Foto: Konstanze Schneider

Im Skisprung-Weltcup ist Vladimir Zografski bereits seit 2008 aktiv. Seit zwei Jahren trainiert der Bulgare mit dem deutschen Team – und hat im Vergleich zu seinen früheren Jahren als Einzelkämpfer einen deutlichen Leistungssprung gemacht.

„Die Saison war von einem Auf und Ab geprägt. Im Moment läuft es aber ziemlich gut, würde ich sagen – ich bin recht zufrieden“, erklärte Zografski gegenüber Skispringen-News.de. Und das aus gutem Grund: Aktuell erlebt er seine bisher stärkste Weltcup-Saison. Auf Rang neun in Falun Ende November 2025 folgte in Ruka mit Platz vier sein bislang bestes Weltcup-Ergebnis. In Wisła bestätigte er seine Form mit Rang sechs, in Willingen wurde er Achter. Vier Top-10-Platzierungen in einer Saison – zum Vergleich: Seit seinem Debüt 2008 hatte er zuvor insgesamt nur sechs Ergebnisse unter den besten Zehn erreicht. Diese Entwicklung unterstreicht eindrucksvoll, wie sehr er sein Niveau gesteigert hat. Auch bei den Olympischen Winterspielen in Predazzo überzeugte er mit Platz zehn im Einzel auf der Großschanze.

Ein wesentlicher Faktor für diesen Aufwärtstrend ist die Zusammenarbeit mit dem deutschen Team. Zografski fühlt sich längst als fester Bestandteil der Mannschaft. Das zeigt sich nicht nur daran, dass er sich im Auslauf gemeinsam mit den DSV-Adlern positioniert und sich über gute Resultate deutscher Athleten mitfreut. Auch bei Siegerehrungen ist er regelmäßig dabei, wenn ein deutscher Springer auf dem Podest steht – gelebter Teamgeist.

Über die Kooperation sagt er: „Es ist einfach unglaublich. Für mich ist es das zweite Jahr der Zusammenarbeit mit dem deutschen Team. Man sieht, dass meine Sprünge immer besser werden – und die Ergebnisse ebenfalls. Es war eine großartige Gelegenheit für mich. Ich möchte mich beim Deutschen Skiverband bedanken, dass ich Teil des Teams sein darf. Alle sind supernett, der Trainer ist klasse, die Athleten auch – es ist wirklich toll.“

Das Lächeln steht ihm dabei ins Gesicht geschrieben – und man gönnt es ihm. Über Jahre hinweg blieb Zografski beharrlich, trotz zahlreicher Rückschläge. Am 17. Dezember 2010 sammelte er in Engelberg mit Rang 28 erstmals Weltcup-Punkte. Am 3. Dezember 2011 gelang ihm in Lillehammer als Achter die erste Top-10-Platzierung. 2013 stellte er in Planica mit 213,5 Metern einen neuen bulgarischen Rekord auf. Allerdings konnte er diese Leistungen lange Zeit nicht konstant bestätigen: Von der Saison 2013/14 bis 2016/17 erreichte er lediglich dreimal den zweiten Durchgang.

Neuen Schwung erhielt seine Karriere bei den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang, wo er im Einzel auf der Normalschanze überraschend Platz 14 belegte. Ein weiterer Höhepunkt folgte 2023 mit dem Gesamtsieg im Sommer-Grand-Prix – inklusive drei Einzelerfolgen. In der Saison 2024/25 verbesserte er beim Skifliegen in Oberstdorf den bulgarischen Rekord auf 215 Meter und sprang bei den Nordischen Ski-Weltmeisterschaften 2025 auf der Normalschanze in Trondheim auf einen starken neunten Platz.

Es bleibt spannend, welche Impulse die enge Zusammenarbeit mit dem deutschen Team noch bringen wird. Aktuell liegt Zografski auf Rang 13 im Gesamtweltcup.

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