Im Vorfeld der Olympischen Spiele haben wir uns im Springerlager umgehört, die Athleten zu ihren bisherigen Erfahrungen bei Olympia befragt bzw. um eine Einschätzung zum großen Saisonhighlight gebeten. Für die Herren steht am Montag auf der Normalschanze die erste Medaillenentscheidung an.

Philipp Raimund (Deutschland):
„Olympia hat einfach eine gewisse Eigendynamik – so wie eigentlich jeder andere Wettkampf auch. Man sieht, dass mit Ausnahme von Domen nicht immer dieselben Athleten auf dem Podium stehen. Ich werde alles geben und freue mich sehr auf meine ersten Olympischen Spiele. Ich versuche, dort auf meinem höchsten Level zu performen. Am Ende kommt dann das heraus, was herauskommt. Wenn ich zwei super Sprünge mache, kann es sehr cool werden. Von daher schätze ich die Chancen sehr positiv ein. Wir sind auf jeden Fall in Schlagdistanz – sowohl im Einzel als auch im Super-Team bzw. Mixed-Team. Ich glaube, da könnte etwas möglich sein. Bisher lief Olympia bei mir eigentlich immer im Fernsehen, egal ob Sommer oder Winter. Und jetzt freue ich mich extrem darauf, selbst teilzunehmen – ich habe mega Bock.“

Andreas Wellinger (Deutschland; Team-Gold Sotschi 2014; Einzel-Gold Normalschanze Pyeongchang 2018; Einzel-Silber Großschanze Pyeongchang 2018 u. Team-Silber Pyeongchang 2018):
„Ob ich in Willingen schon das gefunden habe, was ich zuletzt gesucht habe, weiß ich noch nicht. Aber ich bin definitiv nah dran. Ich merke im Wettkampf, dass es von der Kante her ein flüssiger Sprung ist und dass es mich wieder hebt – dass ich merke: jawoll, jetzt ist die Hüfte oben, der Körper wird leicht, und dann kann ich das in den Flug übersetzen. Das war lange nicht möglich, und das ist der große Unterschied. Und zu Olympia: Ich freue mich natürlich, dass ich wieder dabei sein darf. 2014 in Sotschi durfte ich als junger Stöpsel im Team Gold holen, was für mich vollkommen überwältigend war – mit der Mannschaft die Leistung abzurufen und am Ende ganz oben zu stehen. Und dann gab es noch die Spiele in Pyeongchang 2018, wo ich bei allen drei Wettkämpfen zur Siegerehrung gehen durfte und beim ersten Wettkampf auf der Normalschanze ganz oben stand. Das war genau so, wie man sich das erhofft. Da bin ich einfach verdammt genial Ski gesprungen, und es ist mir extrem gut gelungen. Das war sicherlich einer der schönsten Momente meiner Sportkarriere.“

Felix Hoffmann (Deutschland):
„Willingen war gut für mich, um zu sehen, dass ich die Leistung im Wettkampf wieder abrufen kann, dass die Sprünge wieder laufen und das Selbstvertrauen da ist. Das war wichtig, und ich bin froh, dass es geklappt hat. Die Vorfreude auf die Olympischen Spiele ist groß und ich bin sehr gespannt, wie es wird. Bisher habe ich Olympia immer nur im Fernsehen verfolgt, weil die Spiele meist sehr weit weg waren.“

Ren Nikaido (Japan):
„Ich gehe mit einem guten Gefühl zu Olympia, aber wie es dort letztlich wird, weiß man natürlich nicht.“

Jan Hörl (Österreich; Team-Gold Peking 2022):
„Mit Olympia verbinde ich eigentlich sehr gute Gefühle. 2022 sind wir mit dem Team Olympiasieger geworden, was sehr emotional und sehr cool war, ein Teil davon zu sein. Leider war es genau das Jahr mit Corona, daher war es ein bisschen stressig mit den Kontrollen und rundherum war es auch nicht das Feeling – das hätte ich mir bei meiner ersten Olympiade anders vorgestellt. Aber nach wie vor macht mich das Gold mit dem Team sehr stolz.“

