Weltcup Herren

Stefan Kraft ist der Beste des heutigen Probedurchgangs mit 141,5 Metern und 85,9 Punkten. Auf Platz zwei folgt der Führende des Gesamtweltcups Granerud aus Norwegen (135,5 Meter; 82,2 Punkte). Der Pole Stekala wird dritter (134 Meter; 81 P.).

Vierter wird Naoki Nakamura vor seinem Teamkollegen Yukiya Sato. Markus Eisenbichler ist der beste Deutsche auf Platz sechs nach einem Sprung auf 132 Meter. Hinter ihm liegen Kamil Stoch und Anze Lanisek auf den Plätzen sieben und acht.
Wie auch schon gestern, gibt es auch heute in Titisee-Neustadt sehr wechselhaften Wind. Doch im Gegensatz zu gestern, gab es im Probedurchgang weniger Aufwind, dafür aber mehr Rückenwind, welcher den Athleten das Springen erschwert hat.

Constantin Schmid kam mit diesen Bedingungen nicht zurecht und musste sich mit Platz 45 begnügen. Martin Hamann hingegen schaffte einen guten Sprung auf 130 Meter und wurde zwölfter. Pius Paschke, Severin Freund und Karl Geiger sortierten sich im (vorderen-) Mittelfeld ein.

Offizielle Ergebnisliste Probedurchgang
Offizielle Startliste 1.Durchgang

Quelle: FIS

Weltcup Herren

Das Glück des Tüchtigen war am Samstag erneut auf der Seite des Tournee-Siegers. Kamil Stoch gewinnt den ersten Einzelwettbewerb in Titisee-Neustadt mit 281,6 Punkten. Zweiter wird Halvor Egner Granerud mit 4 Punkten Rückstand. Komplettiert wird das Podium durch Piotr Zyla mit 270,8 Punkten.

Dawid Kubacki, der nach dem ersten Durchgang noch führte, wurde mit schwierigen Bedingungen am Ende Siebter. Das polnische Team präsentiert sich am Ende des Wettbewerbes jedoch glänzend mit vier Springern in den besten Zehn.

Aufwärtstrend im norwegischen Team

Einen Lichtblick gab es im Finale für den Norweger Johann André Forfang, der zuletzt häufiger zu kämpfen hatte. Er nutze die Bedingungen aus und landete bei starken 144 Metern. Mit diesem Satz verbesserte er sich von Rang 28 noch in die Top-15. Auch sein Landsmann Marius Lindvik setzte sich mit 135,5 Meter für eine Weile an die Spitze, bis er von Robert Johansson abgelöst wurde. Beide landen in den Top-10. Das norwegische Team bestätigte damit die bereits guten Leistungen vom Training am Freitag. Daniel-André Tande enttäuschte dagegen und ist bereits nach Durchgang eins ausgeschieden.

DSV-Adler haben zu kämpfen: Eisenbichler bester Deutscher

Bester DSV-Adler wird Markus Eisenbichler, der das Podium auf Rang 4 mit 2,1 Punkten auf Rang drei nur knapp verpasste. „Ich bin ganz zufrieden und bin wieder besser reingekommen. Die Sprünge waren peu à peu besser. Es ist natürlich noch mehr drin, aber man muss kleine Schritte gehen und auch einfach zufrieden sein, mit dem wie es ist“, fasst Eisenbichler zusammen. Pius Paschke, der das Finale eröffnete, machte mit 136 Metern noch einmal einen Sprung nach vorne, ebenso wie der Sachse Martin Hamann mit 131 Metern. Sie landeten jeweils auf den Rängen 17 und 14. „Ich bin soweit zufrieden und habe eigentlich zwei konstante Sprünge gemacht, sogar drei mit dem Probedurchgang. Jetzt hab ich einmal Pech gehabt, einmal Glück“, so Paschke. Die verbesserten Aufwindverhältnisse konnte Teamkollege Constantin Schmid im Finale nicht optimal nutzen, landete aber zumindest erneut in den Punkterängen (26.). Die Konstanz fehlt nach wie vor auch Severin Freund (23.), der seine Platzierung aber in etwa halten kann. „Ich glaube, dass ich anständig gesprungen bin, es war nu nicht der ganz große Ausreißer nach oben dabei. Es waren schwierige Bedingungen und es hat stark gewechselt. Sehr gefreut hat mich aber, dass alle im Finale waren“, schätzt Severin Freund nach dem Finale ein. Karl Geiger erwischte erneut keinen optimalen Sprung und zudem unglückliche Windverhältnisse. Er landet daher bereits bei 121,5 Metern und holt mir Rang 25 nur ganze fünf Weltcup-Punkte.

