DSV

Endlich wieder von der Schanze springen dürfen. Darüber freuen sich die deutschen Skisprungdamen zurzeit sehr. Seit ein paar Wochen sind die DSV-Springerinnen um Katharina Althaus wieder auf der Schanze und beim Training zu finden.

Aufgrund der Corona-Pandemie gab es auch für sie eine lange Pause. Doch nun können die deutschen Damen wieder auf der und um die Schanze trainieren. Da in Oberstdorf aktuell, wegen der WM in der kommenden Saison, an der Schanze gebaut wird, trainieren die Frauen häufig im thüringischen Oberhof. Dort gibt es sehr gute Trainingsbedingungen und auch die Hygienemaßnahmen können dort sehr einfach umgesetzt werden. Durch den Sessellift kommen alle Springerinnen bequem, sicher und mit Abstand nach oben an die Schanze. Geschlafen wird in Einzelzimmern. So wird das Ansteckungsrisiko minimiert und ein einigermaßen normales Training ermöglicht.

Vorbereitung auf die Heim-WM

Beim Training haben die Athletinnen ein bestimmtes Ziel vor Augen: die WM 2021 in Oberstdorf. Um bei der WM in Topform zu sein, trainieren die Frauen hart. Nicht nur auf das Springen vor dem Heimpublikum freuen sich die Deutschen. Nein, auch eine Ankündigung des internationalen Skiverbandes (FIS) letzte Woche hat für Freude gesorgt. Die FIS hat beschlossen, dass zum ersten Mal bei einer Weltmeisterschaft auch die Damen auf einer Großschanze um Medaillen kämpfen dürfen. „Das ist für die Frauen eine große Sache. Die Freude über die Entscheidung war natürlich riesig“, sagte der deutsche Damen-Bundestrainer Bauer. Bis zur WM sind es noch einige Monate, doch schon jetzt sind die deutschen Damen in einer guten Form. Frontfrau Katharina Althaus ist sehr zufrieden mit ihren ersten Sprüngen seit dem Trainingsbeginn: „Ich habe einen ziemlich guten Einstieg erwischt. Es gab vom ersten Sprung an wenig auszusetzen.“ Erste Sprünge unter Wettkampfbedingungen sind Anfang Oktober in Klingenthal auf der Großschanze beim Sommer-Grand-Prix geplant.

Quelle: Allgäuer Zeitung

DSV

Der Oberstdorfer kann sich im kommenden Winter besonders auf die anstehende Heim-Weltmeisterschaft freuen. Doch der Athlet vom Deutschen Skiverband (DSV) ist sich der Herausforderungen bewusst. Der Weltcup-Zweite diesen Jahres freut sich dennoch auf die anstehenden Großereignisse.

Dem Athleten des SC Oberstdorf steht ein ereignisreicher Winter bevor. Neben der jährlichen Vierschanzentournee stehen außerdem die von der vergangenen Saison nachgeholte Skiflug-WM in Planica, sowie die nordische Ski-WM vor der eigenen Haustüre auf dem Programm. „Ich freue mich auf die Challenge“, sagte Karl Geiger auf einer Pressekonferenz mit einem Sponsor. 

Mit Blick auf den Winter gibt es aufgrund der Corona-Krise nach wie vor viele Unsicherheiten. Niemand weiß, ob alle Wettbewerbe wie geplant durchgeführt werden können, dessen ist sich auch Geiger bewusst: „Es wird ein harter Winter. Ich hoffe zumindest, dass alles stattfinden kann.“

Mit den aktuellen Einschränkungen angesichts der Corona-Pandemie und der Verlängerung des Verbots von Großveranstaltungen bis mindestens Ende Oktober, ist eine „normale“ Weltmeisterschaft kaum vorstellbar. Der DSV-Adler hofft dennoch, dass die WM im Allgäu wie geplant stattfinden kann: „Für mich als Athlet wäre es natürlich unglaublich bitter, wenn sie nicht stattfinden könne.“

„Die Heim-WM ist wahrscheinlich ein einmaliges Erlebnis in meiner Karriere. Das möchte ich natürlich mitnehmen – und natürlich auch mit Zuschauern. Im Geisterstadion zu springen: Da fehlt was!“, so Geiger weiter. Die nordische Ski-WM in Oberstdorf ist von 23. Februar bis 7. März 2021 geplant. Für Karl Geiger stehen insgesamt drei, im besten Fall sogar vier Wettbewerbe auf dem Programm. Neben den Einzelwettkämpfen auf der Groß- und Normalschanze gibt es die Chance einer Medaille auch im Team- und Mixed-Team-Wettbewerb.

