Foto: Martina Sauerstein

Gestern noch Innsbruck, heute schon Bischofshofen: Die Vierschanzentournee biegt auf die Zielgerade ein. Heute standen traditionell das Training und die Qualifikation für das morgige Dreikönigsspringen auf dem Programm. Auf der Paul-Außerleitner-Schanze präsentierte sich in den ersten beiden Trainingssprüngen vor allem einer in starker Form – nämlich Lokalmatador Jan Hörl, der den Tournee-Spitzenreiter Domen Prevc dort noch hinter sich ließ.

In der Qualifikation drehte der Slowene jedoch den Spieß wieder um. Mit einem beeindruckenden Satz auf 140 Meter sicherte sich Prevc nicht nur den Qualifikationssieg, sondern auch die Bestweite des Qualifikationsdurchgangs. Aus österreichischer Sicht überzeugte erneut der junge Stephan Embacher, der sich direkt hinter Prevc einreihte. Er setzte sich gegen seinen Teamkollegen Jan Hörl durch, der am Ende Rang drei belegte. Vortagessieger Ren Nikaido aus Japan konnte nicht ganz kontern und wurde Achter.

Für eine kleine Überraschung sorgten zwei Norweger. Halvor Egner Granerud und Isak Andreas Langmo hielten sich zeitweise an der Spitze und reihten sich auf den Plätzen sieben und acht ein. Besonders für Granerud kam die Leistung unerwartet: Noch am Vortag hatte er in Innsbruck den Finaldurchgang verpasst und sich anschließend deutlich verärgert gezeigt. Schon in den vergangenen Jahren hatte er die Tournee-Wettbewerbe am Bergisel mehrfach kritisiert.

Auf und Ab im deutschen Team: Knieprobleme bei Hoffmann

Felix Hoffmann erwischte seinen Qualisprung nicht optimal und landete auf Platz elf. Wie er im Anschluss im Interview mit der ARD bekanntgab, hatte er zuletzt mit Knieproblemen zu kämpfen. Dies ist auch der Grund, weshalb er einen Durchgang im heutigen Training ausgelassen hatte, um die Belastung möglichst gering zu halten. Philipp Raimund zeigte als Sechster erneut ein solides Ergebnis innerhalb der Top Ten.

Insgesamt bleibt die deutsche Mannschaft aber auf der Suche nach Stabilität. Abgesehen von Raimund und Hoffmann blieb die erhoffte Steigerung auch in Bischofshofen aus. Besonders Karl Geiger tat sich erneut schwer und schaffte die Qualifikation nur mit großer Mühe als 44. Positiver verlief der Tag hingegen für Andreas Wellinger, der bereits im Training bessere Sprünge zeigte und dies in der Qualifikation mit 127,5 Metern und Platz 23 bestätigte. Knapp hinter ihm landete Pius Paschke auf Rang 25 – für ihn setzt sich damit ein wechselhafter Trend fort.

Der Blick richtet sich nun auf das große Finale: Das Dreikönigsspringen beginnt morgen um 16:30 Uhr – live bei ARD und Eurosport. Am Gesamtsieg dürfte jedoch kaum noch zu rütteln sein: Der jüngste Prevc-Bruder hat sich bereits eine komfortable Ausgangsposition erarbeitet und steuert klar auf den Triumph bei der 74. Vierschanzentournee zu. Um die Plätze zwei und drei der Tournee-Gesamtwertung könnte es dennoch spannend werden.

Von Konstanze Schneider

Aufgewachsen in einer Wintersportregion ist Konstanze seit ihrer Kindheit begeisterter Wintersport- und vor allem Skisprung-Fan. Anzutreffen ist sie meist im Weltcup der Skispringer, wo sie nicht nur für Skispringen-news.de, sondern auch als Fotografin international unterwegs ist. Zusätzlich hat sie mehrere Jahre als Pressesprecherin bei den Weltcup-Veranstaltungen in Klingenthal gearbeitet und die Pressearbeit für den Verein VSC Klingenthal e.V. und für die Sparkasse Vogtland Arena in Klingenthal übernommen.

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