SGP Herren Sommer Grand Prix

Kacper Tomasiak hat sich mit einem Sprung auf 144m den Sieg in der Qualifikation für den abschließenden Sommer-Grand-Prix-Wettbewerb der Herren in Klingenthal gesichert. Der polnische Youngster setzte sich um 0,6 Punkte vor Marius Lindvik aus Norwegen sowie dem Österreicher Jan Hörl durch. Die deutsche Mannschaft blieb in der Qualifikation noch hinter den eigenen Erwartungen zurück.

Aus dem neunköpfigen Aufgebot des DSV gelang einzig Andreas Wellinger mit dem 19. Platz der Sprung in die Top-20. Außer ihm erreichten mit Pius Paschke (24.), Philipp Raimund (26.), Constantin Schmid (29.), Karl Geiger (32.), Ben Bayer (33.), Felix Hoffmann (42.) sowie Luca Roth (49.) sieben weitere Deutsche den morgigen Einzelwettkampf, indem sich das Team des neuen Bundestrainers Andreas Mitter dann deutlich stärker präsentieren möchte. Max Unglaube, der sowohl in den beiden Trainingsdurchgängen als auch in der Qualifikation mit starken Weiten überzeugen konnte (in der Quali lag er u.a. vor Weltcupgesamtsieger Domen Prevc) wurde nach der Materialkontrolle wegen eines zu langen Ski disqualifiziert, weshalb ihm morgen nur die Zuschauerrolle bleibt. Ähnlich erging es auch dem Bulgaren Vladimir Zografski, der ebenfalls nachträglich aus der Wertung genommen wurde.

Während die DSV-Adler am ersten Tag in Klingenthal noch nicht richtig ins fliegen kamen, packte der Pole Tomasiak seinen besten Sprung pünktlich zur Qualifikation aus und ließ Marius Lindvik knapp hinter sich. Der Norweger steigerte sich ähnlich wie Tomasiak noch einmal deutlich gegenüber den beiden vorherigen Trainingssprüngen, die vom Österreicher Jan Hörl dominiert wurden. In der Qualifikation zeigte Hörl dann erneut einen starken Versuch mit Bestweite, büßte aber aufgrund einer schlechteren Landung wertvolle Punkte gegenüber Tomasiak und Lindvik ein. Rang drei stand am Ende für ihn zu Buche vor seinen beiden österreichischen Landsmännern Stephan Embacher (4.) und Jonas Schuster (5.). Dahinter komplettierten Ryoyu Kobayashi (6.), Kristoffer Eriksen Sundal (7.), die beiden punktgleichen Domen Prevc und Ren Nikaido (8.) sowie Daniel Tschofenig (10.) die Top-10.

Für eine Schrecksekunde während der Qualifikation sorgte Kasperi Valto, der nach der Landung zu Fall kam. Der Finne verließ anschließend zusammen mit den Rettungssanitätern den Auslauf. Das Positive dabei: er war selbstständig auf beiden Beinen unterwegs, sodass die Hoffnung bleibt, dass er sich keine schwerwiegende Verletzung zugezogen hat.

Norwegischer Skiverband SGP Herren Slowenischer Skiverband Sommer Grand Prix Weltcup Herren

Auch im Springerlager der Herren haben wir uns in Klingenthal während des Sommer-Grand-Prix umgehört und mit Halvor Egner Granerud, Kristoffer Eriksen Sundal sowie Anze Lanisek über den Formaufbau, ihren derzeitigen Leistungsstand und die Ziele für die neue Saison gesprochen.

Halvor Egner Granerud vergleicht dabei den Mixed-Wettbewerb in Klingenthal mit dem Verlauf seines Sommers: „Ziemlich windig, und man wusste nie, was einen erwartet“, erklärte der Norweger am Mikrofon von Skispringen-News.de und führte weiter aus: „Es war für mich der schwierigste Sommer, den ich bislang je erlebt habe. Ich habe erst sehr spät im August mit dem Springen anfangen können, nachdem ich zunächst die Faust ballen musste, um mein linkes Bein überhaupt zehn Zentimeter in die Luft zu heben. Der letzte Teil des Sommers hat sich dann so angefühlt, als wäre er unheimlich schnell vergangen.“

Doch trotz dieser Umstände zeigte Granerud beim letzten internationalen Vergleich in Klingenthal eine starke Vorstellung, von der er selbst angenehm überrascht war. „Ich bin sehr glücklich und stolz, dass ich bereits auf diesem Niveau springen kann. Hier beim Finale des Sommer-Grand-Prix in Klingenthal habe ich in der Vergangenheit immer ziemlich gut abgeschnitten. Ich bin froh, dass es in dieser Hinsicht dieses Mal ähnlich ist. Ich war super begeistert vom fünften Platz im Einzel und dem dritten Rang im Mixed, der auch unser Ziel war.“

Mit Granerud wird also auch in diesem Winter wieder zu rechnen sein. Zu seinen Zielen für die neue Saison führt er aus, dass er natürlich in erster Linie auf die Olympischen Spiele hinarbeitet. Sein Hauptziel sei es jedoch zunächst gewesen wieder auf der Schanze zu stehen und Sprünge zu zeigen, die ein paar Meter über „Hill Size“ liegen – ohne Angst vor seinem Knie zu haben. „Das habe ich nun geschafft und denke fortan wieder mehr über Ergebnisse nach“, so der Ex-Vierschanzentourneesieger.

Bei seinem norwegischen Landsmann Kristoffer Eriksen Sundal ist die „größte Baustelle“ die Anfahrtsgeschwindigkeit. „Ich habe den ganzen Sommer hieran gearbeitet, weil ich letzten Winter fast immer der Langsamste in der Spur war. Jetzt bin ich eher im Mittelfeld, was schon mal sehr gut ist. Darüber bin ich sehr glücklich.“

Was die Olympischen Spiele angeht, hat sich Sundal von Beginn an Goldmedaillen fest zum Ziel gesetzt. Allerdings fallen seine ersten Eindrücke von den Schanzen in Predazzo eher ernüchternd aus. „Sie haben mir überhaupt nicht gefallen. Die Schanzen sind etwas zu flach, und die Flugkurve ist so, dass man im letzten Teil sehr stark abfällt. Ich mochte sie nicht, aber die Voraussetzungen sind für alle gleich.“ Vielleicht spielt ihm ja in die Karten, dass die Schanzen noch einmal umgebaut werden.

