DSV

Am vergangenen Wochenende kämpften die deutschen Skispringerinnen und Skispringer in Hinterzarten um die deutschen Meistertitel 2026. In diesem Jahr fanden die Wettbewerbe somit auf einer Normalschanze statt. Zum ersten Mal seit einigen Jahren fanden die nationalen Meisterschaften im Skispringen und der Nordischen Kombination zudem wieder am gleichen Ort und am selben Wochenende statt.

Bei den Kämpfen um die Einzeltitel am Freitagabend kam es dabei bereits zur ein oder anderen Überraschung im Adlerskistadion. Denn der Umstand des gemeinsamen Austragungsortes und -zeitpunktes führte auch dazu, dass einige Kombinierer im Einzelwettbewerb der Spezialspringer an den Start gingen. Insgesamt sind die Sieger bei Damen und Herren jedoch die Favoritensieger, die nach vorherigen Eindrücken so zu erwarten waren. Bei den Damen konnte sich Agnes Reisch (254.0 P.) den Meistertitel sichern. Sie zeigte bereits zwei Wochen zuvor beim Intercontinental Cup, dass Sie sich gut fühlt und auf der Schanze gut zurechtkommt. Im Feld der Herren setzte sich mit Philipp Raimund (255.9 P.) der Olympiasieger von der Normalschanze diesen Jahres im Kampf gegen Andreas Wellinger (253.2 P.) durch.

Silber bei den Damen ging an Selina Freitag (251.0 P.), während sich Luisa Görlich (241.3 P.), die sich nach ihrer erneuten Kreuzbandverletzung von 2025 stark zurückgekämpft hat, Bronze sichern konnte. Bei den Herren fiel besonders positiv Ben Bayer auf, der sich zuletzt mehrere Podestplatz im Continentalcup sichern konnte und sich nun auch Bronze bei den Meisterschaften sichern konnte.

Überraschen konnten im Feld der Herren auch Jannik Faißt, der seinen Heimvorteil nutzen konnte und sich auf einem starken vierten Platz, noch vor Karl Geiger, einreihen konnte. Dieser gab erst im Nachgang bekannt, dass er die vergangenen Wochen verletzungsbedingt eine Pause einlegen musste. Mit Platz fünf zeigte sich der Oberstdorfer also durchaus zufrieden als Wiedereinstieg. Bei beiden Geschlechtern mischten auch Kombinierer im vorderen Feld mit. So sicherte sich Jenny Nowak (Sachsen) Platz sechs bei den Damen und Richard Stenzel (Thüringen) Rang acht bei den Herren, vor Athleten wie Felix Hoffmann (9.) und einigen Vertretern des deutschen B-Kaders.

Bei den Juniorinnen und Junioren gingen die Titel dieses Jahr mit Anna Deufel und Yann Kullmann beide Male an den baden-württembergischen Skiverband. Besonders der erst 17-jährige Yann Kullmann setzte sich dabei mit fast 30 Punkten Vorsprung deutlich von der Konkurrenz ab.

Titel im Team an Baden-Württemberg und Bayern

Den Titel im Team sicherten sich die beiden Einzel-Siegerinnen Anna Deufel und Agnes Reisch im gemeinsamen Team Baden-Würrtemberg. Sie setzten sich gegen Megi Lou Schmidt, die zusammen mit Selina Freitag ein Team für den sächsischen Skiverband bildete. Dahinter holten sich Juliane Seyfarth und Luisa Görlich Bronze für Thüringen.

Bei den Herren gab es einen glasklaren Sieg des bayerischen Teams mit Philipp Raimund, Constantin Schmid, Karl Geiger und Andreas Wellinger, die sich mit insgesamt knapp 80 Punkten gegen die weiteren Teams durchsetzten. Das Quartett aus Baden-Württemberg mit Jannik Faißt, Yann Kullmann, Ben Bayer und Luca Roth gewann Silber, das 2. Team aus gleichem Bundesland mit Amadeus Horngacher, Janne Holz, Finn Braun und Lasse Deimel, Bronze.

Als letzter Akt vor dem Start der Wintersaison in knapp sechs Wochen steht für die Skispringer das Finale des Sommer Grand Prix im sächsischen Klingenthal von 23.-25. Oktober 2026 an.

Ergebnisse Einzel

Ergebnisse Team

DSV Weltcup Damen Weltcup Herren

Nachdem die Trainerklausuren des Deutschen Skiverbandes (DSV) in den vergangenen zwei Wochen beendet und alle Kader besprochen wurden, gab der Verband am Mittwoch alle Änderungen für die Damen- und Herren-Mannschaften entsprechend bekannt. Die Lehrgangsgruppe 1a umfasst für die Saison 2026/2027 insgesamt neun Springerinnen bei den Damen sowie sechs Springer im Herren-Team.

Bei den Damen vereint die Gruppe sowohl etablierte Athletinnen mit Selina Freitag, Juliane Seyfarth, Agnes Reisch und Luisa Görlich, als auch junge Springerinnen. Alvine Holz und vor allem Emely Torazza waren in den vergangenen zwei Jahren bereits mehrmals im Weltcup eingesetzt. Luisa Görlich möchte nach ihrem zweiten Kreuzbandriss in Folge wieder im Weltcupgeschehen eingreifen. „Neu“ hinzu kommen nun Anne Häckel, Julina Kreibich und Anna-Fay Scharfenberg, die sich in den vergangenen zwei Jahren stark über den Inter-Continental Cup weiterentwickelt haben.

Die Mannschaft der Herren bleibt im Grunde mit Philipp Raimund, Felix Hoffmann, Andreas Wellinger, Karl Geiger und Pius Paschke bestehen. Zum Team des neuen Bundestrainers Andreas Mitter kommt lediglich Luca Roth, der nach mehreren Jahren im Continental Cup nun noch eine Ebene nach oben rutscht. Vergangene Saison bekam er einige Weltcup-Einsätze als Ersatz für Wellinger oder Geiger und erzielte dort für ihn solide Ergebnisse – nun soll er sich im Weltcup-Team stabilisieren.

