DSV

Der Deutsche Skiverband (DSV) hat die offiziellen Kaderlisten für die Skisprung-Saison 2025/26 veröffentlicht. Die Aufstellung umfasst sowohl erfahrene Athleten als auch vielversprechende Talente aus den Nachwuchsreihen. Personelle Veränderungen gibt es auch im Trainerstab der Herren in den Lehrgangsgruppen Ib (B-Kader) und IIa (C-Kader), die frischen Wind ins Team bringen sollen.

Wie in den vergangenen Tagen bereits mehrfach berichtet wurde, übernimmt Thomas Thurnbichler die Rolle des leitenden Trainers im B-Kader (Lehrgangsgruppe Ib Herren). Unterstützt wird er von Christian Heim, Jens Deimel, Tino Haase und dem erfahrenen Peter Rohwein. Der Wechsel von Thurnbichler, der bis März noch als Cheftrainer der polnischen Skisprung-Herren beschäftigt war, wurde relativ schnell in die Wege geleitet. Für die deutschen B-Kader-Athleten wie Constantin Schmid, Martin Hamann, Justin Lisso, Luca Roth, Robin Kloss, Ben Bayer, Jannik Faisst und Eric Hoyer verspricht man sich dadurch vor allem neue Impulse durch die internationalen Erfahrungen des Österreichers.

Auch im C-Kader (Lehrgangsgruppen IIa und IIb Herren) gibt es personelle Neuerungen: Christian Winkler fungiert nun als leitender Trainer der Lehrgangsgruppe IIa und wird von Ronny Hornschuh unterstützt. Für die Lehrgangsgruppe IIb übernimmt Martin Schmitt – als Nachwuchsförderer – die leitende Verantwortung. Ihm zur Seite steht Christian Leitner.

An der Spitze setzt der DSV auf bewährte Kontinuität. Im A-Kader (Lehrgangsgruppe Ia Herren) bleibt der erfolgreiche Trainerstab unverändert. Bundestrainer Stefan Horngacher führt das Team weiterhin an, unterstützt von Andreas Mitter, Maximilian Mechler und Paul Winter. Auch unter den Athleten gibt es kaum Veränderungen – Karl Geiger, Andreas Wellinger, Philipp Raimund und Pius Paschke bilden weiterhin das erfahrene Rückgrat der Mannschaft. Auch Felix Hoffmann und Adrian Tittel sind wieder vertreten.

Starker Kern und neue Namen im Nachwuchs der Damen

Auch bei den Damen bleibt die Weltcup-Mannschaft (Gruppe Ia) mit Selina Freitag, Agnes Reisch, Katharina Schmid, Juliane Seyfarth, Luisa Görlich, Anna Hollande, Alvine Holz und Emily Torazza konstant. In Gruppe Ib gibt es zudem ebenfalls vielversprechende Namen: Neben Pia Lilian Kübler erhalten nun auch Maike Tyralla sowie Anna-Fay Scharfenberg den B-Kader-Status. Aus dem C-Kader nach oben kommen zudem auch die jungen Damen aus der Klingenthaler Talentschmiede mit Lia Böhme, Kim Amy Duschek und Julina Kreibich. Zudem stößt Anne Häckel zum Team, die nun nach mehreren Jahren aus der Nordischen Kombination zum Spezialsprung wechselt.

In Nachwuchsgruppen IIa und IIb sind mehrere junge Athletinnen wie Emily Teubner, Lisa Feicht und Greta Weißflog neu in der Struktur aufgenommen worden. Cheftrainer Heinz Kuttin und Nachwuchsleiter Werner Schuster steuern dabei mit einem eingespielten Trainerteam die Weiterentwicklung. Im Trainerstab der Damen bleibt die Spitze ansonsten auch weitestgehend unverändert. André Pschera, der bisher den C-Kader leitete, übernimmt nun den B-Kader. Seine Nachfolge im C-Kader tritt Maximilian Echsler an.

Pauline Eichhorn (geb. Heßler) beendet Karriere

Pauline Eichhorn (geb. Heßler) hat am Mittwoch offiziell ihr Karriereende bekannt gegeben. In einem emotionalen Instagram-Post mit Bildern aus ihrer Laufbahn verabschiedete sich die 26-Jährige vom Leistungssport. Nach ihrer Babypause und fast eineinhalb Jahren ohne Wettkampfeinsatz fehlte sie bereits in den aktuellen Kaderlisten des DSV. Mit ihrer Entscheidung konzentriert sie sich nun voll und ganz auf ihr Familienleben mit ihrem Ehemann und Sohn.

Die vollständigen Kaderlisten und Trainerteams finden Sie HIER.

DSV Plauderecke

Mit Alvine Holz hat der DSV ein weiteres vielversprechendes junges Talent in den eigenen Reihen. Im Intercontinental Cup belegte die 20-Jährige den dritten Gesamtrang und zeigte dabei vor allem in Oberhof ihr Potenzial auf, wo sie beide Einzelwettbewerbe gewinnen konnte. Im Weltcup sammelte sie in der Wintersaison 2024/2025 ebenfalls weiter an Erfahrung und erzielte mit dem 20. Rang in Zao ihr bislang bestes Resultat. In Zukunft wird von Alvine Holz sicherlich noch einiges zu erwarten sein. Um sie etwas näher kennen zu lernen, hat auch sie sich unserem „Skisprung-Kreuzverhör“ unterzogen.

Steckbrief:

Name: Alvine Holz
Geburtsdatum: 24.10.2004
Geburtsort: Berlin
Wohnort: Berlin/Oberhof
Hobbies: Cello, Klavier und Volleyball spielen

Bitte vervollständige diese Sätze (zu Dir persönlich)…

Abseits der Schanze bin ich…im Zoll Ski Team tätig.

Am liebsten höre ich…klassische Musik.

Dieser Song darf auf meiner Playlist nicht fehlen…was ich gerade gerne höre, wechselt immer viel zu schnell. Da kann ich mich nicht auf einen Song festlegen.

Mein Lieblingsfilm ist…Harry Potter 1

Mein Lieblingsessen ist…ich hab kein Lieblingsessen, mir schmeckt eigentlich alles.

Mein Lieblingsgetränk ist…am häufigsten trinke ich Wasser oder Tee, aber außer Kaffee, Energy und Alkohol trinke ich auch alles andere mal gern.

Diese drei Apps nutze ich am häufigsten…Whatsapp, YT-Music, Fotos

Wenn ich mit einem Prominenten für 24 Stunden tauschen könnte, wäre es…ein sehr guter Skispringer, um mal einen Sprung auf dessen Niveau erleben zu können.

Bitte vervollständige diese Sätze (zum Skispringen)…

Zum Skispringen gekommen bin ich durch…den Olympiasieg von Andreas Wellinger.

Mein allererster Skisprung war…im Oktober 2018 in Lauscha.

Beim Skispringen mag ich am meisten…das Gefühl, wenn man in der Luft merkt, dass der Sprung gut ist und man den Flug einfach genießen kann. Wenn das im Wettkampf passiert, ist es natürlich nochmal ein tolleres Gefühl.