Quelle: DPA

Fun Facts
Wer gewann als einziger Springer im V- und Parallel-Stil die Tournee?

Der erste Weltcupsieg im V-Stil liegt bereits lange Zeit zurück. Am 10. Dezember 1988 gelang es dem Schweden Jan Boklöv den ersten Weltcupsieg in der neuen Stilrichtung für sich zu entscheiden. Der Schwede war zuvor eher für Plätze im hinteren Bereich bekannt. Mit der Umstellung des Sprungstils gelang ihm letztendlich der Durchbruch.

Die Umstellung nahm einige Zeit in Anspruch und viele Athleten hatten zu kämpfen, da dieser neue Sprungstil sehr viel aggressiver gesprungen werden musste. Zuvor wurde eine möglichst parallele Ausrichtung der Skier von den Kampfrichterin mit hohen Haltungsnoten belohnt. Auch in diesem Bereich musste also zunächst ein Umdenken stattfinden. Der Auftrieb wirkt ungefähr doppelt so stark wie beim Parallelsprung, welches ein klarer Vorteil ist. Andererseits verlangt der V-Stil eine Haltung, vor der man starke Skrupel hat. Um früh in die günstige Ausgangsposition zu kommen, müssen die Springer einen Salto vorwärts provozieren, um dann eine stabile Fluglage einzunehmen. Das war bei der traditionellen Technik nicht so extrem. Deshalb passierten gerade in der Frühphase des V-Stils einige Salto-Unfälle. Es dauerte einige Jahre, bis die Weltelite umlernte.

Der einzige Athlet, dem diese Umstellung perfekt gelang war der deutsche Adler Jens Weißflog. Er ist der einzige Springer, dem es gelang, die Vierschanzentournee sowohl im Parallel-Stil 1983/1984, 1984/1985 und 1990/1991, als auch im Jahr 1995/1996 im V-Stil für sich zu entscheiden. Ob diese Erfindung das letzte Wort der Sprung-Evolution ist, bleibt abzuwarten. Seit einigen Jahren, war gerade bei den Slowenen die Entwicklung zu einem noch aggressiveren Sprungstil zu beobachten, welcher allerdings nicht von dauerhaften Erfolg gekrönt zu sein scheint. Die Prevc-Brüder versuchten mit einem neuen Stil einen Wettbewerbsvorteil zu erlangen, welcher ihnen aber nicht den gewünschten dauerhaften Erfolg einbrachte.

Wann und wo fand die erste Nordische Ski Weltmeisterschaft statt?

Im Rahmen der nordischen Ski Weltmeisterschaften messen sich seit dem Jahre 1924 die besten Athleten in den Sportarten: Langlauf, Skisprung und der Nordischen Kombination (bestehend aus Skispringen und Langlauf). Diese fanden nicht, wie man vielleicht vermuten würde, in Norwegen statt. Die erste Weltmeisterschaft wurde im französischen Chamonix ausgetragen. Von 1925  – 1927 bezeichnete die FIS diese Veranstaltung als Rendezvous races. In den Jahren 1927 – 1935 wurde sie unter dem Namen FIS-Rennen ausgetragen. Seit 1937 trägt dieses Sport-Event den offiziellen Namen FIS Nordische Ski Weltmeisterschaften.

Bis zum Jahre 1980 war der Olympiasieger gleichzeitig der Weltmeister. Hiervon ausgenommen war die Nordische Kombination. Die erste Weltmeisterschaft nach dem zweiten Weltkrieg fand im schweizerischen St. Moritz während der Olympischen Spiele statt. Im Jahre 1985 beschloss man einen zwei-Jahre-Rhythmus einzuführen und sich somit nicht mehr mit den Olympischen Spielen zu überschneiden.

Es gab bisher auch einige erwähnenswerte Kuriositäten: Bei den Weltmeisterschaften 1950 in Lake Placid, Bundesstaat New York, konnten die Langlaufwettbewerbe wegen Schneemangels nicht stattfinden und wurden in Rumford, Bundesstaat Maine, durchgeführt. Vier Jahre später, in Falun, gestattete das Organisationskomitee jeder Nation, acht Teilnehmer einzusetzen. Erstmals nahmen Sportler/-innen aus der Sowjetunion teil. Die Weltmeisterschaften 1962 in Zakopane standen vorerst in Gefahr einer Absage aus politischen Gründen. Außerdem mussten die Termine für fast alle Wettbewerbe wegen der starken Schneefälle geändert werden. Erstmals wurden Skisprungwettbewerbe auf der Großschanze sowie auf der Normalschanze ausgetragen. 1962 war also ein sehr ereignisreiches Jahr für den Sport.

