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Foto: OC Planica / BOBO
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Eine lange und erfolgreiche Skisprung-Tradition kann man dem japanischen Team bescheinigen. In den Reihen des Team Nippon finden sich Weltcup-, Vierschanzentournee- und Olympiasieger. In der kommenden Saison 2021/22 finden die Olympischen Winterspiele nach zuletzt 2018 erneut auf asiatischem Boden statt. Das chinesische Peking ist Gastgeber der XXIV. Olympischen Winterspiele. Ein Highlight – wohl nicht nur für chinesische Sportler – auch das japanische Team möchte seine erfolgreiche Skisprung-Geschichte fortsetzen und schielt auf die Medaillen in China. Vor allem für das Herren-Team stellt sich die Frage, ob eine Wiederholung des Erfolges bei den Spielen 2014 in Sotschi möglich ist und die Mannschaft nach olympischem Edelmetall greifen kann. Unter Chef-Trainer Hideharu Miyahira, der die Mannschaft aus dem Land der aufgehenden Sonne bereits seit 2018 betreut, haben in der abgelaufenen Sommer-Saison vor allem seine beiden Schützlinge Ryoyu Kobayashi und Yukiya Sato für Aufsehen gesorgt. Bei den Damen stehen Rekord-Siegerin Sara Takanashi und die Frage im Fokus: Wird sie den Fluch der Großereignisse besiegen können?

Ryoyu Kobayashi: Erst japanischer Meister – dann Olympiasieger?

Bereits während der Wettkämpfe im Rahmen des Sommer-Grand-Prix machte bei den Herren vor allem der Grand-Slam-Sieger der Vierschanzentournee 2018/19 Ryoyu Kobayashi auf sich aufmerksam. Rang zwei in Hinzenbach und ein fulminanter Sieg mit sagenhaften 24 Punkten Vorsprung in Klingenthal brachten ihn in die Favoritenrolle für den kommenden Weltcup-Winter.

Ende Oktober sicherte sich der 19-fache Weltcup-Sieger überlegen auch die japanischen Meistertitel sowohl von der Normal- als auch von der Großschanze.
Folgt diesen Erfolgen im Sommer nur auch der große Coup im Winter? Mit dem Japaner, zu dessen größten bisherigen Erfolgen sein Sieg bei der Vierschanzentournee 2018 / 2019 sowie der Gewinn des Gesamtweltcups im gleichen Jahr zählt, ist auf alle Fälle im kommenden Winter zu rechnen. Lief die vergangene Saison anfangs noch recht schleppend, so konnte der Japaner spätestens mit seinem Sieg in Zakopane im Februar 2021 wieder an seine Top-Form anknüpfen. Nach dem erfolgreichen Sommer sind nun die Weichen gestellt für einen ebenso erfolgreichen Winter, so sieht sich Kobayashi selbst „auf einem guten Weg“ Richtung neuer Saison. Wenn der Japaner seine Form vom Sommer in den Winter bringen kann, ist er ein aussichtsreicher Kandidat die erfolgreiche Skisprung-Tradition Japans weiter fortschreiben zu können – vielleicht auch als Olympiasieger.

Yukiya Saro: Aus dem Schatten von Kobayashi

Ebenfalls im Aufwind in diesem Sommer: Yukiya Sato. Der 26-jährige Japaner, der im September in Hinzenbach einen Überraschungssieg im Rahmen des Sommer-Grand-Prix landen konnte und seinem favorisierten Teamkollegen Ryoyu Kobayashi noch den sicher geglaubten Sieg wegschnappen konnte, zeigte auf, dass auch er in den Favoritenkreis für die Saison 2021 / 2022 gehört. Bereits im Weltcup-Winter 2020 / 2021 machte der 2-fache Weltcup-Sieger deutlich, dass er zur erweiterten Weltspitze zählt. Zwar waren seine Ergebnisse meist sehr wechselhaft und einem 45. Rang in Willingen folgte ein fünfter Rang in Klingenthal. Stand der Japaner in der Vergangenheit oftmals im Schatten seines Teamkollegen Ryoyu Kobayashi, dürfte spätestens mit seinem Sieg in Hinzenbach klar sein, dass er aus diesem nun hervorgetreten ist.

Neben Ryoyu Kobayashi und Yukia Sato zeigte Naoki Nakamura mit einem 14. Platz in Hinzenbach auf, dass an guten Tagen auch mit ihm zu rechnen ist.
Dagegen noch deutlichen Nachholbedarf hat Junshiro Kobayashi. Der ältere Bruder von Ryoyu Kobayashi konnte in den beiden Wettbewerben im Rahmen der Sommer-Grand-Prix, an denen er teilnahm, wenig überzeugen. Lediglich ein 22. Rang in Hinzenbach und ein 39. Platz in Klingenthal sind in den Ergebnislisten zu finden.

Fragezeichen bei Kasai

Gänzlich ungewiss ist dagegen die Zukunft für den Altmeister Noriaki Kasai. Der japanische Rekordspringer, der zum Zeitpunkt der olympischen Winterspiele in Peking immerhin 49 Jahre alt sein wird, gibt sich auf seinem Instagram-Account zwar kämpferisch und glaubt weiter an sein großes Ziel Olympia 2022, doch realistisch betrachtet, scheint es für ihn fast aussichtslos noch auf den Zug für die Saison 2021/22 aufspringen zu können. Derzeit trainiert er im finnischen Rovaniemi, wo er erste Schneesprünge sammelt und hofft, im Weltcup an den Start gehen zu können.

Sara Takanashi und der Fluch der Großereignisse

Zweifelsfrei ist die 25-jährige Sara Takanashi DIE Skispringerin ihrer Zeit. Mit 60 Weltcup-Siegen ist sie die erfolgreichste Skispringerin aller Zeiten und hat sogar mehr Erfolge auf dem Konto als der Österreicher Gregor Schlierenzauer, der mit 53 Weltcup-Siegen als der erfolgreichste Athlet bei den Skisprung-Herren gilt. Trotz ihrer überragenden Erfolgsbilanz im Weltcup blieb ihr der ganz große Wurf – in Form einer Goldmedaille bei Großereignissen – bisher verwehrt. Nachdem Takanashi in der abgelaufenen Sommer-Saison bei vier Starts vier Podestplätze (darunter zwei Siege) sowie die japanischen Meistertitel sowohl auf der Normal- als auch auf der Großschanze für sich verbuchen konnte, scheint die 1,53m große Athletin bereit für die neue Weltcup-Saison. Vielleicht ist die Zeit in dieser Saison für sie endlich reif, auch bei Großereignissen ganz oben stehen zu können.

Neben Takanashi gilt als aussichtsreichste Japanerin lediglich Yuki Ito, die bei den japanischen Meisterschaften in beiden Wettbewerben hinter der Rekord-Weltcup-Siegerin landete und auch im Sommer-Grand-Prix stabile Top-Ten Ergebnisse einfahren konnte.

Im Mixed-Team-Wettkampf bei den olympischen Winterspielen im Februar 2022 in Peking könnte das japanische Team durchaus in den Kampf um die Medaillen einsteigen – sofern alle Athletinnen und Athleten ihr Leistungsoptimum abrufen.

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