Weltcup Damen

Weltcup Weltcup Damen

Eirin Maria Kvandal hat auch das zweite Einzelspringen der Damen in Willingen für sich entschieden. Damit triumphierte die Norwegerin zum dritten Mal in Folge an der Mühlenkopfschanze. Rang zwei ging an die Japanerin Nozomi Maruyama vor Nika Prevc, die nach einem schwächeren ersten Sprung eine starke Aufholjagd hinlegte. Selina Freitag verpasste als Vierte nur knapp das Podium.

Nach dem ersten Durchgang hatte mit Anna Odine Ström noch eine andere Norwegerin die Nase vorn. Sie führte nach einem Sprung auf 136 m das Feld an, vor der Japanerin Nozomi Maruyama und Selina Freitag. Zwischen den drei Athletinnen lagen jedoch nur drei Punkte, weshalb sich ein spannender Dreikampf für den zweiten Durchgang andeutete. Eirin Maria Kvandal, die sich am Vortag den Sieg gesichert hatte, lag als Vierte bereits 10,6 Punkte zurück. Noch schwieriger sah die Ausgangslage für die Weltcupgesamtführende Nika Prevc aus, die sich nur auf dem achten Zwischenrang einreihte und mit 25,3 Punkten Rückstand nach ganz vorne eine Mammutaufgabe vor sich hatte. Diese löste die Slowenin jedoch mit Bravour. Mit der Tagesbestweite von 146 m startete sie eine famose Aufholjagd, die sie noch bis auf das Podium bringen sollte.

Eirin Maria Kvandal erwischte mit 138,5 m im Anschluss ebenfalls einen exzellenten Versuch und verteidigte durch das Punktepolster aus Durchgang eins die Führung gegenüber Prevc. Bis zum Schluss sollte es keiner weiteren Athletin gelingen, an der Norwegerin vorbeizuziehen, die damit den Doppelsieg an diesem Willingen-Wochenende perfekt machte. Am dichtesten heran kam noch die Japanerin Nozomi Maruyama, die mit dem zweiten Rang erneut auf das Podium sprang.

Die wechselnden Bedingungen an der Mühlenkopfschanze wirbelten in beiden Durchgängen die Reihenfolge etwas durcheinander. Im zweiten Durchgang erwischte es unter anderem Anna Odine Ström, aber auch Selina Freitag. Während sich die Deutsche immerhin noch auf Rang vier einreihen konnte, büßte Ström noch mehr ein und kam trotz ihrer zwischenzeitlichen Führung am Ende nicht über den siebten Platz hinaus. Agnes Reisch (5.) und Nika Vodan (6.) zogen ebenfalls noch an der Norwegerin vorbei.

Ringo Miyajima, Josie Johnson (9.) und Sara Takanashi (10.) vervollständigten die Top 10. Besonders die US-Amerikanerin Johnson strahlte über das gesamte Gesicht und hat in Willingen offenbar eine neue Lieblingsschanze entdeckt, wie sie in der Mixed-Zone verriet: „Ich bin einfach nur total glücklich und habe jetzt meine neue Lieblingsschanze gefunden. Auch generell bin ich superglücklich mit dieser Saison, weil es meine bisher beste überhaupt ist. Jetzt freue ich mich schon riesig auf die Olympischen Spiele und alle anderen Wettbewerbe.“

Letzter Wettkampfsprung für Katharina Schmid auf deutschem Boden

Besonders emotional wurde es, als im zweiten Durchgang der Name Katharina Schmid vom Stadionsprecher aufgerufen wurde. Sie absolvierte nicht nur in Willingen ihren letzten Wettkampfsprung, sondern auch auf deutschem Boden. „Es war sehr emotional für mich. Ich wäre gerne besser gesprungen und hätte gerne besseren Wind gehabt, aber ich habe mich einfach riesig gefreut, noch einmal hier zu sein und vor so einer Kulisse zu springen. Ich habe natürlich versucht, es auszublenden, aber jetzt vor dem zweiten Sprung dachte ich mir schon: Wow, ich werde das schon ein bisschen vermissen, vor so einer Kulisse zu springen“, schilderte Schmid sichtlich bewegt. Den Wettkampf beendete sie auf Rang elf.

Weltcuppunkte für Hollandt, Seyfarth und Torazza

Anna Hollandt (23.), Juliane Seyfarth (24.) und Emely Torazza (28.) sammelten ebenfalls Weltcuppunkte.

„Heute hat es Spaß gemacht. Ich bin etwas besser gesprungen als gestern. Daher bin ich zufrieden und habe gleichzeitig die Stimmung aufgesaugt. Es war heute sogar noch einen Tick lauter, hatte ich das Gefühl“, so Hollandt, die – genauso wie Torazza – während der Olympischen Spiele an den COC-Wettbewerben teilnehmen wird. „Ja, genau, ich werde dort entspannt weiter trainieren. Die COCs sind für mich als Wettkampf nicht so wichtig, daher werde ich sie als Training ansehen und einfach versuchen, besser zu werden.“

Ihre Teamkollegin Juliane Seyfarth, die bei Olympia mit dabei sein wird, fasste den Tag wie folgt zusammen: „Heute war es leider nicht so gut wie gestern. Mein Sprung war ein bisschen spät, dadurch konnte ich den Wind auch nicht so nutzen. Die 140-Meter-Marke hebe ich mir also für das nächste Jahr auf“, schmunzelte sie.

Emely Torazza machte durch einige Windunterbrechungen vor ihren Sprüngen Bekanntschaft mit dem Balken. „Ich habe heute den Balken getestet, da ich immer wieder mal raus musste (lacht sie). Von den Sprüngen her hätte ich es mir besser vorgestellt. Der erste Versuch war schon ganz okay, aber es waren auch bessere Bedingungen, da hat es natürlich mehr Spaß gemacht. Ein bisschen enttäuscht vom Wochenende bin ich schon, aber ja, so ist Skispringen. Mal läuft es gut, mal ist es schlecht.“

Lisa Eder fehlt gesundheitsbedingt

Die Österreicherin Lisa Eder musste den zweiten Einzelweltcup in Willingen aus gesundheitlichen Gründen auslassen. Cheftrainer Thomas Diethart führte hierzu aus: „Lisa war nicht ganz fit und ist auch schon ein bisschen angeschlagen hierher gekommen. Wir haben uns daher dafür entschieden, sie heute rauszunehmen, sodass sie sich noch einmal erholen kann, bevor es zu den Olympischen Spielen geht.“

>>> Ergebnis Wettkampf

Weltcup Weltcup Damen

Rechtzeitig vor den Olympischen Spielen scheint Eirin Maria Kvandal in Form zu kommen. Die Norwegerin sicherte sich bei der Generalprobe in Willingen ihren ersten Saisonsieg vor der Weltcupführenden Slowenin Nika Prevc sowie der Japanerin Nozomi Maruyama. Agnes Reisch wurde als beste Deutsche Vierte.

