er wurde im ersten Durchgang dritter. Auch Philipp Aschenwald zeigte, durch seinen Sprung auf 125,5 Meter im zweiten Durchgang, dass er in einer guten Verfassung ist. Daniel Huber konnte sich den dritten Platz des zweiten Probedurchgangs sichern, nachdem er vorher auf 134,5 Meter gesprungen ist.

Zwei gute Sprünge zeigten auch die beiden Finnen Artti Aaigro und Niko Kytosaho. Im zweiten Trainingsdurchgang sind sie auf 120,5 und 122 Meter. Damit schafften sie es in die Top-20 des Durchgangs.

Offizielle Ergebnisliste des Trainings

Offizielle Startliste der Qualifikation

DSV

Bereits vor dem Auftakt in Oberstdorf überschlagen sich die Meldungen und Diskussionen. Nachdem das polnische Team für das Springen an der Schattenbergschanze, in Folge des positiven Corona-Falles von Klemens Muranka, vom Wettbewerb ausgeschlossen wurde, gibt es nun auch für das Deutsche Team schlechte Neuigkeiten.

Wie die ARD berichtet, gibt es auch im deutschen Lager einen positiven Corona-Test zu verzeichnen. Dabei handelt es sich um einen Physio-Therapeuten, der für den deutschen B-Kader zuständig ist. Im Gegensatz zu Kamil Stoch und Co kommen die DSV-Adler jedoch mit dem Schrecken davon. So betrifft der Fall weder die Deutschen Springer noch Bundestrainer Stefan Horngacher. Der betroffene Betreuer hatte nämlich noch keinen Kontakt zum Team. Einer Teilnahme am Tournee-Auftakt steht somit nichts im Wege. Der Betreuer ist hingegen vorzeitig aus Oberstdorf abgereist. „Gemäß den Regularien des Veranstalters, des zuständigen Gesundheitsamtes und dem medizinischen Stab des Deutschen Skiverbandes wurden sofort alle notwendigen Schutz-Maßnahmen ergriffen“, informierte der DSV.

Schon seit dem Saisonstart herrschen beim DSV strikte Bestimmungen, die über jene der FIS hinausgehen. So sind die DSV-Adler in Einzelzimmer untergebracht, halten Team-Meetings über Skype und tragen FFP2-Masken. So versucht das Team um Stefan Horngacher der pandemiebedingten Gefahr vorzubeugen.

Quelle: ARD

COC Herren

Nachdem Jakub Wolny am Sonntag den ersten Continentalcup auf der Gross-Titlis-Schanze-Schanze für sich entscheiden konnte, geht der zweite Wettbewerb diesmal an das österreichische Team.

Maximilian Steiner (280,1 P.) holt sich den Sieg mit der Tagesbestweite im zweiten Durchgang von 143 Metern vor Tilen Bartol (280 P.) aus Slowenien und Manuel Fettner (276,1 P.). Steiner setzte sich am Ende mit nur haarscharfen 0,1 Punkten gegen den Slowenen durch.

Nur drei Deutsche im Finale

Philipp Raimund landete als bester Deutscher mit Weiten von 127 und 133,5 Metern auf Rang siebzehn. Zweitbester Deutscher im Finale war Adrian Sell aus dem 21. Platz (123,5 m; 128 m). Claudio Haas schaffte es als Dritter Deutsche mit 123 Metern in das Finale, wurde aber dann vor seinem zweiten Sprung disqualifiziert. Für Simon Spiewok, Luca Geyer, Quirin Modricker und Felix Hoffmann hat es für den finalen Durchgang leider nicht gereicht.

Resultat 1. Durchgang
Offizielles Resultat

Vierschanzentournee

Kurz nach Weihnachten und vor dem Jahreswechsel fliegen die Adler wieder und kämpfen um die Trophäe des Weltcup-Winters: den goldenen Adler. Die 69. Vierschanzentournee 2020/21 wird heute mit der Qualifikation in Oberstdorf offiziell eröffnet. Doch schon zu Beginn gibt es eine schlechte Nachricht aus dem polnischen Skiverband zu vermelden.

