Weltcup Weltcup Herren

Nach einer bislang eher schwierigen Saison scheint Daniel Tschofenig (299,4 Punkte) in der Schlussphase noch einmal richtig in Schwung zu kommen. Nachdem sich der Österreicher am gestrigen Tage noch um 0,7 Punkte Philipp Raimund geschlagen geben musste, behielt er dieses Mal in Lahti knapp die Oberhand. Rang zwei ging an Domen Prevc (298,8 Punkte), der sich unbeeindruckt von seiner gestrigen Disqualifikation heute erneut stark präsentierte. Ryoyu Kobayashi (296,2 Punkte) komplettierte als Dritter das Podium.

Nach dem ersten Durchgang hatte Daniel Tschofenig (130,5 m) noch auf dem dritten Rang hinter Spitzenreiter Ryoyu Kobayashi (128,5 m) und Domen Prevc (130 m) gelegen. Im zweiten Durchgang konterte der Österreicher jedoch noch einmal und zog mit einem starken Sprung auf 129,5 m noch an seinen beiden Kontrahenten vorbei. Seriensieger Domen Prevc (130 m) musste sich am Ende um 0,6 Punkte gegenüber Tschofenig geschlagen geben. Für Ryoyu Kobayashi (126 m) blieb trotz Halbzeitführung am Ende „nur“ der dritte Rang. Allerdings hatte der Japaner im Finaldurchgang vergleichsweise auch die schwierigsten Windbedingungen. Philipp Raimund verpasste nach seinem gestrigen Weltcupsieg heute als Vierter ganz knapp das Podium, zeigte aber dennoch zwei starke Sprünge (128 m/129 m; 291,8 Punkte).

Rang fünf ging an den Norweger Marius Lindvik vor dem Österreicher Jan Hörl (6.) und Isak Andreas Langmo (7.), einem weiteren Norweger, der sein bisher bestes Weltcupresultat erzielte. Auch allgemein zeigten sich die Norweger äußerst stark, denn mit Johann Andre Forfang (9.) brachten sie noch einen dritten Springer in die Top-10. Dazwischen reihte sich der finnische Lokalmatador Niko Kytosaho (8.) ein. Der Pole Kacper Tomasiak (10.) vervollständigte die Top-10.

Ren Nikaido, der über mehrere Tage unplanmäßig in Dubai gestrandet war und durch den Krieg von dort aus auf direktem Flugweg nicht weiterkam, schaffte es rechtzeitig zur Qualifikation für den zweiten Einzelwettkampf nach Lahti. Nach dem ersten Durchgang hatte er noch auf einem starken fünften Rang gelegen, fiel allerdings im Finale noch bis auf den 14. Platz zurück.

Felix Hoffmann zeigte sich am zweiten Wettkampftag in Lahti formverbessert und belegte den 21. Rang. Pius Paschke (29.) sammelte ebenfalls Weltcuppunkte, blieb aber nach einem starken Quali-Sprung im Wettbewerb deutlich hinter seinen eigenen Erwartungen zurück.

Kampf um den dritten Platz im Gesamtweltcup ist entbrannt

Während Domen Prevc (1894 Punkte) seit dem gestrigen Tage bereits als Gesamtweltcupsieger feststeht und sich Ryoyu Kobayashi (1153 Punkte) dahinter auch seinen zweiten Platz zu festigen scheint, ist um den dritten Rang noch ein enger Dreikampf in vollem Gange. Daniel Tschofenig (999 Punkte), Philipp Raimund (948 Punkte) und Ren Nikaido (939 Punkte) rechnen sich hier noch allesamt Chancen aus. Am nächsten Wochenende wird dieser packende Kampf in Oslo fortgesetzt.

Wellinger und Geiger verpassen Finaldurchgang

Nach zuletzt deutlich aufsteigender Form ging es für Andreas Wellinger (33.) und Karl Geiger (42.) dieses Mal wieder einen Schritt zurück. Die beiden deutschen Erfolgsgaranten der letzten Jahre konnten sich nicht für den zweiten Durchgang qualifizieren. Damit werden sie auch in den Überlegungen von Stefan Horngacher für den morgigen Super-Team-Wettkampf wohl keine entscheidende Rolle spielen. Neben Philipp Raimund wird der deutsche Bundestrainer mit großer Wahrscheinlichkeit entweder auf Felix Hoffmann oder Pius Paschke für das deutsche Aufgebot zurückgreifen.

Quali-Aus für Kraft, Zajc und Roth

In der zuvor ausgetragenen Qualifikation, die der Japaner Ryoyu Kobayashi für sich entscheiden konnte, strandeten mit Stefan Kraft (55.) und Timi Zajc (56.) bereits zwei ganz prominente Namen. Auch Luca Roth (51.) verpasste knapp den Einzug in den Wettbewerb der besten 50 Athleten.

>>> Ergebnis Wettkampf

Weltcup Weltcup Herren

Nach seinem Olympiatriumph auf der Normalschanze darf sich Philipp Raimund (129,3 Punkte) nun auch über seinen ersten Weltcupsieg freuen. Mit einem Sprung auf 122,5 m sicherte er sich in Lahti knapp vor dem Österreicher Daniel Tschofenig (128,6 Punkte) den Sieg. Rang drei ging an den Bulgaren Vladimir Zografski (127,2 Punkte). Domen Prevc, der zunächst wie der sichere Sieger aussah, wurde nach der Materialkontrolle disqualifiziert, holt sich aber dennoch vorzeitig den Sieg im Gesamtweltcup.

Mit einem famosen Sprung auf 129 m schien Domen Prevc auch in Lahti unbezwingbar zu sein. Doch kurz nach dem Einzelwettbewerb wurde der Slowene wegen der Länge seines Skis disqualifiziert. Dadurch rückte Philipp Raimund auf den ersten Platz nach vorne und durfte sich über den ersten Weltcupsieg seiner Karriere freuen. Bei schwierigen Rückenwindbedingungen reichte sein Sprung auf 122,5 m, um den Österreicher Daniel Tschofenig, der seinerseits auf 124,5 m segelte, knapp in Schach zu halten. 0,7 Punkte trennten die beiden am Ende voneinander. Groß war der Jubel dahinter auch bei Vladimir Zografski, der erstmals in seiner Karriere einen Platz auf dem Podium erzielte.