Beim Skispringen könnte ich auf folgendes eher verzichten/mag ich nicht…dass es kaum eine Jahreszeit gibt, in der einem im Anzug nicht zu warm oder zu kalt ist.

Im Skispringen ist es wichtig…sowohl hochkonzentriert als auch locker zu sein.

Mein Vorbild ist…Eva Pinkelnig, weil sie auch erst so spät mit dem Skispringen angefangen hat.

Mein persönliches Karrierehighlight war bisher…als ich in Klingenthal deutsche Juniorenmeisterin geworden bin und mein erster Weltcupstart letztes Jahr in Garmisch-Partenkirchen.

Der Tiefpunkt meiner Karriere war…als ich 2022 in Oberwiesenthal gestürzt bin und danach sehr lange gebraucht habe, um wieder mit Selbstvertrauen und Überzeugung zu springen.

Ich möchte in meiner Skisprungkarriere auf jeden Fall noch…ein Großereignis wie eine WM oder Olympia erleben.

Nach einem Misserfolg baut mich am besten wieder auf…mit den Trainern die Fehler zu analysieren und danach bei meiner Familie zu sein. Da komme ich dann meistens schnell wieder auf andere Gedanken.

Meine Lieblingsschanze ist…die Großschanze in Trondheim, weil sie ein sehr modernes Profil hat und ich dort meinen bisher weitesten Sprung gemacht habe.

Diese Schanze mag ich nicht…Innsbruck, weil ich dort den Anlauf sehr schwierig finde und es noch nie geschafft habe, dort weit zu springen.

Mein Ritual vor einem Sprung…ich sage mir im Kopf noch einmal auf, woran ich bei dem Sprung denken will. Wenn ich dann auf dem Balken sitze, kontrolliere ich nochmal die Bindung, die Reißverschlüsse meines Anzugs und den Helmverschluss.

Mein kuriosestes Erlebnis beim Skispringen war bisher….ein Sprung in Trondheim auf der 120er, bei dem mich der Wind im Anlauf schon nach rechts und links gedrückt hat, ich dann bei ca. 100 Metern zur Landung ansetzen wollte, weil ich schon so knapp über dem Hang war und plötzlich so viel Aufwind bekam, dass ich noch auf 136m geflogen bin.

Mit diesem Teamkollegen/dieser Teamkollegin verstehe ich mich am besten/hatte ich bisher am meisten Spaß…wir verstehen uns im Team alle so gut miteinander, dass ich mich da gar nicht festlegen kann und will. Ich bin auch immer mal mit einer anderen Teamkollegin auf dem Zimmer und es ist immer total nett.

Im Vergleich zu den Männern fehlt mir im Damenskispringen aktuell am meisten…das Interesse der Medien (TV-Sendezeiten) und die Zuschauer.

Abseits des Skispringens verfolge ich noch…die Nordische Kombination.

Nach meiner Skisprungkarriere plane ich…zu studieren.

Bitte entscheide Dich!

Großschanze oder Normalschanze? Großschanze

Skispringen oder Skifliegen? Skispringen, Skifliegen war ich noch nicht 🙂

4-er Teamwettkämpfe oder Super-Team? Ich hatte bis jetzt erst einen Teamwettkampf (4er-Team bei der JWM) und der hat Spaß gemacht. Also 4er-Team.

Der für mich bedeutendste Wettbewerb im Skispringen: Vierschanzentournee, WM oder Olympia? Olympia

Schnee/Eisspur (Winter) oder Keramik/Mattenspur (Sommer)? Ich springe tatsächlich lieber im Sommer, weil die Bedingungen da meistens stabiler sind. Also Keramikspur. (Mattenspur aber auf keinen Fall ;))

Ich hätte gerne noch mehr Absprungkraft oder noch bessere Flugqualitäten? Flugqualitäten

Nach der aktiven Karriere (auch wenn das noch ein bisschen dauert :-): TV-Experte, Trainerlaufbahn oder Distanz zum Skispringen? Distanz zum Skispringen, obwohl ich es sicher nicht lange ohne Skispringen aushalten würde.

COC Damen Continental Cup DSV Weltcup Weltcup Damen

Die deutschen Skispringerinnen können auf eine unheimlich starke Weltcupsaison 2024/2025 zurückblicken. Nicht nur die beiden Top-Athletinnen Selina Freitag und Katharina Schmid überzeugten als Zweite bzw. Dritte des Gesamtweltcups, sondern auch der Nachwuchs. So krönte sich Emely Torazza mit einem großen Vorsprung zur Gesamtsiegerin des Intercontinental Cups und gilt nicht zuletzt durch diesen Erfolg als eine der großen Hoffnungsträgerinnen für die Zukunft. Dabei stand die 20-Jährige schon kurz vor dem Ende ihrer Skisprungkarriere.

Emely Torazza zählt aktuell sicherlich zu den größten Talenten im internationalen Skispringen. Die 20-Jährige, in Weimar geboren und im Kanton Glarus in der Schweiz aufgewachsen, entdeckte 2015 ihre Leidenschaft für den Skisprung. Ihre schulische und sportliche Ausbildung absolvierte sie am renommierten Skigymnasium in Stams im österreichischen Bundesland Tirol – ein Ort, der zahlreiche Weltklasse-Athletinnen hervorgebracht hat.

Bereits in jungen Jahren feierte Torazza ihre ersten Erfolge: 2019 und 2021 wurde sie Schweizer Meisterin. In den Jahren 2020 und 2022 verpasste sie die Titelverteidigung jeweils nur knapp und wurde Zweite. Im Frühjahr 2024 wagte sie den großen Schritt und entschied sich für einen Verbandswechsel – vom Schweizer Skiverband zum Deutschen Skiverband (DSV). Seither startet sie für den SC Oberstdorf und lebt sowie trainiert in der bayerischen Skisprung-Hochburg Oberstdorf.

„Entweder höre ich auf – oder ich probiere es beim DSV“

In einem Interview mit Skispringen-News.de sprach Emely Torazza offen über die Hintergründe ihres Wechsels: „Hauptsächlich waren es persönliche Gründe, auch mit den Verantwortlichen dort [in der Schweiz] und natürlich die ganzen Trainingsbedingungen. Ich bin jetzt mit Stams fertig geworden und da musste ich entscheiden: Wie mache ich weiter? Ziehe ich irgendwohin, zum Beispiel nach Einsiedeln? Aber es war schwierig, eine Lösung zu finden, bei der ich nicht täglich zwei Stunden pendeln muss. Es war dann für mich ziemlich klar: Entweder ich höre auf mit Skispringen – oder ich probiere es beim DSV. Und der DSV hat mich glücklicherweise genommen“, freut sie sich bis heute immer noch.

„Hier macht es mir auch richtig Spaß. Ich bin jetzt in Oberstdorf und habe richtig Glück – die Katha [Schmid] hat mich super aufgenommen. Wenn wir unterwegs sind, darf ich immer mit ihr ins Zimmer – das ist richtig cool“, strahlt sie weiter.

