DSV Vierschanzentournee

Ehe man sich versieht, ist die Hälfte der Tournee schon wieder vorbei. Nach zwei packenden Springen in Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen führt der Norweger Halvor Egner Granerud mit 555 Punkten. Knapp dahinter folgt Karl Geiger mit 551 Zählern, vor den beiden Polen Kamil Stoch und Dawid Kubacki. Wir möchten eine kurze Zwischenbilanz ziehen.

Bereits vor der Qualifikation für Oberstdorf geriet die Skisprung-Welt völlig aus den Fugen. So wurden die Polen aufgrund eines positiven Testergebnisses von Klemens Muranka vorerst ausgeschlossen und traten nicht in der Qualifikation an. Einen Tag später folgte dann doch das große Aufatmen. Das Qualifikations-Springen wurde annulliert und die polnischen Springer mitsamt den Top-Stars Kamil Stoch und Dawid Kubacki durften mitmischen. Eine Entscheidung, die auch beim Kampf um den goldenen Adler von großer Bedeutung sein könnte.

Klar ist nach den ersten beiden Stationen schon mal, dass es nach den Grand-Slams von Kamil Stoch (2018) und Ryoyu Kobayashi (2019) keinen Vierfach-Sieger geben kann. Dies hätte man am ehesten Halvor Egner Granerud zugetraut. Bei der Tournee musste er sich jedoch mit den Plätzen vier und zwei begnügen. Aufgrund seiner Konstanz liegt er dennoch mit 555 Punkten an der Spitze.

Nur vier Punkte hinter Granerud: Karl Geiger noch voll im Rennen

Nur vier Punkte dahinter hält jedoch Karl Geiger die deutschen Tournee-Hoffnungen am Leben. Nach seinem Sieg beim Auftaktspringen verlor er seine Führung jedoch mit Rang fünf in Garmisch-Patenkirchen. Dies lag an seinem nicht ganz so gelungenen ersten Versuch. „Karl hat den ersten Sprung nicht so erwischt, er war bisschen zu spät und hat im Flug ein bisschen was verloren, der zweite fast perfekt“, analysiert Stefan Horngacher. Nun steht ausgerechnet der Bergisel an, wo der Oberstdorfer letztes Jahr bereits viel an Boden verloren hat. „Letztes Jahr war Innsbruck nicht perfekt, deswegen hat er sich auch mit mir abgesprochen, wie er die Sache angeht und hat definitiv einen Plan“, verrät der DSV-Coach.

Noch zwei Polen im Rennen: Kubacki mit fulminanter Aufholjagd

Voll im Tournee-Rennen mit dabei ist auch der zweimalige Sieger Kamil Stoch. Dieser erreichte die Plätze vier und zwei und hat mit 548,3 Punkten ebenfalls nur 6,7 Punkte Rückstand. Beinahe noch gefährlicher scheint Dawid Kubacki zu sein, der sich nach einem enttäuschenden 15. Platz in Garmisch mit einem echten Paukenschlag zurückgemeldet hat. So verringerte der Vorjahressieger seinen Rückstand auf einen Schlag von 26,8 auf 8,6 Punkte. „Den Fehler, den er zuvor gemacht hat, hat er jetzt nicht mehr gemacht“, so Horngacher auf die Frage, welches Detail Kubacki in seinem Sprung gefunden hat. Für den absprunggewaltigen Polen spricht auch, dass er in Bischofshofen traditionell vorzüglich zurechtkommt.

Eisenbichler zu unkonstant: Goldener Adler schon in weiter Ferne

Nur noch absolute Außenseiterchancen hat Markus Eisenbichler. Zwar setzte er mit 142 Metern im zweiten Durchgang von Oberstdorf eine echte Rakete in den Schnee, so fehlte bisweilen die Konstanz. Vor allem der siebte Platz in Garmisch-Patenkirchen schmälerten seine Erfolgsaussichten erheblich. „Der erste Sprung war eigentlich sehr gelungen. Beim zweiten kam er aber mit der Hüfte nicht ganz drüber und musste gegen den Ski arbeiten. Das war nicht ganz ideal“, bedauert Horngacher. Mit 23,5 Punkten Rückstand hat dieser nun jedoch auch nichts mehr zu verlieren.