Die Favoritenliste ist auch in diesem Jahr lang. Hier haben wir bereits einen Blick auf alle Mitstreiter mit Chancen geworfen. Besonders zu beachten sein, werden der Weltcup-Gesamtführende Granerud sowie sein bisher stärkster Konkurrent Markus Eisenbichler. Ein besonderes Augenmerk werden wir jedoch auch auf die beiden Rückkehrer Karl Geiger und Stefan Kraft legen. Doch wie bei einer Vierschanzentournee oft üblich, kommt es meist anders als man denkt.

Polnisches Team von Tournee-Auftakt ausgeschlossen

Nachdem Klemens Muranka am Sonntag positiv auf das Coronavirus getestet wurde, fiel am Montag die bittere Entscheidung für das polnische Team: Ein Start an der Qualifikation und damit am Auftaktspringen ist nicht möglich. „Wir bedauern diese Entscheidung sehr, doch zum Schutz aller anderen Athleten, blieb dem Gesundheitsamt keine andere Wahl. Auf Beschluss der Behörde können wir das polnische Team nicht in Oberstdorf starten lassen“, so Florian Stern, Generalsekretär beim Auftaktspringen in Oberstdorf. Für die Polen ein herber Schlag, die mit Zyla, Stoch und Kubacki gleich drei Anwärter auf die vorderen Plätze zur Verfügung hätten.

Wie lange sich das Team nun in Quarantäne begeben muss, ist noch unklar. „Hier warten wir noch weitere Tests ab. Sofern diese negativ ausfallen, besteht die Chance, dass Polen wieder in die Tournee einsteigen kann“, so Florian Stern.

Einen Überblick über die Daten und den Zeitplan findet ihr hier. Das offizielle Training startet um 14:30 Uhr mit zwei Durchgängen, die Qualifikation folgt um 16:30 Uhr und wird live bei ZDF sowie Eurosport übertragen.

Quelle: interne Informationen, Pressestelle Vierschanzentournee

Polnischer Skiverband Vierschanzentournee

Nach ersten Informationen gab es einen positiven Corona-Test im polnischen Team. Getroffen haben soll es Klemens Muranka. Was genau das für den Rest des Teams bedeutet, ist noch unklar. Was für ein herber Schlag für das polnische Team kurz vor dem Start der 69. Vierschanzentournee.

Noch vor dem offiziellen Beginn der Vierschanzentournee 2020/21 gibt es den ersten Corona-Fall im polnischen Team. Nachdem Klemens Muranka am Sonntag positiv getestet wurde, bleibt nun die Frage offen, ob nur er sich in Quarantäne begeben muss, oder das gesamte Team. Dazu laufen aktuell Gespräche mit dem deutschen Gesundheitsamt. Muranka und die anderen Teammitglieder, bei denen das Ergebnis negativ ausgefallen war, haben sich bereits in Isolation begeben, bis die nächsten Schritte bekanntgegeben werden.

Quelle: interne Informationen

COC Herren

Den heutigen COC-Wettkampf in Engelberg entscheidet Jakub Wolny aus Polen für sich. Zweiter wird Tilen Bartol aus Slowenien vor Gregor Schlierenzauer aus Österreich.

Das DSV-Aufgebot für den heutigen Weltcup in Engelberg sieht etwas anders aus als sonst. Grund dafür ist der morgige Beginn der Vierschanzentournee. Bei jedem Weltcupspringen, so auch bei der Vierschanzentournee, darf das austragende Land eine sogenannte „nationale Gruppe“ mit sechs Springern stellen, welche zusätzlich zum normalen Weltcupkader springen darf. Da die Vierschanzentournee mit den zwei deutschen Städten Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen beginnt, hat der Deutsche Skiverband dort, zusätzlich zum Weltcupkader, noch die nationale Gruppe zur Verfügung. Insgesamt dürfen so bei diesen zwei beiden Wettkämpfen zwölf Deutsche an den Start gehen. Welche Springer das genau sind, erfahren Sie hier.

