SGP Herren Sommer Grand Prix

Lindvik sichert sich Tagessieg, Nakamura den Gesamtsieg

Marius Lindvik unterstrich an diesem Samstag in Klingenthal mal wieder, wie sehr ihm diese Schanze liegt. 140,5 und 147,0 Meter bedeuteten schlussendlich 295,7 Punkte und damit den Tagessieg für den Norweger. Ren Nikaido (139,0m/140,0m) lag 5,7 Punkte hinter ihm auf dem zweiten Platz. Die Überraschung auf dem Podium war der Pole Klemens Joniak (140,5m/142,5m), der mit dem dritten Rang sein erstes Podest erreichte.

„Es war ein toller Tag für mich. Generell liefen meine Sprünge in letzter Zeit schon gut und zusätzlich mag ich die Schanze in Klingenthal sehr. Im zweiten Durchgang musste ich oben auf dem Balken wegen des Windes etwas warten, aber ich habe versucht, konzentriert und fokussiert zu bleiben. Das ist mir gut gelungen und war der Schlüssel für den Sieg“, so Lindvik, der in der bevorstehenden Wintersaison ebenfalls wieder regelmäßig ganz oben mitmischen möchte.

Kein Guter Tag aus deutscher Sicht

Für die deutschen Athleten lief der Tag vor heimischen Publikum allerdings nicht nach Plan. Sie taten sich durch die Bank schwer mit der Schanze im Vogtland und der beste Deutsche war am Ende Pius Paschke als 18. vor Philipp Raimund als 19.

„Die Sommervorbereitung war bisher wirklich geil, aber Klingenthal naja…geht so. Ich habe hier jedes Jahr in den ersten Einheiten Schwierigkeiten, wenn es länger her ist mit der Schanze. Ich weiß nicht genau, ob es am Radius, der Flugkurve oder an was auch immer liegt und bin da momentan noch auf der Suche. Bislang habe ich es noch nicht wirklich herausgefunden. Aber ich mache mir auch keine großen Sorgen, weil es bisher auf den anderen Schanzen sehr gut funktioniert hat“, so Raimund, der aktuell mit Problemen an der Hüfte zu kämpfen hat. „Ich komme dadurch leider gerade nicht so in die Hocke hinein, wie ich es gewöhnt bin. Deshalb war es ein bisschen schwierig und hat noch nicht ganz so funktioniert.“

Im zweiten Durchgang waren außerdem Andreas Wellinger (22.) und Felix Hoffmann (26.) vertreten. „Die Sprünge waren ok, aber sind immer noch mit kleinen Fehlern behaftet und daher bin ich am Ende nicht ganz so zufrieden mit dem, was auf der Ergebnisliste steht“, schildert Hoffmann, der sich mit der Umstellung auf die Eisspur noch schwer tut. „Eigentlich kommt es mir diese entgegen, weil es deutlich gleichmäßiger geht, aber über die Kante hinweg fehlt mir noch so ein bisschen das Feingefühl bzw. die passende Verbindung. Speziell im ersten Versuch war ich ein bisschen zu gierig, dann ist der Ski unten weggefallen und ich komme schlecht zur Landung. Da fehlen bestimmt direkt mal fünf Meter und vier Punkte bei den Haltungsnoten, was zu viel ist. Mit dem zweiten Durchgang konnte ich schon zufriedener sein. Aber es reicht noch nicht für ganz vorne.“

Karl Geiger scheiterte als 31. knapp am Finaldurchgang. Ein ähnliches Schicksal ereilte auch Ben Bayer (33.), Luca Roth (42.) und Constantin Schmid (45.). Für den Winter bleibt hier also noch einiges zu tun.

„Natürlich fällt mein Fazit nach Klingenthal sehr negativ aus. Ich muss ehrlich sagen, dass ich nicht zurecht gekommen bin. Schon in der Qualifikation hat es nicht so geklappt, wie letzte Woche noch in Oberstdorf und den Trainingslehrgängen zuvor. Der Flugübergang passt einfach nicht, ich habe entweder zu viel oder zu wenig Ski und dann kenne ich mich nicht mehr aus, was ich eigentlich machen soll. Im Ergebnis ist es so dann natürlich schwierig“, fasste Roth ernüchternd zusammen.

Einen kleinen Lichtblick gab es dennoch aus deutscher Sicht, jedoch abseits des Wettkampfgeschehens. Max Unglaube, der gestern aufgrund der Skilänge disqualifiziert wurde, war heute als Vorspringer im Einsatz und kam auf sage und schreibe 149,5 Meter aus Wettkampfluke, die als offizieller Sprung den Schanzenrekord bedeutet hätten. So zeigte Unglaube seine aufstrebende Form und dass die 142,5 Meter aus der Qualifikation gestern keine Eintagsfliege war.

DSV-Sportdirektor Horst Hüttel analysierte den Wettkampftag in Klingenthal wie folgt: „Die Vorbereitung in den letzten Wochen lief an sich sehr gut und wir waren auch der Meinung, dass sich gewisse Dinge schon weiterentwickelt haben. Vor allem sind vereinzelte junge Athleten etwas näher herangekommen, was im Rahmen von einigen gemeinsamen Lehrgängen mit dem A-und dem B-Kader deutlich erkennbar war. Hier in Klingenthal ist es jedoch leider nicht so zum Vorschein gekommen, obwohl man sagen muss, dass Max (Unglaube) gestern nach dem ersten Durchgang Vierter gewesen wäre und es dann um 200 Gramm ging, die zur Disqualifikation geführt haben – das ist ärgerlich und natürlich ein Fehler, der nicht passieren darf. Aber er hat sein Potential eindrucksvoll aufgezeigt. Wir müssen jetzt weiter geduldig bleiben, auch wenn wir mit dem Abschneiden natürlich nicht zufrieden sein können. Wenn die besten Leute aus unserem Kader allesamt am Start sind und es keiner in die Top-10 schafft, dann ist das nicht gut.“

Kampf um das SGP-Gesamtpodium

In der Gesamtwertung änderte sich an der Spitze nichts mehr. Naoki Nakamura stand mit 450 Punkten als neuer SGP-Gesamtsieger fest.

„Alle Sommerwettkämpfe haben sich richtig gut angefühlt, auch dieser hier in Klingenthal. Ich hatte bisher ein richtig schönes Wochenende“, grinst Nakamura, der sich vor allem über seine deutliche Steigerung gegenüber dem Vortag freute. „Ich habe mich heute beim Absprung noch einmal verbessert. Das war wichtig, weil die Sprünge gestern nicht so schön waren und ich für mich auch kein klares Bild darüber erhalten habe. Aber heute habe ich viele Stufensprünge gemacht, die positiv für die beiden Wertungsdurchgänge waren. Ich hoffe, dass ich bis Ende März in dieser guten Form bleiben kann“, so der Japaner.

Daniel Tschofenig, der nur bei drei von sieben Wettkämpfen im Sommer am Start war, kam mit 216 Punkten auf den zweiten Platz. Der Kasache Danil Vassilyev fiel noch hinter den Österreicher zurück, durfte sich am Ende aber mit 201 Punkten trotzdem über das Podium freuen.

Ergebnis Tageswertung

Ergebnis Gesamtwertung

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