Schlechteste Bilanz der letzten zehn Jahre: DSV-Team schwächelt in der Breite

Probleme hatte das deutsche Team bei den ersten beiden Stationen, was die mannschaftliche Geschlossenheit angeht. Während in den letzten zehn Jahren im Schnitt 6,45 Deutsche bei den ersten beiden Tournee-Stationen ins Finale sprangen, waren es in diesem Jahr lediglich drei in Oberstdorf und fünf in Garmisch-Patenkirchen. Zumindest spricht aber die Tendenz für das DSV-Team. „Martin Hamann ist in Garmisch sehr gut gesprungen und hätte sich sogar einen besseren Platz verdient gehabt. Puis Paschke ist auch wieder viel besser gesprungen und hat nur ein bisschen zu viel gegen den Ski gearbeitet. Ich bin zufrieden, dass beide nach der Oberstdorf-Niederlage wieder Richtung Weltspitze zurückgekehrt sind“, so der Bundestrainer. Abgesehen davon schafften jedoch nur Severin Freund (25. in Oberstdorf) und Richard Freitag (27. in Garmisch) Weltcuppunkte.

Trainerteam hat entschieden: Mit Schmid und ohne Freitag nach Innsbruck

Zumindest für Freitag ein Hoffnungsschimmer, nachdem er im Jahr 2020 keinen einzigen Weltcuppunkt holen konnte. „Das war definitiv positiv und ein Lebenszeichen. Die Sprünge waren nichts Außergewöhnliches aber durchaus ok“, so Horngacher zufrieden. Weniger zufrieden konnte er dagegen mit Constantin Schmid sein, der zweimal das Finale verpasste und nur mit Mühe den Sprung nach Innsbruck schaffte. „Wir haben zwischen Schmid und Freitag überlegt. Schmid hat aber schon Silber geholt bei der Skiflug-WM, einen 7. und 15. Platz im Weltcup und auch bei den internen Qualifikationen war er immer besser. Deswegen haben wir entschieden, dass er weiter fährt. Er ist ein junger und wichtiger Springer für die Zukunft. Von Richard müsste noch ein wenig mehr kommen, als dass man einen Wechsel in Erwägung zieht“, stellt Horngacher klar. Mehr kommen muss auch vom gesamten B-Team. So schafften es weder die Rückkehrer Andreas Wellinger und David Siegel, noch die junge Garde um Moritz Bär, in die Reichweite von Weltcuppunkte zu kommen.

Stefan Horngacher mit erster Tournee-Hälfte zufrieden: „Sind voll im Rennen“

Alles in allen zeigt sich aber Stefan Horngacher zufrieden mit der ersten Tournee-Hälfte. „Wir haben in Oberstdorf den Sieger gestellt und in Garmisch den fünften und siebten Rang gemacht. Wir sind voll im Rennen drin und in der Show dabei. Garmisch war schwieriger von den Bedingungen, damit haben wir alle gekämpft. Ich glaube, es ist wichtig zu zeigen, dass wir auch vorne mitspringen können“, erklärt er. Zu viel Druck will er sich und seinen Springern jedoch nicht machen. „Es ist natürlich auch ein Ziel, die Tournee zu gewinnen, doch wenn wir das nicht schaffen, können wir auch erhobenen Hauptes rausgehen“, erklärt er. Wichtig ist nun, einen Mix aus Lockerheit und Konzentration zu finden und die Team-Chemie oben zu halten. „Die Stimmung ist nach wie vor richtig gut. Wenn man in der Lage ist, vorne mitzuspringen, dann ist man entspannt und dann kann man außergewöhnliche Leistung bringen. Wir brauchen die Lockerheit, aber auch die Konzentration auf das Wesentliche“, stellt der DSV-Coach klar.