Die Athleten Moritz Baer, Kilian Märkl und Luca Roth, die aktuell bei der Vierschanzentournee vor Ort sind, würden normalerweise zum deutschen Team im Continentalcup dazuzählen. Da es aber bereits morgen in Oberstdorf mit dem Auftakt der Vierschanzentournee losgeht, rücken andere Namen ins Team.
Vier, der sieben Deutschen, mussten sich bereits nach dem ersten Durchgang verabschieden. Felix Hoffmann (31.), Adrian Sell (38.), Simon Spiewok (39.) und Luca Geyer (45.) schieden nach dem ersten Durchgang aus. Philipp Raimund, Claudio Haas und Quirin Modricker hingegen schafften auf den Plätzen 18, 19 und 26 den Sprung in den zweiten Durchgang.
Quirin Modricker war der Erste aus dem DSV-Team, der im zweiten Durchgang wieder auf dem Balken musste. Während er bei seinem ersten Sprung noch auf 120 Meter gesprungen war, schaffte er beim zweiten Durchgang nur die Marke von 105 Metern. Dies sorgte für den 28. Platz. Noch zwei Plätze weiter hinten, auf Platz 30, liegt Philipp Raimund am Ende des Tages. Er wurde vor seinem zweiten Sprung disqualifiziert. Claudio Haas war der beste Deutsche des heutigen Tages. Nach 125,5 und 118,5 Metern wurde er 24.

Österreicher wieder stark

Da die Österreicher ihre nationale Gruppe erst ab dem 2. Januar beim Springen in Innsbruck haben, gehen die Springer dieser Gruppe heute noch im COC an den start. Nach dem ersten Durchgang lagen fünf Österreicher unter den besten zehn. Maximilian Steiner, Clemens Leitner und Manuel Fettner lagen soagar auf den Plätzen eins, zwei und drei. Allerdings hat es keiner der drei auf das Podest des heutigen Tages geschafft. Steiner rutschte auf den sechsten Platz ab, Leitner auf den fünften und Fettner wurde Siebter. Ein Österreicher hat es trotzdem aufs Podest geschafft: Gregor Schlierenzauer. Nachdem er nach dem ersten Durchgang noch siebter war, hat er sich mit 130 Metern im zweiten Durchgang auf Platz drei vorgesprungen. Das gute Team-Ergebnis wird von Stefan Rainer auf Platz 13, Daniel Tschofening (14.) und Niklas Bachlinger auf dem 16. Platz komplettiert.

Ergebnisliste des Wettkampfs

Vierschanzentournee

Einen Tag vor dem Start der 69. Vierschanzentournee sind alle Teams in Oberstdorf angekommen. Die Chancen für das DSV-Team stehen mit den Mit-Favoriten Markus Eisenbichler und Karl Geiger in diesem Jahr sehr gut. Die letzten Corona-Testergebnisse stehen zwar noch aus, aber die Chancen für Geiger stehen sehr gut.

Gute Nachrichten vorweg: Der Lokalmatador Karl Geiger wurde bereits aus seiner Quarantäne erlassen und befindet sich nun zusammen mit dem Team im Hotel in Oberstdorf. Sein medizinischer Check-up am Samstag zeigte keine Auffälligkeiten. Nun steht lediglich das Ergebnis des PCR-Tests noch aus, die Zuversicht ist aber groß, denn auch sein letzter Test am Montag fiel negativ aus. Wenn dieses erneut negativ ausfällt, steht einem Start für den Oberstdorfer nichts mehr im Wege. Besonders in Hinsicht auf den Tournee-Gesamtsieg ist ein Start von Anfang an ausschlaggebend.

Geiger: „Die Schanzen kann er“

In einer Pressekonferenz des Deutschen Skiverbandes (DSV) am Sonntag sagte Geiger: „Die Schanzen kann er“. Damit ist sein Teamkollege und unter normalen Bedingungen auch Zimmerkollege Markus Eisenbichler gemeint. Er selbst zählt ihn definitiv zu den stärksten Mitfavoriten des Norwegers Halvor Egner Granerud. Auch die Österreicher Daniel Huber, den Rückkehrer Stefan Kraft sowie den polnischen Routinier Kamil Stoch schätzt Karl Geiger hoch ein.