Eine spannende Veränderung gibt es vor allem im B-Kader der Herren zu vermelden, welches Zuwachs aus einem Nachbarland erhalten hat. Nicht nur den Verein, sondern auch die Nation hat Timon Pascal Kahofer gewechselt, der ab sofort für den Skiclub Oberstdorf starten wird. Der gebürtige Österreicher dürfte sich im deutschen Team bessere Chancen für einen möglichen Aufstieg nach ganz oben erhoffen als unter der starken und extrem großen Konkurrenz in der Alpenrepublik.

<Die gesamte Kaderliste im Überblick>

DSV Plauderecke

Nach 168 Weltcup-Starts und zwei WM-Titeln (2021 Oberstdorf, Mixed u. 2023 Planica, Team) hat Anna Hollandt in Vikersund ihre aktive Skisprungkarriere beendet. Kürzlich hat sie sich noch unserem „Skisprung-Kreuzverhör“ unterzogen, wo sie sich u.a. zu ihrem persönlichen Karrierehöhe- und tiefpunkt sowie zu den für sie größten Springerinnen und Springern aller Zeiten äußert.

Steckbrief:

Name: Anna Hollandt
Geburtsdatum: 29.12.1996
Wohnort: Rimsting

Bitte vervollständige diese Sätze (zu Dir persönlich)…

Ich würde mich mit folgenden drei Worten beschreiben…ehrgeizig, lustig und vertrauenswürdig

Abseits der Schanze…mache ich inzwischen sehr viel Pilates und auch ein bisschen Yoga, aber ich finde Pilates ein bisschen besser. Zudem gehe ich richtig gerne wandern.

Am liebsten höre ich…eine Mischung aus Deutsch-Rap, Techno und Hip Hop.

Dieser Song darf auf meiner Playlist nicht fehlen…„Bitches brauchen Rap“ von Shirin David.

Mein Lieblingsfilm ist…König der Löwen 1 & 2 für immer und ewig 🙂

Mein Lieblingsessen ist…sind Maultaschen mit Kartoffelsalat und richtig geiler Bratensoße

Mein Lieblingsgetränk ist…Sprudelwasser

Diese drei Apps nutze ich am häufigsten…Spotify, WhatsApp und TikTok

Wenn ich mit einem Prominenten für 24 Stunden tauschen könnte, wäre es…puh, ich glaube Carmen Geiss, weil ich sie einfach richtig cool finde und ich einfach mal gerne wissen würde, wie es wirklich bei denen abläuft. Ich verfolge sie ziemlich gerne und gucke es auch immer schön auf RTL Plus 🙂 

Bitte vervollständige diese Sätze (zum Skispringen)…

Zum Skispringen gekommen bin ich durch……meinen großen Bruder, weil er durch ein Feriensommerprogramm schon angefangen hatte, dass es bei uns zu Hause in meinem Heimatort in den Schulen gab und wir haben dann beide beim SC Degenfeld angefangen.

Mein allererster Skisprung war…irgendwann 2003, ich glaube im Sommer auf der K15 in Degenfeld.

Beim Skispringen mag ich am meisten…alles, bis aufs Aufwärmen 🙂

Beim Skispringen könnte ich auf folgendes eher verzichten/mag ich nicht…im Sommer die Hitze. Es ist schon bisschen eklig bei 35 Grad in dem Sprunganzug :-).

Im Skispringen ist es wichtig…locker zu bleiben, man darf sich nicht zu sehr mit der Birne verkopfen und einfach Spaß zu haben.

Mein Vorbild ist…Simone Biles, sie ist genauso alt wie ich und ist einfach eine richtig, richtig, richtig krasse Frau. Ich finde sie einfach top. Sie vermittelt die Werte, die sie vertritt, so gut, sie zeigt einfach allen Mädchen und allen erwachsenen Frauen und generell allen Menschen auf der Welt, wie stark sie ist und das finde ich einfach richtig cool.

Mein persönliches Karrierehighlight war bisher…die WM in Oberstdorf im Mixed-Team, weil wir da so unerwartet gewonnen haben und das fand ich richtig, richtig cool. Ich bin immer noch richtig stolz ein Teil davon gewesen zu sein.

Der Tiefpunkt meiner Karriere war…letztes Jahr bzw. dieses Jahr eigentlich. Ich würde eigentlich nicht richtig Tiefpunkt dazu sagen, sondern eher einen Weg, auf dem ich gegangen bin, der aber nicht mehr steil nach oben ging, sondern eine kleine Bergab-Kurve genommen hat und daraus habe ich gelernt. Es musste so kommen und jetzt kann es nur besser werden.

Nach einem Misserfolg baut mich am besten wieder auf…ich schnappe mir ganz oft ein Buch, lese und tauche in meine Lieblingsgenre „Fantasie/Romance“ ein bisschen ab und kann dann einfach abschalten.

Meine Lieblingsschanze ist…Stams, weil man hier gut abspringen und auch fliegen muss. Mein Ziel war es schon immer beides zu verbessern und es macht immer Bock dort.

Diese Schanze mag ich nicht…beide Schanzen in Lahti, weil die einfach schrecklich sind 🙂

Mein Ritual vor einem Sprung…ich mache immer alles gleich. Immer erst den rechten Skiclip rein, dann den linken und gucke dann nochmal, ob die Reißverschlüsse alle zu sind. Das ist so mein Ritual.

Der größte/beste Skispringer aller Zeiten ist für mich…Gregor Schlierenzauer, weil es zu einer Zeit war, als ich auch schon Ski gesprungen bin und ich als Kind immer schon zu ihm aufgeschaut habe. Er hat einfach dieses Fluggefühl perfektioniert.

Die größte/beste Skispringerin aller Zeiten ist für mich…tatsächlich Carina Vogt. Ich habe immer zu ihr aufgeschaut und war beeindruckt, wie sie aus für sie schlechten Trainings am Ende trotzdem noch irgendwie die Goldmedaille gewonnen hat bei Großereignissen und das hat sie immer super gemacht. Einfach Absprung und Fluggefühl perfekt kombiniert.

Wenn ich ein 4er-Team aus allen aktiven und ehemaligen Springerinnen/Springern aufstellen könnte wären folgende Personen dabei…ich würde Severin Freund nehmen, der war immer ein guter Teamplayer. Dann würde ich noch die Carina Vogt benennen, die es auch im Team immer klasse gemacht hat. Mich, ich war auch immer gut im Team (lacht) und Karle (Karl Geiger), weil der ein richtig, richtig lieber Typ ist, mit dem sich das Team echt toll springt.

