Im Rahmen des Weltcup-Wochenendes in Willingen haben wir uns im Springerlager umgehört und bei einigen Nationen eine Einschätzung bzw. ein Statement zu den Olympischen Winterspielen eingeholt. Für die Damen steht am kommenden Samstag auf der Normalschanze die erste Medaillenentscheidung an.
Nika Prevc (Slowenien):
„Ich weiß, dass ich in der bisherigen Saison gut gesprungen bin. Aber ich weiß auch, dass ich bei Olympia mein Bestes geben muss, denn jeder möchte dort seine Ziele erreichen.“
Nika Vodan (Slowenien):
„Ich denke, dass ich vorbereitet bin. Wir werden es sehen, wenn wir dort sind und ich die Schanzen teste. Ich lasse es einfach auf mich zukommen. Die Olympischen Spiele sind etwas ganz Besonderes, und es herrscht eine besondere Atmosphäre. Für uns Athleten ist es etwas stressiger, aber ich habe schöne Erinnerungen an Peking und hoffe, dass ich etwas Ähnliches hier erreichen kann.“
Nozomi Maruyama (Japan):
„Ich will auf jeden Fall meine beste Leistung bei Olympia zeigen und natürlich vor allem viel Spaß haben. Ich schaue eigentlich nur auf mich und darauf, dass ich meine eigenen Sprünge gut hinbekomme. Wenn das der Fall ist, kann es sein, dass ich eine Medaille hole.“
Anna Odine Ström (Norwegen):
„Mein letzter Sprung in Willingen war nicht optimal, aber ich hoffe, dass ich jetzt noch gut trainieren kann, um für die Olympischen Spiele bereit zu sein. Die kleine Schanze in Predazzo habe ich im Sommer nicht so richtig gemeistert. Ich hoffe, die Anlage in den wenigen Tagen, die wir dort haben, besser zu verstehen. Und was die große Schanze angeht: Die habe ich im Sommer ganz gut hinbekommen. Ich hoffe also, dass ich dort weiterhin gute Sprünge zeigen kann. Es wird in jedem Fall spannend und ein harter Wettbewerb werden.“
Julia Mühlbacher (Österreich):
„Natürlich zählen bei den Olympischen Spielen nur die Plätze 1 bis 3 – ob man Vierte oder Zwanzigste wird, ist im Endeffekt ganz egal. Aber ja, ich möchte es einfach genießen. Es sind meine ersten Spiele, und gerade auf der kleinen Schanze weiß ich, dass ich sehr gefährlich sein kann. Ich hoffe, dass ich mein Potenzial da ausschöpfen kann. Leisten müssen andere etwas bzw. haben den Druck, und ich kann da ganz entspannt und ohne Druck das Feld von hinten aufrollen. Ich war schon einmal Vierte in Ljubno auf einer kleinen Schanze, also weiß ich, dass mir das liegt, und ich hoffe, dass mir die kleine Schanze in Predazzo liegen wird.“
Thomas Diethart (Cheftrainer Österreich):
„Die Nominierung war nicht ganz so einfach. Es war generell ein knappes Rennen. Wir haben alle Punkte, bei denen wir einen Quervergleich hatten, zusammengezählt, und da waren schlussendlich neben Lisa (Eder) und Julia (Mühlbacher) Lisa Hirner und Meghann Wadsak vorne. Perspektivisch gesehen ist es für Hannah Wiegele sehr schade, dass sie nicht mit dabei ist. Aber wir müssen auch schauen, dass sie gewisse Kaderkriterien erfüllt. Deshalb haben wir gesagt, dass es wichtiger ist, dass sie den Weg in den ICOC wählt und dort weitermacht. Und die anderen beiden haben die Chance, bei den Olympischen Spielen dabei zu sein. Auf der kleinen Schanze tun wir uns eine Spur leichter, und gerade beim Mixed-Wettbewerb mit zwei guten Herren und zwei guten Damen ist das ganz klare Ziel eine Medaille.“
Selina Freitag (Deutschland):
„Ich fühle mich gut und bin fit. Ich weiß, dass die Sprünge laufen, und wenn der Wind einigermaßen passt, dann geht’s ab. Deswegen bin ich ehrlich gesagt ziemlich entspannt. Ich denke aber, dass die Nervosität noch kommen wird, wenn es so weit ist.“
Agnes Reisch (Deutschland):
„Die Olympischen Spiele schreiben immer ihre eigenen Gesetze. Aber ich habe alles dafür getan und hätte im Sommer auch nichts ändern oder besser machen können. Jetzt heißt es, cool zu bleiben, Olympia zu genießen und gute Sprünge zu machen – dann sehen wir, was dabei herauskommt.“
Katharina Schmid (Deutschland):
„Ich weiß nicht, ob mir die Anlagen in Predazzo liegen. Ich war seit dem Sommer-GP und dem anschließenden Umbau nicht mehr da. Aber ich weiß: Wenn ich gut springe, dann ist es egal. Dann kann ich auch auf Schanzen gut springen, die ich nicht so gerne mag. Aber ich freue mich einfach, das Umfeld ist ganz cool. Und ja, es ist sicherlich eine kleine Challenge, sich jetzt von der großen Schanze in Willingen auf die Normalschanze in Predazzo umzustellen, aber wir haben ja zwei Trainings davor, und ich kann mich eigentlich immer ganz gut umstellen.“
Heinz Kuttin (Cheftrainer Deutschland):
„Meine drei guten Athletinnen – Selina, Katha und Agnes – sind für ein Podium gut, und wenn alles zusammenpasst, dann stehen sie auch drauf. Und das ist das Ziel bei Olympia. Wir fahren dahin, um um die Medaillen zu kämpfen. Wir haben zuerst zwei Trainings, dann einen Wettkampf, und danach werden wir erst das Mixed-Team aufstellen – also alles Step by Step. Ich habe mir schon ein paar Gedanken dazu gemacht, aber entscheiden werden wir dann vor Ort. Auch Nika Prevc und Nozomi Maruyama sind zu schlagen, logisch. Ich denke, dass jede Athletin in Predazzo etwas anders agieren wird, weil es eben Olympia ist. Nika und Nozomi sind natürlich die Favoritinnen, aber auch Lisa Eder und unsere drei Mädels sind nicht weit weg. Es wird sehr spannend werden.“
Martina Zanitzer (Italien):
„Ich bin schon sehr aufgeregt. Predazzo ist zwar nicht mein Zuhause, aber die Olympischen Spiele in Italien zu haben, ist etwas ganz Besonderes. Ich bin so glücklich, mit dabei zu sein. Mein Ziel ist es, jeden einzelnen Moment zu genießen und zu versuchen, meine besten Sprünge zu zeigen.“
Josie Johnson (USA):
„Ich bin total zufrieden mit meiner bisherigen Saison, auch weil es meine beste Weltcupsaison überhaupt ist. Und nun freue ich mich schon riesig auf die Olympischen Spiele und alle darauffolgenden Wettbewerbe. Es wird total aufregend, und ich bin total aufgeregt.“