„Er hat ein ziemlich gutes Gesamtpaket“, so Geiger über den derzeit Weltcup-Gesamtführenden Halvor Egner Granerud. Geiger selbst möchte bei der Tournee natürlich auch sein Bestes geben, stapelt aber für sich selbst trotzdem etwas tiefer. Bei der Skiflug-WM in Planica ist diese Strategie für den 27-Jährigen zumindest aufgegangen. Seine Heimschanze kennt Geiger nur zu gut – im letzten Jahr belegte er beim Auftaktspringen der Vierschanzentournee Rang zwei hinter dem Japaner Ryoyu Kobayashi. Auch Teamkollege Eisenbichler liegt die Schanze nicht nur, sondern er mag sie auch sehr viel lieber als zuletzt die Schanze beim Weltcup in Engelberg vergangene Woche. In der Audi Arena holte sich Markus Eisenbichler zuletzt den deutschen Meistertitel im Oktober diesen Jahres.

Horngacher: „Wir sind in Lauerstellung“

„Karl ist immer alles zuzutrauen“, so der DSV-Chefcoach über den Skiflug-Weltmeister von 2020. Für Geiger wird es vor allem darf ankommen, wie er die Umstellung von der Skiflug- auf eine normale Großschanze schafft. Denn die Voraussetzungen zum Start in Planica sind ähnlich. Auch vor der Skiflug-Weltmeisterschaft setze Karl Geiger ein Weltcup-Wochenende aus und verbrachte einige Tage zu Hause, wenn auch nicht gezwungenermaßen.

Als größte Stärke von Teamkollege Eisenbichler schätzt Horngacher besonders „seine Flugkunst“ ein. Für den aktuell Weltcup-Zweiten ist hauptsächlich der Absprung entscheidend. Trifft er diesen, sollte es im Normalfall immer weit gehen. Beide können also in jedem Fall Sieganwärter sein. Nach Aussagen von Stefan Horngacher könnte auch Pius Paschke Außenseiterchancen zumindest auf einen Podestplatz haben. Das Podium hat er zuletzt vor Weihnachten in Engelberg nur knapp verfehlt.

Quelle: DSV / interne Informationen

Vierschanzentournee

Die 69. Auflage der Vierschanzentournee steht uns unmittelbar bevor. Zwar wird die Tournee ohne die Stimmung der begeisterten Zuschauermassen auskommen müssen, so sind die Athleten nichtsdestotrotz heiß auf den Sieg. Wie die Vergangenheit gezeigt hat, ist es nicht gerade leicht, die heißesten Anwärter auf den Gesamtsieg auszumachen. So gab es klassische Favoritensiege wie Peter Prevc (2016) und Kamil Stoch (2017/2018), junge überraschende Himmelstürmer wie Thomas Diethart (2014) oder jene, die immer vorne dabei waren, auf ihr Meisterstück jedoch lange warten mussten. Hierzu zählen Wolfgang Loitzl (2009) oder auch Vorjahressieger Dawid Kubacki. Am Ende gewinnt meistens derjenige, der sich gewissermaßen in einen Rausch springt und bei den acht Sprüngen am wenigsten Fehler macht. Wir möchten einen Blick auf diejenigen werfen, die hierzu am meisten prädestiniert sind.

Halvor Egner Granerud (Norwegen)

So lief seine Saison: Halvor Egner Granerud ist die Neuentdeckung der Saison. Zwar gelang ihm in der Saison 2018/19 bereits ein 15. Rang im Gesamtweltcup, so stürzte er im Vorjahr auf Rang 61 ab. In diesem Jahr ist der 25-Jährige jedoch kaum zu stoppen. So sprang er zum Auftakt der Saison zweimal auf Platz vier und ließ dann fünf Weltcupsiege in Serie folgen. Auch bei der Skiflug-WM sprang er zu Silber und sicherte dem norwegischen Team mit einem spektakulären Finalsprung den Sieg.

Das spricht für ihn: Für den jungen Norweger spricht in erster Linie seine ausgezeichnete Form. Er dominierte zuletzt nicht nur die Wettkämpfe, sondern entschied auch beinahe jeden Trainingsdurchgang und jede Qualifikation für sich. Auf seinem Weltklasse-Niveau ist er zudem wahnsinnig konstant. Einen schwächeren Sprung sucht man in dieser Saison vergeblich. Granerud beherrscht alle Teilbereiche von der Anfahrt bis zur Landung und ist extrem selbstbewusst. Seine lockere Art hilft ihm zudem dabei nicht zu verkrampfen.

