Der Super-Team-Wettbewerb feierte seine olympische Premiere und löste dort den „klassischen“ Vierer-Team-Wettbewerb ab. FIS-Renndirektor Sandro Pertile erklärte im Rahmen des kürzlich stattgefundenen Weltcup-Wochenendes in Willingen gegenüber Skispringen-News.de, dass die Idee sei, ab der nächsten Saison jedoch wieder mehr auf Vierer-Team-Wettbewerbe zu setzen.
In Predazzo sorgte der Super-Team-Wettbewerb bis zum Schluss für große Spannung und vor allem für ein großes Teilnehmerfeld, denn insgesamt 17 Nationen gingen an den Start. Doch bei vielen Athletinnen und Athleten ist der Wettbewerb nach wie vor nicht sonderlich beliebt. Der Hauptgrund hierfür: Viele Springerinnen und Springer kommen bei diesem Format nicht zum Einsatz und müssen während der drei Durchgänge mit der Zuschauerrolle vorliebnehmen. FIS-Renndirektor Sandro Pertile verriet uns im Rahmen eines Interviews vor den Olympischen Spielen in Willingen, dass die Planungen für die nächsten Weltcupjahre nun wieder mehr in Richtung der Vierer-Team-Wettkämpfe gehen – sicherlich zur Freude einiger Nationen oder zumindest der größeren Nationen.
Im Anschluss an den Mixed-Wettbewerb in Willingen schilderte Pertile gegenüber Skispringen-News.de offen: „Ich glaube, das Format (hier in Bezug auf Mixed-Wettkämpfe, wie in Willingen) ist attraktiv. Es gibt nur einen Nachteil, dass wie beim Superteam nur zwei Athleten am Start sind und alle anderen zuschauen.“ Auf Nachfrage, wie es in den nächsten Jahren weitergeht und ob nun auch wieder mehr Vierer-Team-Wettkämpfe anstelle des Super-Teams stattfinden, sagte Pertile: „Ja, das ist die Idee. Wir möchten in den nächsten Jahren bis zu den Olympischen Spielen wieder mehr Teamwettbewerbe mit vier Athletinnen bzw. vier Athleten machen.“
Zu den Hintergründen der zuvor vorgenommenen Umstellung erklärte Pertile: „Wir mussten in den letzten paar Jahren Richtung Superteam arbeiten, weil es ein Format für die Olympischen Spiele ist. Das resultiert aus der Entscheidung des IOC vor vier Jahren, und eine Reduktion der Zahl an Athleten war für uns der einzige Weg, viele Nationen bei den Olympischen Spielen am Start zu haben. Ich bin auch froh, dass wir 17 Teams in Milano Cortina dabeihaben. Das ist ein riesengroßer Erfolg, weil wir unser internationales Profil haben müssen.“
Die ersten Reaktionen aus dem Springerlager zur Planung von mehr Vierer-Team-Wettkämpfen fallen wie folgt aus:
Selina Freitag (Deutschland): „Das wäre richtig, richtig schön. Ich denke, dass die Teamspringen noch mal ein bisschen interessanter sind. Meine ehrliche Meinung zum Superteam ist, dass es total stressig ist für uns Athleten, vor allem, wenn man dann nicht so schnell oben sein kann, aber direkt wieder hoch muss. Deswegen finde ich, dass es auch zum Anschauen nicht so schön ist, aber ich würde mich auf jeden Fall freuen, wenn wir wieder Vierer-Team-Wettbewerbe bekommen. Und ich glaube, die Jungs würde das auch freuen. Und ja, dann sitzt auch nicht der Großteil des Teams zu Hause und schaut zu.“
Julia Mühlbacher (Österreich): „Also, wenn ihr mich letztes Jahr gefragt hättet, hätte ich mich sehr gefreut, weil wir da doch noch ein paar mehr Mädels im Team waren. Jetzt sind wir natürlich geschrumpft, aber ich würde schon sagen, dass das Vierer-Team um einiges spannender ist als das Superteam, weil es vier verschiedene Leute sind und es das ausmacht, finde ich. Also auch wenn wir jetzt rein mannschaftlich von der Stärke her nicht mehr da sind, wo wir letzte Saison gestanden sind. Es ist sicher voll interessant und spannend, gerade auch bei den Herren, weil dort die Dichte noch einmal ganz anders ist als bei den Damen. Man wird sehen, was entschieden wird. Aber es würde sicherlich nicht schaden, wieder einen etwas anderen Wettkampfmodus einzubringen.“
Ob die kürzlich gewonnenen Eindrücke der Olympischen Spiele die Sichtweise des FIS-Renndirektors im Hinblick auf die Kalenderplanung noch verändert haben, bleibt abzuwarten.