Dann könnte es vielleicht etwas werden mit dem großen Triumph, doch die Konkurrenz ist mit Granerud, Kubacki und Stoch groß. „Es sind einige Leute dabei, die ein hohes Niveau haben. Das sind schon noch ein paar im Rennen. Die Hälfte ist vorbei, jetzt kommen nochmal andere Schanzen und dann werden wir sehen, wo die Reise hingeht“, so Horngacher abschließend.

Quelle: DSV-Pressenkonferenz mit Stefan Horngacher

Vierschanzentournee

Halbzeit bei der 69. Vierschanzentournee: Der norwegische Top-Favorit Halvor Egner Granerud liegt derzeit in Führung, allerdings nur knapp. Denn auch mit Karl Geiger befindet sich ein Deutscher mit nur vier Punkten Rückstand in einer Top-Position.

Nachdem der Vierschanzentournee-Vorjahressieger Dawid Kubacki am Freitag einen fulminanten Sieg beim Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen feiern konnte, ist auch er in der Tournee-Gesamtwertung deutlich aufgerückt. Insgesamt sind die Punktabstände der besten vier in der Tournee-Gesamtwertung bisher recht knapp. Somit wird sich bei den beiden österreichischen Stationen wohl ein Vierkampf zwischen Granerud, Geiger und den beiden Polen Stoch und Kubacki abzeichnen.

Als bester Deutscher liegt weiterhin Karl Geiger auf Rang zwei, der seine Führung nach dem Neujahrsspringen an den Norweger Granerud abgeben musste. Allerdings liegt er nur vier Punkte zurück und hat somit alle Chancen.
Markus Eisenbichler, der aktuell auf Rang fünf in der Tournee-Wertung liegt, dürfte es schwer haben im Kampf um den goldenen Adler. Er hat sowohl in Oberstdorf als auch in Garmisch-Partenkirchen bereits einige Punkte liegen lassen, die gegen die vor ihm liegenden nur schwer aufzuholen sein dürften. Dennoch ist bei dem Siegsdorfer generell immer alles möglich, wie er auch selbst gegenüber Eurosport sagte: “ Ich kann angreifen. In Innsbruck habe ich schon mal mit 16 Punkten Vorsprung gewonnen. Es ist alles möglich. Immer. Karl und ich sind immer noch dabei. Wir sind immer noch eine Speerspitze – zu zweit.“

Fällt die Entscheidung bereits am Bergisel?

Noch am Freitag bezeichnete der einstmalige deutsche Grandslam-Gewinner Sven Hannawald den Bergisel in Innsbruck als „Schicksalsberg“. Denn vor allem aus deutscher Sicht wurde die Tournee schon mehrmals auf der Bergiselschanze in Innsbruck entschieden. Im Jahr 2018 stürzte Richard Freitag am Wettkampftag und verlor so jedwede Chance. Auch im vergangenen Jahr musste Karl Geiger seine Hoffnungen auf den Tournee-Sieg nach großem Windpech begraben.

Die Windbedingungen haben schon des Öfteren eine wichtige Rolle am Bergisel gespielt. Das notwendige Quäntchen Glück benötigt man jedoch fast immer. Feststeht, dass es weiterhin einen heißen Kampf im Rennen um den Tagessieg sowie den Tournee-Gesamtsieg geben wird. Ob Halvor Egner Granerud seine Führung ausbauen kann, Karl Geiger wieder als Führender nach Bischofshofen reisen darf oder der Vorjahressieger Kubacki vielleicht zum zweiten Mal die Tournee für sich entscheiden kann, wird sich am Sonntag in Innsbruck entscheiden.