Mein kuriosestes Erlebnis beim Skispringen war bisher….als ich ein kleines Kind war, habe ich meine Bindung nicht richtig zu gemacht (die Vorder- und die Rückteile) und dann war ich am Schanzentisch und meine Ski sind einfach so nach unten geploppt, beide gleichzeitig. Ich habe es dann irgendwie noch geschafft, auf meinem Hintern zu landen und es ist nichts passiert, aber das war so das Verrückteste, was mir bisher passiert ist.

Im Vergleich zu den Männern fehlt mir im Damenskispringen aktuell am meisten…leider die Medienpräsenz. Es ist natürlich immer Angebot und Nachfrage, aber ich denke man kann über Wettkampfsteuerungen die Wettbewerbe interessanter gestalten und uns Mädels insgesamt weiter springen lassen, dann kann das auch medial etwas bewirken und dahingehend mehr Aufmerksamkeit generieren.

Abseits des Skispringens verfolge ich noch…fast alle Wintersportarten und auch ziemlich viel im Sommersport. Ich schaue gerne Zehnkampf oder generell Leichtathletik. Und im Winter alles, wo ich Freunde habe….Skeleton, Bob, Skifahren, Langlaufen, Biathlon – alles was die Palette so hergibt.

Nach meiner Skisprungkarriere…bei der Bundespolizei anzufangen, da habe ich ja auch meine Ausbildung absolviert. Ich bin mittlerweile ja Oberkommissarin und freue mich, da irgendwann in der Behörde Fuß zu fassen.

Bitte entscheide Dich!

Großschanze oder Normalschanze? Normalschanze

Skispringen oder Skifliegen? Skispringen

4-er Teamwettkämpfe oder Super-Team? 4-er Team, save!

Der für mich bedeutendste Wettbewerb im Skispringen: WM, weil wir mehr Wettkämpfe haben als bei Olympia.

Schnee/Eisspur (Winter) oder Keramik/Mattenspur (Sommer)? Schnee/Eis

Ich hätte gerne noch mehr Absprungkraft oder noch bessere Flugqualitäten? Bessere Flugqualitäten

Nach der aktiven Karriere: TV-Experte, Trainerlaufbahn oder Distanz zum Skispringen? Bundespolizistin und ich schiele vielleicht mit einem kleinen Auge auf TV-Expertin.

DSV Weltcup Weltcup Damen

Katharina Schmid hat in Planica ihre eindrucksvolle Karriere beendet und möchte, wie sie gegenüber dem ZDF bestätigte, künftig dem Skispringen weiter treu bleiben, mit dem Ziel, Nachwuchstrainerin in Oberstdorf zu werden. Andreas Bauer, der von 2011 bis 2021 Bundestrainer des Damenteams war, hält dies für eine tolle Entscheidung und schildert uns im Interview, was Schmid als Athletin über die Jahre ausgezeichnet hat und ihr in dieser neuen Rolle zugutekommen würde.

Skispringen-News.de: „Andreas Bauer, Katharina Schmid hat ihr Karriereende bekannt gegeben. Sie haben eine lange Wegstrecke mit ihr gemeinsam bestritten. Was hat sie als Athletin über all die Jahre ausgezeichnet, und welche besonderen Erinnerungen gibt es aus dieser Zeit?“

Andreas Bauer: „Ja, es sind besondere Erinnerungen. Sie hat ausgezeichnet, dass sie schon sehr früh eine sehr komplette und gute Skispringerin war. Mit 15 Jahren war sie schon bei mir im Weltcup dabei. Wir mussten sie mitnehmen, weil sie einfach gut war. Sie ist vorher Ski-Alpin gefahren und hat dadurch natürlich unheimlich gute Grundlagen gehabt. Ihren beiden Brüdern, die auch Skispringer waren, hat sie immer nachgeeifert. Und dann war sie mit 15 Jahren schon so gut, dass sie eigentlich ins Weltcup Team gehörte.

Mit diesem Alter durch die ganze Welt zu reisen, war natürlich eine große Herausforderung. Ich weiß noch ganz gut, wie sie das erste Mal im Sommer-Grand-Prix in Nizny Tagil auf dem Podest stand. Und sie musste dann zur Pressekonferenz, die auf Englisch war. Das war für sie dann so die erste große Challenge damals (schmunzelt). Und ich sage immer: gerade junge Sportler können sich über den Sport extrem gut als Persönlichkeit entwickeln. Genau das hat sie getan. Inzwischen ist sie zudem siebenfache Weltmeisterin und hat zweimal Silber bei Olympia gewonnen.

Jetzt möchte sie einfach diesen Schritt ins Familienleben machen, dieses genießen und das steht ihr auch zu. Sie ist ja seit drei Jahren schon verheiratet.“

Skispringen-News.de: „Familienleben einerseits, aber sie hat ja auch einen Trainerschein gemacht mit der Absicht, künftig ins Trainergeschäft für den Nachwuchs einzusteigen. Wie wichtig wäre es gerade für die jungen Damen, mit Katha Schmid ein solches Zugpferd in einer entsprechenden Position zu haben?“

Andreas Bauer: „Also, das soll jetzt nicht abwertend klingen, aber ich glaube, die Katha kann hervorragend mit Kindern umgehen. Sie hat auch damals während der Fachoberschule schon ihr Praktikum im Kindergarten gemacht. Also wie gesagt, sie kann hervorragend mit Kindern umgehen und ich glaube, sie wäre daher auch eine extrem gute Jugendtrainerin. So die Talentsichtung, die Talente gewinnen und diese für das Skispringen begeistern – ich glaube darin wäre sie extrem gut und das würde ihr auch Spaß machen.“

Skispringen-News.de: „Vielen Dank für die Einschätzung. Wir sind dann gespannt, ob Katharina Schmid schon in der nächsten Saison diese neue Funktion ausübt, oder ob sie sich erst einmal noch vorübergehend eine Auszeit nimmt.“

DSV Weltcup Herren

Lange haben alle Beteiligten auf die Veröffentlichung des Nachfolgers von Stefan Horngacher gewartet. Nun hat der Deutsche Skiverband den personellen Wechsel im Trainerteam der Skisprung-Herren bekanntgegeben: Andreas Mitter übernimmt ab kommender Saison das Amt des Bundestrainers und folgt damit auf Horngacher, der das Team seit 2019 betreut hatte.