Rang vier ging an den Schweizer Gregor Deschwanden (124 m) vor Lokalmatador Antti Aalto (5./123 m) und dem Japaner Ryoyu Kobayashi (6./122 m), der vor dem Wettkampf als einziger Athlet im Feld noch den Gesamtweltcupsieg von Domen Prevc hätte verhindern können. Doch trotz des „Nullers“ von Domen Prevc brachte der sechste Rang zu wenige Zähler ein, weshalb auch er den „Dominator“ des Winters in den verbleibenden Wettbewerben nicht mehr einholen kann. Für Prevc ist es nach dem Gewinn der Vierschanzentournee, der Skiflug-WM und der Goldmedaille bei Olympia der nächste große Einzeltriumph in dieser Saison. Eines bleibt dem Slowenen allerdings trotzdem verwehrt: Durch seine Disqualifikation verpasste Prevc den siebten Sieg in Serie, mit dem er in dieser Statistik der alleinige Rekordhalter gewesen wäre.

Maximilian Ortner, der mit einer Weite von 120 m als einziger Österreicher in die Top-10 springen konnte, wurde am Ende Siebter. Valentin Foubert (8./120m), Niko Kytosaho (9./120m) und Kamil Stoch (10./117,5 m) rundeten die Top 10 ab.

Gelungener Auftritt von Paschke – Wellinger und Hoffmann enttäuschen

Neben dem Sieg von Philipp Raimund zeigte sich Pius Paschke (12./120 m) gegenüber den letzten Wettkämpfen wieder verbessert. Luft nach oben ließen hingegen die übrigen deutschen Springer: Karl Geiger (23./115 m), Andreas Wellinger (38./109 m), Luca Roth (41./109,5 m) und Felix Hoffmann (44./106,5 m).

Auch die Österreicher blieben hinter den Erwartungen zurück. Jan Hörl wurde nach überstandenen Rückenproblemen mit 117 m gerade einmal 19., Stefan Kraft (115m) kam nicht über den 21. Rang hinaus, und Stephan Embacher (112 m), der kurzfristig von den Junioren-Weltmeisterschaften aus Lillehammer angereist war, erreichte nur Platz 27.

Die Einzelkonkurrenz fand als Ersatzspringen für den ausgefallenen Wettkampf in Ruka statt. Es gab keine Qualifikation, weshalb im ersten Durchgang alle 68 Springer antraten. Ein zweiter Durchgang wurde von vornherein nicht angesetzt, da hierfür wegen der parallel in Lahti stattfindenden Wettbewerbe in der Nordischen Kombination sowie im Skilanglauf die Zeit fehlte.

>>> Ergebnis Wettkampf

Weltcup Weltcup Herren

Bereits zum neunten Mal in dieser Saison steht der „Domenator“ ganz oben. Diesmal wurde es am Ende jedoch fast noch spannend, denn nur 3,5 Punkte Vorsprung trennten Domen Prevc vom Japaner Ryoyu Kobayashi auf Rang Zwei.

Schon den Sieg in der Qualifikation machten Prevc und Kobayashi unter sich aus. Mit 7,1 Punkten Vorsprung sicherte sich Domen Prevc bereits hier den ersten Platz. Diesen lies er sich auch im folgenden Wettkampf nicht nehmen. Mit 137,5 und 136,5 Metern und sicherte sich Prevc 277,7 Punkte und stand am Ende auch im zweiten Bewerb in Sapporo ganz oben. Auf Platz Zwei landete der Japaner Ryoyu Kobayashi mit Weiten von 136,5 und 138,5 Metern und 274,2 Punkten.

Österreicher mit überragender Teamleistung

Geschlossen stark zeigte sich im heutigen Wettkampf das Team aus Österreich. Bis auf Jonas Schuster auf Rang 18 konnten sich alle übrigen Athleten unter den besten Zehn platzieren. Daniel Tschofenig legte mit 134,5 und 138,5 Metern vor und wurde mit 265,8 Punkten Dritter. Er schmiss damit seinen Teamkollegen Manuel Fetter vom Podest, der nach dem ersten Durchgang noch auf Podestkurs lag, am Ende aber mit Platz Vier knapp daneben landete. Auf Platz Fünf folge mit Jan Hörl ein weiterer Athlet aus dem Team von Andreas Widhölzl. Komplettiert wurde die starke Mannschaftsleistung von den beiden jungen Athleten Maximilian Ortner (7.) und Stephan Embacher (8.). Gesprengt wurde das österreichische Ergebnis nur durch Ren Nikaido auf Platz Sechs.

Wer gut aufgepasst hat vermisst einen Namen im Team der Österreicher: Stefan Kraft. Kraft blieb im Wettkampf jedoch nur die Rolle des Zuschauers, nachdem er in der Qualifikation aufgrund einer Abweichung von 5mm am Anzug disqualifiziert wurde.

Philipp Raimund zurück in den Top Ten, Karl Geiger unter den besten 15

Im vergleich zum ersten Wettkampf konnte sich Philipp Raimund wieder etwas steigern und landete auf Platz Neun. Bereits in der vorangegangenen Qualifikation zeigte er mit Rang Sieben, dass mit ihm wieder zu rechnen ist. Auch Karl Geiger zeigte sich gestärkt. Auch, wenn die Olympia-Qualifikation nach dem 27. Platz im gestrigen Wettkampf nicht mehr drin war, geht es mit Platz 14 langsam wieder in die richtige Richtung. Nicht in den Punkten platzieren konnten sich Luca Roth (46.) und Ben Bayer (47.)

Auf Platz Zehn und Elf landeten mit Halvor Egner Granerud und Marius Lindvik die besten Norweger. Kacper Tomasiak wird als Zwölfter erneut bester Pole.