Kraft als 9. bester Österreicher

Nicht rund läuft es weiterhin im österreichischen Lager. Schon bei der Vierschanzentournee hoffte man auf eine Podestplatzierung. Diese lässt auch weiterhin auf sich warten. Stefan Kraft schafft es als 9. als einziger in die top-10. Michael Hayböck und Daniel Huber landen erneut nur im Mittelfeld.

Doch auch im slowenischen Team hält einzig Anze Lanisek das Fähnchen zumindest noch etwas hoch. Er wird Zwölfter und ist damit sogar der einzige Slowene in den Top-20.

Am Sonntag findet ein zweiter Einzelwettbewerb auf der Hochfirstschanze statt (Zeitplan & Überblick Titisee-Neustadt).

Offizielles Resultat

Quelle: FIS, DSV

Weltcup Herren

Dawid Kubacki führt nach dem ersten Durchgang in Titisee-Neustadt (142 Meter; 141,9 Punkte). Zweiter ist aktuell sein Teamkollege Stoch nach einem Sprung auf 139 Meter (138,6 P.) vor Granerud (138,4 P.).

Auf den Plätzen vier und fünf liegen erneut zwei Polen. Zyla liegt knapp vor Stekala. Den sechsten Platz sichert sich Markus Eisenbichler. Er springt im ersten Durchgang auf 138 Meter. Robert Johansson und Stefan Kraft teilen ich den siebten Platz nach dem ersten Durchgang.

Wechselnde Windbedingungen erschweren grade zu Beginn den Wettkampf. Die Windkompensationspunkte schwanken zwischen -20 Punkten (starker Aufwind) und +5 Punkten (leichter Rückenwind) und zeigen, dass es große Unterschiede zwischen den Windbedingungen der einzelnen Springer gibt. Zwischenzeitlich wird der Anlauf um zwei Luken verlängert, dies wird kurz darauf wieder rückgängig gemacht, weil sich der Wind wieder verändert hat.

Team Deutschland komplett im zweiten Durchgang

Pius Paschke schaffte es auf Platz 30 grade so in den zweiten Durchgang. Drei Plätze vor ihm liegt Constantin Schmid. Karl Geiger und Severin Freund liegen nach dem ersten Durchgang auf den Plätzen 20 und 21. Martin Hamann ist der zweitbeste aus dem deutschen Team auf Platz 18.

Weltcup Herren

Robert Johansson aus Norwegen gewinnt den Probedurchgang nach einem Sprung auf 142,5 Meter (87,7 Punkte). Der Vierschanzentourneesieger Stoch wird mit 137 Metern Zweiter (84,8 Punkte) vor Stefan Kraft (80,7 Punkte und 140 Meter).

Auf Platz vier folgt Halvor Egner Granerud. Pius Paschke ist der Beste aus dem deutschen Team auf Platz fünf. Norwegens Marius Lindvik sichert sich den sechsten Platz vor Anze Lanisek aus Slowenien.

Durchwachsene Leistungen aus dem deutschen Team

Severin Freund wird nach einem Sprung auf 126 Meter 21. Martin Hamannn hatte die schlechtesten Windverhältnisse des Probedurchgangs und reiht sich am Ende des Mittefelds ein. Constantin Schmid und Karl Geiger werden 13. und 29. Markus Eisenbichler schafft Platz 16.

Offizielle Startliste 1.Durchgang

Weltcup Herren

Auch wenn der Prolog nur eine Art dritten Trainingsdurchgang darstellt, erhält der derzeit Weltcup-Führende immerhin noch ein kleines Preisgeld. Genau wie in der normalen Qualifikation, darf er sich als Sieger des Prologs über 3.000 CHF freuen. Pius Paschke wird bester Deutscher.

Mit einer Weite von 140 Meter und 156,2 Punkten gewinnt der Norweger den Prolog vor Dawid Kubacki (150,4 P.), der nur einen Meter kürzer sprang. Mit Marius Lindvik (149,1 P.) komplettiert ein weiterer Norweger die Top-3.