Das spricht gegen ihn: Nicht selten verschiebt sich das Kräfteverhältnis im Skispringen nach der Weihnachtspause ein wenig. So fand beispielsweise Richard Freitag 2018 in Kamil Stoch seinen Meister. Nicht, weil der Deutsche schlechter sprang als zuvor, sondern weil der Pole noch einmal ein Pfund zulegte. Genau das könnte Granerud in diesem Jahr auch passieren. Dieser ist zudem als Weltcupführender ein Stück weit der Gejagte. Eine noch ungewohnte Situation für den Norweger, an der zuletzt Domen Prevc im Jahr 2016/17 gescheitert war. Bislang präsentierte sich Granerud, dessen bester Gesamtplatz ein 24. war, nicht als Tournee-Spezialist. Dies muss jedoch nichts heißen, wie zuletzt Ryoyu Kobayashi 2018/19 bewiesen hat.

Prognose: Granerud tritt in die Fußstapfen von Kobayashi und bringt seine tolle Form auch bei der Tournee auf die Schanze. Ob es am Ende auch zum Sieg reicht, bleibt abzuwarten. Von allen Teilnehmern hat er jedoch die besten Chancen.

Markus Eisenbichler (Deutschland)

So lief seine Saison: Mit zwei überlegenen Siegen startete der Deutsche überragend in die Saison. Dann schlichen sich jedoch die ersten kleineren und größere Dellen ein. Besonders unglücklich natürlich sein 28. Platz von Nizhny-Tagil, als ihn eine Böe von Rang eins nach hinten wehte. Seitdem konnte der Siegsdorfer zwar nicht gewinnen, war aber stets bei den Besten dabei. So gewann er auch beim ersten Großereignis, der Skiflug-WM, eine Medaille.

Das spricht für ihn: Markus Eisenbichler präsentiert sich schon seit der Sommer-Vorbereitung in glänzender Form. Ruft er seine besten Sprünge ab, so können nur ganz wenige Springer mit dem 29-Jährigen Schritt halten. Dieser ist auch durchaus ein Tournee-Spezialist und verfügt über Erfahrung im Kampf um den Sieg. Auch die Schanzen sollten dem Siegsdorfer mehr entgegenkommen als Engelberg, wo er trotzdem noch Zweiter und Vierter wurde. Vor allem bei den deutschen Stationen brachte Eisenbichler in den letzten Jahren Top-Leistungen, selbst wenn es im Vorfeld noch nicht so lief.

Das spricht gegen ihn: Nach der Böe in Nizhny Tagil ist die Dominanz und Selbstverständlichkeit ein wenig verloren gegangen. Der Deutsche scheint ein wenig anfälliger und unkonstanter zu sein als sein norwegischer Konkurrent. So ist er auch bekannt dafür, in der ersten Phase des Fluges öfter mal eingreifen zu müssen. Ein Fehler und der Traum vom Sieg könnte passé sein. Ein kleines Problem ist bei Eisenbichler auch immer ein wenig die wacklige Landung. Ein zusätzlicher Knackpunkt könnte Innsbruck sein, wo er zwar Weltmeister 2019 wurde, bei der Tournee jedoch nie vorne hineinsprang.

Prognose: Markus Eisenbichler ist der gefährlichste Gegner für Granerud. Allerdings muss er acht Top-Sprünge runter bringen, um dem Wikinger gefährlich zu werden.

Karl Geiger (Deutschland)

So lief seine Saison: Nach eher durchwachsener Vorbereitung stieg Karl Geiger mit einem zweiten Platz sehr gut in den Weltcup ein. Im Gesamtweltcup ist der 27-Jährige allerdings nur elfter, zumal er in Nizhny Tagil und Engelberg nicht am Start war. Bei der SKiflug-WM in Planica gelang ihm mit Platz eins jedoch der ganz große Wurf.