Stefan Horngacher kann auf eine erfolgreiche Amtszeit als Bundestrainer der deutschen Skispringer zurückblicken. Unter seiner Führung gewann das Team unter anderem den Nationen‑Weltcup, stellte einen Skiflug‑Weltmeister und feierte bei der Heim-WM 2021 in Oberstdorf drei Goldmedaillen. Ein besonderer Höhepunkt war zudem der Olympiasieg von Philipp Raimund auf der Normalschanze in Predazzo in diesem Winter, ergänzt durch weitere Podestplätze wie die Bronzemedaille von Karl Geiger. Trotz dieser starken Bilanz blieb ein großer Traum unerfüllt: ein deutscher Gesamtsieg bei der Vierschanzentournee.

Andreas Mitter, der bereits international umfangreiche Erfahrung als Chef- und Nachwuchstrainer gesammelt hat, soll neue Impulse setzen und die Entwicklung der deutschen Mannschaft weiter vorantreiben. Unterstützt wird er dabei unter anderem von Jens Deimel sowie Tino Haase, die künftig erneut als Co‑Trainer ins Weltcupteam zurückkehren werden. Beide waren bereits in der Ära Werner Schuster in der Verantwortung und betreuten zuletzt Athleten im B- bzw. C-Kader des DSV.

„Ich freue mich sehr auf meine neue Aufgabe im Deutschen Skiverband und möchte mein Kow-how und meine Erfahrung als langjähriger Trainer einbringen“, sagt Andreas Mitter. „Zusammen mit meinen Trainerkollegen wollen wir neue Impulse in der Trainingsarbeit setzen, um das Potenzial der Mannschaft bestmöglich zu entwickeln. Darüber hinaus gilt es, mit den Trainern aller Lehrgangsgruppen im DSV inhaltliche Schwerpunkte für eine langfristige und positive Entwicklung für den Skisprung in Deutschland zu setzen.“

DSV Plauderecke

Katharina Schmid bestreitet aktuell ihre letzte Saison als aktive Skispringerin. Die siebenfache Weltmeisterin hat sich kürzlich unserem Skisprung-Kreuzverhör unterzogen und äußert sich hierin u.a. über ihren persönlichen Karrierehöhe- und tiefpunkt sowie zu den für sie größten Springerinnen und Springern aller Zeiten.

Steckbrief:

Name: Katharina Schmid
Geburtsdatum: 23.05.1996
Geburtsort: Oberstdorf

Bitte vervollständige diese Sätze (zu Dir persönlich)…

Ich würde mich mit folgenden drei Worten beschreiben…ehrgeizig, klein (lacht) und fröhlich

Abseits der Schanze…mache ich eigentlich alles, was kreativ ist. Ich stricke, nähe gerne und bin seit neustem auch ohne Ski in der Luft 🙂

Am liebsten höre ich…alles gemischt, aber ABBA steht natürlich ganz oben!

Dieser Song darf auf meiner Playlist nicht fehlen…Dancing Queen von ABBA darf da nie fehlen!

Mein Lieblingsfilm ist…Mamma Mia 2

Mein Lieblingsessen ist…schwierig, es gibt viele gute Dinge…aber ich glaube, Pizza 🙂

Mein Lieblingsgetränk ist…Kaffee

Diese drei Apps nutze ich am häufigsten…Whatsapp, Instagram und ich mache hier jetzt mal kurz Werbung fürs Fliegen und die „Burnair-App“:-)

Wenn ich mit einem Prominenten für 24 Stunden tauschen könnte, wäre es…puh, ich glaube hier muss ich passen 🙂

Bitte vervollständige diese Sätze (zum Skispringen)…

Zum Skispringen gekommen bin ich durch……meinen großen Bruder und weil ich es vor der Haustüre habe.

Mein allererster Skisprung war…mit sechs Jahren in Oberstdorf.

Beim Skispringen mag ich am meisten…den kleinen Moment nach dem Absprung, wenn man wirklich so ins Fliegen kommt und es genießen kann, dass man so ein bisschen in der Luft ist.

Beim Skispringen könnte ich auf folgendes eher verzichten/mag ich nicht…die Materialschlachten.

Im Skispringen ist es wichtig…Spaß zu haben und zu genießen, was man macht.

Mein Vorbild ist…früher war es mal Simon Ammann, mittlerweile auch Eric Frenzel, weil ich glaube, dass er sowohl sportlich als auch persönlich/menschlich ein cooler Typ ist.

Mein persönliches Karrierehighlight war bisher…mein Einzelweltmeistertitel in Planica.

Der Tiefpunkt meiner Karriere war…schwierig, aber ich glaube die Disqualifikation bei Olympia.

Ich möchte in meiner Skisprungkarriere auf jeden Fall noch folgendes erleben…an den Punkt kommen, dass ich keine offenen Ziele mehr für mich habe.

Nach einem Misserfolg baut mich am besten wieder auf…mein starkes Umfeld von zu Hause, meine Familie, mein Mann und natürlich Mental-Coachin, die mir helfen, da wieder herauszukommen.

Meine Lieblingsschanze ist…die Großschanze in Lillehammer. Ich weiß einfach, dass wenn ich da hinkomme und springe, dass es insgesamt einfach passt. Ausblick zehn von zehn!

Diese Schanze mag ich nicht…ich mag Zao als Schanze nicht so gerne. Ich habe sie einfach noch nicht geknackt, wie ich dort gut springe. Und Ljubno ist oft sehr „tricky“, wobei es da die Fans immer bisschen wettmachen.

Mein Ritual vor einem Sprung…ich höre immer Musik vor dem Springen, gerade zum Warm machen. Sonst habe ich eigentlich kein Ritual.

Der größte/beste Skispringer aller Zeiten ist für mich…ich glaube Stefan Kraft, weil er es über so viele Jahre hinweg geschafft hat, vorne mit dabei zu sein und so viele coole Erfolge feiern konnte.

Die größte/beste Skispringerin aller Zeiten ist für mich…schwierig, es gibt zwei glaube ich: Carina Vogt und Sara Takanashi.

Wenn ich ein 4er-Team aus allen aktiven und ehemaligen Springerinnen/Springern aufstellen könnte wären folgende Personen dabei…also ich wäre natürlich gerne im Team. Dann hätte ich gerne Krafti dabei, Andi Wellinger und Sara Takanashi.