Polen stark: Wolny überrascht erneut

Jakub Wolny, der bereits mit einem starken zweiten Platz im Training überzeugte, landet auch im Prolog einen guten Sprung auf 135 Meter. Mit insgesamt vier Athleten in den Top-10 präsentiert sich das Team um den Prolog-Zweiten Kubacki erneut am besten. Auch Andrzej Stekala und Tournee-Sieger Kamil Stoch Stoch gehören zu den besten vier Polen als 6. und 7.

Huber und Lindvik können Aufwindverhältnisse nutzen

Sowohl der Österreicher Daniel Huber, als auch der Norweger Marius Lindvik können ihre Aufwindbedingungen gut nutzen und segeln jeweils auf 142,5 Metern und 141 Metern. Huber aus Gate 10, Lindvik aus Gate 9. Insgesamt präsentierte sich das polnische, wie auch das norwegische Team ähnlich wie im Training geschlossen stark. Bei den Norwegern schaffte auch Robert Johansson den Sprung in die besten Zehn.

Paschke steigert sich deutlich und wird bester Deutscher

Für Pius Paschke geht es nach der Vierschanzentournee wieder bergauf. Nachdem er sich bereits im Training zu seinen Vorleistungen steigern konnte, setzt er mit 136 Metern im Prolog einen Top-Sprung in den Schnee und wird sogar bester Deutscher auf Rang acht. „Der Sprung war gut. Ich bin jetzt wieder deutlich besser zurechtgekommen“, fasst Paschke zusammen. Severin Freund erwischte nach dem zweiten Trainingsdurchgang wieder einen schwächeren Sprung, ebenso wie Constantin Schmid. „Es ist doch eine ziemliche Umstellung von Bischofshofen nach hier. Im zweiten Trainingsdurchgang hatte ich schon einen guten Sprung, den nehme ich mit für morgen“, so Freund nach dem Prolog. Constantin Schmid zeigte sich dennoch gar nicht unzufrieden mit seinem Auftakt: „Ich bin mit meinem Prolog-Sprung nicht so unzufrieden. Ich möchte jetzt einfach an Bischofshofen anknüpfen und dafür war das kein schlechter Auftakt“. Auch Karl Geiger verbesserte sich zum Training, zeigt mit 131 Metern (11.) einen guten Sprung: „Die Bedingungen sind hervorragend, die Schanze ist traumhaft hergerichtet. Der Sprung war noch nicht ganz ideal, war aber in Ordnung. Ich konnte mich jetzt bei jedem Sprung wieder etwas steigern“. Markus Eisenbichler beendet den Prolog mit einem zu frühen Absprung auf Rang vierzehn, Martin Hamann reiht sich auf einem 21. Platz ein.

Am Samstagnachmittag findet der erste von zwei Einzelwettbewerben auf der Hochfirstschanze statt (Zeitplan Titisee-Neustadt).

Offizielles Resultat Prolog

Quelle: FIS, DSV

Weltcup Herren

Es überrascht wieder einmal der Pole Andrzej Stekala. Er segelt im ersten Training auf der Hochfirstschanze auf grandiose 146 Meter (93,4 P.) und gewinnt den Durchgang. Markus Eisenbichler gewinnt Trainingsrunde Nummer zwei.

Nachdem überragenden Sprung von Stekala im ersten Training, wurde der Anlauf um zwei Gates verkürzt. Kamil Stoch wurde somit mit 131,5 Metern Zweiter und der Norweger Granerud mit 125 Metern, Dritter. Eisenbichler konnte die zweite Trainingsrunde mit einem Satz auf 143 Meter (98,7 P.) für sich entscheiden. Zweiter und Dritter wurden die beiden Polen Jakub Wolny (92,5 P.) und Dawid Kubacki (90,9 P.).

Eisenbichler bester Deutscher im Training

Markus Eisenbichler führt das sechs-köpfige DSV-Team im Training an. Severin Freund verbesserte sich vom ersten zum zweiten Trainingsdurchgang deutlich, von einem schwachen 36. auf Platz 18. Pius Paschke präsentiert sich im Training wieder stärker als zuletzt bei der Vierschanzentournee. Zusammen mit Martin Hamann landen die beiden im ersten Durchgang im Mittelfeld, im zweiten Training auf guten 10. und 11. Rängen. Karl Geiger (25., 23.) geht es aktuell nicht mehr so leicht von der Hand. Er hat noch etwas mehr zu kämpfen, ebenso wie Constantin Schmid.