Am Samstag stehen um 11:15 Uhr zwei Trainingsdurchgänge und die Qualifikation um 13:30 Uhr auf dem Programm (Zeitplan & Schanzenüberblick Innsbruck). Auch dort gilt es wieder, sich eine gute Ausgangsposition in den Duellen für das Bergiselspringen am Sonntag zu verschaffen.

Startliste Offizielles Training & Qualifikation

DSV Vierschanzentournee

Nach dem Neujahrsspringen war noch nicht geklärt, welche sechs deutschen Adler weiter zu den beiden österreichischen Tournee-Stationen reisen dürfen. Erst am Samstagmorgen gibt der Deutsche Skiverband (DSV) das Aufgebot bekannt.

Dass die beiden aktuell Besten Markus Eisenbichler und Karl Geiger gesetzt sind, steht außer Frage. Dahinter ergab sich nach den beiden deutschen Tournee-Stationen allerdings das ein oder andere Fragezeichen. Wie der DSV am Samstag offiziell bestätigt hat, nominierte Bundestrainer Stefan Horngacher neben Eisenbichler und Geiger auch Severin Freund, Martin Hamann, Pius Paschke und Constantin Schmid.

Für den Sachsen Richard Freitag hat es am Ende nicht gereicht. “Wir haben zwischen Schmid und Freitag überlegt. Schmid hat aber schon Silber geholt bei der Skiflug-WM, einen 7. und 15. Platz im Weltcup und auch bei den internen Qualifikationen war er immer besser. Deswegen haben wir entschieden, dass er weiter fährt. Er ist ein junger und wichtiger Springer für die Zukunft. Von Richard müsste noch ein wenig mehr kommen, als dass man einen Wechsel in Erwägung zieht”, erklärte Horngacher.

Quelle: DSV

Vierschanzentournee
Wo wird gesprungen?

Innsbruck stellt jährlich die dritte Station der Vierschanzentournee dar. Gesprungen wird auf dem Wahrzeichen der Stadt – der Bergiselschanze, die regelrecht über die Stadt hinausragt und einen atemberaubenden Blick über die Stadt und die Nordkette der Alpen ermöglicht. Innsbruck ist die Landeshauptstadt des österreichischen Bundeslandes Tirol und liegt inmitten des Inntals. Aufgrund der verkehrstechnisch günstigen Lage (Österreich, Italien, Deutschland) verzeichnet die Anlage jährlich viele tausende Besucher. Die Bergiselschanze war bisher neben der traditionellen Vierschanzentournee außerdem Austragungsort von Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften.

Die Schanzendetails der Bergiselschanze im Überblick:
Hillsize:130 m
K-Punkt:120 m
Schanzenrekord:138 m (Michael Hayböck, 04.01.15)
Baujahr:1964 (letzter Umbau: 2001)
Zuschauerkapazität:26.000

Programm:

Samstag, 02.01.21
11:15 Uhr – Offizielles Training
13:30 Uhr – Qualifikation (ARD, Eurosport)

Sonntag, 03.01.21
12:00 Uhr – Probedurchgang
13:30 Uhr – Einzelwettbewerb (ARD, Eurosport)

Norwegischer Skiverband Vierschanzentournee

Marius Lindvik startete mit einem dritten Platz in Oberstdorf super in die Tournee und lag in einer aussichtsreichen Position. Doch bereits in Garmisch-Partenkirchen konnte der Norweger nicht mehr an den Start gehen. Lindvik verpasst nun nicht nur das Neujahrsspringen, sondern vermutlich die ganze Tournee.

Bereits in Oberstdorf klagte der 22-Jährige über Zahnschmerzen und musste einen Zahnarzt vor Ort aufsuchen. Nachdem er dort behandelt wurde, verbesserte sich die Situation für den Norweger allerdings nicht. Im Gegenteil: Noch am Silvesterabend musste sich Lindvik im Universitätsklinikum in Innsbruck einer Kiefer-OP unterziehen.