Damit unterstrich Kvandal einmal mehr, dass ihr die Mühlenkopfschanze in Willingen besonders gut liegt. Im vergangenen Jahr konnte sie bereits das Einzelspringen im Sauerland für sich entscheiden. „Willingen gehört zu meinen Lieblingsschanzen im Weltcup. Ich bin sehr glücklich, dass ich den Sieg aus dem letzten Jahr wiederholen konnte, und es macht mir unglaublich viel Spaß, hier zu springen. Generell mag ich die Großschanzen viel lieber, und das hier ist die größte, die es gibt. Von daher passt das sehr gut zusammen.“

Bereits nach dem ersten Durchgang führte sie mit 138,5 m das Feld an und baute im zweiten Versuch mit einem Satz auf 143,5 m ihren Vorsprung noch weiter aus. Seriensiegerin Nika Prevc musste sich an diesem Tag zwar um 11,3 Punkte gegenüber Kvandal geschlagen geben, baute mit dem zweiten Platz ihren Vorsprung in der Weltcupgesamtwertung auf Maruyama jedoch weiter aus. „Ich habe wesentlich bessere Sprünge gezeigt als gestern, daher habe ich es heute umso mehr genossen. Nun fühle ich mich auch schon deutlich entspannter“, gab Prevc zu.

Nozomi Maruyama zeigte sich ebenfalls zufrieden mit ihrem dritten Rang: „Ich habe bei diesen schwierigen Bedingungen mein Bestes abrufen können. Daher bin ich sehr glücklich mit dem Verlauf dieses Wettbewerbs.“

Aus deutscher Sicht konnte vor allem Agnes Reisch überzeugen. Nach einem schwierigen ersten Durchgang, den die Allgäuerin auf dem neunten Zwischenrang abschloss, katapultierte sie sich im zweiten Durchgang mit einer Weite von 134 m noch bis auf die vierte Position nach vorne. Auch wenn sie das Podium knapp verpasste, brachte sie das Publikum entlang der Mühlenkopfschanze mit ihrem zweiten Sprung in Ekstase. „Heute war es turbulent, und man musste Glück haben. Der erste Sprung war nicht ganz so gut, dafür war der zweite wieder cool, und es hat richtig Spaß gemacht, Ski zu springen“, so Reisch, die sich über den großen Zuschauer Zuspruch in Willingen sehr freut. „Generell erleben wir Damen es nicht so häufig, vor so einer Kulisse zu springen, daher versuche ich, das einfach zu genießen. Und klasse, dass ich die Zuschauer mit einem guten Sprung am Ende auch belohnen konnte.“

Hinter der Norwegerin Anna Odine Ström (5.) reihte sich Selina Freitag auf Rang sechs ein. „Im ersten Durchgang hatten wir leider durch den Wind gar keine Chance, und im zweiten Durchgang habe ich schon fast zu früh Gas gegeben, weshalb der Sprung nicht ganz so sauber eingelaufen ist. Aber insgesamt weiß ich, dass ich in den Sprüngen ein gutes Grundniveau habe, und mit solchen Fehlern am Ende noch Sechste zu werden, ist sehr gut. Daher bin ich recht zufrieden, auch wenn ich natürlich gerne auf dem Podium gestanden hätte.“ Dahinter unterstrich Silje Opseth als Siebtplatzierte noch einmal das starke norwegische Ergebnis.

Katharina Schmid beendete den ersten von insgesamt zwei Einzelwettbewerben im Sauerland auf der achten Position. „Es war besser als in der letzten Zeit, daher bin ich eigentlich ganz happy mit meinen Sprüngen. Aktuell bin ich zwar noch nicht ganz da, wo ich gerne wäre, aber ich bin zufrieden, mal wieder in den Top-8 zu sein. Und gerade der zweite Sprung hier vor dem heimischen Publikum hat unglaublich viel Spaß gemacht“, erklärt Schmid. Die beiden Japanerinnen Ringo Miyajima und Kurumi Ichinohe rundeten die Top-10 ab.

Mit Juliane Seyfarth (11.), Anna Hollandt (28.) und Emely Torazza (29.) sammelten drei weitere DSV-Damen Weltcuppunkte. Dabei stand vor allem Seyfarth nach dem Wettbewerb die Freude ins Gesicht geschrieben. „Ich habe endlich gelernt, wie man in Willingen springt. So kann es morgen weitergehen“, strahlte sie. Bei Hollandt und Torazza verbleiben hingegen noch die ein oder anderen Baustellen. „Meine Sprünge waren jetzt nicht ganz so gut, aber ich sauge die Stimmung auf, und es macht mega Spaß, weil die Fans schon richtig on fire sind. Da sind die Sprünge nicht ganz so wichtig, wenn es gerade nicht läuft“, lässt sich Hollandt nicht entmutigen.

Emely Torazza führt aus: „Ich bin nicht ganz zufrieden, sondern hätte es mir lieber so vorgestellt wie letztes Jahr. Es war eine etwas andere Vorbereitung, die nicht ganz so gut lief. Aber Punkte mitzunehmen ist gut, ich hatte diese Saison ja noch nicht so viele Gelegenheiten, dort hineinzuspringen.“ Während den Olympischen Spielen wird sie an den COC-Wettkämpfen teilnehmen. „Es ist vielleicht ganz gut, um dort nochmal Lockerheit mitzunehmen“, so die junge Nachwuchsathletin.

