Photo Credit: action press / Julia Piatkowska

Am Montagabend stand in Predazzo bereits die letzte olympische Entscheidung bei den Skispringern auf dem Programm. Mit dem Super-Team-Event von der Großschanze schlossen die Herren die Olympischen Winterspiele nach gut einer Woche mit einer packenden Premiere und nur zwei von drei Durchgängen ab. 

Bereits bei der Olympia-Generalprobe im September gab es einen Super-Teambewerb auf den neuen Schanzen von Predazzo. Damals wie heute ein spannendes Format, bei dem nun am Entscheidungstag Teams aus insgesamt 17 Nationen am Start waren – damit auch die Chance für kleine Nationen einen Teamwettbewerb bestreiten zu können. 

Bei den diesjährigen Olympischen Winterspielen feierte das Super-Team-Event damit seine olympische Premiere und ersetzt damit das traditionsreiche Vierer-Teamspringen. Zum Premieren-Olympiasieger in diesem Format krönte sich heute das Duo aus Österreich (568.7 P.). Ein wenig überraschend konnten Jan Hörl und Stephan Embacher damit im allerletzten Wettbewerb doch noch die erste und einzige (Gold-)Medaille für die Alpenrepublik sichern. Die beiden ÖSV-Adler segelten von Anfang an auf Goldkurs und konnten dies bis zum Schluss souverän durchziehen.

Um die Medaillen dahinter lieferten sich Polen, Norwegen, Deutschland, Slowenien und Japan ein enges Kopf-an-Kopf-Rennen. Letztlich hatten alle Mannschaften Aussetzer zu verzeichnen, die die Abstände umso geringer und den Wettbewerb dafür umso spannender werden ließen. Zur Spannung trug zudem der plötzliche Wetterumschwung mit stark einsetzendem Schneefall und plötzlichem Aufwind in der allerletzten Gruppe bei. Nach einer längeren Pause vor Domen Prevc sowie einem Sprungversuch von Kacper Tomasiak, der ihn fast die Medaille bei seinem letzten Sprung gekostet hätte, entschloss sich die Jury schließlich den letzten Durchgang abzubrechen. Des einen Glückes, des anderen Leids. 

Souverän konnte sich schließlich das polnische Team mit Pawel Wasek und dem zweifachen Einzelmedaillengewinner Kacper Tomasiak die Silbermedaille (547.3 P.) erkämpfen. Der erst 19-Jährige Newcomer im polnischen Team holte damit gleich drei olympische Medaillen – und das in seiner ersten wirklichen Weltcupsaison. Er ist damit der erste polnische Skispringer, dem dieses Kunststück gelingt. Bronze ging an das Duo aus Norwegen (538.0 P.). Was Johann André Forfang zunächst an Metern liegenließ, konnte Kristoffer Eriksen Sundal wettmachen und somit die erhoffte Medaille, die Sundal zweimal knapp verpasste, doch noch sichern. Beide Nationen profitierten schließlich vom Wettkampfabbruch.

Deutschland verpasst erneut eine Medaille um 0,3 Punkte

Leider sollte es auch heute wieder nicht mit einer Medaille für das deutsche Team klappen. Der Auftakt war bei Andreas Wellinger zwar solide, bei schwierigen Bedingungen gingen im jedoch bereits im zweiten Durchgang einige Meter verloren. Philipp Raimund überzeugte mit seinen Sprüngen und konnte einiges an Boden aufholen, im Kampf um die Medaillen reichte es nach dem Abbruch um hauchdünne 0,3 Punkte gegen Norwegen jedoch nur für Blech (537.7 P.). Zuvor erwischte Raimund einen super Schlusssprung, mit dem das deutsche Duo an Polen vorbeigezogen wäre. Für die beiden der Abbruch daher besonders bitter.

Für eine kleine Überraschung sorgten die beiden Japaner, die zunächst wohl alle weiter vorne gesehen hätten. Sowohl Ren Nikaido als auch Ryoyu Kobayashi konnten in den ersten beiden Durchgängen nicht ihre Top-Sprünge abliefern. Die Medaille schien bereits verloren, doch ausgerechnet zum Schluss gelang Nikaido ein super Sprung, der sie wieder komplett ins Rennen gebracht hätte – durch den Abbruch war dieses Ergebnis jedoch hinfällig. Nikaido verpasste somit seine Chance, in vier Wettbewerben vier Medaillen mitzunehmen. Das japanische Duo landete daher nur auf Platz sechs (535.2 P.).

Auch für das slowenische Team verlief der Wettbewerb sicher nicht wie geplant. Denn vor allem Anze Lanisek ließ nach einem guten Auftakt zu viele Meter liegen, um ihn sowie Mitstreiter Domen Prevc im Rennen zu halten. Auch er konnte diesen Rückstand durch Zaubersprünge nicht mehr ausreichend verkleinern. Die beiden Slowenen mussten sich sogar noch hinter Deutschland auf Rang fünf (536.1 P.) einreihen. 

Von Konstanze Schneider

Aufgewachsen in einer Wintersportregion ist Konstanze seit ihrer Kindheit begeisterter Wintersport- und vor allem Skisprung-Fan. Anzutreffen ist sie meist im Weltcup der Skispringer, wo sie nicht nur für Skispringen-news.de, sondern auch als Fotografin international unterwegs ist. Zusätzlich hat sie mehrere Jahre als Pressesprecherin bei den Weltcup-Veranstaltungen in Klingenthal gearbeitet und die Pressearbeit für den Verein VSC Klingenthal e.V. und für die Sparkasse Vogtland Arena in Klingenthal übernommen.

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