Das spricht für ihn: Karl Geiger ist ein sehr routinierter Athlet, den nichts so schnell aus der Ruhe bringt. Der 27-Jährige ist bekannt dafür, immer dann zu liefern, wenn es gerade am wichtigsten ist. So auch bei der Skiflug-WM in Planica. Dabei bewies er auch, dass er in einer tollen Form ist und jederzeit um Siege mitkämpfen kann. Der Oberstdorfer verfügt über ein sehr stabiles System, mit dem er in der Regel Wind und Wetter trotzen kann. Dass er auch die Tournee beherrscht, hat er mit Rang drei im Vorjahr bewiesen.

Das spricht gegen ihn: Noch hat Karl Geiger keine sichere Starterlaubnis für den Auftakt in Oberstdorf. Nach einem positiven Corona-Test kurz nach der Skiflug-WM, ist der frischgebackene Vater zur Isolation verdonnert. Da er keinerlei Symptome zeigt, ist er zumindest körperlich weiterhin topfit. Allerdings konnte Geiger in dieser Saison nie wirklich einen Rhythmus aufbauen und hat deutlich weniger Sprünge absolviert als seine Konkurrenten.

Prognose: Sollte es für den Tournee-Auftakt reichen, muss man Geiger definitiv auf der Rechnung haben. Neben Granerud und Eisenbichler gehört er zu den heißesten Siegesanwärtern.

Piotr Zyla (Polen)

So lief seine Saison: Bis auf einen 23. Platz in Ruka springt der 33-Jährige eine unglaublich starke und konstante Saison. Obwohl er wie alle A-Polen Nizhny-Tagil ausließ, liegt er auf dem vierten Platz in der Gesamtwertung. Seine Topform bestätigte er mit den Rängen drei und fünf in Engelberg.

Das spricht für ihn: Piotr Zyla springt schon seit Jahren auf konstant hohem Niveau und wurde im Jahr 2016/17 schon mal Gesamtzweiter bei der Tournee. Auch in diesem Jahr ist er unglaublich stabil vorne dabei. Mit seinem kräftigen Absprung kann er auch schlechteren Verhältnissen trotzen. Damit bringt er alles mit, um endlich den ganz großen Sprung zu schaffen. Konstant, absprungstark, erfahren und immer ein wenig im Schatten der Teamkollegen: Eine Kombination, die einst Wolfgang Loitzl den Sieg brachte.

Das spricht gegen ihn: Zwar ist Zyla meist vorne mit dabei, so konnte er bislang nicht zeigen, dass er in Einzelsprüngen seinen Konkurrenten auch mal Meter abnehmen kann. Oft braucht es aber genau diese Kampfansagen, mit denen man die Konkurrenz ordentlich schocken kann. Gerade bei Aufwind gibt es Springer, die einfach noch ein paar Meter weiter Springen können als der Pole.

Prognose: Mit einem Gesamtsieg dürfte es aufgrund der starken Konkurrenz schwierig werden. Trotzdem ist es den Polen zuzutrauen, viermal unter die Top-6 zu springen. Und wer weiß: Sollten die führenden Patzen, ist Zyla vielleicht der lachende Vierte.

Daniel Huber (Österreich)

So lief die Saison: Oft war Daniel Huber aufgrund seiner Corona-Erkrankung nicht am Start. Wenn er aber dabei war, gab er ordentlich Gas. So landete er sowohl beim Auftakt in Wisla als auch in Nizhny Tagil auf dem Podest. Zuletzt in Engelberg reichte es dagegen nur zu den Rängen 12 und 13.

Das spricht für ihn: Daniel Huber hat in dieser Saison noch einmal einen enormen Sprung nach vorne gemacht und konnte sich aus dem Schatten seiner Teamkollegen lösen. Der Österreicher springt unglaublich aggressiv und ist gerade bei Aufwind einer der stärksten Athleten im Feld. Sollte der 27-Jährige ein wenig Glück haben und sich in einen Rausch springen, ist mit ihm durchaus zu rechnen, zumal er die Tourneeschanzen allesamt bestens kennt.