Erst beim 25. internationalen FIS-Kongress (8. – 11. Juni 1965), im rumänischen Mamaia, wurden die Olympischen Winterspiele 1924 offiziell zu den ersten Ski-Weltmeisterschaften erklärt. Zunächst gab es nur vier Disziplinen, in denen sich die Sportler messen konnten. Diese Anzahl nahm im Laufe der Jahre immer stärker zu. In Seefeld 2019 erreichte sie den vorläufigen Höhepunkt mit insgesamt 22 Wettbewerben. Bei den kommenden Weltmeisterschaften in Oberstdorf 2021 stehen sogar ganze 29 Wettbewerbe auf dem Programm.

Sonstiges

Es gibt einige offensichtliche Aspekte, die diese beiden Disziplinen voneinander unterscheiden. Da wären zum einen, der deutlich längere Anlauf, der natürlich zu einer erhöhten Anfahrtsgeschwindigkeit führt. Auf der anderen Seite ist da der große und längere Aufsprunghang, der durch seine Konstruktion größere Weiten zulässt.

Aber was ist die wirkliche Herausforderung bei der Königsdisziplin Skifliegen? Warum verliert ein Athlet teilweise 3-4 kg an Substanz an einem Wettkampfwochenende? Da wären zum einen die rein physiologischen Aspekte: Es kommt natürlich durch die intensivere Flugphase, zu einer längeren Aufrechterhaltung der Körperspannung. Der Druck in der Anlaufspur ist deutlich höher und auch die Landung im 200-Meter-Bereich ist eine große Belastung für den Springer. Aber diese Sachen spielen tatsächlich nur eine untergeordnete Rolle.

Skispringen ist ein Sport, der zum größten Teil im Kopf entschieden wird. Das wird beim Skifliegen besonders deutlich. 80 % des Substanzverlustes sind durch die Psyche zu erklären. Man kann es anhand eines einfachen Beispieles aus dem eigenen Leben erklären: Skispringen ist, als ob man eine Klausur schreibt. Das Skifliegen hingegen ist die Abiturprüfung. Das Skispringen ist gefährlich. Das steht außer Frage. Ein falscher Sprung kann jederzeit zu schweren Verletzungen führen. Beim Skifliegen wird noch eine Schippe obendrauf gelegt, denn jeder Fehler kann tödlich enden.

Diese Gefahr ist bei den Spitzensportlern immer präsent. Der Schlaf vor einem solchen Wettkampf ist unruhiger. Das ganze Wochenende wird durch eine deutlich erhöhte Grundspannung begleitet. Angst darf hierbei nie das beherrschende Thema werden. Diese würde den Springer lähmen. Es ist wichtig, mit großen Respekt an die Situation heranzugehen. Ein weiteres Problem ist die erhöhte Ausschüttung des Botenstoffes Adrenalin. Beim Skifliegen werden Werte gemessen, die im Bereich der Todesangst liegen. Der Körper braucht einige Zeit, um sich davon zu erholen und wieder in den Normalbereich abzusinken. Das der Körper durch die permanente psychische Belastung nicht zur Ruhe kommt, führt unweigerlich zu einer Gewichtsreduzierung. Jeder kennt es, dass sich das Essverhalten in Stresssituationen verändern kann. Zwischen den Sprüngen wird nicht wie sonst im Kraftraum trainiert. Dem Athleten wird die Zeit gegeben, um herunterzukommen. Diese Zeit nutzen viele, um einfach etwas zu lesen oder im Internet einen Film anzuschauen. 

Sonstiges US Ski Team

Bereits Ende Mai begannen die Umbaumaßnahmen der Pine-Mountain-Schanze in Iron Mountain (USA). Um auch weiterhin den geforderten Kriterien des internationalen Skiverbandes (FIS) gerecht zu werden, muss eine Modernisierung durchgeführt werden.