DSV-Bundestrainer Heinz Kuttin zog nach dem zweiten Durchgang ein positives Fazit: „Zum Schluss bin ich wieder sehr zufrieden, aber im ersten Durchgang war es schon wieder unglaublich, wie die Verhältnisse gewechselt haben und auch unsere drei Top-Athletinnen vom Pech verfolgt waren. Die Sprünge waren alle in Ordnung, aber da bist du chancenlos, wenn du über 30 Punkte hinten liegst. Das war ernüchternd, umso besser war der zweite Durchgang. Da waren sie alle sehr kämpferisch und haben wirklich nochmal einen guten Sprung gemacht.“

Hinter den eigenen Erwartungen zurück blieben hingegen die zuletzt so starken Österreicherinnen. Während Julia Mühlbacher den 13. Platz belegte, kam Lisa Eder heute nicht über den 15. Rang hinaus. „Meine Sprünge waren nicht gut, der Wind war auch nicht der Beste – von daher eine schlechte Kombination. Irgendwie passt mein Sprungstil auch gar nicht zu dieser Schanze. Es ist immer brutal schwer, dass ich hier ins Fliegen komme und ein System da ist. Ich glaube, dass der Fokus jetzt schon für mich auf Olympia liegt“, resignierte Eder.

>>> Endergebnis

Weltcup Weltcup Damen Weltcup Herren

Nika Vodan, Timi Zajc, Nika Prevc und Domen Prevc (295,4 Punkte) haben zum Auftakt ins Willingen-Wochenende dem slowenischen Team den Sieg im Mixed-Wettbewerb gesichert. Das Quartett setzte sich nach nur einem ausgetragenen Durchgang hauchdünn vor der deutschen Mannschaft mit Agnes Reisch, Karl Geiger, Selina Freitag und Philipp Raimund durch (294,8 Punkte). Dahinter komplettierten die Japaner mit Sara Takanashi, Ren Nikaido, Nozomi Maruyama und Ryoyu Kobayashi (277,8 Punkte) auf Rang drei das Podium.

Dichter Nebel sowie stark wechselnde Windbedingungen prägten den ersten Wettkampftag in Willingen und wirbelten das Ergebnis zeitweise mächtig durcheinander. Trotzdem gelang es der deutschen Mannschaft, vor heimischem Publikum klare Sicht zu behalten und bis zum Schluss um den Sieg mitzukämpfen. Am Ende musste sich Schlussspringer Philipp Raimund im Gesamtklassement um gerade einmal 0,6 Punkte Skiflug-Weltmeister Domen Prevc geschlagen geben, der das slowenische Team mit einem Sprung auf 128,5 m knapp zum Mixed-Sieg führte.

„Es ist natürlich ein bisschen schade, weil es so knapp war. Aber ich denke, bei solchen Bedingungen zu Hause auf dem Podest zu stehen, ist bombenstark. Deshalb bin ich stolz auf das gesamte Team heute“, bilanzierte Freitag, die zugleich voll des Lobes über die Atmosphäre an der Schanze war. „Es war heute schon richtig schön, auf den Balken zu rutschen und die ganzen Zuschauer zu hören, die für sehr viel Aufwind gesorgt haben. Und ja, ich hoffe, dass ich die zwei Tage noch liefern kann, vor allem weil ich auch mal in den Wetterbericht reingeschaut habe und es doch besser werden soll“, so Freitag weiter.

Doch der Reihe nach: Die Slowenen erwischten einen starken Auftakt und führten dank eines Sprungs von Nika Vodan auf 132 m nach der ersten Gruppe das Feld der insgesamt neun gestarteten Nationen an. Auf Platz zwei folgte überraschend die US-Amerikanerin Josie Johnson (131,5 m) vor Norwegen mit Anna Odine Ström (127 m). Die deutsche Mannschaft büßte mit Agnes Reisch (6./112 m), die bei der Windlotterie nicht das glücklichste Händchen hatte, direkt zu Beginn etwas ein. Gleiches galt auch für das japanische Team, in dem Sara Takanashi nicht über 103,5 m hinauskam und sich ganz am Ende des Feldes auf Rang neun einsortierte.

In der zweiten Gruppe verteidigte Timi Zajc mit einem soliden Sprung auf 118,5 m die slowenische Führung, während Karl Geiger dahinter dank eines Satzes auf 125 m die deutsche Mannschaft von Platz sechs bis auf Rang zwei nach vorne brachte. Dem Oberstdorfer gibt dieser Auftritt sowie die Nominierung für das Mixed-Team nach den schwierigen ersten Monaten der Saison erneut Auftrieb. Auf die heutigen Bedingungen an der Schanze angesprochen schmunzelt er: „Typisch Willingen – wieder einmal extrem windig und gut Druck unterm Ski, aber von den Schneebedingungen her bei dieser Kälte auch hervorragend.“ Doch auch die Japaner wurden dank Ren Nikaido (134,5 m) ordentlich nach vorne gespült und schoben sich auf den dritten Zwischenrang. Federn lassen mussten hingegen die Norweger, denn für Johann Andre Forfang war bereits nach 96,5 m Schluss, weshalb sie nach der zweiten Gruppe auch auf dem letzten Rang rangierten.

In der dritten Gruppe brachte Selina Freitag (132 m) mit einem ausgezeichneten Sprung die deutsche Mannschaft an die Spitze. Die Dominatorin des bisherigen Winters, Nika Prevc (114,5 m), hatte hier das Nachsehen und fiel mit der slowenischen Mannschaft auf Rang zwei zurück. 24,4 Punkte trennten die beiden Top-Nationen des heutigen Tages vor dem abschließenden Sprung. Dahinter setzten sich die Japaner fest, Nozomi Maruyama sprang auf 124 m.

In der vierten Gruppe gelang es Domen Prevc (128,5 m) dann, das Blatt noch einmal zugunsten der Slowenen zu wenden und knapp an Philipp Raimund (121 m) bzw. dem deutschen Quartett vorbeizuziehen. Dahinter brachten die Japaner ihren dritten Rang sicher ins Ziel, vor den Österreichern (4.), bei denen Julia Mühlbacher (112,5 m) sowie Lisa Eder (104,5 m) heute hinter ihren Möglichkeiten blieben. „Es war sehr, sehr schwierig. Gerade durch die Warterei ab dem Moment, wenn man die Schrittkontrolle passiert hat mit den Keilen drin – das schnürt einem irgendwann das Blut in den Füßen ab. Alles wird taub, und dann ist natürlich auch die Kälte nicht zu unterschätzen. Mit dem Wind fühlt sich das ziemlich zapfig an“, beschreibt Mühlbacher.