Mein kuriosestes Erlebnis beim Skispringen war bisher….ich glaube in Ljubno, als eine chinesische Springerin im Anlauf gestürzt war. Das habe ich davor und danach nie gesehen, dass das jemandem passiert ist.

Im Vergleich zu den Männern fehlt mir im Damenskispringen aktuell am meisten…die Vierschanzentournee für die Frauen und vielleicht noch der ein oder andere Skiflugwettkampf.

Abseits des Skispringens verfolge ich noch…ich schaue viel Sport. Im Winter am meisten Ski Alpin und natürlich Nordische Kombination. Aktuell verfolge ich gerade die X-Alps.

Nach meiner Skisprungkarriere…könnte ich mir vorstellen, dass ich Nachwuchstrainerin werde, habe jetzt auch meinen C-Trainerschein gemacht und ich glaube, es würde mir richtig Bock machen, die Kleinen zu trainieren 🙂

Bitte entscheide Dich!

Großschanze oder Normalschanze? Großschanze

Skispringen oder Skifliegen? Skifliegen

4-er Teamwettkämpfe oder Super-Team? 4-er Team

Der für mich bedeutendste Wettbewerb im Skispringen: Vierschanzentournee

Schnee/Eisspur (Winter) oder Keramik/Mattenspur (Sommer)? Auf jeden Fall Schnee/Winter.

Ich hätte gerne noch mehr Absprungkraft oder noch bessere Flugqualitäten? Bessere Flugqualitäten

Nach der aktiven Karriere (auch wenn das noch ein bisschen dauert :-): TV-Experte, Trainerlaufbahn oder Distanz zum Skispringen? Trainerlaufbahn, wobei ich mir TV-Expertin auch vorstellen könnte.

DSV Plauderecke

Am 22. März 2025 beendete Stephan Leyhe in Lahti nach 240 Einsätzen im Weltcup seine aktive Skisprungkarriere. In Willingen kehrte der 34-Jährige erstmals seit seinem Rücktritt wieder an eine Schanze zurück. Skispringen-News.de hat sich mit dem zweifachen Team-Olympiamedaillengewinner und Ex-Teamweltmeister über sein Leben nach dem Leistungssport sowie über den Zeitpunkt seines Karriereendes unterhalten.

Skispringen-News.de: „Stephan, der Weltcup in Willingen ist sicherlich immer etwas ganz Besonderes für dich, gerade weil es deine Heimat ist. Dieses Mal erlebst du das Skispringen nach vielen Jahren als aktiver Springer jedoch von einer anderen Seite. Wie gefällt es dir und wie sieht deine Aufgabe für das Wochenende aus?“

Stephan Leyhe: „Ja, es ist ganz cool, den Weltcup mal von einer ganz anderen Seite zu sehen, nicht als Aktiver, sondern so als ‚Free Willi‘. Die Sache ist: Ich habe nicht so eine richtige Aufgabe, aber dadurch habe ich ganz viele Aufgaben, weil dann immer die Frage kommt: „Hast du gerade was zu tun?“ Und wenn du nein sagst, wirst du halt sofort eingespannt und musst irgendwas machen (schmunzelt). Aber es macht auch echt Spaß im Moment, muss ich sagen.“

Skispringen-News.de: „Wie sieht denn jetzt so das Leben nach deiner aktiven Karriere aus?“

Stephan Leyhe: „Ich bin Vollzeitstudent in Kassel im Bereich Architektur, das ist meine Hauptaufgabe im Moment. Und neben dem Studium habe ich ansonsten nicht ganz so viel Zeit für andere Dinge.“

Skispringen-News.de: „Wenn du so an der Schanze bist, gibt es auch mal Momente, in denen du das Springen ein bisschen vermisst?“

Stephan Leyhe: „Ich war seit meinem Rücktritt bis jetzt noch nicht an der Schanze, also ist der Weltcup hier in Willingen tatsächlich der erste, den ich wieder live sehe. Aber natürlich habe ich auf der Couch dann schon immer mal zugeschaut, was die Jungs so machen. Ich vermisse auch eher die Jungs bzw. das Team als das Skispringen an sich, weil ich mit diesem Kapitel wirklich komplett abgeschlossen habe und damit fertig bin.“

Skispringen-News.de: „Warum war es Ende der letzten Saison der richtige Zeitpunkt aufzuhören?“

Stephan Leyhe: „Na ja, ich konnte selbst sagen: „Ich höre jetzt auf.“ Also ich bin nicht irgendwo in der zweiten oder dritten Reihe gelandet, sondern konnte im Weltcup oben aufhören. Ich bin, glaube ich, 15 Jahre international herumgereist und hatte halt auch einfach keine Lust mehr, jedes Wochenende die Tasche zu packen, dann wieder hierhin und dorthin – ich war einfach bereit, etwas Neues zu machen.“

Skispringen-News.de: „Was war rückblickend betrachtet für dich dein persönliches Karrierehighlight? Wir können uns z. B. noch an einen sehr erfolgreichen Auftritt hier in Willingen erinnern, als du einen Weltcupsieg feiern durftest. War es dieser Tag?“

Stephan Leyhe: „Ja, definitiv der 8. Februar 2020 hier in Willingen, aber auch die ganzen Medaillen, die ich mit dem Team gesammelt habe, oder auch der dritte Platz in der Gesamtwertung der Vierschanzentournee 2018/2019 – das war schon ganz gut.“

Skispringen-News.de: „Wir wünschen dir auf jeden Fall weiterhin viel Erfolg bei deinem Architekturstudium und möchten zum Abschluss noch gerne wissen: Wenn du ein ‚All-Star-Team‘ für einen Vierer-Wettkampf aufstellen würdest – wer wäre für dich neben dir in der Mannschaft?“

Stephan Leyhe: „Puh, na ja, da kommt es jetzt darauf an, ob wir auf einer kleinen Schanze, einer Großschanze oder einer Flugschanze springen. Aber ich würde auf jeden Fall Andreas Wellinger als Allrounder nehmen. Zudem hätte mich Sven Hannawald zu seiner aktiven Zeit interessiert – und Janne Ahonen. Ja, ich glaube, das wäre ein cooles Team.“

DSV Olympische Spiele

Am Montag steht für die Herren auf der Normalschanze in Predazzo der erste Einzelwettkampf auf dem Programm. Bundestrainer Stefan Horngacher rechnet sich speziell für die kleine Anlage viel aus, wie er uns in einem Interview bei der Generalprobe in Willingen verriet. Außerdem gibt der Bundestrainer eine Einschätzung zum derzeitigen Leistungsstand seiner Top-Athleten sowie zu den Olympia-Favoriten.