Die Pine-Mounatin-Schanze ist eine der höchsten erbauten Skisprungschanzen der Welt und befindet sich in Iron Mountain, Michigan. Die Anlage gehört zum ansässigen Kiwanis Ski Club. Pine Mountain hält aktuell die US-Rekorde für den weitesten Sprung im Weltcup-Wettbewerb mit 140 Metern vom Japaner Masahiko Harada von 1996, sowie den Schanzenrekord mit 144 Metern vom Österreicher Clemens Aigner, aufgestellt in der vergangenen Saison. Die Anlage umfasst auch zwei kleinere Schanzen, die an einen Hügel nordwestlich der Großschanze gebaut sind. Der kritische Punkt (K-Punkt) der Schanze liegt bei 120 Metern, die Hillsize (HS) beträgt 133 Meter. Mit Ausnahme der Skiflug-Schanzen ist es die größte Schanze in den USA.

Die Spitze des Anlaufturms befindet sich fast 183 Meter über der umgebenden Landschaft. Das heißt, von dort hat man etwa die gleiche Aussicht wie von einem 60-stöckigen Wolkenkratzer. Aufgrund dessen gibt es auch einen erheblichen Windfaktor, der meist eine große Herausforderung für die Springer darstellt.

Erbaut wurde die Schanze von 1937-1938. Bereits im darauffolgenden Jahr fand der erste Wettbewerb statt. Nach zahlreichen Umbau- und Modernisierungsmaßnahmen fand in den Jahren 1996 und 2000 der FIS Weltcup Skispringen statt, an dem 20.000 Zuschauer teilnahmen. Seitdem gibt es in Iron Mountain jährlich nur noch Wettbewerbe im Rahmen des FIS Continental Cup. Für den kommenden Winter sind die COC-Wettkämpfe am 13. Und 14. Februar 2021 geplant.

Ganzjährige Touristen-Attraktion

Im Rahmen der Umbaumaßnahmen an der Anlage in Michigan wird unter anderem der Anlaufturm modernisiert, eine Keramik-Anlaufspur installiert und ein Aufwärmraum errichtet. Der Umbau in Iron Mountain wird vermutlich bis Oktober andauern.

„Sobald die primäre Renovierung der Schanze und der Nebeneinrichtungen abgeschlossen ist, planen wir, weitere Aktivitäten in den Komplex einzubringen, um aus der Anlage eine ganzjährige Touristen-Attraktion zu machen. Ohne die großzügigen Zugaben unserer lokalen Unternehmen, Sponsoren, Skisprungfans, Freiwilligen und dem Engagement des Skiclubs, hätten wir diesen Punkt nicht erreichen können“, sagt Nick Blagec, Präsident des Kiwanis Ski Clubs gegenüber Snow Industry News.


Quelle: snowindustrynews.com, Kiwanis Ski Club

ÖSV

Auch der Gesamtweltcupsieger der vergangenen Saison, Stefan Kraft, befindet sich wieder im Training. Während eines Lehrgangs in Ramsau wurde der ÖSV-Adler von der Tageszeitung Salzburger Nachrichten (SN) begleitet. 

Die Basis für den Winter wird bekanntlich im Sommer gelegt. Diese holt sich der 27-Jährige im Olympiazentrum Rif, wo er täglich an seiner Fitness arbeitet. Umgesetzt wird diese dann auf der Schanze, wie in Ramsau während eines Lehrgangs. Wie Kraft der SN erzählt, mache ihm beides gleich viel Spaß und die Abwechslung mache es aus. 

Der Vorzeige-Adler des ÖSV erklärt, dass zu einer Trainingseinheit auf der Schanze weit mehr gehört, als nur fünf Sprünge zu absolvieren, die nur wenige Sekunden dauern. „Aufwärmen, Koordination und Mobilisation. Das ist die klassische Vorbereitung, die ich auch vor jedem Wettkampf habe, eigentlich vor jedem Sprung“, so Stefan Kraft. Wie der Athlet vom SV Schwarzach weiter erklärt, werde sich auch sein Gewicht zum Winter hin noch mal verändern. Derzeit wiegt der 1,70 Meter große Athlet gerade einmal 57 Kilogramm. Im Winter werden es dann noch zwei bis drei Kilo weniger sein.

Vor gut zwei Wochen absolvierte das ÖSV-Team die ersten Sprünge am Bergisel. Vor dem ersten Sprung war das Gefühl für Stefan Kraft nicht so unbeschwert wie normal: „Ich habe mir selbst gedacht, ‚Das gibt’s ja nicht‘, aber vor dem ersten Sprung nach drei Monaten hatte ich Respekt. Da gehen dir Sachen durch den Kopf, mit denen du dich normal nicht beschäftigst“. Doch mittlerweile befindet sich der Österreicher längst wieder in seiner Routine und ist voll in seinem Element.