Offizielles Ergebnis

Weiter geht es für die Herren nun am kommenden Wochenende mit den Skiflugweltmeisterschaften in Oberstdorf weiter. Los geht es mit der Qualifikation am Donnerstag, bevor es dann am Freitag und Samstag in insgesamt vier Durchgängen um die Medaillen geht. Am Sonntag steht zum Abschluss des Wochenendes der traditionelle Team-Bewerb auf dem Plan.

Vierschanzentournee Weltcup Weltcup Herren

Zum Auftakt der 74. Vierschanzentournee ist Domen Prevc seiner Favoritenstellung gerecht geworden und hat in Oberstdorf einen überlegenen Sieg gefeiert. Hinter dem Dominator der bisherigen Saison reihte sich Vorjahrestourneesieger Daniel Tschofenig aus Österreich auf Rang zwei ein vor Felix Hoffmann, der die 25.500 Zuschauer an der Schattenbergschanze damit in Euphorie versetzte. Der Slowene Timi Zajc, der zunächst noch punktgleich mit Tschofenig Zweiter war, wurde nach der Materialkontrolle disqualifiziert.

„Ich bin glücklich, zufrieden und ein bisschen erleichtert – Oberstdorf als erste Station gut überstanden, und einen guten Wettkampf gezeigt – passt also alles“, freute sich Hoffmann kurz nach dem zweiten Durchgang in seiner gewohnt ruhigen Art am Mikrofon in der Mixed-Zone über den zunächst ersprungenen vierten Platz. Doch das Lächeln in seinem Gesicht sollte kurze Zeit später noch größer werden, als über den Stadionsprecher offiziell verkündet wurde, dass er auf den dritten Platz vorrückt. Der Grund hierfür war die Disqualifikation des Slowenen Timi Zajc wegen eines Verstoßes von 3 mm bei der Beinlänge seines Anzugs. Zajc verlor damit den zweiten Platz, den er sich zunächst mit Tschofenig geteilt hatte.

„Ich habe dann schnell wieder die Startnummer rausgegraben, drüber gezogen und durfte dann glücklicherweise doch noch zur Siegerehrung mit aufs Podest. Das war nochmal das i-Tüpfelchen für den heutigen Wettkampf. Das Publikum hat mich beflügelt und auch Philipps Sprung vorher hat mich nochmal gepusht“, so Hoffmann weiter.

Gegen Domen Prevc bleibt allerdings auch weiterhin kein Kraut gewachsen. Für Sprünge auf 141,5m und 140m erhielt der Slowene insgesamt 316,7 Punkte und damit 17,5 Zähler mehr als der Zweitplatzierte Tschofenig. „Ich bin total happy, dass mir zwei richtig gute Sprünge gelungen sind. Ich habe mich heute richtig gut gefühlt und konnte dieses gute Gefühl in meine Performance einfließen lassen. Und ja – natürlich ist es jetzt viel einfacher, denn die Vierschanzentournee ist ein langes Turnier, und man muss konzentriert bleiben, durchhalten und dranbleiben. Die 17 Punkte Vorsprung sind natürlich super hilfreich und könnten sich als nützlich erweisen, denn manchmal kann es knifflig werden, vor allem Innsbruck ist dafür berühmt berüchtigt“, freute sich Prevc in der Mixed-Zone.

Bereits nach der ersten Tourneestation stellt sich die Frage, wer den Träger des gelben Trikots überhaupt stoppen soll? Für ARD-Experte Sven Hannawald steht jetzt schon fest, dass Prevc nach ihm, Kamil Stoch und Ryoyu Kobayashi durchaus das Zeug dazu hat, der vierte „Grand-Slam-Sieger“ zu werden. (Es ist die Bezeichnung für einen Springer, der es schafft, alle vier Einzelspringen bei der Tournee hintereinander zu gewinnen). Fest steht in jedem Fall schon jetzt, dass Prevc der erste Slowene ist, dem es gelungen ist, das Auftaktspringen bei der Vierschanzentournee zu gewinnen. „Natürlich ist es etwas Besonderes, denn wir haben den Fluch von Oberstdorf gebrochen und endlich einen Sieg hier errungen“, so Prevc weiter.

Die Auferstehung von Daniel Tschofenig und des gesamten ÖSV-Teams

Während der Erfolg von Prevc schon fast erwartungsgemäß war, kam der zweite Rang von Daniel Tschofenig hingegen eher unerwartet. In Engelberg verpasste der Österreicher sogar zuletzt den zweiten Durchgang, präsentierte sich jedoch rechtzeitig zur Tournee wieder deutlich formerstarkt.

„Es war heute richtig, richtig cool. Wir haben viele Dinge richtig gemacht in den letzten Tagen. Es war schon etwas überraschend, dass es jetzt so gut funktioniert, aber es gibt mir viel Zuversicht für Garmisch. Ich bin schon sehr glücklich, habe hart gearbeitet und mir viele Dinge mit dem Trainierteam angeguckt. An dieser Stelle ein großes Dankeschön ans gesamte Betreuerteam – das hat sich definitiv ausgezahlt“, freute sich Tschofenig nach der erfolgreich eingeleiteten Wende.

Doch nicht nur Tschofenig, sondern auch das gesamte ÖSV-Team machte im Vergleich zu den letzten Wettbewerben einen großen Sprung nach vorne. Mit Jan Hörl (4.), Stephan Embacher (7.), Jonas Schuster (8.), Stefan Kraft (9.), Maximilian Ortner (12.) und Manuel Fettner (16.) liegt die Truppe von Cheftrainer Andi Widhölzl nach der ersten Station in Oberstdorf aussichtsreich positioniert.

Philipp Raimund bleibt ebenfalls im Rennen – restliches DSV-Team in der Formkrise

Neben Felix Hoffmann durfte sich auch Philipp Raimund (136m/133m; 295,6 Punkte) mit Platz fünf über einen starken Tournee-Auftakt freuen. Er toppte damit sein bisher bestes Einzelergebnis bei der Tournee, welches er vor zwei Jahren an gleicher Stelle als Sechster erzielt hatte.