Gemeinsam mit Katharina Schmid setzte sie im September 2024 sogar schon ein kleines Ausrufezeichen: Bei den Deutschen Meisterschaften in Garmisch-Partenkirchen gewann das Duo den Teamtitel – Torazzas dritter nationaler Titel, aber der erste auf deutschem Boden.

Von der Energie und dem Spirit im deutschen Team profitiert sie seit ihrem Wechsel sichtlich: „Ich finde schon, dass man sich im Training einfach noch ein bisschen mehr pusht. Wenn Katha (so wie zu Beginn der Saison) viele Weltcups am Stück gewinnt und ich sehe: Wenn ich gut springe, bin ich auch vorne dabei. Auch das Miteinander im Team und die Positivität – das motiviert total.“

Starke Leistungen und bestes Weltcupergebnis in Willingen

Ihr internationales Debüt für Deutschland feierte Torazza am 10. August 2024 im Intercontinental Cup in Hinterzarten – mit einem starken fünften Platz. Was folgte, war eine beeindruckende Entwicklung. So sicherte sie sich mit acht Einzelsiegen (2x Falun, 2x Bischofshofen, 2x Eisenerz, 2x Lahti) den Gesamtsieg des Intercontinental Cups.

Zusätzlich sammelte Torazza auch im Weltcup wertvolle Erfahrung. Besonders in Willingen überzeugte sie mit einem 19. Platz – ihrem bisher besten Weltcupergebnis. „Ich konnte schon im Sommer befreit aufspringen, auch im COC lief es ganz gut. Dann hatte ich das Glück, ins Weltcup-Team mitgenommen zu werden. Da wurde es ein bisschen schwieriger. Umso schöner war es danach für mich meine ersten Siege überhaupt im COC feiern zu können. Dass ich das erreicht habe, macht mich sehr glücklich“, äußert sich Torazza selbst über ihre positive Entwicklung in dieser Saison.

Erneute WM-Erfahrung

Weltmeisterschaftsluft schnupperte Torazza erstmals 2023 in Planica, damals noch unter der Schweizer Flagge. Bei der WM 2025 in Trondheim durfte sie die besondere Atmosphäre ein weiteres Mal erleben: Nach der Verletzung von Luisa Görlich wurde sie kurzfristig als Ersatzspringerin für den Teamwettbewerb im DSV-Team nachnominiert – auch wenn sie letztlich nicht zum Einsatz kam.

Mit ihrem internationalen Background, ihrem Ehrgeiz und ihrer beeindruckenden Entwicklung gilt Emely Torazza schon jetzt als große Hoffnung im deutschen Damen-Skisprung und als Symbol für neue Dynamik im DSV-Team. Denn nicht nur sie konnte über die Saison hinweg Akzente setzen, sondern beispielsweise auch die ebenfalls erst 20-jährige Alvine Holz. Sie wurde hinter Torazza und der Österreicherin Chiara Kreuzer Dritte im Intercontinental Cup.

Neben der deutlichen Leistungssteigerung der etablierten Athletinnen im Vergleich zur Weltcupsaison 2023/2024, was auch der Gewinn des Nationen-Cups unterstreicht, trägt damit auch die geleistete Nachwuchsarbeit im DSV ihre Früchte. Hoffen wir aus deutscher Sicht, dass die Entwicklung auch in Zukunft so weitergeht.

DSV Weltcup Weltcup Herren

Wie Stephan Leyhe am Donnerstagmorgen mitteilte, wird auch er seine aktive Karriere als Skispringer beenden. Nach Markus Eisenbichler ist der Hesse damit bereits der zweite langjährige DSV-Adler aus dem Weltcup, der nun seine Ski an den Nagel hängt.

Heute morgen teilte Stephan Leyhe ein Video mit seinen Followern in den Sozialen Median und gab sein Karriereende bekannt. Darin bedankte er sich bei seinem Team, seinen Fans und Sponsoren, Trainern, seiner Familie und allen Wegbegleitern im Laufe seiner Karriere. Seit gut 11 Jahren ist der 33-Jährige im Weltcup dabei. Sein Weltcup-Debüt gab er am 20. Dezember 2014 im schweizerischen Engelberg. Zu den größten Erfolgen des Athleten vom SC Willingen zählen die Silbermedaille im Mannschaftswettbewerb bei den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang und die Bronzemedaille bei den Spielen 2022 in Peking. Bei den Nordischen Ski-Weltmeisterschaften 2019 in Seefeld gewann er Gold mit dem deutschen Team. Zudem sicherte er sich bei den Skiflug-Weltmeisterschaften 2016 in Kulm Silber und 2024 Bronze im Teamspringen.

Im Weltcup erreichte Leyhe insgesamt sechs Podestplätze in Einzelwettbewerben, darunter seinen einzigen Sieg am 8. Februar 2020 bei seinem Heim-Weltcup in Willingen – sein wohl größtes persönliches Highlight. Mit dem Team war er viermal erfolgreich und sammelte zahlreiche weitere Podiumsplatzierungen. Besonders hervorzuheben ist sein dritter Platz in der Gesamtwertung der Vierschanzentournee 2018/19 sowie Platz sechs im Gesamtweltcup 2019/20. Leyhe beendet seine Karriere nach dem Weltcup in Lahti am kommenden Wochenende, wo er seinen 240. Weltcupstart absolvieren wird.

Raw Air Skifliegen Weltcup Weltcup Herren

Andreas Wellinger hat die lange Durststrecke der deutschen Mannschaft beendet und sich beim Skifliegen in Vikersund den Sieg im ersten Einzelwettkampf gesichert. Der 29-Jährige sammelte insgesamt 436,1 Punkte und verwies die beiden starken Slowenen Timi Zajc (427,8 Punkte) und Anze Lanisek (422,7 Punkte) in ihrer Paradedisziplin auf die Plätze zwei und drei. Mit diesem Erfolg übernimmt der Ruhpoldinger zugleich auch die Führung in der „Raw-Air“-Gesamtwertung, die sich am morgigen Sonntag entscheiden wird.

„Die Gesamtwertung ist momentan nicht wichtig. Es ist heute ein ganz anderes Skifliegen gewesen, weil der Gegenwind oben einen erstmal rausstellt und wenn dann im Hang Rückenwind ist, kommt es von den Punkten her Plus-Minus Null raus. Aber vom Gefühl her ist es was komplett anderes. Wichtig war heute Spaß zu haben und mit viel Überzeugung zu springen – das habe ich heute gemacht“, strahlte Wellinger im ZDF-Interview und verriet, wie sehr der „Monsterbakken“ in Vikersund seinem Sprungstil dabei entgegen kommt.

„Aus den letzten Wettbewerben konnte ich das Selbstvertrauen und das Gefühl aus dem Anlauf mitnehmen. Wir haben hier zwar ein paar Km/h mehr an Geschwindigkeit, aber am Ende fahren wir in derselben Position dieselbe Spur hinunter. Der Übergang vom Radius ist für mich hier in Vikersund aber auch wie auf den Leib geschnitten.“

Bereits nach dem ersten Durchgang hatte Wellinger mit einer Weite von 228 Metern das Feld angeführt. Hinter ihm folgte der Slowene Timi Zajc (234m) sowie „Holmenkollen-Sieger“ Ryoyu Kobayashi (216m) aus Japan. Domen Prevc (219,5m), der am Vortag im Prolog noch die Nase vorne hatte, musste sich zur Halbzeit mit dem vierten Zwischenrang zufrieden geben, nachdem in der Luft zu viele Korrekturen notwendig waren. Sein slowenischer Landsmann Anze Lanisek (208m) rundete die Top-5 nach dem ersten Durchgang ab.