Springen ist nicht gleich Springen

Fußball-Tennis ist eine beliebte Sportart bei Skispringern, vor allem wenn es um Koordinationstraining geht. Dabei sind vor allem Gefühl und Konzentration gefragt.

Zur Vorbereitung gehört außerdem die Fahrt auf einem Holzbrett mit Rollen auf ein Hindernis zu. Das Hindernis ist im Normalfall eine Stange, welche die Athleten überspringen müssen. „Wir springen nicht vom Ballen, sondern vom gesamten Fuß ab. Bei dieser Übung sieht man, ob die Kraftverteilung richtig ist“, so der 2-fache Gesamtweltcupsieger gegenüber SN. Beim Absprung vor der Stange wird also darauf geachtet, ob das Brett irgendwelche Impulse bekommt. Im Optimalfall sollte das weder nach vorn noch nach hinten passieren.

„Mit Turnschuhen habe ich keine überdurchschnittliche Sprungkraft“

Wie Stefan Kraft weiter erzählt, besitzt er mit Turnschuhen keine überdurchschnittliche Sprungkraft. „Bei Sprungtests ist der Jan Hörl eine Klasse für sich“, so Kraft. Die Sprungkraft ändert sich für den ÖSV-Adler erst, sobald er seine Sprungschuhe am Fuße trägt. Dann ist er nach eigenen Angaben bei den Besten dabei.

Verbesserungspotenzial gibt es immer. Dem ist sich auch Stefan Kraft bewusst. Sein größtes Potenzial sieht der Salzburger Sportler des Jahres noch in seiner Regenerationsphase: „Ich arbeite überall an Nuancen, um noch besser zu werden. Am meisten kann ich wahrscheinlich noch in der Regeneration herausholen. Das wird immer wichtiger, weil ich ja auch nicht mehr der Jüngste bin“.

ÖSV-Stützpunkttrainer Harald Diess klärt auf, was den Erfolgsadler auszeichnet. „In unserem Sport geht es um den Umgang mit kalkuliertem Risiko. Stefan schafft es eben so oft wie kaum ein anderer, dass er ans, aber nicht über das Limit geht.“ Ein wichtiger und auch ausschlaggebender Punkt im Skispringen. 

„Die Saison könnte beginnen“

Schon im zweiten Lehrgang des ÖSV-Teams passt für Stefan Kraft vieles zusammen. „Die Form passt, es geht schon sehr locker von der Hand. Die Saison könnte beginnen“, so der Skisprung-Profi. Derzeit springt der Österreicher zudem mit kürzeren 2,28-Meter-Ski. „Das sind zehn Zentimeter weniger als normal. So mache ich es mir schwieriger, damit ich weiß, was ich zu tun habe, wenn es einmal nicht so läuft“, so Kraft. Außerdem trainiert er mit tiefen Anlauf-Luken, um auch mit weniger Anlauf möglichst weit springen zu können. In der Video-Analyse werden anschließend die Details ausgewertet.

Quelle: Salzburger Nachrichten / sn.at

DSV

Normalerweise dauert die Trainingspause nach dem letzten Weltcup-Springen gute eineinhalb Monate. In diesem Jahr war alles anders. Die deutschen Adler mussten drei Monate warten, bevor Sie das Training für die bevorstehende Saison aufnehmen konnten. Da im nächsten Jahr die Weltmeisterschaft vor heimischer Kulisse in Oberstdorf stattfinden soll, ist der Druck erfolgreich zu sein hoch.

Doch Markus Eisenbichler lässt sich davon nicht aus der Ruhe bringen. „Ich bin mit meiner Frühform sehr zufrieden und konnte die freie Zeit sehr gut nutzen und habe mich Zuhause mit einem festgelegten Trainingsplan fit halten können. So mussten wir bei der Wiederaufnahme des Trainings nicht bei Null anfangen! Ich konnte mir Material ausleihen und konnte auf diese Weise sehr effizient in meinem Garten trainieren“, so der Skispringer vom TSV Siegsdorf.

Mindestens eine Medaille

Nachdem die vergangene Saison für ihn nicht erfolgreich verlaufen ist, sind seine Ziele für den kommenden Winter hochgesteckt. Im letzten Jahr stand er nur einmal auf dem Podest. „Da ist im nächsten Winter noch deutlich Luft nach oben“, so Markus Eisenbichler. Mindestens eine Medaille will der erfahrene DSV-Adler mit Nachhause nehmen. Die Schattenbergschanze ist den Athleten durch die jährlich stattfindende Vierschanzentournee bestens vertraut. Deshalb nutzt der Deutsche Skiverband (DSV) die Gelegenheit und versucht möglichst oft auf der Anlage zu trainieren.