Schlussspringer Stefan Kraft, der neben Daniel Tschofenig ebenfalls zum ÖSV-Aufgebot zählte, sagte im Anschluss: „Natürlich will man gerne auf dem Stockerl stehen, aber wichtig ist, dass heute keinem etwas passiert ist. Man hat heute sicher das Glück gebraucht. Mir persönlich war der Sprung aber nochmal wichtig, um auch bei schwierigen Bedingungen nochmal einen möglichst passablen Sprung zu zeigen und das ist mir gelungen. Von dem her passt das ganz gut für das Wochenende.“

Die Norweger erreichten trotz des schwachen Sprungs von Forfang am Ende noch Rang fünf. Dahinter reihten sich Italien (6.), Frankreich (7.), Finnland (8.) sowie die USA (9.) ein.

FIS-Renndirektor Sandro Pertile: „Ich bin froh, dass niemand gestützt ist“

Durch die teilweise sehr hohen Windgeschwindigkeiten (bis zu 7m/Sek.) mussten sich die Akteure und Zuschauer auf lange Wartezeiten einstellen. Besonders hart traf es Philipp Raimund, der insgesamt viermal vom Balken musste. So zog sich der erste Durchgang, der gegen 16:10 Uhr begann, bis fast 18:00 Uhr. Dadurch entschied sich die Jury letztlich auch, keinen zweiten Durchgang mehr in Angriff zu nehmen.

„Heute war es extrem schwierig, der Wind hat ständig gewechselt. Ich bin froh, dass niemand gestürzt ist und wir ein Ergebnis haben“, erklärt FIS-Renndirektor Sandro Pertile gegenüber Skispringen-News.de und macht zugleich Hoffnung für die beiden bevorstehenden Tage an der Mühlenkopfschanze. „Der Wetterbericht für morgen und übermorgen ist glücklicherweise viel besser. Wir wussten, dass heute der schwierigste Tag werden würde, und sind daher, was das weitere Wochenende angeht, positiv gestimmt.“

DSV-Damenbundestrainer Heinz Kuttin: „Der Wind war heute mehr außerhalb des Korridors als innerhalb“

„Es hatte niemand erwartet, dass der Wind so schnell hin- und herwechseln würde; er war ja tatsächlich mehr außerhalb des Korridors als innerhalb. Daher war es in erster Linie wichtig, gesund herunterzukommen und einen möglichst vernünftigen Sprung zu machen. Insgesamt wurde es Platz zwei, ganz knapp hinter Slowenien. Ein spannender Wettbewerb, was die Punkte angeht, aber nicht so schön, um Ski zu springen“, so Kuttin, der seine beiden Damen für das Mixed-Team nach den Eindrücken aus nur einem kompletten Trainingsdurchgang aufstellen musste. Der zweite Trainingsdurchgang musste vor Agnes Reisch aufgrund des Windes abgebrochen, und der dritte Probeversuch gänzlich gestrichen werden. Im Vergleich dazu konnten bei den Herren beide Trainingsdurchgänge planmäßig über die Bühne gebracht werden.

„Wir sehen die Athletinnen ja jeden Tag. Katharina Schmid konnte ihren zweiten Sprung noch durchführen, aber da hat man bereits gesehen, dass der Wind sehr schnell gewechselt hat. Er war ziemlich stark am Vorbau, und unten sind sie dann alle heruntergefallen. Da kann man keine Qualifikation in diesem Sinne durchführen. Aber wir kennen die Athletinnen sehr gut, und daher war es heute wichtig, ein gutes Bauchgefühl bei der Nominierung zu haben, um sie für diesen Tag aufzustellen“, so Kuttin zu seiner Entscheidungsfindung.

>>> Endergebnis Mixed-Team

>>> Gesamtstände Nationen Cup (Damen & Herren)

Weltcup Damen

Es war ein äußerst spannendes Finale im japanischen Zao. Lisa Eder sichert sich hier ihren ersten Weltcup Sieg der Karriere vor der Gesamtweltcupführenden Nika Prevc und Rückkehrerin Abigail Strate.

Lisa Eder (227,9 Pkt.) hat es endlich geschafft. Nach vielen zweiten Plätzen und Podiumsplatzierungen war es in Zao endlich soweit. Mit Sprüngen auf 96,0 und 98,0 Metern sicherte sich die Saalfeldenerin mit 1,4 Punkten Vorsprung den Sieg vor Nika Prevc (226,5 Pkt.). Da waren die Emotionen natürlich groß. Prevc erzielte im zweiten Durchgang mit 101,0 Metern die Tagesbestweite, diese reichten am Ende aber nicht für den Sieg. So blieb es bei Platz zwei, den sie auch nach 92,0 Metern im ersten Durchgang innehatte.

Agnes Reisch auf Platz vier beste Deutsche

Abigail Strate (222,3 Pkt.), die zuletzt im Weltcup pausierte und Ljubno und Zhangijakou ausgelassen hatte, kämpfte sich mit einem starken zweiten Sprung auf 97,0 Meter noch von Platz sieben auf das Podium und wurde Dritte. Für Agnes Reisch reichte es mal wieder nur für den undankbaren vierten Platz. Sie zeigte zwei konstant gute Sprünge auf 95,0 und 98,0 Meter und verpasste das Podium mit 219,7 Punkten nur knapp.

Selina Freitag nach gestrigen Podium, Siebte

Anna Odine Stroem verbesserte sich im zweiten Sprung mit 95,5 Metern noch von Platz elf auf Rang fünf in der Endabrechnung. Damit lag sie direkt vor ihrer Teamkollegin Heidi Dyhre Traaserud, die Sechste wurde. Für Selina Freitag, die gestern noch auf dem Podium stand, reichte es nach 90,5 und 92,5 Metern für den siebten Rang. Ähnlich erging es der gestrigen Siegerin Nozomi Maruyama. Sie belegte Platz acht vor heimischen Publikum. Dieses erhoffte sich nachdem Sara Takanashi in der Halbzeit noch auf Rang vier lag, erneut ein japanisches Podium. Jedoch fiel Takanashi noch auf den neunten Platz zurück. Die Top Ten wurden von Nika Vodan aus Slowenien komplettiert.

Durchwachsenes deutsches Teamergebnis

Nicht ganz wie gewünscht lief es für die übrigen deutschen Damen. Katharina Schmid kam auf Rang 17 ins Ziel, Juliane Seyfarth wurde 23. Anna Hollandt und Emely Torazza verpassten auf den Plätzen 31 und 33 den zweiten Durchgang nur knapp und musste im Finale zuschauen.