Das spricht gegen ihn: Aufgrund seiner Corona-Erkrankung hat Huber den Wettkampfrhythmus ein wenig verloren. So trat in Engelberg sein altes Problem wieder hervor. Will der Salzburger zu viel, so kann das schnell nach hinten losgehen. So gelang ihn zuletzt jeweils nur ein guter Wettkampfsprung. Nicht genug, um bei der Tournee ganz vorne mitspielen zu können.

Prognose: In den Einzelspringen ist Huber ein heißer Anwärter auf das Podest. Der Gesamtsieg scheint jedoch ein schwieriges Unterfangen zu sein. Allerdings wäre er nicht der erste Österreicher, der zur Tournee noch einmal zusätzliche Flügel bekommt und unverhofft zum Gesamtsieg segelt.

Marius Lindvik (Norwegen)

So lief seine Saison: So richtig rund lief es für Marius Lindvik bislang nicht. Nach schleppenden Auftakt sprang er in Nizhny Tagil zwar auf das Podium, verzichtete jedoch auf die Skiflug-WM. Zuletzt in Engelberg präsentierte er sich deutlich stabiler und belegte die Ränge 10 und 14.

Das spricht für ihn: Ruft er seine Top-Sprünge ab, so gibt es oft kein Halten mehr. So schockte er die Konkurrenz im Vorjahr mit seinen Siegen in Garmisch-Patenkirchen und Innsbruck. Der Norweger reiste bereits im vergangenen Jahr als Außenseiter an, um dass bei der Tournee aufzutrumpfen. Zwar sprechen die bisherigen Platzierungen nicht für den 22-Jährigen, so kann es bei diesem aber sehr schnell gehen. Knackpunkt ist bei ihm der Absprung-Übergang. Schafft er es hier den Sprung so zu drehen, dass er ausreichend Geschwindigkeit mitnimmt, kann es für ihn jederzeit ganz nach weit unten gehen. Im Schatten von Granerud hat Lindvik zudem kaum Druck, was ihm einen zusätzlichen Vorteil verschaffen könnte.

Das spricht gegen ihn: Trotz des dritten Platzes in Russland hat sich Lindvik noch nicht in einer Form gezeigt, die ihn zum Mitfavoriten macht. Acht gute Sprünge auf vier verschiedenen Schanzen scheinen für den Vorjahres-Zweiten eine zu große Herausforderung zu sein. So benötigt dieser eigentlich eine absolute Top-Form um konstant vorne landen zu können.

Prognose: Bei Marius Lindvik benötigt es schon ein kleines Weihnachtswunder, damit er für den Sieg infrage kommt. Findet er jedoch die richtigen Knöpfe, könnte er schnell ein ganz heißer Anwärter werden.

Die Außenseiter auf den Tournee-Triumph

Kamil Stoch: Natürlich darf man auch den zweimaligen Tourneesieger nicht von der Rechnung streichen. Bisher lief beim Polen eigentlich alles wie immer. So folgte auf einen traditionell wackligen Start ein starkes Engelberg Wochenende. Wie es dann bei der Tournee läuft, ist hingegen Jahr für Jahr schwer vorherzusagen. Für den Tourneesieg scheint der 33-Jährige derzeit allerdings entschieden zu instabil zu sein. Seine allerbesten Jahre sind wohl vorbei. So konnte er bereits in den letzten Jahren nicht um den goldenen Adler mitspringen.

Dawid Kubacki: Auch für Kubacki lief es in diesem Jahr ähnlich wie zur selben Zeit im Vorjahr. Dort gelang ihm nach einem fast schon unterirdischen Engelberg-Wochenende überraschend der Tournee-Erfolg. Dazu wird es in dieser Saison jedoch vermutlich nicht kommen. So klagte der Pole bereits in der Vorbereitung über eine wechselhafte Form, die sich nun auch durch die Saison zieht. Trotz allem ist Kubacki ein traditionell guter Tournee-Springer und könnte durchaus ein Wörtchen mitreden.