„Stefan, was rechnest du dir bei Olympia aus?“

Stefan Horngacher: „Ja, also auf der kleinen Schanze rechnet sich Deutschland immer etwas aus. Da ist man schon immer gut gewesen. Und ich glaube, wir haben mit dem Felix (Hoffmann) und Hille (Raimund) zwei ganz starke Springer, aber man darf auch den Andi (Wellinger) nicht unterschätzen. Wenn der mal in Schwung kommt mit seinem langen Hebel, den er hat, das hilft auch extrem auf der kleinen Schanze. Er hat auch schon viele Medaillen gewonnen und ist ja auch nicht umsonst Olympiasieger auf der Normalschanze. Also ich bin aktuell sehr zuversichtlich, weil wir jetzt drei Sportler haben, die wirklich auch Medaillenchancen haben. Das sind jetzt nicht irgendwie hinterhergesagte Chancen, sondern die sind realistisch. Wir müssen halt jetzt in Ruhe weitermachen und versuchen, dass wir dann am Tag X optimal dastehen.“

„Ist Domen Prevc Favorit bei allen Wettbewerben?“

Stefan Horngacher: „Also auf der kleinen Schanze kann ich mir eigentlich nicht vorstellen, dass Domen den anderen so weit vorne wegspringt. Er wird sicher vorne dabei sein, aber er wird hier nicht seinen Flug so extrem ausspielen können und so viel rausholen. Er wird sicher gut sein. Aber es werden auch so Leute wie Kobayashi oder Nikaido, vielleicht auch der eine oder andere Österreicher, der heute nicht da war (Jan Hörl, Stephan Embacher) ganz stark sein – ich glaube, die bereiten sich gerade auch richtig gut vor. Das werden ganz enge Kisten, und du kannst am Ende nur hoffen, dass du genau am Tag X die richtigen Sprünge machst. Dann bist du dabei bei der Musik – oder halt nicht.“

„Ein paar Worte zu Philipp Raimund und seinem derzeitigen Leistungsstand?“

Stefan Horngacher: „Hille hat es jetzt hier in Willingen ganz gut gemacht, aber er hat immer ein bisschen Probleme, speziell bei Aufwindverhältnissen, dass er oben durchkommt. Im ersten Sprung am Samstag hat er den Ski zu weit auseinandergenommen. Beim zweiten Sprung war es dann schon deutlich besser, aber man ist relativ schnell ein bisschen weit weg von der Elite, hier auf einer so großen Anlage. Da muss er noch ein bisschen besser werden. Und bei so Windspringen – er hat es schon ab und zu mal hinbekommen –, aber das ist ein bisschen seine Achillesferse, würde ich sagen, wo er noch nicht ganz so bereit ist. Aber in Predazzo mit dem Rückenwind, das ist genau sein Wetter, und da werden wir einiges von ihm sehen.“

„Felix Hoffmann ist in Willingen auch gut gesprungen. Man hatte bei der Skiflug-WM in Oberstdorf noch so ein bisschen den Eindruck, auch wegen seiner Verletzung, dass er ein bisschen den Anschluss verloren hat. Aber jetzt scheint er doch wieder pünktlich da zu sein?“

Stefan Horngacher: „Ja, Oberstdorf war schwierig für ihn, denn er war zwei Wochen raus, war nur einmal auf der Schanze, und dann ging es gleich zum Skifliegen. Er hat nicht ganz optimal reingefunden, von Anfang an war das schwierig, was auch verständlich war. Auch körperlich war er noch nicht da, wo er sein sollte. Jetzt wird es langsam immer besser. Technisch springt er schon wieder deutlich auf höherem Niveau, und fliegen kann er ja. In Willingen hat er so 90 Prozent seiner Leistung abrufen können.“

„Und bei Andi Wellinger ist es so, dass du auch das Gefühl hast, dass sich der Knoten jetzt gelöst hat?“

Stefan Horngacher: „Der Prozess läuft, und er hat in Willingen endlich mal im Wettkampf zwei Sprünge hingekriegt, die er schon im Training gezeigt hat. Training und Wettkampf sind immer zwei Paar Schuhe. Er hat das in Oberstdorf leider nicht hinbekommen, war dann als Vorspringer dabei, das hat er gut gemacht – richtig gut. Das Training in Willingen war dann nicht ganz optimal, aber heute hat er eine deutliche Steigerung gezeigt. Bei ihm ist es ganz, ganz wenig, und dann funktioniert das sofort richtig gut. Da bin ich echt sehr, sehr froh, dass das so ist. Und ja, logisch: Der Knoten hat sich schon länger gelöst. Er hat es nur nicht so in den Wettkampf reingebracht. Und das ist eigentlich das Wichtigste, dass er jetzt in Willingen mal ein gutes Ergebnis gemacht hat, und dann löst sich das Ding von selbst auf.“

Weltcup Weltcup Damen Weltcup Herren

Nika Vodan, Timi Zajc, Nika Prevc und Domen Prevc (295,4 Punkte) haben zum Auftakt ins Willingen-Wochenende dem slowenischen Team den Sieg im Mixed-Wettbewerb gesichert. Das Quartett setzte sich nach nur einem ausgetragenen Durchgang hauchdünn vor der deutschen Mannschaft mit Agnes Reisch, Karl Geiger, Selina Freitag und Philipp Raimund durch (294,8 Punkte). Dahinter komplettierten die Japaner mit Sara Takanashi, Ren Nikaido, Nozomi Maruyama und Ryoyu Kobayashi (277,8 Punkte) auf Rang drei das Podium.

Dichter Nebel sowie stark wechselnde Windbedingungen prägten den ersten Wettkampftag in Willingen und wirbelten das Ergebnis zeitweise mächtig durcheinander. Trotzdem gelang es der deutschen Mannschaft, vor heimischem Publikum klare Sicht zu behalten und bis zum Schluss um den Sieg mitzukämpfen. Am Ende musste sich Schlussspringer Philipp Raimund im Gesamtklassement um gerade einmal 0,6 Punkte Skiflug-Weltmeister Domen Prevc geschlagen geben, der das slowenische Team mit einem Sprung auf 128,5 m knapp zum Mixed-Sieg führte.