Im zweiten Durchgang konnte Lanisek mit starken 225m dann noch einmal zum Angriff blasen und auf das Podium springen. Hinter Wellinger (229,5m) und Zajc (208m bei sehr viel Rückenwind) reihte er sich auf dem dritten Platz in der Tageswertung ein. Damit zog er noch an Ryoyu Kobayashi (4.), der seinerseits zweimal auf 216m sprang sowie an Großschanzenweltmeister Domen Prevc (5.) vorbei. Prevc zeigte einen starken zweiten Flug auf 239m, den er allerdings aufgrund einer zu spät eingeleiteten Landung nicht stehen konnte. Der Sturz lief jedoch glimpflich ab. Er konnte direkt wieder aufstehen und aus eigener Kraft den Auslauf verlassen.

Den sechsten Platz sicherte sich „Raw-Air“-Titelverteidiger Stefan Kraft, der nach dem ersten Durchgang noch auf der 12. Position gelegen hatte. Hinter dem Österreicher durften sich auch Gregor Deschwanden (7.), Jan Hörl (8.), Pius Paschke (9.) und Aleksander Zniszczol (10.) über ein Top-10 Resultat freuen. Karl Geiger (11.) verpasste diese am Ende des Tages nur hauchdünn. Dennoch ist weiterhin bei Geiger, aber vor allem auch bei Paschke ein deutlicher Aufschwung gegenüber den letzten Wochen und Monaten zu spüren.

Weltcupleader Daniel Tschofenig (14.) verlor im Kampf um die Weltcupgesamtwertung erneut einige Punkte auf seinen Landsmann Jan Hörl. Dieser Zweikampf um die große Kristallkugel scheint also bis zum Schluss spannend zu bleiben.

Den gelungenen Tag aus deutscher Sicht rundeten Markus Eisenbichler (15.) und Philipp Raimund (20.) ab. Dabei gelang vor allem „Eisei“ bei seiner Abschiedstournee ein starker zweiter Flug auf 219m. Folgerichtig streckte er anschließend im Auslauf auch beide Arme zum Jubeln in die Höhe und genoss danach einen längeren Aufenthalt in der „Leaderbox“.

Probedurchgang der Männer muss für den Damen-Wettkampf weichen

Der ursprünglich für den Nachmittag angesetzte Probedurchgang der Männer in Vikersund musste entfallen, da der Damen-Wettkampf am Vormittag aufgrund von zu hohen Windgeschwindigkeiten nicht regulär beendet werden konnte. Vor dem Sprung der letzten Athletin, Nika Prevc, wurde der Wettbewerb vorzeitig abgebrochen. Aus diesem Grund entschied die Jury, den Wettbewerb der Damen nach der windbedingten Pause auf den Nachmittag zu verlegen und mit einem Durchgang nachzuholen. Durch diese Zeitplanänderung blieb für die Männer kein Raum mehr für einen Probedurchgang, sodass sie ohne einen vorherigen Testsprung direkt in den Wettkampf starten mussten.

Entscheidung in der „Raw-Air“ Gesamtwertung am Sonntag

Die Entscheidung in der „Raw-Air“-Gesamtwertung fällt am morgigen Sonntag. Drei Sprünge stehen in Vikersund noch aus, in denen die Athleten wertvolle Punkte sammeln können: der Prolog sowie die beiden Wertungssprünge im abschließenden Wettkampf. Aufgrund der knappen Abstände bleibt uns die Spannung wohl bis zum letzten Sprung erhalten. Derzeit führt Andreas Wellinger (1003,0 Punkte) vor Ryoyu Kobayashi (987,1 Punkte) und Domen Prevc (971,4 Punkte). Die weiteren Deutschen reihen sich derzeit wie folgt ein: Karl Geiger (6.), Philipp Raimund (13.), Pius Paschke (24.) und Markus Eisenbichler (26.).

Anzug-Skandal weiterhin beherrschendes Thema

Abseits des sportlichen Geschehens bleibt der „Anzug-Skandal“ das beherrschende Thema im Springerlager bzw. um dieses drum herum. „Die Manipulation, die ausgeführt worden ist an den Anzügen der beiden Norwegern, war technisch hochgradig gemacht, d.h. es war von außen nichts am Anzug zu sehen. Ich musste letztendlich den Stoff des Anzuges zerstören, um das zu finden“, fasste Christian Kathol, Kontrolleur des internationalen Skiverbands FIS, im ZDF-Interview die Vorkommnisse zusammen.

Danach wurden zunächst der Cheftrainer sowie zwei Techniker des norwegischen Teams von der FIS suspendiert. Den beiden Skispringern Johann-Andre Forfang und Marius Lindvik ereilte kurze Zeit später das gleiche Schicksal. Die FIS beschlagnahmte daraufhin alle Anzüge, die von norwegischen Athleten bei der Skisprung-WM getragen wurden und stellte weitere Unregelmäßigkeiten fest, die zum Ausschluss von Kristoffer Eriksen Sundal, Robin Pedersen und Robert Johansson führten.

„Ich denke, es war ein starker Schlag für unseren Sport. Wir müssen sehen, dass dieser glaubhaft bleibt“, sprach DSV-Cheftrainer Horngacher den Skisprungfans im ZDF-Interview aus der Seele. Ob der von der FIS eingelegte Weg der Richtige sein wird, wird sich in Zukunft zeigen. Denn nachdem die Anzüge des ganzen Feldes zuletzt von der FIS aufbewahrt wurden und sich die Springer diese erst 30 Minuten vor dem Wettkampf abholen durften (gleiches Zeitfenster gilt im übrigen auch für die Anzug-Rückgabe nach dem Wettkampf) ist nach Vikersund für die nächste Station in Lahti wieder eine „kleine Lockerung“ vorgesehen.

Andreas Bauer, Leiter der FIS Materialkommission, führt hierzu im ZDF-Interview aus: „Die Athleten können durchaus ihre Anzüge mitnehmen. Das werden wir noch entscheiden, aber sie werden auf alle Fälle, so wie in Oslo auch, vorher gecheckt und dann darf man während des Weltcupwochenendes auch nur diesen einen Anzug springen, d.h. die Anzüge sind dann in unserer Obhut, sodass niemand mehr irgendwo etwas zu Hause oder im Hotel machen kann.“

Auf die kritische Nachfrage von ZDF-Moderatorin Lena Kesting, ob dieses System nicht dadurch ausgetrickst wird, dass bei der Weiterreise nach Lahti diese Obhut durch die FIS nicht gegeben sei, weil die Teams/Springer den Transport selbst übernehmen, sagt Bauer: „Nein, sie (die Anzüge) werden dann in Lahti frisch kontrolliert. Also wie gesagt, wir sehen anhand der Chips, welche Anzüge gesprungen werden. Aber wie gesagt, dass müssen wir jetzt abklären. Man kann sich vorstellen, dass es auch logistische Probleme sind, diese Anzüge durch die ganze Welt zu transportieren und von daher müssen wir einfach jetzt Regelungen finden.“

Weltcup Damen Weltmeisterschaften

Das norwegische Damenteam bejubelt bei der Heim-WM in Trondheim die Goldmedaille. Am Ende setzten sich die Norwegerinnen beim Teamspringen auf der Normalschanze souverän durch. Österreich darf sich über Silber freuen, Bronze geht an das Team aus Deutschland.