Neben Olympia hat sich Sundal auch vorgenommen, in diesem Winter seinen ersten Einzelwettbewerb im Weltcup zu gewinnen. Allerdings gibt es für ihn bis dahin noch einiges zu tun. „Ich bin noch nicht ganz in der Form, in der ich sein möchte, und finde es dementsprechend schwierig, sich nicht zu stressen. Aber es ist eigentlich wichtig, nicht gestresst zu sein.“

Und wie sieht es beim Slowenen Anze Lanisek aus? Dieser gab sich mit seiner Sommervorbereitung zufrieden, wenngleich er in Klingenthal noch hinter seinen eigenen Erwartungen zurückblieb. Davon lässt er sich jedoch nicht aus der Ruhe bringen – im Gegenteil, denn bis Lillehammer sei noch genug Zeit: „Also kein Stress“, schmunzelte er.

Auch Lanisek hat die Olympischen Spiele fest als Ziel ins Visier genommen. „Deshalb bin ich hier“, betonte er und schilderte seine ersten Erfahrungen mit den Schanzen in Predazzo wie folgt: „Eigentlich sind die Anlagen nichts Besonderes. Man muss jetzt abwarten, was passiert, wenn sie den Absprung um einen halben Grad absenken. Es wird dadurch wahrscheinlich sicherer werden, vor allem für die Damen“, so seine Einschätzung.

DSV SGP Damen Sommer Grand Prix Weltcup Damen

Am nächsten Wochenende beginnt in Lillehammer die diesjährige Weltcup-Saison. Letztes Jahr verlief der Auftakt für die deutschen Damen direkt grandios, und er war – wie Cheftrainer Heinz Kuttin heute sagt – der „Knochenbrecher“ für eine erfolgreiche Wintersaison. Dennoch wurde die Vorbereitung dieses Mal bewusst etwas anders gesteuert. Im Interview verrät er uns, was das Ziel dahinter ist und äußert sich auch zur Materialumstellung infolge der vielen schweren Stürze während des Sommer-Grand-Prix.

Der Sieg im Mixed-Wettbewerb am Freitag, danach am Samstag die Plätze zwei und drei für Katharina Schmid und Selina Freitag im Einzel und anschließend noch einmal am Sonntag ein Doppelsieg im Einzel (Katharina Schmid gewann vor Selina Freitag) – ein Auftakt nach Maß für die deutschen Damen im letzten Winter in Lillehammer. Daher stellt sich die Frage, ob wir direkt zum Start wieder einen solchen „Knochenbrecher“ erwarten dürfen. Cheftrainer Heinz Kuttin dämpft allerdings die Erwartungen für den Weltcupstart etwas.

Skispringen-News.de: „Heinz, wie fällt die Analyse zum letzten Sommer-Grand-Prix in Klingenthal sowie zur bisherigen Vorbereitung bei den deutschen Damen aus?“

Heinz Kuttin: „Durchwachsen, sage ich jetzt einmal. Durchwachsen deswegen, weil wir sehr viel gearbeitet haben. Wir haben in letzter Zeit natürlich durch die ganze Materialumstellung erneut viel Fokus auf diesen Bereich gelegt. Wir haben im September noch einmal einen richtigen Konditionsblock gemacht. Das heißt: Wir wissen, dass wir jetzt noch nicht in Hochform sind. Aber unser Team ist gut aufgestellt. Wir haben wirklich sieben Athletinnen, die jederzeit um Punkte springen können. Wir haben aber gesehen, dass die Sprünge noch nicht hundertprozentig laufen – und das ist notwendig, um ganz vorne dabei zu sein. Hier in Klingenthal sind jetzt drei in den Top Ten gewesen. Das ist sehr vielversprechend und ich bin mir sicher, dass wir, wenn wir dann in Lillehammer am Start stehen und noch einmal die notwendige Ruhe haben – mit dem letzten Lehrgang auf Zypern, wo wir Energie tanken –, wirklich gut aufgestellt sind.“

Skispringen-News.de: „Ist es dieses Mal auch eine etwas andere Art der Vorbereitung im Vergleich zu den vergangenen Jahren, weil später im Jahr noch Olympia ansteht?“

Heinz Kuttin: „Logisch hat jeder den Fokus auf Olympia. Grundsätzlich haben wir ein paar Dinge gegenüber dem letzten Jahr geändert. Wir waren am Anfang top in Form, und das wollten wir dieses Mal ein bisschen verzögern. Deswegen haben wir im Herbst den Block noch einmal etwas länger gezogen. Und dann kam das Thema Material dazu. Das war leider keine schöne Sache, weil es viele Verletzungen gab und die Mädels sehr viel diskutiert haben. Der Fokus lag plötzlich ganz woanders. Das hat uns sicher etwas durcheinandergebracht – wie viele andere Nationen wahrscheinlich auch. Aber jetzt passt es gut. Ich sehe das nicht als Problem, sondern ganz im Gegenteil: Es motiviert uns noch einmal, genau und akribisch zu arbeiten und Ruhe zu bewahren.“

Skispringen-News.de: „Wie schwer ist es, auf Athletinnen mit Kniebeschwerden wie Agnes Reisch Rücksicht zu nehmen? Gibt es eine eigene Belastungssteuerung? Auch Anna Hollandt hat erzählt, dass sie zuletzt Kniebeschwerden hatte. Wie könnt ihr das im Training steuern?“

Heinz Kuttin: „Das kannst du nur über das Gefühl der Athletinnen richtig gut steuern, wenn ‘Wehwehchen’ auftreten – ich sage das bewusst unter Anführungszeichen, denn das sind ja wirkliche Schmerzen. Bei Anna ist es ein anderes Schmerzbild als bei Agnes, aber sie haben alle ihre Vorgeschichte. Deswegen habe ich ein individuelles Programm und mache das mit jeder Athletin einzeln. Ich gebe den Athletinnen mehr Entscheidungsfreiheit bei den Fragen: Kann ich heute gut trainieren? Bin ich heute so fit, dass ich Kraft- oder Sprungtraining machen kann? Das versuchen wir möglichst gut zu steuern. Und jede Athletin im Team hat dafür Verständnis – und das ist ganz, ganz wichtig. Am Ende der Saison können wir dann sagen: Wir haben vieles richtig gemacht oder es waren doch ein paar Fehler dabei.“