„Es ist natürlich ein bisschen schade, weil es so knapp war. Aber ich denke, bei solchen Bedingungen zu Hause auf dem Podest zu stehen, ist bombenstark. Deshalb bin ich stolz auf das gesamte Team heute“, bilanzierte Freitag, die zugleich voll des Lobes über die Atmosphäre an der Schanze war. „Es war heute schon richtig schön, auf den Balken zu rutschen und die ganzen Zuschauer zu hören, die für sehr viel Aufwind gesorgt haben. Und ja, ich hoffe, dass ich die zwei Tage noch liefern kann, vor allem weil ich auch mal in den Wetterbericht reingeschaut habe und es doch besser werden soll“, so Freitag weiter.

Doch der Reihe nach: Die Slowenen erwischten einen starken Auftakt und führten dank eines Sprungs von Nika Vodan auf 132 m nach der ersten Gruppe das Feld der insgesamt neun gestarteten Nationen an. Auf Platz zwei folgte überraschend die US-Amerikanerin Josie Johnson (131,5 m) vor Norwegen mit Anna Odine Ström (127 m). Die deutsche Mannschaft büßte mit Agnes Reisch (6./112 m), die bei der Windlotterie nicht das glücklichste Händchen hatte, direkt zu Beginn etwas ein. Gleiches galt auch für das japanische Team, in dem Sara Takanashi nicht über 103,5 m hinauskam und sich ganz am Ende des Feldes auf Rang neun einsortierte.

In der zweiten Gruppe verteidigte Timi Zajc mit einem soliden Sprung auf 118,5 m die slowenische Führung, während Karl Geiger dahinter dank eines Satzes auf 125 m die deutsche Mannschaft von Platz sechs bis auf Rang zwei nach vorne brachte. Dem Oberstdorfer gibt dieser Auftritt sowie die Nominierung für das Mixed-Team nach den schwierigen ersten Monaten der Saison erneut Auftrieb. Auf die heutigen Bedingungen an der Schanze angesprochen schmunzelt er: „Typisch Willingen – wieder einmal extrem windig und gut Druck unterm Ski, aber von den Schneebedingungen her bei dieser Kälte auch hervorragend.“ Doch auch die Japaner wurden dank Ren Nikaido (134,5 m) ordentlich nach vorne gespült und schoben sich auf den dritten Zwischenrang. Federn lassen mussten hingegen die Norweger, denn für Johann Andre Forfang war bereits nach 96,5 m Schluss, weshalb sie nach der zweiten Gruppe auch auf dem letzten Rang rangierten.

In der dritten Gruppe brachte Selina Freitag (132 m) mit einem ausgezeichneten Sprung die deutsche Mannschaft an die Spitze. Die Dominatorin des bisherigen Winters, Nika Prevc (114,5 m), hatte hier das Nachsehen und fiel mit der slowenischen Mannschaft auf Rang zwei zurück. 24,4 Punkte trennten die beiden Top-Nationen des heutigen Tages vor dem abschließenden Sprung. Dahinter setzten sich die Japaner fest, Nozomi Maruyama sprang auf 124 m.

In der vierten Gruppe gelang es Domen Prevc (128,5 m) dann, das Blatt noch einmal zugunsten der Slowenen zu wenden und knapp an Philipp Raimund (121 m) bzw. dem deutschen Quartett vorbeizuziehen. Dahinter brachten die Japaner ihren dritten Rang sicher ins Ziel, vor den Österreichern (4.), bei denen Julia Mühlbacher (112,5 m) sowie Lisa Eder (104,5 m) heute hinter ihren Möglichkeiten blieben. „Es war sehr, sehr schwierig. Gerade durch die Warterei ab dem Moment, wenn man die Schrittkontrolle passiert hat mit den Keilen drin – das schnürt einem irgendwann das Blut in den Füßen ab. Alles wird taub, und dann ist natürlich auch die Kälte nicht zu unterschätzen. Mit dem Wind fühlt sich das ziemlich zapfig an“, beschreibt Mühlbacher.

Schlussspringer Stefan Kraft, der neben Daniel Tschofenig ebenfalls zum ÖSV-Aufgebot zählte, sagte im Anschluss: „Natürlich will man gerne auf dem Stockerl stehen, aber wichtig ist, dass heute keinem etwas passiert ist. Man hat heute sicher das Glück gebraucht. Mir persönlich war der Sprung aber nochmal wichtig, um auch bei schwierigen Bedingungen nochmal einen möglichst passablen Sprung zu zeigen und das ist mir gelungen. Von dem her passt das ganz gut für das Wochenende.“

Die Norweger erreichten trotz des schwachen Sprungs von Forfang am Ende noch Rang fünf. Dahinter reihten sich Italien (6.), Frankreich (7.), Finnland (8.) sowie die USA (9.) ein.

FIS-Renndirektor Sandro Pertile: „Ich bin froh, dass niemand gestützt ist“

Durch die teilweise sehr hohen Windgeschwindigkeiten (bis zu 7m/Sek.) mussten sich die Akteure und Zuschauer auf lange Wartezeiten einstellen. Besonders hart traf es Philipp Raimund, der insgesamt viermal vom Balken musste. So zog sich der erste Durchgang, der gegen 16:10 Uhr begann, bis fast 18:00 Uhr. Dadurch entschied sich die Jury letztlich auch, keinen zweiten Durchgang mehr in Angriff zu nehmen.