Die Corona-Krise stellt den DSV vor einige logistische Herausforderungen. Die Athleten müssen in Einzelzimmern untergebracht werden und die Einhaltung des Hygiene-Konzepts muss zu jeder Zeit sichergestellt werden. Dies sind Kosten, die der DSV zusätzlich aufbringen muss, um auch in der nächsten Saison wieder möglichst viele Podestplätze einfahren zu können. Selbst Mannschaftssitzungen können nicht wie gewöhnlich im Hotel stattfinden. Es ist schwierig, im geschlossenen Raum bei den Analysen den Sicherheitsabstand zu gewährleisten. „Wir versuchen möglichst viel an der frischen Luft zu trainieren. Für das Krafttraining hat jeder Athlet seinen speziell auf ihn zugeschnitten Trainingsplan, sodass jeder selbstständig trainieren kann. Auf diese Weise können unnötige Kontakte vermieden werden und wir tragen Sorge dafür, dass wir das Ansteckungsrisiko so gering wie möglich halten“, so Eisenbichler weiter. 

Es ist für alle Beteiligten eine schwierige Zeit, da man nicht planen kann. Man weiß nicht, wie die Situation in einigen Wochen aussieht. Trotzdem ist das DSV-Team zuversichtlich und versucht einen möglichst normalen Alltag für die Skispringer zu gewährleisten.

Quelle: ovb-online.de

Norwegischer Skiverband

Marius Lindvik ist einer der aufstrebenden Talente im norwegischen Team. In der vergangenen Saison wurde der 21-Jährige quasi über Nacht zum Star. Doch während der Corona-Pause widmete sich der Norweger einer ganz anderen Aufgabe, die nicht zum täglichen Profil eines Profisportlers passt. In der norwegischen Tageszeitung Nettavisen berichtet er über seine Erfahrungen.

Marius Lindvik, der für den Rælingen Skiklubb startet, hat eine erfolgreiche Saison hinter sich. Seinen ersten Weltcupsieg feierte der Norweger beim traditionsreichen Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen während der 68. Vierschanzentournee. Im darauffolgenden Bergiselspringen in Innsbruck am 4. Januar 2020, legte er mit einem weiteren Weltcupsieg nach. Mit fünf Podestplätzen in der Saison 2019/20, belegte der Youngster am Ende als bester Norweger den 7. Platz im Gesamtweltcup. Bei den beiden wichtigsten Großereignissen, der Vierschanzentournee und der Raw Air, landete der 21-Jährige jeweils in den Top 3. „Es hat wirklich Spaß gemacht, endlich mein volles Potenzial zu zeigen. Es war cool, einen echten Durchbruch im Weltcup zu erzielen“, so ein zufriedener Lindvik gegenüber Nettavisen. Von einem so jungen Athleten eine solche Leistung erwartet, haben jedoch die wenigsten.

Mit seinen zunehmenden Erfolgen wurde der junge Norweger immer populärer. Neue Umstände für den Junioren-Weltmeister von 2018, der damit ganz gelassen umzugehen scheint: „Praktisch jeder wollte ein Bild oder ein Autogramm von mir. Außerdem kamen viele neue Follower bei Instagram hinzu und die Medien interessierten sich ständig für mich. Das alles wurde ein wesentlicher Bestandteil meines Berufs. Da ich jedoch ein ziemlich ruhiger und flexibler Typ bin, hatte ich damit kein Problem.“

„Dies ist nicht mein Lieblingsjob“

Anstatt die neu gewonnene Aufmerksamkeit voll und ganz zu genießen, arbeitet Lindvik in den vergangenen Wochen bei Mesta AS, einem norwegischen Straßenbau-Unternehmen. Den Job bekam er über einen Nachbarn von Zuhause. Der Silbermedaillengewinner der Olympischen Jugendspiele 2016 erzählt: „Es sollte sichergestellt werden, dass Menschen nicht dorthin gehen, wo es Bagger gibt. Darüber hinaus wurde an einigen Stellen fertiges Gras gelegt, Zellstoff herausgezogen, um Asphalt darauf zu legen und Gehwege zu bauen.“ Er gab jedoch auch zu, dass es nicht sein Lieblingsjob sei.

