Nach seinem Olympiatriumph auf der Normalschanze darf sich Philipp Raimund (129,3 Punkte) nun auch über seinen ersten Weltcupsieg freuen. Mit einem Sprung auf 122,5 m sicherte er sich in Lahti knapp vor dem Österreicher Daniel Tschofenig (128,6 Punkte) den Sieg. Rang drei ging an den Bulgaren Vladimir Zografski (127,2 Punkte). Domen Prevc, der zunächst wie der sichere Sieger aussah, wurde nach der Materialkontrolle disqualifiziert, holt sich aber dennoch vorzeitig den Sieg im Gesamtweltcup.
Mit einem famosen Sprung auf 129 m schien Domen Prevc auch in Lahti unbezwingbar zu sein. Doch kurz nach dem Einzelwettbewerb wurde der Slowene wegen der Länge seines Skis disqualifiziert. Dadurch rückte Philipp Raimund auf den ersten Platz nach vorne und durfte sich über den ersten Weltcupsieg seiner Karriere freuen. Bei schwierigen Rückenwindbedingungen reichte sein Sprung auf 122,5 m, um den Österreicher Daniel Tschofenig, der seinerseits auf 124,5 m segelte, knapp in Schach zu halten. 0,7 Punkte trennten die beiden am Ende voneinander. Groß war der Jubel dahinter auch bei Vladimir Zografski, der erstmals in seiner Karriere einen Platz auf dem Podium erzielte.
Rang vier ging an den Schweizer Gregor Deschwanden (124 m) vor Lokalmatador Antti Aalto (5./123 m) und dem Japaner Ryoyu Kobayashi (6./122 m), der vor dem Wettkampf als einziger Athlet im Feld noch den Gesamtweltcupsieg von Domen Prevc hätte verhindern können. Doch trotz des „Nullers“ von Domen Prevc brachte der sechste Rang zu wenige Zähler ein, weshalb auch er den „Dominator“ des Winters in den verbleibenden Wettbewerben nicht mehr einholen kann. Für Prevc ist es nach dem Gewinn der Vierschanzentournee, der Skiflug-WM und der Goldmedaille bei Olympia der nächste große Einzeltriumph in dieser Saison. Eines bleibt dem Slowenen allerdings trotzdem verwehrt: Durch seine Disqualifikation verpasste Prevc den siebten Sieg in Serie, mit dem er in dieser Statistik der alleinige Rekordhalter gewesen wäre.
Maximilian Ortner, der mit einer Weite von 120 m als einziger Österreicher in die Top-10 springen konnte, wurde am Ende Siebter. Valentin Foubert (8./120m), Niko Kytosaho (9./120m) und Kamil Stoch (10./117,5 m) rundeten die Top 10 ab.
Gelungener Auftritt von Paschke – Wellinger und Hoffmann enttäuschen
Neben dem Sieg von Philipp Raimund zeigte sich Pius Paschke (12./120 m) gegenüber den letzten Wettkämpfen wieder verbessert. Luft nach oben ließen hingegen die übrigen deutschen Springer: Karl Geiger (23./115 m), Andreas Wellinger (38./109 m), Luca Roth (41./109,5 m) und Felix Hoffmann (44./106,5 m).
Auch die Österreicher blieben hinter den Erwartungen zurück. Jan Hörl wurde nach überstandenen Rückenproblemen mit 117 m gerade einmal 19., Stefan Kraft (115m) kam nicht über den 21. Rang hinaus, und Stephan Embacher (112 m), der kurzfristig von den Junioren-Weltmeisterschaften aus Lillehammer angereist war, erreichte nur Platz 27.
Die Einzelkonkurrenz fand als Ersatzspringen für den ausgefallenen Wettkampf in Ruka statt. Es gab keine Qualifikation, weshalb im ersten Durchgang alle 68 Springer antraten. Ein zweiter Durchgang wurde von vornherein nicht angesetzt, da hierfür wegen der parallel in Lahti stattfindenden Wettbewerbe in der Nordischen Kombination sowie im Skilanglauf die Zeit fehlte.