Norwegen siegt, Stroem überragt
Im Teamwettkampf der Damen konnte sich das Skisprungteam aus Norwegen die erste Goldmedaille bei der Nordischen Skiweltmeisterschaft im heimischen Trondheim sichern. Das norwegische Damenteam, bestehend aus Anna Odine Stroem, Ingvild Synnoeve Midtskogen, Heidi Dyhre Traaserud und Eirin Maria Kvandal, brachte es in der Endabrechnung auf 904,5 Punkte und fuhr somit souverän den Sieg ein. Insbesondere Anna Odine Stroem konnte überzeugen. Stroem, die bereits gestern Bronze im Einzel holte, sprang in beiden Durchgängen über 100 Meter (100,5 und 102,0 Meter). Aber auch Stroems Teamkolleginnen performten stark. Mit Weiten von 98,5 und 95,0 Meter zählte Eirin Maria Kvandal ebenfalls zu den besten Einzelspringerinnen im Feld. Die Newcomerinnen Ingvild Synnoeve Midtskogen und Heidi Dyhre Traaserud sprangen in beiden Durchgängen solide und vermieden jegliche Ausreißer nach unten. Gleichzeitig war es das erste Mal überhaupt, dass Norwegen das Teamspringen der Damen bei einer Nordischen Ski-WM gewinnen konnte.

Silber für solide Österreicherinnen
Das ÖSV-Team um Lisa Eder, Julia Mühlbacher, Jacqueline Seifriedsberger und Eva Pinkelnig lag letztlich mit insgesamt 885,1 Punkten fast 20 Punkte hinter den Siegerinnen aus Norwegen. Dabei hatten sich die Österreicherinnen nicht viel vorzuwerfen, da alle Athletinnen auf vernünftigem Niveau sprangen. Allerdings fehlten dem ÖSV-Team die absoluten Topsprünge, wie sie etwa Anna Odine Stroem zeigte. Deshalb blieb das Team aus Österreich zwar permanent in Schlagdistanz, doch eine richtige Attacke auf Norwegen blieb am Ende aus.

Patzer von Seyfarth verwehrt DSV Chance auf mehr
Dem Team aus Deutschland gelang es leider nicht, den WM-Titel von 2023 zu verteidigen. Dennoch darf sich Deutschland nach einer anständigen Performance und 846,5 eingefahrenen Punkten mit Bronze zufrieden geben. Letztlich war es ein souveräner dritter Platz, da das DSV-Team in der Gesamtwertung über 50 Punkte Vorsprung auf Platz vier herausspringen konnte. Platz zwei hingegen war in ähnlich weiter Entfernung. Auf Österreich waren es fast 40 Punkte Rückstand, auf Norwegen sogar beinahe 60 Punkte. Dass der Rückstand am Ende auf Gold und Silber so groß sein würde, war nach dem ersten Durchgang nicht zu erwarten gewesen. Nachdem alle Athletinnen ihren ersten Sprung hingelegt hatten, lag Deutschland mit 5,6 Punkten Rückstand auf Norwegen noch auf einem aussichtsreichen zweiten Platz. Zunichte gemacht wurden die Hoffnungen auf eine mögliche Titelverteidigung durch einen Patzer von Startspringerin Juliane Seyfarth im zweiten Durchgang. Nachdem die routinierte Seyfarth im ersten Sprung noch auf starke 93,5 Meter kam, waren es im zweiten Versuch nur enttäuschende 79,0 Meter. Auch Katharina Schmid sprang ihrer absoluten Topform weiter hinterher und verpasste es, mit Weiten von 91,5 und 86,0 Metern, weitere wichtige Punkte für das DSV-Team zu sammeln. Agnes Reisch und Selina Freitag, performten wie schon zuletzt auch im Teamwettbewerb wieder auf hohem Niveau. Agnes Reisch kratzte im ersten Sprung mit 99,5 Metern an der 100-Meter-Marke. Im zweiten Sprung waren es dann immerhin noch 90,0 Meter. Selina Freitag, die sich am Vortag bereits Silber im Einzel sichern konnte, war mit Weiten von 95,5 und 96,0 Metern die konstanteste und gleichzeitig beste deutsche Springerin.

Attacke von Prevc und Slowenien bleibt aus
Rang vier ging an das Team aus Slowenien um Einzelweltmeisterin Nika Prevc. Im Vergleich zum Vortag funktionierte bei Nika Prevc nur der erste Sprung, sodass es Slowenien verpasste, das deutsche Team im Kampf um Platz drei in Verlegenheit zu bringen. Auch die anderen Springerinnen des slowenischen Teams kamen nicht konstant auf Weiten von über 90 Metern, sodass auch eine herausragende Leistung von Nika Prevc nicht zu mehr geführt hätte.
Japan sicherte sich Platz fünf vor Italien auf Rang sechs und den USA und China auf den Plätzen sieben und acht. Bereits im ersten Durchgang waren die Mannschaften aus Finnland, Tschechien, Polen und Kasachstan ausgeschieden.
Weiter geht es bei der Nordischen Ski-WM noch heute Abend mit der Qualifikation der Herren. Der Wettkampf der Herren findet dann am morgigen Sonntag statt.

DSV Weltcup Weltcup Herren Weltmeisterschaften

Die Nordische Ski-Weltmeisterschaft im norwegischen Trondheim wurde gestern Abend feierlich eröffnet. Trotz der turbulenten Saison und der zuletzt schwachen Weltcup-Ergebnisse machen sich die deutschen Skispringer um Pius Paschke Hoffnungen auf Medaillen in den kommenden Tagen. Im Wintersport Podcast der ARD Sportschau sprach Pius über die WM und die bisherige Saison.

Bei der Nordischen Ski-WM gibt es für die Herren wie Damen jeweils zwei Einzelentscheidungen – eine auf der Normalschanze sowie eine auf der Großschanze des Granåsen Skisenter. Für beide Geschlechter gibt es außerdem einen Team- und einen gemeinsamen Mixed-Teamwettbewerb.