Skispringen-News.de: „Ist es generell schwierig, wenn man Anzüge erst enger macht und dann wieder etwas weiter? Wäre es wichtig, da endlich Kontinuität reinzubringen?“

Heinz Kuttin: „Ja, das stimmt. Aber Gott sei Dank ist jetzt der Schritt gemacht worden und die FIS sowie die Gremien haben es auch so gesehen. Wir haben von Anfang an gesagt: Die Sprünge werden schneller und der Impact bei der Landung wird größer. Aber man hat zugeschaut, und das mit Predazzo war wirklich nicht schön. Da sind drei Top-Athletinnen schwer gestürzt, eine bereits in Courchevel – also vier Athletinnen, die Medaillenchancen hatten, sind jetzt raus. Jede Verletzung ist eine zu viel. Wenn man sieht, dass schon 2014 diese Entscheidungen mit den engeren Anzügen zu vielen Verletzungen geführt haben, und man jetzt wieder denselben Fehler macht – das ist aus sportlicher Sicht unverständlich. Jetzt ist es Gott sei Dank wieder weg. Klar, wir arbeiten daran, das optimale Setup zu finden. Wir sind noch nicht dort, wie man gesehen hat. Die Sprünge sind noch nicht hundertprozentig. Aber ich bin zuversichtlich, dass wir vorne mitspringen können.“

Skispringen-News.de: „Heute in Klingenthal hat es die Kanadierin Abigail Strate erwischt, die disqualifiziert wurde. Ist das einfach so einzuordnen, dass jeder trotzdem versucht, bis ans Limit zu gehen?“

Heinz Kuttin: „Nein, das sind Kleinigkeiten. Da geht es um die Hüfte, und man weiß, wie schnell das geht. Man trinkt halt ein bisschen weniger oder fühlt sich nicht so wohl, dann hat man gleich mal ein, zwei Zentimeter zu wenig Umfang oder der Anzug wird zu groß. Das sind Kleinigkeiten. Die Ursache, warum jetzt so genau kontrolliert wird, wissen wir alle, liegt ganz woanders. Ich hoffe, dass das im Winter rhythmisch wird und dass da nicht zu viel passiert.“

Skispringen-News.de: „Wenn wie vorhin die Wartezeit bis zur Siegerehrung extrem lange wird, ist das ja auch schwierig für die Zuschauer. Aber trotzdem sagst du, das müssen wir so machen, damit einfach eine Art ‚Gerechtigkeit‘ wiederhergestellt wird?“

Heinz Kuttin: „Ja, also ich unterstütze diese guten Kontrollen, die jetzt gemacht werden. Ich glaube, speziell im Damensport sind letztes Jahr die Kontrollen am Anfang richtig gut geworden, und dann ist es im Laufe der Saison ein bisschen ausgeufert, was man beobachtet hat. Es ist ganz etwas anderes als das, was bei den Männern passiert ist, speziell in Norwegen. Dass ein Anzug ein bisschen zu groß ist, wird es weiterhin geben, weil man durch Tagesform etc. mal, wie gesagt, ein bisschen weniger Umfang hat. Oder man hat nicht gut gefrühstückt oder der Tag dauert lange. Dann geht das schnell.“

Skispringen-News.de: „Wie zufrieden bist du derzeit mit Selina Freitag, die wieder einen starken Eindruck hinterlässt?“

Heinz Kuttin: „Selina ist die Einzige, die jetzt richtig konstant gut gesprungen ist und die mit diesen ganzen Änderungen am besten umgehen konnte. Also wenn sie ihren Fluss und ihren Rhythmus hat und den Sprung richtig rotieren kann über den Vorbau, dann glaube ich, kann sie ganz vorne mitspringen und um Podiumsplätze kämpfen. Eine gute Entwicklung hat sie auch bei der Landung gemacht: Landeanflug, Landung – da hat sie richtig gut gearbeitet. Und vor allem hat sie sich immer mehr überwunden, den Schritt zu machen, in Richtung Hillsize zu springen mit Telemark. Also bin ich zuversichtlich, weil das letztes Jahr auf einmal der Fall war, dass sie da leider ein paar Wettkämpfe nicht ganz so durchgezogen hat.“

Skispringen-News.de: „Und jetzt, wo die Anzüge wieder ein bisschen weiter sind, kommt ihr dabei sicherlich auch entgegen, dass man wieder mit weniger Geschwindigkeit zur Landung kommt?“

Heinz Kuttin: „Ja, genau. Es kommt jeder Athletin entgegen, weil der Impact etwas kleiner wird. Es geht gar nicht so um die Geschwindigkeit, sondern einfach um die Flugkurve, die für die Athletinnen entsteht, und sie können deswegen auch wieder weiter mit Telemark springen.“

Skispringen-News.de: „Dankeschön und viel Erfolg für den Auftakt in die neue Saison!“

Heinz Kuttin: „Danke auch.“

DSV SGP Herren Sommer Grand Prix

Bei den Junioren-Weltmeisterschaften 2024 in Planica gewann Adrian Tittel Silber mit dem Team sowie Bronze im Einzel und im Mixed-Team. Aufgrund des Reglements hatte er durch diesen Erfolg bis zu den Junioren-Weltmeisterschaften 2025 in Lake Placid automatisch einen festen Startplatz im Weltcupteam von Bundestrainer Stefan Horngacher. In der aktuellen Wintersaison heißt es für Tittel, der an den Stützpunkt nach Oberstdorf gewechselt ist, sich erneut zu beweisen.

Skispringen-News.de sprach mit ihm im Rahmen des letzten Sommer-Grand-Prix in Klingenthal.