„Es geht ihm den Umständen entsprechend sehr gut“, sagte Norwegens Chefcoach Alexander Stöckl, der Lindvik am Donnerstag ins Krankenhaus gefahren hatte. „Er hatte einen Abszess hinter einem Weisheitszahn, der zu einer Entzündung und einer Kiefersperre geführt hat“, erklärte Stöckl. Die Chancen, dass Lindvik während der Tournee noch zurückkehren wird, stehen gering. Schade für den Norweger, der im vergangenen Jahr sowohl das Neujahrsspringen als auch das Bergiselspringen für sich entscheiden konnte.

Quelle: Hopplandslaget

Vierschanzentournee

Was für eine Ansage von Dawid Kubacki. Der Tourneesieger des Vorjahrs gewann das Neujahrsspringen mit 139 Meter und einem neuen Schanzenrekord von 144 Meter im Finale. Mit 282,1 Punkte setzte er sich gegen Halvor Egner Granerud (274,9 Punkte) durch, der 137 und 136 Meter erreichte und die Führung in der Tournee-Wertung übernahm. Das Podest komplettierte der Pole Piotr Zyla, der mit 260,4 Punkten knapp vor seinem Landsmann Kamil Stoch (260,0) blieb.

Karl Geiger (259,9) gelang mit starken 138 Meter im Finale immerhin der Sprung auf Rang fünf. Damit hielt der Oberstdorfer auch den Anschluss in der Gesamtwertung, nachdem er im ersten Sprung (131,5 Meter) ordentlich an Boden verlor. „Der erste Sprung war ein bisschen spät, aber unter dem Strich bin ich mit dem Wettkampf zufrieden. Ich hätte nicht gedacht, dass es noch so weit nach vorne geht“, erklärte er im Interview. Mit 551 Punkten liegt er aktuell lediglich vier Punkte hinter Halvor Egner Granerud. Gemeinsam mit Kamil Stoch (548,3) und Dawid Kubacki (546,4) dürften beide in Österreich um den Tournee-Erfolg kämpfen.

Für Markus Eisenbichler könnte es mit dem goldenen Adler dagegen bereits vorbei sein. So reichte es für den Siegsdorfer nach 137,5 und 134 Meter nur für Rang sieben. „Im zweiten Durchgang hat es mich in der Luft nicht so richtig getragen, aber es war ein ordentlicher Wettbewerb“, befand der 29-Jährige. Punktgleich mit Eisenbichler bestätigte auch Ryoyu Kobayashi seine aufsteigende Tendenz. Noch etwas besser machte es der sechstplatzierte Phillip Aschenwald. Auch Johan Andre Forfang (9.) und Andrzej Stekala (10.) erreichten ein sehr zufiedenstellendes Ergebnis. Verabschiedet aus dem Kampf um die Tournee-Wertung hat sich Stefan Kraft, der mit 124 Metern im Finale auf Rang 28 durchgereicht wurde. Auch Pechvogel Anze Lanisek kann nach seinem Sturz und Rang zwölf wohl nicht mehr vorne angreifen.

Im Gegensatz zum Tournee-Auftakt präsentierten sich die DSV-Adler breiter aufgestellt. So gelang Martin Hamann sein bestes Tournee-Resultat. Mit 128,5 und 135,5 Metern landete der Sachse auf einen starken elften Rang. „Ich bin mit der Leistung sehr zufrieden. Der I-Punkt auf dem I hat jedoch gefehlt. Ich gehe aber mit einem positiven Gefühl nach Innsbruck“, so der 23-Jährige. Pius Paschke fiel im Finale mit 127 Meter noch auf Rang 16 zurück, rehabilitierte sich jedoch zumindest etwas im Vergleich zu Oberstdorf.

