999 Zuschauer bejubeln Sieg von Kubacki in Wisla

Dawid Kubacki, Foto: Jan Simon Schäfer

Lange haben Skispringer und Fans gebangt, ob es in diesem Jahr überhaupt einen Sommer-Grand-Prix geben wird. Eine Absage folgte auf die andere, letztendlich stand nur noch Wisla im Kalender. Heute wurde dort nun der erste von zwei Einzelwettkämpfen absolviert. In einem spannenden Wettkampf sichert sich Dawid Kubacki den Sieg vor drei Teamkollegen. Moritz Baer wird als bester DSV-Adler Zehnter.

Rot und weiß wohin man schaut: Die polnischen Springer bewiesen, wenn auch in Abwesenheit einiger Topspringer aus anderen Nationen, einmal mehr ihre sehr gute Verfassung. Bereits im Probedurchgang lagen sie mit Stoch, Kubacki, Zyla und Muranka vorne. Nach dem ersten Durchgang belegten dann Kubacki, Hula, Pilch und Zyla die ersten vier Plätze. Und auch im Endresultat – Kubacki (275,6 Punkte), Stoch, Zyla, Pilch – ein Vierfach-Erfolg der polnischen Skispringer.

Im Lauf des ersten Durchgangs zeigte sich der Wind etwas wechselhaft und drehte in allen Bereichen des Hangs auf leichten Rückenwind. Dawid Kubacki musste zweimal vom Balken, ließ sich davon aber nicht beeindrucken. Mit einem Gate mehr Anlauf sprang er auf 126,5 Meter und lag mit mehr als 10 Punkten Vorsprung in Führung.

Stoch mit Tagesbestweite

Im zweiten Durchgang setzte dann Kamil Stoch ein Ausrufezeichen auf der Adam-Malysz-Schanze. Nach einem Sprung auf nur 119,5 Meter im ersten Durchgang (Platz 6) bestätigte er den Eindruck aus den Trainingssprüngen und setzte mit 136 Metern den mit Abstand weitesten Sprung auf den Aufsprunghang. Damit konnte er sich noch auf Platz 2 nach vorne schieben (265,8 P.). Piotr Zyla landete mit 0,3 Punkten Rückstand nur knapp hinter ihm. Tomasz Pilch, in der letzten Saison noch im Mittelfeld des Continentalcup unterwegs, sorgte mit seinem vierten Platz für eine kleine Überraschung.

Auch die Schweizer Springer konnten überzeugen: Simon Ammann sprang mit 127 und 126,5 Metern auf Platz 5, Gregor Deschwanden platzierte sich nach zwei ähnlich guten Sprüngen hinter Stefan Hula auf Platz 7. Auf Platz 8 folgte mit Sander Vossan Eriksen der diesjährige Vize-Juniorenweltmeister aus Norwegen. Philipp Aschenwald belegte als bester Österreicher den neunten Rang. Das slowenische Team blieb hingegen eher hinter den Erwartungen zurück. Die beste Leistung zeigte Rok Justin, der auf Platz 11 sprang.

Baer in Top 10, Siegel im zweiten Durchgang

Bei den deutschen Skispringern, die von Trainer Andreas Mitter abgewunken wurden, gab es Licht und Schatten. Moritz Baer zeigte Sprünge auf 125,5 und 124 Meter und erreichte damit das beste Ergebnis seiner Karriere. Ebenfalls im zweiten Durchgang vertreten war David Siegel. Für ihn gilt es an diesem Wochenende vor allem, wieder erste Wettkampferfahrungen nach über eineinhalbjähriger Verletzungspause zu sammeln. Im Interview mit Eurosport zeigte er sich unmittelbar nach dem Wettkampf, den er auf Platz 27 abschloss, zufrieden. Für ihn sei es nun wichtig, seine Technik weiter zu verbessern, und darauf hinzuarbeiten, dass auch weite Sprünge kein Problem mehr für sein Knie darstellen. Martin Hamann und Luca Roth erreichten mit den Plätzen 31 und 39 den Finaldurchgang unterdessen nicht.

Auf die gewohnten Trötenklänge und Anfeuerungsrufe müssen die Skispringer beim einzigen Sommer-Grand-Prix-Wochenende im polnischen Wisla übrigens nicht verzichten: Trotz der Corona-Pandemie dürfen an jedem Tag 999 Zuschauer die Wettkämpfe live in der Arena verfolgen. An den Laufwegen trennen Plexiglasscheiben die Athleten von den Fans.

Der zweite Einzelwettkampf am morgigen Sonntag beginnt erneut um 17.30 Uhr.

Offizielle Ergebnisliste

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