Für die Damen geht es nun nach Sapporo, wo zwei Einzelwettbewerbe auf dem Plan stehen, ehe es dann in Willingen vom 30.01.26 bis 01.02.26 zur Olympia Generalprobe geht.

Ergebnis Wettkampf

Ergebnis Qualifikation

Weltcup Weltcup Damen

Vor eine Geduldsprobe wurden die Damen heute im zweiten Wettkampf im chinesischen Zhangjiakou gestellt. Nachdem die Qualifikation bereits den widrigen Windbedingungen zum Opfer fiel, musste auch der Wettkampfstart ganze Sechs mal verschoben werden, bis es endlich losgehen konnte. Am Ende siegt Nika Prevc nach nur einem Durchgang.

Die Dominatorin der Saison lies sich von den langen Wartezeiten in eisiger Kälte nicht aus der Ruhe bringen. Nach ganzen 70 Minuten konnte man nach nur einem Durchgang zumindest ein Ergebnis verzeichnen. Ganz oben stand am Ende mal wieder die Slowenin. Mit einem Sprung auf 134,5 Meter sicherte sie sich 113,6 Punkte und sicherte sich damit einen Vorsprung von ganzen 16,1 Punkten auf Platz Zwei. Dieser ging an die Norwegerin Anna Odine Stroem mit 127,0 Metern und 97,5 Punkten. Der dritte Platzt ging an die Weltcupzweite aus Japan, Nozomi Maruyama (125,5 m/94,7 Pkt.).

Japanisches Team mit vier Athletinnen unter den Top Ten

Besonders stark zeigte sich am heutigen Tag das japanische Team. Insgesamt konnten sich vier Japanerinnen unter den besten Zehn platzieren. Knapp hinter dem Podest auf Rang vier landete Sara Takanashi. Auf den Plätzen Sechs und Sieben folgten dann die Teamkolleginnen Yuka Seto und Ringo Miyajima.

Agnes Reisch auf Platz Fünf beste Deutsche

Auf Platz Fünf landete Agnes Reisch als beste Deutsche. Auch Katharina Schmid konnte sich auf Platz 10 noch in den Top Ten platzieren. Selina Freitag (12.) und Juliane Seyfarth (13.) konnten in einem schwierigen Wettkampf ebenfalls solide Leistungen zeigen. Knapp nicht für die Punkte reichte es am Ende für Emely Torazza (32.) und Anna Hollandt (33.).

Auch die Chinesin Ping Zeng konnte vor heimischem Publikum wieder ihre Leistung abrufen und wurde am Ende achte. Auf Platz Neun landete die beste, und aktuell stärkste Österreicherin, Lisa Eder.

Disqualifikation und Nichtstarts

Wie schwierig die Windbedingungen am heutigen Tag waren, zeigte eine ungewohnte Disqualifikation. Die Tschechin Klara Ulrichova wurde aufgrund eines zu späten Starts disqualifiziert, nachdem ihr Trainer sich aufgrund des unruhigen Winds weigerte, seine Athletin abzuwinken. Gar nicht erst an den Start gingen die Norwegerin Heidi Dyhre Traaserud und Ulrichovas Teamkollegin Anezka Indrackova.

Offizielles Ergebnis

Weiter geht es für die Damen nun nach Japan. Bereits am Dienstag und Mittwoch stehen in Zao zwei Einzelbewerbe auf dem Plan.

Weltcup Damen

Nika Prevc ist weiterhin die Frau der Stunde. Auch im chinesischen Zhangjiakou, wo die Damen sich aufgrund Windes erstmal geduldig zeigen mussten, ist die Slowenin unschlagbar. Sie siegte mit Schanzenrekord vor Nozomi Maruyama und Selina Freitag.

Ganze 23,7 Punkte Vorsprung waren es am Ende für Nika Prevc, die aktuell unschlagbar scheint. Mit Sprüngen auf 136,5 und 130,0 Meter erzielte sie 245,6 Punkte. Nozomi Maruyama folgte mit 221,9 Punkten auf dem zweiten Rang. Selina Freitag (215,2 Pkt.) kam als beste Deutsche mit Weiten von 128,5 und 125,0 Metern auf Rang drei und konnte sich somit noch von Platz vier nach dem ersten Durchgang auf das Podium springen.

Vor heimischen Publikum, das zugegebenermaßen nicht besonders zahlreich erschien, musste sich die Chinesin Ping Zeng, nach einer schlechten Landung, am Ende mit dem vierten Platz begnügen, lag sie doch nach dem ersten Sprung noch auf Podiumskurs. Anna Odine Stroem wurde nach ihrer kurzen Pause in Ljubno, Fünfte. Mannschaftlich besonders stark zeigten sich die Japanerinnen. Neben Maruyama erzielten auch Sara Takanashi auf Rang sechs und Ringo Miyajima auf Rang sieben jeweils eine Top Ten Platzierung. Ebenfalls in den Top Ten zu finden waren Lisa Eder als Neunte und Jenny Rautionaho als Zehnte.

Aus deutscher Sicht lief es neben dem Podium durch Selina Freitag, heute etwas durchwachsen. Agnes Reisch lag am Ende auf dem achten Rang, Katharina Schmid verpasste die Top Ten als 12. knapp. Juliane Seyfarth beendete den Wettkampf auf dem 14. Platz. Anna Hollandt und Emely Torazza verpassten mit den Plätzen 35 und 37 und mussten daher im zweiten Durchgang zuschauen.

Am morgigen Samstag findet ein weiterer Einzelwettbewerb der Damen statt. Start der Qualifikation ist um 07:45 Uhr deutscher Zeit, ehe um 09:00 Uhr dann der Wettkampf startet.

Ergebnis

Weltcup Weltcup Damen

Auch beim zweiten Einzelspringen in Ljubno führte kein Weg an Nika Prevc (85 m/92 m; 271,1 Punkte) vorbei. Die Slowenin setzte sich in einem spannenden Finale knapp gegen die Österreicherin Lisa Eder (87,5 m/90,5 m; 270,1 Punkte) durch, die nach dem ersten Durchgang noch in Führung gelegen hatte. Katharina Schmid (90 m/89,5 m; 252,9 Punkte) sorgte als Drittplatzierte für die siebte deutsche Podiumsplatzierung in Serie.

