Am späten Samstagnachmittag fand in Zakopane der Super-Team-Wettbewerb statt – ein Format, bei dem pro Nation nur zwei Athleten an den Start gehen. Für viele Springer war es ein kräftezehrender Tag: Wer an allen Durchgängen inklusive Training und Qualifikation teilnahm, absolvierte insgesamt sechs Sprünge.
Für eine Überraschung zum Auftakt sorgte das ukrainische Duo: Yevhen Marusiak eröffnete mit einem hervorragenden Satz, und auch Vitaly Kalinichenko überzeugte. Nach dem ersten Durchgang lag die Ukraine sensationell auf Rang vier – deutlich vor dem deutschen Team.
Für Deutschland verlief der Auftakt hingegen enttäuschend. Karl Geiger missglückte sein erster Sprung komplett, was nur Rang zehn bedeutete. Auch Pius Paschke konnte mit seinem Versuch nur zwei Plätze gutmachen, sodass es nach Durchgang eins lediglich für Platz acht reichte. Ein Ausrufezeichen setzte das österreichische Duo: Jan Hörl dominierte bereits mit dem ersten Sprung, und Stephan Embacher zog souverän nach. Nach dem ersten Durchgang führte Österreich vor Slowenien und der Schweiz.
In Durchgang zwei kämpften zwölf Teams um den Einzug ins Finale. Für Deutschland war das Minimalziel klar: ein Platz unter den besten acht. Trotz Rückenwind gelang Geiger ein etwas besserer Sprung, doch Paschke verlor erneut an Boden. Das DSV-Duo rettete sich gerade noch als achte Mannschaft ins Finale. Die Ukraine hielt sich weiterhin gut vor den deutschen Adlern. Vor allem Polen rückte dank des jungen Kacper Tomasiak nach vorne. Österreich baute seinen Vorsprung deutlich aus – der Sieg schien bereits zu diesem Zeitpunkt sicher. Dahinter behaupteten sich Slowenien und Polen auf den Plätzen zwei und drei.
Im dritten Durchgang waren noch acht Teams im Rennen. Norwegen überraschte mit Sundal und rückte vorübergehend auf Rang zwei vor. Karl Geiger zeigte einen guten Abschlusssprung und brachte Deutschland auf Platz sieben. Pius Paschke schob das Team Am Ende noch auf Rang sechs – nur hauchdünn gegen die Ukraine. Für Polen setzte Tomasiak den entscheidenden Schlusssprung und sicherte sich und seine Teamkollegen Dawid Kubacki Rang drei vor Heimpublikum. Anže Lanišek krönte den slowenischen Auftritt mit einem Satz auf 140 Meter und rettete damit Platz zwei – hinter dem souveränen Sieger Österreich mit Jan Hörl und Stephan Embacher.
Anzugmanipulation im italienischen Team
Wieder einmal war heute auch ein Anzug Thema. Nämlich der des Italieners Francesco Cecon, der kurz nach seinem ersten Sprung im ersten Durchgang disqualifiziert wurde. Als Grund wurde vom Internationalen Skiverband im Liveticker „Manipulation des Anzugs vor dem Start“ eingeblendet. Was sich genau dahinter in seinem Fall verbirgt, wurde nicht genannt. In jedem Fall sorgte er dafür, dass sein Teamkollege Giovanna Bresdaola gar nicht erst zum Einsatz kam.
Fettner in der Qualifikation vorne
In der vorangegangenen Qualifikation am frühen Nachmittag präsentierten sich besonders die österreichischen Skispringer in herausragender Form, sodass das Fehlen von Stefan Kraft und Daniel Tschofenig kaum auffiel. Manuel Fettner sicherte sich mit 133,7 Punkten den ersten Platz, dicht gefolgt von seinen Teamkollegen Jan Hörl (131,6 Punkte) und Maximilian Ortner, der sich den dritten Rang mit dem Slowenen Anže Lanišek (jeweils 130,7 Punkte) teilte. Insgesamt landeten fünf ÖSV-Athleten unter den Top Acht, darunter auch Stephan Embacher (5. Platz) und Jonas Schuster (8. Platz).
Auch die Slowenen zeigten sich stark: Neben Lanišek überzeugte Timi Zajc (7.), der nach seiner Disqualifikations-Sperre zurück im Weltcup ist. Der Gesamtweltcup-Führende Domen Prevc landete „nur“ auf Rang zehn. In Abwesenheit von Philipp Raimund und Felix Hoffmann zeigten sich die teilnehmenden drei Deutschen leicht verbessert. Karl Geiger belegte Platz 19, Pius Paschke wurde 24. und Andreas Wellinger Rang 34.