Skispringen-News.de: „Adrian, wie schätzt du derzeit deinen Leistungsstand ein und woran arbeitest du momentan besonders?“

Adrian Tittel: „Ich glaube, ich bin nicht viel schlechter als letztes Jahr aber man sieht ja, dass das Feld wieder extrem stark ist. Am Fliegen muss ich noch ein bisschen arbeiten und meinen Absprung stabilisieren. Aktuell bin ich froh, dass es schon deutlich besser läuft als in den vergangenen Wochen. Da habe ich mich eher schwergetan, aber jetzt stabilisiert es sich und ich bekomme wieder mehr Lockerheit rein. Daran arbeite ich weiter, und dann schauen wir, wohin die Reise geht.“

Skispringen-News.de: „Muss man durch die neuen, engeren Anzüge mehr Absprungkraft einbringen?“

Adrian Tittel: „Ich glaube, an der Absprungkraft liegt es nicht, die ist eigentlich ziemlich gut. Man muss jedoch unglaublich gut fliegen, den Ski optimal in den Wind stellen und einfach die Körperhaltung gut machen. Daran arbeite ich momentan noch. Es ist aber schon deutlich besser als im Sommer, und wenn ich so weitermache, sehe ich eine gute Entwicklung.“

Skispringen-News.de: „Kommen dir die engeren Anzüge eher entgegen oder waren die weiteren Modelle der vergangenen Saison für dich besser?“

Adrian Tittel: „Die weiteren Anzüge waren auch nicht unbedingt ideal, da bin ich ebenfalls nicht besonders gut geflogen. Wenn ich unter dem Ski stand, blieb ich dort. Jetzt gelingt es mir besser, da rüberzukommen und mehr Geschwindigkeit aufzubauen. Insgesamt habe ich aber keinen riesigen Unterschied gespürt.“

Skispringen-News.de: „Welche Ziele hast du dir gesetzt?“

Adrian Tittel: „Ich habe mir keine festen Ziele gesteckt, aber ich liebäugele natürlich wieder mit Weltcup-Einsätzen. Letzte Saison hatte ich die Premiumvariante mit meinem fixen Startplatz – und ich glaube, genau dadurch habe ich mich selbst ein wenig unter Druck gesetzt. Im Moment geht es darum, meine Sprünge zu stabilisieren und dort, wo ich eingesetzt werde, einfach bestmöglich zu springen. Aktuell rechne ich eher mit Starts im Continental Cup, und dann sehen wir, was daraus wird.“

Skispringen-News.de: „Vielen Dank und viel Erfolg.“

Adrian Tittel: „Dankeschön.“

DSV SGP Herren Sommer Grand Prix

Mit dem Gesamtsieg beim Sommer-Grand-Prix 2025 hat sich Philipp Raimund viel Selbstvertrauen für die kommende Wintersaison geholt. Insgesamt fünfmal sprang „Hille“ auf das Podium, darunter auch ein Tagessieg in Hinzenbach. Den letzten internationalen Vergleich in Klingenthal schloss er hinter Ryoyu Kobayashi auf dem zweiten Platz ab. Skispringen-News.de hat mit dem aktuell formstärksten DSV-Adler gesprochen und ist dabei auch der Frage nachgegangen, inwieweit sich die neuen Anzüge bemerkbar machen.

Skispringen-News.de: „Philipp, wie wichtig ist dir der Titel ‚Gesamtsieger Sommer-Grand-Prix 2025‘?“

Philipp Raimund: „Ich würde es persönlich auf einer Skala von 1 bis 10 mit einer 7 oder 8 bewerten. Klar, es ist mir dieses Jahr wichtiger, bei Olympia, der Weltmeisterschaft oder Ähnlichem abzuliefern – oder im Winter generell. Aber es ist für mich einfach mal eine Bestätigung, ein Schritt, auf den ich lange hingearbeitet habe. Und dann letztendlich im Sommer ganz oben zu stehen und als Bester in den Winter zu starten, ist schon mal ein cooles Gefühl. Deswegen: ja, schon viel.“

Skispringen-News.de: „Hast du dir zugetraut, mal auf so eine Welle zu kommen und konstant vorne mit dabei zu sein?“

Philipp Raimund: „Definitiv. Also es war tatsächlich so, dass ich oft im Training ziemlich gut mithalten konnte. Das Problem war nur, dass ich es im Wettkampf nicht ganz rüberbringen konnte. Aber dieses Jahr habe ich es einfach geschafft, die Lockerheit aus dem Sommer in die Wettkampfsprünge mitzunehmen. Und von dem her ist es gerade relativ unkompliziert, und ich springe einfach so wie im Training – und es macht halt Spaß. Dann ist es gleich doppelt so gut.“

Skispringen-News.de: „Kann man sagen, dass die Anzugregelung dir ein bisschen entgegenkommt, oder spielt das keine Rolle in dieser Geschichte?“

Philipp Raimund: „Ich würde sagen, schon. Mein erster Eindruck war dieses Jahr im Sommer, dass ich ein anderes Gefühl in der Luft hatte. Vielleicht musste ich auch selbst ein bisschen aktiver in der Luft sein, damit das Ganze wirklich zum Fliegen kommt. Und dann habe ich einfach ein anderes Gefühl für den Flug entwickelt. Deswegen würde ich sagen, es ist sowohl die Anzugänderung als auch persönlicher Fortschritt.“

Skispringen-News.de: „Dankeschön für das Gespräch und viel Erfolg in der Wintersaison.“

Philipp Raimund: „Danke auch!“

DSV SGP Herren Sommer Grand Prix

Der letzte internationale Vergleich beim Sommer-Grand-Prix in Klingenthal endete für Andreas Wellinger mit dem 26. Platz im Einzelwettbewerb. Skispringen-News.de hat sich mit ihm über seinen derzeitigen Leistungsstand und die bevorstehende Wintersaison unterhalten. Gleichzeitig blicken wir mit Andreas Wellinger zusammen auch noch einmal auf das „Zielspringen“ in Zakopane zurück und sprechen über die Einführung der gelben und roten Karten, die er sehr kritisch sieht.