Nachdem bei der Raw Air 2024 bereits zum ersten Mal ein Weltcup auf der neu umgebauten Schanzenanlage stattfand, absolvierte die deutsche Mannschaft um Bundestrainer Stefan Horngacher im vergangenen Sommer einen Lehrgang in Trondheim, um die Schanze optimal kennenzulernen. Pius Paschke zeigte sich gegenüber der Podcast-Hosterin Julia Kleine im Wintersport Podcast der Sportschau angetan von der WM-Anlage: „Es ist eine moderne Schanze, aber cool vom Profil her. Die Flugkurve ist etwas flacher und man kommt wirklich schön ins Fliegen. […] Ich würde schon sagen, dass sie [die Schanze] meinem Sprungstil entgegenkommt.“

Pius Paschke legte mit insgesamt sechs Einzelsiegen und zwei weiteren Podestplätzen einen phänomenalen Start in die Wintersaison hin und führte bis zur Vierschanzentournee den Gesamtweltcup der Herren an. „Dass ich so starte, hätte ich mir nicht gedacht. Das hätte ich mir erträumt, aber dass es dann so aufgeht, hätte ich nicht gedacht“, so der 34-Jährige über seinen Saison-Auftakt. Bereits bei der Tournee-Generalprobe in Engelberg (Schweiz) machte sich jedoch eine leichte Formschwäche bemerkbar. Im Laufe der Tournee nahmen die Zweifel dann zu und es folgte ein regelrechter Formabfall – und das nicht nur bei Pius Paschke, sondern im gesamten DSV-Team.

„Als große Favoriten fahren wir nicht hin“

Die Probleme in der deutschen Mannschaft zogen sich seit der Vierschanzentournee durch die letzten Wochen. Beim Weltcup in Sapporo erreichte man das schlechteste Ergebnis im Weltcup seit Februar 2011 – kein DSV-Adler in den Top 20. Pius Paschke belegte dort als bester Deutscher nur Platz 23 und schaffte es an Tag zwei als 31. nicht einmal ins Finale. Zuvor gönnte sich der Kiefersfeldener eine kurze Pause vom Weltcupgeschehen und ließ das Wochenende im amerikanischen Lake Placid aus.

Demzufolge steht auch für Paschke eins fest: „Als große Favoriten fahren wir nicht hin. Das ist klar. […] Es geht am Schluss um eine Medaille. Von daher können wir relativ frei drauf losspringen, wenn man jetzt nicht gerade Medaillen-Favorit ist.” In wie weit die deutschen Skispringer „das Feld von hinten aufrollen“ und einen Weg aus ihrem Formtief finden können, bleibt abzuwarten. „Die Aufgabe ist immer, dass man da wieder rauskommt und nicht hofft, dass der eine Moment kommt, wo es dann Klick macht. Das ist so ein bisschen Wunschdenken. […] Es ist ein stetiges Arbeiten. Es ist mühsam, es ist anstrengend, sich wieder nach oben zu arbeiten. Den Fokus richtig zu legen, das ist meine Challenge. Für die WM habe ich da einen klaren Plan. Ob das gelingt, wird man sehen“, erklärt der aktuell Fünftplatzierte des Gesamtweltcups.

Sein aktuell größtes Problem sei nach eigenen Angaben die Anlauf-Hocke. Aus diesem Problem entwickelten sich laut Paschke dann weitere kleinere Probleme, die immer größer wurden. Nun ginge es für ihn darum, „den Fokus wie Anfang des Winters wieder richtig zu legen“. Bleibt zu hoffen, dass dies auf der für ihn ansprechenden Schanze bestmöglich gelingt. Bisher konnte Pius Paschke einmal Gold mit dem Team bei der Nordischen Ski-WM in Oberstdorf 2021 gewinnen. Silber und Bronze holte er außerdem mit dem Team bei den Skiflug-Weltmeisterschaften in Planica 2020 und Bad Mitterndorf 2024. Eine Einzelmedaille steht für den Ältesten im DSV-Team noch aus.

Zur Trainerdiskussion um Horngacher: „Aktuell stellt sich für uns die Frage nicht“

Zuletzt wurden zudem immer wieder Stimmen laut, ob nicht ein Trainerwechsel im Deutschen Skiverband angebracht wäre. Nach den schwachen Ergebnissen wurde Bundestrainer Stefan Horngacher vor allem bei den deutschen Fans immer wieder kritisiert. Die Athleten wie auch DSV-Sportdirektor Horst Hüttel stehen aktuell aber weiter hinter Horngacher, der das Team bereits seit April 2019 anführt.

Zur aktuellen Krise sagte Paschke: „Uns fehlen im Team immer noch ein paar Sachen, damit wir den Winter komplett durchziehen. Da muss man sich schon hinsetzen und genau analysieren, woran es liegt. Da müssen sich die Sportler, einschließlich mir, an die eigene Nase packen und erstmal schauen: Was kann ich wirklich besser machen? Erst dann kann man irgendwie eine andere Diskussion führen. Aber wie gesagt, aktuell stellt sich für uns die Frage nicht. Wir sind mitten im Winter und wir wollen jetzt einen erfolgreichen Winterschluss hinlegen.“

DSV Weltcup Weltcup Herren Weltmeisterschaften

Die Würfel im DSV-Team sind gefallen und die Nominierung für die Nordische Skiweltmeisterschaft abgeschlossen. Die Mannschaft von Bundestrainer Stefan Horngacher wird in Trondheim aus Pius Paschke, Karl Geiger, Andreas Wellinger, Philipp Raimund und Stephan Leyhe bestehen. Markus Eisenbichler und Constantin Schmid, die 2023 bei der WM in Planica noch Teil des Teams waren, werden dieses Mal beim Höhepunkt nicht mit dabei sein. Im Rahmen des Weltcupwochenendes in Willingen haben wir uns kürzlich mit den beiden Athleten unterhalten, die bereits zu diesem Zeitpunkt ihre Chancen als sehr gering oder gar nicht mehr vorhanden einstuften.

Willingen war in gewisser Art und Weise die letzte große Chance für Markus Eisenbichler (48. Platz im Einzelwettbewerb) und Constantin Schmid (42. Platz im Einzelwettbewerb) doch noch auf den WM-Zug aufzuspringen. Als Teil der Nationalen Gruppe hätten sie dort nochmal die Möglichkeit gehabt, unter Weltcupbedingungen auf sich aufmerksam zu machen. Doch für Beide verlief der Wettbewerb enttäuschend. Sie schafften zwar die Qualifikation, doch für den zweiten Durchgang der besten 30 Athleten fehlte einiges. Zwar schwächelten an diesem Wochenende auch aus dem A-Kader fast alle DSV-Adler, doch es war zu wenig, um Druck auf diese aufzubauen. Wir hatten uns nach dem Wettkampf sowohl mit Eisenbichler als auch Schmid über ihre derzeitige Situation unterhalten.

Skispringen-News.de: „Markus, wie fällt Dein Resümee nach Willingen aus?

Markus Eisenbichler: „Sch…halt! Naja, es war nicht gut und da ist die Frage immer: „Woran hat es gelegen? (schmunzelt). Es ist einfach das Selbstvertrauen nicht da, dass die guten Sprünge rauskommen. Das suche ich derzeit. Es ist schwierig, aber ich nehme es mit einem Lächeln, gerade weil ich das letzte Jahr durchgemacht habe und es jetzt schon ein bisschen besser läuft als letztes Jahr und von dem her…Ich kann es auch nicht ändern, werde einfach weitermachen und dann schauen wir mal. Auf den heiligen Gral braucht man nicht hoffen. Ich werde versuchen, mit viel Arbeit das Ganze zu verbessern.“

Skispringen-News.de: „Wie zuversichtlich bist du noch mit Blickrichtung zur WM?