Nika Prevc und Lisa Eder haben auch dem heutigen Einzelwettbewerb in Ljubno wieder ihren Stempel aufgedrückt. Bereits in der Qualifikation lieferten sie sich ein enges Duell, das die Weltcupführende Prevc mit einem Vorsprung von 5,5 Punkten für sich entscheiden konnte. Im Wettkampf konterte Eder dann zunächst erfolgreich und setzte sich mit einem Sprung auf 87,5 m (135,5 Punkte) an die Spitze. Prevc kam ihrerseits im ersten Durchgang auf eine Weite von 85 m (132,4 Punkte) und reihte sich knapp hinter der Österreicherin ein. Doch im zweiten Durchgang wendete sich das Blatt noch einmal zugunsten von Prevc, die mit einem starken Sprung auf 92 m wiederum an Eder vorbeiziehen konnte. Schlussendlich trennte die beiden derzeit formstärksten Athletinnen unter dem Strich gerade einmal ein Punkt. Für Eder war es die vierte Podiumsplatzierung in Serie.

„Es war ein langer Tag, immer wieder sind Windböen eingezogen. Vor allem im ersten Durchgang habe ich lange warten müssen. Der erste Sprung war nicht ganz das, was ich wollte, aber ich war auf einem guten Weg. Dann als Führende das erste Mal oben zu stehen, war auch nicht gerade einfach – vor allem, wenn die Stimmung hier bei Nika so grandios ist. Ich finde aber, dass ich im zweiten Sprung einen guten Job gemacht habe. Und ein Punkt ist natürlich wieder einmal bitter, aber es wird irgendwann schon klappen mit dem ersten Sieg“, so Eder anschließend.

Ihr Cheftrainer Thomas Diethart zeigte sich im Anschluss ebenfalls erleichtert und glücklich: „Es war ein ganz schwieriger Wettkampf, der Wind hat sehr schnell gedreht. Teilweise ist es schon in eine gefährliche Richtung gegangen, aber die Jury hat schlussendlich gut reagiert und der Wettkampf ist gut ausgegangen – vor allem ist nichts passiert. Und Lisa war heute ganz knapp dran, die Nika zu schlagen. Ja, wir sind happy.“

Erfreulich aus deutscher Sicht war vor allem der dritte Rang von Katharina Schmid, die im Hinblick auf die Olympischen Spiele immer besser in Form zu kommen scheint. Nach dem ersten Durchgang lag die Oberstdorferin noch auf der vierten Position hinter der starken Chinesin Ping Zeng (88 m/79 m; 249,1 Punkte), konnte jedoch dank eines starken Sprungs auf 89,5 m im Finale noch an dieser vorbeiziehen.

Der fünfte Platz ging an die Finnin Jenny Rautionaho (72 m/85 m; 239,9 Punkte), die sich im ersten Durchgang der Herausforderung von über 3 m/Sek. Rückenwind stellen musste. Sie erhielt hierfür 40 Windpunkte als Kompensation und lag trotz ihrer Weite von 72 m dadurch auf dem neunten Zwischenrang. Im zweiten Durchgang sprang sie dann mit 85 m bei deutlich einfacheren Bedingungen noch bis auf Platz fünf nach vorne.

Eine starke Aufholjagd zeigte auch die Slowenin Nika Vodan, die nach einem schwächeren ersten Versuch, mit dem sie nur auf Rang 14 lag, noch bis auf Platz sechs vorrückte. Ein gutes Ergebnis, wenngleich sie ihr Potenzial im Wettkampf an diesem Tag nicht ganz ausschöpfte. In der zuvor absolvierten Qualifikation war sie hinter ihrer Landsfrau Prevc und Eder noch drittbeste Dame. Hinter ihr bestätigte die US-Amerikanerin Annika Belshaw (7.) ihren positiven Trend.

Juliane Seyfarth (89 m/77 m; 233,8 Punkte) wurde als zweitbeste Deutsche Achte. Ein starkes Ergebnis für sie, wenngleich sie nach dem ersten Durchgang sogar noch auf Platz fünf gelegen hatte. Dennoch waren es für sie an diesem Ljubno-Wochenende die besten Resultate seit drei Jahren.

Neben Ping Zeng konnte mit Bing Dong eine weitere Chinesin überzeugen und einen starken neunten Platz einfahren – vor der ebenfalls gut aufgelegten Rumänin Daniela Vasilica Toth (10.), die die Top 10 komplettierte.

Anna Hollandt auf Platz 13 – Selina Freitag kommt nicht über Rang 19 hinaus

Mit dem 13. Platz gelang es Anna Hollandt (82 m/80 m; 229,8 Punkte), ihre Leistung vom Vortag erfolgreich zu bestätigen. Mit ihrer Steigerung dürfte Bundestrainer Heinz Kuttin nach dem bisher schwierigen Saisonverlauf ganz besonders zufrieden sein. Selina Freitag (80,5 m/76 m; 224,6 Punkte) blieb an diesem Tag hingegen mit dem 19. Platz weit hinter ihren eigenen Möglichkeiten zurück. Nach dem ersten Durchgang hatte sie noch auf der siebten Position gelegen.

Emely Torazza sammelt Weltcuppunkte – Julina Kreibich schafft die Qualifikation

Nachdem Emely Torazza und Julina Kreibich am Freitag noch in der Qualifikation ausgeschieden waren und dadurch gestern im ersten Einzelwettbewerb nur zuschauen durften, gelang ihnen am heutigen Tage eine deutliche Verbesserung. So nahmen die beiden jungen Nachwuchstalente zunächst erfolgreich die Qualifikationshürde und zogen souverän in den Wettkampf der 40 besten Damen ein. Im Wettkampf konnte Kreibich (36.) diese Leistung dann nicht mehr ganz abrufen und schied mit einer Weite von 78,5 m nach dem ersten Durchgang aus. Emely Torazza (27.) sammelte hingegen mit 80,5 m und 75 m ihre nächsten Weltcuppunkte.

Disqualifikation der Italienerin Martina Zanitzer

Die Italienerin Martina Zanitzer, die sich mit Platz 30 gerade noch für den zweiten Durchgang qualifiziert hatte, wurde nach ihrem zweiten Sprung aus der Wertung genommen. Der Grund hierfür war allerdings nicht ihr Anzug, sondern die Skispitzen, die sich bei der Kontrolle als zu flach herausgestellt hatten.

>>> Ergebnis Qualifikation

>>> Ergebnis Wettkampf

Für die Damen geht es am 16./17.01. in Zhangjiakou (China) weiter.