Skispringen-News.de: „Servus Andi, wie bist du mit dem Verlauf des Sommer-Grand-Prix bei dir zufrieden? Und was ist noch zu tun bis zum Winter?“

Andreas Wellinger: „Wirklich zufrieden bin ich nicht. Es ist ein sehr holpriger Sommer gewesen, aber trotzdem ist es jetzt – speziell in Hinzenbach und in den letzten Wochen beim Training – wieder bergauf gegangen. Wir haben noch ein bisschen Zeit, bis es in Lillehammer losgeht. Da gibt es noch einiges zu tun, vor allem die Sprünge auf ein höheres Niveau zu bringen und sie dann auch zu stabilisieren. Wir haben dann vier Monate, und je früher die Form passt, desto lieber ist es mir.“

Skispringen-News.de: „Was sind die größten Veränderungen im Vergleich zur vorherigen Saison?“

Andreas Wellinger: „Wir haben ein paar neue Regeländerungen, die einen intensiven Sommer mit sich gebracht haben. Da hat, glaube ich, jeder so ein bisschen für sich ein neues Setup finden müssen. Das hat bei mir länger gedauert, aber jetzt bin ich soweit ganz zufrieden, wie das System in der Luft zu gleiten anfängt. Jetzt brauche ich einfach Sprünge, Vertrauen und ein stabiles, höheres Niveau.“

Skispringen-News.de: „Du bist ja auch Fußballfan – Stichwort: Einführung gelbe und rote Karten. Wie ist deine Einschätzung hierzu?“

Andreas Wellinger: „Es ist ein schwieriges Thema. Wie genau das jetzt funktionieren soll, weiß ich selber noch nicht. Hätte ich in Hinzenbach letzte Woche beispielsweise eine gelbe Karte gekriegt? Ich glaube ja, weiß es aber nicht genau. Und dann ist es, wie ich finde, schwierig, denn man kann ein Vergehen schlecht vergleichen. Es gibt das eine, das passiert, das andere, das ist mutwillig, und dann gibt es irgendwas dazwischen – das zu pauschalisieren, finde ich enorm schwierig. Wenn es im blödesten Fall am Freitag in der Quali Gelb-Rot gibt, ist man Samstag, Sonntag sowie am Folgewochenende gesperrt, und gleichzeitig verliert die Nation auch den Startplatz der gesperrten Person. Es ist ja nicht einmal so, dass dann ein anderer nachrücken darf – und ich weiß nicht, ob ich das gut finde.“

Skispringen-News.de: „Wie siehst du die anderen Formate, die zuletzt im Skispringen getestet worden sind? Das ‚High-Five-Format‘ sowie das Zielspringen, das beim Show-Event von Red Bull stattgefunden hat und bei dem du extrem treffsicher warst?“

Andreas Wellinger: „Es ist gut, dass man sich Gedanken macht, wie man Skispringen weiterentwickeln und etwas Spannendes für die Zuschauer vor Ort und daheim vor dem Fernseher bieten kann. Das ‚High-Five-Format‘ habe ich tatsächlich überhaupt nicht verfolgt, weil ich im August etwas anderes gemacht habe. Soweit ich aber von den Jungs gehört habe, ist es eher schwierig. Du machst zwar Sprünge, aber am Ende wird alles gestrichen, und es geht effektiv nur um einen Durchgang. Wie wir es aus dem Skispringen kennen, ist es oft wechselhaft, und da sollte nicht der Glücklichste, sondern der Beste gewinnen. Mit zwei Durchgängen gleicht sich das doch meist aus.

Das Zielspringen in Zakopane war mal ganz was anderes. Es hatte irgendwie so einen Saisonabschluss-Flair. Wie du richtig sagst, treffsicher war ich in dem Fall. Ich hätte nicht gedacht, dass drei Teams innerhalb eines halben Meters zusammenliegen und das vierte Team mit einem halben Meter schon neben dem Podest steht. Da würde ich sagen, war der sportliche Wert irrelevant – es war einfach ein cooler Saisonabschluss mit durchgemischten Teams. Ich würde sagen, jeder, der das live oder vor dem Fernseher verfolgt hat, hat es ebenfalls als cool empfunden. Ich habe selten Fans jubeln sehen, wenn Gregor Deschwanden 107 Meter genau auf die Linie springt, wo jeder normalerweise sagt: ‚Oh, scheiße‘ (lacht). Deswegen fand ich das Format ganz witzig.“

Skispringen-News.de: „Lass uns noch einen Blick auf die neue Wintersaison werfen. Mit welchen Zielen trittst du an? Es ist natürlich das Olympia-Jahr – da müssen wir nicht drum herumreden.“

Andreas Wellinger: „Ja, aber neben Olympia haben wir dreieinhalb Monate zusätzlich mit einer Skiflug-WM und der jährlichen Vierschanzentournee. Fürs Erste heißt es, ein besseres Gefühl und mehr Stabilität für den Start in Lillehammer zu erarbeiten. Wenn mir das gelingt, kann ich auch wieder vorne mitkämpfen. Ansonsten ist es so wie jetzt – eben noch nicht zufriedenstellend. Also heißt es zunächst, die Sprünge stabilisieren, und dann können wir über Ziele reden.“

Skispringen-News.de: „Dankeschön und viel Erfolg dabei!“

Andreas Wellinger: „Merci.“

DSV SGP Herren Sommer Grand Prix

Während sich Philipp Raimund und Pius Paschke mit ihren Auftritten bei den Sommer-Grand-Prix-Wettbewerben Selbstvertrauen für die Wintersaison holen konnten, sah es bei Karl Geiger zuletzt anders aus. So blieb ihm als 53. der Qualifikation beim abschließenden Wettbewerb in Klingenthal nur die Zuschauerrolle. Skispringen-News.de hat sich im Anschluss mit ihm über seinen derzeitigen Leistungsstand und das neue Fluggefühl in Folge der Materialanpassungen unterhalten.

Skispringen-News.de: „Karl, wie fällt deine persönliche Analyse nach der Qualifikation aus?“

Karl Geiger: „Ja, sehr überschaubar, also echt ziemlich bitter eigentlich. In der Quali auszuscheiden war nicht der Plan.“

Skispringen-News.de: „Wie läuft sonst momentan die Vorbereitung, und was fehlt noch bis zum Saisonstart im Winter?“

Karl Geiger: „Also, Stand jetzt würde ich sagen, fehlt noch einiges. Es schien so, als ob es in Hinzenbach eigentlich in die richtige Richtung geht, aber hier habe ich es leider gar nicht umsetzen können. Jetzt heißt es: zuerst mal sacken lassen, anschauen und dann besser machen.“

Skispringen-News.de: „Wenn wir mal zurückschauen: Klingenthal ist zuletzt ein gutes Pflaster für dich gewesen, und es wird ja auch dieses Jahr noch ein Winter-Weltcup hier stattfinden. Was sagst du selbst zur Schanze hier im Vogtland?“