Polen und Norweger mannschaftlich stark

Im ersten Durchgang präsentierte sich sowohl das norwegische als auch das polnische Team geschlossen stark. Für die Polen Plätze eins und zwei, für die Norweger gleich vier Athleten in den Top-10. Auch im zweiten Trainingsdurchgang schafften sie es wieder mit vier Athleten unter die besten Zehn, ebenso wie das polnische Team, die zudem mit Platz zwei und drei erneut mit zwei Springern auf den Spitzenrängen vertreten waren.

Prolog ersetzt Qualifikation

Aufgrund der geringen Starterzahl von nur 50 Teilnehmern, entfällt die Qualifikation am Freitag, wie auch die ursprünglich angesetzte für Sonntag. Ein Prolog ersetzt die Qualifikation um 16:15 Uhr, im Prinzip ein dritter Trainingsdurchgang. Am Sonntag findet anstelle der Qualifikation wie gewohnt ein Probedurchgang statt (Zeitplan & Überblick Titisee-Neustadt).

Resultat Offizielles Training

Quelle: FIS

Weltcup Herren

Nach der Tournee ist vor dem nächsten Weltcup-Wochenende. Die Skispringer konnten nach dem Finale bei der Vierschanzentournee lediglich einen Tag durchschnaufen. So geht es bereits heute in Titisee-Neustadt weiter, wo am Wochenende zwei Einzelspringen stattfinden.

Die 69. Vierschanzentournee ist Geschichte, doch der Kampf um Weltcuppunkte ist im vollen Gange. Demnach reist die Weltelite top motiviert in den Schwarzwald, um bei den Springen von der Hochfirstschanze um den Sieg und gute Platzierungen zu kämpfen. Dies werden an diesem Wochenende jedoch gerade einmal 50 Springer machen, wodurch die Qualifikation hinfällig ist. Demnach hat sich auch das Programm leicht verändert. Nach den zwei Trainingsdurchgängen ab 14:30 soll daher ein sogenannter Prolog die Qualifikation ersetzen. Dieser soll wie geplant ab 16:15 über die Bühne gehen. Der Gewinner wird dabei wie gewohnt die Siegesprämie in Höhe von 3.000 Euro erhalten. Am Sonntag wird es vor dem Wettbewerb hingegen nur einen Probedurchgang geben.

Nur 50 Starter mit dabei: Ein schlechtes Zeichen für das Skispringen

Dass lediglich 50 Springer an einem Weltcup teilnehmen, ist für ein Springen in Mitteleuropa definitiv eine echte Ausnahme. Die geringe Teilnehmerzahl liegt unter anderem an der fehlenden nationalen Gruppe, die der DSV bereits in Oberstdorf und Garmisch-Patenkirchen an den Start gebracht hat. Doch auch die Corona-Pandemie trägt zu dieser geringen Anzahl bei. So haben beispielsweise die Kasachen weiterhin Probleme mit den Reisebestimmungen und werden weiterhin im Weltcup fehlen. Auch das ehemals so breit aufgestellte finnische Team ist lediglich mit zwei Sportlern an dem Start und nutzt ihre Startplatzkapazität nicht voll aus. Gleiches gilt für die Tschechen, die aufgrund fehlender Form ebenfalls nur mit zwei Springern an den Start gehen. Auch bei den Schweizern steht, nach der Verletzung von Kilian Peier und der Formschwäche von Simon Ammann, lediglich Gregor Deschwanden auf der Startliste. Ebenfalls zum Einzelkämpfer mutiert ist der Kanadier Mackenzie Boyd-Clowes, während die Amerikaner in Neustadt komplett fehlen.

Dinge, die leider zeigen, dass sich das Skispringen leider immer mehr um Top-6 Nationen (Polen, Norwegen, Deutschland, Österreich, Slowenien und Japan) dreht und andere Länder, auch was die Breite angeht, nach und nach den Anschluss verlieren. Für spannende Springen wird die in Gänze vertretene Weltelite an diesem Wochenende jedoch trotzdem sorgen. So wird auch die Frage beantwortet, ob Kamil Stoch nach seinem Tournee-Erfolg unantastbar bleibt oder die Weltcup-Führenden Halvor Egner Granerud und Markus Eisenbichler zurückschlagen.