Markus Eisenbichler: „Na, das Thema ist vorbei! Also wenn ich da nicht in Topform bin, brauche ich da auch nicht hinfahren. Weil wenn ich da hin fahre, dann möchte ich auch in guter Form sein, das Team verstärken oder um eine Medaille mitspringen. Aktuell braucht man da gar nicht drüber nachzudenken, wenn keine Wunderheilung kommt, die es beim Skispringen auch einfach nicht gibt. Ich werde jetzt weiterarbeiten und schauen, wo ich dann in ein paar Wochen stehe, aber die WM ist gar kein Thema mehr für mich. Ich war schon bei vielen WMs und man muss mal akzeptieren, wenn es sch…läuft. Das Leben geht trotzdem weiter. Ich bin gesund, mir geht’s gut und das ist die Hauptsache!“

Skispringen-News.de: „Hat das letzte Jahr dazu beigetragen, dass Du mit einer solchen Situation inzwischen besser umgehen kannst?“

Markus Eisenbichler: „Ja, natürlich! Was ich dann immer nur bloß ein bisschen schade finde, ist, wie manche Experten oder manche Leute über einen reden oder sich im Internet äußern. Das finde ich ein bisschen schade. Aber ich halte das aus, Gott sei Dank! Ich finde es bloß schade für die Jugend, für die Zukunft, dass das einfach zur Normalität wird, Leute im Netz so zu kritisieren. Ich bin halt jemand, der gerne etwas Face2Face regelt, was sich die meisten Leute aber nicht trauen. Ich hoffe, dass es dahingehend bald mal wieder ein bisschen entspannter wird, aber mir macht es Gott sei dank nichts aus. Ich rede die Leute dann an, wenn ich sie persönlich treffe und dann wird das schon.“

Skispringen-News.de: „Constantin, wie fällt deine Saisonbilanz bisher aus?“

Constantin Schmid: „Es war zäh bisher. Ich bin unter meinen den eigenen Erwartungen und unter meinem eigenen Potential geblieben. In Trainingssprüngen und Einzelleistungen bin ich schon ganz gut unterwegs, aber in den Wertungsdurchgängen ist noch viel Luft nach oben. Allerdings muss ich da geduldig bleiben und irgendwann wird es auch wieder funktionieren. Aber das dauert einfach eine Zeit lang. Die WM ist vom Tisch. Da sind genug andere in unserem Team, die besser springen als ich. Da muss ich mich aktuell geschlagen geben, aber vielleicht beim nächsten Großereignis.“

Skispringen-News.de: „Wie schwierig ist es, die Geduld aufzubringen, wenn man schonmal vorne unter den Top-10 im Weltcup mit dabei war?“

Constantin Schmid: „Leicht ist es nicht. Man muss ein bisschen an sich arbeiten, neu denken, loslassen, wieder neu lernen und das auch mit dem Wissen, dass man es schon mal konnte! Das Ganze ist schon erschwerend. Aber ich arbeite in die richtige Richtung. Es ist bisher noch nicht aufgegangen, aber ich bin mir sicher, dass es irgendwann so weit sein wird!“

Skispringen-News.de: „Wie beurteilst Du die derzeitige Situation im deutschen Team?“

Constantin Schmid: „Im Moment ist die Situation natürlich schwierig. Es sind im Weltcup nicht die Leistungen, die man erwartet oder sich erhofft. Und auch im COC ist die Luft sehr dünn. Es ist auch dort sehr schwierig, vorne reinzuspringen. Wir werden aber im COC unser bestes geben, dass wir denen oben im A-Kader ein bisschen Druck machen, dass die sich auch wieder ein bisschen herausgefordert fühlen! Aber es ist ein normaler Lauf der Dinge. Man gibt immer sein Bestes und schaut, was am Ende bei herauskommt.“

DSV Plauderecke

Luisa Görlich ist zurück: nach dem zweiten Kreuzbandriss in ihrer Karriere, den sie sich beim Saisonfinale in Planica vergangene Saison zuzog, feierte sie am vergangenen Wochenende im slowenischen Ljubno ihr langersehntes Weltcupcomeback. Und wie: mit den Plätzen 12 und 13 erfüllte sie auf Anhieb direkt die WM-Norm und wurde vom DSV neben Katharina Schmid, Selina Freitag, Agnes Reisch und Juliane Seyfarth für die Nordischen Skiweltmeisterschaften nominiert. Gegenüber Skispringen-News.de hat sie sich kürzlich einem kleinen „Skisprung-Kreuzverhör“ unterzogen.

Steckbrief

Name: Luisa Görlich
Geburtsdatum: 21. Dezember 1998
Wohnort: Oberstdorf
Hobbies: spazieren gehen mit dem Hund, ganz viel Kaffee trinken und viel mit Freunden unternehmen 🙂

Bitte vervollständige diese Sätze (zu Dir persönlich)…

Ich würde mich mit folgenden drei Worten beschreiben…hilfsbereit, zielstrebig und freundlich 🙂

Abseits der Schanze bin ich als…Kaffeetrinkerin tätig 🙂 Ne Spaß, ich studiere Psychologie

Dieser Song darf auf meiner Playlist nicht fehlen…ich höre alles querbeet, aber irgendetwas im Deutsch Pop Bereich

Diese drei Apps nutze ich am häufigsten…Instagram, Whatsapp und Candy Crush

Bitte vervollständige diese Sätze (zum Skispringen)…

Zum Skispringen gekommen bin ich durch…meine Zwillingsschwester Sophia.

Im Skispringen ist es wichtig…den Kopf auszuschalten. Ich spreche aus Erfahrung, denken ist dabei nicht gut 🙂

Mein Vorbild ist…habe ich keins!

Mein persönliches Karrierehighlight war bisher…der Gewinn der Goldmedaille bei den Nordischen Skiweltmeisterschaften in Planica 2023 mit dem Team.

Der Tiefpunkt meiner Karriere war…mein erster Kreuzbandriss, den ich mir 2018 in Falun während eines Wettkampfwochenendes im COC zugezogen habe.

Ich möchte in meiner Skisprungkarriere auf jeden Fall noch folgendes erleben/erreichen…ich möchte auf jeden Fall zu den Olympischen Spielen!

Nach einem Misserfolg baut mich folgendes wieder auf/lenkt mich folgendes am besten ab…mit meiner Familie & Freunden zu telefonieren.

Meine Lieblingsschanze ist…Oberhof (die 90 Meter Schanze) & die Großschanze in Lillehammer. Lillehammer ist rundum schön. Die Schanze, der Ausblick….einfach alles!

Diese Schanze mag ich nicht…jetzt darf ich nichts falsches sagen 🙂 Ich würde hier Ljubno und Hinterzarten nennen.

Mein Ritual vor einem Sprung…die wichtigsten Punkte zusammenfassen.

Der größte/beste Skispringer aller Zeiten ist für mich…ich fand Peter Prevc immer sehr stark!