Weltcup Weltcup Damen

Nika Prevc hat beim Heimweltcup in Ljubno einmal mehr ihre Ausnahmestellung im Damen-Skispringen eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Auf der Normalschanze ließ die Slowenin der Konkurrenz keine Chance und feierte vor heimischem Publikum einen souveränen und ungefährdeten Sieg. Mit zwei starken Sprüngen deklassierte Prevc das Feld und bestätigte ihre aktuell überragende Form. Hinter der dominanten Siegerin komplettierten Lisa Eder aus Österreich und Selina Freitag aus Deutschland das Podest. 

Nika Prevc deklassiert das Feld 

Mit zwei herausragenden Sprüngen stellte Nika Prevc ihre Überlegenheit eindrucksvoll unter Beweis. Mit 96,0 Metern, der Tagesbestweite, sowie 89,5 Metern sammelte die Slowenin insgesamt 278,3 Punkte und gewann den Wettbewerb mit einem Vorsprung von 24,2 Punkten. Damit fiel ihr Abstand zur Konkurrenz fast genauso deutlich aus wie jener ihres Bruders Domen Prevc, der zuletzt in Klingenthal mit knapp 25 Punkten Vorsprung triumphiert hatte.

Auf Platz zwei landete Lisa Eder, die mit Sprüngen auf 91,5 und 88,5 Meter insgesamt 254,1 Punkte erreichte. Selina Freitag komplettierte das Podest für Deutschland. Mit Weiten von 88,5 und 92,0 Metern kam sie auf 244,7 Punkte und sicherte sich den dritten Rang. Nur knapp am Podest vorbei sprang die Österreicherin Julia Mühlbacher, die als Vierte lediglich 2,8 Punkte hinter Freitag lag. Platz fünf ging mit Katharina Schmid an eine weitere Deutsche.

Die zweitbeste Slowenin beim Heimweltcup in Ljubno war Nika Vodan, die mit Platz sechs ein starkes Ergebnis erzielte. Weiterhin in guter Form präsentierte sich auch die Chinesin Ping Zeng, die mit Rang sieben erneut den Sprung in die Top Ten schaffte. Das geschlossene Mannschaftsergebnis des deutschen Teams rundete Juliane Seyfarth ab, die als Achte ebenfalls unter den besten Zehn landete. Auch das finnische Team durfte sich freuen. Jenny Rautionahobelegte Platz neun und sorgte damit für ein weiteres Erfolgserlebnis. Qi Liu aus China komplettierte die Top Ten und unterstrich damit, dass das chinesische Team neben Zeng über weitere leistungsstarke Springerinnen verfügt.

Knapp an den Top Ten vorbei sprang Anna Hollandt, die als Zwölfte das insgesamt starke Abschneiden der deutschen Mannschaft abrundete.

Prevc baut Vorsprung aus, Japan und Norwegen abstinent 

Mit ihrem souveränen Erfolg in Ljubno konnte Nika Prevc ihre Führung im Gesamtweltcup weiter ausbauen. Begünstigt wurde dies auch dadurch, dass ihre erste Verfolgerin Nozomi Maruyama aus Japan in Slowenien nicht am Start war. Da das komplette japanische Team die Station in Ljubno ausließ, vergrößerte sich der Vorsprung von Prevc in der Gesamtwertung auf nunmehr rund 200 Punkte. Aktuell deutet damit vieles darauf hin, dass die große Kristallkugel in dieser Saison sowohl bei den Damen als auch bei den Herren an die Familie Prevc gehen könnte – ein bemerkenswertes sportliches Ausrufezeichen.

Neben den Japanerinnen verzichtete auch das norwegische Team auf einen Start beim Weltcupwochenende in Ljubno. Damit fehlten gleich zwei Nationen, die im bisherigen Saisonverlauf regelmäßig in den vorderen Rängen vertreten waren.

DSV Two-Nights-Tour Vierschanzentournee

Vor Beginn der Two-Nights-Tour hat Katharina Schmid ihr Karriereende zum Ende dieser Saison verkündet. Die Vierschanzentournee, für die sie über Jahre gekämpft hat, wird sie damit nicht mehr als aktive Athletin erleben. Skispringen-News.de hat sich mit der Oberstdorferin hierüber unterhalten.

Skispringen-News.de: „Hallo Katharina, du hast bekannt gegeben, dass nach der Saison Schluss sein wird. Wie schwer ist dir diese Entscheidung gefallen? Kannst du uns da mal ein bisschen Einblick geben?“

Katharina Schmid: „Es ist mir nicht so schwer gefallen, denn ich habe mir das gut überlegt. Und ja, ich habe die Entscheidung jetzt getroffen, und sie passt für mich.“

Skispringen-News.de: „Hast du den Zeitpunkt vor der Two-Nights-Tour zur Verkündung bewusst gewählt, damit du dich vom Publikum, gerade in Oberstdorf, dann auch speziell verabschieden kannst, oder hat das gar keinen Einfluss darauf gehabt?“

Katharina Schmid: „Ganz ehrlich gesagt habe ich das einfach jetzt vor der Two-Nights-Tour gemacht, weil in Oberstdorf zur Pressekonferenz der Herren alle da waren und ich gehofft habe, dass ich da nicht so viele Nachfragen bekomme (lacht). Also ja, ich habe das bewusst gewählt und wollte es nicht durch die ganze Saison mitnehmen. Und sich daheim so zu verabschieden, ist, glaube ich, dann auch ganz gut.“

Skispringen-News.de: „Gerade eben haben Sie mitgeteilt, dass Innsbruck jetzt auch grünes Licht gegeben hat, also dass die Genehmigung für den Bau des Flutlichts ausgesprochen wird und die Vierschanzentournee für die Damen ab 26/27 wohl auch stattfinden kann. Nach all den Jahren, die ihr dafür gekämpft habt – wie sehr schmerzt es vielleicht auch, dass du dann nicht mehr dabei sein wirst?“

Katharina Schmid: „Nein, wir haben alle, glaube ich, lange genug darauf gewartet. Ich bin froh, dass es jetzt kommt, und freue mich für die ganzen Mädels, dass sie das dann genießen dürfen. Ich glaube, vor uns haben auch schon Damen für andere Wettkämpfe gekämpft, die sie selbst nicht mitmachen konnten. Und ich glaube, das ist schon okay für mich. Ich bin froh, dass die Tournee kommt, und ich werde sie verfolgen.“