Stefan Kraft (Österreich; Team-Gold Peking 2022):
„Olympiasieger zu werden mit dem Team war echt genial. Die ganze Mannschaft war in Ekstase und überglücklich. Es war sicherlich einer der emotionalsten Tage, und es sind bis heute wunderschöne Erinnerungen, vor allem weil es damals ein richtiger Fight um die Medaillen war. Ich freue mich schon auf die Olympischen Spiele. Meine Sprünge sind derzeit echt okay, und ich bin nicht unzufrieden. Mit den Ergebnissen zuletzt zwar schon, aber die Entwicklung geht in die richtige Richtung.“

Johann André Forfang (Norwegen; Team-Gold Normalschanze Pyeongchang 2018; Einzel-Silber Normalschanze Pyeongchang 2018):
„Ich hätte mich natürlich besser vorbereitet gefühlt, wenn ich in Willingen um den Sieg mitgekämpft hätte. Aber die Olympischen Spiele sind etwas ganz anderes. Sobald man dort ist, übernimmt der olympische Flair die Kontrolle, und dann ist alles möglich. Generell sind die Olympischen Spiele etwas ganz Besonderes, weil sie nur alle vier Jahre stattfinden – daher ist der Druck enorm. Ich hatte in Pyeongchang wirklich gute Olympische Spiele mit zwei Medaillen, und meine Sprünge waren auch sehr gut. In Peking war ich ein paar Wochen zuvor an COVID erkrankt und konnte vor der Reise keine negativen Tests mehr bekommen. Deshalb konnte ich nicht hinfahren. Umso mehr freue ich mich jetzt, im Team zu sein und wieder bei den Olympischen Spielen anzutreten.“

Niko Kytosaho (Finnland):
„Ich möchte die Olympischen Spiele einfach genießen und mein Bestes geben. Hoffentlich kann ich mein Niveau von Willingen dort einigermaßen halten.“

Auch die nachfolgenden Athleten haben uns an ihren Eindrücken zu Olympia teilhaben lassen, obwohl sie für die Olympischen Winterspiele 2026 nicht nominiert wurden:

Manuel Fettner (Österreich; Team-Gold Peking 2022 und Einzel-Silber Normalschanze Peking 2022):
„Die Olympischen Spiele 2022 waren sicherlich das Highlight meiner Karriere und sehr emotionale Momente für mich. Generell hatte ich immer wieder ein paar Highlights in meiner Laufbahn, aber dann ging es auch schnell wieder nach unten.“

Dawid Kubacki (Polen; Team-Bronze Pyeongchang 2018; Einzel-Bronze Normalschanze Peking 2022):
„Olympia 2022 war eine verrückte Zeit für mich, weil ich vor den Spielen nicht gut genug in Form war. Es war ein harter Kampf um die Olympiaqualifikation. Und dann noch der letzte Wettkampf vor den Olympischen Spielen in Zakopane: ich war wegen Covid zu Hause und konnte deshalb nicht daran teilnehmen bzw. trainieren. Aber abgesehen davon hat mir mein Trainer großes Vertrauen geschenkt und mir zugetraut, dass ich es schaffen und gute Leistungen erbringen kann. Ich denke, ich habe dieses Vertrauen gut genutzt und bin mit einer Medaille von den Olympischen Spielen zurückgekehrt. Das ist eine fantastische Geschichte, und die kann mir niemand nehmen.“

Constantin Schmid (Deutschland, Team-Bronze Peking 2022):
„2022 war traumhaft und für mich bisher das Highlight meiner Karriere. Es war ein ganz tolles Erlebnis trotz Corona. Ich habe viele schöne Erinnerungen daran, und die werden mir immer bleiben.“

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