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Skifliegen Planica: Teamwettbewerb fällt dem Wind zum Opfer

Foto: OC Planica / BOBO

Nach dem Kaugummi-Durchgang vom Vortag hatten die Skiflieger auch beim Teamwettbewerb mit dem Wind zu kämpfen. Nach über eineinhalb Stunden Wartespiel hatte die Jury endlich ein Einsehen und brach den Wettbewerb ab.

Das letzte Teamspringen der Saison ist dem Wind zum Opfer gefallen. Nachdem es in der ersten Gruppe noch schöne Flüge, unter anderem von Daniel Huber, zu bestaunen gab, wurde die Angelegenheit zunehmend zäher. Zu kämpfen hatte bis zum Abbruch auch das deutsche Team. So folg der Routinier Pius Paschke bei schwierigen Bedingungen auf 204 Meter. Constantin Schmid landete bei 191 Meter. Dies war jedoch letztlich zweitrangig, zumal der Wettbewerb ohnehin vor dem Aus stand. Nachdem Marius Lindvik nach einem Wackler nach dem Absprung für eine Schrecksekunde sorgte, entschieden sich die Trainer Stefan Horngacher und Alexander Stöckl dazu, ihre Mannschaft vorzeitig zurückzuziehen. “Die Entscheidung für Deutschland ist eigentlich gefallen, dass wir nicht mehr springen bei diesem Wind. Ich habe eine Entscheidung getroffen, zu der stehe ich auch. Und wir ziehen das so durch,” erklärte der DSV-Coach gegenüber dem ZDF. Karl Geiger lobt Horngacher für seine Entscheidung, der Jury mit seinem Rückzug zuvor zu kommen. “Es war eine gute Entscheidung. Das zeigt auch das Vertrauen, das wir in ihn haben. Wenn er sagt es geht nicht, wissen wir, dass es auch wirklich nicht geht. Es war sicher richtig heute abzubrechen”, so der Oberstdorfer. Nachdem die Jury vorerst kein Einsehen hatte und weiter versuchte die letzten beiden Gruppen herunterzubringen, musste sie sich letztlich auch dem Wind geschlagen geben. Somit haben wir nun auch schon einen Sieger im Nationencup. Den angeschlagenen Norwegern ist dieser nämlich jetzt auch rechnerisch nicht mehr zu nehmen. Ein kleines Trostpflaster nach einem bislang völlig verkorksten Wochenende.

Jury nach verspäteter Absage in der Kritik

Die Jury musste für ihr Vorgehen einiges an Kritik einstecken. „Ich bin irritiert über die heutige Leistung der Jury“, erklärte Alexander Stöckel, der bereits den heftigen Sturz von Tande zu verarbeiten hat. Das Verhalten der Jury gegenüber seinen Springer Marius Lindvik, der gefühlt 15 mal vom Balken musste bemängelt er auch. So habe man die Jury erfolglos nach einer Pause gebeten, damit sich der Springer neu präparieren hätte können. DSV-Teammanager Horst Hüttel bewertet die Situation ähnlich. “Wir hatten hier vor zwei Tagen einen fürchterlichen Sturz und heute ist es eine unberechenbare Situation”, erklärt er. Stefan Horngacher erklärte ebenfalls, dass der Sturz des Norwegers allen noch in den Knochen stecke.

Rok Justin feiert Abschied

Nach dem Springen waren die Augen aber auch auf den Slowenen Rok Justin gerichtet. So wurde der 27-Jährige von seinen Teamkollegen gebührend in den Ruhestand verabschiedet. Justin feierte im Jahr 2009 Gold beim Europäischen Olympischen Jugendfestivel im Team und gewann elf COC-Springen. Lediglich im Weltcup glückte ihm der Durchbruch nicht so ganz. Sein bestes Resultat war ein 16. Rang in Engelberg und ein 40. Platz im Gesamtweltcup.

Spannung im Skiflug-Weltcup

Eine positive Nachricht gibt es zudem auch noch. So sind die Prognosen für das morgige Abschlussspringen (ab 10 Uhr) wieder besser. Damit könnten wir noch einmal einen würdigen Saisonabschluss sehen. Während im Gesamtweltcup alles entschieden ist und auch der Nationencup fixiert ist, geht es noch um die Kristallkugel beim Skifliegen und um die Planica-7-Wertung. Dabei deutet sich ein spannender Zweikampf zwischen Karl Geiger und Ryoyu Kobayashi an. “Ich bin heiß und mag die Schanze sehr gerne. Siege kann man natürlich nicht im vorhinein einplanen, aber ich werde nochmal alles reinlegen”, zeigt sich Karl Geiger kämpferisch. Wir hoffen, dass dieser Wettstreit bei möglichst guten und fairen Bedingungen über die Bühne gehen kann. Um einen Sieger bei der Planica-7-Wertung krönen zu können, ist allerdings Voraussetzung, dass der letzte Wettbewerb am Sonntag mit zwei Wertungsdurchgängen über die Bühne geht. Denn bisher besteht der Gesamtstand von Planica 7 lediglich aus zwei Durchgängen und vier sind die Mindestanforderung.

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