Karl Geiger: „Also, Klingenthal ist immer ein hervorragendes Pflaster, was die Zuschauer angeht. Ich bin auch so extrem gerne da. Die Schanze ist cool, wenn auch nicht ganz einfach. Ich weiß, dass sie sehr streut. Ich habe hier schon sehr viele sehr gute, aber auch sehr viele sehr schlechte Wettkämpfe gemacht. Deshalb ist es kein Selbstläufer hier. Aber ich weiß, dass ich sie grundsätzlich kann. Nur so wie heute geht sie nicht.“

Skispringen-News.de: „Lass uns noch einen kurzen Ausblick auf die neue Saison werfen. Mit welchen Zielen gehst du in die Saison?“

Karl Geiger: „Ich gehe jetzt erstmal in die nächsten Wochen mit dem Ziel, dass das Niveau deutlich angehoben werden muss. Und was die Saison angeht – da habe ich eigentlich schon einiges vor, und es ist nicht so, dass ich da jetzt sage: ‚Okay, das lassen wir jetzt mal auf uns zukommen.‘ Sondern ich will da schon angreifen und mitmischen. Aber dafür müssen noch ein paar Sachen getan werden.“

Skispringen-News.de: „Was sind die größten Änderungen im Vergleich zur letzten Saison?“

Karl Geiger: „Also klar, das Material hat sich nochmal relativ stark verändert. Da muss man sich erstmal drauf einstellen und das richtige Setup finden. Und ansonsten: Das Skispringen an sich hat sich nicht verändert. Das heißt, wenn man sehr sauber springt, dann wird man auch weit vorne rauskommen. Momentan ist das Problem, dass ich meine Stärke, die ich eigentlich sonst über den Absprung und über die Druckwirkung habe, nicht abrufen kann. Und deshalb muss ich erstmal das in den Griff kriegen, bevor wir über den Rest reden.“

Skispringen-News.de: „Wie ist deine Einschätzung zur Einführung der gelben und roten Karten durch die FIS – natürlich auch vor dem Hintergrund dessen, was bei der WM in Trondheim passiert ist?“

Karl Geiger: „Ich glaube, grundsätzlich ist es ein System, das Wiederholungstäter härter zur Strafe ziehen soll. Wie es dann genau umgesetzt wird und wie es letztendlich wird, kann ich schwer einschätzen. Ich glaube, wenn das Material passt, dann braucht man sich darüber nicht die megagroßen Gedanken zu machen. Daher bin ich einfach mal offen dafür und schaue, wie es wird.“

Skispringen-News.de: „Muss man sich mit den engeren Anzügen das Fluggefühl erst wieder neu erarbeiten?“

Karl Geiger: „Es ändert sich einfach ein bisschen, wie das System in der Luft fliegt, wie es greift und wo die Drehmomente bzw. die Achsen sind. Aber grundsätzlich müsste es von der Theorie her mir eigentlich in die Karten spielen, weil ich ein guter Abspringer bin und über den Druck komme. Aber momentan sieht es noch nicht so aus.“

Skispringen-News.de: „Wir drücken dir die Daumen, dass es bis zum Saisonstart besser wird, und danken dir für das Gespräch.“

Karl Geiger: „Danke auch!“

Polnischer Skiverband SGP Herren Sommer Grand Prix

Das polnische Skisprungteam befindet sich weiterhin im Umbruch. Nachdem die früheren Leistungsträger Dawid Kubacki, Piotr Zyla und Kamil Stoch (letzterer verkündete kürzlich seinen Rücktritt nach der Wintersaison 25/26) zuletzt nicht mehr ganz vorne mithalten konnten, rücken mehr und mehr jüngere Athleten in den Vordergrund. Im Sommer stach hierbei ein Name ganz besonders heraus: der 18-jährige Kacper Tomasiak.

In den vergangenen Jahren startete Tomasiak regelmäßig im FIS Cup, Alpen Cup und Continental Cup. Aufgrund seiner starken Leistungen über den diesjährigen Sommer hinweg erhielt er in Klingenthal jüngst die Möglichkeit, am Grand-Prix teilzunehmen. Mit dem neunten Platz in der Qualifikation, dem achten Rang im Einzelwettbewerb sowie dem siebten Platz im Mixed-Wettbewerb gelang es Tomasiak, das in ihn gesetzte Vertrauen zu rechtfertigen.

Doch wie verlief der Sommer des 18-Jährigen bis dahin genau? Am letzten August-Wochenende überzeugte Tomasiak zunächst im FIS-Cup mit dem ersten und zweiten Platz auf der Anlage in Szczyrk-SkaliteRK. Anschließend folgte ein weiterer starker Auftritt in Stams beim Continental-Cup, den er für sich entscheiden konnte. In Hinterzarten bestätigte er seine gute Form erneut, sprang mit 114,5 Metern auf der Normalschanze zu einem neuen Schanzenrekord und wurde im Gesamtergebnis Erster und Zweiter. Dabei ließ er u.a. den Schweizer Gregor Deschwanden und die beiden Deutschen Constantin Schmid und Felix Hoffmann hinter sich. Beim Finale des Continental-Cups in Klingenthal sammelte er mit dem achten und vierten Rang weitere wichtige Punkte, sodass er das Gelbe-Trikot bis zum Schluss erfolgreich verteidigen konnte. Mit einem Vorsprung von 50 Punkten sicherte sich Tomasiak schlussendlich den Gesamtsieg im Continental Cup und damit auch einen Quotenplatz für das polnische Team während der ersten Weltcup-Periode.

Man darf also gespannt sein, welche weitere Entwicklung Tomasiak in der diesjährigen Wintersaison nehmen wird und ob er vielleicht das Potential dazu hat, Polens neuer Rohdiamant zu werden. Im Rahmen des Sommer-Grand-Prix in Klingenthal hatten wir Gelegenheit dazu, uns mit Kacper Tomasiak zu unterhalten.

