Johansson gewinnt neue „Raw Air Challenge“

Robert Johansson, Raw Air 2020 - Lillehammer, Foto: Konstanze Schneider

In Norwegen hat diese Woche zum ersten Mal eine Reihe ganz besonderer Wettbewerbe stattgefunden: die „Raw Air Challenge“. Das Prinzip ist an sich ganz einfach, jedoch trotzdem sehr reizvoll. An jedem der fünf Tage mussten sich die Athleten einer anderen Herausforderung an der Schanze in Lillehammer stellen. Derjenige, welcher am Ende der Woche die meisten Punkte in den einzelnen Wettbewerben erzielt hat, hat gewonnen.

Montag

Am ersten Tag mussten die Herren in fünf aufeinanderfolgenden K.o.-Runden gegeneinander antreten. Begonnen wurde mit 25 Springern. Nach dem ersten Durchgang wurde das Feld halbiert und die schlechtere Hälfte ist ausgeschieden. Auch nach den folgenden drei Durchgängen wurde das Teilnehmerfeld immer halbiert. So standen sich am Ende Robert Johansson und Marius Lindvik im Finale gegenüber. Beide erreichten in letzten Durchgang des Tages eine Weite von 130,5 Metern. Da der ehemalige Weltrekordler jedoch in den vorherigen Sprüngen besser war, verwies er Lindvik mit 26,4 Punkten Vorsprung auf Platz zwei. Dritter wurde Daniel-André Tande.

Bei den Frauen fehlte die beste Norwegerin Maren Lundby aufgrund von Knieproblemen. Auf der kleinen Schanze, mit einer Hillsize von 98 Metern, traten lediglich sechs Springerinnen an. Aufgrund dessen wurden nur drei Durchgänge durchgeführt. Im finalen Durchgang setzte sich Eirin Maria Kvandal, mit 19 Punkten Vorsprung, gegen Silje Opseth durch.

Dienstag

Aufgrund von schlechten Witterungsbedingungen wurde das Springen von Dienstag auf Mittwoch verlegt.

Mittwoch

Am Mittwoch wurde das Springen von Dienstag nachgeholt und zusätzlich das reguläre Springen von Mittwoch durchgeführt.
Für Dienstag wurde sich eine besondere Art des Springens überlegt. Ziel war es nicht, möglichst weit zu springen, sondern genau die Entfernung zu erreichen, welche man vorher durch eine Glücksradziehung zugeteilt bekommen hat. Eine weitere Besonderheit dieses Springens war, dass es keine Trennung zwischen Männern und Frauen gab.

Wie schon am Montag, gewann Robert Johansson das Springen in Lillehammer. Er sollte die Weiten von 121 und 118 Meter erreichen. Im ersten Durchgang sprang er mit 120,5 Metern nur 0,5 Meter weniger als vorgegeben. Darauf folgte ein Sprung auf 116 Meter. Insgesamt ergab sich so ein Punktestand von 2,5 (Differenz zwischen „Glücksradweite“ und Sprungweite), welchen kein anderer Norweger unterbieten konnte. Mit einer Differenz von 3,5 Punkten wurde Bendik Jakobsen Heggli Zweiter. Den dritten Platz auf dem Podest mussten sich gleich drei Springer teilen. Eirin Maria Kvindal, Paal-Haakon Bjoertomt und Halvor Egner Granerud erreichten alle die Marke von 4 Punkten.

Im darauffolgenden ursprünglich einzigen geplanten Wettbewerb am Mittwoch, hatte jeder der Athleten die Möglichkeit, innerhalb von zwei Sessions von jeweils 45 Minuten, so oft zu springen wie er wollte. Allerdings mussten die Teilnehmer vor jedem Durchgang eine Frage beantworten. Wurde sie richtig beantwortet durfte der Springer von der großen Schanze (HS 142m) springen, wurde sie jedoch falsch beantwortet, musste er die kleinere (HS 98m) nehmen. Sieger wurde, wer am Ende des Tages, nach Zusammenrechnung aller gesprungenen Weiten, die längste Distanz zurückgelegt hatte. Auch hier gab es keine Trennung zwischen Damen und Herren.

Mit einer Weite von 2277 Metern in 18 Sprüngen gewann Daniel-André Tande. Er hatte zuvor nur zwei Fragen falsch beantwortet und konnte so 16 Mal von der Großschanze springen. Johansson beantwortet drei Fragen falsch, sprang ein Mal weniger und erreichte so nur eine Weite von 2070,5 Metern und erreichte somit den zweiten Rang. Komplettiert wurde das Podest durch Johann André Forfang.

Donnerstag

Am vorletzten Tag wurde in gemischten Doppeln gesprungen. Das heißt, Frauen und Männer durften jeweils zwei Mal springen. Wer am Ende die meisten Punkte ersprungen hatte, hat gewonnen.
Das Team, bestehend aus Silje Opseth und Halvor Egner Granerud, setzte sich mit Sprüngen auf 142,5; 124,5; 116 und 128,5 Metern gegen die Konkurrenz durch. Zweiter wurde Daniel-André Tande mit Eva Elise Johansen Amble. Den dritten Platz erreichte Eirin Maria Kvandal mit ihrem Partner Forfang.
Weiter gab es, neben den sechs gemischten Duos, vier reine Herren-Teams, welche in einer eigenen Wertung sprangen. Hier setzten sich Benjamin Oestvold und Anders Ladehaug durch.

Freitag

Am letzten Tag der „Raw Air Challenge“ hatte jeder Athlet, schon vor seinem ersten Sprung, einen Punktestand. Dieser ergab sich aus der umgekehrten Reinfolge des ersten Sprungs von Montag. Der schlechteste Springer von Montag, Espen Johansen Amble, bekam 91,4 Punkte gut geschrieben. Tande hingegen bekam keinen einzigen Punkt, da er im ersten Sprung am Montag der Beste war. Danach durfte jeder der 16 Teilnehmer ein Mal springen.
Gewonnen hat Sander Vossan Eriksen, welcher eine Weite von 138 Metern erreichte, sowie einen Bonus von 36,7 Punkten bekommen hat. Soelve Jokerud konnte sich vor Espen Johansen Amble durchsetzen und wurde Zweiter.

Gesamtsieger der „Raw Air Challenge“ wurde Robert Johansson. Er präsentierte sich die ganze Woche über in einer sehr starken Verfassung und konnte so 275 Punkte erzielen. Silje Opseth erreichete 252 Punkte. Mit 244 Punkten wurde der Gewinner von Mittwoch, Daniel-André Tande, Dritter.

Quelle: skijumping.pl, Norges Skiforbund

2 thoughts on “Johansson gewinnt neue „Raw Air Challenge“

  • 19/09/2020 um 08:51
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    Schön, dass die Website wieder belebt wurde. Besonders mit solchen Artikeln wird sie zur echten Bereicherung in der deutschen Skisprung-Berichterstattung.
    Spannendes Format. Macht sicherlicher sehr viel Spaß und lenkt vom Leistungsdruck-Alltag ab.

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    • 19/09/2020 um 18:23
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      Vielen Dank für das Feedback! Das freut uns sehr zu hören 🙂

      Antwort

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