Die größte/beste Skispringerin aller Zeiten ist für mich…da habe ich Zwei! Sara Takanashi & die Katha (Katharina Schmid)!

Mein kuriosestes Erlebnis beim Skispringen war bisher…es ist häufig sehr kurios, sei es durch das Wetter oder die Organisation. Zao ist aber immer sehr speziell. Wir hatten hier mal in einem Jahr dichten Nebel, Schneesturm einfach alles und der Wetterbericht hat gesagt, dass es in einer Stunde gut wäre. Und dann hat es sich tatsächlich so verbessert, dass der Himmel auf einmal klar war und wir springen konnten. Der Wetterbericht war auf den Punkt genau. Wir dachten alle, dass wir gar nicht mehr springen würden, zumal auch die Trainingsdurchgänge & Qualifikation zuvor abgesagt werden mussten. Und letztes Jahr hat es in Zao geregnet wie sau, was da vorher auch noch nie jemand so erlebt hat. Das Wasser ist den kompletten Berg hinuntergelaufen. Zao ist also immer für eine Überraschung gut!

Mit dieser Teamkollegin verstehe ich mich am besten bzw. hatte ich bisher am meisten Spaß? Mit der Katha, mit ihr war ich auch zumeist immer auf einem Zimmer.

Im Vergleich zu den Männern fehlt mir im Damenskispringen aktuell am meisten….die Medienpräsenz & das Verständnis für den Sport. Leider werden wir heutzutage immer noch gefragt: „Wie, ihr Damen macht das auch? Oder: Das kommt doch jetzt erst neu?….Wo ich mir dann immer denke: ne, also eigentlich gibt es Frauenskispringen schon sehr lange!

Abseits des Skispringens verfolge ich noch folgende Sportarten…Leichtathletik & Football

Bitte entscheide Dich!

Großschanze oder Normalschanze? Großschanze

Skispringen oder Skifliegen? Ich würde gerne mal Skifliegen 🙂

4er-Teamwettkämpfe oder Super-Team? Ganz klar 4er-Team!

Vierschanzentournee, WM oder Olympia? Vierschanzentournee ist echt cool. Ich hoffe wir können es bald selbst erleben.

Schnee/Eisspur (Winter) oder Keramik/Mattenspur (Sommer)? Schnee/Eisspur

Fliegerin oder starker Absprung…was trifft auf Dich zu? Ich bin eher die Fliegerin!

DSV Plauderecke

Eine der derzeit größten deutschen Nachwuchshoffnungen im Skispringen ist Adrian Tittel, der kürzlich seine erste Vierschanzentournee absolvierte. Bei den Junioren-Weltmeisterschaften 2024 in Planica gewann der 20-Jährige Silber mit dem Team, Bronze im Einzel und auch im Mixed-Team. Damit sicherte er sich für die Weltcupsaison 2024/2025 einen dauerhaften Startplatz in der Mannschaft von Bundestrainer Stefan Horngacher. Gegenüber Skispringen-News.de hat sich der Rohdiamant aus dem Erzgebirge einem kleinen „Skisprung-Kreuzverhör“ unterzogen.

Steckbrief

Name: Adrian Tittel
Geburtsdatum: 21.02.2004
Wohnort: Zella-Mehlis
Hobbies: Ski- und Fahrradfahren

Bitte vervollständige diese Sätze (zu Dir persönlich)…

Ich würde mich mit folgenden drei Worten beschreiben…ungeduldig, ruhig und zielstrebig

Abseits der Schanze bin ich als…Sportsoldat tätig.

Dieser Song darf auf meiner Playlist nicht fehlen…an der Schanze höre ich nicht so viel Musik, nur im Auto und da schaue ich nicht so auf die Titel 🙂

Am liebsten höre ich folgende Musik…von allem etwas, also querbeet

Diese drei Apps nutze ich am häufigsten…Instagram, TikTok und Whatsapp

Bitte vervollständige diese Sätze (zum Skispringen)…

Zum Skispringen gekommen bin ich durch…das Skifahren mit meinem Vater. Ich bin über jeden Hügel gesprungen und da hat mein Vater zu mir gesagt, dass wir jetzt mal zum Skispringen gehen. Dann war es anfänglich bei mir noch die Nordische Kombination, ehe ich zum Spezialspringen gewechselt bin.

Im Skispringen ist es wichtig…gut abzuspringen 🙂

Mein Vorbild ist…Karl Geiger!

Mein persönliches Karrierehighlight war bisher…die letzte Junioren-Weltmeisterschaft in Planica mit den drei gewonnen Medaillen.

Der Tiefpunkt meiner Karriere war…vor zwei Jahren als ich die Junioren WM verpasst habe. Ich bin davor einfach nicht gut genug gesprungen, weshalb es nicht für eine Nominierung gereicht hat.

Ich möchte in meiner Skisprungkarriere auf jeden Fall noch folgendes erleben/erreichen…ich denke, dass jeder gerne Olympiasieger werden will 🙂 Aber in jedem Fall möchte ich Weltcups gewinnen und Weltmeistertitel feiern.

Nach einem Misserfolg baut mich folgendes wieder auf/lenkt mich folgendes am besten ab…einfach nur nach Hause zu kommen zur Familie.

Meine Lieblingsschanze ist…bisher war Ruka ganz geil, aber Titisee-Neustadt ist auch nicht schlecht.

Diese Schanze mag ich nicht…Wisla und die 90-Meter-Schanze in Eisenerz.

Mein Ritual vor einem Sprung…habe ich keins.

Der größte/beste Skispringer aller Zeiten ist für mich…puh, da gab es viele! Ich denke da aber zuerst an Jens Weißflog, Sven Hannawald und Severin Freund.

Die größte/beste Skispringerin aller Zeiten ist für mich…das ist für mich die Katha (Katharina Schmid)!

Mein kuriosestes Erlebnis beim Skispringen war bisher…in Iron Mountain. Es war sehr krass, als die ganzen Leute mit ihren Trucks da waren, sich Hütten gebaut haben und voll abgegangen sind. Das war glaube ich bisher am coolsten.

Mit diesem Teamkollegen verstehe ich mich am besten bzw. hatte ich bisher am meisten Spaß? Philipp Raimund!

Abseits des Skispringens verfolge ich noch folgende Sportarten…eigentlich alles im Wintersport, nur Langlauf finde ich ehrlich gesagt ein klein bisschen langweilig (lacht). Und im Sommer gucke ich gerne Formel 1 und natürlich Fußball.

Bitte entscheide Dich!

Großschanze oder Normalschanze? Großschanze

Skispringen oder Skifliegen? Skifliegen war ich noch nicht, aber ich glaube es ist mega!

4er-Teamwettkämpfe oder Super-Team? Ich halte persönlich nicht so viel vom Super-Team, daher ganz klar 4er-Team!

Vierschanzentournee, WM oder Olympia? Ich denke, Olympia ist das Highlight schlechthin.

Schnee/Eisspur (Winter) oder Keramik/Mattenspur (Sommer)? Schnee/Eisspur

Noch mehr Absprungkraft oder noch bessere Flugqualitäten? Ich bin eher der Abspringer, daher sage ich die Flugfähigkeiten.