Beim Tournee‑Finale in Bischofshofen ließ Domen Prevc keinerlei Zweifel an seinem Triumph aufkommen: Der Slowene verteidigte souverän seinen bereits komfortablen Vorsprung von rund 23 Metern und baute diesen sogar noch minimal aus. Mit seinem Gesamtsieg tritt er in die Fußstapfen seines älteren Bruders Peter – und gemeinsam schreiben die beiden damit Geschichte. Erstmals gelingt es einem Geschwisterpaar im Skispringen, die Vierschanzentournee zu gewinnen.
Hinter dem souveränen Gesamtsieger aus Slowenien entwickelte sich wie erwartet ein enges Rennen um die Plätze zwei und drei der Tournee‑Gesamtwertung. Im Kampf um die Podestplätze blieb das österreichische Team aus Jan Hörl, Stephan Embacher und Daniel Tschofenig unter sich. Tschofenig setzte in der Tageswertung zwar das stärkste Ausrufezeichen mit seinem Tagessieg, lag für das Gesamtpodest jedoch am Ende zu weit zurück. Mit den Rängen vier und fünf im Finale machten schließlich Hörl und Embacher den österreichischen Doppelerfolg mit Platz zwei und drei in der Tournee‑Gesamtwertung perfekt.
In der Tageswertung landete Domen Prevc hinter Tschofenig auf Rang zwei. Ryoyu Kobayashi komplettierte das Podium als Dritter. Der Tagessieger von Innsbruck, Ren Nikaido aus Japan, verpasste das Tournee-Podium mit seinem heutigen achten Platz am Ende deutlich auf dem vierten Platz der Tournee-Wertung.
DSV-TrioGeiger & Wellinger erneut ohne Punkte
Für Pius Paschke begann der Finaltag mit einem unkomplizierten Weiterkommen: Sein japanischer Gegner Yukiya Sato trat krankheitsbedingt nicht an. Seine Leistung bleibt jedoch weiterhin zu weit weg von den vorderen Platzierungen. „Gut gekämpft, aber leider ein bisschen zu weit hinten“, fasste Paschke seine Tournee-Leistungen im ARD-Interview im Anschluss zusammen.
Noch weniger erfolgreich waren einmal mehr Andreas Wellinger und Karl Geiger, die erneut ohne Punkte blieben. Wellinger unterlag dem Slowenen Rok Oblak und verpasste auch als Lucky Loser den Sprung ins Finale, während Geiger gegen den Norweger Halvor Egner Granerud chancenlos war. Damit blieb es auch bei der letzten Tournee-Station beim vertrauten DSV‑Trio im Finale. Felix Hoffmann zeigte solide Sprünge, doch für eine spürbare Aufholjagd im Kampf um das Tournee‑Podest reichte es angesichts der starken Konkurrenz aus Österreich am Ende nicht. In der Tageswertung wurde er bester Deutscher auf Platz zehn, ebenso in der Tournee-Gesamtwertung als Sechster. Trotz sichtbarer Krankheitssymptome präsentierte sich auch Philipp Raimund in guter Verfassung, vor allem im ersten Durchgang. Für ihn wurde es zum Abschluss der 74. Vierschanzentournee Platz zwölf sowie Rang acht im Gesamtklassement.
Kamil Stoch und Manuel Fettner mit Tournee-Abschied
Die K.o.-Duelle in Bischofshofen boten in diesem Jahr gleich mehrere besondere Momente – allen voran das polnische Aufeinandertreffen zwischen Kamil Stoch und Dawid Kubacki, die viele Jahre zusammen den polnischen Skisprungsport prägten. Für Stoch war es das letzte K.o.-Duell seiner Karriere, in welchem er einen würdigen Abschluss setzte. Er besiegte seinen Teamkollegen und ließ sich bei seinem finalen Tournee-Sprung von den Fans noch einmal feiern. Auch ein Österreicher absolvierte heute sein letztes Tourneespringen der Karriere, nämlich Manuel Fettner – mit einem ebenfalls sehr würdigen Abschluss auf Platz sieben. Passend dazu startete er heute mit der Startnummer 15. Denn im Alter von 15 Jahren war Fettner erstmals im Weltcup und bei der Vierschanzentournee dabei.
Für eine echte Überraschung sorgte im ersten Durchgang vor allem das Schweizer Duell: Gregor Deschwanden erwischte seinen Sprung überhaupt nicht und unterlag dem eigentlich formschwächeren Kilian Peier – selbst für die Lucky-Loser-Wertung reichte es nicht.