Skispringen-News.de: „Vielleicht noch ein paar Worte von dir zum Nachwuchs im deutschen Team. Hier war ja auch die nationale Gruppe am Start, vor allem Julina Kreibich hat dabei sehr auf sich aufmerksam gemacht.“

Katharina Schmid: „Ja, ich glaube, wir sind recht gut aufgestellt. Ich freue mich für Julina, dass sie es geschafft hat, in den Wettkampf zu kommen und dass sie dabei ist. Man sieht schon: Natürlich haben wir jetzt nicht ganz so viele Mädels, aber die Qualität ist gut, und sie arbeiten sich heran. Es ist immer schwierig, als nationale Gruppe vorneweg zu springen, aber sie haben ihren Job gemacht, und ich glaube, dass wir in den nächsten Jahren ganz zufrieden sein können und gut aufgestellt sind.“

Skispringen-News.de: „Was war für dich rückblickend der schönste Moment in deiner Karriere?“

Katharina Schmid: „Bis jetzt, glaube ich, die WM in Planica. Aber wer weiß, vielleicht kommt da ja noch etwas dazu (lacht).“

Skispringen-News.de: „Was hast du dir jetzt für die nächsten Monate noch vorgenommen?“

Katharina Schmid: „Ich will es einfach genießen und freue mich auf die Wettkämpfe daheim sowie auf die Olympischen Spiele. Das will ich alles noch mal mitnehmen und auch Vollgas geben, denn ich will schon vorne mitmischen können.“

Skispringen-News.de: „Siehst du dich selbst auch als Vorbild für die jüngere Generation?“

Katharina Schmid: „Ja, ich glaube mittlerweile schon. Ich merke, wie die jüngeren Mädels zu mir aufschauen, zum Beispiel beim Aufwärmen – so nach dem Motto: ‚Was macht die?‘ Ich finde das ganz cool und hoffe, ich kann oder konnte ein gutes Vorbild sein.“

Skispringen-News.de: „Wie war das für dich während deiner Karriere, weil ihr als Frauen ja sehr viel kämpfen musstet? Hast du dich auch mal gefragt: Warum mache ich das hier eigentlich?“

Katharina Schmid: „Nein, weil der Sport einfach unglaublich viel Spaß macht. Klar müssen wir drumherum noch kämpfen, und es ist oft mühsam. Ich glaube auch, dass es die nächsten Jahre noch ein bisschen schwierig wird, bis wir wirklich alles erreicht haben. Aber ich habe schon gemerkt, was in den letzten 15 Jahren passiert ist, seit ich dabei bin. Wir haben große Schritte gemacht. Natürlich geht es einem als Athlet nie schnell genug. Aber ich hoffe einfach, dass es so weitergeht und dass die Mädels irgendwann genießen können, wofür wir und die vor uns schon gekämpft haben.“

Skispringen-News.de: „Und wenn du auf dein jüngeres Ich blickst, das gerade mit dem Sport angefangen hat – was würdest du ihr mitgeben, wenn du quasi noch einmal anfangen würdest?“

Katharina Schmid: „Ich glaube, ich würde es genauso machen: dranbleiben, kämpfen, Spaß daran haben und den Spaß nicht verlieren.“

Skispringen-News.de: „Vielen Dank für das Gespräch und genieße noch einmal die letzten Monate.“

Katharina Schmid: „Vielen Dank!“

Weltcup Weltcup Damen

Mit einem Sprung auf 85,5m hat sich Nika Prevc (117,5 Punkte) vor heimischem Publikum den Sieg in der Qualifikation gesichert. Die Trägerin des gelben Trikots verwies die Österreicherin Lisa Eder (82m/106,6 Punkte) sowie Selina Freitag (82,5m/106,1 Punkte) auf die Plätze zwei und drei. Katharina Schmid, Anna Hollandt und Juliane Seyfarth sorgten zudem für ein starkes Mannschaftsergebnis der DSV-Damen.

Das Weltcupwochenende in Ljubno hat für die deutsche Mannschaft äußerst vielversprechend begonnen. Selina Freitag bestätigte ein weiteres Mal ihre gute Form und musste sich in der Qualifikation nur Dominatorin Nika Prevc sowie der zuletzt äußerst starken Lisa Eder geschlagen geben. Der dritte Rang dürfte ihr mit Blick auf die beiden Einzelwettbewerbe am Samstag und Sonntag zusätzliches Selbstvertrauen geben. Dieses tankte auch Katharina Schmid, die sich hinter der Chinesin Ping Zeng (4.) und Lokalmatadorin Nika Vodan (5.) auf einem guten sechsten Rang einreihte. Erfreulich auch der siebte Platz von Anna Hollandt, die während des letzten Weltcups in Villach pausierte. Nach einem eher schwierigen Weltcupstart scheint ihr diese Pause gut getan zu haben. Auch Juliane Seyfarth meldete sich zurück in den Top-10 und belegte punktgleich mit der Österreicherin Julia Mühlbacher den achten Rang. Die US-Amerikanerin Paige Jones rundete die Top-10 ab.

Quali-Aus für Kreuzer, Torazza und Kreibich

Für die Österreicherin Chiara Kreuzer geht hingegen die Suche nach ihrer Form weiter. Sie kam in der Qualifikation nicht über eine Weite von 75m und Platz 42 hinaus. Damit bleibt ihr für den ersten Einzelwettbewerb am morgigen Samstag nur die Zuschauerrolle. Das gleiche Schicksal ereilte auch die beiden jungen DSV-Damen Emely Torazza (47.) und Julina Kreibich (53.).

Einige Top-Athletinnen fehlen in Ljubno

Nicht alle Top-Athletinnen sind zum Weltcupwochenende nach Ljubno gereist. So fehlt beispielsweise das komplette japanische Team, darunter also auch die Zweitplatzierte des Gesamtweltcups, Nozomi Maruyama. Aus der norwegischen Mannschaft ist lediglich Ingvild Synnoeve Midtskogen am Start. Das restliche Team, u.a. Anna Odine Ström, Heidi Dyhre Traaserud und Eirin Maria Kvandal legt eine Pause ein. Auch die Kanadierin Abigail Strate verzichtet auf die Wettbewerbe in Slowenien, gleiches gilt für die Deutsche Agnes Reisch, die zuletzt in Villach ihr erstes Podium in dieser Saison feiern durfte.

>>> Ergebnis Qualifikation