Um 14:15 Uhr startet das offizielle Training, gefolgt vom Prolog um 16:15 Uhr (Zeitplan & Überblick Weltcup Titisee-Neustadt).

Startliste Offizielles Training

Weltcup Herren
Wo wird gesprungen?

Die Wettbewerbe in Titisee-Neustadt werden auf der Hochfirstschanze ausgetragen, welche nach dem Berg „Hochfirst“ benannt ist. Es ist die größte Naturschanze Deutschlands. Der Austragungsort Titisee-Neustadt befindet sich im Hochschwarzwald in Baden-Württemberg, unweit von der Schweiz. Die Gemeinde besteht aus den Ortsteilen Titisee und Neustadt, wobei Titisee mit seinem gleichnamigen See einem wahren Tourismusmagneten gleicht. Die Schanze gehört geografisch gesehen zum Ortsteil Neustadt.

Die Schanzendetails der Hochfirstschanze im Überblick:
Hillsize:142 m
K-Punkt:125 m
Schanzenrekord:148 m (Domen Prevc, 11.03.16)
Baujahr:1950 (letzter Umbau: 2003)
Zuschauerkapazität:25.000

Programm:

Freitag, 08.01.21
14:15 Uhr – Offizielles Training
16:15 Uhr – Prolog* (Eurosport)

Samstag, 09.01.21
15:00 Uhr – Probedurchgang
16:00 Uhr – Einzelwettbewerb (ZDF, Eurosport)

Sonntag, 10.01.21
15:00 Uhr – Probedurchgang*
16:30 Uhr – Einzelwettbewerb (ZDF, Eurosport)

*Qualifikation am Freitag und Sonntag entfällt, aufgrund von Teilnehmerfeld von 50 Athleten

Vierschanzentournee

Wenn ein Kamil Stoch einmal heiß läuft, dann ist er nicht mehr zu stoppen. Mit 139 und 140 Meter (300,7 Punkte) legte der 33-jährige in Bischofshofen ein fulminantes Finale hin und gewann souverän die Tages- und die Gesamtwertung. Dabei erhielt er im zweiten Sprung sogar zweimal die Traumnote 20. Für den Polen war es bereits der dritte Tourneesieg nach seinen Erfolgen 2016/17 und 2017/18. Mit insgesamt 1010,6 Punkten fiel dieser mit knapp 50 Zählern Vorsprung extrem deutlich aus.

Während Kamil Stoch einsam seine Bahnen zog, entbrannte hinter ihm ein spannender Kampf um das Podium. In der Tageswertung schob sich Marius Lindvik mit einem fulminanten Finalsprung auf 140,5 Meter (280,4 Punkte) vor auf Rang zwei. Ob der Norweger ohne seiner Kiefer-Verletzung „König Kamil“ gefährlich werden hätte können, werden wir aber leider nie erfahren. Mit Rang drei in Bischofshofen (138 und 133,5 Meter) landete auch Karl Geiger ein tolles Ergebnis im finalen Tournee-Springen. Umso erfreulicher ist dabei, dass er sich in der Gesamtwertung noch auf Rang zwei vorschieben konnte. Nach dem erneuten Tiefschlag am Bergisel also doch noch das „Happy-End“ für den 27-Jährigen, wenngleich es mit dem Tournee-Sieg auch dieses Jahr nichts wurde. „Der Tag heute hat echt gut getan. Das war absolut nicht selbstverständlich, weil mich die letzten Tage ganz schön geknackt haben. Da war schon ziemlich die Luft raus. Dass mir es heute nochmal so gelungen ist, ist einfach geil. Der zweite Sprung war nicht mehr ganz so gut wie der Erste und ich habe das mit viel Willensstärke runter bringen müssen“, so der sichtbar erleichterte Karl Geiger.

Kubacki rettet Rang drei mit 0,4 Punkten Vorsprung

Besonders knapp ging es im Kampf um Rang drei in der Gesamtwertung zu. Nachdem weder Halvor Egner Granerud (12.) noch Dawid Kubacki (15.) beim finalen Springen überzeugen konnten, behielt Zweiterer um gerade einmal 0,4 Punkte die Nasenspitze vorne. Umso ärgerlicher, dass Markus Eisenbichler mit 119,5 Meter bereits nach dem ersten Durchgang die Segel streichen musste. Für den Weltcup-Zweiten endete die Tournee nach ordentlichen Leistungen bei den ersten drei Stationen mit einer herben Enttäuschung. „Ich bin zur Zeit nicht ganz so sicher in der Anfahrtsposition und der Absprung ist nicht selbstverständlich. Auf so einer schwierigen Schanze kann man schon mal danebentreten. Sowas ist schon bitter, aber ich habe das schon so miterlebt. Da rege ich mich gar nicht so auf“, so der Siegsdorfer nach seinem misslungenen ersten Durchgang. „In Neustadt gibt es eine neue Chance und ich lasse mich da nicht rausbringen“, verspricht er.