„Insgesamt bin ich positiv gestimmt. Die Sprünge waren zwar noch nicht auf dem allerbesten Level, aber ich muss sagen, ich bin sehr zufrieden, auch weil ich relativ nah an Platz zwei dran bin“, so Raimund, der zur Frage, ob die Tournee jetzt schon für Domen Prevc in trockenen Tüchern sei, wie folgt antwortet: „Ne, ne. Da kommen noch so ein paar verschiedene Schicksalsberge. Aber insgesamt macht er es ziemlich gut. Man hat es ja schon gesehen, er hat von den letzten sechs Weltcups fünf gewonnen. Jetzt von den letzten sieben sechs. Also bei ihm läuft es aktuell ziemlich gut. Er macht ein Megaflugsystem. Und von ihm kann ich definitiv noch einiges lernen.“

Die übrigen DSV-Adler stürzten hingegen ab. Es scheint so, als ob die teaminterne Lücke zwischen Hoffmann/Raimund und dem Rest immer größer wird. So scheiterte zunächst Pius Paschke (122,5m/32.) in seinem K.O.-Duell am Norweger Robin Pedersen. Anschließend verlor Andi Wellinger (110,5m/48.) chancenlos sein Duell gegen Felix Hoffmann.

„Ja, ich habe mich heute auch wieder brutal schwergetan mit dem Gefühl, dass ich sauber durch den Radius durchfahre. Ich gebe dann zuerst ein bisschen nach in Radiusnähe und dann ist es nur ein Ziehen und Legen, wenn ich zu schnell in den Flug übersetze. Ich bin knapp an der Kante, ohne Energie und Höhengewinn – dadurch funktioniert es dann halt nicht. Aber in Garmisch gehts weiter – neue Schanze, neues Glück“, analysierte Wellinger im Anschluss.

Ebenfalls erwartungsgemäß zogen Luca Roth (114m/44.) gegen Jan Hörl und Constantin Schmid (109m/49.) gegen Ryoyu Kobayashi jeweils den Kürzeren. Keiner der vier genannten deutschen Springer schaffte den Sprung in die „Lucky-Loser“, sodass der Wettbewerb bereits nach dem ersten Durchgang für sie alle beendet war.

Ryoyu Kobayashi kommt nicht über Rang sechs hinaus – Norweger tun sich weiter schwer

Nicht nur durch seinen Tagessieg bei der Generalprobe in Engelberg, sondern auch aufgrund seiner enormen Konstanz fiel bei der Frage nach dem Top-Favoriten für den Tourneesieg neben Domen Prevc häufig auch der Name Ryoyu Kobayashi. In Oberstdorf musste sich der Japaner allerdings mit Rang sechs begnügen. 21,7 Punkte fehlen ihm nach der ersten Station bis nach ganz vorne zu Prevc. Abschreiben sollte man den dreifachen Vierschanzentourneesieger jedoch trotzdem noch nicht. Sein Landsmann Ren Nikaido, der zuletzt mehrfach mit Podiumsplätzen auf sich aufmerksam machen konnte, blieb mit Platz 13 ebenfalls hinter seinen eigenen Erwartungen zurück.

Gleiches gilt auch für das norwegische Team, aus dem nur Kristoffer Eriksen Sundal (10.) in die Top-10 springen konnte. Sundal unterlag im ersten Durchgang zwar knapp Ren Nikaido, kam jedoch als „Lucky-Loser“ weiter. Halvor Egner Granerud (20.), Johann Andre Forfang (21.) und Marius Lindvik (23.) müssen ihre Hoffnungen auf eine gute Tourneeplatzierung allerdings wohl bereits jetzt begraben.

>>> Ergebnis Tageswertung

>>> Gesamtwertung Vierschanzentournee

Nächste Station: Garmisch Partenkirchen

Am 31.12.2025 geht es für die Herren mit der Qualifikation in Garmisch-Partenkirchen weiter, ehe am 01.01.2026 auf der Olympiaschanze das traditionelle Neujahrsspringen auf dem Programm steht.

Weltcup Weltcup Herren

Daniel Tschofenig hat die Qualifikation in Ruka für sich entschieden. Der amtierende Gesamtweltcupsieger aus Österreich sprang 140 Meter weit und hinterließ damit vor dem Einzelwettbewerb, der ab 15.05 Uhr stattfinden wird, den stärksten Eindruck. Rang zwei ging an Halvor Egner Granerud vor Ren Nikaido. Geprägt wurde der Durchgang allerdings von schwierig wechselhaften Bedingungen, weshalb das Klassement nicht wirklich aussagekräftig ist.

Nachdem die ursprünglich für den gestrigen Tag angesetzte Qualifikation witterungsbedingt abgesagt und auf den heutigen Samstag verschoben werden musste, standen die Vorzeichen in Ruka gegenüber dem Vortag zumindest ein klein wenig besser. Nach einem Trainingssprung, den der Japaner Ryoyu Kobayashi für sich entscheiden konnte, ging es für die 68 Athleten direkt in die Qualifikation hinein.

Erfreulich aus deutscher Sicht war dabei, dass sich alle fünf DSV-Adler für den Wettbewerb qualifizieren konnten – also auch Karl Geiger und Andreas Wellinger, die beiden Sorgenkinder der letzten Tage. Geiger muss sich allerdings im ersten Wertungsdurchgang noch deutlich steigern, um die Nähe der Weltcuppunkte zu kommen. Sein Sprung auf 115 Meter reichte zu Platz 33. Schon etwas besser war der Versuch von Andreas Wellinger, der sich mit 120 Metern auf Position 27 einreihte – doch auch bei ihm muss später noch eine Steigerung her, um sich sicher das Ticket für den zweiten Durchgang zu erarbeiten. Deutlich weniger Sorgen muss sich die deutsche Mannschaft um Pius Paschke machen, der mit 120 Metern bei vergleichsweise schlechteren Windbedingungen den 18. Rang erreichte.