Skispringen-News.de: „Kacper, eine wirklich tolle Sommer-Saison liegt hinter Dir. Wie fällt Dein persönliches Fazit aus?“

Kacper Tomasiak: „Es war nahezu perfekt, ich hätte mir keinen besseren Sommer vorstellen können. Trotzdem muss ich mich noch verbessern, vor allem bei meinen Sprüngen und hoffentlich gelingt mir das bis zum Winter.“

Skispringen-News.de: „Wir waren sehr überrascht, wie gut die Ergebnisse im Sommer waren. Wie hast Du es selbst empfunden?“

Kacper Tomasiak: „Ich war ziemlich überrascht. Aber vor dem ersten Wettkampf bin ich schon recht gut gesprungen, deshalb hatte ich zwar mit guten Ergebnissen gerechnet, aber nicht mit so guten.“

Skispringen-News.de: „Kamil Stoch sagte gestern zu uns, dass es Zeit sei, für die junge Generation in Polen. Ein paar Worte von Dir zu Kamil?“

Kacper Tomasiak: „Ich wünsche ihm viel Spaß und vor allem, dass er seine letzte Saison genießen kann. Er ist eine Skisprunglegende und ich hoffe, dass er zum Abschluss noch eine Medaille gewinnen kann und ein paar gute Sprünge zeigt.“

Skispringen-News.de: „Was sind jetzt Deine persönlichen Ziele für die neue Wintersaison?“

Kacper Tomasiak: „Nun, hoffentlich schaffe ich es ins Weltcup-Team und kann dort bleiben. Und was eine Teilnahme bei den Olympischen Spielen angeht, wird es sicherlich schwierig, aber nicht unmöglich. Ich denke, im Januar 2026 werden wir sehen, ob es klappt oder nicht.“

Skispringen-News.de: „Für alle diejenigen, die Dich noch nicht so gut kennen: Wie ist Deine Karriere gestartet?“

Kacper Tomasiak: „Ich habe mit sechs Jahren begonnen Ski zu springen und mich stetig verbessert, um meine Karriere voranzutreiben. Jetzt habe ich es zum Grand Prix geschafft, worüber ich mich sehr freue. Hoffentlich bin ich nächstes Jahr und auch in den kommenden Jahren wieder dabei.“

Skispringen-News.de: „Dankeschön und viel Erfolg für die neue Saison!“

Kacper Tomasiak: „Sehr gerne. Dankeschön!“

Norwegischer Skiverband SGP Damen Sommer Grand Prix

Beim Sommer-Grand-Prix durften sich die Zuschauer auch wieder über Silje Opseth freuen, die nach überstandener Knieverletzung ihr Comeback feierte. Die 26-jährige Norwegerin stürzte im Januar 2025 beim Weltcup in Sapporo und verpasste dadurch unter anderem die Heim-WM in Trondheim. Skispringen-News.de hat sich in Klingenthal mit der ehemaligen Skiflugweltrekordhalterin über ihren Sturz, den Weg zurück auf die Schanze und ihre Ziele für die neue Saison unterhalten.

Skispringen-News.de: „Silje, herzlich willkommen zurück auf der Schanze! Wie fühlt es sich an?“

Silje Opseth: „Danke! Es fühlt sich gut an und es ist wirklich schön, wieder da zu sein. Ich hoffe, dass ich bereit dazu bin, wieder an Wettkämpfen teilzunehmen.“

Skispringen-News.de: „Wie haben die Wochen und Monate seit dem Sturz in Sapporo ausgesehen?“

Silje Opseth: „Es war definitiv ein Prozess mit Höhen und Tiefen. Aber ich denke, ich habe das gut gemeistert, auch dank meines tollen Teams. Es war eine sehr lehrreiche Zeit. In den letzten Monaten konnte ich wieder voll ins Training einsteigen, Skispringen und täglich trainieren. Es wird also besser.“

Skispringen-News.de: „Hast Du Dir den Sprung aus Sapporo im Nachhinein nochmal angesehen und analysiert oder hast Du davon abgesehen?“

Silje Opseth: „Ich habe ihn gesehen und versucht, herauszufinden, was passiert ist. Es ist auch eigentlich gar nicht so schwer gewesen zu analysieren. Ich bin auf dem klebrigen Schnee ziemlich unsauber gelandet. Meine Skier haben sich verhakt und ich habe mich nach vorne gedreht. Das ist wirklich eine ungünstige Kombination. Bei so hoher Geschwindigkeit ist die Belastung der Knie extrem hoch. Ich habe Glück gehabt, dass es nicht schlimmer gekommen ist.“

Skispringen-News.de: „Wie lief das Klingenthal-Wochenende bisher für Dich?“

Silje Opseth: „Bis jetzt bin ich ziemlich zufrieden. Ich erledige meine Aufgaben und halte mich an den ausgearbeiteten Plan. Es ist schön, wieder da zu sein, besonders hier in Klingenthal, weil mir die Schanze sehr gefällt.“

Skispringen-News.de: „Und wie sehen deine persönlichen Ziele für die neue Saison aus?“

Silje Opseth: „Ich hoffe, im Weltcup wieder zu alter Stärke zurückzufinden und stabil meine Leistungen abrufen zu können. Mein Saisonziel ist es, nochmal ein Weltcupspringen zu gewinnen, und dann sehen wir weiter.“

Skispringen-News.de: „Viel Erfolg dabei und danke für das Gespräch.“

Silje Opseth: „Dankeschön“

Bisher konnte Opseth insgesamt sieben Weltcupsiege für sich verbuchen, den letzten Erfolg erzielte sie am 09. März 2024 in Oslo. Für mächtig Furore sorgte die Norwegerin am 17. März 2024, als sie mit 230,5 Metern in Vikersund einen neuen Skiflugweltrekord bei den Frauen aufstellte. Seit dem 14. März 2025 gehört der Rekord allerdings der Slowenin Nika Prevc, die 236 Meter weit flog.

Polnischer Skiverband SGP Herren Sommer Grand Prix

Im September diesen Jahres kündigte Kamil Stoch überraschend sein Karriereende nach der Wintersaison 2025/26 an. In Klingenthal absolvierte der dreifache Olympia- und Vierschanzentourneesieger sowie zweimalige Weltmeister seine letzten Wettkampfsprünge überhaupt im Sommer. Skispringen-News.de hat mit dem 38-jährigen Polen nach der Einzelkonkurrenz über seine Entscheidung sowie die Ziele für seine letzte Weltcupsaison gesprochen.