„Ich habe unser Trainings-Programm analysiert und bin zu dem Schluss gekommen, dass ich diesen Sommer auch arbeiten kann. Es ist in Ordnung“, so Marius Lindvik. Bis sich der zweifache Weltcupsieger wieder zu einhundert Prozent auf das Skispringen konzentrieren muss, dauert es noch ein paar Wochen. Neben seinen Aufgaben im norwegischen Bausektor, versucht Lindvik die Trainigseinheiten trotzdem so gut wie möglich zu nutzen.

„Ich muss gut vorbereitet sein, wenn die Saison beginnt“

Der Norweger, der sein Debüt im Weltcup bereits im Dezember 2015 gab, arbeitet hart daran, seine positive Entwicklung fortzusetzen, um vielleicht noch besser zu werden. „In letzter Zeit gab es gute Trainings. Wir hatten viel Zeit für physisches Training und allgemeine Grundlagen. Ich habe daran gearbeitet, das richtige Maß an Kraft zu erreichen. Wenn ich in die Fußstapfen der vergangenen Saison treten möchte, muss ich gut vorbereitet sein“, fasst das norwegische Talent zusammen. Gegenüber Nettavisen sagte er auch, dass er in allen Punkten etwas besser werden müsse.

Weiterhin erklärte Lindvik, dass er das Preisgeld seines 3. Platzes in der Raw Air Wertung gerne auf einem Sparkonto anlegen möchte. Bleibt zu hoffen, dass er, aufgrund der finanziellen Probleme im norwegischen Skiverband, in der kommenden Saison nicht auf dieses zurückgreifen muss. 

Quelle: Nettavisen.no

Norwegischer Skiverband

Erst vor Kurzem wurde im Norwegischen Skiverband die Nationalmannschaft für den kommenden WM-Winter benannt. Nachdem bereits weitreichende Budget-Kürzungen angesprochen wurden, folgt nun die Schock-Nachricht. Das norwegische B-Team wird es nicht mehr wie gewohnt geben.

Wie bereits im Mai veröffentlicht, muss das Budget im Norwegischen Skiverband von etwa 3 Mio. Euro auf circa 2 Mio. Euro gekürzt werden. Dies hat vor allem weitreichende Folgen für den B-Kader. Wie die norwegische Tageszeitung Dagbladet berichtet, muss das Förderprogramm der jungen Talente eingestellt werden. 

Die sogenannte Toppidrettssatsingen, wie der B-Kader in Norwegen genannt wird, bestand bisher aus 15 Athleten. Für die A-Mannschaft war es das wichtigste Rekrutierungsumfeld. „Unglaublich traurig! Es war wirklich schrecklich, nachdem wir die Nachricht erhalten haben. Es ist fast unwirklich, dass eine Nation wie Norwegen in diese Situation gerät“, so Andreas Vilberg, der seit einem Jahr Cheftrainer des B-Kaders ist. Unter den 15 Skispringern befand sich in der letzten Saison auch noch Anders Håre, der in der kommenden Saison nun zum neunköpfigen A-Team zählt.

Bråthen und Stöckl bestürzt

Clas Brede Bråthen, Sportdirektor Skispringen in Norwegen, zeigt sich ebenfalls betroffen: „Junge und fortschrittliche Sportler erhalten nicht die Möglichkeiten und das Training, das sie verdienen.“ Im norwegischen Skiverband hatte der B-Kader bis dato eine wichtige interne Rolle. Für die Springernation war die Initiative das wichtigste Erfolgskriterium der letzten Jahre. Laut Bråthen belief sich das Budget für die B-Mannschaft im vergangenen Jahr noch auf rund 285.000 Euro. Die meisten Athleten dieser Gruppe werden nun nur noch in ihren regionalen Teams, in Trondheim, Lillehammer und Oslo trainieren. Bisher war das zwar auch der Fall, jedoch werden gemeinsame Trainingslager und internationale Auftritte demnächst nicht möglich sein.

Traurig sei vor allem die Tatsache, dass viele der aktuellen Nationalteam-Athleten auch die benannte Sport-Initiative durchlaufen haben. Doch dieses Sprungbrett zwischen beiden Kadern gibt es nun nicht mehr.

Auch für den Cheftrainer der Nationalmannschaft, Alexander Stöckl, sind es bedrückende Nachrichten. „Die Stimmung ist sowohl bei uns, als auch bei den Athleten ziemlich schlecht“, so der Österreicher. „Es war ein langer Prozess. Wir haben Zeit und Energie aufgewendet, um Lösungen zu finden. Wir haben die Möglichkeit geprüft, Prioritäten auf andere Weise zu setzen. Das sei aber nicht möglich gewesen“, so Stöckl.