Die derzeit stärksten Springer aus dem DSV-Lager, Felix Hoffmann (126,5 Meter) und Philipp Raimund (120 Meter) erreichten die Positionen sechs und 13. Man darf gespannt sein, ob sie im heutigen Einzelwettbewerb wieder in der Lage sein werden, um die Podiumsplätze mitzukämpfen. Es deutet sich allerdings ein zäher Wettkampf an, der für die Athleten und Zuschauer zu einer Geduldsprobe werden könnte. Denn auch in der Qualifikation waren einige, längere Windunterbrechungen zu verzeichnen.

Jan Hörl, Domen Prevc und Kamil Stoch entgehen nur knapp dem Quali-Aus

Glück im Unglück hatten Jan Hörl (46.), Domen Prevc (47.) und Kamil Stoch (48.), die alle nur ganz knapp den Wettkampf erreichten. Sie sprangen in einer äußert schwierigen Windphase, konnten sich aber dennoch gerade so über Wasser halten. Auch Ryoyu Kobayashi (23.) und der Weltcupführende Anze Lanisek (24.) waren von den Bedingungen her nicht vom Glück verfolgt.

Offizielles Ergebnis

ÖSV SGP Herren Sommer Grand Prix

Für die Herren gab es am Donnerstag ebenfalls den ersten Wettbewerb auf den Olympiaschanzen von Predazzo. Und beim Betrachten der Ergebnisliste könnte man meinen, es gab keine Pause für die Top-Athleten. Der vollbesetzte Sommer Grand Prix führt fort, was der Winter beendet hat.

Jan Hörl, der Zweitplatzierte der vergangenen Weltcupsaison, konnte den ersten Wettbewerb von der Normalschanze am späten Donnerstagabend für sich entscheiden. Bis 23 Uhr dauerte der Wettbewerb an, der nach dem unglücklichen Auftakt der österreichischen Damen umso glücklicher für die Herren verlief. Denn hinter Hörl reihte sich direkt sein zuletzt sowie aktuell stärkster Konkurrent und Teamkollege Daniel Tschofenig ein. Der Japaner Ryoyu Kobayashi komplettierte das Podest.

Weiterhin fanden sich auch Maximilian Ortner, Niklas Bachlinger – der bisher Führende der Sommer-Grand-Prix-Wertung – sowie Stefan Kraft in den Top Ten wieder. Auch der Schweizer Gregor Deschwanden und der frisch gebackene slowenische Weltrekordhalter Domen Prevc schafften den Sprung unter die besten Zehn. Aus den deutschen Reihen schaffte dies einzig Philipp Raimund, der sich nach und nach mehr mit der Schanze anfreunden konnte und sich auf einem ordentlichen sechsten Platz wiederfand.

DSV-Team mit gemischten Gefühlen

Neben Raimund war auch das Ergebnis von Luca Roth durchaus gut. „Ich bin recht zufrieden. Der erste Sprung ist mir leider etwas missglückt. Im Zweiten habe ich es besser gemacht und mich nach vorne gekämpft“, so Roth im Anschluss. Von Platz 28 kämpfte er sich auf Rang 16 nach vorne und durfte damit auch einige Zeit „In der Leaderbox, da gefällt es einem immer. Ich denke, ich bin auf einem sehr guten Weg. Die Sprünge werden immer stabiler.“ Direkt dahinter reihte sich Felix Hoffmann auf einem soliden 17. Platz ein. Ander erging es den beiden Routiniers Andreas Wellinger und Karl Geiger, die sich scheinbar noch nicht wirklich mit der Schanze anfreunden konnten. Sie belegten die Plätze 22 sowie 29.

Nach dem ersten Wettbewerb am späten Abend steht zumindest eines im olympischen Skisprungstadion von Predazzo fest: Das Flutlicht überzeugt im Vergleich zu anderen Schanzen in jedem Fall. In der Pause gab es zudem noch eine kurze (gewollte) Unterbrechung mit vollkommeneren Dunkelheit, denn: Für alle Zuschauer und Beteiligten gab es eine kurze Feuerwerk-Show als Pausenhighlight. Für die Herren geht es am Freitag weiter mit dem Training und der Qualifikation von der Großschanze.

Weltcup Weltcup Herren

Der Sieg im heutigen Wettkampf geht an den Österreicher Daniel Tschofenig vor seinem Landsmann Jan Hörl und dem Slowenen Anze Lanisek. Doch auch im Deutschen Team geht es langsam wieder bergauf. Andreas Wellinger und Karl Geiger verpassen auf den Plätzen Elf und Zwölf nur knapp die besten Zehn.

Mit 127,0 Metern im ersten Durchgang lag Daniel Tschofenig zunächst zwei Plätze hinter Hörl auf dem dritten Zwischenrang. Mit einem Satz auf 132,5 Meter zeigte er jedoch den weitesten Sprung im heutigen Wettkampf und schob sich am Ende mit 275,1 Punkten noch an seinem Landsmann vorbei bis nach ganz oben. Jan Hörl landete mit Weiten von 128,0 und 131,0 Metern und 269,1 Punkten auf Rang zwei. Der dritte Platz ging an den Slowenen Anze Lanisek. Lanisek lag nach einem schwächeren ersten Sprung auf 1225, Meter zwar zunächst noch auf dem vierten Zwischenrang, 126,5 Meter im zweiten Durchgang reichten am Ende jedoch für 262,3 Punkte und den dritten Platz.

Auf Rang vier landete heute der Sieger des gestrigen Einzelbewerbs, Johann Andre Forfang. Hinter ihm landete der Japaner Ryoyu Kobayashi, der den ersten Wettkampf nur als Zuschauer verfolgen konnte, da er die Qualifikation für diesen als 52. verpasste. Daher dürfte er mit diesem Ergebnis, auch wenn er nach dem ersten Durchgang als Zweiter noch Aussicht auf einen Podestplatz hatte, durchaus zufrieden sein.