Stefan Kraft: Er ist das größte Fragezeichen im Skisprungzirkus. So reist der Dominator ohne Weltcuppunkt nach Oberstdorf. Eine Corona-Erkrankung sowie Rückenproblemen machten seine Saison bisher zu einem Horror-Trip. Allerdings zeigte er in den wenigen Trainingsdurchgängen, dass er durchaus in der Lage ist, Top-Sprünge abzuliefern. Den Österreicher darf man aufgrund seiner Klasse und Tournee-Erfahrung nie abschreiben. Ein Sieg wäre trotzdem eine Sensation, zumal die kräftezehrende Woche Gift für den Rücken des 27-Jährigen sein dürfte.

Robert Johansson: Als Weltcup-Dritter ist der Norweger natürlich auch zu nennen. Allerdings konnte dieser einen Großteil seiner Punkte in Nizhn Tagil sichern. So ist der Wikinger ein echter Spezialist: Wehr der Wind auf der richtigen Schanze von vorne, ist Johansson kaum zu stoppen. Bei Rückenwind kann er jedoch selten ganz vorne mithalten. Um die Tournee gewinnen zu wollen, muss man jedoch alle Bedingungen gut beherrschen. Von daher ist Johansson trotz seines dritten Platzes im Gesamtweltcup lediglich ein Außenseiter.

Anze Lanisek: Er ist die Hoffnung der gebeutelten Slowenen. Der Weltcup-Gesamtfünfte springt die beste Saison seines Lebens und hat deutlich an Konstanz dazu gewonnen. Mit den Rängen drei und vier präsentierte er sich auch in Engelberg ganz stark. Für den ganz großen Wurf fehlt dem 24-Jährigen aber wohl noch die Erfahrung auf Top-Niveau und das Winner-Gen. Für eine Überraschung ist er aber allemal gut.

Yukiya Sato: Nicht Kobayashi, sondern Yukiya Sato ist derzeit der aussichtsreiche Japaner. Mit seinem aggressiven Sprungstil aus einer ganz tiefen Hocke ist der 1,61 große Japaner eine echte Wundertüte. Punktuell sind ihm durchaus Überraschungen zuzutrauen, wohingegen ihm für den Gesamtsieg die Stabilität fehlt.

Pius Paschke: Der 30-Jährige befindet sich in der Form seines Lebens. Zuletzt verpasste er in Engelberg mit den Rängen vier und fünf nur ganz knapp das Podium. Wie die letzten Jahren gezeigt haben, kann sich der Routinier zur Tournee traditionell noch einmal steigern. Selbstverständlich bleibt er für den Tournee-Erfolg aber eher ein Außenseiter.

DSV Vierschanzentournee

Wie der Deutsche Skiverband (DSV) am Samstag offiziell bestätigt hat, wurden 12 Athleten für die Vierschanzentournee nominiert. Karl Geiger soll ebenfalls Teil des Teams sein.

Am Dienstag vergangene Woche musste sich das deutsche Team einem Coronatest unterziehen, wie in jeder Woche seit Beginn der Saison. Am darauffolgenden Mittwoch dann der Schock im DSV-Lager: Ein positives Testergebnis von Karl Geiger. Er befindet sich seitdem in Quarantäne, zeigt aber keine Symptome und ist fit.

Nachdem alle notwendigen Abklärungen mit den zuständigen Behörden und ein medizinischer Check erfolgt sind, wird der frisch gebackene Skiflug-Weltmeister aus seiner Quarantäne entlassen werden. Wann genau er dann allerdings zum Team stoßen wird, ist noch nicht ganz sicher. Die Chancen für den Oberstdorfer in seiner Heimat von Anfang an dabei zu sein, stehen aber aktuell sehr gut.

Insgesamt zwölf DSV-Adler nominiert

Neben Karl Geiger wurden für das feste Nationalteam auch Markus Eisenbichler, Severin Freund, Martin Hamann, Pius Paschke und Constantin Schmid von DSV-Cheftrainer Stefan Horngacher nominiert. Richard Freitag, der zuletzt beim Continentalcup in Ruka gute Leistungen erzielte, erhält nun die Chance über die nationale Gruppe. Auch die beiden Rückkehrer nach ihren Kreuzbandverletzungen, David Siegel und Andreas Wellinger, werden in der nationalen Gruppe an den Start gehen. Für diese wurden weiterhin Moritz Baer, Kilian Märkl und Luca Roth nominiert.

Quelle: DSV / interne Informationen