Kraft und Johansson stark – Einige Verschiebungen in der Gesamtwertung

Bei einem spannenden Springen in Bischofshofen traten auch die starken Flieger wieder in Vorschein. So verpassten Stefan Kraft (275,9 Punkte) und Robert Johansson (274,8 Punkte) das Podium als Vierter und Fünfter nur knapp. Auch Michael Hayböck (6.), Piotr Zyla (7.) und Andrzej Stekala (8.) schafften den Sprung ins Vorderfeld. Nach dem überraschenden Aus von Anze Lanisek in der Qualifikation und Markus Eisenbichler in Runde 1, gab es auch in der Gesamtwertung noch einige Verschiebungen. So verbesserte sich der konstante Pole, Piotr Zyla, auf Rang fünf, während auch Ryoyu Kobayashi als Gesamt-Sechster sehr zufrieden sein dürfte. Punktgleich auf Rang sechs platzierte sich mit Andrzej Stekala der viertbeste des polnischen Team. Nach dem Beinahe-Aus in Bischofshofen eine fast schon dramatische Änderung der Ereignisse. Die Top-10 komplettieren Stefan Kraft, Peter Prevc und Daniel Huber.

DSV auch in Bischofshofen mannschaftlich enttäuschend

Nachdem Markus Eisenbichler in Durchgang 1 ausgeschieden war, absolvierte nur Karl Geiger alle acht Sprünge der diesjährigen Tournee. Positives gibt es jedoch von Constantin Schmid und Severin Freund zu berichten. Seinen starken 13. Platz aus Durchgang 1 konnte Schmid leider nicht ganz halten. Mit 132 und 131,5 Meter sowie Platz 18, konnte er dennoch sein mit Abstand bestes Resultat der letzten vier Springen einfahren. Damit dürfte einiges an Last von seinen Schultern gefallen sein. „So schnell kann es wieder in den zweiten Durchgang gehen, das war sehr erleichternd. Ich habe mich noch nie so über einen 18.Platz gefreut, wie heute“, so der Youngstar. Severin Freund gelang mit 125 und 131 Metern ein ebenso versöhnlicher Abschluss. Mit Rang 20 landete der Bayer sein bestes Tournee-Resultat. „Ich habe mich vom Timing hier etwas schwer getan. Der erste war ein bisschen früh, der zweite dann pünktlich. Das war aber ein schöner Abschlusssprung“, so der ehemalige Weltcup-Gesamtsieger zufrieden. „Die Tournee hat insgesamt Licht und Schatten gehabt“, bilanzierte dieser. Eher glanzlos beendete Pius Paschke die Tournee. Mit zweimal 122 Metern belegte er in Bischofshofen den 29. Platz. „Das war auch heute wieder durchwachsen. Ich habe mir für die Tournee auch ein wenig mehr erhofft und schaue, dass ich positiv weiter arbeite. Dann geht in dieser Saison noch einiges“, so Paschke. Martin Hamann konnte leider nicht an die positiven Leistungen von Garmisch-Patenkirchen und Innsbruck anknüpfen und schied mit 119 Metern in der ersten Runde aus. „Unterm Strich ist es 50/50. Zwei Springen gut, zwei Springen schade drum“, so das zweigeteilte Fazit des 23-jährigen nach seiner ersten kompletten Tournee.

Alles in allem täuschen die starken Leistungen von Karl Geiger und in Teilen von Markus Eisenbichler über ein mannschaftlich schwaches Resultat hinweg. So schafften es im Durchschnitt gerade einmal vier DSV-Adler ins Finale. Damit bleibt das Team in der Breite klar hinter den Leistungen der letzten Jahren zurück. Im Gesamtklassement reichte es für Eisenbichler zu Rang 16, während sich Freud, Hamann, Paschke und Schmid mit den Plätzen 27, 28, 30 und 35 zufrieden geben mussten.