Freitag sammelt Weltcuppunkte – Frühes aus für Severin Freund

Richard Freitag sammelte als 27. zum ersten Mal nach über einen Jahr wieder Weltcuppunkte. „Ich muss wieder Druck in den Sprung reinkriegen. Ich muss über den Radius Druck zum Tisch aufbauen und das mit dem Flug verbinden. Jetzt heißt es dran bleiben und weiter zu arbeiten“, erklärt er. Sein Finalsprung auf 126 Meter könnte jedoch zu wenig sein, um weiter nach Innsbruck zu dürfen. Bundestrainer Stefan Horngacher wollte sich nach dem Springen jedoch noch nicht festlegen

Überraschend Schluss war bereits nach Durchgang 1 für Severin Freund. Der 32-Jährige konnte sich bei starken Seitenwind nicht gegen Nazharov durchsetzen und schied mit 123 Metern auf Platz 39 liegend aus. Auch Moritz Bär (43.), David Siegel (45.) und Constantin Schmid (47.) verpassten das Finale deutlich.

Horngacher mit dem Neujahres-Auftakt zufrieden

Obwohl heute mal die anderen jubelten, zeigte sich Stefan Horngacher im Interview mit der ARD nicht unzufrieden. „Wir sind weiter im Rennen und können zufrieden sein. Markus hat seine Sprünge nicht ganz getroffen, aber wir sind dafür mannschaftlich wieder deutlich besser aufgetreten. Martin Hamann hat zwei tolle Sprünge abgeliefert und Pius Paschke sich deutlich verbessert“, so der Bundestrainer. Dass Eisenbichler nicht ganz an seinen Traumsprung von Oberstdorf anknüpfen konnte, ist für den DSV-Coach keine so große Überraschung. Das in Oberstdorf war eine Granate, aber Markus kann auch keine Granaten produzieren, sondern muss gute Sprünge machen. Dann kommt der richtig gute von selber. Leider ist ihm das nicht ganz gelungen“, bewertet er die Leistung des Siegsdorfer.

Nun gilt es in Innsbruck wieder voll anzugreifen. Vor allem Karl Geiger dürfte darauf brennen, nach seinem Pech im Vorjahr, Frieden mit dem Bergisel zu schließen. Mit dem Norweger Halvor Egner Granerud und den beiden Polen Kubacki und Stoch als Gegner, wird er jedoch starke Sprünge und auch das nötige Quäntchen Glück benötigen.

Offizielles Resultat
Zwischenstand Tournee-Gesamtwertung
Gesamt-Weltcup

Vierschanzentournee

Der Norweger Halvor Egner Granerud bestätigt seine Favoritenrolle und führt nach dem ersten Durchgang nur knapp (138,7 P.). Dawid Kubacki setzt mit 139 Metern die Bestweite im ersten Durchgang und liegt damit auf Rang zwei (137,7 P.). Sein Landsmann Kamil Stoch befindet sich dahinter auf Rang drei (131,5 P.). Der bisherige Tournee-Führende liegt nach dem ersten Durchgang nur auf Rang 14.

Markus Eisenbichler liegt nach einem Sprung auf 137,5 Metern als bester Deutscher in Schlagdistanz zum Podium auf Rang vier (129,4 P.). Der Qualifikations-Vierte Stefan Kraft fällt wie Geiger zurück und reiht sich nur einen Platz vor Karl Geiger, der nach dem ersten Durchgang nur auf einem enttäuschenden 14. Rang (119,7 P.) liegt, ein. Geiger büßt damit massiv Punkte in der Tournee-Gesamtwertung ein. Der Sieger der Qualifikation, Anze Lanisek, landet zwar mit 138,5 Metern eine Top-Weite, hat allerdings große Probleme bei der Landung und muss sich daher mit großem Punktabzug vorerst mit Rang 17 zufriedengeben.

