Foto: Konstanze Schneider

„Es ist ein Desaster.“ So bezeichnet der Sportdirektor der norwegischen Skispringer die aktuelle Situation am legendären Holmenkollen. Bereits vor über zehn Jahren wurde über eine Anschaffung aus Plastik-Matten für den Sommer diskutiert. Bis heute wurde jedoch nicht darüber entschieden.

Der Holmenkollbakken ist eine der bekanntesten Skisprungschanzen der Welt und das Wahrzeichen Oslos. Er wurde im Jahr 1892 gebaut und bisher ganze neunzehn Mal umgebaut, zuletzt 2011. In der vergangenen Saison wurde auf ihm jedoch nur circa sechs Stunden gesprungen! Mit einer Mattenanlage könnte zukünftig auch neben dem Winter, zwischen 1. April und 1. November, gesprungen werden. Viele andere Großschanzen haben eine Matten-Ausstattung, welche nur einmal angebracht werden muss und das ganze Jahr über benutzt werden kann.

Solch eine Ausstattung wünschen sich auch der Direktor der norwegischen Skispringer, Clas Brede Bråthen, und der Manager der Holmenkollen-Schanze Roar Gaustad. Beide sehen darin viele Vorteile für die Springer, die Stadt Oslo und die Umwelt. Im Moment müssen die norwegischen Springer, wenn sie auf einer Großschanze trainieren wollen, nach Lillehammer fahren. Lillehammer ist rund 200 km von der norwegischen Hauptstadt entfernt. Reisen dorthin und die damit verbundenen Umweltbelastungen und Kosten könnten sich die Norweger sparen, wenn sie ganzjährig auf der Schanze in Oslo trainieren könnten. 

Wettkämpfe im Sommer?

Außerdem könnte man auf der Schanze im Sommer auch internationale Sportveranstaltungen ausrichten. Bråthen schwärmt von einer Veranstaltung mit der Mitternachtssonne, welche auch in Polen oder Deutschland im Fernsehen übertragen werden könnte. Durch die Fernsehgelder und die Zuschauer an der Schanze könnte sich die Stadt Oslo einen Teil der Ausgaben für die neue Investition, welche sich auf circa 1,9 Mio. Euro belaufen würde, refinanzieren.

Den Rest der Kosten könne man durch Besucher und deren Eintrittsgelder decken, so Bråthen. “Wenn die Stadt vor zehn Jahren schon Matten gelegt hätte, hätte sie die Investition sicher bereits zwei- bis dreimal zurückbekommen”, äußerte sich Bråthen gegenüber der norwegischen Tageszeitung Dagbladet.

Allerdings sind viele Sportstätten in Oslo renovierungsbedürftig und die Stadt kann nicht alles davon finanzieren. Die derzeitige Stadträtin für Sport und Kultur hat ihren Fokus bisher mehr auf Sportprojekte für Kinder und Jugendliche gelegt. Bevor ihr keine genauen Zahlen genannt werden können, wird es für sie jedoch schwierig werden über das Anliegen der Sportler zu entscheiden. Ob und wann es für den norwegischen Skiverband also eine Anlage mit Matten geben wird, bleibt abzuwarten.

Quelle: Dagbladet.no

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