Das Norwegische Team zeigte sich kurz vor der Heim-WM insgesamt stark. Mit Kristoffer Eriksen Sundal (6.) und Halvor Egner Granerud (6.) landeten zwei weitere Athleten aus Norwegen unter den besten Zehn. Domen Prevc wurde Achter. Bester Pole wurde erneut Pawel Wasek auf Rang neun, vor Ren Nikaido aus Japan, der die Top Ten als Zehnter komplettierte.

Wellinger und Geiger verpassen Top Ten nur knapp

Den Aufschwung des Siegs im gestrigen Mixed Teams konnten nicht alle deutschen Adler mit in den heutigen Einzelwettkampf nehmen. Dennoch konnten sich zumindest Andreas Wellinger (11.) und Karl Geiger (12.) deutlich verbessern. Andreas Wellinger zeigt sich nach dem zweiten Durchgang durchaus zufrieden: „Ich bin mit den Sprüngen zufrieden, es waren definitiv beide Wettkampfsprünge der richtige Weg.“

Stephan Leyhe wurde, wie schon im ersten Einzelbewerb 26.. Besonders Philipp Raimund (28.) haderte mit seiner Leistung und überlegt sogar, in Sapporo eine Pause einzulegen, um sich vor den anstehenden Weltmeisterschaften im Training noch einmal zu sammeln. Felix Hoffmann verpasst den zweiten Durchgang als 32. um nur 0,3 Punkte erneut denkbar knapp.

Offizielles Ergebnis

Für die Athleten geht es nun weiter nach Japan, bevor es anschließend zur WM nach Trondheim geht.

Weltcup Weltcup Herren

Sieg Nummer zwei für Daniel Tschofenig auf der Mühlenkopfschanze. Auch am dritten Wettkampftag in Willingen hatten die Athleten mit wechselhaften Bedingungen zu kämpfen. Während in der Qualifikation am frühen Nachmittag noch Aufwindverhältnisse herrschten, stellte sich im Verlauf des Wettbewerbes zunehmend Rückenwind ein. Zum Ende des Finales drehte der Wind dann einmal mehr und sorgte für eine enorme Weitenjagd.

Für die Damen gab es am Sonntag keinen Wettbewerb mehr. Doch die Herren sorgten für einige Highlights, aber auch weiteren Enttäuschungen – vor allem aus deutscher Sicht. Die Top-Weite im ersten Durchgang erzielte der Weltcup-Führende Daniel Tschofenig mit beeindruckenden 150 Metern, womit er dem Norweger Johann André Forfang, der 147 Meter sprang, kontern konnte. Auch Stefan Kraft, der zuletzt ebenfalls haderte, zeigte sich zurück im Spitzenfeld.

Einen heißen Kampf gab es dann nochmals unter den letzten Springern im Finale. Der Cheftrainer Sloweniens, Robert Hrgota, entschied sich im Finale für den Sieger der heutigen Qualifikation Anze Lanisek ein Gate zu verkürzen. Dieser erreichte jedoch nicht die erforderliche Weite und verhinderte damit ein mögliches slowenisches Podest. Stefan Kraft konnte an seinem Teamkollegen Jan Hörl im Finale nicht vorbeiziehen. Dafür setzte aber Johann André Forfang mit einem beeindruckenden Sprung von 152 Metern ein Ausrufezeichen. Dieser verhinderte damit einen Mehrfachsieg für Österreich.

Für den bis dato Führenden Daniel Tschofenig verkürzte die Jury nach diesem Satz ein weiteres Gate. Der aktuell beste ÖSV-Adler ließ sich davon jedoch nicht beeindrucken. Er rutsche bereits mit einem selbstsicheren Lächeln auf den Startbalken, sprang 148 Meter, erhielt bessere Noten und sicherte sich somit den nächsten Sieg. Forfang und Hörl landeten schließlich auf den Plätzen zwei und drei. Dahinter reihten sich Stefan Kraft und Maximilian Ortner auf vier und fünf ein und sorgten einmal mehr für ein bärenstarkes österreichisches Teamergebnis.

Einen super Tag erwischte zudem der US-Amerikaner Tate Frantz. Nach seinem Finalsprung auf 142 Meter konnte er noch einige Plätze gutmachen und als Zehnter erneut viele Punkte auf seinem Weltcup-Konto sammeln. Neben ihm landete auch US-Teamkollege Erik Belshaw (21.) in den Punkterängen. Ihr Mannschaftskollege Kevin Bickner, der am Vortag als starker Zehnter aufzeigte, verpasste am Sonntag den Sprung ins Finale.

Lichtblick bei Raimund und Wellinger – Geiger und Paschke erneut ohne Punkte

Für einen kleinen Lichtblick für das deutsche Team sorgte Philipp Raimund mit Platz drei in der Qualifikation. Auch im Wettbewerb gelang ihm endlich wieder ein guter Sprung. Andreas Wellinger konnte ähnlich wie Raimund einen besseren Sprung mit 142 Metern in den Wettbewerb bringen und die Bedingungen nutzen. Zur Halbzeit reihten sich die beiden damit zumindest in den Top-12 ein. Bei wieder etwas stärker werdendem Rückwind im Finale konnte „Hille“, wie Raimund genannt wird, seinen Platz jedoch nicht ganz halten. „Die Quali war genial, die beiden Wettkampfsprünge waren eigentlich auch solide. Ich habe leider zweimal ein bisschen ins Klo gegriffen. Nichts desto trotz bin ich zufrieden, denn die Sprünge sind stabiler geworden“, ordnete Raimund seinen letzten Tag in Willingen ein. Der beste Deutsche wurde schließlich Andreas Wellinger, der sich als 12. einreihte, Raimund folgte auf dem 15. Platz. „Es war ein sehr mühsames Wochenende“ dürfte das Wochenende in wenigen Worten treffend zusammenfassen, dennoch war das Ende immerhin ein wenig positiver, wie Wellinger im Anschluss zusammenfasste.

Für Felix Hoffmann, der nach seinem guten 15. Platz am Samstag den Vorzug im Team gegenüber Stephan Leyhe, Markus Eisenbichler und Co. bekam, reichte es am Sonntag nicht für den Finaldurchgang. Auch Adrian Tittel blieb ohne Finalteilnahme.

