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Matthias Scherge und Sepp Heumann in Trondheim 2018

Vor 3 Jahren nach einem Sommer, der mir persönlich zu lang und zu warm war, habe ich mich hingesetzt, um einen Artikel zum Gleiten auf Sommeranlaufspur und Aufsprunghügel zu schreiben. Die Idee kam mir im Frühjahr 2018, als ich mit Sepp Heumann die Schanzen in Trondheim besucht habe. Die Arbeiter waren gerade dabei, in mühevoller Handarbeit die grünen Matten auf den Anlaufhügel zu binden. Auf einer der kleineren Schanzen lief bereits Wasser durch die Anlaufspur. 

Bei schweißtreibenden 35˚C im Schatten war ich dann im Juli 2018 zu Besuch auf der Schanze in Steinbach-Hallenberg und durfte mir den neuen Aufsprunghügel mit den Matten von Mr. Snow anschauen. Da ich immer meine Messgeräte dabei habe, konnte ich mir die Gelegenheit nicht entgehen lassen, und habe die Reibung der grünen Matten mit der der neuen weißen verglichen. Bei der Auswertung der Messungen kam mir dann die Frage, wie die Reibung auf diesem künstlichen Schnee entsteht und wie man sie beeinflussen kann. Die Textversion meiner Überlegungen kann man in meinem Online Journal GLIDING nachlesen. Der Artikel beschreibt die reibungstechnischen Vorgänge beim Angleiten und Aufspringen. Nach vielen Diskussionen mit Technikern, Trainern und Athleten hat es dann sogar zu Aussagen zur Skioptimierung gereicht. 

Wie bei GLIDING üblich, wurde der Artikel vor seiner Veröffentlichung begutachtet. Die populärwissenschaftliche Tauglichkeit wurde von Dr. Reinhard Groß geprüft und die fachliche Reife bestätigte Dieter Thoma, der mir in seiner Antwortmail einen dicken, goldfarbenen!! Daumen nach oben schickte. 

von Prof. Dr. Matthias Scherge – Team Snowstorm


Kurzfassung – Gleiteffekte beim Skispringen im Sommer

Schanzen werden im Winter wie im Sommer betrieben. Daher existieren verschiedenartige Reibpartner, mit denen die Ski Kontakt machen, wie z.B. Schnee, Eis, Porzellan, diverse Kunststoffe sowie Gras. Alle genannten Stoffe ziehen eine breite Palette von Reibungskoeffizienten nach sich. Während in der Anlaufspur geringste Reibung gefragt ist, besteht im Aufsprunghügel die Forderung einer sicheren Landung, was einen gewissen Reibungswert zur Seitenführung erfordert. Während Schnee und Eis inhärent niedrige Reibung gegen Polyethylen aufweisen, müssen die anderen Materialien erst ertüchtigt werden, was einen tiefen Griff in den tribologischen Handwerkskasten erfordert. Dieser Beitrag berichtet über die physikalisch/chemischen Grundlagen niedriger Reibung und gibt technische Ratschläge für die Skipräparation.

Mehr dazu findet ihr hier: GLIDING – Gleiteffekte beim Skispringen im Sommer

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