„Heute war es extrem schwierig, der Wind hat ständig gewechselt. Ich bin froh, dass niemand gestürzt ist und wir ein Ergebnis haben“, erklärt FIS-Renndirektor Sandro Pertile gegenüber Skispringen-News.de und macht zugleich Hoffnung für die beiden bevorstehenden Tage an der Mühlenkopfschanze. „Der Wetterbericht für morgen und übermorgen ist glücklicherweise viel besser. Wir wussten, dass heute der schwierigste Tag werden würde, und sind daher, was das weitere Wochenende angeht, positiv gestimmt.“

DSV-Damenbundestrainer Heinz Kuttin: „Der Wind war heute mehr außerhalb des Korridors als innerhalb“

„Es hatte niemand erwartet, dass der Wind so schnell hin- und herwechseln würde; er war ja tatsächlich mehr außerhalb des Korridors als innerhalb. Daher war es in erster Linie wichtig, gesund herunterzukommen und einen möglichst vernünftigen Sprung zu machen. Insgesamt wurde es Platz zwei, ganz knapp hinter Slowenien. Ein spannender Wettbewerb, was die Punkte angeht, aber nicht so schön, um Ski zu springen“, so Kuttin, der seine beiden Damen für das Mixed-Team nach den Eindrücken aus nur einem kompletten Trainingsdurchgang aufstellen musste. Der zweite Trainingsdurchgang musste vor Agnes Reisch aufgrund des Windes abgebrochen, und der dritte Probeversuch gänzlich gestrichen werden. Im Vergleich dazu konnten bei den Herren beide Trainingsdurchgänge planmäßig über die Bühne gebracht werden.

„Wir sehen die Athletinnen ja jeden Tag. Katharina Schmid konnte ihren zweiten Sprung noch durchführen, aber da hat man bereits gesehen, dass der Wind sehr schnell gewechselt hat. Er war ziemlich stark am Vorbau, und unten sind sie dann alle heruntergefallen. Da kann man keine Qualifikation in diesem Sinne durchführen. Aber wir kennen die Athletinnen sehr gut, und daher war es heute wichtig, ein gutes Bauchgefühl bei der Nominierung zu haben, um sie für diesen Tag aufzustellen“, so Kuttin zu seiner Entscheidungsfindung.

>>> Endergebnis Mixed-Team

>>> Gesamtstände Nationen Cup (Damen & Herren)

COC Damen Continental Cup DSV

Neben der Skiflug-WM der Herren in Oberstdorf und den Weltcupwettbewerben der Damen in Sapporo stehen am kommenden Wochenende in Eisenerz (Österreich) auch die nächsten Wettkämpfe im COC/ICOC auf dem Programm. Für die Damen wird es innerhalb des ICOC der erste Wettkampf seit dem Saisonstart in Notodden Mitte Dezember sein. Wir haben uns kürzlich mit der 21-jährigen Anne Häckel unterhalten, die von der Nordischen Kombination zum Spezialsprung gewechselt ist und sich beim Auftakt in Norwegen stark präsentiert hatte.

Mit den Plätzen drei und vier war Anne Häckel zum Start in die ICOC-Saison in Notodden Mitte Dezember direkt die zweitbeste Deutsche hinter Julina Kreibich. Ein starker Einstieg für die Ex-Kombiniererin, mit der wir im Rahmen der Two-Nights-Tour gesprochen haben. Häckel stand sowohl in Garmisch-Partenkirchen als auch in Oberstdorf jeweils im Aufgebot der Nationalen Gruppe und sammelte dort bereits wertvolle Erfahrung.

Skispringen-News.de: „Anne, wie hast du dich gefühlt, bei der Two-Nights-Tour mit dabei sein zu können?“

Anne Häckel: „Ich habe mich sehr gefreut, dabei sein zu dürfen. Einfach, dass ich die Chance erhalten habe, dabei zu sein. Auch wenn ich ein bisschen aufgeregt war, hat die Freude überwogen. Leider war ich beim Absprung ein bisschen zu früh dran, aber es war sozusagen auch mein erster Weltcup – da hat die Nervosität ein wenig mitgespielt.“

Skispringen-News.de: „Wie bist du zum Skisprungsport gekommen?“

Anne Häckel: „Das war damals in der Vorschule. Ich bin zusammen mit meiner besten Freundin bei uns im Ort zum Verein gegangen. Und ja, von da an habe ich das weitergemacht.“

Skispringen-News.de: „Was fasziniert dich an dem Sport?“

Anne Häckel: „Vor allen Dingen das Fliegen und generell auch, dass es überhaupt die Möglichkeit gibt, so zu fliegen – dieses Gefühl, Höhe zu gewinnen und weit zu springen.“

Skispringen-News.de: „Du bist ja auch von der Nordischen Kombination zum Spezialsprung gewechselt. Kannst du uns ein bisschen die Hintergründe schildern?“

Anne Häckel: „Also, ich habe an sich die ganze Zeit Kombination gemacht, bis letztes Jahr. Meine erste Junioren-WM war im Spezialsprung, weil es für die Nordische Kombination nicht gereicht hatte. Ich konnte tendenziell schon immer ein bisschen besser springen als laufen. Und ja, dann habe ich mich dieses Jahr dazu entschieden, zum Spezialsprung zu wechseln. Ich brauche, glaube ich, noch ein bisschen, um reinzukommen, aber ich bin mit der Entscheidung sehr happy.“

Skispringen-News.de: „Und wie sehen deine Ziele für das Jahr 2026 aus?“

Anne Häckel: „Natürlich weiter an meinem Sprung zu arbeiten. Und natürlich in die A-Mannschaft zu kommen, das wäre ein großes Ziel. Wenn es 2026 noch nicht klappt, dann vielleicht im Jahr darauf. Aber ich denke, am wichtigsten ist es, an mir selbst zu arbeiten, reinzukommen und einfach mein Bestes zu geben.“

Skispringen-News.de: „Gab es auch Athletinnen, die dich beeindruckt haben? Katharina Schmid hat ja jetzt bekannt gegeben, dass sie nach der Saison zurücktritt. Ist das auch eine Springerin, an der man sich als junge Nachwuchsathletin orientiert?“

Anne Häckel: „Ja, natürlich war Katharina Schmid immer eine Person, zu der man aufgeschaut hat. Aber auch Selina Freitag. Dadurch, dass wir aus dem gleichen Bundesland kommen, ist sie natürlich auch irgendwo ein Vorbild.“

Skispringen-News.de: „Wie empfindest du es persönlich, dass man sich als Dame in diesem Sport nach wie vor um jeden Fortschritt so stark bemühen muss?“

Anne Häckel: „Ja, ich kenne es ja nur aus der Nordischen Kombination. Da war es auch sehr schwierig. Und ich finde es immer noch sehr krass, dass es nach wie vor solche Unterschiede zu den Herren gibt – und auch sehr schade eigentlich.“

Skispringen-News.de: „Vielen Dank und natürlich viel Erfolg für die weitere Karriere.“

Anne Häckel: „Dankeschön!“