Katharina Schmid hat in Planica ihre eindrucksvolle Karriere beendet und möchte, wie sie gegenüber dem ZDF bestätigte, künftig dem Skispringen weiter treu bleiben, mit dem Ziel, Nachwuchstrainerin in Oberstdorf zu werden. Andreas Bauer, der von 2011 bis 2021 Bundestrainer des Damenteams war, hält dies für eine tolle Entscheidung und schildert uns im Interview, was Schmid als Athletin über die Jahre ausgezeichnet hat und ihr in dieser neuen Rolle zugutekommen würde.
Skispringen-News.de: „Andreas Bauer, Katharina Schmid hat ihr Karriereende bekannt gegeben. Sie haben eine lange Wegstrecke mit ihr gemeinsam bestritten. Was hat sie als Athletin über all die Jahre ausgezeichnet, und welche besonderen Erinnerungen gibt es aus dieser Zeit?“
Andreas Bauer: „Ja, es sind besondere Erinnerungen. Sie hat ausgezeichnet, dass sie schon sehr früh eine sehr komplette und gute Skispringerin war. Mit 15 Jahren war sie schon bei mir im Weltcup dabei. Wir mussten sie mitnehmen, weil sie einfach gut war. Sie ist vorher Ski-Alpin gefahren und hat dadurch natürlich unheimlich gute Grundlagen gehabt. Ihren beiden Brüdern, die auch Skispringer waren, hat sie immer nachgeeifert. Und dann war sie mit 15 Jahren schon so gut, dass sie eigentlich ins Weltcup Team gehörte.
Mit diesem Alter durch die ganze Welt zu reisen, war natürlich eine große Herausforderung. Ich weiß noch ganz gut, wie sie das erste Mal im Sommer-Grand-Prix in Nizny Tagil auf dem Podest stand. Und sie musste dann zur Pressekonferenz, die auf Englisch war. Das war für sie dann so die erste große Challenge damals (schmunzelt). Und ich sage immer: gerade junge Sportler können sich über den Sport extrem gut als Persönlichkeit entwickeln. Genau das hat sie getan. Inzwischen ist sie zudem siebenfache Weltmeisterin und hat zweimal Silber bei Olympia gewonnen.
Jetzt möchte sie einfach diesen Schritt ins Familienleben machen, dieses genießen und das steht ihr auch zu. Sie ist ja seit drei Jahren schon verheiratet.“
Skispringen-News.de: „Familienleben einerseits, aber sie hat ja auch einen Trainerschein gemacht mit der Absicht, künftig ins Trainergeschäft für den Nachwuchs einzusteigen. Wie wichtig wäre es gerade für die jungen Damen, mit Katha Schmid ein solches Zugpferd in einer entsprechenden Position zu haben?“
Andreas Bauer: „Also, das soll jetzt nicht abwertend klingen, aber ich glaube, die Katha kann hervorragend mit Kindern umgehen. Sie hat auch damals während der Fachoberschule schon ihr Praktikum im Kindergarten gemacht. Also wie gesagt, sie kann hervorragend mit Kindern umgehen und ich glaube, sie wäre daher auch eine extrem gute Jugendtrainerin. So die Talentsichtung, die Talente gewinnen und diese für das Skispringen begeistern – ich glaube darin wäre sie extrem gut und das würde ihr auch Spaß machen.“
Skispringen-News.de: „Vielen Dank für die Einschätzung. Wir sind dann gespannt, ob Katharina Schmid schon in der nächsten Saison diese neue Funktion ausübt, oder ob sie sich erst einmal noch vorübergehend eine Auszeit nimmt.“
