Photo Credit: action press / Yohei Osada

Nur einen Tag nach dem spannungsvollen Normalschanzenwettbewerb der Herren stand bereits das nächste Highlight bei den Olympischen Winterspielen auf dem Programm. Für die besten Skispringerinnen und Skispringer wurden am Dienstagabend die Medaillen im gemeinsamen Mixed-Teamwettbewerb vergeben. Auch in diesem Wettbewerb lieferten sich die Top-Nationen einen spannenden Kampf.

Einen Tag nachdem bereits ein erster kleiner Goldtraum für die deutschen Skispringer in Erfüllung ging, verpasste Deutschland im Mixed‑Team‑Wettbewerb knapp eine Medaille und belegte am Ende Rang vier. Ein Ergebnis, welches sich bereits zu Beginn des Wettbewerbs ein wenig abzeichnete. An der Spitze entwickelte sich im ersten Durchgang ein enger Kampf zwischen Slowenien, Österreich, Japan und Norwegen. Das deutsche Quartett erwischte hingegen einen eher verhaltenen Start: Felix Hoffmann und Agnes Reisch zeigten zwar solide Sprünge, doch der Anschluss an die führenden Nationen blieb außer Reichweite. Besonders bitter verlief der erste Durchgang für Selina Freitag, die gegenüber der starken Norwegerin Erin Maria Kvandal fast zehn Meter verlor – ein deutlicher Rückstand auf der kleinen Schanze. Auch der frisch gebackene Olympiasieger Philipp Raimund konnte in der letzten Gruppe nichts mehr ausrichten und fand selbst nicht optimal in den Wettkampf.

Der zweite Durchgang entwickelte sich weiter spannend, vor allem in Kampf um Silber und Bronze, in dem Deutschland jedoch nicht mehr mitmischen konnte. Gold schien nach einem starken Sprung von Nika Prevc und Anze Lanisek ebenfalls bereits vergeben. Und je näher das Ende des Finales rückte, desto deutlicher wurde, dass Deutschland auf Fehler der Konkurrenz angewiesen war, um noch in Richtung Podest schielen zu können. Doch weder Lindvik noch Prevc ließen etwas liegen – eine schwierige Ausgangslage für Philipp Raimund. Bundestrainer Stefan Horngacher setzte als letzte Option den Joker ein und verkürzte den Anlauf um ein Gate, um weitere mögliche Punkte herauszuholen. Raimund zeigte einen guten Sprung und erreichte die erforderliche Weite, doch für eine Medaille reichte es dennoch nicht mehr. Mit nur 1,2 Punkten verpasste das DSV-Quartett damit die Bronzemedaille und musste sich mit dem undankbaren vierten Platz begnügen.

Kurze Verwirrung gab es beim letzten japanischen Starter, dem Bronzemedaille-Gewinner des Vortages, Ren Nikaido. Denn auch er startete aus dem Gate von Raimund, erreichte jedoch nicht die nötige Weite von 101,5m. Scheinbar war es jedoch eine nicht angezeigte Jury-Entscheidung, denn nachträglich wurde das Ergebnis nicht mehr korrigiert. Bronze sicherte sich damit das Team aus Japan mit Nozomi Maruyama, Ryoyu Kobayashi, Sara Takanashi und Ren Nikaido.

Besser als im Einzel der Herren lief es heute bei dem Quartett aus Norwegen mit Kristoffer Eriksen Sundal, der gestern durch eine schlechte Landung seine Medaille verschenkte, sowie Marius Lindvik. Letzterer sicherte zum Schluss die Silbermedaille mit einem starken Sprung ab. Zusammen mit der Olympiasiegerin Anna Odine Stroem und Erin Maria Kvandal waren die vier Norweger von Anfang an auf Medaillenkurs. Olympiasieger dürfen sich am heutigen Tage verdient die vier Teilnehmer aus dem slowenischen Team nennen. Nika Vodan, Anze Lanisek, Nika Prevc und Domen Prevc gaben durchweg den Ton an – besonders für den bisherigen Weltcup-Dominator Domen Prevc und auch für Anze Lanisek gab es damit nochmals eine deutliche Steigerung, rückblickend zum gestrigen Einzel.

Von Konstanze Schneider

Aufgewachsen in einer Wintersportregion ist Konstanze seit ihrer Kindheit begeisterter Wintersport- und vor allem Skisprung-Fan. Anzutreffen ist sie meist im Weltcup der Skispringer, wo sie nicht nur für Skispringen-news.de, sondern auch als Fotografin international unterwegs ist. Zusätzlich hat sie mehrere Jahre als Pressesprecherin bei den Weltcup-Veranstaltungen in Klingenthal gearbeitet und die Pressearbeit für den Verein VSC Klingenthal e.V. und für die Sparkasse Vogtland Arena in Klingenthal übernommen.

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