Fünf Deutsche im Finale

Neben den beiden Geiger und Eisenbichler kämpften sich drei weitere DSV-Adler ins Finale des Neujahrsspringen. Für Richard Freitag (25.) reichte ein Sprung auf 129 Meter um sich im Duell mit Maciej Kot durchzusetzen. Auch der zweite Sachse im deutschen Team, Martin Hamann, gewinnt sein Duell gegen den Japaner Junshiro Kobayashi und ist aktuell zweitbester Deutscher auf Rang zehn. Bei stärkeren Rückenwindverhältnissen konnte sich auch Pius Paschke (11.) nach seinen Vorleistungen überraschend im Duell gegen Kytosaho durchsetzen.

Severin Freund erwischte im Vergleich zu seinem Duell-Partner Nazarov ungünstigere Windbedingungen, zudem keinen optimalen Sprung und musste sich diesem geschlagen geben. Auch Moritz Baer muss sich nach dem ersten Durchgang verabschieden. Sein Duell-Partner Mackenzie Boyd-Clowes gewinnt damit sein erstes K.o.-Duell überhaupt. Im Duell Schmid-Sato setzte sich der Japaner durch. Mit einem schwachen Sprung auf 114 Meter reicht es für Constantin Schmid erneut nicht für Runde zwei. David Siegel scheidet im Duell gegen Lanisek ebenfalls aus.

Die sogenannten fünf besten Verlierer, die „Lucky Looser“ bilden Jan Hörl, Junshiro Kobayashi, Gregor Deschwanden, Keiichi Sato sowie Thomas Lackner. Sie haben zwar ihre Duelle verloren, sind aber aufgrund ihrer Gesamtpunktzahl trotzdem für das Finale qualifiziert.

Evgeniy Klimov konnte einem Sturz nur knapp entgehen und rettete sich auf 79 Meter. Dem besten russischen Athleten gelang die Drehung im Sprung nicht und er musste extrem eingreifen.

Resultat 1. Durchgang

Vierschanzentournee

Zum Beginn des neuen Jahres steht am Freitag das Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkichen auf dem Plan. Der Norweger Granerud gewinnt den Probedurchgang vor dem Wettkampf vor Zyla und Stoch.

Der Sieger des Probedurchgang ist Halvor Egner Granerud aus Norwegen. Er fliegt auf 137 Meter (86,1 Punkte). Direkt dahinter liegen Piotr Zyla und Kamil Stoch aus Polen nach Sprüngen auf 141 und 139 Meter (84,4 und 84,4 Punkte). Der Qualifikationssieger Lanisek wird Vierter vor Stefan Kraft aus Österreich. Karl Geiger ist der Beste aus dem DSV-Team im Probedurchgang auf Platz sechs. Auf Platz zehn liegt Markus Eisenbichler.

Solide Leistung des restlichen DSV-Teams

Der erste Deutsche, Severin Freund, springt im Probedurchgang mit 131,5 Metern vor seinen Duellgegner Nazarov aus Russland. Freund, Geiger und Eisenbichler sind nicht die Einzigen, die ihre späteren Gegner schlagen können. Auch Richard Freitag, Constantin Schmid und Martin Hamann liegen im Probedurchgang vor ihren Konkurrenten. Pius Paschke hingegen muss sich steigern, um seinen Duellpartner zu besiegen. Auch David Siegel wird sich ebenfalls steigern müssen, um in den zweiten Durchgang des heutigen Wettbewerbs zu gelangen. Dies dürfte aber sehr schwer werden, da sein Gegner der Qualifikationssieger des gestrigen Tages, Anze Lanisek, ist. Moritz Baer hat die besten Windverhältnisse des Probedurchgangs, kann sie aber leider noch nicht optimal nutzen und springt nur auf 121 Meter.

Norwegens Daniel-André Tande hat, ähnlich wie gestern im zweiten Training, Probleme bei seinem Flug und kann grade noch einen Sturz verhindern. Er landet bereits bei einer Weite von 75 Metern.

Offizielle Startliste 1. Durchgang