Polen ist seit eh und je als skisprungverrückte Nation bekannt. Hauptverantwortlich hierfür waren in den letzten Jahren vor allem Adam Malysz (inzwischen Präsident des polnischen Skiverbandes), Kamil Stoch, Dawid Kubacki und auch Piotr Zyla, die mit ihren Erfolgen einen regelrechten Boom ausgelöst haben. Mit dem Rücktritt von Stoch verliert die Skisprungnation Polen Ende der Wintersaison 2025/26 eines ihrer Aushängeschilder. 2005 feierte er sein Debüt im Weltcup und lieferte eine beeindruckende Karriere ab. Mit drei Olympiasiegen, zwei Weltmeistertiteln, drei Gesamterfolgen bei der Vierschanzentournee und zwei Gesamtweltcupsiegen zählt Stoch ohne Zweifel zu den erfolgreichsten Skispringern der Neuzeit.

Beeindruckend ist auch seine Anzahl an Einzelsiegen im Weltcup, denn mit 39 Erfolgen rangiert er in der ewigen Bestenliste derzeit auf Rang vier, im Übrigen gleichauf mit seinem Landsmann Malysz. Nur Gregor Schlierenzauer (53), Matti Nykänen (46) und Stefan Kraft (45) haben mehr Siege als Stoch auf dem Konto. Sein letzter Erfolg liegt allerdings bereits einige Zeit zurück. 2021 stand er in Titisee-Neustadt zuletzt ganz oben auf dem Podium.

Und auch insgesamt kämpfte Stoch zuletzt eher um den Anschluss. Besonders bitter verlief die letzte Wintersaison 2024/2025 für ihn, als er aus Formgründen weder bei der Vierschanzentournee noch bei den Weltmeisterschaften in Trondheim am Start war. Vielleicht einer der Gründe, die Stoch während des Sommers letztlich auch dazu bewogen hat, einen baldigen Schlussstrich zu ziehen.

Beim diesjährigen Sommer-Grand-Prix, den er auf dem fünften Platz in der Gesamtwertung beendete, zeigte die Formkurve des Polen allerdings wieder deutlich nach oben, was ihm ordentlich Selbstvertrauen für den Winter geben dürfte. Und wer weiß, vielleicht gelingt ihm mit ein wenig Glück ja ein ebenso erfolgreiches Jahr, wie zuletzt dem Slowenen Peter Prevc, dem im März 2024 an seinem letzten Weltcupwochenende vor seinem Rücktritt tatsächlich noch ein Weltcupsieg beim Skifliegen in Planica gelang. Im Interview mit Skispringen-News.de macht Stoch in jedem Fall einen durchaus „befreiten“ und gelösten Eindruck.

Skispringen-News.de: „Kamil, es war Dein letzter Einzelwettkampf im Sommer. Wie hast Du diesen erlebt und wie zufrieden bist Du mit dem Ergebnis?“

Kamil Stoch: „Ich habe durchaus gemischte Gefühle. Bis zur Hälfte war es ein guter Wettkampf, denn der erste Sprung war ziemlich gut – nichts Überragendes, einfach auf Standardniveau. Aber beim zweiten Sprung weiß ich nicht, was da los war. Vielleicht wollte ich einfach zu viel, wollte noch ein bisschen mehr pushen und mehr Energie reinstecken. Deshalb war ich von Anfang bis Ende einfach zu hektisch, zu verkrampft und konnte meine positive Energie nicht freisetzen. Aber egal, so ist es nun mal, ich muss es akzeptieren und weitermachen.“

Skispringen-News.de: „Man sagt, dass ein Skispringer im Sommer geboren wird. Kannst Du uns etwas über Deine Sommervorbereitung erzählen?“

Kamil Stoch: „Natürlich wurde diesen Sommer wieder viel mit dem Team gearbeitet und ich hoffe, dass es sich für uns auszahlen wird. Auch für mich war der Sommer recht gut, denn es war schön, wieder ganz oben mithalten zu können. Ich habe den gesamten Sommer-Grand-Prix unter den Top-10 abgeschlossen, stand einmal auf dem Podium und war bei mehreren Wettbewerben nochmal ziemlich nah dran. Es war also ein erfolgreicher Sommer, und ich hoffe, dass ich diese Erfahrung/dieses Wissen mitnehmen und im Winter anwenden kann.“

Skispringen-News.de: „Es wird Dein letzter Winter als aktiver Skispringer sein, kannst Du uns diese Entscheidung erklären?“

Kamil Stoch: „Da gibt es nichts zu erklären, es ist einfach eine Entscheidung, die ich getroffen habe. Ich hatte einfach das Gefühl, dass es an der Zeit ist, Abschied zu nehmen. Ich wollte es nicht nach der Saison erst verkünden, sondern es schon davor dem Publikum und den Fans sagen. Die Fans können mich an der Schanze so wissentlich bei meinem letzten Sprung sehen, und ich hoffe, ich kann mit einem Lächeln im Gesicht in den Auslauf kommen, den Fans zuwinken und einfach gute Laune haben.“

Skispringen-News.de: „Wir hoffen, dass du Deine letzte Saison genießen kannst. Kannst Du uns etwas über Deine Ziele für diese, letzte Saison erzählen? Die Olympischen Spiele wären/sind sicherlich ein fantastischer Abschluss Deiner Karriere.

Kamil Stoch: „Meine Ziele ändern sich seit vielen Jahren nicht. Seit ich mit dem Skispringen angefangen habe, will ich immer der Beste sein und so weit wie möglich springen. Deshalb werde ich im Winter wieder mein Bestes geben und natürlich versuchen, Spaß am Skispringen zu haben, denn darum geht es doch!“

Skispringen-News.de: „Wenn Du noch einmal auf die Vergangenheit zurückblickst, was war Deiner Meinung nach der größte Karrieremoment?“

Kamil Stoch: „Puh, es gab einige großartige Momente. Natürlich mein erstes Podium, mein erster Weltcupsieg und natürlich mein erster Sieg beim Sommer-Grand-Prix. Aber auch meine erste Trophäe, sowohl im Einzel als auch mit dem Team behalte ich in guter Erinnerung. Es waren also viele schöne Momente in meiner Karriere, für die ich sehr dankbar bin! Und ich hoffe, dass das Beste noch vor mir liegt (schmunzelt).

Skispringen-News.de: „Vielen Dank und genieße die letzte Wintersaison“

Kamil Stoch: „Sehr gerne, vielen Dank!“