Horngacher mit Vorflieger Geiger zufrieden: „Seine Leistung ist sehr hoch einzuschätzen“

Stefan Horngacher zieht alles in allem ein recht positives Fazit. „Karl ist die ganze Tournee sehr gut gesprungen und hat nur am Bergisel einen kleinen Fehler gemacht hat. Zweiter Platz hinter Kamil Stoch, der wenn er so in Form ist, fast unschlagbar ist. Die Leistung von Karl ist extrem hoch einzuschätzen“, so DSV-Trainer Stefan Horngacher. „Der Markus ist heute auf Vollgas gesprungen und das ist leider schief gegangen. Damit muss man leben im Skispringen. Beim Rest des Teams war das Licht und Schatten. Der Druck ist natürlich irrsinnig hoch und wir haben viele junge und unerfahrene Leute dabei. Ich habe aber das Gefühl, dass wir auf einen guten Weg sind und das wird auch schon bald wieder anders aussehen“, erklärt er. In Bezug auf einen Tournee-Sieg wird das deutsche Team jedoch noch mindestens ein Jahr warten müssen. „Letztes Jahr Dritter, dieses Jahr Zweiter, jetzt probieren wir es nächstes Jahr“, läutet der Bundestrainer den „Geiger-Countdown“ ein.

Ergebnis

Tournee-Gesamtwertung

Vierschanzentournee

Kamil Stoch hat keinen Zweifel daran aufkommen lassen, dass er den goldenen Adler nach dem Finale in Bischofshofen entgegennehmen wird. Mit 139 Metern setzte er den weitesten Sprung in den Schnee und führt mit 150,9 Punkten deutlich.

Der Traum vom Tournee-Triumph hat Karl Geiger bereits nach dem Innsbruck-Springen begraben. Mit einem Sprung auf 138 Meter (143,6 Punkte) platzierte er sich jedoch nicht nur in der Tageswertung auf Platz zwei, sondern rückte auch in der Tournee-Wertung auf den zweiten Platz vor. Nach seiner Kiefer-OP meldete sich auch Marius Lindvik erfolgreich zurück. Der Norweger liegt nach einem Sprung auf 137 Meter auf dem dritten Rang. In unmittelbarer Reichweite auf das Podest befinden sich auch Andrzej Stekala (135 Meter), Daniel Huber (134 Meter) und Yukia Sato (133 Meter).

Der Norweger Halvor Egner Granerud ist dagegen mit seinem Angriff auf Kamil Stoch gescheitert. Nachdem Andreas Stöckl den Anlauf um ein Gate verkürzte, landete der Weltcup-Führende bereits bei 133 und belegt nur Rang neun. Auch Dawid Kubacki konnte mit 132 keinerlei Druck auf seinen Landsmann ausüben und muss nun um seinen Platz auf dem Podest kämpfen. Ebenfalls unzufrieden dürfte Stefan Kraft (132 Meter) mit seinem elften Zwischenrang sein.

Finale verpasst: Markus Eisenbichler lässt federn

Nicht mehr um das Tournee-Podest eingreifen kann Markus Eisenbichler. Der Siegsdorfer erlebte einen echten Absturz und schied mit schwachen 120,5 Meter völlig überraschend gegen Klimov aus. Constantin Schmid ließ dagegen nach seinem tollen Satz seine Freude lautstark heraus. Nachdem er dreimal das Finale verpasste, liegt er nach 132 Meter auf einem starken 13. Platz. Severin Freund machte es in seinem Duell gegen Daniel Tschofenig überraschend spannend und landete mit 125 Meter nur ein Meter vor seinem jungen Konkurrenten. Der 32-Jährige liegt mit 117,2 Punkte auf Rang 24. Das rein deutsche Duell zwischen Pius Paschke und Martin Hamann war leider kein hochklassiges. Durchsetzen konnte sich Pius Paschke, der seinem Teamkollegen mit 122 Meter drei Meter abnehmen konnte.

Für ein Kuriosum sorgte Gregor Schlierenzauer. Nachdem er nach einem hervorragenden Probesprung im Wettkampf völlig patzte, verweigerte er die Materialkontrolle und wurde disqualifiziert. Ein wirklich extrem bitterer Abend für den Tiroler.

Ergebnis 1. Durchgang