Foto: Jan Simon Schäfer

Eirin Maria Kvandal hat auch das zweite Einzelspringen der Damen in Willingen für sich entschieden. Damit triumphierte die Norwegerin zum dritten Mal in Folge an der Mühlenkopfschanze. Rang zwei ging an die Japanerin Nozomi Maruyama vor Nika Prevc, die nach einem schwächeren ersten Sprung eine starke Aufholjagd hinlegte. Selina Freitag verpasste als Vierte nur knapp das Podium.

Nach dem ersten Durchgang hatte mit Anna Odine Ström noch eine andere Norwegerin die Nase vorn. Sie führte nach einem Sprung auf 136 m das Feld an, vor der Japanerin Nozomi Maruyama und Selina Freitag. Zwischen den drei Athletinnen lagen jedoch nur drei Punkte, weshalb sich ein spannender Dreikampf für den zweiten Durchgang andeutete. Eirin Maria Kvandal, die sich am Vortag den Sieg gesichert hatte, lag als Vierte bereits 10,6 Punkte zurück. Noch schwieriger sah die Ausgangslage für die Weltcupgesamtführende Nika Prevc aus, die sich nur auf dem achten Zwischenrang einreihte und mit 25,3 Punkten Rückstand nach ganz vorne eine Mammutaufgabe vor sich hatte. Diese löste die Slowenin jedoch mit Bravour. Mit der Tagesbestweite von 146 m startete sie eine famose Aufholjagd, die sie noch bis auf das Podium bringen sollte.

Eirin Maria Kvandal erwischte mit 138,5 m im Anschluss ebenfalls einen exzellenten Versuch und verteidigte durch das Punktepolster aus Durchgang eins die Führung gegenüber Prevc. Bis zum Schluss sollte es keiner weiteren Athletin gelingen, an der Norwegerin vorbeizuziehen, die damit den Doppelsieg an diesem Willingen-Wochenende perfekt machte. Am dichtesten heran kam noch die Japanerin Nozomi Maruyama, die mit dem zweiten Rang erneut auf das Podium sprang.

Die wechselnden Bedingungen an der Mühlenkopfschanze wirbelten in beiden Durchgängen die Reihenfolge etwas durcheinander. Im zweiten Durchgang erwischte es unter anderem Anna Odine Ström, aber auch Selina Freitag. Während sich die Deutsche immerhin noch auf Rang vier einreihen konnte, büßte Ström noch mehr ein und kam trotz ihrer zwischenzeitlichen Führung am Ende nicht über den siebten Platz hinaus. Agnes Reisch (5.) und Nika Vodan (6.) zogen ebenfalls noch an der Norwegerin vorbei.

Ringo Miyajima, Josie Johnson (9.) und Sara Takanashi (10.) vervollständigten die Top 10. Besonders die US-Amerikanerin Johnson strahlte über das gesamte Gesicht und hat in Willingen offenbar eine neue Lieblingsschanze entdeckt, wie sie in der Mixed-Zone verriet: „Ich bin einfach nur total glücklich und habe jetzt meine neue Lieblingsschanze gefunden. Auch generell bin ich superglücklich mit dieser Saison, weil es meine bisher beste überhaupt ist. Jetzt freue ich mich schon riesig auf die Olympischen Spiele und alle anderen Wettbewerbe.“

Letzter Wettkampfsprung für Katharina Schmid auf deutschem Boden

Besonders emotional wurde es, als im zweiten Durchgang der Name Katharina Schmid vom Stadionsprecher aufgerufen wurde. Sie absolvierte nicht nur in Willingen ihren letzten Wettkampfsprung, sondern auch auf deutschem Boden. „Es war sehr emotional für mich. Ich wäre gerne besser gesprungen und hätte gerne besseren Wind gehabt, aber ich habe mich einfach riesig gefreut, noch einmal hier zu sein und vor so einer Kulisse zu springen. Ich habe natürlich versucht, es auszublenden, aber jetzt vor dem zweiten Sprung dachte ich mir schon: Wow, ich werde das schon ein bisschen vermissen, vor so einer Kulisse zu springen“, schilderte Schmid sichtlich bewegt. Den Wettkampf beendete sie auf Rang elf.

Weltcuppunkte für Hollandt, Seyfarth und Torazza

Anna Hollandt (23.), Juliane Seyfarth (24.) und Emely Torazza (28.) sammelten ebenfalls Weltcuppunkte.

„Heute hat es Spaß gemacht. Ich bin etwas besser gesprungen als gestern. Daher bin ich zufrieden und habe gleichzeitig die Stimmung aufgesaugt. Es war heute sogar noch einen Tick lauter, hatte ich das Gefühl“, so Hollandt, die – genauso wie Torazza – während der Olympischen Spiele an den COC-Wettbewerben teilnehmen wird. „Ja, genau, ich werde dort entspannt weiter trainieren. Die COCs sind für mich als Wettkampf nicht so wichtig, daher werde ich sie als Training ansehen und einfach versuchen, besser zu werden.“

Ihre Teamkollegin Juliane Seyfarth, die bei Olympia mit dabei sein wird, fasste den Tag wie folgt zusammen: „Heute war es leider nicht so gut wie gestern. Mein Sprung war ein bisschen spät, dadurch konnte ich den Wind auch nicht so nutzen. Die 140-Meter-Marke hebe ich mir also für das nächste Jahr auf“, schmunzelte sie.

Emely Torazza machte durch einige Windunterbrechungen vor ihren Sprüngen Bekanntschaft mit dem Balken. „Ich habe heute den Balken getestet, da ich immer wieder mal raus musste (lacht sie). Von den Sprüngen her hätte ich es mir besser vorgestellt. Der erste Versuch war schon ganz okay, aber es waren auch bessere Bedingungen, da hat es natürlich mehr Spaß gemacht. Ein bisschen enttäuscht vom Wochenende bin ich schon, aber ja, so ist Skispringen. Mal läuft es gut, mal ist es schlecht.“

Lisa Eder fehlt gesundheitsbedingt

Die Österreicherin Lisa Eder musste den zweiten Einzelweltcup in Willingen aus gesundheitlichen Gründen auslassen. Cheftrainer Thomas Diethart führte hierzu aus: „Lisa war nicht ganz fit und ist auch schon ein bisschen angeschlagen hierher gekommen. Wir haben uns daher dafür entschieden, sie heute rauszunehmen, sodass sie sich noch einmal erholen kann, bevor es zu den Olympischen Spielen geht.“

>>> Ergebnis Wettkampf

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