Foto: Konstanze Schneider
Wer gewann die erste Vierschanzentournee im Jahre 1953?

Im Jahre 1953 wurde zum ersten Mal in der Geschichte die Vierschanzentournee ausgetragen. In den ersten Jahren nach dem zweiten Weltkrieg war es deutschen Skispringern noch verboten an internationalen Wettkämpfen teilzunehmen. Als der Deutsche Skiverband (DSV) 1949 vom internationalen Skiverband (FIS) erneut eine Startgenehmigung erhielt, feierte man dies sofort mit einem Neujahrsspringen mit einer internationalen Besetzung. Aus diesem Neujahrsspringen entwickelte sich, im Laufe der Jahre, die heute bekannte Vierschanzentournee. Drei der Austragungsorte standen von Anfang an fest (Partenkirchen, Innsbruck und Bischofshofen). Nach einigen Verhandlungen wurde Oberstdorf als vierter Austragungsort festgelegt.

Am 11. Januar 1953 endete die erste Tournee in Bischofshofen. Den Gesamtsieg konnte der Norweger Halvor Naes für sich verbuchen. Er erreichte in Bischofshofen im ersten Wertungsdurchgang 90,5 Meter und im zweiten Wertungsdurchgang eine Weite von 94 Metern. Er geht mit dieser Leistung als erster Tournee-Sieger in die Geschichtsbücher ein.

Es galt in den nachfolgenden Jahren einige Hindernisse zu überwinden. Die damals noch gültige Visumpflicht machte es den Verantwortlichen und Athleten nicht einfach, zwischen Österreich und Deutschland zu reisen. Bis heute wird die Vierschanzentournee dazu genutzt, um eine neue Technik, bzw.  Änderungen im Ablaufplan zu erproben. Bereits bei der ersten Tournee war das Interesse der Zuschauer riesig. Jedes Springen wurde von schätzungsweise 20.000 Fans direkt an der Schanze mitverfolgt. Ab 1956 wurde das Neujahrsspringen vom Bayrischen Rundfunk übertragen. Im Jahre 1960 wurden auch die anderen Standorte in die Übertragung miteinbezogen. Der öffentliche Rundfunk behielt bis zur Qualifikation des Neujahrsspringens 2000 die Übertragungsrechte. In diesem Jahr vergab der DSV an RTL die Rechte neu. Bis ins Jahr 2007 blieb das Skispringen fest in der Hand von RTL, welcher fortan den Slogan „Die Formel 1 des Winters“ prägte.

Danach gingen die Übertragungsrechte zurück an den öffentlichen Rundfunk. RTL hält den Quotenrekord mit Sven Hannawald’s Sieg in Bischofshofen. Der Marktanteil bei dieser Übertragung lag bei 57,9 Prozent. Damals saßen 14,89 Millionen Zuschauer vor den Bildschirmen.

Welche drei Nationen stellten jeweils 16 mal den Gesamtsieger der Tournee?

Drei Nationen liegen auf dem ersten Rang, wenn es um den Tournee-Gesamtsieger geht. Finnland belegte 16 mal mit: Hemmo Silvennoinen, Pentti Uotinen, Eino Kirjonen, Veikko Kankkonen (zwei Gesamtsiege), Kari Ylianttila, Pentti Kankkonen, Matti Nykänen (zwei Gesamtsiege), Risto Laakkonen, Toni Nieminen und Janne Ahonen (fünf Gesamtsiege) den ersten Platz der Tourneegesamtwertung.

Österreich stellte ebenfalls 16 Tournee-Gesamtsieger mit folgenden Athleten: Josef Bardl, Willi Pürstl, Hubert Neuper (zwei Gesamtsiege), Ernst Vettori (zwei Gesamtsiege), Andreas Goldberger (zwei Gesamtsiege), Andreas Widhölzl, Wolfgang Loitzl, Andreas Kofler, Thomas Morgenstern, Gregor Schlierenzauer (zwei Gesamtsiege), Thomas Diethart und Stefan Kraft.

Auch der deutsche Skiverband kann bisher 16 Gesamtsiege verbuchen. Folgende Athleten sorgten für den Erfolg: Helmut Recknagel (drei Gesamtsiege), Max Bolkart, Horst Queck, Rainer Schmidt, Hans-Georg Aschenbach, Jochen Danneberg (zwei Gesamtsiege), Manfred Deckert, Jens Weißflog (vier Gesamtsiege), Dieter Thoma und Sven Hannawald.

Das norwegische Team liegt auf dem vierten Rang. Sie konnten im Laufe der Tournee-Geschichte insgesamt zehn Gesamtsieger stellen. Seit dem Jahre 2001/2002 stellte Deutschland keinen Tournee-Sieger mehr. Finnlands letzter Erfolg lag im Jahre 2007/2008 und der letzte österreichische Tournee-Sieg wurde in der Saison 2014/2015 von Stefan Kraft erreicht. Dem einzigen Springer dem drei Tournee-Siege in Folge gelangen, war der Norweger Björn Wirkola. Er entschied die Tourneegesamtwertung in den Jahren 1967 – 1969 für sich. Slowenien, Tschechen und Japan liegen weit abgeschlagen auf dem fünften Rang und stellten bereits zwei mal einen Gesamtsieger bei der Tournee. Das Land der aufgehenden Sonne stellte im Jahre 1997/1998 mit Kazuyoshi Funaki den ersten japanischen Tourneesieger, gefolgt von Ryoyu Kobayashi in der Saison 2018/19, der es schaffte, alle Wettkämpfe der Tournee für sich zu entscheiden. Weitere Nationen konnten die Tournee bisher nicht für sich entscheiden.

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