Wieder keine Punkte gab es ebenfalls für Karl Geiger und Pius Paschke. Obwohl Pius Paschke sogar bei deutlich besseren Windbedingungen an der Reihe war, kam er bereits bei 130,5 Metern zur Landung. Sowohl Geiger als auch Paschke fehlt weiterhin sowohl die generelle Lockerheit als auch Leichtigkeit in den Sprüngen. Pius Paschke verliert damit in der Weltcup-Gesamtwertung einen weiteren Platz und rutscht hinter den ÖSV-Adler Stefan Kraft auf Platz vier zurück. Mit zwei deutschen Adlern im Finaldurchgang erneut ein schwaches Ergebnis für die deutsche Mannschaft. Wie Pius Paschke im Anschluss selbst bekanntgegeben hat, wird er nach diesem Wochenende vorerst eine kleine Weltcup-Pause einlegen. An seiner Stelle wird Stephan Leyhe die Reise in die USA antreten.

Kommt die Wende auf einem anderen Kontinent?

Weiter geht es für die Herren in den kommenden zwei Wochen in Lake Placid (USA) und Sapporo (JPN). Vor allem Andreas Wellinger und Philipp Raimund dürften ganz besondere Erinnerungen an den Weltcup-Ort in Amerika haben. Wellinger feierte im Februar 2023 nach langer Durststrecke seinen ersten Weltcupsieg nach seinem Kreuzbandriss – Philipp Raimund gelang im vergangenen Jahr sein erstes Einzelpodium auf gleicher Schanze. Trotz der langen Reise besteht damit also Hoffnung auf die ersehnte Positiv-Wende im deutschen Team.

Weltcup Weltcup Herren

Nachdem er beim Skifliegen in Oberstdorf zuletzt zweimal knapp das Podium verpasste, hat sich Weltcupleader Daniel Tschofenig bei der ersten Einzelkonkurrenz in Willingen an der Spitze des Gesamtklassements zurückgemeldet. Mit Sprüngen auf 135,5 Meter und 142 Meter siegte er vor dem Slowenen Anze Lanisek sowie seinem Mannschaftskameraden Maximilian Ortner. Die deutschen Adler erlebten einen gebrauchten Tag und blieben vor ausverkauftem Haus an der Mühlenkopfschanze weit hinter den Erwartungen zurück.

„Seitdem ich im Weltcup mit dabei bin, hatten wir glaube ich in Willingen noch nie so gute Wetterbedingungen wie in diesem Jahr, vor allem ohne einen Regentropfen. Von den Windbedingungen her war es heute sehr wechselhaft, aber ich fand die Jury hat es insgesamt gut gelöst. Meine Sprünge waren cool und ich habe genau dort weitergemacht, wo ich in Zakopane aufgehört habe. Oberstdorf klammere ich hier mal aus, weil das Skifliegen immer etwas eigenes ist. Morgen geht’s weiter“, strahlte Tschofenig, der damit seine Führung im Gesamtweltcup weiter ausbaute.

Vor dem Finaldurchgang der Top-30 hatte Tschofenig mit einem Rückstand von 0,6 Punkten auf den Slowenen Anze Lanisek noch auf dem zweiten Platz gelegen. Doch mit seinem starken Finalsprung auf 142 Meter wendete der amtierende Vierschanzentourneesieger das Blatt noch einmal zu seinen Gunsten. Hinter Lanisek, der inzwischen beständig seine Top-Sprünge abrufen kann, reihte sich Maximilian Ortner auf Rang drei ein. Mit einem Satz auf 140,5 Meter zog er von der fünften Position aus im Finaldurchgang noch an den beiden Norwegern Halvor Egner Granerud und Benjamin Oestvold vorbei, die im ersten Durchgang gute Windbedingungen erwischten, im Finale allerdings zurückfielen.

„Es war mein zweites Podium in der laufenden Saison und daher ein ganz besonderer Tag für mich. Mein zweiter Sprung war richtig gut und sehr aggressiv, aber so muss man auch springen. Ich freue mich schon auf morgen“, so Ortner im Anschluss des Wettkampfs.

Johann Andre Forfang, der nach den bisherigen Eindrücken in Willingen von vielen als Top-Favorit angesehen wurde, musste sich mit Rang vier begnügen. Die Top-5 rundete der bereits angesprochene Benjamin Oestvold ab. Eine kleine Aufholjagd lieferte der Sechstplatzierte Österreicher Jan Hörl ab, der nach dem ersten Durchgang noch auf Rang 16 gelegen hatte. Den siebten Platz teilten sich der Norweger Kristoffer Eriksen Sundal und der Japaner Ryoyu Kobayashi. Der Slowene Lovro Kos und der US-Amerikaner Kevin Bickner rundeten die Top-10 des Gesamtklassements ab.

DSV-Adler im Formtief

Alles andere als rund lief der Wettbewerb für die deutsche Mannschaft. Einzig Felix Hoffmann erreichte mit dem 15. Platz ein gutes Ergebnis. Für ihn war es sein zweitbestes Karriereresultat überhaupt im Weltcup. Neben ihm schafften mit Andreas Wellinger (Platz 17) und Pius Paschke (Platz 27) nur zwei weitere Athleten aus dem Team von Bundestrainer Stefan Horngacher den Sprung in die Top-30. Philipp Raimund (34.), Stephan Leyhe (38.), Constantin Schmid (42.), Karl Geiger (44.) und Markus Eisenbichler (48.) schieden allesamt bereits nach dem ersten Durchgang aus. Luca Roth (54.) scheiterte zuvor bereits an der Qualifikation zum Wettbewerb, genauso wie Adrian Tittel, der wegen eines irregulären Sprunganzugs disqualifiziert wurde.

