Während die Herren an diesem Wochenende am Kulm ihr nächstes Skifliegen bestritten, waren die Damen zu Gast auf der Normalschanze in Hinzenbach. Den Sieg im ersten Einzelwettbewerb am Samstag sicherte sich Saison-Dominatorin Nika Prevc aus Slowenien. Beim zweiten Wettkampf am heutigen Sonntag durften sich die österreichischen Fans über den Heimsieg von Lisa Eder freuen.
Nachdem sie bei Olympia zweimal das Einzel-Gold verpasst hatte, meldete sich Nika Prevc (258,6 Punkte) am Samstag wieder an der Spitze des Damenfeldes zurück. In einem engen Zweikampf mit der Österreicherin Lisa Eder (255,6 Punkte) behielt die Slowenin am Ende knapp die Oberhand. Rang drei ging an die Doppel-Olympiasiegerin Anna Odine Stroem (238,3 Punkte) aus Norwegen, deren Rückstand bereits 20,3 Punkte betrug. Hinter Yuki Ito (4.) und Heidi Dyhre Traaserud (5.) wurde Selina Freitag als Sechste beste Deutsche. Agnes Reisch (10.) und Anna Hollandt (11.) durften sich dahinter ebenfalls über achtbare Ergebnisse freuen. Katharina Schmid (18.), Juliane Seyfarth (22.) und Emely Torazza (27.) sammelten zudem Weltcuppunkte.
Am Sonntag veränderte sich das Bild an der Spitze zugunsten der Österreicherin Lisa Eder. Getragen von der Euphorie des Heimpublikums zeigte sie einen starken ersten Durchgang und führte mit 88,5 m bereits zur Halbzeit das Feld an. Ihre stärkste Rivalin, Nika Prevc, patzte hingegen und kam nicht über 80,5 m hinaus, was den zehnten Zwischenrang bedeutete. Eine Mammutaufgabe also für die Slowenin, die im zweiten Durchgang mit 89,5 m noch einmal richtig aufdrehte und bis auf den dritten Platz im Tagesendklassement nach vorne sprang (230,3 Punkte). An Lisa Eder (247,1 Punkte), die mit 86 m ihren zweiten Karrieresieg perfekt machte, sowie an Anna Odine Stroem (235,8 Punkte) konnte Prevc jedoch nicht mehr vorbeiziehen. Heidi Dyhre Traaserud (4.) und Nika Vodan (5.) komplettierten dahinter die Top-5.
Aus deutscher Sicht bleibt festzuhalten, dass sich in Hinzenbach die Eindrücke von den Olympischen Spielen, wo die Formkurve wieder etwas nach unten zeigte, weiter bestätigten. Mit Agnes Reisch (7.) und Selina Freitag (10.) erreichten zwar auch am Sonntag wieder zwei DSV-Damen die Top-10, doch das Podium ist derzeit ein Stück weit entfernt. Gleiches gilt für Katharina Schmid, die sich mit dem 16. Rang begnügen musste. Auch Juliane Seyfarth (27.) tut sich derzeit wieder schwerer, konstant unter die Top-15/20 zu springen. Für einen kleinen Lichtblick sorgte immerhin Anna Hollandt, die sich nach ihrem starken elften Rang am Vortag dieses Mal auf dem 13. Platz platzieren konnte. Bei ihr scheint die Formkurve insgesamt wieder nach oben zu zeigen.