Laut Stöckl und Bråthen wäre es fatal, keine Teilnehmer in der zweiten Liga des Skispringens, dem Continentalcup, zu sehen. Bråthen findet deutliche Worte: „Dann muss sich die Gewerkschaft die Frage stellen, warum wir existieren.“

Für Vilberg geht Traumjob verloren

„Als die Springer die Nachricht erhielten, waren sie unglaublich enttäuscht und verärgert. Aber wir können nichts dagegen tun. Es wurde entschieden, dass wir Geld sparen müssen. Es gibt jetzt 15 enttäuschte Jungs. Sie bekommen einen ganz anderen Sommer als sie es gewohnt sind “, so Vilberg gegenüber Dagbladet.

Andreas Vilberg ist seit vielen Jahren im Springerumfeld aktiv und war bisher unter anderem auch einer der Co-Trainer der Nationalmannschaft. Momentan ist er aufgrund der aktuellen Situation nur zu 50 Prozent im Skiverband beschäftigt. Er arbeitet aktuell mit dem A-Team in Oslo zusammen. Der 34-Jährige war selbst Skispringer und hofft nun, dass die Initiative wieder aufgenommen werden kann, sobald wieder genug Geld vorhanden ist.

Quelle: Dagbladet.no

Regelwerk

Die Telemarklandung gehört zum Skispringen, wie die Sprungschanze. Die Geschichte des Telemarks geht bis in das Jahr 1883 zurück und wurde zuerst vom Norweger Toriju Torijussen als sichere Landungstechnik eingesetzt.

Man spricht von einer sauberen Landung im Telemark, wenn ein Skispringer bei der Landung einen Ski etwas weiter nach vorn schiebt und zeitgleich den anderen Ski nach hinten schiebt. Als Landepunkt wird nicht die Skibindung gewertet, sondern die Mitte zwischen der Ferse des vorderen und den Zehen des hinteren Fußes.

Die Landung ist für die Haltungsnote von elementarer Bedeutung. Die Telemark-Beinstellung muss beim Ausfahren für 10 – 15 Meter erkennbar sein. Die Kampfrichter können mindestens zwei Punkte abziehen, wenn für sie kein Telemark bei der Landung ersichtlich ist. Ein weiterer wichtiger Bewertungsfaktor ist eine schmale Skiführung während der Ausfahrt. 

Schon früh wird im Training auf eine richtige Ausführung des Telemarks geachtet. „Eine gute Übung hierfür bietet der Sprung auf ein Wackelbrett in einen sauberen Telemark. Die Kinder müssen auf diese Weise lernen, ihren Sprung sauber aufzusetzen und richtig auszubalancieren. In diesem frühen Stadium achtet man zeitgleich auf die richtige Ausrichtung der Arme. Diese müssen waagerecht nach vorne/oben geführt werden. Denn auch für eine falsche Haltung der Arme werden wichtige Punkte durch die Kampfrichter abgezogen. Wenn die Kinder bei dieser Übung sicher sind, sammeln Sie Selbstvertrauen, um den Telemark auch nach einer Landung von der Schanze sicher zu setzen“, so Jörg Pietschmann. „Viele Athleten im Weltcup haben Probleme mit dem ganzen Fuß bei der Landung aufzusetzen. Das macht es gerade im weiten Bereich sehr schwierig den Sprung zu stehen und kann zu schweren Verletzungen führen, wenn es zum Sturz kommt“, so der DSV-Nachwuchstrainer weiter. 

Im Regelwerk sind hierfür folgende Richtlinien festgehalten:

  • Keine Telemark-Beinstellung (parallele Fußstellung) am Ende des Ladevorgangs kann als Einzelfehler bewertet werden und wird mit mindestens 2 Punkten Abzug bestraft.
  • Der Springer soll nach dem Abbremsen des Landeimpulses in der Schritt- und Beinstellung (Telemark-Beinstellung) kurze Zeit verbleiben und dabei den Oberkörper allmählich aufrichten und danach bei beliebiger Beinstellung und beliebiger Armhaltung aufgerichtet mit schmaler und sauberer Skiführung (gegebenenfalls in Pfeilstellung zum Abbremsen) sowie bei vollem Gleichgewicht standsicher bis über die Sturzgrenze ausfahren.

Quelle: interne Informationen