Dementsprechend deutlich äußerte sich auch DSV-Sportdirektor Horst Hüttel bei uns am Mikrofon zum derzeitigen Formtief der DSV-Adler: „Es hat sich in den letzten Wochen schon so hingezogen. Ich sehe durchaus eine extrem konstruktiv agierende Mannschaft, wo an vielen Stellschrauben gedreht wird, aber man muss auch feststellen, dass der Output, den man sich erhofft, einfach nicht da ist. Das ist einfach leider so. Wir haben nach der Quali bei dem ein oder anderen Athleten noch etwas gefunden, aber es kommt nicht so zum Tragen und wir rutschen immer weiter ab. Das muss man so kritisch sehen.“ Im Hinblick auf die bevorstehende WM führt Hüttel aus: „Wir werden uns nach dem Wochenende mit allen Athleten zusammensetzen und versuchen, individuell die besten Lösungen zu finden.“ Dabei schloss der DSV-Sportdirektor auch eine Wettkampfpause zugunsten von Trainingseinheiten bei einzelnen DSV-Adlern nicht aus.

Vierschanzentournee Weltcup Weltcup Herren

Daniel Tschofenig hat erstmals in seiner Karriere die Vierschanzentournee gewinnen können. In einem dramatischen Finale in Bischofshofen setzte sich der Österreicher denkbar knapp gegen seine Teamkollegen Jan Hörl und Stefan Kraft durch. Hörl wird Zweiter in der Tournee- und Tageswertung, Kraft Dritter.

Dramatischer Dreikampf bis zum Schluss

Sprünge auf 136 und 140,5 Meter bescherten Daniel Tschofenig insgesamt 308,6 Punkte und somit nicht nur den Tagessieg, sondern auch den Sieg des goldenen Adlers. „Unbeschreiblich, ich weiß wirklich noch nicht, was ich sagen soll. Es sind so viele Sachen passiert, ich kann’s nicht wirklich realisieren, aber es ist auf jeden Fall wunderschön“, so ein gerührter Tschofenig nachdem klar wurde, er ist der Sieger der 73. Vierschanzentournee. „Um ganz ehrlich zu sein, ich habe es nicht geglaubt. Ich habe für mich keine Chance gesehen. Ich weiß nicht, ob es so super war, als Krafti oben gewartet hat, das war sicher keine gute Situation für ihn, ich kann es mir nur vorstellen, extrem schwierig. Da oben herum zu sitzen zu wissen, es geht um alles, aber dann unten, als er gelandet ist, ich hab gewusst, okay, es könnte sich ausgehen“, führte er weiter aus.

Knapp hinter Tschofenig fuhr Jan Hörl auf Platz zwei ein. Hörl sprang 140,5 und 143 Meter weit und brachte es auf 306,5 Punkte. Zu Recht ärgerte er sich nach seinem Sprung, denn mit einer besseren Landung im zweiten Durchgang hätte er sogar vor Daniel Tschofenig landen können. Dazu sagte er: „Diese Tournee, kann ich jetzt ad-hoc nicht verarbeiten, es tut schon weh, aber es hilft nichts. Tschofe hat einfach eine bessere Landung gehabt. Hätte ich die Landung ein bisschen schöner gemacht, dann hätte ich vielleicht 2, 3 Punkte mehr. Es ist bitter, aber wir haben einen Durchbruch erbracht. Wir gewinnen als Team, ich glaube das ist ganz gut.“

Umso mehr ärgern dürfte sich Stefan Kraft, der vor dem letzten Sprung noch auf Platz eins der Tournee lag. Nach einer langen Windpause vor Krafts zweiten Sprung, reichte es letztlich für 136 und 137,5 Meter und somit 303,2 Punkte. Mit diesem Ergebnis darf sich der ÖSV nicht nur über den dritten Dreifacherfolg in der Tournee 2024/25 freuen, sondern auch über drei Athleten auf dem Podest der Tourneegesamtwertung. Insgesamt setzten sich die drei Schützlinge von Andreas Widhölzl deutlich vom Rest des Feldes ab und konkurrierten durchweg auf sehr hohem und engen Niveau.

Internationale Top Ten

Neben den drei Athleten auf dem Podest, darf sich der ÖSV auch über weitere gute Ergebnisse freuen. Mit Maximilian Ortner und Michael Hayböck auf den Plätzen fünf und sieben schafften zwei weitere Österreicher den Sprung unter die besten zehn.
Die zweitstärkste Nation unter den ersten zehn waren zum Tourneeabschluss die Norweger. Johann Andre Forfang konnte mal wieder brillieren und verpasste als Vierter nur knapp das Podest. Benjamin Östvold hingegen war wohl die Überraschung des Tages. Der junge Norweger, der erst seit Engelberg im Weltcup dabei ist wurde starker Sechster.
Außerdem schafften es Springer aus Polen, Deutschland und Japan in die Top Ten. Pawel Wasek bestätigt als Achter seine zuletzt aufsteigende Form. Andreas Wellinger hält als Neunter die deutsche Fahne hoch, während Ren Nikaido nach Krankheitspause mit einem guten zehnten Platz zurückkehrt.

Deutschland nur Mittelmaß

Von einem Topergebnis war der DSV in Bischofshofen weiter entfernt. Nur Andreas Wellinger schaffte es unter die ersten Zehn. Pius Paschke, der vor der Tournee noch der Führende des Weltcups war, konnte erneut nicht in Topform agieren und wurde Zwölfter. Philipp Raimund befindet sich weiterhin im leichten Aufschwung. Nach einer Formdelle zum Beginn der Tournee stabilisiert sich Raimund und wird Fünfzehnter. Der vierte deutsche unter den Punkten war in Bischofshofen Karl Geiger. Nach einem guten Start in die Tournee und einem schwachen Wettkampf in Innsbruck, kam der Oberstdorfer auch diesmal nicht über Platz 23 hinaus. Felix Hoffmann und Adrian Tittel konnten erneut keine Punkte einfahren.

Starke US-Boys

Erwähnenswert ist es zu guter letzt, dass die US-Amerikaner erstmals in dieser Saison zwei Athleten unter den besten Fünfzehn platzieren konnten. Tate Frantz landete auf Platz dreizehn, Kevin Bickner knapp dahinter auf der Vierzehn. Ein Ergebnis, das es nicht alle Tage gibt.